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Sonntag, 23. Juni 2019

Ein Sommer in Irland

Hallo an alle Reiselustigen,

mit dem Sommerbeginn habe ich ein eben solches Buch für euch. Dieses hat die liebe Kitty mir im letzten Jahr geschenkt und es hat mir zur Hälfte über den Sommer geholfen, doch ich hatte schnell erkannt, dass dies ein Buch werden würde, das ich sehr mögen würde und hätte ich es im letzten Jahr beendet, hätte ich immer eine doofe Erinnerung daran gehabt. Ich hatte mir also 200 Seiten aufgehoben und habe diese heute gelesen und das Buch damit beendet und hatte ein wundervolles Gefühl dabei.

Fakten:
  • Autorin: Ricarda Martin
  • Roman
  • 2016 erschienen
  • 512 Seiten
  • Knaur Taschenbuch Verlag
  • Preis: 9,99€
Klappentext:
"Caroline wird von ihrem Chef nach Irland geschickt, um dort auf einem idyllischen Cottage nach einem wertvollen alten Buch zu forschen und es bei einer Auktion zu ersteigern. Da sie die Sommerferien mit ihrer jugendlichen Tochter Kim verbringen will, muss diese gegen ihren Willen mit nach Irland reisen. Die Suche nach dem alten Buch wird für Caroline und Kim zu einer Suche nach einem Familiengeheimnis und ihren eigenen Wurzeln. Die Reise und die traumhafte Umgebung Irlands helfen den beiden, wieder näher als Familie zusammenzufinden. Auch die Liebe findet Einzug in die kleine Familie, wird am Ende Irland für die beiden das große Glück bedeuten?"

Die Geschichte wird von dem Klappentext ganz gut wiedergegeben zumindest was die ersten 200 Seiten angeht. Auf diesen scheint es sich noch um ein ganz normales kitschiges Buch zu handeln, was ein Familiendrama der Neuzeit erzählt und es auf wundersame Weise in einem fremden Land zu lösen scheint.

Wir lernen unsere Hauptcharaktere kennen und verfolgen das Leben von Caroline und Kim abwechselnd. Hin und wieder schauen wir auch aus anderen Perspektiven auf das Geschehen. Das fremde wirkt geheimnisvoll und die ein oder andere Liebelei die eben zum Sommer dazu gehört, kommt ebenso ins Bild.

Es wird viel Text auf Umgebungsumschreibung gelegt ohne zu detailliert zu sein. Manchmal wirkten Situation auch sehr abgehakt und irgendwie nicht zu Ende gedacht oder geschrieben. Doch dann beginnt die zweiten Hälfte des Buches mit dem Inhalt eines anderen Buches, was für die Geschichte wichtig ist.

Dieses spielt um 1900 und erzählt Amys Leben, die fliehen muss, einen vermeintlich tollen Mann heiratet und dann zum Spielball dessen wird, um schließlich wieder fliehen zu müssen. Schließlich stellen wir fest, dass es eine Verbindung zur Gegenwart gibt und immer wieder werden einzelne Kapitel gezeigt und damit die Vergangenheit fortgeführt und mit der Gegenwart verwoben. Hier beginnt die Geschichte an Dynamik zu gewinnen und ich flog geradezu über die Seiten.

Auch der Schreibstil passte sich meiner Meinung nach der jeweiligen Zeit in der wir gerade waren an und das hat mich ehrlich beeindruckt und in eine tolle Atmosphäre versetzt. Es werden auch politische Aspekte benannt und kurz umschrieben, wobei nichts tief behandelt wird. Darum geht es eigentlich ja auch nicht im Buch und darum ist die Balance ganz gut gehalten. Auch der Umgang mit Homosexualität und Traditionen spielt eine Rolle. Gerade die Szenen der Vergangenheit waren für mich so gut geschrieben, dass ich sie förmlich vor Augen hatte, was nicht immer gut war.

Manchmal ist mir leider auch der ein oder andere Satz aufgefallen, bei dem ich gestolpert bin, weil ich einfach nicht flüssig durchlesen konnte. Irgendwie waren sie grammatikalisch sicher richtig, aber eben aufhaltend im Vergleich zu den Sonstigen.

Zum Ende hin werden alle Geheimnisse aufgeklärt, bei denen man zuvor mit rätseln konnte. Ich lag mit meinen Vermutungen sehr richtig, auch wenn ich natürlich nicht das tatsächliche Ergebnisse hätte vorhersehen können. Es war mir vielleicht etwas zu abgedreht und verrückt. Ein bisschen weniger Drama hätte sicher nicht geschadet.

Dennoch war die Geschichte sehr einprägsam und mitreißend. Sie war emotional sehr gut verteilt und hatte vor allem am Ende sehr viel Spannung, sodass es sich nicht mehr weglegen ließ.

Empfehlen kann ich es somit vor allem denen, die Familiendramen mit etwas historischem Hintergrund mögen und gern ein bisschen mit grübeln, wer was wieso und warum,

eure Blue Diamond.



Freitag, 21. Juni 2019

Das Imperium

Hallo meine Sci-Fi-Leserinnen,

heute kommen wir endlich zum Ende einer Trilogie, die mir sehr gut gefallen hat. Jedes Buch hat mich ein bisschen weiter in diese Welt hineingezogen. Nach dem Motto "Aller Anfang ist schwer" war es im ersten Buch noch schwierig, sich an den besonderen Schreibstil zu gewöhnen, doch nun beim dritten Band fiel es mir dadurch umso leichter, wieder in der Welt zu versinken.

Die Fakten:
  • Autor: Ann Leckie
  • Titel: Das Imperium (Original: Ancillary Mercy)
  • Übersetzung: Bernhard Kempen
  • Reihe: Roman aus der Fernen Zukunft 3
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
  • Seiten: 446
  • Preis: 14,99 Euro
  • Klappentext: "Das Imperium der Radchaai hat sich über viele Tausend Sternsysteme ausgebreitet. Jetzt droht es, in einem Bürgerkrieg zu zerbrechen, denn die auf viele Körper verteilte Person der Imperatorin hat sich in zwei feindliche Fraktionen aufgespalten. Allein Breq, die ehemalige Maschinenintelligenz eines Raumschiffs, stellt sich mutig gegen die Herrscherin. Doch dann taucht aus einem scheinbar inaktiven Portal jemand auf, den es eigentlich gar nicht geben dürfte - und das Schicksal des ganzen Imperiums steht plötzlich auf Messers Schneide..."
Zur Handlung: Die letzte Hilfseinheit der Gerechtigkeit der Torren Breq ist immer noch im Kampf gegen ihre größte Rivalin - die Herrscherin der Radch. Einst wurde sie gezwungen Soldatinnen zu töten, die sie lieb gewonnen hatte. Nun jedoch kann sie niemand mehr beeinflussen und sie geht ihren eigenen Weg. Dieser Weg kreuzte sich mit einem neuen Planeten und der dazugehörigen Station. Hier will sie nun für Frieden und Gleichbehandlung aller Bürgerinnen einstehen.

Doch nachdem im letzten Band schon so viel schief gegangen ist, taucht nun die kleine Flotte einer der Herrscherinnen auf. Breq ist nicht sicher, welche es ist, aber klar ist sofort, dass sie feindlich ist. Breq schmiedet mit ihrer Besatzung einen schwierigen und gefährlichen Plan, um sich und die Bewohnerinnen der Station zu retten.

Wie ihr vielleicht schon herauslesen könnt, ist eine Besonderheit dieser Reihe, dass sie im generischen Femininum geschrieben ist, also für alle Personen stets die weibliche Wortform verwendet wird. Dies führt in Verbindung mit der Welt der Radchaai dazu, dass alle Figuren für uns als Leserinnen geschlechtslos sind. Daran kann man wunderbar sein eigenes Gehirn testen, wie sehr es sich bemüht, dennoch Geschlechtszuschreibungen vorzunehmen. Schließlich ist das in unserer Gesellschaft sehr tief verankert. Aber es macht es auch möglich, dass jede jede lieben kann in dieser Welt, ganz unabhängig von Geschlechts- und Sexualitätsnormen. Ich habe diese Welt sehr liebgewonnen und hatte am Ende sehr viel Spaß mit diesem Leseerlebnis.

Der Schreibstil ist aber für mich auch so etwas ungewöhnlich, denn ich lese wenig Sci-Fi und wir hören die Geschichte außerdem aus der Sicht einer künstlichen Intelligenz, die auch durchaus manche Dinge anders denkt als wir. Aber gerade diese besondere Sprache verschmolz für mich perfekt mit Handlung und Setting und ich finde es einfach nur gelungen.

Die Handlung selbst ist wenig vorhersehbar. Breq unternimmt einige gewagte Abenteuer, aber letztlich passiert das meiste diesmal auf zwischenmenschlichen Ebenen. Selbst eine große, sagenhafte Schlacht am Ende des Buches bleibt aus und fehlt mir auch nicht. Stattdessen wird viel mit Köpfchen gearbeitet. Breq selbst vertritt dabei eine sehr egalitäre Position - in ihrer Welt hat jede die gleichen Rechte. Das wirkt sich dann auch auf das Ende auf, wo eher Randfiguren dann plötzlich wichtig werden. 

Viele Menschen haben ja Probleme mit großen Finalbänden von Reihen, und sicherlich gibt es auch Personen, die dieses Buch als Abschluss nicht mochten. Was mir an diesem Ende einfach besonders gut gefallen hat, ist, dass das Buch nicht versucht, größer zu sein, als es ist. Stattdessen knüpft er sehr gut an die Qualität der Vorgängerbände an und lässt sich nicht zum absoluten großen Finale hochstilisieren. Darum hatte ich Spaß daran.

Natürlich habe ich die Charaktere inzwischen alle sehr ins Herz geschlossen. Breq muss man einfach mögen, zumal sie als KI mehr Menschlichkeit zeigt als viele Menschen um sie herum, denn sie wird nicht geleitet von Gier oder Machtgelüsten. Seivarden macht immer noch einiges durch und ist immer noch ein unverbesserlicher Charakter, aber es gibt so viele niedliche, zarte Momente zwischen den beiden. Und auch Tisarwat mochte ich sehr gern in diesem Band, denn sie ist ein bisschen durchtrieben, aber auch gut und reflektiert. 

Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass Breqs Vorgeschichte diesmal keine große Rolle mehr spielte. Stattdessen wurden noch einmal neue Charaktere eingeführt, die teilweise auch sehr skurril sind, ich sage nur Fischsauce, und es wurde auch auf ein paar witzigere Momente gesetzt. Aber das heißt nicht, dass es nicht emotional herausfordernde und aussichtslose spannende Moment gibt. Ich fand das Buch einfach gut abgerundet.

Am Ende bleibt mir daher nur zu sagen, dass dies ein würdiger Abschluss für eine Buchreihe ist, ich die Charaktere vermissen werde und mein Herz höher schlug, als ich erfuhr, dass es zumindest ein weiteres Buch aus der Welt gibt, wenn auch mit anderen Charakteren. Ann Leckie hat mich voll von ihren Fähigkeiten überzeugt und bleibt definitiv auf meinem Radar.

Kennt ihr die Reihe? Oder Sci-Fi auch für euch Neuland?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:
 

Mittwoch, 19. Juni 2019

Rache und Rosenblüte

Hallo ihr Lieben,

heute kommen wir auch endlich zum zweiten Band dieser traumhaften Reihe

Fakten:
  • Autorin: Renée Ahdieh
  • Roman
  • 2017 erschienen
  • 432 Seiten
  • ONE Verlag
  • Preis: 17,00€ (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"Shahrzad war gekommen, um den Kalifen zu töten. 
Und sie blieb, weil sie ihn liebte. 
Doch ein Fluch, so mächtig und dunkel wie eine Wüstennacht, steht ihrer Liebe im Weg. 
Nur Shahrzad allein kann ihn brechen, auch wenn das bedeutet, dass sie ihre Liebe womöglich opfern muss."

Also zunächst führt der Klappentext etwas in die Irre. Der Inhalt ist schon irgendwie ein bisschen anders als hier beschrieben.

Der Beginn ist von einer neuen Umgebung geprägt. Wieder lernen wir auch da neue Charaktere kennen. Diese sind mai von andere Art als wir es bisher wissen. Ich mag die Zauberei die eingebaut ist ganz gut, allerdings sind wir manche Momente zu kurz geraten.

Wir wechseln häufig die Perspektive, aber beinahe nie. Außerdem kommen manche Figuren noch einmal die ich nicht so stark beschrieben hätte. Der Vater der Orinutssin stellt eine besondere Herausforderung dar.

In diesem Band haben wir es auch mit ein paar mehr Kriegssekunde auszuwerten. Ich persönlich hab kein Problem damit da auch eine gewissen Gegenfinfanzierung von Momenten gegeben ist. Allerdings geht es für mein Verständnis in diesem Band woanders hin als ich gedacht hätte.

Besonders schön finde ich die Schwester von Sharazad. Sie entwickelt sich in diesem Band ungemein und durchgehend bis zum Schluss. Sie ist mir sehr sympathisch.

Die Liebesgeschichte unseres Dreigespanns geht ebenso weiter und führt beinahe zu einer Katastrophe. Dieser Teil ist irgendwie im Fokus aber eben auch nicht. Wenn ihr diesen Band lest, werdet ihr das selbst sehen.

Das Buch war sehr schön und authentisch. Ich würde es jeden Empfehlen. Es ist auch nicht do schnulzig wie es klingt.

Es liest sich außerdem sehr schnell weg und ist wie Band 1 sehr hübsch aufgemacht.

Eure Blue Diamond



Sonntag, 16. Juni 2019

Truly Madly Guilty

Hallo meine Thrillerleser,

nachdem letztes Jahr mit Big Little Lies ein Buch der Autorin als Serie verfilmt wurde, habe ich dieses Buch wirklich interessiert und aufgeregt aus der Bibliothek ausgeliehen. Die Serie hatte mir sehr gefallen, da es viele interessante Frauencharaktere waren, die im Fokus stehen. Außerdem beschäftigt sie sich mit sehr krassen Themen wie Gewalt in der Ehe. Daher hoffte ich, dieses Buch würde mich vom Hocker hauen.

Die Fakten:
  • Autor: Liana Moriarty
  • Titel: Truly Madly Guilty
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Penguin
  • Seiten: 465
  • Preis: 7,39 Euro
  • Klappentext: "Three couples. Two best friends. One perfect sunny day. By the end of it a lifelong friendship will be in tatters, a marriage will be on the rocks and an innocent bystander will be dead. In just one evening six lives will change forever..."

Erika weiß nicht, warum sie an diesem Tag angehalten hat, als ihr Nachbar Vid ihr auf der Straße begegnete. Sie weiß nicht, warum sie erwähnte, dass ihre beste Freundin mit ihrer Familie später vorbeikommen würde. Und sie weiß nicht, warum sie die Einladung von Vid annahm, noch zum Barbeque vorbeizukommen. Vor allem aber weiß sich nicht mehr genau, was an diesem Abend eigentlich passierte.

Clementine ist Cellistin. Bald hat sie ein wichtiges Vorspielen und müsste jeden Tag darauf trainieren. Doch mit zwei kleinen Kindern und einen Haushalt voller Chaos ist das nicht so leicht. Und dann ist da auch noch ihre "beste Freundin" Erika. Schon als Kind fühlte sich Clementine nie wohl mit dieser Freundschaft, musste immer nur geben und bekam scheinbar nichts zurück. Zumindest bis zu diesem Barbeque.

Die Handlung dieses Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Wie begleiten die wichtigsten Charaktere ab etwa sechs Wochen nach dem Barbeque und springen dann in Zwischenkapiteln immer wieder zum Tag des Barbeque zurück, um langsam zu erfahren, was passiert ist. Das macht auf Thriller-Ebene Sinn, da ich das Thema des Buches aber eigentlich unpassend finde für einen Mystery-Twist, finde ich es eher schwierig.

Wir betrachten drei Familien. Im Mittelpunkt stehen Erika und Oliver. Sie sind ein Außenseiterpärchen, sehr sportlich, gut organisiert und bisher kinderlos. Clementine und Sam sind mit ihnen befreundet und wurden von den beiden eingeladen, um etwas Wichtiges zu besprechen.Sie haben zwei kleine Töchter und führen das perfekte Familienleben - nach außen. Vid und Tiffany sind die Nachbarn von Erika und Oliver. Sie haben eine größere Tochter Dakota, die Bücher liebt. Vid liebt Gäste und lädt die anderen daher zum Barbeque ein. Er hat offensichtlich einen Migrationshintergrund. Durch seine Frau Tiffany haben beide sehr viel Geld und ein sehr ausgefallenes Haus.

Mit Erika und Oliver konnte ich gut mitfühlen. Ihre Beziehung hat für mich viel Sinn gemacht. Beide kommen aus komplizierten Familien und Erikas Mutter war eine Horderin und konnte nie richtig für Erika sorgen. Daher hatte die Mutter von Clementine, die Sozialarbeiterin war, die Freundschaft zwischen Clementine und Erika sehr gefordert und gefördert. Clementine empfand aber Erika als jemand, der sich in ihre Familie einschleicht. Daher ist ihre Freundschaft extrem ungleich und wird für Clementine als Ärgernis erlebt. Außerdem fühlen sich Clementine und Sam den beiden anderen permanent überlegen und empfinden sich als bessere Menschen.

Damit hatte ich große Probleme. Die Freundschaft von Clementine und Erika hat mich sehr wütend gemacht, weil Clementine einfach eine furchtbare "Freundin" ist. Ich hätte sie so gern geschüttelt. Das Pärchen funktioniert nur deswegen so gut, weil beide noch nie eine Herausforderung im Leben hatten. Alles lief immer wie am Schnürchen. Und damit komme ich einfach nicht klar. Als dann bei ihnen etwas Schwieriges passiert, sind sie völlig überfordert und drohen daran völlig zu zerbrechen.

Vid und Tiffany sind eher Außenstehende, aber treffen schließlich sehr wichtige und intelligente Entscheidungen. Ihre Tochter Dakota ist eine Leidende des Geschehnisses, und für eine Weile wird ihnen das nicht klar. Als sie aber verstehen, was los ist, tun sie alles und überschreiten auch Grenzen, um sich und ihrer Tochter zu helfen. Ich empfand diese beiden als gesündeste Menschen in dem Buch. Vid fand ich so sympathisch, Tiffany ist sexy aber auch sehr clever und ich mochte diese Zusammensetzung. Wie Clementine und Sam die beiden wahrnehmen, fand ich aber auch echt strange...

Was mich am meisten genervt hat an diesem Buch, neben der Freundschaft zwischen Clementine und Erika und vor allem die Ehe von Clementine und Sam, war, dass der Twist in diesem Buch für mich einfach nicht gut war. Es wäre total wichtig, das Buch so aufzubauen, dass klar ist, was passiert ist, und dann zu zeigen wie Menschen damit umgehen. Dadurch, dass man erst nach der Hälfte erfährt, was eigentlich passiert ist, kann man viele Verhaltensweisen nicht nachvollziehen und alle verhalten sich einfach seltsam. Auch die Rolle des Nachbarn Harry ist total seltsam, und das Kapitel am Ende über ihn fühlte sich einfach nur manipulativ an und hat alles noch mehr überzogen.

Alles in allem ist dieses Buch einfach nicht für mich. Das Genre hat mir bisher noch nie Glück gebracht. Am Anfang hatte ich auch ein bisschen mit der Sprache. Vor allem nervten mich aber die Charaktere. Das Grundthema ist wichtig und sollte thematisiert werden, aber eignet sich meiner Meinung nach nicht als Twist. Hier wäre eigentlich auch eine Trigger-Warnung sinnvoll, würde aber gleichzeitig der Spoiler des Buches sein. Ich finde das schwierig...

Ich kann leider daher das Buch nicht so richtig empfehlen, bin aber sicher, dass es viele Menschen gibt, denen es gefällt. Ich hoffe, ihr gehört im Zweifel dazu.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Freitag, 14. Juni 2019

Silberschwingen - Rebellin der Nacht Band 2

So meine Lieben,

und schon kommen wir zum zweiten und auch finalen Band dieser Reihe.

Fakten:
  • Autorin: Emily Bold
  • Designerin: Carolin Liepins
  • Fantasy
  • 2018 erschienen
  • 11 Stunden 18 Minuten
  • 384 Seiten
  • Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
  • Preis: 16€ (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"Thorn ist nicht länger ein normales Mädchen, sie ist ein mächtiges Halbwesen – zugleich Mensch und Silberschwinge. Ihre flammendroten Schwingen zeugen vom Verrat, den ihr Vater in den Augen des Clans einst begangen hatte. Deshalb wird Thorn nicht nur von deren Oberhaupt gejagt, sondern auch von dessen Sohn Lucien, dem sie ihr Herz geschenkt hat. Seines hat sie zugleich zerbrochen. Thorn flüchtet ins sagenumwobene Glastonbury, um ihre Kräfte zu bündeln. Und als ihre Familie bedroht wird, muss sie das Erbe des Lichts in ihr zum Leuchten bringen, um eine jahrtausendealte Rebellion ein für allemal zu gewinnen!"

Dieser zweite Band ist mindestens so spannend wie der erste. Er verändert das Setting raus aus dem Schutz von Häusern rein in die Natur und lässt da Weiten zu, die die Erhabenheit der Silberschwingen viel besser zum Ausdruck bringen, als das bisher rüber kam. Gefühlt waren sie in diesem Band doppelt so groß und mächtig wie vorher. Das hat viel Eindruck bei mir hinterlassen, ohne Frage.

Der Stil der Autorin erfasst einen sofort wieder und viele Schnörkel und Beschreibungen die andere machen würden, lässt sie einfach weg, ganz unerschrocken. Wieder gehen mir hier Details verloren, die ich durchaus sehr spannend gefunden hätte. Klar bleibt nun Platz für eigene Fantasie, aber ich bin auch mit so einem unfertigen Gefühl zurück geblieben, das viele Fragen hat, die ungeklärt bleiben.

Thorn ist sehr schnell sehr erwachsen geworden und das ging mir fast etwas zu schnell. Dennoch ist diese Entwicklung stimmig mit der Härte der Geschichte, denn die Brutalität bekommt auch hier noch ein Level obenauf. Es ist beinahe schon gruselig, wenn man sich überlegt, dass diese Gedanke im Kopf der Autorin umher irren.

Sehr schön ist, dass auch die Nebencharaktere alle erneut auftauchen und neue hinzukommen, die alle eine wichtige Rolle bekommen und nicht hintenüber fallen. Riley ist ja mein persönlicher Held des Buches oder der ganzen Reihe. Auch wenn ich sein Äußeres gern komplett verändern würde, als es hier beschrieben wurde. Generell hatte ich das Gefühl, dass die Figuren sehr im Gothikstil umschrieben werden, was klar, ein Stil sein kann, aber für mich gar nicht zusammen passt. Das ist sicher etwas sehr Subjektives, aber eben ein Punkt der mich gestört hat.

Hier wird außerdem eine Mythologie eingebaut, die auch für mich überhaupt keinen Sinn gemacht hat und wahrscheinlich nur aufgrund der Umgebung gewählt wurde. Dann hätte die Geschichte doch lieber woanders gespielt um eine passendere Mythologie einzubauen, wenn das denn überhaupt sein muss.

Der romantische Aspekt wird weiter durchgezogen und nimmt nun auch so typische Züge wie Eifersucht mit auf. Das hat mir gut gefallen.

Familie wird hier besonders herausstechend noch einmal behandelt. Nicht nur Thorns Adoptivfamilie sondern auch ihr leiblicher Vater und die Brüder werden eingebaut und stellen eine schöne Verbundenheit dar.

Das Ende hat mir grundsätzlich gut gefallen, allerdings bin ich mit einigen Fragen zurückgeblieben, wie ich es bereits beschrieben habe. Auch hätte das Ende schon an einem früheren Punkt stehen können und wirkt eher angesetzt, weil es vielleicht doch ein eindeutiges Happy End geben sollte. Klar ist auch das mal was anderes, aber reißt leider ein Loch in die konsequente Durchsetzung der traditionellen Geschichte. Sicher sollte dies so sein, doch anders hätte ich authentischer gefunden.

Empfehlen kann ich die ganze Reihe jungen Lesern, wenn es um den Umfang und die Tiefe der Erzählung  geht. Betrachten wir allerdings die Brutalität einzelner Szenen ist mir überhaupt nicht wohl damit, dass dies Jugendliche lesen und nachempfinden sollen. Irgendwie ist mir die Vorstellung da doch etwas zu verquer. Man sollte also ein eher starkes Gemüt haben, um hier gefesselt dabei zu bleiben. Gehört hat es definitiv Spaß gemacht,

eure Blue Diamond.

Mittwoch, 12. Juni 2019

Kleine Katze Chi 3

Hallo meine Manga-Freunde,

heute darf mein Crazy Catlady Herz mal wieder höher schlagen, denn ich möchte euch mal wieder einen Band dieses super niedlichen Manga vorstellen. Inzwischen bin ich zu Band drei vorgedrungen. Die Bände bekomme ich immer von der lieben Blue geschenkt, was ich ganz toll finde. 

Die Fakten:
  • Autor: Konami Kanata
  • Titel: Kleine Katze Chi 3
  • Reihe: Kleine Katze Chi (3)
  • Erschienen: 2014
  • Verlag: Carlsen
  • Seiten: 144
  • Preis: 9,95 Euro
  • Klappentext: "Chi hat sich wunderbar eingelebt bei Familie Yamada. Sie tut das, was alle kleinen Kätzchen tun, und ist extrem unternehmungslustig. Immer wieder schlüpft sie heimlich zur Terassentür hinaus und geht mit dem schwarzen Kater auf Entdeckungstour. Nur nicht erwischen lassen - denn die Hauswirtin sieht (fast) alles!"

Zur Handlung: Chi hatte Glück, dass sie von Familie Yamada gefunden und adoptiert hatte. Schnell haben die drei Menschen, vor allem das Kind der Familie, die kleine Katze ins Herz geschlossen. Auch Chi ist sehr glücklich, kommt aber langsam auch in eine rebellische Phase. Da passt es ihr gut, dass ein großer Kater aus der Nachbarschaft ihr zeigt, wie das Leben als Katze funktioniert.

Doch Chi ahnt nicht, dass ihr Glück auf Messers Schneide steht, denn die Hauswirtin von Familie Yamada hasst Katzen. Sie möchte solche Störenfriede nicht im Haus. Darum muss Chi unbedingt ein Geheimnis bleiben, denn einen Umzug können sich die Yamadas nicht leisten. Als schließlich eine befreundete Familie vom Land vorbeikommt, wird es vielleicht Zeit, sich zu verabschieden...

Diese kleine Manga-Reihe ist für alle Altersgruppen geeignet, vor allem aber für Kinder. Anders als bei anderen Manga-Übersetzungen wird hier die "Rückwärts"-Lesweise nicht beibehalten, sondern das Buch wird "westlich" gedruckt. Dadurch ist es für Kinder leichter zu konsumieren. Außerdem ist die Handlung in kleine Episoden aufgeteilt, die auch Personen mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne genießen können. Die Handlung hat aber auch einen Gesamtbogen und erschöpft sich nicht in den Episoden.

In diesem dritten Teil geht es nun mehr darum, was es bedeutet, eine Katze zu sein. So wird diskutiert, dass es für Kätzchen nicht gut ist, wenn sie keinen Freilauf haben. Chi hat außerdem viel zu lernen, da sie so früh von ihrer Mutter getrennt wurde. Sie entdeckt das Jagen und Schleichen, aber auch Stehlen und Blödsinnmachen. Dabei fiebert man immer ein bisschen mit ihr und hofft, dass schließlich alles gut ausgeht.

Es geht aber auch um die Frage, ob Familie Yamada gut für Chi sorgen kann, wenn sie ein Geheimnis bleiben muss. Die beiden Eltern beschäftigen sich immer mehr mit der Frage und finden sogar ein geeignetes Heim für Chi. Gerade das Kleinkind der Familie ist aber dagegen, denn schließlich haben alle Chi so sehr lieb, dass sie sie nicht hergeben möchten. Da gab es dann sogar ein paar sehr traurige Szenen, bei denen ich (da meine Katze ja gerade erst verstorben ist) dann sogar weinen musste.

Ganz generell macht diese Reihe einfach unglaublich Spaß, wenn man Katzen liebt. Alle Hauptcharaktere sind sehr sympathisch und man kann ihre Gefühle und Beweggründe gut verstehen. Der Zeichenstil ist sehr klar und angenehm. Ich kann der Handlung immer super folgen. Und die Qualität der einzelnen Bände ist auch gleichbleibend, was ich angenehm finde. 

Wenn ihr also Lust darauf habt, empfehle ich diese Reihe gern weiter. 

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:

Sonntag, 9. Juni 2019

Silberschwingen - Erbin des Lichts, Band 1

Hallo an alle Fantasyfreunde,

ich habe diese Reihe, wer hätte es gedacht, bei Bookbeat entdeckt und der Klappentext hat mir sehr zugesagt, daher konnte reinhören ja nicht schaden und schwups, war ich am Ende angelangt.

Fakten:
  • Autorin: Emily Bold
  • Designerin: Carolin Liepins
  • Fantasy
  • 2018 erschienen
  • 11 Stunden 48 Minuten
  • 400 Seiten
  • Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
  • Preis: 16€ (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"Thorn kann kaum atmen, ihr Körper schmerzt, ihr Rücken glüht – etwas Unerklärliches geht mit ihr vor. Und schon bald erfährt sie: Sie ist halb Mensch, halb Silberschwinge und schwebt plötzlich in höchster Gefahr. Denn als Halbwesen hätte sie bereits nach ihrer Geburt getötet werden sollen. Als Lucien, der Sohn des mächtigen Clanoberhaupts der Silberschwingen, von ihrer Existenz erfährt, macht er Jagd auf sie. Thorn ist fasziniert von Lucien, denn er ist das schönste Wesen, dem Thorn jemals begegnet ist – und zugleich ihr schlimmster Feind."

Beginnen wir gleich mit etwas, was mich immer etwas gestört hat. Für mich sind Menschen mit Flügeln immer Engel und auch diese können wundersame Kräfte haben und sind damit andere Wesen, als Menschen. Hier wird für Engel ein neues Wort aus meiner Sicht erfunden. Klar kann das seinen Reiz haben und gerade die Halbwesen haben mich an gefallene Engel erinnert. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, da es mir jedoch keinen Ruhe lässt, musste ich damit einsteigen.

Unsere Protagonistin Thorn wird von ihrem Namen perfekt beschrieben, denn sie ist im wahrsten Sinne beinahe ständig hin und her gerissen zwischen ihrem Tun und was sie tun sollte oder von ihr erwartet wird. Eigentlich ist sie Sportlerin und plötzlich ist sie ein Geschöpf des Universums was sie so nicht kennt. Außerdem kümmern sich auf einmal diese Kerle um sie, die sie immer für etwas gruselig hielt. Allen voran Riley, der sie in unmögliche Situationen bringt aber auch das Geheimnis der Silberschwingen verrät. All das nützt den beiden jedoch nichts, denn sie werden gefangen genommen und Lucien unser zweiter Protagonist, will alles über Thorn heraus finden.

Lucien verkörpert das traditionelle Leben der Silberschwingen und steht für viel Wissen deren Geschichte. Trotz das er selbst noch sehr jung ist, merkt man ihm dies kaum an. An ihm haften große Erwartungen seiner Familie und dem Volk in dem er lebt. Nyx ist seine Versprochene, also die Frau die er einst heiraten soll. Die zwischenmenschliche Beziehungen erinnern hier stark an uralte Herrschaftsgeschlechter die die Macht in sich weitergeben und Fremdes nur mit Nutzen einbeziehen. So kommt es das Thorn zum Spielball dieser Traditionen wird. Weil Lucien sich zu ihr hingezogen fühlt, will er sie beschützen und so wird die Geschichte aller neu geschrieben.

Das Ende der Geschichte ist mit einem tollen Cliffhanger versehen, der genau die richtige Balance inne hat.

Diese Reihe spart sehr an Umgebungsbeschreibungen und ähnlichem. Sie konzentriert sich vor allem auf das Fortschreiten der Geschichte und ist übermannt von Dialogen. Grundsätzlich mag ich das sehr, doch ein bisschen mehr Information hätte mir dann doch auch gut gefallen, denn oft konnte ich mir bestimmte Dinge nicht schlüssig erklären und hab sie dann eher als gegeben hingenommen, aber eben nicht im Detail verstanden. Das fand ich ein bisschen schade.

An Dynamik und Spannung fehlt es der Geschichte überhaupt nicht. Es gibt unglaublich viel Brutalität, die ich schon nicht mehr jugendfreundlich finde, dennoch sind unsere Protagonisten Jugendliche und damit ist es eben auch ein Jugendbuch. Grenzwertig in dem Aspekt definitiv.

So krass die Szenen teilweise auch sind, so konsequent umgesetzt ist aber auch die Stimmung und der Ton der Geschichte. Das hat mir wirklich gut gefallen. Der Schreibstil geht einem super leicht von der Hand und gehört ist das ganze ein wirklich tolles Erlebnis und hat mich gefesselt.

Empfehlen kann ich es allen, die Fantasy mögen und natürlich Jugendbücher mit viel Romantik nicht verschmähen. Die Liebe kommt hier definitiv nicht kurz, sondern ist stark ausgeprägt und sehr schön eingebaut. Sie war für mich zwar intensiv aber dennoch leicht und ist durch die Geschichte geschwebt,

eure Blue Diamond.

Freitag, 7. Juni 2019

P.S. I still love you

Hallo meine Romantikfreunde,

letztes Jahr gab es einen neuen Hype um die Bücher über Lara Jean. Da Netflix einen Film zu All The Boys I've Loved Before veröffentlichte, war es überall Thema. Ich hatte daher das erste Buch auch gelesen und wollte nun die Reihe fortsetzen. Über den Film hatte auch Blue hier schon berichtet. Ich habe ihn geschaut, um meine Erinnerungen ein bisschen aufzufrischen. Generell fand ich ihn besser als das Buch, der Hauptkonflikt wird besser dargestellt, nur die falschen Wimpern der Hauptdarstellerin haben mich gestört, zumal nun im 2. Teil Lara Jean auch explizit darauf verweist, dass sie im Alltag keine falschen Wimpern trägt. Aber nun mehr zum Buch...

Die Fakten:
  • Autor: Jenny Han
  • Titel: P.S. I still love you
  • Reihe: To All The Boys I've Loved Before 2
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: scholastic
  • Seiten: 337
  • Preis: 7,09 Euro
  • Klappentext: "Lara Jean didn't expect to really fall for Peter. They had just been pretending. Except suddenly they weren't. Now Lara Jean is more confused than ever. Then another boy from her past returns to her life, and Lara Jean's feelings for him return too. Can a girl be in love with two boys at the same time?"

Zur Handlung: Nach den Ereignissen des ersten Bandes sind Lara Jean und Peter K. im Streit auseinander gegangen. Doch nach vielem Nachdenken entscheidet sich Lara Jean, dass sie ihm eine zweite Chance geben will, und Peter ergreift diese auch. Die beiden werden endlich ein richtiges Paar. Doch der Frieden hält nicht lange an, denn da ist immer noch Gen, die zwischen beiden steht.

Doch alles wird noch komplizierter, als eines morgens ein Brief bei Lara Jean auftaucht, den John Ambrose geschrieben hat. Er habe ihren Liebesbrief erst auf Umwegen erhalten, aber sich sehr gefreut, von ihr zu hören. Kann Lara Jean John Ambrose wieder in ihre Leben lassen? Und welche Folgen wird das haben?

Ganz generell kann dieser zweite Band nicht mit den ersten mithalten. Mich hatte es damals überrascht, dass es um viele gute nachvollziehbare Themen geht, zum Beispiel um das Verlieren der Schwester, wenn diese zum Studieren den Haushalt (und gar das Land) verlässt. Dabei war neben aller Romantik auch Platz für einige tiefgehende Gedanken, und das hat mir hier sehr gefehlt. Am Ende gibt es dann vielleicht zwei tiefere Sätze zum Thema Freundschaft, ansonsten überwiegt hier aber das Liebesdrama.

Natürlich handelt es sich hier um die Liebesgeschichten von Teenagern, und wir wissen alle, dass das viel dramatischer ist als bei Erwachsenen. Dennoch fand ich es schade, dass Lara Jean sich so oft sehr verletzend und völlig unbewusst gegenüber Peter verhält. Sie bleibt in diesem Buch immer die "Unschuldige", wobei sie einfach ganz häufig irrational ist. Peter dagegen ist der Böse im Großteil des Buches, obwohl er sich nicht wirklich verwerflich benimmt. Natürlich kann man das so oder so finden, wenn der Partner noch mit seiner Ex abhängt, aber dann muss man eben klarer darüber sprechen.

Leider fand ich John Ambrose ziemlich langweilig und kitschig. Als Teenagerin hätte ich von dem definitiv nix wissen wollen. Im Vergleicht zu Peter soll er wie der Erwachsene und Vernünftige wirken, aber sind wir doch mal ehrlich, er spannt seinem ehemals besten Kumpel mit voller Absicht und mit Ansage die Partnerin aus. Das ist doch nicht erwachsen und vernünftig. Außer in Lara Jean's Welt, wo John Ambrose schon deswegen der erwachsenere ist, weil er auf model UNs steht. 

Die Familie um Lara Jean hat diesmal auch weniger coole Auftritte. Kitty bleibt weiterhin niedlich und man muss sie einfach mögen, Margot fand ich schon immer ein bisschen langweilig, verstehe ihren Charakter aber grundsätzlich, und der Vater hat nicht viel zu melden diesmal. Dagegen sind wir zum Glück Josh los... die meiste Zeit.

Das ganze Video-Drama fand ich unterhaltsam, aber es hat jetzt auch nicht meine Welt verändert. Außerdem wird der Teil des zweiten Bandes bereits im Film aufgegriffen, sodass ich hier schon das meiste wusste. Das war mir nicht bewusst gewesen. Ich fand diese Diskussion aber besser als noch die letzte im ersten Band. Generell eben ein bisschen High School-Drama.

Alles in allem fand ich das Buch eher enttäuschend. Ich denke, den dritten Band werde ich noch lesen irgendwann, aber ich musste ihn jetzt nicht direkt bestellen, um weiterzulesen. Lara Jean ist eben sehr unschuldig und unerfahren, was Liebe und Beziehungen angeht, und damit kann ich mich in meinem Alter nicht immer identifizieren. Aber an sich kann ich diese Fortsetzung nicht wirklich empfehlen.

Kennt ihr Band zwei schon? Oder hat euch der Film generell gereicht?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Mittwoch, 5. Juni 2019

Kann man mal machen

Hallo an alle YoutubeFreunde,

ich lese ja sonst keine Bücher nur weil sie ein Youtuber verfasst hat, doch dieses hat mich schon sehr gereizt und als es dann bei Bookbeat zu hören war, musste ich auch gar nicht mehr widerstehen.

Fakten:
  • Autorin: Mirellativegal
  • Illustrator: Irina Zinner
  • Irgendwas zwischen Ratgeber und Biografie
  • 304 Seiten
  • 2018 erschienen
  • Community Edition
  • Preis: 12€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Im Internet sehen immer alle gut aus, sind glücklich und haben weder Poren noch Probleme. Oder sie vertreten antiquierte Rollenbilder und pöbeln gegen Schwächere. Mirella vom Kanal Mirellativegal hat keine Lust mehr darauf, von überall eingeredet zu bekommen, wie sie zu sein und was sie zu lassen hat. Sexismus steht ebenso auf ihrer Abschussliste wie Low Carb und Perfektionsdruck, gehirnzellenfressender Medienkonsum und Datingwahnsinn. 
Ein dickes Fell allein oder endlose Meckertiraden helfen jedoch niemandem weiter. Daher liefert Mirella die passende Motivation, um das eigene Leben entspannter zu gestalten, gleich mit. Empathische Kommunikation, Horizonterweiterung und die konsequente Achtung der eigenen Bedürfnisse stehen hierbei im Mittelpunkt. Denn letztlich ist die beste Waffe gegen die Negativität von außen, sich selbst gut leiden zu können. Und das kann man echt mal machen!"

Klar wer hat bei einem Buch von einem Youtuber nicht jede Menge Klischees im Kopf? Sicher alles Selbstdarstellung und Profilierung. Dieses ich will mich interessant machen Spiel blieb bei diesem Buch außen vor, ein Glück. Es hat mich sehr gefreut, dass Mirella mehr oder weniger erzählt, was ihr bisher im Leben so in verschiedenen Themenbereichen passiert ist und was sie daraus gelernt hat.

Dabei konzentriert sie sich natürlich auf aktuelle Themen aber eben auch solche, die sie persönlich interessieren und im Leben beeinflussen. Die Reihenfolge wie diese behandelt werden, scheint sich auch irgendwie an ihren Erlebnissen entlang zu hangeln. So richtig schlüssig war diese für mich nicht, das ist vielleicht ein echter Kritikpunkt. Auch das Ende das Buches war mir zu dahin gezaubert und aufgesetzt. Vielleicht auch, weil ich mich gerade an Mirella gewöhnt hatte und ihr gern zuhörte und plötzlich sollte es ohne ersichtlichen Grund aufhören, dabei hätte sie sicher noch mehr zu erzählen gehabt.

Gut und authentisch war die verwendete Sprache. Locker flockig und ja vielleicht mit ein bisschen viel Geschnörkel im Sinne von sehr hingebogenen Sätzen die eben besonders außergewöhnlich und besonders klingen sollten, aber eben auch konsequent in einem Stil. Die Art und Weise ist mir persönlich auch noch nicht so häufig in der Buchwelt begegnet, also auch wieder vieles richtig gemacht.

Ich hatte auch die Angst, das wir dieselbe Mirella kennen lernen oder vorgesetzt bekommen, die wir aus den Videos kennen. Tatsächlich gefällt mir diese Mirella aus dem Buch noch etwas besser, sie wirkte bodenständiger und erwachsener, als die die man aus den Videos kennt. Sie bringt im Buch auch neue Themen ins Spiel über die sie so noch nie gesprochen hat.

Zwischendurch habe ich mich ihr auch richtig verbunden gefühlt, weil ihre Erlebnisse und wie sie damit umgegangen ist, auch von mir so hätten gemacht werden können (ist das richtiges Deutsch? Ich bin skeptisch). Das macht sie sehr nahbar und ich könnte mir vorstellen, auch ihre "Fans" mögen sie genau dafür.

Kann man mal machen, kann man mal lesen, muss man nicht, aber kann man eben, vor allem dann, wenn man was alltagsnahes lesen möchte, was einem aufzeigt, dass das eigene Leben gar nicht so anders und komisch ist, sondern andere eben ähnliches oder genau dasselbe erleben und darüber sogar ein Buch schreiben, was gar nicht negativ gemeint ist. Empfehlen kann ich es also jedem, aber eben auch nur, wenn man Lust auf so einen "Lebensratgeber" hat der eigentlich gar keiner sein will und biografische Züge besitzt,

eure Blue Diamond.



Sonntag, 2. Juni 2019

In Order To Live

Hallo meine Lieblingsleser,

heute wird es weniger eine Rezension geben und mehr eine Diskussion, was wir hier diskutieren sollten. Dieses Buch habe ich von Sabrina von Look at my Books auf Youtube bekommen vor einer ganzen Weile und habe es nun endlich für den Asian Readathon gelesen, auch wenn ich es einen Tag zu spät beendet habe.

Die Fakten:
  • Autor: Yeonmi Park mit Maryanne Vollers
  • Titel: In Order To Live (A North Korean Girl's Journey to Freedom)
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: Penguin Fig Tree
  • Seiten: 273
  • Preis: 9,99 Euro
  • Klappentext: "I wasn't dreaming of freedom when I escaped from North Korea. I didn't even know what it meant to be free. All I knew was that if my family stayed behind, we would probably die - from starvation, from disease, from the inhumane conditions of a prison labour camp. The hunger had become unbearable; I was willing to risk my life for the promise of a bowl of rice. But there was more to our journey than our own survival. My mother and I were searching for my older sister, Eunmi, who had left for China a few days earlier and had not been heard from since. Along my journey I have seen the horrors that humans can inflict on one another, but I've also witnessed acts of tenderness and kindness and sacrifice in the worst imaginable circumstances. I know that it is possible to lose part of your humanity in order to survive. But I also know that the spark of human dignity is never completely extinguished, and given the oxygen of freedom and the power of love, it can grow again. This is my story of the choices I made in order to live."

Zur Handlung: Yeonmi Park wird 1993 geboren als Tochter von einem sehr erfinderischen Vater, der sich überall durchbeißen kann, und einer Mutter, die fest an das sozialistische System glaubt. In der Schule lernt sie rechnen damit, wie viele Systemfeinde (american bastards) tot sind, wenn sie einen und ihre Freundin zwei tötet. Der große Anführer kann sogar das Wetter mit seinen Gedanken kontrollieren, glaubt sie.

Doch die 90er und 00er Jahre sind keine gute Zeit für eine Kindheit in Nordkorea. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR fällt ein Großteil der Subventionen und Handelspartner weg. Auch China muss sich zurücknehmen, um das eigene Land nicht zu gefährden. Nordkorea muss nun allein dafür sorgen, dass seine Einwohner nicht verhungern - was gar nicht so einfach ist, vor allem in den nördlichen Provinzen.

Dieses Buch wird viel kritisiert und angezweifelt. Viele Personen reiben sich an Unklarheiten und Uneindeutigkeiten in verschiedenen Interviews der Autorin. Außerdem wird häufig kritisch benannt, dass Yeonmi heute das Leben eines Internetstars führt, mit hübschen Instagram-Bildern, etc. Ich finde das problematisch und möchte heute drei Punkte aus dem Buch herausgreifen, die ich beeindruckend fand, die meiner Meinung nach völlig über diesen Kritiken stehen.

Punkt 1: 90s Kid. Ich wurde 1991 geboren. Ich bin kein Kind des Sozialismus - mit ein wenig Glück. Denn meine Eltern sind noch in einer Welt aufgewachsen, die der von Yeonmi ähnlicher war als der von mir. Natürlich kann man die DDR nicht mit Nordkorea vergleichen, denn ich denke die Deutschen hatten doch oft dennoch eine privilegierte Position. Doch während ich beim Bäcker Süßigkeiten kaufen und von meinem Vater einen Gameboy erbetteln konnte, im Fernsehen täglich Anime geschaut und jede Woche fünf Gänsehaut-Bücher verschlungen habe, sind Kinder in anderen Ländern wie Nordkorea verhungert. Das ist eine Vorstellung, mit der wir uns alle anfreunden müssen, um unsere Welt global zu verstehen. Ich finde es einen spannenden Perspektivwechsel von einem Mädchen zu lesen, dass sogar jünger ist als ich und in so völlig anderen Umständen aufwuchs. (siehe dazu den 1. Teil des Buches)

Punkt 2: Kein Mensch ist illegal. Vielleicht die wichtigste Message, die wir aus diesem Buch mitnehmen können, ist, dass durch Illegalisierung von Flucht und Migration extrem vulnerable Gruppen entstehen - und das vor allem für die Frauen. Flüchtlinge haben als Thema die hiesige Politik vor Jahren übernommen und wenn man Klimaexperten glauben möchte, werden die Flüchtlingszahlen aufgrund von Missernten und Klimakatastrophen so stark zunehmen, dass uns 2015/16 wie ein Paradies vorkommt. Doch was wir hier alle nicht sehen: indem wir Flucht illegal machen, geben wir ganz bestimmten Menschen macht über ganz bestimmte Gruppen - den Schleppern über die Menschen, die alles tun würden um zu überleben, ihre Familien zu retten. Wir sehen das am Beispiel von Yeonmis Mutter, die sich quasi für sie opfert, und am Beispiel von Yeonmi selbst, die Schreckliches tut, um ihre Familie wieder zusammenzubringen. Ist das Ganze echt oder Fiktion? Keine Ahnung. Aber es gibt Menschenhandel, der vor allem Kinder- und Frauenhandel ist. Und ein großer Teil davon basiert darauf, dass es Menschengruppen gibt, die keine Rechte haben und um die sich keiner kümmert außer vielleicht ein paar unterfinanzierte NGOs. Menschengruppen wie Geflüchtete. (siehe dazu 2. Teil des Buches)

Punkt 3: Freiheit ist Zwang. Spannend fand ich schließlich auch den Punkt, dass Demokratie und Freiheit schwer ist. So schreibt Yeonmi an einer Stelle, dass sie sich manchmal zurück nach Nordkorea wünscht, wo jemand Entscheidungen für sie trifft und es niemanden interessiert, was sie selbst möchte. Diesen Punkt vergessen wir sehr gern - wir weißen, gut gebildeten Kinder einer demokratischen, marktgesteuerten Welt. Aber schauen wir nach Ostdeutschland, nach Sachsen. Ist es nicht genau das, was sich dort scheinbar so viele Menschen wünschen: dass ein starker Anführer ihnen die Entscheidungen wieder abnimmt und sie leitet? Wohin auch immer? Und je mehr ich darüber nachdenke, über diese Generation unserer Eltern, die in einer Welt aufgewachsen sind, wo es keine Wahl gab, deren politische Bildung immer und überall darauf fokussiert war, wie wundervoll das sozialistische Regime ist, denen nach der Wende niemand beigebracht hat, wie politische Meinungsbildung oder auch nur Computer und das Internet funktionieren, was kann ich von ihnen erwarten an komplexen politischen Meinungen? Ist Deutschland nicht das Beispiel dafür, wie ein sozialistisches und ein kapitalistisches Land nicht miteinander vereint werden dürfen? Ich hoffe, wenn es irgendwann wieder ein Korea geben wird, dass sie sich daran ein Beispiel nehmen und ihren Übergang deutlich besser gestalten. Yeonmi hat sich auf den Weg in die westliche Welt gemacht, um nicht mehr verhungern zu müssen, aber was sie vorfand in Südkorea, war etwas, das sie sich niemals hätte vorstellen können. Und vielleicht ging es vielen DDR-Bürgern genauso, die demonstrierten um Bananen kaufen und Studieren zu dürfen, und in der kapitalistischen Welt mit Arbeitslosigkeit und Stigmata empfangen wurden. (siehe dazu 3. Teil des Buches)

Was möchte ich euch also mitgeben zu diesem Buch? Ich finde es enorm wichtig und es hat bei mir viele Gedanken angeregt. Stimmt alles, was darin steht? Vielleicht. Vielleicht nicht. Aber ich denke, es steckt voller guter Punkte, über die wir als westliche Welt mehr nachdenken sollten. Es gibt Perspektive. Und ich habe das Gefühl, dass es mir Korea irgendwie näher gebracht hat. Würde ich sagen, dass ich nun alles über Korea weiß? Nein. Schon allein nicht, weil dies der Bericht einer einzelnen Person ist. Aber auf unserer Welt gibt es viele Menschen in Not und viele soziale Probleme und dieses Buch verdeutlich einige davon. Und dafür finde ich, jeder sollte es lesen. Und ich bin dagegen, dass eine Autorin diskreditiert wird, weil sie heute ein eher normales Leben führt und gern schöne Bilder auf Instagram postet. Ich denke, jeder Mensch, der seine Heimat verlassen und fast seine ganze Familie verlieren musste, hat ein Recht darauf, sich ein möglichst normales Leben aufzubauen.

Was mir an dem Buch außerdem gut gefallen hat, war der klare Schreibstil. Alles war gut verständlich und ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Viele mögen kritisieren, dass das Buch an einigen Stellen sehr distanziert scheint, aber dazu denke ich nur, dass es völlig normal ist, dass eine Teenagerin sich von den schrecklichen Dingen, die ihr geschehen, emotional distanziert. Und an vielen Stellen wird dies auch kritisch reflektiert von der Autorin.

Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen inspirieren und mir hat es auf jeden Fall geholfen diese Gedanken aufzuschreiben. 

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:

Freitag, 31. Mai 2019

Schöne neue Welt

Hallo an alle Brückentaghabenden,

die liebe Kitty und ich sind nicht in den Genuss gekommen - macht aber nichts. Dafür habe ich wieder auf Bookbeat eine schnelle Dystopie gehört.

Fakten:
  • Autor: Aldous Huxley
  • Sprecher: Gerd Wameling u.v.m.
  • Dystopie
  • 2016 erschienen
  • 1h 57min
  • der Audio Verlag
  • Preis: 9,95€
Klappentext:
"Im Jahre 632 nach Ford ist die Welt ein perfekter Ort: Kriminalität und Armut gehören der Vergangenheit an. Babys werden in Flaschen gezüchtet und so konditioniert, dass sie später, betäubt durch die Glücksdroge Soma, zufrieden den ihnen zugedachten Platz in der Gesellschaft einnehmen. Doch dann betritt ein sogenannter Wilder die "Schöne neue Welt". Der faszinierende Fremde, der über Gefühle und Freiheit spricht, wird wie ein Star gefeiert - bis er zur Bedrohung für die selbsternannte Zivilisation wird."

Ja ihr lest richtig, Ford spielt hier eine Rolle bzw. dessen Ansichten von Produktivität übertragen auf die Gesellschaft und nicht nur auf Teile von ihr, wie Arbeit. Der rbb, das Kulturradio, hat den Roman von Huxley als Hörspiel inszeniert. Es hat mich sofort an andere dystopische Inszenierungen erinnert, die in dieser literarischen, etwas gehobeneren Buchwelt existieren. Für mich sind solche Erzählungen immer ein bisschen wie von einem anderen Stern, als würde man von ganz weit weg zu sehen. Bei dystopischen Jugendbüchern fühle ich mich irgendwie immer mehr als wäre ich dabei. Doch das geht schon viel zu sehr ins Detail, ohne das wir kurz über die Handlung gesprochen haben.

Die Gesellschaft ist in verschiedene Kasten aufgeteilt, hier hat jede Kaste ein bestimmtes Aussehen, bestimmte charakterliche Züge, gezüchtete Intelligenz und eben seinen angedachten Platz. Jeder gehört jedem, was, wie ich finde, nicht so richtig zu Ford passt, aber ok. Es gibt auch noch Menschen, die wie wir heute leben und Wilde genannt werden. Zu diesen machen zwei Personen einen Ausflug und bringen zwei Wilde mit in die Gesellschaft. Von ihnen ist einer völlig uneingenommen und selbstdenkend, was ihm schnell zum Verhängnis wird - diese schöne neue Welt - ist nämlich ganz anders als er sie sich erträumt hatte.

In diesem Hörspiel wird neben den charakterbesetzten Figuren auch viel mit zusätzlichen Geräuschen gearbeitet, was das Hörerlebnis unterstützt und so einen Filmeffekt hat, wenn es um die Dynamik geht. Manchmal war mir die Theatralig fast schon ein bisschen zu viel des Guten, aber klar, das fesselt auch und reißt einen mit und bleibt im Gedächtnis.

Das Hörbuch ist zwar sehr kurz, allerdings nichts für zwischendurch. Auf diese Geschichte muss man sich gut konzentrieren, und ehrlich gesagt, war ich gerade versucht zu schreiben - vorzubereiten - wobei ich nicht weiß, wie man sich darauf vorbereiten könnte. Die Welt die hier dargestellt wird, ist nicht so weit entfernt von dem, was wir heute schon erleben. Es nimmt Bezug zu längst vergangenen Zeiten und lässt diese neu aufleben, denn alles wiederholt sich, so oder so ähnlich.

Am Ende lösen Drogen viel und noch mehr. Das hat mich irgendwie gestört, aber vermutlich ist auch das unglaublich realistisch.

Für mich sehr hörbar und auch zwingend zu lesen oder zu hören, damit sich jeder stets seinem Leben bewusst wird,

eure Blue Diamond.



Mittwoch, 29. Mai 2019

A Thousand Beginnings and Endings

Hallo meine Fantasy-Leser,

heute wenden wir uns dem Buch zu, dass als Gruppenbuch für den Asian Readathon ausgewählt war. Ich hatte das Buch bereits im Januar bestellt und habe mich sehr darauf gefreut. Daher war ich happy, dass ich nun einen Grund hatte direkt loszulegen. Das Buch war damals überraschend günstig auf Amazon gewesen und da habe ich direkt zugeschlagen.

Die Fakten:
  • Herausgeber: Ellen Oh & Elsie Chapman
  • Titel: A Thousand Beginnings and Endings
  • Erschienen: 2018
  • Verlag: HarperCollins
  • Seiten: 323
  • Preis: 5,49 Euro (gebunden)
  • Klappentext: "A mountain loses her heart. Two sisters transform into birds to escape captivity. A young man learns the true meaning of sacrifice. A young woman takes up her mother’s mantle and leads the dead to their final resting place."
Wie immer folgen nun zuerst Gedanken zu jeder einzelnen Geschichte und dann ein abschließendes Resumé.
  • Forbidden Fruit - Roshani Chokshi
Diese Geschichte ist inspiriert von filipinischen Bergen. Die Geschichte hat auf jeden Fall eine tolle Atmosphäre und der Schreibstil der Autorin passt wunderbar. In der Geschichte geht es um die Liebe zwischen Göttern und Menschen. Ein bisschen haben mich manche Wörter verwirrt, die ich erst einordnen konnte, nachdem sie bereits ein paar Mal vorkamen. Insgesamt gebe ich der Geschichte 4 Sterne.

  • Olivia's Table - Alyssa Wong
In dieser Interpretation des chinesischen Festes für hungrige Geister verfolgen wir ein junges Mädchen, das nach dem Tod der Mutter erstmals selbst für ihre toten Gäste sorgen muss. Ich finde die Atmosphäre total toll, denn es hat ein Western-Feeling, ist aber gleichzeitig modern und hat klare Bezüge zur chinesischen Tradition. Ich gebe der Geschichte daher 5 Sterne.

  • Steel Skin - Lori M. Lee
Ich habe das Gefühl, asiatische Geschichten und Sci-Fi gehen häufig Hand in Hand. Hier auch in der Geschichte um Yer und ihren Vater. Die Geschichte ist inspiriert von einer Sage der Hmong. Yers Vater geht auf Reisen und scheint nicht er selbst zu sein, als er zurückkommt. Zuvor war er ein Roboter-Wissenschaftler, der Androiden baute. Yer fürchtet, er sei nun selbst durch einen Androiden ersetzt worden. Sci-Fi-Geschichten wie diese sind nicht ganz meine Sache, daher gebe ich 4 Sterne.

  • Still Star-Crossed - Sona Charaipotra
Diese Geschichte baut auf auf einer Legende von einem Liebespaar, das nicht zusammensein konnte. Die Protagonistin findet sich mit ihrer besten Freundin auf einer Holi-Party wieder - das ist inzwischen ja auch in unserer Gesellschaft angekommen, wenn auch gefühlt schon wieder out. Dort wird sie von einem seltsamen Jungen angesprochen, der der Meinung ist, er kenne sie. Ich finde die Idee hinter der Geschichte wirklich schön und mag das leicht Geisterhafte daran. Sie braucht aber etwas, um sich aufzubauen. Ich gebe 4 Sterne.

  • The Counting of Vermillion Beads - Aliette de Bodard
Die vietnamesisch inspirierte Geschichte liest sich definitiv anders als die bisherigen Erzählungen. Man bekommt auf jeden Fall direkt ein Märchenfeeling. Außerdem wurde hier offensichtlich eine alptraumhafte Angst vor Rechenaufgaben verarbeitet. Zwei Schwestern sind gefangen im herrschaftlichen Palast und müssen Zahlen überprüfen für Steuerabgaben und ähnliches. Ein Schwester will fliehen und die andere glaubt nicht ans Entkommen. Ich fand auch diese Geschichte stark und gebe ihr 4 Sterne.

  • The Land of the Morning Calm - E. C. Myers
Die Geschichte eines Mädchens, deren Mutter auf einer Con verstorben ist und die nun ein letztes Mal in die Online-Welt eintauchen wird, in der ihre Eltern sich einst kennen gelernt haben, wird uns hier erzählt. Dabei geht es um die koreanische Vorstellung von Geistern, die noch etwas zu erledigen haben, aber auch den Zugang zur Unterwelt und was Erinnerungen eigentlich sind. Mich hat die Geschichte voll überzeugt und ich gebe ihr 5 Sterne.

  • The Smile - Aisha Saeed
In dieser Geschichte begleiten wir eine junge Kurtisane, in die ein Prinz sehr verliebt ist. Doch Liebe geht manchmal seltsame Wege, und sie wird die Kurtisane für etwas bestraft, wofür sie nichts kann. Letztlich geht es um die Frage, ob man lieben kann, wenn man nicht frei ist. Das fand ich eine spannende Diskussion und wundervoll erzählt und daher nochmals 5 Sterne.

  • Girls Who Twirl and Other Dangers - Preeti Chhibber
Im Hinduismus gibt es hunderte Götter und jeder Tag ist theoretisch ein heiliger Tag deswegen. Doch es gibt es spezielles Fest, bei dem es um eine göttliche Kriegerin geht, die einen bösen, habgierigen Menschen besiegt, nachdem kein Gott und kein Mann dies vermochte. Dieses Fest lieben drei Freundinnen ganz besonders, denn es dreht sich hauptsächlich im Tanzen. Und diesmal haben sie ihre eigene Schlacht geplant. Wieder eine ganz tolle Geschichte, die sich gut von anderen abhebt und darum 5 Sterne von mir bekommt.

  • Nothing into All - Renée Ahdieh
Von dieser Autorin habe ich bereits die Wrath and the Dawn-Dilogie gelesen. Ich mochte diese Bücher sehr und war daher gespannt, was mich hier erwartet. In der Geschichte geht es um Kobolde im weitesten Sinne. Sie verfügen über den Zauber, aus allem Gold zu machen. Ein junges Mädchen möchte gern Sängerin werden, doch ihre Bruder gönnt ihr das nicht. Die beiden werden in das Schicksal der Kobolde verstrickt. Und wieder war ich hin und weg, 5 Sterne.

  • Spear Carrier - Rahul Kanakia
Diese Geschichte ist tatsächlich die erste im Buch, die mir nicht gut gefallen hat, obwohl ich das Thema und die Aussage grundsätzlich mag. Zusammen mit unserem Protagonisten finden wir uns in den Vorbereitungen einer kosmischen Schlacht wieder. Man weiß nicht recht wo und warum diese stattfindet. Die Geschichte greift Themen wie Heldentum, den Sinn von Kriegen und Tod auf. Ich mochte den Blickwinkel, habe mich aber ein bisschen gelangweilt beim Lesen und gebe daher 3 Sterne.

  • Code of Honor - Melissa De La Cruz
Diese Geschichte hat sich für mich wie eher für ein junges Publikum gelesen, also früheres Jugendalter. Ich bin ja nicht so der Vampir-Fan, daher konnte mich die Geschichte nicht kriegen. Ich empfand auch den Hauptcharakter eher als Klischee und daher gebe ich der Geschichte 3 Sterne. Ich glaube, die Legende der Aswangs hätte da durchaus mehr Creep-Potential gehabt.

  • Bullet, Butterfly - Elsie Chapman
Eine Herausgeberin des Buches hat auch eine Geschichte dafür geschrieben. Dabei geht es um eine distopisch anmutende Welt, in der alle chinesischen Städte und Regionen im Krieg miteinander liegen und von Krankheiten heimgesucht werden. Konkret geht es um einen Jungen, der sich als Mädchen verkleidet und in eine Fabrikarbeiterin verliebt. Ich fand die Grundgeschichte sehr mitreißend, das Setting ist aber nicht ganz so meins, daher gebe ich 4 Sterne.

  • Daughter of the Sun - Shveta Thakrar
In dieser Geschichte findet die Tochter der Sonne den Sohn des Mondes und beide gehen eine Beziehung ein, die zum Scheitern verurteilt ist. Dennoch halten sie aneinander fest und es wird an ihr liegen, ihn zu retten. An sich mag ich die Geschichte und alles war sehr atmosphärisch, aber irgendwie habe ich mich trotzdem ein bisschen gelangweilt zwischendurch. Daher gebe ich 4 Sterne.

  • The Crimson Cloak - Cindy Pon
In dieser Geschichte gibt die Autorin einer jungen Elfe eine Stimme, die ähnlich wie in römischer Mythologie, im Original nicht vorkommt. Die jüngste Tochter der "Heavenly Mother" beschließt mit einem Menschen zu flirten und erkennt, was Liebe ist und dass das menschliche Leben sehr kurz ist im Vergleich zu ihrer Unsterblichkeit. Die Variation zum Original ist beachtlich und gefällt mir deutlich besser. Daher gebe ich 5 Sterne.

  • Eyes Like Candlelight - Julie Kagawa
In dieser japanisch inspirierten Geschichte wenden wir uns den Kitsune zu, Füchsen, die magische Fähigkeiten besitzen und menschliche Gestalt annehmen können. Unser Protagonist rettet einen solchen Fuchs als Kind und trifft später auf eine mysteriöse Frau. Ich finde diese Geschichte auch richtig toll und einen schönen Abschluss und gebe 5 Sterne.

Insgesamt war diese Sammlung von Geschichten ein voller Erfolg für mich und ich möchte sie einfach jedem empfehlen. Die Geschichten haben mich alle angesprochen, es gab keinen Totalausfall und die Geschichten sind auch alle unterschiedlich genug, um einen bei Leselaune zu halten. Man fängt auch nicht an, die einzelnen Geschichten im Kopf zu vermischen. Wer also Lust auf diese Sammlung hat, sollte sie sofort bestellen. Ich bin hin und weg.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Sonntag, 26. Mai 2019

Der Rosenelf

Hallo an alle Träumer,

seit Anfang Mai nutze ich Bookbeat und bin begeistert. An dieser Stelle möchte ich gar nicht groß darauf eingehen, nur so viel, es ist nur für jemanden etwas, der viel hört. Wirklich viel. Immer nur 10-30 Stunden lange Hörbücher zu hören, kann jedoch auch sehr anstrengend werden und da sind so kleine Geschichten zwischen drin ganz toll.

Dieses mal handelt es sich um eine sehr kurze Geschichte von Hans-Christian Andersen. Es ist ein Märchen, worüber es auch ein Gedicht gibt oder die Geschichte in Gedichtform. Insgesamt scheint es verschiedene Versionen in der Länge zu geben. Meines ging ungefähr eine Viertelstunde. Zuerst dachte ich, in so kurzer Zeit kann ja gar nichts Besonderes entstehen und wurde eines Besseren belehrt.

Der Rosenelf ist ein Elf der bei Rosen lebt, in den Blüten schläft und so weiter. Dadurch bekommt er alles mit, was um diese Rosen geschieht und wird von Menschen nicht gesehen, da diese ihn einfach übersehen. Nun bekommt er nicht nur tolle Dinge mit, zum Beispiel wie jemand eine Rose geschenkt bekommt, sondern auch Verbrechen. Um ein solches dreht sich dieses Märchen. Inhaltlich solltet ihr gar nicht mehr dazu wissen.

Tatsache ist, die Geschichte benötigt kein großes Bamborium (kennt ihr das Wort und schreibt man das so?), sondern bringt alles auf den Punkt. Dabei ist es trotzdem so detailliert, dass sich eine wunderbar mystische Atmosphäre aufbaut, die zum Träumen einlädt. Dabei bleibt sie dynamisch und fesselnd. Eben einfach völlig faszinierend, anders kann ich es nicht sagen.

Wahrscheinlich ist das einfach so, bei den "alten" literarischen Autoren, die haben eben kurz und präzise geschrieben und es auch geschafft zu faszinieren.

Da ihr heute alle sowieso andere Dinge zu tun habt, nämlich euch mit der Europawahl auseinander zu setzen, möchten wir es bei diesem kleinen Beitrag belassen und euch einen schönen Sonntag wünschen,

eure Blue Diamond.


Freitag, 24. Mai 2019

Zorn und Morgenröte

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich den ersten Band einer Reihe für euch, die ich schon sehr lang mal lesen wollte und nun endlich geschafft habe.

Fakten:
  • Autorin: Renée Ahdieh
  • Roman
  • 2016 erschienen
  • 400 Seiten
  • ONE Verlag
  • Preis: 10,00€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Sie erzählt um ihr Leben ... Shahrzad hat ihre beste Freundin an den Kalifen verloren, und nun will sie nur noch eins: ihre Freundin rächen. Und so meldet sie sich freiwillig, um den jungen Herrscher zu heiraten, der jede seiner willkürlich ausgesuchten Bräute direkt nach der Hochzeitsnacht hinrichten lässt. Doch Shahrzad hat nicht vor zu sterben. Sie möchte überleben und den Mann töten, der ihr die Freundin genommen hat. Im Angesicht der Morgenröte beginnt sie, ihm eine Geschichte zu erzählen. Und tatsächlich: Shahrzad bekommt einen Tag Aufschub. Doch mit den Geschichten und den Nächten, die vergehen, muss sie erkennen, dass Chalid nicht der Tyrann ist, für den ihn alle halten. Shahrzad fühlt, dass sie dabei ist, sich ausgerechnet in den Mann zu verlieben, den sie so sehr hassen möchte ..."

Der Klappentext führt wirklich schön in diese Geschichte ein, er erzählt nicht zu viel und auch nicht zu wenig.

Chalid ist als Kalif noch sehr jung und zu Beginn versteht man nicht, wieso er so viele junge Frauen töten lässt. Er ist unnahbar und verrät wenig über sich. Erst mit der Zeit lernt man ihn und seinen wirklich starken Charakter kennen. Aus meiner Sicht wird er völlig unterschätzt.

Shahrzad, deren Namen ich nicht noch einmal tippen möchte, da er zwar wunderschön, aber so schwer ist, ist sehr unstet in ihrem Charakter. Auf der einen Seite ist sie sehr mutig und aufbrausend und dann ist sie wieder völlig hilflos und unsicher. Es ist ein ständiges Hin und Her mit ihr, das ist an sich völlig in Ordnung, denn sie ist ein Teenager. Doch in der Zeit und Kultur in der die Geschichte spielt interessiert dies niemanden. Erwachsen werden hier alle sehr schnell.
Keine Ahnung ob das daran liegt, dass es ein Jugendbuch ist, oder ob das tatsächlich so war. Diese Reihe bildet übrigens Erzählungen aus 1001 Nacht nach und gilt somit ebenfalls als Adaption.

Wir lernen viele weitere Figuren kennen. Diese fügen sich wunderbar in das Gesamtkunstwerk ein. Der "Nebenbuler" von Chalid ist ihre Jugendliebe (dabei ist sie da ja immernoch drin, aber ihr wisst schon) und schrecklich eifersüchtig. Er glaubt sie in Chalids Fängen und will sie retten. Doch ob sie wirklich gerettet werden muss oder will, weiß er dabei nicht.

In den Stamm und Familienbezeichnungen in Fernost kenn ich mich absolut nicht aus, aber ich fand es so schön und total faszinierend, wie gut ich mit allem zurecht kam, ohne den Faden zu verlieren. Die einzelnen Erzählstränge waren jeder für sich sehr spannend. Wir erleben übrigens die Kapitel immer aus einer anderen Perspektive und wechseln zumeist zwischen den drei Figuren.

Auch in diesem Band taucht ganz beiläufig ein Teppich auf, der mich sofort an Alladin erinnert hat, aber er hat noch keine wirkliche Funktion in diesem Band erlangt. Das wird hoffentlich noch kommen.

Das Buch steigert sich zum Ende hin immer mehr, vor allem in seinen Emotionen. Ich habe generell das Gefühl, dass diese Art von Geschichten sehr gefühlsbetont sind und irgendwie mehr für mich wären, da muss ich mir unbedingt noch mehr anschaffen. Habt ihr Tipps?

Was mir auch gut gefallen hat, war der stetige Einschub von anderen Thematiken wie Waffen, Kriegsführung, Ritualen und vielem mehr. Die Landschaft war irgendwie nur Nebenwerk und kam kaum zur Geltung, aber das stört nicht weiter.

Eine Szene zu Beginn hat mich sehr geschockt, aber die werdet ihr schnell finden, wenn ihr sie lest. Ich habe sie auch nicht richtig verstanden, muss ich ja ehrlich zugeben. Wie es zu dieser Situation kam, habe ich völlig verpasst, war dann aber auch so gefesselt, dass ich nicht vor blättern und nochmal lesen wollte.

Wie ich es gehofft hatte, hat sich die Geschichte richtig gelohnt und ich finde auch, dass sie gut abgeschlossen ist und man nicht zwingend sofort weiter lesen muss, aber eben kann =)

Eure Blue Diamond.