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Sonntag, 14. Januar 2018

[Die Licanius-Saga] Das Erbe der Seher - Band 1

Hallo zusammen,

bei Audible gab es anlässig des 13. Geburtstages eine Sonderaktion einige Bücher für einen sehr günstigen Preis zu bekommen. Hier habe ich zugeschlagen und ein Zuschlag ist dieses Buch. Wir haben es bei diesem Hörbuch mit einem ersten Band zu tun, der fast 30 Stunden zu hören bietet.

Fakten:
  • Autor: James Islington
  • High-Fantasy
  • 2017 erschienen
  • 784 Seiten
  • Knaur Taschenbuch Verlag
  • Preis: 16,99€ (Broschiert)
Klappentext:
"In Feuer und Blut endete vor 20 Jahren die Herrschaft der Auguren, mächtige Magier mit seherischen Fähigkeiten. Jene, die ihnen dienten – die Begabten – wurden nur verschont, weil sie sich dem rigiden neuen Gesetz unterworfen haben, das ihre Macht beschränkt. 
Der junge Begabte Davian und seine Freunde wachsen in einer Welt auf, die sie verachtet und strengstens überwacht. Doch als Davian herausfindet, dass er über die bei Todesstrafe verbotene Magie der Seher verfügt, setzt er eine Kette von Ereignissen in Gang, die alles für immer verändern werden. 
Denn im Norden regt sich ein Feind, den man zu lange besiegt glaubte …"

Dieser Klappentext hat mich wirklich neugierig gemacht und die fast 30 Stunden Hörbuch haben mich nicht mehr abgeschreckt. Die fast 800 Seiten hätten es aber bestimmt, daher kann ich das Hörbuch sehr empfehlen. Allerdings nur wenn man ein sehr gutes Gedächtnis hat, oder die 30 Stunden schnell hören kann.

Warum? Naja dies ist eine unglaublich komplexe Geschichte mit vielen ungewöhnlichen Namen und Figuren die es zu sortieren und nicht zu verwechseln gilt. Nach den Meinungen anderer hat der Autor wohl ein wenig bei anderen geschlunzt und ähnlich übernommen. Das kann ich nicht beurteilen, da ich die anderen Autoren nicht kenne und mir nichts Vergleichbares einfällt.

Unsere Geschichte dreht sich um drei Hauptfiguren: Davian, Werr und Asha, die gleichzeitig Freunde sind und sich in den Perspektiven der Kapitel abwechseln. Dies macht es natürlich besonders vielseitig und spannend, aber eben auch noch schwieriger dem Ganzen zu folgen, zumindest für mich.

Davian ist so der typische Antiheld. Er hat es nie leicht im Leben, kann angeblich nicht viel und wird aber eventuell die Welt vor dem Verderben retten. Ja, so kann es manchmal gehen und ihm und seiner Geschichte und der Logik zu folgen, ist mir am schwersten gefallen. Ob ich alles richtig verstanden habe, kann ich euch nicht sagen, aber wenn, ist der Autor ein echtes Genie in Sachen Verstrickung und Unberechenbarkeit oder Unvorhersehbarkeit. Verschiedene Zeitebenen tun ihr übriges.

Werr ist so der typische Held. Schlau, hübsch und später sogar machthabend ohne das es wer ahnte. Er führt die Menschen um sich herum hin und wieder an der Nase herum und ist auf jeden Fall auf sein Wohl bedacht, aber auch ein guter Freund, wenn es darauf ankommt. Von ihm werden wir Dinge erleben, die man nicht erwartet hätte, die aber durchaus seinem Charakter entsprechen.

Asha ist meine Lieblingsfigur. Sie ist ein starkes Mädchen und sehr clever. Sie wird sehr ungerecht behandelt und erleidet ein schlimmes Schicksal. Dennoch gibt sie nicht auf und wird wieder zu ihrer alten Größe heran wachsen. Doch dies wird auf vielen Umwegen passieren und ihre Freunde werden sie nicht wieder erkennen. Sie ist einfach ein super Charakter und unendlich vielseitig.

Natürlich gibt es mehrere weitere Charaktere, die ich aber nicht alle aufzählen kann. Es gibt so viele Geschehnisse, dass ich auch diese nur schwer abbilden kann. Doch so viel kann ich sagen. Zunächst lernen wir eine Schule kennen und das Leben der ausgestoßenen Begabten. Davian entdeckt schließlich, dass er ein Seher ist, die gejagt und getötet werden, aufgrund der Großen Angst vor ihnen. Doch er ist gefragter denn je und wird von einem alten Weisen los geschickt, die Grenzen des Landes zu schützen. Sein bester Freund Werr kommt mit, während Asha zum Schatten wird.
Nach langer Reise treffen sich die drei wieder und kämpfen gemeinsam in einer erbitterten Kampf. Nach diesem wird es schließlich zu Gesetzesänderungen kommen und einiges geschieht quasi in einem Paralleluniversum und irgendwie doch in der Gegenwart. Das Ende vom ersten Band ist sehr gut, nicht zu offen und doch so, dass ich auf jeden Fall wissen möchte wie es weiter geht.

Die Magie oder Begabungen sind sehr originell und faszinierend zugleich. Sie scheinen vor allem mit dem Willen oder auch starken Bewusstsein zu tun zu haben. Klar ist, dass gerade im ersten Band viel erklärt wird und sich so auch die ein oder anderen Seiten etwas ziehen. Doch dies ist kaum störend nur eben manchmal aufgrund der Fülle der Informationen etwas viel. Dann macht man eben eine Pause oder liest gewisse Passagen ein zweites Mal oder wie ich hört nochmal rein. So kann man auch gut am Ball bleiben und Verwechslungen von manchen Figuren zwischendurch, wie mir passiert ist, lösen sich am Ende in Eindeutigkeit auf.

Das letzte Drittel des Buches wird aufgrund von verschiedenen Kämpfen und neuen Intrigen sehr dynamisch und schnell. Über diese Seiten flog der Vorleser geradezu, obwohl er vorher so ruhig und gesetzt laß.

Eine solche Geschichte kenne ich bisher nicht. Ich habe es sehr gemocht und würde empfehlen sich für diese Geschichte wirklich Zeit zu nehmen. Es ist kein Buch für zwischendurch!

Es ist ein toller Auftakt dieser Reihe und auch der Reihenname macht am Ende endlich Sinn. Da war so ein richtiger Aha-Moment. Hoffentlich dauert es nicht so lang bis der zweite Band erscheint,

eure Blue Diamond.


Freitag, 12. Januar 2018

[Filmkritik] Little Manhattan


Hallo an alle Filmliebhaber,

um die Weihnachtszeit habe ich einen sehr süßen und irgendwie kitschigen Film geschaut, von dem ich total überrascht wurde. Ja, es handelt sich um "Little Manhattan", ein Drama, Familienfilm oder Liebeskomödie? Naja irgendwie eine Mischung aus allem einfach.

Dieser Film erschien 2005 und ist eine us-amerikanische Produkten. Er dauert 90 Minuten und ist ohne Altersbegrenzung, was komplett in Ordnung ist.

Egal welche Information ich zu diesem Film gesucht habe, ich wurde immer wieder auf den Soundtrack dieses geschubst. Er besteht aus alten klassischen Rock'n'Roll Nummern und vielleicht auch ein bisschen Jazz und Blues (dazu kenn ich mich leider zu wenig in Sachen Musik aus). Ja der Soundtrack ist stimmig, aber ich muss ehrlich sagen, ich musste ein zweites Mal den Film schauen, um auf die Musik zu achten, weil sie sonst für mich unauffällig oder eben, wie ich es sagen würde, super im Film integriert. Sonst würde er schließlich irgendwie und dann wahrscheinlich negativ, auffallen.

Doch worum geht es denn nun eigentlich? Wir treffen auf Gabe, er ist 10 Jahre alt und ein sehr normaler, fast schon langweiliger Junge. In diesem Alter sind viele Dinge wichtig, aber irgendwie kaum das Schicksal der Eltern und schon gar keine Mädchen. Doch in diesem Film sollen beide Dinge zum Thema werden.

Die Eltern leben in Scheidung und das in einer Wohnung - das kann ja wohl kaum gut gehen, oder? Leider fand ich gerade die dramatischen Szenen um diesen Teil sehr seltsam, aber vielleicht sind so ja auch eben solche Momente. Das lassen wir einfach mal so stehen.

Das Thema Mädchen wird hier viel interessanter. Denn Gabe, gespielt von Josh Hutcherson, ist plötzlich hin und weg von seiner Kindergartenfreundin Rosemary, gespielt von Charlie Ray. Er trifft sie beim Karateunterricht wieder und sie kämpfen und üben zusammen.

Nun ist es in diesem Alter nicht gerade leicht seine Gefühle richtig zu deuten und auch zu verstehen. Doch die beiden werden Freunde und unternehmen viel miteinander, was in ihrem Alter ja eher ungewöhnlich ist. Allein diese Tatsache ist für beide etwas so Besonderes, das klar ist, dass hier mehr entsteht. Doch wie das eben so ist, ist Liebe nichts einfaches und schon gar nicht mit Anleitung versehen. So kommt es zu einem kleinen Drama und ich war richtig entsetzt und traurig, dass mir hier tatsächlich jemand mein Happy End und diese süße Liebesgeschichte zerstören wollte.

Besonders schön fand ich in diesem Film die Atmosphäre, die einen mitreißt und so schön gefühlsmäßig einschließt. Das mochte ich richtig doll und habe es so selten gehabt. Das Gefühl beschleicht mich, dass soetwas vor allem mit Kindern als Hauptcharaktere machbar ist. Irgendwie lässt so etwas den ganzen Film ruhiger und strukturierter wirken.

Doch wem kann ich den Film nun empfehlen? Nun, ich habe keine Ahnung. Er könnte für jeden etwas sein. Er ist subtil und trotzdem sehr direkt. Er zeigt wie jeder von uns mal angefangen hat und es früher oder eben als Kind wahrlich nicht einfacher war, als jetzt. Ich würde sagen, hier muss sich jeder selbst eine Meinung bilden und sehen, ob dieser, wirklich süße Film, etwas für ihn ist,

eure Blue Diamond.






Mittwoch, 10. Januar 2018

Tipping the Velvet

Hallo meine Lesehasen,

heute soll es um ein Hörbuch gehen, das mich sehr interessiert hat, allerdings nicht ganz das war, was ich gesucht habe. Dennoch werde ich bestimmt weitere Bücher der Autorin lesen. Dieses Buch habe ich mir ausgesucht, weil es ihr Debut war, soweit ich mich erinnern kann. Es handelt sich dabei um fiktive Geschichten im historischen Setting in England, und da bin ich natürlich interessiert. :D

Die Fakten:
  • Autor: Sarah Waters
  • Titel: Tipping the Velvet (dts. Die Muschelöffnerin)
  • Sprecher: Juanita McMahon
  • Erschienen: 2014
  • Verlag: Hachette Audio UK
  • Dauer: 19 Std 10 Min (ungekürzt)
  • Preis: 23,95 Euro oder im Abo
  • Klappentext: "'Piercing the shadows of the naked stage was a single shaft of rosy limelight, and in the centre of this was a girl: the most marvellous girl - I knew it at once! - that I had ever seen.' A saucy, sensuous and multi-layered historical romance, Tipping the Velvet follows the glittering career of Nan King - oyster girl turned music-hall star turned rent boy turned East End 'tom'."

Zur Handlung: Nancy ist ein Mädchen, dass sich noch nicht viele Gedanken gemacht hat, was das Leben ihr einmal bringen soll. Momentan arbeitet sie noch bei ihren Eltern in einem Laden für Austern. Doch sie liebt das Theater und geht gelegentlich mit ihrer Schwester in die Shows. Dort sieht sie eines Abends Kitty Butler, ein Mädchen, das als Junge verkleidet Lieder singt. Nancy weiß noch nicht, dass das ihr Leben für immer verändern wird.

Doch die Geschichte nimmt mit Kitty nur ihren Anfang und so verlässt Nancy ihr Zuhause und zieht nach London und erlebt dort ein Abenteuer nach dem anderen. Mal als Mädchen, mal als Junge, mal als Sängerin, als Schauspielerin, als Prostituierte, schlägt sich Nancy durch die Jahre und nimmt uns mit auf die Reise.

Nancy ist zu Beginn der Geschichte völlig unbedarft. Sie lebt in einem kleinen Dorf und hat nichts weiter von der Welt gesehen. Es ist natürlich klar, dass sich das ändern wird, wenn sie nach London kommt. Dennoch bleibt Nancy völlig naiv und ist damit auch ein Stück weit anstrengend. Darauf sollte man sich von vorn herein einstellen. Ich konnte die meiste Zeit ganz gut mit ihr fühlen, aber je näher wir dem Ende kamen, desto mehr habe ich gehofft, dass sie endlich mal dazulernt. 

Wir reisen mit Nancy durch verschiedene Etappen in ihrem Leben. Zunächst treffen wir das Austernmädchen, und diesen Teil mochte ich sehr. Wie sie das Theater liebt und Kitty aus der Ferne bestaunt. Auch ihre Familie ist interessant. Dann kommt die Reise nach London, und auch das mochte ich. Plötzlich werden die beiden Mädchen gemeinsam bekannt. Und es entspinnt sich eine leise Liebesbeziehung, die aber nicht an die Öffentlichkeit dringen darf. 

Doch natürlich endet die Reise dort nicht und dann wird es schwieriger. Während Kitty sich zwar zu Mädchen hingezogen fühlt und dies verheimlicht, wird klar, dass Nancy sich tatsächlich als Junge besser fühlt. Sie wird sie Prostitutierter und erlebt einiges auf den Straßen von London. Dieser Teil war interessant, aber auch ein bisschen schwierig. Schließlich nimmt sich eine Frau Nancys an und sie kann endlich nahezu vollständig als Junge leben. Doch auch dieses Leben endet. Hier bin ich aus der Geschichte fast vollständig ausgestiegen, denn man erkennt Nancy kaum mehr wieder. Sie verhält sich ziemlich blöd und stellt sich dumm an.

Schließlich ist Nancy dann ein weinerlich Häufchen, das alles verloren hat und auch noch anderen die Schuld gibt. Da hätte ich sie gern mal ordentlich geschüttelt. Aber am Ende fängt sie sich wieder, und obwohl das folgende Kapitel ihres Lebens dann ein bisschen schwer nachvollziehbar war, konnte ich doch wieder besser mit ihr und ihren Entscheidungen leben.

Sowohl Schreibstil als auch die Sprecherin haben mir gut gefallen. Manchmal jedoch, wenn ich Nancy auf den Mond schießen wollte, hat es mich dann nur noch genervt. Der historische Bezug hat die Geschichte einmalig gemacht. Es war interessant diese verschiedenen Zeichen der Zeit im Rahmen von Sexualität und auch Gender Identity zu sehen. Auch das Leben der Unterschicht zu jener Zeit wird dargestellt. Und natürlich das Theater!

Alles in allem war dieses Buch einfach nicht ganz, was ich erwartet hatte. Es gibt aber viele interessante Aspekte, die mir auch ein wenig Neues gelernt haben. Nancy war weitesgehend ein interessanter Charakter, dem auch viel Mist passiert. Zwischendurch wurde sie aber arg nervig. Die Nebencharaktere waren nicht immer einfach zu mögen, aber sie haben ein umfassendes Bild gestaltet und Nancy war gelegentlich auch einfach nur ein Spielball. Ein bisschen mehr Eigenwille und Eigenverantwortlichkeit hätten ihr gut getan.

Kennt ihr das Buch? Liest es sich besser als es sich hört?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





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