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Sonntag, 5. Dezember 2021

One More Christmas at the Castle


Hallo meine Weihnachtsleser,

nun haben wir fast schon wieder Nikolaus, und ich habe mein erstes Weihnachtsbuch des Jahres beendet. Von der Autorin hatte ich letztes Jahr schon ein Buch gehört und es hat mich wunderbar in Weihnachtsstimmung gebracht. Deswegen wollte ich nun auch ihr neustes Werk testen.

  • Autor: Trisha Ashley
  • Titel: One More Christmas at the Castle
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Penguin Audio
  • Dauer: 13 Std 48min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro im Abo
  • Klappentext: "

    Elderly widow Sabine knows this will be her last Christmas in her beloved home, Mitras Castle. Determined to make it just like the ones she remembers from her childhood, she employs Dido Jones of Heavenly Houseparties to help with the big day. Dido is enchanted by the castle as soon as she steps through the imposing front door. And as Christmas day approaches, her feeling of connection to the old house runs deeper than she first thought. But when the snow begins to fall and Sabine's family arrive at the house - including Dido's teenage crush Xan - tensions rise around the castle's future and long-buried mysteries begin to unravel.... As past secrets come to light, can this still be a magical Christmas to remember?"

Zur Handlung: Sabine erhält kurz vor Weihnachten eine schwere Diagnose und weiß, dass dies ihr letztes Weihnachtsfest sein wird. Zum ersten Mal macht sie sich aktiv Gedanken, was aus ihrem Schloss werden soll, wenn sie nicht mehr da ist. Sie beschließt, ihre verbliebene Familie zum Fest einzuladen und dann zu entscheiden, wer das Erbe antreten darf.

Dafür heuert sie die Firma Heavenly Houseparties von Dido und ihrem besten Freund Henry. Diese bieten Catering und Housekeeping für begrenzte Zeiträume am. Für den kompletten Dezember sollen sie nun für Sabines Familie da sein. Doch alles wird kompliziert, als Dido Xan wiedererkennt, in den sie als Teenager schrecklich verknallt war, und langsam deutlich wird, dass Sabine Hintergedanken hatte, als sie gerade Didos Firma engagiert hat.

In diesem Buch folgen wir als Hauptfigur Dido, bekommen aber immer mal wieder kurze Absätze auch aus Sabines Perspektive. Sabine kann man gern als Snob bezeichnen. Ihr ist die Familie, aus der man stammt, noch sehr wichtig. So ist sie ganz entzückt, als sie herausfindet, dass Didos Arbeitspartner Henry aus einer gut angesehenen Familie kommt - wenn auch aus einem finanziell nicht so gesegneten Zweig. Auf der anderen Seite kann sie Dido ihre Herkunft nicht verzeihen - aber warum das so ist, müsst ihr im Buch herausfinden.

Dadurch hatte das Buch für mich aber immer so eine kühle Seite. Während Sabine diejenige ist, die von Weihnachtsfeiern wie damals in ihrer Kindheit träumt, so ist das doch auch ein sehr klassistischer Traum, bei dem sie ganz klar der Dreh- und Angelpunkt ist, während andere ihr Unterstellte die Ausführung zu verantworten haben. Und das hat für mich jetzt dann nicht so die Weihnachtsgefühle aufkommen lassen.

Dido dagegen ist ein sehr herzlicher Charakter. Ihr bereitet es große Freude zu kochen und andere damit glücklich zu machen. So driften ihre Gedanken auch immer wieder in die Küche ab, was ich sympathisch fand. Ein bisschen schade ist, dass sie sich dann viel von Sabine sagen lässt, was an eine Frechheit grenzt. Auf der anderen Seite ist sie aber auch in einem klaren Arbeitsverhältnis und damit in der unterlegenen Position. Also irgendwie hat mich das manchmal einfach gestört, diese Machtdynamik und wie beide damit umgehen.

Ein weiterer wichtiger Charakter ist Xan. Abgesehen von seinem guten Aussehen bleibt er einfach nett. Ich habe an ihm jetzt nicht sehr viel Charakter gemerkt. Er ist freundlich, mag Hunde, und will eine Biografie über Sabines Mann schreiben. Die Romanze, die da dann entspringt, war für mich leider sehr schwach. Es gibt so gut wie keinen Aufbau, nur einzelne ganz schöne Momente, die aber gefühlt aus dem Nichts kommen. Und damit fühlt sich alles auch total überstürzt an. Das war wirklich schade.

Dann haben wir noch Henry, den besten Freund, der schwul ist. Schon zu Beginn des Buches hatte ich Hoffnung, dass er nicht nur der gay best friend bleibt, der von der Seitenlinie unsere Hauptfigur anfeuert, sondern vielleicht auch sein eigenes Happy End bekommt. Zum Glück passiert das auch, wenn auch ziemlich spät. Aber ich fand es schön, dass Henry ein sehr gut dargestellter Charakter war, der seine eigenen Wünsche, Hobbies und Macken hatte. Ihn mochte ich sehr - und auch seine Romanze am Ende war niedlich.

Das allgemeine Weihnachtsgefühl des Buches ist auf jeden Fall aufgekommen. Es geht viel um leckeres Essen, um Weihnachtstraditionen und das Schmücken und Vorbereiten des großen Festes. In der Hinsicht war das Buch auf jeden Fall ein Erfolg. Die Stimmung war gut eingefangen. Und auch die Art, wie das Buch gelesen wurde, fand ich gut gemacht, mit den beiden Sprecherinnen für Didos und Sabines Teile.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Ich mochte die Hauptfigur, das Setting und die Stimmung, die vielen Weihnachtsaktivitäten, die beschrieben wurden, und auch viele der Charaktere wie Henry, Xan und Sabines beste Freundin. Schade fand ich, dass Sabine so ein Snob war und davon auch nur minimal auftauen konnte, und dass die Romanze sich nicht schöner aufgebaut hat, sondern nur aus so ein paar unzusammenhängenden Szenen bestand. Und schön finde ich es auch immer, wenn die Protagonisten Erwachsene sind, also hier vor allem Leute in ihren 30ern. Empfehlen kann ich das Buch also schon, aber gerade im Vergleich mit dem Trisha Ashley-Buch aus dem letzten Jahr war es doch auch ein bisschen enttäuschend. Aber es gibt einen Hund, das habe ich noch nicht erwähnt. Einen knuddeligen Hund gibt es auch noch.

Welches Weihnachtsbuch wollt ihr dieses Jahr auf jeden Fall lesen?

Bis bald,

Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Mittwoch, 1. Dezember 2021

Unterwegs zur Familie Speer


Hallo meine Lieblingsleser,

bevor ich euch mein erstes Weihnachtsbuch des Jahres vorstelle, habe ich noch ein letztes Non-Fiction-Buch. Der Non-Fiction November ist gestern ja zu Ende gegangen, und ein Buch hatte ich dafür noch gelesen. Dieses habe ich viele, viele Jahre im Schrank stehen gehabt, weil es ein bisschen ein Fehlkauf war. Gelernt habe ich jetzt aber trotzdem viel.

Die Fakten:

  • Autor: Heinrich Breloer
  • Titel: Unterwegs zur Familie Speer
  • Erschienen: 2005
  • Verlag: Propyläen
  • Seiten: 535 + Anhang
  • Preis: ab wenigen Euro gebraucht
  • Klappentext: "Nach den Erkenntnissen, die wir heute - nicht zuletzt dank der Recherchen Heinrich Breloers - über Albert Speer haben, hätte er in Nürnberg ebenso wie die mitangeklagten NS-Führer gehängt werden müssen. Das macht dieser Dokumentationsband deutlich, eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich über Breloers großen TV-Film hinaus mit Speer und seiner Verstrickung in die verbrecherische Politik der Nationalsozialisten befassen möchte."

Gekauft habe ich das Buch damals in irgendeinem Sale, und von dem Titel hatte ich mir eher ein Portrait des alltäglichen Lebens in der NS-Zeit versprochen. Natürlich haben wir in der Schule alle gelernt, wie schlimm der Holocaust und der zweite Weltkrieg waren, kennen auch einige Namen aus großen Filmen über die Zeit, aber das Alltägliche ist immer das, was mich an Geschichte interessiert. Dieses Buch ist aber etwas anderes.

Wie der Klappentext, den ich damals offensichtlich nicht gelesen hatte, verdeutlicht, ist das Buch ein Zusatzwerk zu einem Film, den ich ehrlich gesagt nicht kenne. Breloer hat dafür sehr viele Interviews zu Albert Speer geführt, um der Frage nachzugehen, was hat Albert Speer gewusst, worin war er direkt verwickelt. Und diese Interviewtranskripte sind hier in Auszügen abgedruckt. Am Ende fand ich das jetzt auf eine ganz andere Art und Weise spannend, aber man muss schon sehr an diesem speziellen Thema interessiert sein, um über 500 Seiten Transkripte zu lesen.

Das Buch beginnt mit ein paar einführenden Worten von Breloer zum Projekt, in denen er auch beschreibt, wie er selbst Albert Speer noch einmal vor dessen Tod getroffen hatte, welche Charisma der Mann hatte, und welche Fragen damals auf der Strecke blieben. Danach kommen die Interview-Transkripte. Zunächst wurden vier Familienmitglieder Speers befragt: drei Kinder und der Neffe (Sohn des älteren Bruders). Danach kommen dann kürzere Interviews mit ganz unterschiedlichen Perspektiven auf den Mann und die Zeit.

Dabei geht es sehr viel mehr um die Nachkriegszeit, weniger um die NS-Zeit selbst. Vor allem am Anfang war das sehr deutlich - ein Sohn erinnert sich kategorisch an nichts vor 1945. Bei den Interviews mit den Kindern, die zum Interviewzeitpunkt selbst schon im höheren Lebensalter sind, sieht man sehr gut die unterschiedliche Auseinandersetzung mit dem Vater. Während der älteste Sohn und die älteste Tochter noch Erinnerungen an den Vater während der NS-Zeit haben, als er also ein hohes Tier und fast nie Zuhause war, gehen die Interviews der anderen beiden Familienmitglieder nur auf die Nachkriegszeit ein. 

Ich fand es dabei schon interessant, wie die männlichen Befragten eher in die Fußstapfen getreten sind und auch Architekten geworden sind, die Tochter jedoch hat sich auf einen ganz eigenen Pfad begeben. Bei ihr merkt man aber vor allem auch das Hin- und Hergerissensein, zwischen der Akzeptanz, wer ihr Vater war und was er getan hat, und der emotionalen Erinnerung an diese Vaterfigur, die sie nicht loslassen kann im Herzen. Bei den Männern findet eher eine emotional losgelöstere Auseinandersetzung statt, die aber auch im Beruf angelegt ist. Zwar wird Architektur als Fachgebiet gewählt, der Stil und auch die Unternehmensführung ist aber völlig im Gegensatz zu Speer selbst angelegt. Deutlich wird, dass man sich einer solchen Vaterfigur nicht verschließen kann, auch wenn teilweise kaum persönlicher Kontakt bestand.

Interessanter waren dann für mich die anderen Interviews, denn hier kommen bestimmte Weggefährten Speers das Wort, beispielsweise Leni Riefenstahl. Aber auch Personen, die im Kriegsverbrechergefängnis Spandau tätig waren und Speer so kennenlernten, berichten. So entsteht ein wirklich komplexes Bild des Mannes, das nicht immer schmeichelhaft ist. Gegen Ende des Buches gibt es dann auch immer mehr handfeste Beweise dafür, wie tief Speer in der NS-Führungselite steckte. So hat er maßgeblich die "Entmietung" und damit Deportation der Berliner Juden und Jüdinnen vorangetrieben, er hat das KZ Mittelbau-Dora besucht und die Zustände gesehen, er hatte Berichte von Auschwitz erhalten und als Rüstungsminister Materiallieferungen für den Bau von Gaskammern und Krematorien zugestanden - in Dokumenten, die sehr klar machen, wofür das Material verwendet wurde.

Alles in allem war dies ein interessantes Buch, das mir viel über Speer, aber auch viel über Nachkriegswestdeutschland beigebracht hat. Vor allem am Anfang des Buches werden die Kontinuitäten aus der NS-Zeit in Westdeutschland sehr deutlich. Dabei ist auch total auffällig, dass zu dieser Zeit alle sechs Kinder Speers studiert haben und erfolgreich waren. Die eine Elite ging also in die andere über. Ich glaube, darüber sollten wir uns alle im Klaren sein, dass die Entnazifizierung nie sonderlich erfolgreich war - dennoch zeigt sich bis heute, dass es in Westdeutschland verglichen mit anderen europäischen Ländern sehr wenige Wähler*innen am rechten Rand gibt. Also irgendwas haben sei vielleicht doch gelernt.

Habt ihr denn solche Bücher schon gelesen? Es war auf jeden Fall ein interessantes Leseerlebnis, wenn auch unerwartet.

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Sonntag, 28. November 2021

Weihnachten in den schottischen Highlands

Hallo an alle die schon in Weihnachtsstimmung sind,

hier meine erste Geschichte in die Richtung für dieses Jahr =)

Fakten:
  • Autorin: Mila Summers
  • Roman
  • 2021 erschienen
  • 302 Seiten
  • Nova MD
  • Preis: 10,90€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Weihnachtlich turbulent und herzerwärmend amüsant – kommt mit Willow & Leo in die schottischen Highlands und begegnet dem Zauber von Weihnacht. Als Willow sich kurz vor Weihnachten aus dem trubeligen London auf den Weg zu ihrer Familie in den schottischen Highlands aufmacht, freut sie sich auf ein paar entspannte Tage im Kreise ihrer Liebsten auf ihrem Stammsitz Ghaoil Castle. Doch das Schicksal hat andere Pläne mit ihr. Als ihr Wagen sie mitten in der Nacht irgendwo im Nirgendwo im Stich lässt, begegnet sie Leo Moore. Leo ist der gefeierte Star einer Prime-Original-Serie. Glücklich ist er allerdings nicht. Als er sich in den Kopf setzt, eine schottische Burg zu erwerben, ahnt er noch nicht, dass er in den schottischen Highlands mehr finden wird, als man für Geld kaufen kann. Auch wenn er dafür einen Schottenrock anziehen muss."

Das ist also eine kleine schottische Weihnachtsgeschichte. Das schottischste daran ist wohl der Kilt den der Protagonist trägt und das Schloss welches ein Dreh- und Angelpunkt ist. Viel mehr haben wir da nicht zu bieten uns deswegen kam für mich jetzt nicht ein super Schotten-Gefühl bei rum. Dafür sind die Protagonisten vielleicht auch zu modern.

Wir haben da Willow die eigentlich für eine Art Klatschmagazin arbeitet aber dringend eine Auszeit braucht. Deswegen und wegen dem anstehenden Fest fährt sie zu ihren Eltern.

Leo möchte auch mal frei vom Drehalltag und allem was dazu gehört. Er hat vor das Schloss zu kaufen.

Unsere beiden Protagonisten leben also gänzlich kontrere Leben. Der Hintergrund und familiärer Rückhalt sind ebenso ganz verschieden. Willow ist ganz behütet aufgewachsen und ein Familienmensch. Leo ist das eigentlich auch, nur fehlt ihm die Familie dazu. Diese Gegebenheiten bieten natürlich wunderbare Momente völlig klischeebelastete Situationen zu beschreiben und zu nutzen um den Schnulli voran zu bringen.

Wie ihr merkt haben wir hier keine super spannende Geschichte, aber eine moderne. Ein bisschen Instagram und Showbusiness werden eingebaut und stilbruchartig einem altehrwürdigen schottischen Weihnachtsball gegenüber gestellt. Diesen Moment habe ich sehr genossen. Generell mag ich diese umwerfenden Bälle und großartiges Weihnachtsgefühl. 

Für den ersten Advent heute ein schöner Einstieg in die Weinachtszeit.
Was lest ihr gerade? 

Eure Blue Diamond.