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Sonntag, 12. Juli 2020

Throne of glass - ganze Reihe

Hallo an alle Fantasy-Freunde,

mit dieser Reihe habe ich ungefähr 1,5 Monate verbracht und diese sehr genossen.

Fakten:
  • Autorin: Sarah J. Maas
  • Übersetzerinnen: Ilse Layer, Tanja Ohlsen, Michaela Link
  • Fantasy
  • seit 2015 (2013 in den USA)
  • 7 Bände
  • 500 Seiten und mehr 
  • dtv Verlagsgesellschaft
  • Preis: 11,95€ und mehr (Taschenbuch)
Klappentext 1. Band:
"Celaena Sardothien ist jung, schön und zum Tode verurteilt. Doch dann taucht Chaol Westfall, Captain der Leibgarde, auf und bietet ihr eine einzige Chance zum Überleben. Kronprinz Dorian hat sie dazu ausersehen, einen tödlichen Wettkampf zu bestreiten: Wenn es ihr gelingt, für ihn 23 kampferprobte Männer zu besiegen, wird sie ihre Freiheit wiedererlangen. Beim gemeinsamen Training mit Captain Westfall findet sie immer mehr Gefallen an dem jungen, geheimnisvollen Mann. Und auch der Kronprinz lässt sie nicht kalt. Zeit, über ihre Gefühle nachzudenken, bleibt ihr allerdings nicht. Denn etwas abgrundtief Böses lauert im Dunkeln des Schlosses – und es ist da, um zu töten"

Bevor ich ins Detail gehe, möchte ich noch sagen, dass ich diese Serie schon sehr auf rezensiert gesehen habe, allerdings haben mich die Cover mehr oder weniger stark abgeschreckt, sodass diese nie interessant für mich war. Nun habe ich aufgrund Corona, eher mehr Zeit zu lesen und daher mal wieder eine starke Reihe gebraucht und diese lief mir auch da wieder einfach über den Weg. Ja, ich mag die Cover überhaupt nicht. Sie erinnern mich total an das Final Fantasy Spiel für die Play Station, wogegen ich, warum auch immer, eine innere Abneigung hege und das hat sich dann logischerweise übertragen. Doch schieben wir das alles mal zur Seite.

Die Welt Erilea in die wir hier eintreten, ist im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaft. Auch wenn das weit vorgegriffen ist, doch im letzten Band erleben wir eine kleine Reise, die diese Welt nochmal sehr präzise einordnet. Ich mochte vor allem die Vermischung von vielen verschiedenen Fanatasielementen mit der Menschenwelt, die grundsätzlich eher mittelalterlich angehaucht ist. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ich kam mir nie wie in einer fremden Welt vor, aber immer wie in einer sehr besonderen Welt. Hier kommt sicher entscheidend dazu, dass die Beschreibung der Umgebung nie ausschweifend war, doch immer ausreichend um sich gut vorstellen zu können was gemeint ist und trotzdem viel eigene Vorstellungskraft einbringen zu können.

Bei sieben Bänden möchte ich diese zumindest kurz genannt haben:
  1. Die Erwählte
  2. Kriegerin im Schatten
  3. Erbin des Feuers
  4. Königin der Finsternis
  5. Die Sturmbezwingerin
  6. Verwundete Krieger
  7. Herrscherin über Asche und Zorn
Um ganz grob zusammenzufassen worum es geht. Wir durchleben die Geschichte einer jugendlichen Assassinin, die zum Ende eine junge Erwachsene ist. Diese trifft auf Menschen die sie lieben, hassen, von ihr profitieren, sie ausnutzen und nur das Beste für sie wollen und dabei ist es egal, ob es sich um Menschen oder Wesen handelt. Wir erleben unglaublich viele kleine Nebengeschichten, die immer mal wieder aufgegriffen werden. Manche sind dabei wichtig für das gesamte Konstrukt und einige nur Beiwerk. Die Kapitel wechseln sich zwischen den Figuren die im Fokus stehen, wobei Band 6 total fern von allem bisherigen vor allem aus anderen Charakteren als unserer Hauptfigur betrachtet wird. Das war einerseits toll, weil mal was anderes, dann aber wieder total anstrengend für mich, weil ich erstmal reinkommen musste. Es war für mich fast so, als hätte ich eine neue Reihe angefangen.

Es macht natürlich keinen Sinn euch alle Bände kurzzufassen, aber ich möchte euch ein paar Charaktere nahe bringen. Noch kurz zur Geschichte, im Grunde bestreiten wir mittelalterliche Themen wie Entwicklung, Kriegsführung, Sklaverei, Männer und Frauenbild, Hexen und vieles mehr. Ich halte diese Serie für sehr gelungen und unglaublich präzise. Doch nun zu ein paar Figuren:

Unser Hauptcharakter ist Celaena, die später Aelin heißt. Sie ist eine jugendliche und doch gefürchtete Assassinin. Als Celaena ist sie berüchtigt und als Aelin eine verloren geglaubte Königin. Sie ist die selbstloseste Figur die ich kenne. Sie scheint mir nicht besonders auffällig zum Beispiel durch Schönheit, doch beispiellos im Charakter. Sie ist in dem 1,5 Monat, den ich für die Serie gebraucht habe, zu einer Freundin geworden, die mir jetzt schon fehlt. So etwas habe ich noch nie für einen Buchcharakter empfunden und bin selbst noch ganz verblüfft. Ich bin nicht nur mit ihr gewachsen, sondern habe mit ihr gelitten und am Ende eine große Schlacht bestritten.

Rowan lernen wir erst später kennen, doch er ist ein mächtiger Fae Kriefrerr und unser heimlicher Held. Er unterrichtet nicht nur Celaena und hilft ihr, ihre Identität zu finden, sondern er liebt sie wahrhaftig. Er wird zu unserem Beweis für wahre Liebe. Dafür, dass wir auch auf Kilometer Entfernung mit einem wahrhaft verbundenen Menschen mitfühlen können und eben all diese Dinge die sich im Grunde jeder wünscht einmal zu erleben. Er ist eine tolle Figur, die die Perfektion darstellt.

Chaol und Dorian lernen wir zusammen kennen und doch sind sie so verschieden.
Chaol hat sich im Laufe eigentlich kaum weiterentwickelt. Er ist für mich diese verlorene Seele die durch ein schlimmes Schicksal doch noch Besonderheit erlangt. Er ist mir wirklich irgendwie egal, auch wenn sich ein ganzer Band um ihn dreht. Bei Dorian ist es so, dass er mir verloren gegangen ist. Natürlich verstehe ich seine Position, doch ich verstehe so null seine Entwicklung und sie fesselt mich auch nicht, egal wie grausam sie sein mag.

Yrene ist erst am Ende präsent doch sie ist sehr sehr wichtig für die Geschichte und das Ergebnis. Ich mag sie und hätte sie gern länger kennen gelernt.

Lysandra ist neben Celeana meine absolute Lieblingsfigur. Sie ist zwar so ein richtiger Nebencharakter der nur sehr selten im Fokus steht, doch sie wird von einer Prostituierten zur Gestaltwandlerin, die einfach mal immer wieder Schlachten und Probleme zum Guten wendet. Sie ist einfach herzerwärmend.

Manon ist eine Hexe. Sie soll hier stellvertretend für alle erwähnten Hexen genannt sein. Sie symbolisiert bedingungslose Treue und großes Ehrgefühl. Gleichzeitig ist sie die unnahbare der wir alle ein schönes Happy End wünschen.

Lorcan ist so ziemlich der skurrilste Charakter der Reihe. Er will bösartig sein aber schafft das nur so halb. Als er sich dann in Elide verliebt misslingt ihm das komplett. Keine Ahnung was ich von ihm halten soll. Irgendwie mag ich ihn, er ist halt so treudoof und liebenswert.

Natürlich gibt es auch Bösewichte wie Maeve und den König von Ardalan. Diesen widme ich aber nur Aufmerksamkeit wenn sie herausstechen und das tun sie nun wirklich nicht.

Empfehlen möchte ich die Reihe Fantasyfans und denen die komplexe Geschichten mögen. Ansonsten ist von Krieg bis Liebe alles dabei,

eure Blue Diamond.

Mittwoch, 8. Juli 2020

Die Fotografin

Hallo zusammen,

heute möchte ich euch wieder eine Reihe vorstellen. Diese ist auch von der Autorin von der ich vor kurzem geschwärmt habe.

Fakten:
  • Autorin: Petra Durst-Benning
  • Roman
  • 2020
  • um die 450 Seiten je Buch
  • Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • Preis: 10,00€
Klappentext:
"Mimi Reventlow war schon immer anders als die Frauen ihrer Zeit. Es ist das Jahr 1911, und während andere Frauen sich um Familie und Haushalt kümmern, hat Mimi ihren großen Traum wahr gemacht. Sie bereist als Fotografin das ganze Land und liebt es, den Menschen mit ihren Fotografien Schönheit zu schenken, genau wie ihr Onkel Josef, der ihr großes Vorbild ist. Als dieser erkrankt, zieht sie in das kleine Leinenweberdorf Laichingen, um ihn zu pflegen und vorübergehend sein Fotoatelier zu übernehmen. Ihm zuliebe verzichtet sie nicht nur auf ihre Unabhängigkeit, sondern sieht sich in Laichingen zunächst auch den misstrauischen Blicken der Dorfbewohner ausgesetzt, da sie mehr als einmal mit ihrem Freigeist aneckt. Und als bald ein Mann Mimis Herz höher schlagen lässt, muss sie eine Entscheidung treffen…"

Trotz das ich jetzt über drei Bände zusammenfassend schreiben werde und einer noch erscheint, habe ich euch den Klappentext des ersten Bandes reingesetzt. Ich glaube das ihr so ein besseres Gefühl für den Stil der Geschichte erlangen könnt.

Mimi ist unsere absolute Hauptfigur. Sie ist eine starke und selbstbewusste Frau vor allem für diese Zeit. Sie ist auch so eine kleine Retterin und setzt sich auch völlig selbstlos für andere ein. Die anderen müssen dann natürlich ebenso engagiert ihre Ziele weiter verfolgen.
Sie ist aber auch auf eine verrückte Art naiv mit sich selbst. Das hat mich auch an mich selbst erinnert, ein bisschen hat es mich auch erschreckt, weil das ist keine Eigenschaft die empfehlenswert ist.

Wir verfolgen sie auf ihrem Weg zur professionellen Fotografin und dabei erfahren wir wieder auf wunderschön subtile Weise die Entstehungsgeschichte der Fotografie. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Art gelegt wie fotografiert wird, also wie werden die Personen zurecht gesetzt eher schön drapiert und welche Requisiten werden verwendet. Mit Mimi erleben wir den Wandel vom sehr statischen und steifen hin zum bewegten und modernen.

Auf ihrer Reise lernen wir verschiedene Charaktere kennen zu denen sie ganz unterschiedliche Beziehungen entwickelt. Manche bekommen dann auch ein paar Kapitel aus ihrer eigenen Sicht geschrieben. Immer zu Beginn der Einführung eines neuen Charakters dachte ich ich mag diesen, allerdings haben sie sich dann immer irgendwie komisch entwickelt und ich mochte sie nicht mehr. Deswegen kann ich auch keinen herausragend benennen.

Im Gegenteil manche mochte ich sogar überhaupt nicht. Zum Beispiel Mimis potentieller Freund im zweiten Band ist ganz und gar furchtbar. Auf so einen Typ würde ich hoffentlich nie reinfallen.

Das mit der Entwicklung der Figuren ist tatsächlich mein einziger Kritikpunkt, aber er ist eben schon relativ schwerwiegend.

Nichtsdestotrotz steht dem der tolle Stil der Autorin entgegen. Außerdem sind die Cliffhanger zum nächsten Band sehr gut gesetzt. Im September kommt sogar noch ein vierter Band raus.

Auch diese Reihe kann ich empfehlen wenn ihr keine "guten" Charaktere braucht. Kennt ihr die Reihe? Die Cover sehen natürlich auch super im Regal aus,

eure Blue Diamond.


Sonntag, 5. Juli 2020

Persepolis - Eine Kindheit im Iran

Hallo meine Comicfreunde,

als ich Anfang des Jahres mal einen Schneesturm in der Bibliothek ausgeharrt habe, habe ich einen Aufsteller mit biografischen Graphic Novels gefunden - und darin dieses Buch. Auf meiner Liste hatte ich es schon ganz lange, weil ich so viel Gutes gehört habe. Also nahm ich das Buch mit - dann kam der Lockdown. Nun habe ich das Buch gelesen und möchte euch berichten.

Die Fakten:
  • Autor: Marjane Satrapi
  • Titel: Persepolis - Eine Kindheit im Iran
  • Reihe: Persepolis 1-2
  • Übersetzung: nicht ausgewiesen
  • Erschienen: 2005
  • Verlag: Verlag Carl Ueberreuter
  • Seiten: 160
  • Preis: ab wenige Euro gebraucht
  • Klappentext: "1979 fand im Iran die islamische Revolution statt. "Seither", so schreibt Marjane Satrapi, "wird diese traditionsreiche Zivilisation fast ausschließlich mit Fundamentalismus, Fanatismus und Terrorismus in Verbindung gebracht. Als Iranerin, die mehr als ihr halbes Leben im Iran verbracht hat, weiß ich, dass dieses Bild falsch ist. Darum war es so wichtig für mich, Persepolis zu schreiben. Ich glaube, dass man eine ganze Nation nicht aufgrund der Fehler einer extremistischen Minderheit verurteilen darf. Ich will auch nicht, dass jene Iranerinnen und Iraner vergessen werden, die für die Freiheit gekämpft haben und im Gefängsnis gestorben sind, die ihr Leben im Krieg gegen den Irak verloren und unter verschiedensten repressiven Systemen gelitten haben oder gezwungen waren zu fliehen. Man kann vergeben, aber man soll niemals vergessen.""

Zur Handlung: In diesem autobiographischen Comic verfolgen wir Marjane Satrapi durch ihre Kindheit. Schon früh interessiert sie sich dafür, was um sie herum geschieht. Ihre Eltern sind sehr politisch, und Marjane möchte mit ihnen demonstrieren gehen. Die Eltern verbieten es. Als es zur islamischen Revolution kommt, muss die Familie Schicksalsschläge hinnehmen.

Marjane wächst trotzdem recht behütet in einer privilegierten Familie auf. Sie ist verwirrt, als sie plötzlich nicht mehr mit Jungen in die Schule gehen darf, und kein Fan vom Kopftuch, das sie plötzlich tragen soll. Als dann der Nachbarsjunge ihr sagt, dass er sie heiraten wird, wenn er aus dem Krieg zurückkommt, fühlt sie sich sogar angegriffen - soll sie dabei nicht mitreden? Doch ihre Familie hat letztlich andere Pläne für sie...

Dieses Graphic Novel erzählt sehr episodenhaft an typischen Momenten, wie die Kindheit im Iran war. Ich mochte es, durch die Augen eines Kindes zu schauen. Marjane lässt sich von den Debatten der Erwachsenen hin- und herreißen. Als Kind versteht sie die Komplexität der Wirklichkeit noch nicht. Doch wir sehen sie. Und ich fand es toll, dass auch Szenen und Aussagen hier protokolliert werden, die die erwachsene Marjane sicher nicht mehr so machen würde.

Da ich mich vorher noch nie mit dem Iran beschäftigt habe, habe ich von diesem Buch viel gelernt. Die Vorstellung, dass die Revolution von einer extremistischen Gruppe genutzt wurde, um den Iran wieder zu einem fundamentalistischen Gebiet zu machen, ist wirklich schwierig. So haben damals auch viele Personen gegen Dinge wie die Burka protestiert. Gebracht hat es aber nichts. Das durch die Kinderaugen zu sehen, Marjane zu sehen, wie sie ihre Freundinnen plötzlich unter den Kopftüchern sieht, das war sehr stark.

Der Zeichenstil im Buch ist recht simpel gehalten und es gibt eher wenig Text. Dadurch kann man das Buch sehr schnell lesen. Allerdings sollte man doch die eine oder andere Pause einplanen, denn was hier so simpel beschrieben wird, sind teilweise absolut schreckliche Dinge. Ziemlich genau in der Mitte war so ein Moment, der mich fast zum Weinen gebracht hat.

Mit dem Älterwerden wird Marjane auch rebellischer. Als Tochter von hochgebildeten, insofern privilegierten und eher linken Eltern findet sie nicht viel an der islamischen Ausrichtung ihres Landes. Sie will die Musik hören, die in der westlichen Welt modern ist, und die coolen Klamotten aus dem Westen tragen. Aber das birgt auch seine Gefahr, worauf am Ende des Buches auch nochmal eingegangen wird. Ich finde es einfach gut, wenn solche Kapitel dann den Leser abholen können: wir waren alle mal Teenager und wissen genau, was in Marjane zu dieser Zeit los ist.

Alles in allem bekommt auch dieses Buch von mir eine volle Empfehlung. Es ist (mehr oder weniger) unterhaltsam und trotzdem lernt man dabei sehr viel. Ich habe gemerkt, wie wenig ich über die Geschichte des Iran weiß. Ich möchte auf jeden Fall bald auch den zweiten Band über die Jugend von Marjane lesen. Es ist kurzweilig, aber sehr informativ. Und die Bilder helfen, manche Punkte noch deutlicher zu machen, als reiner Text das je könnte. 

Kennt ihr den Comic? Und interessieren euch solche biographischen Graphic Novels?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung: