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Mittwoch, 11. Dezember 2019

Der Jahrhundertwinter: Ein Weihnachtsroman

Hallo an alle Weihnachtsfrauen und -männer,

die Zeit rückt immer näher und so verändert sich auch unsere Lesestimmung. 

Fakten:
  • Richard Dübell
  • Roman
  • 2015 erschienen
  • 192 Seiten
  • List Taschenbuch
  • Preis: 8,00€
Klappentext:
"Heiligabend 1845: Gut Briest ist tief verschneit, ein Schneesturm hält die Region in Atem. Alvin von Briest, seine Frau Louise und sein kleiner Sohn Moritz erwarten ungeduldig die Ankunft von Paul Baermann, einem Freund des Hauses. Doch Paul kommt nicht. Sein Zug ist nie in Genthin angekommen. Alvin ist beunruhigt – bei diesem Wetter kann ein Zugunglück den Tod bedeuten. Gemeinsam mit seinem Freund Otto von Bismarck wagt er sich hinaus in den Sturm, um Paul zu suchen. Louise bleibt mit Moritz auf Gut Briest zurück. Um ihrem Sohn die Angst zu nehmen, erzählt Louise ihm die mittelalterliche Geschichte vom »Hirten«. Auch sie kann nur auf ein Weihnachtswunder hoffen. Wird Alvin Paul noch rechtzeitig finden?"

Dieses Buch scheint erst einmal total kurz zu sein, doch ich habe mir ehrlicherweise mehrere Abende dafür Zeit genommen. Für mich war der Einstieg auch gar nicht so einfach.
Es werden zwei Geschichten parallel erzählt. Die eine ist dabei eine Erzählung in der anderen. Der Jahrhundertwinter ist die Hauptgeschichte und wohl auch nur eine Nebengeschichte einer ganzen Trilogie, das habe ich nicht näher erforscht und es hat dem Leseerlebnis auch keinen Abbruch getan.

Der Hirte ist die zweite Geschichte und spielt lange Zeit davor im Mittelalter. Daher hat das Buch auch viel von einem historischen Roman, wobei man jetzt nicht so viel über das Zeitgeschehen mitnimmt.

Warum es sich hier um Weihnachtsgeschichten handelt, wird erst relativ am Ende klar. Die gesamte Stimmung die die Geschichten versprühen, passen jedoch sehr gut und ließen mir oft das Blut gefrieren. Ich bin immer zwischen - oh voll die schöne Geschichte - und - ohje ohje - hin und her gerissen gewesen. Jetzt kann ich sagen, die Charaktere haben mich einfach nicht so überzeugt. Dafür mochte ich die Moral der Erzählungen sehr und auch wie sich das Blatt wendet.

Aus meiner Sicht eine tolle kleine Lektüre für die Weihanchtszeit und definitiv empfehlenswert,

eure Blue Diamond.



Sonntag, 8. Dezember 2019

Winterwind

Hallo an alle Winterkinder,

wie wir welche sind. Nun geht die kalte Jahreszeit so richtig los. Vereinzelt hat es auch schon geschneit. Wie ist es bei euch?

Fakten:
  • Autorin: Petra Durst-Benning
  • Roman
  • 2015 erschienen
  • 176 Seiten
  • Ullstein Taschenbuch Verlag
  • Preis: 9,99€
Klappentext:
"Aufbruch und Neubeginn ― darum geht es in den sechs stimmungsvollen neuen Geschichten von Petra Durst-Benning. In der Winter- und Weihnachtszeit erfahren ihre beliebtesten Heldinnen und Helden, was es bedeutet, Altes hinter sich zu lassen und Neues zu wagen. Ob die Silhouettenschneiderin Margarete am Stuttgarter Hof oder die Erben der Glasbläserin in Thüringen: Sie alle erleben jetzt besondere Momente voller Spannung, Fröhlichkeit und starker Gefühle. Die kurzen Erzählungen öffnen eine Tür zur Welt von Petra Durst-Benning. In winterlichen Lesestunden laden sie zum Versinken ein."

Dies ist eine Geschichtensammlung und wie ich jetzt weiß, eine ganz besondere, wie ich es bisher nicht kenne. Wir haben es hier nicht mit klassischen Kurzgeschichten zu tun, was einem bereits nach der ersten klar wird. Zunächst konnte ich es gar nicht glauben, aber wir lesen hier tatsächlich immer ein paar Seiten eines eigentlichen Buches und keine Kurzgeschichten an sich. Es ist also wie viele Leseproben aufgebaut. Das zu verkaufen finde ich ehrlich gesagt etwas frech und für mich ging das aus dem Klappentext auch nicht hervor. Was meint ihr?

Nichts desto trotz habe ich mir alle angesehen und mir hat es auch eine Geschichte sehr angetan und das ist die der Silhouettenschneiderin. Dieses Buch werde ich mir sicherlich zu legen oder irgendwie lesen.

Alle Geschichten sind von Frauen die auf  irgendeine Weise mit ihrem Leben zurecht kommen müssen. Dabei sind es ganz verschiedene Zeitalter in denen die Geschichten spielen.

Jede einzelne hat sicher ihren Charme, allerdings ist mir schnell aufgefallen, dass die Geschichten nicht nur ähnliche Themen behandeln sondern auch sehr ähnlich klingen. Das mag vom selben Autor völlig logisch sein, für so eine Sammlung ist es aus meiner Sicht aber ungünstig. Zumindest ich war so total schnell gelangweilt.

Ich glaube aber das jemand der einen schönen Schnulli ohne große Romanze sondern eher mit Frauenpower sucht hier auf seine Kosten kommen kann, zumindest um eine erste Auswahl treffen zu können.

Sonst würde ich es tatsächlich nicht weiter empfehlen, vor allem nicht an die die schon Bücher der Autorin haben. Irgendwie ein bisschen schade,

eure Blue Diamond.


Freitag, 6. Dezember 2019

[Filmkritik] Legend of Tarzan

Hallo an alle Fans des Unerwartetem,

diesen Film gibt es tatsächlich schon ein paar Jahre, allerdings hatte ich bisher nichts davon gehört, bis er im TV kam und wir da hängen geblieben sind.

2016 erschienen diese 109 Minuten als Realverfilmung des Romans Tarzan bei den Affen von Edgar Rice Burroughs und dieser kam tatsächlich 1912 raus. Einige von euch werden sicher den Zeichentrickfilm von Disney kennen. Ja hier haben wir quasi den Nachfolger zumindest zeitlich und auch inhaltlich. Vielleicht entspringt der Zeichentrickfilm auch dem Roman und wurde nur kindgerechter umgesetzt bzw. in Teilen geändert.

Kommen wir nun zur eigentlich Geschichte, die der Film erzählt. Wir sehen Christoph Waltz als Captain Léon Rom in mal wieder einer echt fiesen Rolle, wie er in einen Kampf oder besser Schlacht verwickelt ist. So beginnt nun dieser Film und keiner weiß so was warum und wieso und what...? In der nächsten Szene sehen wir dann schon Alexander Skarsgard der den Tarzan spielt, wie er in der modernen Zivilisation über den Krieg im Kongo Informationen erhält und um Hilfe gebeten wird. Irgendwie gar nicht wie die mir bekannte Geschichte um Tarzan ist, aber es schien spannend zu werden. Ja da verspreche ich aus meiner Sicht nicht zu viel. Bereits nach kurzer Zeit beginnen die Ereignisse sich zu überschlagen.

Schnell lernen wir auch Jane kennen, die von Margot Robbie gespielt wird, und Tarzan begleitet. Dieser Weg führt sie in ihre Vergangenheit. Doch dort angekommen geht einiges schief und schnell geraten beide in die Fänge derer, die den Kongo übernehmen wollen.

Es spielen unglaublich viele Dinge eine Rolle, die ich so nicht erwartet hätte. Auf den ersten Blick kam mir der Film eher primitiv und einseitig vor, doch das ändert sich sehr schnell und wir gelangen unglaublich an Tiefe. Dazu gehören nicht nur herzerwärmende Beziehungen zwischen Menschen und ein großer Zusammenhalt, furchtbar viele Emotionen, sondern eben auch Verhältnisse zur Natur und insbesondere zu den Tieren. Da reden wir von den üblichen Verdächtigen, mit denen Tarzan sich auch erneut ein bisschen anlegen muss, aber alles nur halb so schlimm.

Besonders verliebt habe ich mich in die Rolle von Samuel L. Jackso, dies ist George Washington William. Er folgt Tarzan und stellt sich dabei leider selten dämlich an. Eine tolle Rolle, die alle etwas erdet.
Für mich bringt diese Rolle auch ein bisschen Witz und Charme mit ins Spiel und ja passt einfach dazu. Sicher nicht seine schwierigste Rolle aber dennoch wunderbar gespielt.

Insgesamt empfand ich den Film unglaublich dynamisch. Auch in ruhigen Szenen war immer viel Bewegung drin und kaum hat mal etwas still gestanden. Passend dazu werden auch die Farben gewählt, die auch wenig gesättigt daher kommen. Wenn mit solchen Effekten gespielt wird, liebe ich es immer sehr. Ebenso auffällig ist, dass der Film mit relativ wenig Worten auskommt und das ist etwas, was mir erst hinterher wirklich aufgefallen ist. Das spielt der Rolle des Tarzan natürlich in die Karten und passt zum gesamten Setting.

Die Mangani Gorilla sind für mich ehrlicherweise etwas übertrieben, aber klar, weiß man schnell warum. Akut fetzt mir übrigens sehr, findet selbst heraus wer das ist und warum er mir so fetzt.

Selbst wenn das Ende mich jetzt nicht so richtig von sich überzeugen konnte, so war der gesamte Film einfach toll. Ich würde sagen, wer KingKong mochte, wird auch diesen Film mögen und schätzen.

Von meiner Stelle soll es das zu diesem Film auch gewesen sein, eine echte Empfehlung wenn man mal wieder von der Abenteuerlust gepackt wird und ein bisschen Action möchte,
´
eure Blue Diamond.

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Ich bin Malala!

Hallo ihr Lieblingsleser,

heute möchten wir euch von zwei Büchern berichten, die wir sozusagen zusammen gelesen und diskutiert haben. Kitty hatte zwei Bücher mit eigentlich demselben Inhalt aus der Bibliothek und Blue hatte die englische Ausgabe geschenkt bekommen. Damit haben wir irgendwie verkehrte Welt, da normalerweise Kitty englisch liest und Blue deutsch. Das war echt spannend.


Kittys Bücher:
  • Titel: Ich bin Malala!
  • Autor: Malala Yousafzai und Christina Lamb
  • Übersetzung: Elisabeth Liebl, Sabine Längsfeld, Margarete Längsfeld
  • Erschienen: 2013
  • Verlag: Droemer
  • Seiten: 384
  • Preis: 9, 99 Euro
  • Klappentext: "Am 9. Oktober 2012 wird die damals fünfzehnjährige pakistanische Schülerin Malala Yousafzai von Taliban-Kämpfern brutal niedergeschossen. Sie hatte sich dem Verbot der radikalen Islamisten widersetzt und war weiterhin zur Schule gegangen. Eine Kugel traf Malala aus nächster Nähe in den Kopf, doch wie durch ein Wunder kam das mutige Mädchen mit dem Leben davon - und hat erneut den Taliban den Kampf angesagt."


  • Titel: Malala - meine Geschichte
  • Autor: Malala Yousafzai und Patricia McCormick
  • Young Reader's Edition
  • Übersetzung: Maren Illinger
  • Erschienen: 2014
  • Verlag: S. Fischer
  • Seiten: 268
  • Preis: 7,99 Euro
  • Klappentext: "Malala war zehn Jahre alt, als die Taliban die Macht in Pakistan übernahmen. Mädchen sollten von nun an nicht mehr zur Schule gehen. Doch Malala ließ sich nicht einschüchtern. Sie beschloss, für ihr Recht auf Bildung zu kämpfen. Am 9. Oktober 2012 schossen ihr Terroristen in den Kopf, als sie auf dem Weg von der Schule nach Hause war. Malala hat den Anschlag schwer verletzt überlebt, doch aufgegeben hat sie nicht. Ganz im Gegenteil: Sie ist zu einer internationalen Symbolfigur für den Frieden geworden und zu einem Vorbild vieler Jugendlicher auf der ganzen Welt."

Blues Buch:
  • Titel: I Am Malala: The Girl Who Stood Up for Education and was Shot by the Taliban
  • Autor: Malala Yousafzai und Christina Lamb
  • Erschienen: 2014
  • Verlag: W&N
  • Seiten: 320
  • Preis: 9,19€ (Taschenbuch)
  • Klappentext: "When the Taliban took control of the Swat Valley, one girl fought for her right to an education. On Tuesday, 9 October 2012, she almost paid the ultimate price when she was shot in the head at point-blank range. Malala Yousafzai's extraordinary journey has taken her from a remote valley in northern Pakistan to the halls of the United Nations. She has become a global symbol of peaceful protest and is the youngest ever winner of the Nobel Peace Prize. I Am Malala will make you believe in the power of one person's voice to inspire change in the world."
Zum Thema: Malala Yousafzai begann im Alter von zehn Jahren mit dem Kampf um das Recht auf Bildung für alle Kinder in Pakistan und auf der Welt. Im wunderschönen Swat-Tal wächst sie auf zu einer Zeit, in der die Taliban mehr und mehr Macht erlangen. Aus Afghanistan flieht sogar Osama bin Laden ins benachbarte Gebiet, ohne dass pakistanische Geheimdienste es merken.

Durch Naturkatastrophen und die abgeschiedene Lage wird es den radikalen Gruppen im Swat leicht gemacht. Sie können sich als Retter aufspielen und gleichzeitig vor Gottes Rache warnen. Zunächst sind viele konservative Menschen auf der Seite der Taliban und spenden ihnen sogar ihr Gold. Doch nach und nach beginnt eine Terrorherrschaft im Swat, gegen die die Regierung von Pakistan nichts unternehmen kann. Malala ist eine der Stimmen, die die schwierigen Zustände in die ganze Welt hinaustragen, um auf das Leid und die Angst der Kinder hinzuweisen.

Blues Meinung:

Zu allererst möchte ich sagen, das englische Buch war gut verständlich, das kann ich als bekennender ungern Englisch Leser sagen. Was mir zu schaffen gemacht hat, waren die zahlreichen mir unbekannten Namen, da ich selten Bücher aus der Region lese und auch niemanden mit der Herkunft kenne. Nach einer Weile war ich aber drin und kam nicht mehr ganz so langsam voran.

Den größten Mehrwert, den mir dieses Buch gegeben hat, ist das viele Wissen was vermittelt wird. Noch nie hatte ich einen solchen Einblick und diese völlig neue Perspektive auf Pakistan. Plötzlich ergaben diese ganzen politischen Ereignisse die durch die Medien gingen einen Sinn. 

Das ist gleichzeitig der Punkt der für mich am präsentesten war. Die Politik und gleichsame Verwobenheit mit Kultur und Religion werden auf leicht verständliche Art und Weise sehr detailliert besprochen. Dadurch erfährt man nicht nur etwas über das Leben Malalas oder liest übetrieben gesagt nur ein Buch, sondern lernt auch viel dazu. Ich hatte fast das Gefühl mit Malala und ihren Erfahrungen mit zu wachsen.

Sehr schön waren für mich auch die ausschweifenden Beschreibungen, welche Malala gibt. In meinem Buch ist außerdem eine Karte, welche einem die Orientierung erleichtert. Ebenso besonders in der englischen Ausgabe ist der Anhang mittels Diskussionsfragen und Erläuterungen, nicht enthalten ist dafür die Rede, welche in der deutschen Fassung steht. 

Meine Kritik am Buch bezieht sich ausschließlich darauf, dass es mich emotional nicht gekriegt hat. Das kann natürlich am Englischen und dem Verständnis liegen, doch ich hätte mir da einfach mehr gewünscht. 

Als sehr angenehm empfand ich die Art und Weise wie Malala erzählt. Aus meiner Sicht jetzt kein klassischer biografischer Stil sondern wirklich eher eine Erzählung. Bei mir fanden sich außerdem zahlreiche Zitate, die auch in arabischer Sprache abgedruckt waren, wieder. Ebenso gab es ein paar tolle Bilder, die zwar die Buchrücken des Taschenbuches beim Öffnen rillen, aber auch diese tragen zur besseren Vorstellung für die gesamte Thematik bei.

Empfehlen würde ich das Buch vor allem Jugendlichen und jungen Erwachsenen, explizit Frauen, da das Thema Emanzipation eingeflochten ist und natürlich vor allem aus der kulturell/religiösen Sicht betrachtet wird. Außerdem jedem, der sich für dieses politische Thema interessiert.

Kittys Meinung:

Ich habe nun sowohl die Erwachsenen- als auch die Kinderausgabe des Buches gelesen. Obwohl beide mit jeweils 5 Teilen daherkommen, ist der Aufbau doch sehr verschieden - und teilweise auch der Inhalt. In der Erwachsenen-Ausgabe erhalten wir unglaublich viele politische Hintergrundinformationen. Es geht weniger um das Leben von Malala, als viel mehr um die Umstände unter denen sie aufwächst. 

Da ich bisher sehr wenig über Pakistan wusste, konnte ich so eine Menge lernen. Beispielsweise wird auf die Gründung des Staates Pakistan und seine schwierige politische Historie aufmerksam gemacht, aber auch die Verquickungen mit der westlichen Welt nach 9-11. Es wird deutlich, dass es in diesem Land nicht nur religiöse sondern auch ethnische Klüfte gibt, die die Machtergreifung von einzelnen Personen erschweren. Aber auch auf schwerwiegende Naturkatastrophen wird verwiesen, und wie diese von konservativen, teils radikalen Gruppen genutzt werden konnten.

Aber in der Erwachsenen-Ausgabe sind gegen Ende auch unglaublich ergreifende Momente. Malalas Schicksal ist schließlich kein leichtes. Während sie durch den Schutz ihrer Familie relativ gut aufwachsen kann, ändert sich mit dem Angriff auf sie alles. Ein Kapitel beschreibt die Lage ihrer Familie während und nach dem Angriff, was ich unglaublich ergreifend fand. Ein anderes Kapitel beschreibt ihre Verwirrung, als sie schließlich allein in einem fremden Land aufwacht und sich kaum an etwas erinnert - das meiste mehr Traum als Realität.

Alles in allem fand ich diese Erwachsenen-Ausgabe also unglaublich wertvoll für meine Allgemeinbildung und viele spannende Zusammenhänge wurden mir dadurch noch klarer. Und es ist immer genug von Malalas Leben eingestreut, dass man nicht vergisst, dass es um sie geht. Aber auch zu Tränen hat mich das Buch gerührt und ich bin ehrlich gesagt ein großer Fan ihrer Mutter geworden.

Im Vergleich geht die Jugendausgabe quasi gar nicht auf politische Zusammenhänge ein. Es wird nur das allernötigste erzählt, damit man dem Geschehen folgen kann. Der Fokus ist stattdessen viel stärker auf Malalas normalem Leben. Dabei wird auch ihre Familie noch etwas stärker beleuchtet, ihre kleinen Brüder, mit denen sie oft um die Fernbedienung streitet. Ihr außergewöhnlicher Vater, der seiner Tochter so viel Aufmerksamkeit schenkt als sei sie ein Sohn. Und die Mutter, die immer wieder die Familie zusammen und am Boden hält.

Auch über Malalas Schule selbst, ihre Freundinnen und Lehrerinnen erfahren wir hier etwas mehr. Dies macht es Kindern und jungen Jugendlichen leicht, einen Teil ihres eigenen Lebens in Malalas Geschichte wiederzuentdecken, aber auch Unterschiede zu erkennen. Und wenn es nur der Wunsch von Malalas Bruder ist, ein Mädchen zu sein, damit er auch nicht mehr zur Schule gehen darf. Auf die dramatischen, verzweifelten Augenblicke wird in diesem Buch fast komplett verzichtet, stattdessen beschreibt Malala ein bisschen mehr die Langeweile, die sie während ihrer langwierigen Genesung hatte, aber auch die große Verantwortung, die sie nun vor der Welt und Gott verspürt, nachdem sie überlebt habt.

Insgesamt bin ich froh, dass ich beide Bücher gelesen habe, um ein umfassendes Bild zu gewinnen. Die Jugendausgabe eignet sich wirklich für junge Leser. In meiner Bibliothek steht sie ab 13 Jahren, ich denke auch schon 10jährige würden den Inhalt aber verstehen. Wie gewalttätig der Anschlag auf sie war, wird hier durch die Formulierungen und den veränderten Aufbau des Buches verschwiegen. Für ältere Teenager finde ich die Erwachsenen-Ausgabe dann aber passender, so spätestens ab 15 Jahren. Das soll aber nicht heißen, dass man aus diesem Buch nicht auch schon viel gewinnen kann, vor allem im Vergleich mit anderen Kinderbüchern.

Habt ihr das Buch gelesen, bzw. eins der Bücher? Ist euch Malalas Geschichte von 2012 im Kopf geblieben?

Bis bald,
Eure Kitty und Blue




Unsere Bewertung:

Sonntag, 1. Dezember 2019

Season's Meetings

Hallo meine Romantiker,

heute möchte ich euch von einem Buch berichten, dass ich bereits Anfang des Jahres beendet habe. Allerdings hatten wir da alle längst genug von Weihnachten und ich habe den Post aufgehoben für diese Weihnachtsaison. Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch, weil es eine lebische Weihnachtsromanze ist, das hat mich direkt angesprochen. Ich habe das Buch hauptsächlich gehört, während ich zu Weihnachten zu meiner Familie gefahren bin, und dafür war es perfekt.

Die Fakten:
  • Autor: Amy Dunne
  • Titel: Season's Meetings
  • Sprecher: Nicola Victoria Vincent
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Bold Strokes Books Inc
  • Dauer: 8 Std 24min
  • Preis: 9,90 Euro im Abo
  • Klappentext: "Could the festive road trip from hell actually lead to love? Catherine Birch is a lonely workaholic who hates Christmas. This year, she is being forced to celebrate with her best friend's family in the Highlands of Scotland. Having missed her flight, Catherine reluctantly ventures on a road trip with beautiful stranger Holly Daniels. Although polar opposites, the intense attraction between them is unmistakable. Just as Catherine begins to think spending Christmas with Holly might not be so bad, a raging snowstorm leaves them stranded in the middle of nowhere. Huddled together, with little chance of rescue, they forge a pact: if they escape, they'll make this a Christmas to remember. But will it be remembered for the right reasons?"

Zur Handlung: Catherine ist eine Business-Frau, die in ihrem Job sehr gut ist, aber dennoch eine Beförderung verpasst hat. Leicht verbittert, und ziemlich überarbeitet, verpasst sie ihren Flug nach Schottland, wo sie bei ihrer besten Freundin Weihnachten verbringen sollte. Ihre persönliche Assistentin und gute Seele arrangiert darauf eine Mitfahrgelegenheit: Holly.

Als Holly vor Catherines Wohnung hält, will diese sich am liebsten herausreden, denn Holly fährt ein kleines altes Auto, das kaum Vertrauen weckt. Außerdem kann Catherine selbst nicht fahren und ihre Eltern sind bei einem Unfall gestorben. Doch die hübsche junge Holly hat sie so schnell in den Bann geschlagen, dass sie schließlich doch einsteigt...

Wir lernen Catherine kennen als eine Person, die lieber für sich bleibt. Sie arbeitet viel und hart und hat ihre letzte Trennung noch nicht gut überwunden. Ihre Eltern sind früh verstorben und ihre Großmutter war ihre Bezugsperson. Allerdings ist diese nun auch verstorben, weswegen ihre beste Freundin sie zwingen will, Weihnachten bei ihnen in Schottland zu verbringen. Zusammen mit der persönlichen Assistentin von Catherine gelingt das auch. Catherine erwartet von ihren Untergebenen viel und gute Arbeit, ist sich aber nicht zu schade, selbst ordentlich Überstunden zu schieben. Daher ist sie trotz Workaholic-Status sympathisch.

Als sie nun ihren Flug verpasst, weil sie ihren Mitarbeitern die Weihnachtsparty nicht verderben wollte, und daher Überstunden schiebt, muss sie sich auf einen Road Trip einlassen. Sie hasst Autofahren. Als sie aber die attraktive Bäckerin Holly auf dem Fahrersitz sieht, scheint Weihnachten und Autofahren plötzlich doch gar nicht so schlimm. Holly ist aufgeweckt, lustig und ein sehr warmer Mensch. Man mag sie sofort. Es ist auch nicht schwer vorzustellen, dass Catherine sie mag.

Gerade am Anfang ist Catherine noch so schön unsicher und auch ein bisschen schockiert von ihren Gefühlen, die so lange brach lagen. Daher gibt es einige Momente zum Schmunzeln. Die Geschichte macht generell einfach gute Laune, auch wenn es natürlich in der Vergangenheit beider Damen Schicksalsschläge gab. Die beiden haben insgesamt 8 Stunden Autofahrt vor sich und lernen sich so doch recht schnell kennen. Es war besonders schön, diese Geschichte während des Fahrens so hören. So fühlte es sich manchmal an, als säßen die beiden auf meiner Rückbank.

Allerdings kommt es dann doch zu einem Unfall, denn die beiden wurden vom Wetter überrascht. Der Teil ist beim Autofahren vielleicht nicht ganz so toll zu hören. Dennoch hat für mich einfach dieses passende Gefühl überwogen und hat das Buch zu etwas Besonderem gemacht. Eine wichtige Rolle spielt dann im weiteren Verlauf noch ein Hund, der mich fast dazu gebracht hätte, Hunde zu mögen. ;) Ich bin und bleibe aber Katzenmensch.

Zwischen den beiden geht es gegen Ende dann auch ein bisschen heiß her, allerdings wird dann auch einiges übersprungen, man sollte also nicht zu viel erwarten. Es ist eher eine Romanze als ein richtiger Erotikroman.

Die Sprecherin hatte eine etwas monotone Stimme für den normalen Text, die Stimmen der Charaktere fand ich aber sehr gut getroffen. Nach wenigen Minuten hineinhören, kam ich gut mit. Besonders verliebt bin ich immer in schottischen Akzent, den wir zum Glück auch das eine oder andere Mal präsentiert bekommen.

Insgesamt kann ich euch dieses Hörbuch empfehlen, wenn ihr vielleicht auch demnächst zu eurer Familie fahren müsst und ein passendes Hörbuch sucht. Es kommen definitiv Weihnachtsgefühle auf. Beide Charaktere mochte ich gern, Catherine macht auch eine gute Veränderung durch. Mit Schnee, Überraschungen und Geschenken kann man sich wundervoll einstimmen. Das Ende war dann ein bisschen sehr schmalzig, aber für Weihnachten finde ich das schon mal ok.

Kennt ihr das Buch? Oder habt ihr ein ähnliches Hörbuch, dass ich dieses Jahr für meine Heimfahrt hören könnte?

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:

Samstag, 30. November 2019

Und du bist nicht zurückgekommen

Hallo meine Historienfreunde,

heute möchte ich euch ein Büchlein vorstellen, das für mich etwas sehr Besonderes war. Es ist geschrieben von einer Frau, die das KZ überlebte, als Brief an ihren Vater, der das KZ nicht überlebte. Es ist sowohl voll Gefühl, als auch voller historischer Zeitzeugenmomente, denn die Autorin schreibt auch über ihre Zeit im KZ und danach.

Die Fakten:
  • Autor: Marceline Loridan-Ivens
  • Titel: Und du bist nicht zurückgekommen
  • Original: Et tu nès pas revenu
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: Insel Verlag Berlin
  • Seiten: 110
  • Preis: 17,51 Euro
  • Klappentext: "Marceline ist fünfzehn, als sie zusammen mit ihrem Vater deportiert wird. Sie nach Birkenau, er nach Auschwitz. Sie überlebt, er nicht. Siebzig Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, den er niemals lesen wird."

Zur Handlung: Marceline lebt mit ihrer Familie in Frankreich. 1944 wurde sie zusammen mit ihrem Vater nach Auschwitz deportiert, weil sie jüdisch waren. Sie kamen in getrennte Lager. Danach trafen sie sich nur noch ein Mal, während sie Arbeiten außerhalb der Lager verrichteten. Ihr Vater schrieb ihr einen letzten Brief. Nach Ende des Krieges kehrte Marceline zu ihrer Familie nach Frankreich zurück, der Vater jedoch nicht.

In diesem Brief thematisiert Marceline ihre Erlebnisse in Auschwitz und danach, wie ihre Familie am Verlust des Vaters fast zerbrach. Sie erzählt ihm aber auch von ihrem Leben und all den Dingen, die er nie gesehen hat. Von einem Europa ohne Krieg, einer Welt im Wandel. Auf 100 Seiten gelingt es ihr, all diese Themen aufzugreifen und zu einem Gesamtwerk zu verbinden.

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und habe alles bekommen, was ich erwartet habe. Das Buch ist so kurz und doch steckt so unendlich viel darin. Ich will es aber hier auch gar nicht zerreden. Die Beschreibungen des KZ sind so verstörend, aber gleiches gilt auch für die Beschreibung dessen, was nach dem Krieg geschah.

So leidet Marceline an Surviver's Guilt, sie fühlt sich, als sei ihre Familie traurig, dass sie zurückgekehrt ist. Sie wünscht, ihr Vater könnte an ihrer Stelle sein und sie an seiner. Aber es geht auch darum, wie sie das Leben für sich neu gefunden hat. Und sie beschreibt eben auch, wie sie ihr Leben gelebt hat, was sie entdeckt hat, was ihrem Vater gefallen und auch gar nicht gefallen hätte an dieser neuen Welt.

Ich fand das Buch unglaublich bewegend und dabei immer noch informativ. Es ist nicht nur ein persönlicher Rückblick, sondern etwas, woraus jeder noch lernen kann. Daher finde ich es total schade, dass ich das Buch bisher kaum irgendwo gesehen habe. Es müssten viel mehr Menschen lesen.

Die Autorin ist im vorigen Jahr leider verstorben. Daher bin ich so froh, dass sie dieses Buch mit einem Teil ihrer Erinnerungen hinterlassen hat für uns alle. Sie beschreibt ihre Erlebnisse mit so viel Menschlichkeit, dass man Vieles nachvollziehen und verstehen kann. Ich bin einfach hin und weg.

Ich hoffe, ihr gebt diesem Buch eine Chance. Vielleicht kennt ihr ja auch wen, für den das ein gutes Weihnachtsgeschenk wäre. Es würde mir sehr viel bedeuten, wenn ich nur eine weitere Person auf der Welt dazu bekomme, das Buch zu lesen.

Habt ihr andere ähnliche Buchempfehlungen für mich?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Freitag, 29. November 2019

[Filmkritik] Das perfekte Geheimnis

Hallo an alle Filmfans,

wir haben ja schon lang keinen mehr vorgestellt, habe ich das Gefühl und zu diesem war ich zur Cinelady und auch das ist schon ewig her, das war nämlich vor Halloween. Im Kino war ich da auch irgendwie nach tausend Jahren wieder gewesen und ja, da war dieser Film eine ganz gute Wahl.

Es handelt sich hier um eine Filmkomödie und einen klassisch deutschen Film. Dieser ist zwar ein Remake des italienischen Films Perfetti Sconosciuti, aber ja, wer diesen nicht kennt, wird auf diese Info nun nicht gerade geschubst. Doch es ist wohl auch nicht die erste Neuverfilmung. Das Thema scheint viele zu begeistern. Nun kein Wunder, denn die Umsetzung erscheint mir mehr als einfach.

In 111 Minuten erleben wir sieben Freunde, die bei einem gemeinsamen Abendessen zusammenkommen und etwas verrücktes ausprobieren. In 2019 dem Erscheinungsjahr ist es nämlich irgendwie normal immer parallel soziale Kontakte über das Handy zu anderen Menschen zu haben, als sich nur mit denen zu unterhalten die gerade um einen sind. Online enden Gespräche quasi nie. Zu diesem Abendessen werden also alle sieben Handys in die Mitte des Tisches gelegt und immer wenn ein Anruf oder eine Nachricht reinkommt, muss dies mit allen geteilt werden, ohne das die Personen am anderen Ende davon erfahren.

Nun trudeln natürlich eine Vielzahl von Informationen ein, die jeder gern für sich behalten hätte, oder die so aus dem Zusammenhang gerissen seltsamer erscheinen, als sie wirklich sind. Dazu unterhalten sich die sieben auch über Alltägliches. Hier werden zahlreiche Klischees aufgegriffen und mit ganz entzückenden Wendungen gemischt. Teilweise hätte ich bestimmte Aussagen und Haltungen nicht an einem so "jungen" Tisch vermutet. Irgendwie war mir das manchmal richtig unangenehm und fremd. Gleichzeitig kann ich mir aber gut vorstellen, dass solches Denken immernoch weit verbreitet ist, vor allem wenn es Homophobie betrifft.

Daher bin ich auch sehr hin und her gerissen, ob ich nicht auch ein wenig schockiert bin. Die Einfachheit des Films hat mich grundsätzlich begeistert. Ich liebe Inhalte durch Worte rüberzubringen und brauche keine große Szenerie. Oft hat die mich hier wenn sie da war, sogar gestört. Auch der Witz war gut und prägnant getroffen und klar musste ich relativ häufig schmunzeln, allerdings nie so richtig herzlich lachen. Schlimm bei einer Komödie? Für mich nicht, denn ich habe mich definitiv unterhalten gefühlt.

Kritiker haben den Film sehr auseinander genommen und ihm aus meiner Sicht mehr Kunstwerk unterstellt, als er vielleicht wirklich sein wollte. Klar zieht hier vor allem die hochkarätige deutsche Besetzung, die ich ganz bewusst nicht aufzählen werde. Keiner der Schauspieler hat hier für mich herausragend gespielt, sondern alle gut. Sicher war das auch Absicht, denn es gibt nicht die Hauptfigur, die ständig im Fokus steht.

Ich kann mir sehr gut vorstellen exakt dies mal mit meinen Freunden zu testen. Keine Ahnung wann und wo, aber auf jeden Fall. Was meint ihr?

Zum Ende möchte ich sagen, das war nicht so meins, aber ich kann verstehen, warum es gewählt wurde. Empfehlen kann ich den Film auf jeden Fall für alle, die mit wenig Aufwand, aber pointiertem Dialog glücklich sind,

eure Blue Diamond.






Donnerstag, 28. November 2019

The Handmaid's Tale

Hallo meine Dystopienfans,

im Oktober habe ich richtig viel gelesen und es nicht geschafft, alle Bücher direkt vorzustellen. Da ich diesen Monat aber deutlich weniger schnell vorankomme, hole ich heute mal noch ein bisschen auf. Ich habe euch nämlich noch nicht von diesem inzwischen sehr bekannten Buch berichtet, dass ja auch als Serie verfilmt wurde und jüngst eine Fortsetzung bekommen hat.

Die Fakten:
  • Autor: Margaret Atwood
  • Titel: The Handmaid's Tale
  • Reihe: The Handmaid's Tale 1
  • Erschienen: 1985
  • Verlag: Penguin Vintage
  • Seiten: 324
  • Preis: 9,49 Euro
  • Klappentext: "The Republic of Gilead offers Offred only one function: to breed. If she deviates, she will like dissenters, be hanged at the wall or sent out to die slowly of radiation sickness. But even a repressive state cannot obliterate desire - neither Offred's nor that of the two men on which her future hangs."

Zur Handlung: Nach zahlreichen Katastrophen und einer religiösen Revolution ist Amerika nicht mehr, wie wir es heute kennen. Frauen sind nur noch Gegenstände und werden in drei Kategorien eingeteilt. Es gibt die Ehefrauen, die Mägde (Handmaids) und die Bediensteten, die kochen und putzen. Eine kleine Elite von Frauen ist für die Ausbildung der Mägde zuständig. Alle müssen sich an ihre neuen Rollen gewöhnen.

Offred ist eine Magd. Im Moment lebt sie bei einer Familie, für die sie ein Kind gebähren soll, weil die Ehefrau das nicht kann. Die wenigsten Frauen sind noch fruchtbar, und diejenigen, die in unzüchtigen Beziehungen gelebt haben, werden enteignet, entführt und umerzogen. Offred weiß nicht, was mit ihrem Mann (in zweiter Ehe) und ihrer Tochter geschehen ist, sie darf mit niemandem sprechen außer den anderen Mägden, und vor allem darf sie niemandem vertrauen.

Dieses Buch ist wirklich nicht lang, aber mit hat es sehr viel Überwindung gekostet, es zu lesen und zu beenden. Das Thema lag mir ehrlich gesagt einfach viel zu schwer im Magen. Mit all den politischen Entwicklungen und immer mehr Eskalation um uns herum erscheint eine Revolution wie zu Offreds Zeit gar nicht so unwahrscheinlich. Das macht das Buch sicherlich qualitativ gut, aber nicht wirklich für mich geeignet.

Besonders schockierend finde ich die Beschreibung, wie die Frauen von einem Tag auf den nächsten alle Rechte verloren haben. Ihre Konten werden gesperrt, ihre Chefs müssen sie entlassen, auf einmal sind sie zu 100% von einem Mann abhängig, der ihnen Geld abheben und schon einfachste gesellschaftliche Dinge für sie tun kann. Mir wird schon wieder schlecht, wenn ich nur daran denke, wie lächerlich einfach das im Buch war. Einen Tag bist du ein Mensch, und den nächsten nur noch eine Frau.

Aber auch die jetzigen Zustände, unter denen Offred lebt, sind alles andere als Feel-Good-Unterhaltung. Sie kann niemandem trauen und wird von den meisten anderen Personen missachtet. Dabei kann sie sich ja nicht aussuchen, was mit ihr geschieht. Diese Entscheidung haben andere (Männer) für sie getroffen. Magd beschreibt dabei ihre Person so gar nicht: stattdessen ist sie eine Art Brutmaschine. Allerdings ist künstliche Befruchtung religiös nach wie vor verpönt. Ihr könnt euch den Rest denken...

Die erste Hälfte vom Buch war daher für mich echt eine Qual. Ich musste mir Weihnachtsmusik anmachen, damit ich irgendwie ohne Panik-Attacke durchkomme. Und mir war teilweise wirklich physisch schlecht beim Lesen - wie jetzt auch beim Darüberschreiben. Darauf solltet ihr euch gegebenenfalls einstellen. Nun bin ich aber vielleicht auch ein Sonderfall, da ich die Mutterrolle für mich persönlich völlig ablehne und nie im Leben ein Kind in mir haben möchte. Schon gar nicht für wen anders.

Die zweite Hälfte wurde dann besser. Nachdem man sich irgendwie in dieser dystopischen Welt eingefunden hat, entwickeln sich viele Dinge auf einmal. Offred wird in Machenschaften hineingezogen, die ihr ganzes Leben gefährden können. Schön fand ich auch die Anspielungen auf die Underground Railroad, die es historisch in Nordamerika gegeben hat - diesmal allerdings schmuggelt sie Frauen.

Das Ende, ein Konferenzbeitrag einer historischen Gesellschaft der Zukunft, hat mir wahnsinnig gut gefallen. Da ich selbst Sozialwissenschaftler bin, war das mein Lieblingsteil. Und es lässt uns dann doch voller Hoffnung in die Zukunft blicken, das noch so jedes repressive und unmenschliche Regime sich einmal den Menschen der Zukunft stellen muss, und verantworten muss, was es getan hat.

Alles in allem kann ich das Buch also schon empfehlen, aber nicht weil es eine so tolle Leseerfahrung ist. Ich liebe Margaret Atwood immer noch und freue mich total auf Alias Grace, das schon im Regal auf mich wartet. Aber für mich persönlich war das wirklich ein verstörendes Buch, eine so gräußliche Zukunftsvision, dass ich es kaum lesen konnte. Ich hoffe, wir können alle daran arbeiten, dass so etwas nie geschehen kann, indem wir alle Feministinnen sind.

Kennt ihr das Buch? Und wie fandet ihr die Serie?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:
 

Mittwoch, 27. November 2019

[Nevermoor] Band 1 - Fluch und Wunder

Hallo an alle Magiefans und Abenteurer,

mit Nevermoor beginnt eine neue Reihe, die wohl manche an Harry Potter erinnert, aber irgendwie auch gar nicht vergleichbar ist. Sie hat schon sehr viel Hype bekommen, und das durchaus zurecht.

Kittys Ausgabe - Fakten:
  • Autorin: Jessica Townsend
  • Titel: Nevermoor - The Trials of Morrigan Crow
  • Reihe: Nevermoor 1
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Orion Children's Books
  • Seiten: 371
  • Preis: 7,69 Euro (Taschenbuch)
  • Klappentext: "Morrigan Crow is cursed, destined to die on her eleventh birthday. But, as the clock strikes midnight, she's whisked away by a remarkable man called Jupiter North and taken to the secret city of Nevermoor. There she's invited to join the Wondrous Society. Mystery, magic and protection are hers - if she can only pass four impossible trials, using and exceptional talent. Which she doesn't have..."

Blues Ausgabe - Fakten:
  • Autorin: Jessica Townsend
  • Illustratorin: Eva Schöffmann-Davidov
  • Übersetzer: Franca Fritz & Heinrich Koop
  • Fantasy
  • 2018 erschienen
  • 432 Seiten
  • Dressler Verlag
  • Preis: 19,00€ (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"Willkommen in der Welt grenzenloser Magie! Morrigan Crow ist verflucht, an ihrem 11. Geburtstag zu sterben. Doch als die Zeiger auf Mitternacht zulaufen, wird sie vom wunderbar seltsamen Jupiter North gerettet und in sein Hotel in der geheimen Stadt Nevermoor gebracht. Dort gibt es riesenhafte, sprechende Katzen, Vampirzwerge und echte Freunde für Morrigan. Doch sie muss schwierige Prüfungen bestehen, um in ihrem neuen Zuhause bleiben zu dürfen, und außer ihr scheint hier jeder ein besonderes Talent zu haben. Oder kann Morrigan vielleicht mehr, als sie ahnt?"

Zur Handlung: Morrigan lebt in einer Welt, in der sie als verflucht gilt. Sie kann nicht mit anderen Kindern spielen, sie kann nicht zur Schule gehen und sie ist der politischen Karriere ihres Vaters im Weg. Der ist daher nicht allzu traurig, als Morrigans letztes Stündlein schlägt. Doch anstatt tot umzufallen, kommt ein seltsamer Mann namens Jupiter North, täuscht ihren Tod mit Magie vor und nimmt sie mit nach Nevermoor.

Morrigan ist berauscht von dieser verrückten Wendung. Jupiter scheint genau zu wissen, was er tut, auch wenn manches ihr wirklich Spanisch vorkommt. Bald schon soll sie erfahren, dass in Nevermoor einige Leute magische Fähigkeiten haben - darunter auch ihr neuer Mentor. Und sie selbst soll auch eine dieser Fähigkeiten besitzen, doch sie hat noch nie etwas davon geahnt. Blöd nur, dass sie diese braucht, um die Prüfungen zu bestehen und in Nevermoor bleiben zu dürfen. Während dieser Prüfungen trifft sie auf unverhoffte neue Freunde und auch neue Feinde.

In diesem Buch gibt es viel zu erleben. Nachdem das erste Kapitel sehr frustrierend zu lesen ist, beginnt endlich der Spaß. Morrigan trifft auf die schrägsten Charaktere, aber bildet dabei auch zum ersten Mal Freundschaften - teilweise auch ganz unverhofft. Ihr Mentor Jupiter ist dabei besonders interessant, er hat eine sehr faszinierende Gabe, besitzt das beste Hotel, das man sich vorstellen kann, und weiß offensichtlich mehr über Morrigan als sie selbst.

In vielen Momenten weiß man nicht, was als nächstes geschehen wird. Die Geschichte ist sehr gut konzipiert, sodass man immer dranbleiben und weiterlesen möchte, um zu erfahren, was denn nun mit Morrigan los ist (und noch so einiges anderes Rätselhaftes). Das Buch ist sehr schwer aus der Hand zu legen und bringt sowohl jungen als auch schon etwas älteren Lesern viel Freude.

Der Humor ist dem Buch ist dabei super. Es gibt einiges zu kichern, aber das meiste ist auch sehr clever gemacht. Man muss aber auch sagen, dass Morrigans neuer bester Freund zu einigen Späßen neigt. Es wird manchmal aber auch ein klein wenig gruslig - nicht nur bei der Gruselprüfung zu Halloween. Das Buch schafft eine tolle Balance zwischen den Stimmungen. Man möchte einfach dabei sein. Nevermoor ist eine tolle Welt, in die man hier eintauchen kann.

Das Ende habe ich (Kitty) dann als sehr befriedigend empfunden. Es ist nicht so, dass man das nächste Buch unbedingt direkt braucht, aber auf jeden Fall so, dass man das nächste Buch lesen will. Es wird schon einiges erklärt, aber einiges bleibt auch weiter rätselhaft. Zum Glück ist der zweite Band ja schon erschienen, sodass das Warten nicht mehr lang ist für uns.


Dieses Buch haben Kitty und Blue gemeinsam gelesen. Kitty in der englischen Version und Blue in der Deutschen, die schon einmal verschieden aufgemacht sind. Wir hatten die Kapitel aufgeteilt, um uns immer nach einem Stück auszutauschen. Dies hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir das nun öfter machen wollen.

Da das auch für uns etwas Neues war, dachten wir, wir teilen mit euch einfach Auszüge unserer Gespräche. Authentischer und direkter könnt ihr unsere Meinungen nicht bekommen. Allerdings kann es sein, dass darin Dinge gespoilert werden!


Hier unser erster Austausch nach den ersten Kapiteln.

Kitty: Wie findest du es denn generell bis jetzt so?


Blue: Also ich fand es sehr süß. Ich kann mir gut vorstellen, vor 20 Jahren davon genauso fasziniert gewesen zu sein, wie von Harry Potter. Ich hasse Ivy zu tiefst.

Kitty: Ich hatte ja schon gesagt, das erste Kapitel fand ich so frustrierend. Also ich hab dann überlegt, ob das bei Harry auch so war mit den Dursleys. Ich weiß, ich hab immer die ersten Kapitel da gehasst, ich wollte immer nur nach Hogwarts. Also vermutlich ja, aber als Morrigan da diese Entschuldigungen schreiben soll, da bin ich echt übergekocht innerlich.


Blue: Also ich mochte die ersten Kapitel bei Harry immer, aber hier fand ich auch das erste schrecklich. Es war bei den Briefen toll das dazu stand was sie eigentlich schreiben wollte. 

Kitty: Ja und das hätte sie auch schreiben müssen und im Vergleich zum Vater fand ich die Ivy einfach nur so bissl dämlich, der Vater ist der wahre Fiesling.


Blue: Ich hab den Vater eher als total unbeholfen wahrgenommen. Also ja seine politische Karriere steht im Vordergrund aber ich glaub er hat irgendwie mal irgendwas falsch gemacht das Morrigan ein verfluchtes Kind ist. Ich hoffe die Großmutter kommt nochmal vor. Das Ding mit den Gebotstagen ist auch eine schöne frische Idee. 

Kitty: Also ich hab das so verstanden, dass verfluchte Kinder automatisch diejenigen sind, die an eventide geboren werden, das hat ja mit dem Vater nix zu tun und er behandelt sie ja nicht wie ein Kind. Wo er dann sagt, dass ihre Erziehung ja nicht wichtig ist und nicht so viel Geld kosten sollte, wenn sie ja eh stirbt.


Blue: Abendzeit heißt das bei mir. Ja ich weiß was du meinst, aber ich hab das Gefühl das da nochmal was kommt. Zum Beispiel das er seine Frau hätte besser behandeln müssen, dann wäre die Schwangerschaft anders verlaufen und sie zu einem anderen Zeitpunkt geboren oder so. Bei mir heißt das Ära und jetzt hat nach der Abendzeit die Morgenröte glaub ich begonnen. Da bin ich noch ganz gespannt was da für Erklärungen kommen. 

Kitty: Ja ich weiß gar nicht, ob das groß erklärt wird oder es das einfach gibt.


Blue: Naja aber was es da noch gibt und warum gerade 12 Jahre. 

Kitty: Naja, ich fand den Vater auf jeden Fall schon ganz schön blöd, also er schämt sich ja offensichtlich für sie und sieht sie als pures Problem, dass sein Leben jetzt erschwert. Ich finde das aber auch mit diesem Wunder total interessant. Also ich weiß nicht, wie das bei dir heißt, aber das scheint ja wie so Strom zu sein und dann gibt es da diesen einen Dude mit seiner Firma. Also da bin ich echt gespannt, was am Ende da rauskommt. Weil das ja einen Grund haben muss, dass er sie als Nachfolgerin wollte das hat sicherlich was mit ihrer Fähigkeit zu tun.


Blue: Also bei mir ist das die Wunderbahn mit der kann man sich fortbewegen wie mit einer U-Bahn oder so. Weil da gab es einen Unfall wo ein Wagon verunglückt ist. 

Kitty: Nein, in ihrer alten Welt meine ich. Sie kriegt doch erst so ein Gebot von dem Typen, der dieses Wunderzeug in die Welt bringt, was geheim abgegeben wurde.   


Blue: Bei mir hat sie übrigens eine Fertigkeit keine Fähigkeit, was ja ein immenser Unterschied ist. Mal sehen ob es da einen Übersetzungsfehler gab. Ja in der alten Welt ist der Squall ein Fabrikant der Wunder produziert. Wie die ausgegeben werden ist noch gar nicht benannt. Und ich vermute das alle anderen Bieter wie auch Jupiter für Squall arbeiten. Weil die ja in dieser Gesellschaft für Wunder oder so sind. Seine, ich nenne es mal, Gabe finde ich super schön. Und ja er scheint ein toller Mann zu sein.   

Kitty: Ich glaube nicht, dass Jupiter was mit dem Squall zu tun hat. Diese woundrous society scheint ja eigentlich über den Dingen zu stehen.


Blue: Na oder der Squall war da mal und macht mit seiner Wunderfabrik in der anderen Welt was Verbotenens. 

Kitty: Auf Englisch heißen die gaben glaube "nacks" oder sowas also ich glaube, das ist einfach so ein Ding, dass die Sachen bissl schräg nennen.


Blue: Hihi ja. 

Kitty: Aber ich mag auch dieses Hotel so sehr. Ich bin sehr gespannt, Jupiter meinte ja, das Zimmer kennt sie noch nicht so gut und auch mit dem Leuchter, der dann neu wächst so ein bisschen phönix-mäßig.


Blue: Ja das ist ganz spannend und total faszinierend. 

Kitty: Ich hoffe dazu kommt noch mehr.


Blue: Der Zwergvampir erinnert mich an Dobby. 

Kitty: Ja, also nicht an Dobby, aber geil. Dobby war doch nicht so aufmüpfig.


Blue: Nein, das stimmt. Vielleicht eher wie einer der Kobolde. 

Kitty: Und die Frage ist ja auch, was hat die Morrigan, dass sie die Erste ist, die Jupiter da ins Rennen schickt und seine Gabe ist wirklich toll.


Blue: Ja auch spannend, aber ich glaub der Junge der da auf dem Dach was gesagt hatte und auf seinen Fotos ist, hat damit zu tun. 

Kitty: Ja, also bei mir ist der auch mit auf dem Cover, der spielt sicher noch eine Rolle.


Blue: Mein Cover bildet sie ja ganz falsch ab, das ist mir als Erstes aufgefallen. Außer es ändert sich noch was. Ich mag auch Martha, ich hoffe die spielt auch eine größere Rolle und Fen die Magnifikatze. 

Kitty: Ja große Mietze. Ich frage mich sowieso, ob sie während der Trials dann noch in dem Hotel wohnt oder ob es dann auch noch wie eine Schule gibt. Also ich finde es bisher echt super, aber ich finde nicht raus, wie viele Bücher das mal werden sollen, vielleicht steht das aber noch nicht fest. Es gibt ja schon das Zweite und das Dritte kommt auf Englisch dann nächstes Jahr raus, danach sind wohl noch 3, die ein Publisher bestellt hat, und dann könnten noch mal 3.


Blue: Das ist ja grausam, weil das sich dann wieder ewig zieht. 


Das ging doch jetzt relativ spoilerfrei, oder? Das soll so bleiben und deswegen haben wir ein paar Stellen rausgenommen, die zu viel verraten würden.

Blue: Also die drei Prüfungen die waren. Ich hab vergessen wie die erste heißt, Buchtragprüfung oder so, hat mich so an Harry Potter erinnert. Das hat mich irgendwie gestört, aber ich find die Idee an sich super toll. Der mündliche Teil dazu war absolut lustig.


Kitty: Ja, ich dachte, der mündliche ist genau dein Ding. Ich find das ziemlich cool, dass die nie das prüfen, was man denken würde. 

Blue: Die zweite Prüfung fand ich mit dem weißen Kleidungsstücken und der Farbe super gut. Das mit dem Rennen war irgendwie komisch. Super war der Twist mit ***. Die Schreckensprüfung hab ich nicht verstanden und ich hab auch nicht verstanden warum Hawthrone sich nicht daran erinnert das Cadence da war.


Kitty: Ich find die Cadence ja richtig doof. Wie heißt der andere, der Neffe? Der ist weird. 

Blue: Jack, Jack find ich irgendwie voll spannend. Der trägt doch die Augenklappe und in der einen Nacht wo Morrigan ihn auf dem Flur erwischt, hat er die doch nicht auf und sieht irgendwas krasses. Auf jeden Fall ist er da von irgendwas geschockt und ich glaube er kann sowas ähnliches wie Jupiter. Also bei mir war zuletzt die Feier rund um Nikolaus und die Julkönigin.


Kitty: Ok, da bin ich noch nicht. Bei mir ist das letzte mit dem wundersmith. Dass das der Dude ist, der sie als Nachfolger will. 

Blue: Ja das war bei mir auch. Aber ich hab nicht gecheckt warum der Wunderschmied eine Gruselfigur ist.


Kitty: Ich denke, der kann quasi mit dem Wunder machen was er will, aber da das der Titel vom 2. Band ist, wird man darüber bestimmt noch nicht so viel erfahren jetzt. 

Blue: Aber Mr. Jones ist irgendwie cool.


Kitty: Ja aber ich bin mir nicht sicher, ob der echt ist. 

Blue: Naja aber nach der Schreckensprüfung hat Hawthrone ihn doch auch gesehen.


Kitty: Ja schon, aber er war ja in dem Hotelteil wo keiner hin darf und ich denke, vielleicht ist er nur eine Art Erscheinung von dem wundersmith, dass der auch damals so ganz schnell verschwunden war bei den biddings. 

Blue: Achso und im Süden des Hotels ist vielleicht mal was mit dem Wunderschmied passiert.


Kitty: Wer weiß. 

Blue: Und deswegen kann der da in Erscheinung treten. Glaubst du Morrigan kann irgendwas mit Schatten machen. Das war in dem Schattenzimmer so seltsam.


Kitty: Ja, das stimmt, aber glaub ich nicht. Ich denke, das war das Zimmer selbst. 


Das soll es inhaltlich auch schon gewesen sein. Wir hoffen euch hat diese andere Art und Weise unserer Rezi gefallen und ihr konntet einen ebenso guten Eindruck von dem Buch gewinnen wie sonst. Gebt uns unbedingt euer Feedback, ob wir sowas mal wieder machen sollen oder lieber nicht. Wir freuen uns schon sehr auf Band 2,

eure Kitty Retro und Blue Diamond.




Unsere Bewertung:


Dienstag, 26. November 2019

Sawkill Girls - Scaralong

Hallo meine Gruselleser,

ein Buch ist noch auf meiner Liste, das ich euch im Oktober nicht vorgestellt habe. Wie ihr sicherlich bemerkt habt, sind wir im Moment dabei, unsere Rezensionsberge abzuarbeiten, denn die liebe Blue und ich haben dieses Jahr schon deutlich mehr gelesen als gepostet und wir wollen euch nichts vorenthalten. Darum gibt es heute diese überfällige Rezension.

Die Fakten:
  • Autor: Claire Legrand
  • Titel: Sawkill Girls
  • Sprecher: Lauren Ezzo
  • Erschienen: 2018
  • Verlag: Harper Audio
  • Dauer: 12 Std. 58min (ungekürzt)
  • Preis: 9,90 Euro im Abo
  • Klappentext: "Who are the Sawkill Girls? Marion: The newbie. Awkward and plain, steady and dependable. Weighed down by tragedy and hungry for love she’s sure she’ll never find. Zoey: The pariah. Luckless and lonely, hurting but hiding it. Aching with grief and dreaming of vanished girls. Maybe she’s broken - or maybe everyone else is. Val: The queen bee. Gorgeous and privileged, ruthless and regal. Words like silk and eyes like knives; a heart made of secrets and a mouth full of lies. Their stories come together on the island of Sawkill Rock, where gleaming horses graze in rolling pastures and cold waves crash against black cliffs. Where kids whisper the legend of an insidious monster at parties and around campfires. Where girls have been disappearing for decades, stolen away by a ravenous evil no one has dared to fight…until now."


Zur Handlung: Nach dem Tod ihres Vater, zieht Marions Familie nach Sawkill. Ihre Mutter strebt nach einem Neuanfang, ihre Schwester möchte wieder richtig leben. Doch Marion kann so leicht nicht loslassen. Und Sawkill begrüßt sie mit seltsamen Migräneanfällen und einer Tragödie.

Zoey hat ihre beste Freundin an ein schreckliches Verbrechen verloren. Ihr Körper wurde nie gefunden und auch kein Täter. Doch Zoey ist sich sicher, dass sie weiß, wer mit dem Verschwinden zu tun hat: Val. Mit ihr hat Zoeys beste Freundin vor ihrem Tod überraschend viel Zeit verbracht. Aber hat Zoey Recht, oder spricht da nur die Eifersucht aus ihr? Gibt es auf Sawkill etwas, das Mädchen tötet?

Dieses Buch hatte ich ziemlich zeitgleich mit Strange Grace begonnen. Beide haben ein sehr ähnliches Set-up: ein Monster in einer kleinen Gemeinde, drei Freunde oder Feinde oder Liebhaber, die dagegen kämpfen. Beide Bücher entwickelten sich dann sehr unterschiedlich, aber beide Bücher konnten mich zum Glück überzeugen.

Die drei Hauptfiguren könnten nicht unterschiedlicher sein. Marion treffen wir zuerst, mit ihr betretenn wir zum ersten Mal die Insel Sawkill. Mit ihr zusammen erfahren wir von seinen Geheimnissen. Ich mochte sie als Charakter, sie wirkt oft wie der rationale Anker in der Gruppe. Sie hat extrem viel Liebe zu geben, aber auch Schmerz in sich, und sie strahlt einfach Ruhe aus. Das Gegenteil ist Zoey, sie glaub von sich, dass sie gar keine Liebe zu geben hat. Ich fand Zoey teilweise etwas anstrengend, da sie die ganze Zeit am Ausrasten ist, obwohl sie sich bereits am meisten mit Sawkill und seiner blutigen Geschichte beschäftigt hat. Sie trifft häufig auch einfach irrationale Entscheidungen. Val macht im Laufe des Buches vermutlich die größte Veränderung durch. Sie hat ein dunkles Geheimnis, wirkt am Anfang aber nur arrogant. Was wirklich hinter ihr steckt, zeigt sich erst in der zweiten Hälfte des Buches.

Der Aufbau der Geschichte hat mit gut gefallen. Ich hatte das Gefühl, dass immer etwas passiert, und war gespannt, wie es weitergeht. Trotzdem nimmt das Buch sich auch Zeit für die Charaktere und es gibt ruhige, tiefe Momente zwischen ihnen. Und da alles Teenager sind, gibt es natürlich auch einige dramatische Momente, die ich aber passend fand. Besonders hervorgehoben wird häufig auch die ausführliche Sexszene zwischen zwei weiblichen Charakteren. Leider habe ich diesen Teil im Bus zwischen Schulkindern gehört und war etwas abgelenkt. Aber wer sowas nicht mag, kann es auch gut überspringen, es ist kein großer Teil der Geschichte. Und wer sowas mag, umso mehr Grund dieses Buch zu lesen.

Das Monster fand ich auch sehr gruselig am Ende. Man lernt es schon recht früh kennen, aber gegen Ende des Buches zeigt es erst richtig, was es kann. Dazu beigetragen hat aber auch die Sprecherin. Die macht ihren Job gerade beim Monster unglaublich gut. Da haben sich mir einige Haare aufgestellt. Abgesehen vom Monster-Monster wird auch noch eine feministische Diskussion aufgemacht, bei der man sich fragen kann, welche Monster noch so auf dieser Insel sind.

Die Atmosphäre ist in diesem Buch auch wirklich besonders. Sawkill ist ein Fels im Meer, auf dem eine kleine Stadt ist. Alles fühlt sich abgeschieden an, gleichzeitig sind die meisten Familien da auch sehr reicht. So spielt ein Großteil der Handlung auf dem Grundstück von Vals Familie, was definitiv auch dieses Gefühl eines Ferienortes für reiche Familien versprüht. Der Fels selbst wird außerdem auch zum Charakter in der Geschichte, was ich sehr clever gemacht fand.

Das Ende konnte mich schließlich auch voll und ganz überzeugen. Man kann nicht behaupten, dass es den Charakteren zu leicht gemacht wird. Auch die Dynamik der Charaktere am Ende war toll. Ich mochte es, wie die Charaktere sehr achtsam und unterstützend miteinander sein können, obwohl sie sich nicht wirklich kennen oder nicht mögen. So sollte die Welt sein. Und es geht dann auch ein bisschen auf Herz und Tränendrüse am Ende. Wirklich rundum gelungen.

Alles in allem kann ich nichts Schlechtes über dieses Buch sagen: es war gute Unterhaltung, hat spannende und wichtige Themen aufgegriffen, hat menschliche und realistische Charaktere, die auf interessante Weise miteinander interagieren, das Monster hat auch Gruselfeeling aufgebaut und die Atmosphäre war sehr besonders. Lest es.

Kennt ihr das Buch oder habt ihr es gar schon gelesen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





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