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Sonntag, 18. August 2019

ItsColeslaw: Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen: Ein Leitfaden zum Umgang mit peinlichen Situationen aller Art

Hallo zusammen,

die N.E.W.T.´s sind in vollem Gange und so viel August ist ja auch gar nicht mehr übrig. Daher möchte ich euch heute mein erstes Buch für diese vorstellen. Anfang September wird es einen Post mit allen aufgelistet geben und es werden zu diesem Zeitpunkt sicher nicht alle bereits rezensiert worden sein.

Fakten:
  • Lisa Sophie
  • Ratgeber
  • 2017 erschienen
  • 304 Seiten
  • Fischer New Media Verlag
  • Preis: 12,99€ (Broschiert)
Klappentext:
"Erwachsenwerden ist eine der schwierigsten Erfahrungen, die wir überleben müssen. Manchmal tut es gut, zu wissen, dass es jemanden gibt, der das alles schon durchgemacht hat und dir versichert: so schlimm ist es gar nicht, du schaffst das schon! Lisa Sophie ist wie die große Schwester, die du dir immer gewünscht hast! Ob es um Liebe, Probleme in der Schule oder Stress mit den Eltern geht, Lisa Sophie spricht auf ihrem YouTube-Kanal ›ItsColeslaw‹ aus eigener Erfahrung – und das nicht immer ohne Fremdschämfaktor! Sie ist (gefühlt) schon in jedes Fettnäpfchen getreten und hat die peinlichsten Situationen erlebt! Aber hey – genau das kann doch jedem mal passieren, oder? Lisa Sophie erzählt von ihrer Zeit als Teenager und den Problemen, die sie zu bewältigen hatte. Sie zeigt dir, dass am Ende doch noch alles gut wird!"

Schon lange habe ich mir dieses Buch vornehmen wollen, da ich Lisa von ihrem Kanal kenne und sehr sympathisch finde. Besonders ihre Ausdrucksweise gefällt mir und daher muss das Buch ja eigentlich genauso gut werden.

Die Ausdrucksweise in diesem, ich würde es mal, Ratgeber, nennen, ist definitiv gut und passt auch zu Lisa, doch man merkt schon, dass hier vielleicht durch ein Lektorat oder ähnliches, etwas an ihrem eigentlich Satzbau verändert wurde. Es ist einfach viel einfacher gehalten, was ja auch ok ist.

Über verschiedene Kapitel hinweg erzählt uns Lisa immer wieder kleine Anekdoten aus ihrem Leben. Diese sind nach Themenbereichen und nicht unbedingt zeitlich sortiert. Das ist für mich auch ein kleiner Kritikpunkt. Ich verstehe natürlich die Einteilung in die Bereiche, doch es wird sowieso hin und wieder auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, da hätte dann auch alles mehr ein Erzählfluss werden können, meiner Meinung nach.

Die Geschichten hatte ich mir ehrlicherweise peinlicher oder ungewöhnlicher oder eben einfach aufregender vorgestellt. Allerdings glaube ich, dass das an meinem Alter liegt. Für Jugendliche sind das sicher unglaubliche Probleme und es ist wunderbar, dass sie hier nachlesen können, damit nicht allein zu sein. Sicher hat jeder in seinem Leben die ein oder andere Situation schon mal ähnlich erlebt. Außerdem sind die Erzählungen kurz genug um nicht langweilig zu werden und trotzdem relativ detailliert.

Lisa ist auch auf Youtube kein Mensch, die viel über sich erzählt. Das merkt man auch im Buch, denn immer dann wenn persönliche Details kommen könnten, kommen einfach keine. Diese Tatsache schadet jetzt nicht unbedingt, aber es trägt eben auch nicht zu viel Spannung oder einer persönlichen Bindung bei. Im Gegenteil, die Emotionen gehen so etwas verloren. Potential wäre aber einiges da.

Für Jugendliche halte ich es dennoch sehr gut geeignet und auch perfekt um im Leben leichter einen für sich guten Weg einzuschlagen und vielleicht auch leichter nach Hilfe zu fragen. Grundsätzlich glaube ich ist es immer gut, wenn Personen des öffentlichen Lebens auch mal über nicht so schöne Dinge sprechen. Da kommt man sich doch gleich wieder viel normaler vor. Gerade für Herausforderungen bei Freundschaften und mit sich selbst sowie eventuellen Ängsten bietet es viele Erfahrungswerte.

Nicht so viele Einblicke gibt es in Sachen Liebe, liegt aber vielleicht auch daran, dass da nun mal nicht so viel Dramatisches passiert ist oder Lisa es eben nicht preisgeben möchte. Sehr schön finde ich auch die Darstellung der Beziehung zu den Eltern, die wirklich innig zu sein scheint.

Definitiv eine schöne Lektüre für junge Menschen und kann gerade da auch hilfreich sein. Ab 25+ ist es vermutlich nicht mehr so spannend, da es dann eben ganz andere Herausforderungen im Leben gibt,

eure Blue Diamond.


Freitag, 16. August 2019

Farmer Giles of Ham

Hallo meine Fantasy-Freunde,

heute kommen wir zu einem kleinen Büchlein von J. R. R. Tolkien. Wenn ihr etwas über mich wisst, dann hoffentlich, dass ich riesiger Tolkien-Fan bin. Ich habe mir damals dieses kleine Boxset gewünscht mit vier Büchlein von Tolkien, die mehr oder weniger mit Herr der Ringe und Mittelerde zu tun haben. Davon habe ich euch bereits Roverandom und Die Abenteuer des Tom Bombadil vorgestellt. Heute geht es mit einer Geschichte weiter, die zwar etwas an den Hobbit erinnert, aber gar nix mit Mittelerde zu tun hat.

Die Fakten:
  • Autor: J. R. R. Tolkien
  • Herausgeber: Christina Scull und Wayne G. Hammond
  • Illustrator: Pauline Baynes
  • Titel: Farmer Giles of Ham
  • Erschienen: 2014 (erstmals 1949)
  • Verlag: Harper Collins
  • Seiten: 225
  • Preis: 14,95 Euro oder im Boxset
  • Klappentext: "Farmer Giles of Ham did not look like a hero. He was fat and red-bearded and enjoyed a slow comfortable life. But after inadvertently scaring away a rather deaf and short-sighted giant, Farmer Giles' heroic reputation spread far and wide. Unfortunately for him, when the wily dragon Chrysophylax visited the kingdom, it was Farmer Giles who was called upon to battle with it."

Zur Handlung: In einem friedlichen Örtchen in England vor sehr sehr langer Zeit lebte ein Bauer mit einem Hund. Eines Nachts schlägt dieser Hund plötzlich an, denn auf einem geheimen Spaziergang hat er einen Riesen gesehen, der auf den Hof zukommt. Der Bauer nimmt daraufhin seine Waffe und schießt dem Riesen ins Gesicht. Als dieser flieht, weil er denkt, er sei in eine Gegend mit Stechmücken geraten, wird der Bauer zum Held. Blöd nur, dass kurz darauf ein Drache sein Unwesen treibt und der Bauer wie der perfekte Kandidat zu dessen Tötung wirkt.

Neben der veröffentlichten Erzählung enthält dieses Buch ein ausführliches Vorwort, die ursprüngliche Fassung der Geschichte, den Anfang der Fortsetzung, die nie fertig gestellt wurde, und viele hilfreiche Hinweise zum Text. Außerdem sind Illustrationen zur Geschichte abgedruckt, die auch im Original enthalten waren.

Diese Geschichte hat den gleichen Charme wie der Hobbit, allerdings ist sie nicht so aufgefeilt und es gibt deutlich weniger Charaktere. Allerdings ist der Hauptcharakter Giles Bilbo doch teilweise sehr ähnlich, denn obwohl er kein Hobbit ist, liebt er das ruhige Leben, in dem nichts Ungewöhnliches passiert. Als er dann in seinem Ruhm baden kann, ist er aber sofort zur Stelle. Auch gibt es wieder einen Mann im Dorf, der ihm seinen Ruhm nicht gönnt.

Der Drache Chrysophylax ist ähnlich wie Smaug ein wortgewandter und cleverer Feind, der es schafft, das Dorf mit seinen Worten zu betrügen. Aber er ist auch ein bisschen ein Feigling, wenn es zu tatsächlichen Kämpfen kommt. Das macht auch ihn zu einem besonderen Charakter, der so in anderen Drachengeschichten vielleicht eher nicht vorkommt. Ein Verweis auf das alte Drachengeschlecht, aus dem er entstammt, könnte auch eine Verwandschaft mit den Drachen aus anderen Tolkiengeschichten bedeuten.

Ansonsten sind die meisten Charaktere nur Nebensache und beleben die Geschichte etwas und sind auch irgendwie besonders und witzig, aber werden nicht ausgeleuchtet. So wäre da der ängstliche aber ungehorsame Hund von Farmer Giles oder sein Pferd, die wahre Heldin der Geschichte, oder auch der Schmied der Stadt, der immer pessimistisch ist und sich dann freut, wenn er recht hatte.

Die Geschichte ist auch eher unvorhersehbar. Obwohl man meint, solche Geschichten hätte man schon hundert Mal gehört, schafft Tolkien immer, dass es etwas Besonderes ist, dass die Charaktere anders sind als gedacht, dass auch die Bösewichte ganz anders sind als gedacht. Daher hat man beim Lesen viel Spaß. Die Geschichte ist auch nicht unbedingt für Kinder geschrieben, obwohl diese an der Handlung selbst sicher Spaß hätten.

Alles in allem finde ich diese Büchlein einfach toll für Fans von Tolkien. Die Geschichte ist eher kurz, aber dafür passiert relativ viel. Die Charaktere machen Spaß und allgemein ist die Geschichte einfach lustig und ungewöhnlich. Sie passt im Stil zu den anderen Werken Tolkiens. Ich kann sie daher nur empfehlen, wenn ihr euch dafür interessiert. Besonders schön finde ich auch alles Trivia-Wissen, was man durch die Einleitung und Kommentare in diesen Büchern noch gewinnen kann.

Wie steht ihr zu diesen Büchlein? Interessieren sie euch, oder wollt ihr nur Mittelerde von Tolkien lesen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Mittwoch, 14. August 2019

Nächte, in denen Sturm aufzieht

Hallo an alle,

während des the reading rush dachte ich mir, nehme ich mir eine richtige Schnulze dazu, denn die gehen weg wie nichts und Jojo Moyes ist ja auch sehr bekannt dafür, sehr gute Geschichten zu schreiben.

Fakten:
  • Autorin: Jojo Moyes
  • Übersetzerin: Judith Schwaab
  • Roman
  • 2019 erschienen
  • 480 Seiten
  • Rowohlt Taschenbuch Verlag
  • Preis: 16,99€ (Broschiert)
Klappentext:
"Liza McCullen weiß, dass sie ihrer Vergangenheit nicht entfliehen kann. Doch in dem kleinen beschaulichen Örtchen Silver Bay an der Küste Australiens hat sie ein Zuhause gefunden für sich und ihre Tochter Hannah. Die unberührten Strände, der Zusammenhalt in der kleinen Gemeinde und die majestätischen Wale, die in der Bucht leben, bedeuten ihr alles. Täglich fährt sie mit ihrem Boot raus aufs Meer und bietet Walbeobachtungstouren an für die wenigen Touristen, die sich nach Silver Bay verirren. Als der Engländer Mike Dormer anreist und sich in der Pension von Lizas Tante einquartiert, gerät das beschauliche Leben in Gefahr. Der gutaussehende Fremde in den zu schicken Klamotten passt nicht nach Silver Bay, und niemand ahnt, dass er Pläne schmiedet, die den kleinen Fischerort für immer verändern könnten."

Dies ist wohl eine Neuausgabe des Buches "Dem Himmel so nah", welches ich nicht kenne. Da müsst ihr uns helfen, ob dem wirklich so ist und was verändert wurde.

Tatsächlich finde ich den Klappentext für die Inhalte sehr gut zusammengefasst. Wir erfahren weiterhin, warum es für die Familie McCullen so wichtig ist, in Silver Bay zu sein und zu bleiben. Es spielen einige Familiendramen mit rein, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet habe. Diese bringen einen ganz neuen Schwung in die Geschichte und auch neue Dynamiken, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das der Atmosphäre wirklich gut getan hat.

Liza ist ein sehr unsicherer Charakter. Sie entwickelt sich im Laufe des Buches stark und wir lernen sie wirklich sehr gut kennen. Hannah hingegen finde ich persönlich als spannendere Figur, allerdings erleben wir sie leider eher kurz beziehungsweise immer mal wieder, aber eben eher als Nebenfigur. Sie ist an sich ja noch ein Kind, benimmt sich aber sehr erwachsen. Ein wirklich toller Charakter ist Lizas Tante. Sie ist irgendwie gerissen und trotzdem total liebenswert.
Mike ist mir ehrlich nicht so geheuer, aber das passt wiederum auf eine dubiose Art und Weise wunderbar zu Liza und das ist ja in diesem Fall entscheidend.

Die Geschichte ist in der ersten Hälfte sehr ruhig und zurückhaltend. Eigentlich ja ganz passend für einen Schnulli, leider ist es mir aber schon fast zu ruhig. Solche Situationen brauchen für mich dann besonders schöne Beschreibungen, die leider nicht geliefert werden. Die Umgebung Australiens könnte ja wirklich umwerfend ausgeschmückt werden, darauf wurde aber irgendwie verzichtet. Dafür erfahren wir ein wenig über Schiffahrt und Wahlbeobachtung und den Schutz der Tiere.

Es geschehen ein paar Ereignisse die einerseits dann sehr gut die Geschichte abrunden, aber eben auch ein paar, die ich überhaupt nicht eingeordnet bekomme und die nach meiner Ansicht nicht ins gesamt Konzept passen.

Daher hat das Buch für mich leider nicht die richtige Balance für einen guten Schnulli gehalten. Einerseits ist es mir zu langweilig und andererseits sind da viel zu übertriebene Situationen dabei, die natürlich voller Spannung stecken und so weiter, aber eben wieder zu extrem sind. Da habe ich schon wesentlich bessere Erzählungen von Jojo Moyes gelesen.

Da mir, wie ihr merkt, das Buch nicht so gut gefallen hat, möchte ich es jetzt auch gar nicht mehr zu sehr zerreißen, denn gerade bei solchen Romanen ist das ja sehr subjektiv. Empfehlen möchte ich es daher auch eher nicht, macht euch am besten selbst ein Bild, wenn ihr es lesen wollt

eure Blue Diamond.