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Sonntag, 31. Oktober 2021

The Haunting of Leigh Harker


Hallo meine Halloweenleser,

passend zum heutigen Tag möchte ich euch heute ein Horrorbuch vorstellen, dass ich in den letzten Tagen gehört habe. Leider war es für mich aber eine große Enttäuschung, denn die bisherigen Bücher, die ich von der Autorin gelesen habe, haben mir viel besser gefallen als dieses neuste.

Die Fakten:

  • Autor: Darcy Coates
  • Sprecher: Emily Woo Zeller
  • Titel: The Haunting of Leigh Harker
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Black Owl Books
  • Dauer: 1 Std 56min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro im Abo
  • Klappentext:

    "Leigh Harker’s quiet suburban home was her sanctuary for more than a decade, until things abruptly changed. Curtains open by themselves. Radios turn off and on. And a dark figure looms in the shadows of her bedroom door at night, watching her, waiting for her to finally let down her guard enough to fall asleep. Pushed to her limits but unwilling to abandon her home, Leigh struggles to find answers. But each step forces her towards something more terrifying than she ever imagined. A poisonous shadow seeps from the locked door beneath the stairs. The handle rattles through the night and fingernails scratch at the wood. Her home harbours dangerous secrets, and now that Leigh is trapped within its walls, she fears she may never escape."

Zur Handlung: Leigh wacht mitten in der Nacht auf und weiß, etwas ist in ihrem Haus. Sie kann es nicht nur fühlen, sondern auch riechen. Alle Versuche, Hilfe zu holen scheitern. Die Polizei scheint ihr gar nicht richtig zuzuhören, als sie vom nächtlichen Einbrecher berichtet. Doch Leigh wird sich aus ihrem Haus nicht vertreiben lassen - auch nach einer schlaflosen Woche ist sie sich dessen sicher.

Bisher war Leighs Leben sehr ruhig. Sie lebt allein in dem großen Haus, hat zu ihrer Schwester kein gutes Verhältnis, und es reicht ihr ihre Kollegen, die sie als Freunde bezeichnet, auf der Arbeit zu sehen. Allgemein lebt sie eigentlich nur für ihre Arbeit und fürs Nähen. Doch all das hat ein Ende, als ein Einbrecher, der nicht menschlich zu sein scheint, Leigh keine ruhige Minute in ihrem Haus mehr lässt.

Ich mag Darcy Coates für ihre Haunted House Geschichten. Das ist mein liebstes Horrorgenre (dicht gefolgt von Horrorgeschichten, die mit Filmen zu tun haben) und ich glaube, da ich auch allein wohne, hat es diese besondere Ebene. In diesem Buch ist das Setup ungewöhnlich, denn Leigh wohnt bereits viele Jahre in ihrem Haus, bevor der Spuk beginnt. Das fand ich grundsätzlich eine spannende Idee, man fragt sich ja direkt, was spukt da und warum denn erst jetzt?

Leider hat das Buch aber relativ große Probleme. Vor allem ist mir dabei das Tempo aufgefallen. Das Buch ist deutlich länger als bisherige Bücher der Autorin. Das erste Drittel etwa ist sehr gruselig, denn Nacht für Nacht erlebt Leigh Heimsuchungen und ist hilflos in ihrem eigenen Zuhause. Manchmal wollte ich da gar nicht weiterhören, wenn ich abends alleine war. Doch hier fehlt es an Handlung, denn Leigh lässt das einfach so über sich ergehen, sie sagt sogar an einer Stelle, dass ihr total egal ist, woher dieser Einbrecher kommt, solange sie ihn loswird. Aber als Leser will ich das natürlich wissen. Leigh ist da also einfach hartnäckig, der Einbrecher allerdings auch. 

Dann nach diesem Drittel, das zwar sehr gruselig, aber eben auch total repetitiv ist, erhalten wir einen ziemlich großen Plot-Twist, den man allerdings meilenweit sehen kommen kann - ehrlich gesagt dachte ich, dass er so offensichtlich ist, dass ich falsch liegen muss. An sich kann man ihn aus dem Titel schon ableiten. Also war ich wenig überrascht, aber immerhin froh, dass nun endlich was passiert. Allerdings fehlen den restlichen 2/3 dieses Buches dann die unheimlichen Szenen. Es gibt zwar noch so ein paar Momente, aber die Luft ist raus. Stattdessen wird es eher eine Mystery-Geschichte, die aber nicht sehr gut gelungen ist.

Gut gefallen hat mir die Hauptfigur, sowie eine zweite Figur, die später im Buch wichtig wird. Beide mochte ich sehr. Leigh lebt eher zurückgezogen und ist viel mit sich selbst allein und zufrieden. Ich denke, einen ähnlichen Lebensstil kann ich auch ganz gut zugeschrieben bekommen. Allerdings fehlt ihr eben auch ein bisschen die tiefe Beziehung in ihrem Leben - jetzt nicht romantisch gemeint, sondern allgemein zu irgendwem. Die zweite Figur dagegen ist sehr fürsorglich, und mit ihr gibt es auch einige sehr traurige Momente, die mich auch wirklich etwas fühlen lassen haben. Aber sie ist auch manchmal ein bisschen misstrauisch, was einen als Leser dann misstrauisch macht.

Grundsätzlich muss ich auch sagen, dass Darcy Coates weiß, wie sie mir Angst machen kann. Das zeigt das erste Drittel des Buches. Hier muss ich auch die Sprecherin des Hörbuchs besonders loben, denn sie kann mit ihrer Stimme eine sehr unheimliche Atmosphäre erzeugen. So werden auch Momente, die vielleicht beim Leser gar nicht soooo gruselig werden, doch ganz schön creepy. In dem Sinne stimmt also der Ton des Buches vor allem am Anfang.

Besonders enttäuscht hat mich dann aber nochmal das Ende. Darcy Coates versucht hier offensichtlich andere Wege mit der Haunted House Geschichte zu gehen als in ihren anderen Büchern, aber leider gelingt es nicht. Die Auflösung des Mystery-Teils ist so unglaubwürdig, das hat mich total geärgert. Da hätte ich lieber die banalste Horrorklischeeauflösung genommen als das, was ich hier bekommen habe. In dem Sinne muss man vielleicht dann auch sagen: Schuster, bleib bei deinen Leisten.

Alles in allem kann ich das Buch leider nicht empfehlen, obwohl ich mich wirklich darauf gefreut habe. Ich hatte mir eine klassische Haunted House Geschichte gewünscht, und leider etwas bekommen, bei dem die Autorin versucht hat neue Wege zu beschreiten, und dabei einfach nix wirklich Gutes rausgekommen ist. Hier kommt jetzt noch ein kleiner Spoiler, also lest nicht weiter, wenn ihr nix über das Buch wissen wollt, aber es war basically Parasite für Arme.

Habt ihr denn ein richtig gutes Buch für Halloween gelesen diesen Oktober? Davon würde ich gern hören!

Bis bald,

Eure Kitty Retro

 

 

 

 

Meine Bewertung: 




Freitag, 29. Oktober 2021

[Filmkritiken] Ralph reichts // Chaos im Netz

Hallo an alle Disneyfans,

als ich den Film Chaos im Netz gesehen habe und ihn so toll fand, dachte ich ich muss gleich noch den beinahe ersten Teil schauen. Ralph reichts war dann leider nicht so der Hit. Doch kommen wir kurz zu den einzelnen Filmen.

Ralph reichts ist 2012 als Animationsfilm erschienen. Er dauert knapp 100 Minuten. 

Ralph ist ein Bösewicht in der Videospielewelt. Er zerstört Dinge. Den Helden im Spiel der alles wieder baut und von allen vergöttert wird. Mit Ralph will niemand etwas zu tun haben. Nicht einmal zu besonderen Feierlichkeiten wird er eingeladen. Und so hat er schließlich genug und flüchtet in ein anderes Spiel um dort endlich auch ein Held sein zu können. Doch das ist gar nicht einfach so gerät er zu einer Art riesen Käfer als Virus. Wegen diesem Gerät er in ein weiteres Spiel. Dort lernt er seine neue Freundin Vanellope kennen. Beide sind Außenseiter in ihren Spielen und haben sich damit irgendwie gefunden. Sogar Ralphs Gegenpart aus seinem ursprünglichen Spiel tritt nochmals auf und es passiert was ganz verrücktes. Am Ende fügt sich jeder in seine Rolle ein. 

Und Chaos im Netz ist irgendwie Teil zwei, was beim Originaltitel auch deutlich wird. Dieser Film ist 2018 erschienen. Er dauert fast 115 Minuten. 

Ralph und Vanellope sind wieder die Hauptfiguren. Da ihre Spielothek etwas aufgemotzt wird sehen sie sich plötzlich dem Internet ausgesetzt. Das ist ein ziemliches Abenteuer denn es ergeben sich so viele Möglichkeiten und Unverhorsehbares. Sie sind auf der Suche nach einem neuen Steuerteil für Vanellope. Doch dabei treffen sie auf YouTube, eBay und vieles mehr. Das wird Ihnen noch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Zwischen Selbstfindung, Followern und Likes lösen sie noch zwischenmenschliche Herausforderungen. Der zweite Teil ist eben am Zahn der Zeit.

Generell haben die Filme einen speziellen Humor an den man sich erst einmal gewöhnen muss. Im zweiten Teil wird aus meiner Sicht relativ eindeutig klar gestellt was im Fokus liegt. Im ersten war ist alles irgendwie so ungenau. Habt ihr die Filme gesehen und wisst vielleicht was ich meine? 

Auch die Gespräche der Hauptfiguren sind viel ansprechender. Vielleicht hat das auch was mit dem zunehmenden Alter zu tun - also dem der Schauenden. Manches versteht man eben nicht.

Drama und Tränen bleiben auch bei beiden nicht aus. Die Lösungen selbst erscheinen aber fast schon zu einfach. 

Empfehlen möchte ich die Filme an Familie und ältere Kindern. Die werden so ganz niedlich an die Themen herangeführt. Ein bisschen witzig ist es noch dazu,

eure Blue Diamond.


Mittwoch, 27. Oktober 2021

House of Leaves


Hallo meine Gruselfreunde,

dies wird einer der schwierigsten Blogposts für mich, denn ich habe endlich House of Leaves gelesen, und ich habe keine Ahnung, wie ich meine Gedanken und Gefühle dazu in ein paar wenige Worte pressen soll, die aber trotzdem ein bisschen wiederspiegeln, wie dieses Buch ist. Aber versuchen kann ich es.
  • Die Fakten:
  • Autor: Mark Z Danielewski
  • Titel: House of Leaves
  • Erschienen: 2000
  • Verlag: Pantheon Books
  • Seiten: 709 + Introduction
  • Preis: 14,99 Euro
  • Klappentext: "Years ago, when House of Leaves was first being passed around, it was nothing more than a badly bundled heap of paper, parts of which would occasionally surface on the internet. No one could have anticipated the small but devoted following this terrifying story would soon command. Starting with an odd assortment of marginalized youth - musicians, tattoo artists, programmers, strippers, environmentalists, and adrenaline junkies - the book eventually made its way into the hands of older generations, who not only found themselves in those strangely arranged pages but also discovered a way back into the lives of their estranged children. Now, for the first time, this astonishing novel is made available in book form, complete with the original colored words, vertical footnotes, and newly added second and third appendices. The story remains unchanged, focusing on a young family that moves into a small home on Ash Tree Lane where they discover something terribly wrong: their house is bigger on the inside than it is on the outside. Of course, neither Pulitzer Prize-winning photojournalist Will Navidson nor his companion Karen Green was prepared to face the consequences of that impossibility, until the day their two little children wandered off and their voices eerily began to return another story - of creature darkness, of an ever-growing abyss behind a closet door, and of that unholy growl which soon enough would tear through their walls and consume all of their dreams."

Zur Handlung: Als ein alter Mann stirbt, findet ein junger Wanna-Be-Tattoo-Artist, der häufig Drogen ausprobiert und sich durch die Clubszene von Hollywood schläft, ein Manuskript in einer Truhe. Dieses Manuskript ist die Analyse eines Films, den es nie gab. Er nimmt das Manuskript mit nach Hause und beginnt zu lesen, die Seiten zu sortieren und Quellen nachzuverfolgen, während sein Leben langsam auseinanderbricht.

In dem Film, den es nie gab, folgen wir einer Familie rund um Navidson, der als Photojournalist den Pulitzer Preis gewonnen hat, nun aber Zeit mit seiner Familie verbringen möchte und muss, bevor seine Freundin sich für immer von ihm abwendet. Doch so ganz kann er die Arbeit nicht sein lassen, und so beginnt er eine Art Dokumentarfilm über sein Familienleben, das bald einen viel düstereren Ton bekommt als gedacht.

Dieses Buch ist eigentlich viele Bücher. Und keine Kritik kann dem wirklich gerecht werden. Wenn ihr es lest, müsst ihr unbedingt mit der Einleitung beginnen, denn da geht es um das Manuskript, wie es zu Johnny kam und warum es so eigenartig ist. Das Buch selbst besteht dann aus dem Manuskripttext, der sehr akademisch geschrieben ist, vielen Fußnoten, von denen einige wiederum ausführlich Johnnys Geschichte erzählen. Diese sind eher tagebuchartig geschrieben. 

Beginnen wir mit dem Manuskript. Dieser Teil des Buches hat mir tatsächlich am besten gefallen. Der Schreibstil ist fast akademisch und analysierend. Wir können quasi den Film vor uns sehen, während er essay-artig diskutiert wird. Dies ist ein sehr ungewöhnliches Format für so eine Geschichte und am Anfang gewöhnungsbedürftig. Als Akademikerin hat mir der Schreibstil aber eine gewisse Ruhe gebracht. Das Besondere daran ist jedoch, dass es dem Gehirn schwer fällt, einen solchen Schreibstil mit Fiktion zu verbinden. So muss man sich während des Lesens immer wieder bewusst sagen, dass dieser Film selbst in der Welt des Buches nicht existiert.

In diesem Teil folgen wir einer Vielzahl von Charakteren. Als wichtigster ist da Navidson selbst, durch eine unschöne Kindheit geprägt war er jahrelang in den gefährlichsten Gegenden der Welt und hat fotografiert. Wir erfahren von seinem Genie, aber auch seinem Getriebensein. Für mich ist er immer auf Distanz geblieben, wohl auch, weil er sehr klassische Männlichkeitsmerkmale vertritt, mit denen ich mich wenig identifizieren kann. Dennoch ist er ein spannender Charakter, den man kennenlernen will.

Seine Frau Karen bleibt leider zumeist auf diese Rolle beschränkt. Sie war früher Modell und hütet nun seit Jahren die Kinder, während ihr Mann in der Welt unterwegs ist. Die Familiensituation entsteht durch eine Art Ultimatum, das sie Navy gesetzt hat. Die beiden Kinder bleiben relativ unwichtig in der Story. Dafür wird recht schnell Navys Bruder Tom wichtig, der in gewisser Hinsicht Navys Gegenteil, aber auch Gegenstück ist. Ihn mochte ich sehr. Dann haben wir noch einen Professor Reston, ein alter Freund von Navy, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, und drei Männer, die über diesen angeheuert werden. Also alles sehr männlich geprägt und in den Diskussionen auch von Männlichkeit geprägt. Es gibt auch eine Stelle, wo das im Buch selbst reflektiert wird, und die Message war: Frauen würden gar nicht auf so dumme Ideen kommen. 

Die Idee, dass das Unheil des Hauses mit so einer Kleinigkeit anfängt wie der Unmöglichkeit, dass es innen größer ist als außen, fand ich total genial. Eines Tages ist da plötzlich ein kurzer Korridor, der vorher nicht da war. Das Ganze eskaliert von da, aber der Riss in der Wirklichkeit ist erstmal nicht groß. Dies weckt in Navy den unstillbaren Drang, diese Unmöglichkeit zu erkunden, während Karen so weit davon wegmöchte wie möglich. Das Haus ist - wie der Titel erahnen lässt - dann die dominante Präsenz im Leben dieser Charaktere. Dabei sollte man sich vom Klappentext nicht zu sehr täuschen lassen - hier geht es nicht um langweilige Geister oder Monster im Dunkeln. Hier geht es um Logik und ihr Ende. 

Besonders an diesem Teil des Buches ist, dass je weiter man fortschreitet, desto mehr wird das Buch sehr freakig. Es gibt beispielsweise ein Kapitel, wo Labyrinthe diskutiert werden, und dieses Kapitel hat ein absolutes Labyrinth an Fußnoten, bei denen man das Buch zur Seite und auf den Kopf drehen muss, vorwärts und rückwärts blättern, etc. In andere Kapiteln kreiert die Schrift ein passendes Bild zum Geschehen. So sind einige Charaktere unten an einer Treppe - ihre Geschichte ist immer im unteren Viertel einer Seite geschrieben - und andere sind oben an der Treppe - ihre Geschichte im oberen Viertel geschrieben. Manchmal wird es sogar noch eindeutiger, Seiten sind fast völlig leer, wodurch das Umblättern fast ein Tempo, einen Rhythmus beim Lesen hervorruft. So etwas hatte ich bisher nicht gelesen.

Kommen wir zu den ausführlichen Fußnoten von Johnny. Diese sind stärker klassisch geschrieben, keine verrückte Formatierung, keine ausgefallene Sprache. Johnny hat einen sehr grenzwertigen Lebenslauf, wie oben bereits erwähnt. Er ist ein unglaublich unzuverlässiger Erzähler, man weiß nie, was wahr ist und was nicht, und damit spielt er auch bewusst. Das ist aber eh ein Merkmal des Buches generell. Leider hat mich aber Johnnys Story eher gelangweilt und ich wusste nicht so viel damit anzufangen, weil auch die Themen mich nicht kriegen. Es ist aber integral für das Buch, und lässt Raum für viel Spekulation - zum Beispiel ob es überhaupt je ein Manuskript gab.

Im Anhang finden sich dann Briefe, die Johnnys vermutlich schizophrene Mutter ihm aus einer Heilanstalt geschrieben hat. Diese geben einerseits mehr Tiefe zu seinem Charakter, zeigen andererseits auf, was wohl mit ihm falsch sein könnte, aber sie passen auch nicht ganz zu dem Johnny, den wir präsentiert bekommen. Bei den Briefen waren auch einige sehr clevere Seiten dabei.

Nun noch eine kleine Anekdote: Ich begann das Buch auf Englisch zu lesen, und nachdem ich die Einleitung von Johnny beendet hatte, blätterte ich um. Die nächste Seite ist fast leer bis auf die Worte: "Muss es sein?" Mir ist so ein kalter Schauer den Rücken runter gelaufen, diese deutschen Wörter in einem Englischen Buch zu lesen. Und auf die Frage zu antworten: nein, es muss nicht. Aber es ist besonders, es ist anders, es wird euch vermutlich den einen oder anderen Alptraum geben. Nicht weil dieses Buch gruseliger ist als andere, aber weil es euch an der Realität zweifeln lässt. 

Um ein letztes Beispiel für diese Verbindung von Fiktion und Realität zu geben: Navidson hat den Pulitzer Preis für ein Foto gewonnen. Dieses Foto spielt im Verlauf des Buches an einer Stelle auch eine größere Rolle. Und das Foto ist real: The Vulture and the little Girl. Ihr müsst es nicht googlen, es ist sehr verstörend. Aber die Frage bleibt, wenn dieses Bild real ist, welche anderen Teile dieses Buches sind es auch?

Vielleicht seid ihr ein wenig auf den Geschmack gekommen. Vielleicht auch nicht. Direkt empfehlen kann man das Buch nicht. 

Bis bald,

Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 24. Oktober 2021

Das Tartarus-Projekt

Hallo an alle Krimi-Freunde,

da Herbst ist und die liebe Kitty fleißig gespenstige Bücher liest, wollte ich dem nicht hinterhinken und hab mir eine Geschichte nach meinem Geschmack geschnappt, die auch irgendwie ein bisschen spannend sein soll.

Fakten:

  • Autor: Gerd Schilddorfer
  • Thriller
  • 2020 erschienen
  • 304 Seiten
  • Carl Ueberreuter Verlag
  • Preis: 15,00€ (Paperback)

Klappentext:

"Sind Sie sicher, dass die Fliege an der Wand tatsächlich ein lebender Organismus ist? Oder eine Mini-Drohne, die Ihnen auf Schritt und Tritt folgen kann, die Sie beobachtet und einen Strom von intimen Bildern und persönlichen Informationen in eine Cloud schickt? Daten, die Sie erpressbar machen, berechenbar, ausgeliefert all jenen, die darauf Zugriff haben. Doch es kann noch schlimmer kommen ... Eine feuchtfröhliche Party im Nobelvorort Grünwald bei München endet in einem Horrorszenario der Gastgeber, ein erfolgreicher Unternehmer, wird an die Heizung gekettet, verstümmelt, ermordet und angezündet. Michael Landorff, Journalist und Autor, der zu seiner eigenen Überraschung auf der illustren Einladungsliste stand, beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Dabei trifft er auf Alexandra Buschmann, eine professionelle Pokerspielerin, die ebenfalls eingeladen war, obwohl sie den Hausherrn nicht einmal kannte. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, die Hintergründe des grausamen Todes zu erforschen und geraten dabei immer tiefer in ein Netz aus Geheimdiensten, Wirtschaftsinteressen und politischem Kalkül. Schon bald laufen sie um ihr Leben. Denn es geht um eine weltweite Bedrohung von ungeahntem Ausmaß das Tartarus-Projekt."

Das ist mal ein überlanger Klappentext oder was meint ihr?

Zu der Geschichte braucht es dann ja nicht mehr wirklich noch mehr Infos. Es ist tatsächlich so, daß wir sofort ins Geschehen geschmissen werden und dann ist das Buch auch total kurzweilig. Das wiederum tut der Handlung meiner Meinung nach gar nicht gut. Wir erfahren einfach viel zu wenige Details. Das ganze Thema könnte so groß aufgezogen werden. Hier wird es eher super klein gehalten. Doch kommen wir zu den Charakteren.

Also Michael unser Protagonist ist irgendwie neben der Spur. Er ist eigentlich Autor und soll unbedingt was Neues bringen und zack passieren verrückte Dinge um ihn herum. Es kam mir auch so vor, dass der Umgang mit der Lektorin oder Managerin stark übertrieben dargestellt wurde, als hätte der Autor selbst ein Hühnchen mit seinen Leuten zu rupfen. Aber dazu konnte ich nichts herausfinden. Kommen wir zurück zu Michael. Er ist wie schon angedeutet ein bisschen verschroben. Irgendwie läuft er nicht ganz rund. Aber das macht ihn auch wieder interessant. Ich würde soweit gehen dass er das interessanteste an der ganzen Geschichte ist. 

Sein Gegenpart wird Alexandra die aus meiner Sicht auch ein eher ungewöhnlicher Charakter ist. Völlig furchtlos zieht sie mit und will vor allem wissen, was sie mit allem zu tun hat und warum sie in diese skurrilen Machenschaften mit reingezogen wurde. Sie hat zwar wenig tatsächliche Präsenz, aber ohne sie wäre Michael aufgeschmissen. 

Um ehrlich zu sein, konnte ich die Charaktere der Geschichte nicht wirklich lieb gewinnen oder einen Bezug herstellen, doch wie gesagt sind diese beiden wirklich mal anders als gewöhnlich in solchen Thrillern. Sie gehen völlig struktur- und hilflos vor, Pläne ergeben sich im Prinzip von Etappe zu Etappe und ein bisschen Hilfe von außen kommt auch noch dazu - nämlich von den Geheimbehörden. An dieser Stelle ruft aus dem nix heraus jemand Fremdes an, der total viel weiß und sofort wird geglaubt und vertraut. Das hätte ein super spannendes Thema werden können, aber wie auch schon mehrfach geschrieben, fehlen hier einfach super viele Details.

Die Szenenbilder selbst sind ganz anschaulich und für einen Thriller angemessen. Die Geschichte kommt mit relativ wenig Gewalt zurecht, es ist mehr die psychische Ebene auf der gearbeitet wird. Die Technologie mit den Minidrohnen ist abgefahren, aber eben auch realistisch. Schön finde ich auch die mythologische Verbindung zum Tartarus.

Durch das verschenkte Potential fällt meine Bewertung nicht ganz so positiv aus, wie ihr merkt. Ich habe außerdem in Rezensionen gelesen, dass einige dieses Buch für das schwächste des Autors halten. Das kann ich nicht einschätzen - ihr vielleicht? Empfehlen möchte ich das Buch aber denjenigen die sanfte Thriller, wie ich, bevorzugen und auch einfach weniger Ansprüche an diese Geschichten haben,

eure Blue Diamond.

                                    

Freitag, 22. Oktober 2021

The Lost Apothecary


Hallo meine Historienfreunde,

heute möchte ich euch von einem Zufallsfund aus der Bibliothek berichten, der sich als sehr gut erwiesen hat. Ich hatte das Buch zwar schon vorher gesehen, aber nie weiter beachtet. Es hat ein wunderschönes Cover, aber ich wusste nicht recht, was ich davon erwarten sollte und ob es wirklich für mich. Es dann in der Bibliothek zu entdecken, war natürlich praktisch.

Die Fakten:

  • Autor: Sarah Penner
  • Titel: The Lost Apothecary
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Park Row Books
  • Seiten: 301 + Rezepte
  • Preis: 19,99 Euro
  • Klappentext: "Hidden in the depth of eighteen century London, a secret apothecary shop caters to an unsual kind of clientele. Women across the city whisper of a mysterious figure named Nella who sells well-disguised poisons to use against the oppressive men in their lives. Nella's dark world is no place for her newest patron, a precocious twelve-year-old girl named Eliza Fanning, but their unexpected bond sparks a string of consequences that echoes through the centuries. Two hundred years later, aspiring historian Caroline Parcewell discovers an aged apothecary vial in the River Thames. As she is  newly grappling with the searing betrayal of her husband's infidelity, a curious research project is exactly the distraction Caroline needs. But when she discovers a link between the vial and London's long-unsolved "apothecary murders", Caroline's upended present soon collides with an explosive history, binding her fate to Nella's and Eliza's in a stunning twist that transcends the barrier of time."

Zur Handlung: Nella verkauft seit Jahren Gift an Frauen, die einen Mann aus ihrem Leben loswerden müssen. Im 18. Jahrhundert gibt es noch nicht viele freundlichere Wege, sich eines Mannes zu entledigen. Nella setzt dabei auf Diskretion und hat ein ausgeklügeltes System, mit dem sie sich der Polizei entzieht. Doch eines Tages kommt Eliza in ihr Leben und stellt alles auf den Kopf - was in diesem Geschäft gefährlich werden kann.

Caroline wollte immer nach England kommen, doch so hat sie sich das nicht vorgestellt. Anstelle eines romantischen Trips zum zehnjährigen Hochzeitstag mit ihrem Mann ist Caroline allein angereist, um darüber nachzudenken, ob sie ihm je verzeihen kann. Doch je mehr sie sich von ihm entfernt, desto mehr sieht sie, wie sie all die Jahre manipuliert wurde, wie sie für eine Hochzeit ihren großen Traum aufgegeben hat, Historikerin zu werden. Sie kann diese Chance in London zu sein jetzt nicht einfach verstreichen lassen, nur weil ihr Mann sie betrogen hat.

In diesem recht kurzen Buch folgen wir also drei Frauen. Zwei davon sind bereits eher im mittleren Alter, eine ist ein junges Mädchen. Anfangs habe ich mich mit der letzteren Sichtweise ein wenig schwer getan, denn Eliza ist sehr ahnungslos und das kann mich beim Lesen schnell nerven. Allerdings hat sich das ab der Hälfte etwa gegeben. Die beiden anderen Perspektiven fand ich von Anfang an spannend, auch wenn sie sehr verschieden sind. Beide führen jedoch ein sehr zurückgezogenes Leben, denn beide haben ihren Traum von einem Mann zerstört bekommen. Am liebsten mochte ich trotzdem Nella, mit ihr habe ich am meisten mitgefühlt.

Die beiden Zeitebenen haben mir auch gut gefallen. Ich mochte es, über das 18. Jahrhundert zu lesen, da das noch etwas früher ist als andere historische Medien, die ich so konsumiere. Ich glaube, die Autorin hat diese Zeit vor allem gewählt, weil da die Gifte noch nicht forensisch nachgewiesen werden konnten. Für mich hat die Atmosphäre auf jeden Fall sehr gut gepasst. Die Zeitebene, die eher jetzt spielt, ist natürlich nicht historisch, aber ich mochte das Setting von London und vor allem die Ausflüge in das British Museum. Auch diese Zeitebene hatte ihre Reize, wenn ich sie auch am Anfang atmosphärischer fand als gegen Ende.

Die Handlung selbst habe ich als sehr unvorhersehbar empfunden. Vor allem die Rolle, die Eliza spielen würde, konnte ich so gar nicht erahnen. Dadurch wollte ich das Buch immer weiterlesen, um zu erfahren, was als Nächstes passiert. Das Buch ist allerdings jetzt kein krasser Thriller, es dauert etwas, bis sich der Mystery-Aspekt aufbaut, und die Lösung wird vermutlich Mystery-Lesern auch nicht unbedingt gefallen. Also baut nicht zu viele Erwartungen für diesen Teil der Geschichte auf.

Was kann man nun von dem Buch erwarten? Es ist allen voran ein historisches Buch, in dem es um ein vergangenes London und seine Spuren geht. Es gibt auch ein klein wenig Magie, aber nicht viel. Das meiste ist eher Chemie, die Gifte. Die Geschichte ist schon düster, also gut für die kalte Jahreszeit geeignet und sicherlich ein gutes Halloweenbuch für alle, die keinen Horror mögen. Es gibt wie gesagt den Mystery-Aspekt, was aus Eliza und Nella geworden ist, und auch einige andere spannende Elemente am Ende, aber nicht genug für einen historischen Thriller im klassischen Sinne. Deutlich werden bei dem Thema natürlich auch feministische Zwischentöne.

Mir hat das Ende dann auch gut gefallen, aber da es Magie aufweist, ist das sicherlich nicht für jeden. Ich habe auf jeden Fall um alle Charaktere gebangt und wollte, dass es irgendwie für sie gut ausgeht. Ich habe das Buch sehr zufriedengestellt verlassen, denn obwohl es schon ein bisschen offen lässt, ist es doch eine runde Geschichte.

Alles in allem kann ich das Buch also empfehlen. Es ist recht kurz und lässt sich sehr gut lesen. Für die Kürze schafft es viel Handlung, Charaktere und Themen zu transportieren. Außerdem hat die Handlung mich immer zum Weiterlesen motiviert, weil ich nie genau wusste, was als Nächstes passiert. Es ist nicht zu gruslig, aber mit den historischen und magischen Aspekten und den Giften schon passend für den Oktober. Die Atmosphäre ist auf jeden Fall recht düster, und ich mochte den feministischen Einschlag, der nicht zu dick aufgetragen ist.

Habt ihr das Buch schon mal irgendwo entdeckt?

Bis bald,

Eure Kitty Retro



Meine Bewertung:



Sonntag, 17. Oktober 2021

The Haunting of Hill House


Hallo liebe Gruselleser,

nachdem die Serie vor einigen Jahren auf Netflix erschienen war, war The Haunting of Hill House wieder in aller Munde. Seitdem wollte ich es auch unbedingt lesen, aber da es für mich nach einem perfekten Oktoberbuch klang, hat es dann doch etwas gedauert, bis Platz dafür in meinen Leseplänen war. Dieses Jahr hat es aber endlich geklappt.

Die Fakten:

  • Autor: Shirley Jackson
  • Titel: The Haunting of Hill House
  • Erschienen: 2006 (erstmals 1959)
  • Verlag: Penguin Classics
  • Seiten: 182 + Einleitung
  • Preis: 7,09 Euro
  • Klappentext: "Four seekers have arrived at the rambling old pile known as Hill House: Dr Montague, an occult scholar looking for solid evidence of psychic phenomena; Theodora, his lovely and lighthearted assistant; Luke, the adventurous future inheritor of the estate; and Eleanor, a friendless, fragile young woman with a dark past. As they begin to cope with chilling, even horrifying occurences beyond their control or understanding, they cannot possibly know what lies ahead. For Hill House is gathering itss powers - and soon it will choose one of them to make its own."

Zur Handlung: Das Leben von Eleanor hat bisher nicht viel Aufregendes geboten. Sie hat lange Zeit ihre kranke Mutter gepflegt und nun lebt sie bei ihrer Schwester und deren Familie. Dort schläft sie mit im Kinderzimmer und bekommt keinen Freiraum, der einer Erwachsenen zustehen würde. Als sie die Einladung von Dr Montague erhält, den Sommer in Hill House zu verbringen und ihn bei seinen Forschungsarbeiten zu unterstützen, sagt sie zu.

Prompt stiehlt sie das Auto, das ihr gemeinsam mit der Schwester gehört, und macht sich auf den Weg: das erste Mal im Leben Freiheit. Von einem Tagtraum in den nächsten ist sie schnell an Hill House angekommen, das sich jedoch als unfreundlicher und dunkler entpuppt als angenommen. Doch in diesen Wänden erlebt Eleanor das erste Mal Freundschaft und ein Gefühl der Verbundenheit, das sie nie mehr loslassen will.

Ich war sehr gespannt auf das Buch, denn ich wusste, dass die Serie eine ganz andere Geschichte erzählt. Dennoch haben wir Parallelen, beispielsweise in den Namen der Figuren Eleanor (Nell), Theodora (Theo) und Luke. Aber auch mindestens ein wichtiges Zitat kommt in der Serie vor (es ist leider ein bisschen her, dass ich sie geschaut habe, also vielleicht sind es auch mehr). Das wichtigste ist aber natürlich das Gefühl, das das Buch einem gibt - und hier habe ich schon gesehen, wie es die Serie inspiriert hat.

Eleanor als Hauptfigur ist interessant, denn schon zu Beginn kann man als Leser wenig Vertrauen zu ihr aufbauen. Man folgt beispielsweise ihren Tagträumen bei der Autofahrt und sieht direkt, dass keiner dieser Träume zu der Eleanor passt, die im Auto sitzt. Gleichzeitig hat man Mitleid mit ihr, wenn man sieht, wie die Schwester und ihre Familie sie behandeln, und auch ein Gefühl dafür bekommt, wie Eleanors bisheriges Leben gelaufen ist. Am stärksten ist das Gefühl, dass sie nie Zeit und Raum hatte, um erwachsen zu werden, und so liest sie sich naiv und gleichzeitig unberechenbar.

Im Haus angekommen schließt Eleanor schnell eine Art Schulmädchenfreundschaft mit Theodora, die aus dem gleichen Grund ins Haus eingeladen wurde. Theodora ist hübscher, mutiger und lauter, was Eleanor gleichzeitig bewundert und beneidet. Die Beziehung ist von dieser Dynamik geprägt, in der sich beide mögen und zeitgleich verachten. Luke wird ebenfalls als eher unberechenbar beschrieben. Er ist als Erbe in dem Haus, soll die Untersuchungen von Dr Montague überwachsen, aber vor allem ist seine Tante froh, dass er dadurch eine Zeit lang keinen anderen Unsinn machen kann. Eleanor verliebt sich ein bisschen in ihn, aber es wirkt mehr wie die Art Verliebtheit, die man als Kind dem ersten Jungen entgegenbringt, der nicht der eigenen Familie angehört.

Dr Montague schließlich schlüpft fast in eine Vaterrolle, allerdings ist er auch derjenige, der die Geschichte des Hauses offenlegt. Diese ist dabei nicht zu tiefgreifend, aber zeigt, wie schlechte Gefühle und seltsame Begebenheiten in das Haus gekommen sind. Das hat vor allem mit der Bibliothek zu tun, was mich sehr an die Serie erinnert hat. Ich konnte mir diesen Raum bildlich sehr gut vorstellen. Später kommt dann auch seine Ehefrau mit einem Bekannten zur Runde dazu, da will ich nicht zu viel spoilern, aber diese Frau ist wirklich anstrengend, und sie stört das zarte Gefüge, das bis dahin alles in der Waage gehalten hat.

In vielen Kritiken hatte ich in letzter Zeit gelesen, dass dieses Buch nicht gruselig sei - oder nicht so gruselig wie manche dachten. Bei mir war es daher anders herum. Für mich war es viel grusliger als gedacht, weil es genau die Gefühle der Show in mir hervorrufen konnte, vor allem diesen kleinen Zweifel, ob man wirklich in Sicherheit ist, wie man immer denkt. Die beschriebenen Geisterphänomene haben meine Angst angesprochen, die vor allem auch darin liegt, nicht zu sehen, was etwas erzeugt. Ich fand es auf jeden Fall gruslig, dieses Buch abends allein zuhause zu lesen.

Das Ende kommt dann nicht sehr überraschend, aber schließt den Kreis der Geschichte sehr gut. Ich fand es nochmal sehr aufschlussreich, die Einleitung von Laura Miller zu lesen, vor allem die zweite Hälfte, wo es konkret um das Buch selbst geht.

Alles in allem kann ich das Buch nur empfehlen. Ich mochte We Have Always Lived in the Castle zwar letztes Jahr noch etwas mehr, aber insgesamt hat mir auch Haunting of Hill House sehr gut gefallen. Ich mochte die Atmosphäre, ich habe die Charaktere als sehr interessant und einzigartig empfunden, und die Phänomene haben mir auch etwas Angst angejagt. Haunted House Geschichten liebe ich einfach, und damit ist dieser Klassiker perfekt für mich. Ich weiß, dass das nicht das letzte Mal war, dass ich dieses Buch gelesen habe.

Kennt ihr das Buch? Und habt ihr die Serie schon geschaut?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Freitag, 15. Oktober 2021

Broken Things


Hallo meine Gruselfreunde,

heute möchte ich euch von einem Jugendthriller berichten, den ich schon länger im Hinterkopf hatte und neulich in der Bibliothek entdeckt habe. Ich wusste nicht, wie gruslig es genau wird, aber es ist letztlich ein ziemlich traditioneller Thriller, der zwar einen kleinen Touch Magie hat, aber nichts Großes.

Die Fakten:

  • Autor: Lauren Oliver
  • Übersetzung: Katharina Diestelmeier
  • Titel: Broken Things - Alles nur kein Spiel
  • Erschienen: 2021 (Original 2018)
  • Verlag: dtv
  • Seiten: 397
  • Preis: 14,95 Euro
  • Klappentext: "Am Ende des Tages ist Summer tot und Mia und Brynn scheinen die Schuldigen zu sein. Die Mädchen, die mit gerade einmal 13 Jahren ihre beste Freundin ermordeten. Fünf Jahre später wirft ein neuer Hinweis plötzlich Fragen auf und der wahre Täter will um jeden Preis verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt..."

Zur Handlung: Die Monster der Brickhouse Lane sind Mia, Brynn und Owen. Sie alle standen im Verdacht, ihre Freundin Summer getötet zu haben, doch niemand kam je dafür vor Gericht. Das alles ist nun fünf Jahre her, und Mia ist die einzige, die noch in der Stadt lebt. Doch durch ein Unwetter kommen die anderen beiden zurück, und es zeigen sich neue Hinweise, die klären könnten, was mit Summer geschehen ist.

Doch was war geschehen? Bisher wissen die drei nur, dass es mit einem Buch über Lovelorn zu tun hat, zu dem Summer unbedingt eine Fortsetzung schreiben wollte. Es ging in Mias, Brynns und Summers Freundschaft immer um diese Geschichte. Aber es war nicht real, all die Tage, die sie in Lovelorn verbracht haben, warum nur ein Spiel - oder?

Ich bin in dieses Buch mit gezügelten Erwartungen gegangen, denn Jugendthriller sind nicht immer das Richtige für mich. Mit diesen Erwartungen wurde ich hier allerdings nicht enttäuscht. Ich fand die Vorstellung der beiden Hauptcharaktere Mia und Brynn sehr interessant gemacht, und die Geschichte konnte mich schnell in den Bann ziehen. Dann allerdings kommen Längen in der Mitte und das Ende fand ich dann enttäuschend.

Brynn als Charakter ist sehr stark nach außen und eher schwach nach innen. Nachdem sie von allen als Mörderin angesehen wurde, hat sie das Leben in Entzugskliniken für Jugendliche für sich entdeckt. Durch einen Deal mit ihrem Cousin bekommt sie in regelmäßigen Abständen Urinproben, die Drogen enthalten, damit sie weiter in der Klinik bleiben kann, obwohl sie eigentlich nie abhängig war. Sie will einfach nicht zurück in die wirkliche Welt, wo alle sie verurteilen und keiner sie braucht.

Mia dagegen ist einer sehr starke Person, die aber auch ängstlich ist. Als Kind hat sie quasi gar nicht geredet. Sie lebt inzwischen in einer recht kaputten Situation mit ihrer Mutter, die eine Horderin ist. Mia hat es gerade geschafft, ihre Mutter für zwei Wochen aus dem Haus zu bekommen, um mit ihrer besten Freundin "aufzuräumen" - also alles wegzuwerfen, was geht. Dabei findet sie einen alten Schultest von Summer in einem Kinderbuch, das hinter Müll verborgen war - und es tun sich ihr plötzlich Fragen auf.

Durch einen Sturm muss Brynn allerdings zurück nach Hause, wo sie auf Owen trifft, der auch für kurze Zeit zurück in der Stadt ist. Er war im Ausland zur Schule gegangen, nachdem er für den Mord nicht angeklagt wurde. Er hat jedoch ein dunkles Geheimnis, mit dem er dazu beitragen kann, dass Summers Mord endlich aufgeklärt wird. Und dann sind da noch die Gefühle zwischen ihm und Mia, die nach wie vor nicht verschwunden sind.

Diese drei verfolgen wir dann beim Versuch, endlich zu erklären, was ihrer Freundin damals geschehen ist. Dabei bekommen wir ab und an auch Rückblicke und lernen Summer kennen. Sie lebte in einer Pflegefamilie, und sie war - nach ihren Freundinnen - wunderbar und grausam zugleich. Außerdem war sie besessen von dem Buch über Lovelorn, eine magische Welt, und vor allem vom Schatten. Aber trotz allem sind sich Mia und Brynn recht sicher, dass nicht der Schatten der Mörder sein kann - zumindest nicht mit Magie.

Durch die Verknüpfung mit der Fantasy-Geschichte von Lovelorn bekommt das Buch einen unheimlichen, übernatürlichen Anstrich. Es taucht schon die Frage auf, ob das alles nur ausgedacht und erträumt war. Schließlich gab es auch physische Beweise für die magische Welt, die nach dem Mord verschwanden. Es handelt sich aber trotzdem vorrangig um eine Thriller-Mystery-Geschichte aus unserer Welt.

Die drei decken gemeinsam mit Brynns Cousin und Mias bester Freundin einige Geheimnisse auf, besuchen Personen, die Summer gut gekannt hatten, und kommen auch in brenzlige Situationen. Trotzdem hat die Mitte für mich ein bisschen eine Flaute gehabt. Während ich am Anfang auf jeden Fall rausfinden wollte, was geschehen ist, so laufen dann doch alle Hinweise recht schnell ins Leere. Daher fand ich es dann weniger befriedigend als Leser, weil ich ja auch vorankommen wollte.

Die Auflösung des Mysterys fand ich dann ziemlich langweilig - vor allem, weil es auch totaler Zufall war. Hier hatte ich mir einfach mehr erhofft, nicht unbedingt Übernatürliches, aber eben ein paar Thrills. Es war dann aber erschreckend leicht, und der Täter hat auch - anders als im Klappentext erwähnt, überhaupt nicht versucht zu verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt, sondern dann alles so akzeptiert. Gut gelungen dagegen fand ich den "Epilog" der Geschichte. Das hat dann nochmal Spaß gemacht.

Alles in allem war das ein solider Jugendthriller, der jetzt nicht absolut spannend war, aber ein gutes Grundsetting hatte. Ich habe mir gewünscht, die Autorin würde sich damit mehr trauen, aber die Auflösung war dann relativ leicht und unspektakulär. Die Charaktere mochte ich, vor allem auch Mias beste Freundin, die eine Bosy Positivity Influencerin ist und in die ich mich auch verliebt hätte. Das Buch liest sich schnell weg und ist leicht zu verstehen. Wer also Interesse daran hat, der sollte ruhig mal danach greifen, vor allem, wenn es in der Bibliothek steht.

Welche Thriller habt ihr in letzter Zeit gemocht?

Bis bald

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Mittwoch, 13. Oktober 2021

Die Chronik der Bücherwelt

Hallo an alle Bücherverrückten,

vielleicht gehört ihr auch zu denen, die nicht nur gern Lesen, sondern dann auch noch besonders die Geschichten verschlingen, die sich um Bücher drehen.

Fakten:

  • Autorin: Mary E. Garner
  • Fantasy
  • Trilogie
  • 2020 erschienen
  • 416 Seiten (ja alle drei)
  • Lübbe Verlag
  • Preis: 14,00€ (Paperback)

Klappentext:

"Nichts ist für die Londonerin Hope Turner schöner, als sich in die Bücher ihrer Lieblingsautorin Jane Austen zu träumen. Denn ihr eigenes Leben ist alles andere als spannend und romantisch. Das ändert sich, als sie sich eines Tages in die Buchhandlung Mrs. Gateway’s Fine Books verirrt und dort einem mysteriösen Gentleman begegnet. Der attraktive Fremde geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Doch da ist auch der grimmige und unnahbare Rufus Walker, der sie regelrecht zu verfolgen scheint. Bis er ihr schließlich Unglaubliches offenbart: Der Buchladen ist das einzige Portal in die Welt der Bücher, in der die Romanfiguren ein Eigenleben führen. Doch diese Welt ist in Gefahr ..."

Das ist doch mal ein Klappentext, der wahrlich eindeutig die Möglichkeit gibt, sich zu entscheiden, ob man die Reihe lesen sollte oder nicht. Ganz wunderbar. 

Total kurios, aber am Ende der Reihe habe ich mich gefragt, wie alt die meisten Figuren eigentlich sind und was soll ich sagen? Alle irgendwie Erwachsene und das hat für mich irgendwie nicht zur Sprache und teilweise auch Inhalte der Reihe gepasst. Ungelogen, ich dachte das ist eine Jugendbuchreihe. Nun ja ist es nicht, würde aber auch funktionieren.

Wie im Klappentext beschrieben ist Hope einer der Hauptfiguren. Sie ist irgendwie ein graues Mäuschen, die aber im Laufe der Geschichte auch noch reift und an Selbstbewusstsein gewinnt. Sie ist vor allem am Anfang sehr unsicher und sucht Halt bei anderen Menschen. Außerhalb der Buchwelt hat sie kaum Freunde und eine scheinbar stark demente Mutter. Sonst ist sie eher allein und möchte das auch. In der Buchwelt blüht sie total auf und fühlt sich dazugehörig. Sie gewinnt viele Freunde und erntet Anerkennung. Wofür? Ja wie ihr Name verrät, ist sie in der Lage Seiten zu drehen oder blättern. Denn das ist bitter notwendig. Alle schlechten Geschichten werden von einem Buch gesammelt. Ist dieses aber eines Tages voll, werden diese Geschichten in die reale Welt geraten und alles durcheinander bringen. Hope ist, wie andere Turners, dazu in der Lage diese schlechten Worte zu löschen. 

Rufus, als Walker, wandert mit zu ihm gehörenden Turners, in die Geschichte jedes Buches welches sie möchten. Dabei liest er daraus vor und eine Magie geschieht. Dieser Weg muss immer gegangen werden um in die Bücherwelt zu kommen. Dabei muss natürlich auf viel aufgepasst werden. Dass das gar nicht so einfach ist, zeigt sich im dritten Band sehr stark. Rufus ist charakterlich sehr zurückhaltend, aber auch irgendwie streng. Ihm nehme ich am ehesten ab ein älterer Mensch zu sein. So richtig warm bin ich mit beiden Hauptfiguren nicht geworden, das macht aber nichts, denn wir haben zahllose wundervolle Nebencharakter und auch toll konstruierte, selbst wenn diese auch böse sind.

Die von der Autorin vorgestellte Welt ist gerade so viel beschrieben, dass die Leser selbst wirklich viel eigenständig überlegen können und gleichzeitig ganz viel Interesse daran haben mehr zu erfahren. Es gibt auch eine gesellschaftliche Struktur die sehr gut in ihren Ansätzen durchdacht ist. Meine Lieblings "Person" sind die deren Geschichte noch nicht vollständig geschrieben ist. Da denke ich automatisch daran, wie viele solche Gestalten wegen mir existieren würden. Wahnsinn. 

Auch ganz wunderbar sind die Freunde oder eher Verbündeten der Walker. Dies sind Buchfiguren und helfen überall wo sie gebraucht werden. Sie können allerdings nicht in die reale Welt und das frustriert manche sehr. Im Prinzip erleben wir über die ganze Geschichte den Kampf um Freiheit. Die Moral ist hier dann definitiv, dass Freiheit sich für jeden anders definiert. Sehr schön.

Das die Cover total schick sind, darüber brauchen wir nicht sprechen. Was ich aber nicht so gut finde, ist die Dramatik die dargestellt wird, denn so dramatisch ist es ja nun wirklich nicht.

Empfehlen kann ich die Reihe allen Buchverrückten. Mal sehen, wann die nächste Reihe dran glauben muss ;)

eure Blue Diamond.

Sonntag, 10. Oktober 2021

[TV-Serie] Seattle Firefighters

Hallo an alle Serienjunkies,

vor ein paar Wochen habe ich doch Lost geschaut und da das eine echt verrückte Serie ist, brauchte ich noch was normales für zwischendurch und da keine Arztserie zur Verfügung stand, ist es eben die Feuerwehr geworden.

Diese Serie läuft auch aktuell im TV und ich habe durch mein joyn-Abo alle bisherigen Folgen schauen können. Der Originaltitel ist Station 19. Es ist eine US-amerikanische Serie die stark mit Greys Anatomie verbunden ist. Einzelne Erzählstränge finden sich sogar in beiden Serien wieder.

Die Serie wird seit 2018 ausgestrahlt und besteht mittlerweile aus 4 Staffeln mit knapp 60 Folgen die jeweils ca. 45 Minuten lang ist. 

Wenn ihr gern Arztserien oder eben so realitätsnahe Sendungen schaut werdet ihr einige der Schauspieler wiedererkennen. Das war zunächst ganz schön anstrengend für mich, da ich manche in den anderen Serien nicht mochte und mich ja nun neu darauf einlassen wollte. Doch das geht dann schon irgendwann.

Wir erleben um die 9 Hauptcharaktere und sehen eindeutig, dass stark versucht wurde das Klischee Feuerwehrmann zu erneuern. Sowas ist natürlich immer toll. Es gelingt aus meiner Sicht aber nur so semigut. Die Frauen verhalten sich am Ende wie die Männer und erfüllen damit wieder andere Klischees. Was hingegen ganz gut gelingt, ist der Bezug zu aktuellen Themen die sogar konkret benannt werden und politisch relevante Aussagen getroffen werden. In dieser Direktheit erlebt man das tatsächlich selten.

Super finde ich dass die Handlung wirklich rund um Einsätze oder der Wache gestrickt ist. Es wird auch in groben Zügen die Struktur der amerikanischen Feuerwehr erklärt aber so richtig durchgestiegen bin ich da nicht.

Die Charaktere sind ehrlicherweise alle sehr ähnlich was natürlich wenig Spannung oder Dynamik bringt. Klar ist die Tätigkeit der Feuerwehr an sich super aufregend aber das ist auch irgendwie nicht im Fokus. Lässt sich schlecht beschreiben, schaut am besten selbst. 

Empfehlen kann ich die Serie für Fans und die die ein bisschen Realität im Leben brauchen. Ansonsten werde ich die Serie sicherlich weiter verfolgen, halte sie aber nicht für unwiderstehlich,

eure Blue Diamond.

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Wicked Little Deeds


Hallo meine Gruselfreunde,

wie jedes Jahr bin ich natürlich total happy über eine Ausrede, gruselige Bücher zu lesen. Da ich vor wenigen Wochen Harrow Lake von Kat Ellis gelesen und geliebt hatte, habe ich mir direkt ihr neues Buch gegönnt. Es hat ein eher winterliches Setting, vielleicht einen Geist, der auf Revenge aus ist, und einige Tote... perfekt für die Jahreszeit also!

Die Fakten:

  • Autor: Kat Ellis
  • Sprecher: Narissa Bradley
  • Titel: Wicked Little Deeds
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Penguin Audio
  • Dauer: 8 Std 59min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro im Abo
  • Klappentext:

    "From its creepy town mascot to the story of its cursed waterfall, Burden Falls is a small town dripping with superstition. Ava Thorn knows this well - since the horrific accident she witnessed a year ago, she's been plagued by nightmares. But when her school nemesis is brutally murdered and Ava is the primary suspect, she starts to wonder if the legends surrounding the town are more fact than fiction. Whatever secrets Burden Falls is hiding, there's a killer on the loose and they have a vendetta against the Thorns..."

Zur Handlung: Ava Thorn ist die Tochter einer einst reichen und angesehenen Familie in Burden Falls. Sie hat ihr ganzes Leben in dem großen Haus verbracht, das ihrer Familie seit Generationen gehört, mit dem großen Apfelgarten und direkt neben dem Wasserfall. Doch als ihre Eltern bei einem schrecklichen Unfall getötet werden, schaffen es ihr Onkel, der Kunstlehrer ist, und ihre Tante nicht, das Anwesen weiter zu finanzieren, und sie müssen es schließlich verkaufen.

Der Tod von Avas Eltern ist nun fast ein ganzes Jahr her, sie muss ihr Elternhaus verlassen und mit Onkel und Tante in ein kleineres Haus ziehen, und dann erfährt sie noch, dass ihr Onkel das Haus an den größten Feind der Thorn-Familie verkauft hat. Die beiden "Zwillinge" der Familie Miller, die Ava hasst, leben jetzt in ihrem alten Zimmer. Manchmal glaubt Ava tatsächlich an den Fluch, der auf ihrer Familie liegt... denn langsam wird er etwas zu real.

Was bei diesem Buch als erstes hervorsticht, ist die Atmosphäre. Wir haben diese kleine Stadt irgendwo in den USA, das große Haus der Familie Thorn, mit einem dunklen Keller und einer geheimnisvollen Grube, der große Garten voller Apfelbäume, der kalte Fluss mit seinem tödlichen Wasserfall und dazu noch die Geschichte von Sadie, die die Familie Thorn verflucht haben soll und den Mitgliedern der Familie vor ihrem Tod als Geist erscheinen soll. Es ist Winter, überall Schnee und Glätte. Einfach perfekt für die Jahreszeit. Das Hörbuch hat hier den Effekt noch einmal verstärkt für mich.

Ava ist eine sehr sympathische Hauptfigur. Vor etwa einem Jahr hat sie ihre Eltern verloren, worunter sie immer noch leidet. Sie hat Alpträume davon und wirkt manchmal psychisch nicht ganz stabil. Die neuen Veränderungen mit dem Umzug werfen sie etwas aus der Bahn, was man aber verstehen kann. Sie hat zwei beste Freundinnen, ein lesbisches Pärchen, die sie unterstützen, so gut sie können. Außerdem hat sie noch einen besten Freund, allerdings scheint dieser sich immer weiter von ihr zu entfernen, und Ava muss sich fragen, was sie ihm überhaupt bedeutet.

Evas Familie besteht vor allem aus ihrem Onkel und dessen Ehefrau. Alle anderen sind verschoben, in Rückblicken sehen wir aber auch ihren Großvater und ihre Eltern. Der Onkel ist außerdem der Kunstlehrer an der Schule, die Ava besucht. Er war eigentlich immer das schwarze Schaf der Familie, ist nun aber als einziger übrig. Seine Frau wird zum Mutterersatz und zur Freundin von Ava. Sie ist eigentlich gut gebildet, findet aber in Burden Falls keine Arbeitsstelle, bei der sie ihre Ausbildung einsetzen kann. Beide versuchen Ava zu unterstützen, scheinen aber selber auch ihre Problemchen zu haben.

Die Familie der Millers, die das Haus der Thorns kaufen, sind seit Generationen die Feinde der Thorns. Für Ava wurde das besiegelt, als ihre Eltern starben. Die beiden Kinder der Familie, die die Zwillinge genannt werden, obwohl sie nur Geschwister sind, kann Ava in der Schule nicht leiden. Doch nun leben sie in ihrem alten Haus und es kommt zu neuen Auseinandersetzungen, aber auch neuen Verwicklungen. Ich mochte Nick als Charakter sehr, und haben die Szenen von Ava und ihm genossen. Ich mochte auch, was das Buch am Ende über so einen Feindschaft aussagt.

Kommen wir zum eigentlichen Mystery-Teil des Buches. Dieser war für mich tatsächlich das Schwächste. Ich hatte schon relativ früh eine Ahnung, wer hinter allem stecken könnte, und auch wenn ich nicht alles habe kommen sehen, war es dann doch teilweise sehr offensichtlich. Ich mochte das Ende dann leider nicht so ganz, weil ich nicht wollte, dass das die Auflösung ist. Aber ein paar Dinge lässt das Buch auch eher offen am Ende, was mir wiederum gut gefallen hat.

Insgesamt besticht das Buch durch eine düstere und gruselige Atmosphäre, einer Hauptfigur, der man zwar nicht ganz trauen kann, der man aber trotzdem nur Gutes wünscht, einer für mich stimmigen Romanze, und vielleicht einer Geistergeschichte, die einem dann doch ab und an Gänsehaut macht. Ob es den Geist nun wirklich gibt, könnt ihr selbst herausfinden. Der Mystery-Teil konnte mich dann nicht ganz überzeugen, aber da ich den Rest des Buches mochte, kann ich das Buch dennoch guten Gewissens empfehlen. Wenn ihr gruselige Jugendbücher mögt, dann greift hier ruhig zu. 

Das Hörbuch war auch gut gesprochen und konnte den Gruselfaktor noch gut unterstreichen.

Zu welchen Büchern greift ihr in diesem Oktober?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Sonntag, 3. Oktober 2021

Die Tiermagier Trilogie

Hallo meine Lieben Fantasyfreunde,

diese Trilogie ist erst kürzlich vollständig erschienen und ich habe sie ehrlich gesagt nur wegen der schönen Cover begonnen, war jedoch schnell begeistert.

Fakten:
  • Autorin: Maxym M. Martineau
  • Übersetzerin: Anita Nirschl
  • Fantasy
  • Trilogie
  • ca. 500 Seiten jeweils
  • seit 2020 erschienen
  • Rowohlt Taschenbuch Verlag
  • Preis: 14,99€ (Paperback)
Klappentext:
Band 1
GEFÄHRLICHE MAGIE Leena ist eine Tiermagierin. Mit ihren Kräften kann sie eine einzigartige, tiefe Verbindung zu magischen Wesen herstellen. Doch der Prozess birgt Gefahren. Ist das Tierwesen zu mächtig, endet er meist mit dem Tod des Tiermagiers. 
DUNKLE HERZEN Noc ist ein Assassine. Seine Welt sind die Schatten. Liebe darf er sich nicht erlauben, ebenso wenig wie Gnade. Denn hat er erst mal einen Auftrag angenommen, zwingt ihn die dunkle Magie seiner Gilde, ihn auszuführen. Oder selbst zu sterben. 
VERBOTENE LIEBE Leena und Noc. Magierin und Mörder. Er soll sie töten, sie macht ihm ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Es ist undenkbar, dass sie Gefühle füreinander entwickeln. Unmöglich. Und doch geschieht genau das …
Band 2
EINE UNMÖGLICHE LIEBE Noc ist ein Assassine, ein unsterblicher Mörder, der jeden Auftrag emotionslos erledigt. Bis auf den letzten. Er sollte die Tiermagierin Leena töten. Stattdessen verliebte er sich in sie. 
EIN GRAUSAMES FLÜSTERN Doch die dunkle Magie seiner Gilde lässt keine Gnade zu. Sie gewinnt immer mehr Kontrolle über Noc, quält ihn mit Visionen, flüstert Verlockungen – und sie will Leenas Tod. 
EINE LETZTE HOFFNUNG Leena, Noc und seine Brüder suchen verzweifelt nach einer Lösung. Ein seltenes magisches Tierwesen könnte vielleicht helfen. Wenn sie lange genug am Leben bleiben, um es zu finden …
Band 3
DAS FEUER DES DRACHEN Tiermagierin Leena wollte nie einen Krieg. Doch ihre Feinde drohen, ein uraltes Tierwesen, den Drachen der Göttin, zu entfesseln und das ganze Land mit Feuer und Blut zu überziehen. 
DER WEG DER KÖNIGIN Wird der Drache erweckt, ist alle Hoffnung verloren. Der Gruppe um Leena bleibt nur eine einzige Chance: angreifen, bevor das Ritual durchgeführt werden kann. 
DIE SCHLACHT DES SCHICKSALS Leena und ihr Geliebter Noc wissen, dass ihnen die Zeit davonrennt. Die letzte Schlacht naht. Und nicht alle werden sie überleben … 

Wir wissen alle die Welt kann nicht ständig neu erfunden werden und in dieser Geschichte gibt es definitiv einige Elemente die man so ähnlich von anderen kennt. Mochtet ihr Pokémon, fantastische Tierwesen und alles rund um Untote dann kommt ihr hier auf eure Kosten.

Da ich die Klappentexte perfekt zur Beschreibung finde möchte ich gar nichts weiter ergänzen inhaltlich. Tatsache ist aber dass ich die Welt in der diese Geschichte spielt mir sehr gut gefällt. Es scheint wirklich recht klare Grenzen zu geben ohne das es wirkliche Grenzen gibt. Lange hatte ich kein so klares Bild einer Umgebung mehr vor Augen. Dabei ist es gar nicht so das total viel beschrieben wird. Die Atmosphäre die aufgebaut wird, ist so stark dass ich mich manchmal sogar gegruselt habe und das passiert sehr sehr selten.

Die drei Bände bauen aufeinander auf ohne dabei langweilig zu sein. Jeder erzählt einen bestimmten Bereich und nebenbei findet fortwährend eine Entwicklung statt. Zu Beginn sind alle Figuren eher Einzelkämpfer und am Ende gibt es klare Bündnisse und Freundschaften mit denen zumindest ich niemals gerechnet hätte.

Wir haben eine Vielzahl an ganz wunderbaren Nebencharakteren. Ganz spannend finde ich auch das hier versucht wurde Diversität einzubauen ohne zu verrückt zu sein. Das passiert so ganz locker und ungezwungen. Ich mochte es wirklich und finde es auch schön wie alles fortgesetzt wird.

Natürlich haben wir hier auch einiges an Romantik dabei. Aufgrund der doch recht direkten Sexszenen ist die Reihe daher für mich nicht typisch für Jugendliche. Für junge Erwachsene definitiv aber jüngere könnten doch mit Momenten konfrontiert werden für die es einfach zu früh ist.
Dennoch sind die Szenen schön dargestellt. Eine gute Mischung könnte man sagen. 

Bei unseren Hauptfiguren könnte ich mich ehrlich nicht entscheiden. Wir erleben beide aus unterschiedlichen Perspektiven und von vielen Seiten kennen. Auf der einen Art sind sie völlige Gegensätze und dann wieder so harmonisch. 

Tierwesen sind so voll meins. Daher war ich einfach nur hin und weg und würde am liebsten noch viel mehr über diese Welt lesen wollen. Die Magie dahinter ist so simpel und doch einfach schön. Die Beziehung zu Tierwesen wird ebenso innig und tiefgreifend berichtet und spiegelt dabei so authentisch die Realität zu unseren Haustieren wieder. Das liebe ich auch so an unseren Tieren zu Hause. Klar weiß keiner was die von uns denken aber ich hoffe einfach Gutes.

Zum Ende hin wird die Geschichte immer dynamischer und auch kämpferischer. Das trägt natürlich zu viel Abwechslung bei. Mit diesen drei Bänden wird einem auf jeden Fall nicht langweilig.

Empfehlen möchte ich es auf jeden Fall an Fantasyliebhaber, Menschen die einfach Tierwesen mögen und die die ein bisschen Romantik nicht abgeneigt sind,

eure Blue Diamond.



Freitag, 1. Oktober 2021

Meine Oktoberleseliste

Hallo liebe Leser,

Oktober ist ja jedes Jahr wieder einer meiner liebsten Lesemonate, denn dann lese ich meist nur gruselige Bücher, die zu Halloween passen. Und einige Bücher gehören dieses Jahr bei mir auf jeden Fall auf die Liste, deswegen wollte ich euch heute meine Lesepläne verraten und gern auch hören, welche Bücher ihr im Oktober unbedingt lesen möchtet.

  • Sorrowland von Rivers Solomon

Eine schwangere Frau entkommt einer Sekte und bekommt ihre Kinder in den Wäldern. Über dieses Buch weiß ich wenig, aber ich würde es wirklich gern lesen, denn es klingt ungewöhnlich und auch ein bisschen gruslig.

  • Dread Nation von Justine Ireland

Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg gibt es ein Zombieproblem und Schwarze Kinder werden dazu ausgebildet, gegen die Zombies zu kämpfen. Das Buch ist der erste Teil einer Dilogie und schon lange auf meiner Wunschliste. Jetzt habe ich es in der Bibliothek entdeckt und muss es einfach lesen!

  • The Wicked Deep von Shea Ernshaw

Ein Ort, in dem zwei junge Hexen getötet wurden, wird noch Jahrhunderte später von ihnen heimgesucht. Dieses Buch hat eher gemischte Kritiken bekommen, aber es strahlt dieses Hexenfeeling aus und ich habe es in der Bibliothek gefunden, also warum nicht einfach probieren. Wenn ich es nicht mag, ist das nicht so schlimm.
 

  • Turn of the Screw von Henry James

Eine junge Gouvernante soll sich in einem unheimlichen Haus auf dem Land um zwei Kinder kümmern, aber etwas geht nicht mit rechten Dingen zu. Dieses Buch war letztes Jahr für einen Buchclub ausgewählt, aber ich hatte es einfach nicht geschafft. In den Oktober passt es nun aber perfekt und muss unbedingt gelesen werden. Die Serie The Haunting of Bly Manor ist daran angelehnt, und ich fand sie großartig. 

  • The Haunting of Hill House von Shirley Jackson

Wo wir von Serien sprechen, seit Haunting of Hill House auf Netflix will ich dieses Buch lesen. Auch wenn die Geschichte ganz anders ist als in der Serie, bin ich doch überzeugt, dass es mir gefallen wird. Eine bunte Mischung an Leuten kommen in Hill House zusammen und gehen dem Spuk auf den Grund. Letztes Jahr fand ich We Have Always Lived in the Castle von der Autorin schon großartig. 

  • The Haunting of Leigh Harker von Darcy Coates

Und es wird weiter gespukt. Obwohl Leigh Harker schon lange in ihrem Zuhause lebt, gibt es neuerdings schauerliche Veränderungen, denen sie auf den Grund gehen muss - oder ihr Haus verlassen. Ein Darcy Coates Hörbuch darf bei mir im Oktober nicht fehlen und dies ist ihr neuestes Werk.

  •  Small Favors von Erin A. Craig

Außerdem wird dieses Hörbuch mich hoffentlich erfreuen. In einem kleinen Dorf umrandet von Wald verschwindet plötzlich eine Gruppe Männer, die neue Vorräte besorgen sollten, und vielleicht ist nun niemand mehr sicher. Ich mochte House of Salt and Sorrow von der Autorin sehr und hoffe nun auf eine gruslige Atmosphäre in diesem Buch, das sehr nach The Village klingt.

  • Broken Things von Lauren Oliver

Noch ein Buch, das schon ewig auf meiner Wunschliste ist und nun in der Bibliothek stand. Drei Mädchen verschwinden im Wald, zwei kommen zurück und alle sind sich sicher, dass sie das dritte ermordet haben. Aber das ist nicht die Wahrheit. Hier bin ich mal gespannt, ich habe nicht die höchsten Erwartungen, aber dann kann man ja immer überrascht werden. 

  • Conjure Women von Afia Atakora 
In einer Schwarzen Community wird ein helles Kind mit dunklen Augen geboren - ein schlechtes Omen. Von diesem Buch weiß ich nicht viel, aber es klingt interessant. Ich weiß nicht, ob es eher in eine biblische Teufelsrichtung geht oder mehr etwas wie Woodoo wird, aber der Titel und Aufhänger der Story überzeugen mich auf jeden Fall.

Aus der Bibliothek habe ich außerdem noch diese Bücher:

  • The Lost Apothecary von Sarah Penner
  • The Grace Year von Kim Liggett
  • Die Raunende Maske von Jonathan Stroud

Wenn dann noch Zeit bleiben sollte, sind ganz oben auf meiner Liste:

  • The Year of the Witching von Alexis Henderson
  • The Five von Hallie Rubenhold 
  • Rules for Vanishing von Kate Alice Marshall
  • Der unsichtbare Freund von Stephen Chbosky

Ihr seht also, ich habe viel zu viel vor, aber schauen wir mal, was ich dann wirklich gelesen bekomme. Sagt mir doch gern in den Kommentaren, welche Bücher auf eurer Oktoberliste ganz oben stehen!

Bis bald,

Eure Kitty