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Sonntag, 19. November 2017

Tausendundeine Nacht

Hallo meine Träumer,

nachdem ich dieses Jahr die Dilogie rund um Shazi und ihren Kalifen gelesen habe, bin ich in der Bibo über dieses Buch gestolpert. Es handelt sich dabei um die Übersetzung einer der ältesten erhaltenen Versionen von 1001 Nacht. Ich habe gar nicht wirklich darüber nachgedacht, sondern es direkt mitgenommen, denn ich liebe es, die Originale von Dingen zu lesen, die quasi jeder kennt aber niemand wirklich...

Die Fakten:
  • Autor: unbekannt
  • Titel: Tausendundeine Nacht
  • Übersetzung: Claudia Ott
  • Erschienen: 2004
  • Verlag: C.H.Beck
  • Seiten: 637 + interessantes Nachwort zur Übersetzung
  • Preis: 29,90 Euro (Hardcover)
  • Klappentext: "Diese Neuübersetzung von Tausendundeine Nacht macht erstmals die älteste arabische Fassung der berühmten orientalischen Erzählsammlung in deutscher Sprache zugänglich. Die Übersetzerin Claudia Ott führt den Leser mit einer Frische und Ungezwungenheit durch das Labyrinth der kunstvoll verwobenen Erzählfäden, dass man meint, Schahrasad selbst zu hören."

Zur Handlung: In einem fernen Land lebt ein König, der seine Königin sehr liebt. Eines Tages wird ihm jedoch berichtet, dass diese Frau immer, wenn er seinen Palast verlässt, eine Orgie mit Sklaven veranstaltet. Daraufhin beschließt er vorzugeben, dass er verreist, und beobachtet dann, was sich in seinem Palast zuträgt.

Daraufhin erschlägt er seine Frau, und weil er Frauen nun nicht mehr trauen kann, beschließt er, sich jeden Tag eine neue Braut zu nehmen und diese am nächsten Morgen hinzurichten. So kann keine Frau ihn jemals wieder betrügen. Irgendwann heiratet er jedoch Schahrasad und diese beginnt, ihm Geschichten zu erzählen, die jeden Morgen auf einen Cliffhanger enden, sodass er sie nicht töten kann.

Mich faszinieren solche althergebrachten Geschichten sehr und die arabische Kultur ist etwas, womit ich ein Stück weit aufgewachsen bin, wovon ich aber einfach nicht genug weiß. Ich lese unglaublich gern Bücher über und aus diesem Kulturkreis, um die gröbsten Wissenslücken zu schließen. Daher hat mich das Buch direkt angesprochen.

Aus dem Nachwort ist viel über die Besonderheit von 1001 Nacht zu entnehmen. So wurde dieser vorliegende Text im 18. Jahrhundert ins französische übersetzt und ein Verkaufsschlager. In Ermangelung einer Fortsetzung (der Text endet mit der 282. Nacht) zogen nun verschiedene Zeitgenossen los, um mehr arabische Geschichten zu finden. So entstanden dann vor allem europäisierte Geschichten, die nur auf arabischen Grundlagen beruhten oder gänzlich "gefälscht" wurden.

Wer also nach Alladin und Alibaba sucht, wird bei diesem Buch enttäuscht sein. Abgesehen von der Rahmenhandlung hatte ich von keiner Geschichte bisher gehört. Man merkt auch schnell, dass dies eine nicht-europäisierte Variante ist. Frauen sind hier beispielsweise immer als ziemlich böse dargestellt, es gibt nur sehr wenige Ausnahmen. Außerdem sind die Schönheitsideale der Zeit sehr besondere, ich sage nur Monde, Zweige und Gazellen. 

Obwohl wir hier also mit Werten und Ansichten konfrontiert werden, die sich durchaus fremd und auch falsch anfühlen, so kann man doch auch für unsere Gesellschaft lehren finden. So geht es vor allem darum, dass Charaktere, die falsch handeln, schlimme Strafen erleiden. Auch findet sich in vielen Geschichten das Thema, dass man mit der Wahrheit besser fährt als mit Lügen. Dies sind also universelle Themen.

Die Geschichten sind mitunter sehr kompliziert ineinander verstrickt, sodass in der einem Handlungsstrang jemand eine neue Geschichte erzählt, in der eventuell wieder jemand eine Geschichte erzählt. Hier verliert man dann leider doch mal den Überblick, zumal sich die Geschichten nicht unbedingt an einem Abend weglesen lassen. Insgesamt habe ich fast 4 Monate an dem Buch gelesen, denn pro Stunde habe ich es auf etwa 35-40 Seiten geschafft.

Etwas störend ist natürlich auch die Repetition immer am Anfang und am Ende der Nacht. So beginnt jede Geschichte mit kleinen Variationen damit, dass sie sich ins Bett begeben und Schahrasads Schwester sie auffordert, eine Geschichte zu erzählen, sie stimmt dem zu und der Kalif besteht darauf, dass es aber die Fortsetzung der letzten Nacht sein muss. Und jede Nacht endet dann mit der Morgenröte, woraufhin die Schwester Bewunderung über die Geschichte ausdrückt und Schahrasad ihr verspricht, dass die Geschichte in der nächsten Nacht noch viel toller sein wird, wenn der Kalif sie bis dahin am Leben lässt. Da einige Nächte nur eine Seite lang sind... naja, bei 282. Nächten macht das viele Wiederholungen. Hier lernt man dann doch schnell, einfach zu überspringen.

Alles in allem bin ich froh, dass ich dieses Buch gelesen habe. Ich finde, es gehört ein Stück weit zur Allgemeinbildung dazu. Außerdem interessiert es mich persönlich. Dennoch hat das Buch seine Längen und ich habe auch immer wieder zwischendurch andere Geschichten gelesen, die leichter zugänglich sind. Wer aber wissen möchte, was wirklich hinter 1001 Nacht steckt, der sollte sich dieses Buch mal genauer anschauen. Außerdem kann ich das Nachwort und ein bisschen Recherche zum Thema wirklich empfehlen, denn Vieles habe ich einfach noch nicht gewusst über diesen Klassiker der frühen Literatur. Als nächstes Projekt sind nun wohl die Grimms Märchen dran.

Habt ihr schon mal solche "Klassiker" im Original gelesen oder reicht es euch, das zu wissen, was common knowledge dazu ist?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Freitag, 17. November 2017

Nerve

Hallo meine Nervenbündel,

dieses Jahr ist der gleichnamige Film erschienen, und als ich dieses Buch dann so allein in der Bibo stehen sah, habe ich es einfach mal eingepackt. Ich hatte eher gemischte Meinungen zum Buch gehört und die meisten waren nicht sehr begeistert davon. Ich dachte dann aber, mal so einen Blick riskieren, das kann ja nicht schaden, oder?

Die Fakten:
  • Autor: Jeanne Ryan
  • Titel: Nerve - Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen (Original: Nerve)
  • Erschienen: 2013
  • Verlag: cbt Taschenbuch
  • Seiten: 316
  • Preis: 6,99 Euro
  • Klappentext: "Als das neue illegale Spiel im Internet die Runde macht, ist es sofort in aller Munde. Die Teilnehmer müssen heikle Challenges meistern, während ein Millionenpublikum dabei zuschaut - eigentlich nicht gerade das Ding der schüchternen Vee. Doch neben verlockenden Preisen reizt sie vor allem, selbst einmal im Mittelpunkt zu stehen. Kaum hat Vee sich als Spielerin angemeldet und ihre erste peinliche Challenge überstanden, wird der attraktive Ian ihr Spielpartner. Von da an stellen sich Vee und Ian gemeinsam den immer gefährlicher werdenden Challenges und werden bald als Internetstars gefeiert. Doch das Spiel hat seine Regeln, und wer nicht nach ihnen spielt, verliert..."

Zur Handlung: Vee hast es, dass sie immer im Hintergrund bleibt. Ihre beste Freundin Syd spielt die Hauptrolle im Schultheaterstück, darf sogar Vees Schwarm Matthew küssen und bekommt anonyme Blumen geschickt, während Vee sich um das Makeup der Schauspieler und den Bühnenvorhang kümmert. Endlich will Vee ihre Nervosität überwinden und etwas Aufregendes machen.

Ihr Moment scheint gekommen, als Matthew sie auffordert, doch eine Challenge bei Nerve zu bestreiten. Das Online-Spiel ist derzeit in aller Munde. Und Vee überlegt sich das nicht zweimal, denn irgendwann muss sie doch aus ihrer Angst ausbrechen. Gemeinsam mit ihrem Freund Tommy nimmt sie ein Video auf - und alles nimmt seinen Lauf.

Ich finde die Idee des Buches grundsätzlich spannend. Wer von euch Black Mirror gesehen hat, wird sich an eine sehr ähnliche Folge erinnern. Es geht also darum, dass anonyme Spielemacher einem kleine Aufgaben zusenden, die nach und nach eskalieren. Schon der Trailer hat das gut gezeigt und damit mein Interesse geweckt. Die Idee bekommt von mir erstmal volle Punktzahl.

Vee ist ein bisschen anstrengend, denn sie stand immer im Schatten ihrer besten Freundin. Gleichzeitig hat sie darauf aber auch immer eine Art Stolz gewonnen, denn schließlich hat die tolle Syd sie damals als Freundin ausgesucht. Vee denkt also auf jeden Fall, dass sie Besseres verdient. So ist sie beispielsweise auch sehr überheblich gegenüber Tommy, der ihr zunächst helfen soll. Auch ihre Verliebtheit in Matthew und ihre Reaktion auf nur kleine Handlungen von ihm waren sehr überzogen. Dennoch fand ich sie nicht gänzlich unrealistisch, da ich definitiv solche Mädchen kenne. Sie ist aber durchaus anstrengend, da sollte man sich darauf einstellen.

Ian steht ihr als der super attraktive aber bodenständige Typ gegenüber. Er ist direkt sympathisch, aber man weiß - wie Vee - keinen Moment, ob nicht alles nur Show ist. Denn was, wenn das alles seine Challenge ist? Dieses Ungewisse macht ihn natürlich noch ein bisschen geheimnisvoller, und dann kommt dazu auch noch seine dunkle Vergangenheit mit einigen Geheimnissen. Dennoch bleibt das alles immer ein bisschen im Hintergrund, Vee ist da doch wichtiger. 

Die Beziehung der beiden ist definitiv Insta-Love. Hier verliert Ian dann schnell jede Glaubwürdigkeit und ich hatte gehofft, das dies noch besser aufgeklärt wird. Wäre es beispielsweise tatsächlich seine Challenge, Vee da etwas vorzutäuschen, wäre sein Verhalten absolut nachvollziehbar. So richtig eine Aufklärung bekommen wir allerdings nicht, also wenn ihr absolut gegen Insta-Love seid, wird euch die Beziehung aufregen. Ich fand es dennoch unterhaltsam und durch den hohen Adrenalinkick des Spiels und das Alter der beiden kann man sie vielleicht ein bisschen herausreden...

Das Spiel selbst hat mit seinen Challenges natürlich viel kreatives Potential. Von machen Challenges war ich dann aber ein bisschen enttäuscht. Der Schweregrad sollte sich ja eigentlich immer steigern, aber während Vee ihre Freunde nahezu verliert aufgrund einer Challenge, muss Ian dann im Gegenzug nur jemanden erschrecken. Dennoch merkt man, wie die Situation immer bedrohlicher wird, und manchmal konnte ich nach dem Lesen gar nicht gleich einschlafen, weil ich noch so aufgekratzt war. Es war also definitiv spannend. Auch reflektiert Vee, dass die Challenges nicht alle gleich schwierig sind.

Alles in allem war dies wirklich spannende Unterhaltungsliteratur. Mehr habe ich ehrlich nicht erwartet, und wurde damit nicht enttäuscht. Das Buch ließ sich richtig flott weglesen und hat meinen Adrenalinspiegel gehoben. Obwohl Vee immer etwas anstrengend war, wollte ich doch nicht mit ihr tauschen, und ich habe durchaus mit ihr mitgefiebert. Schließlich noch eine Anmerkung zum Ende: mir hat es gefallen, es ist aber ein kleines bisschen offen. Wer also will, dass am Ende alles geklärt wird, dazu bräuchte es vielleicht einen zweiten Band.

Habt ihr das Buch gelesen oder lediglich den Film gesehen? Ich denke, ich werde ihn bei Gelegenheit noch anschauen und dann vielleicht berichten.

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Mittwoch, 15. November 2017

Emma denkt

Hallo an alle Träumer und Denker,

ich möchte euch heute ein Buch vorstellen, welches es im Moment nicht mehr zu kaufen gibt. Aber die Autorin hat eine Facebookseite über die sie uns oft ihre Gedanken mitteilt. Nichts anderes tut sie in diesem Buch. Auf 235 Seiten in 12 Kapiteln teilt sie mit dem Leser ihre Gedanke. Es ist keine zusammenhängende Geschichte, jeder einzelne Abschnitt erzählt jedoch sehr viel über das Leben.

Da die Autorin ihren Namen nur über Umwege zugänglich macht, werde auch ich ihn hier nicht nennen, doch Emma denkt existiert auf Facebook, Instagram und auch mit einer eigenen Webseite um mehr über alles heraus finden zu können und auch das Buch oder weitere zu bestellen, da sie diese selbst verlegt und verschickt.

Der große Leitspruch ist "Emotionen sind Herdentiere" und dem kann ich uneingeschränkt zu stimmen. Die einzelnen Texte oder manchmal auch nur Sätze spiegeln vielerlei Emotionen wieder und auch viele zu gleicher Zeit. So kann jeder für sich seine Bedeutung den Texten zu sprechen. Auf diese Weise findet aus meiner Sicht auch jeder einen Bezug zu den Aussagen.

Die 12 Kapitel sind außerdem mit Überschriften versehen, die das Hauptthema des Kapitels darstellen und wunderschön illustriert. Diese Illustrationen stammen von Sarah Hügin. Es ist eine tolle Abwechslung von diesen Bildern unterbrochen zu werden und in eine neue Emotion geführt zu werden.

Viel mehr möchte ich euch gar nicht verraten. Man kann sich stundenlang mit dem Buch beschäftigen, aber auch nur ganz kurz und vor allem, immer wieder. Es macht einfach viel Freude,

eure Blue Diamond.