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Sonntag, 18. August 2019

ItsColeslaw: Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen: Ein Leitfaden zum Umgang mit peinlichen Situationen aller Art

Hallo zusammen,

die N.E.W.T.´s sind in vollem Gange und so viel August ist ja auch gar nicht mehr übrig. Daher möchte ich euch heute mein erstes Buch für diese vorstellen. Anfang September wird es einen Post mit allen aufgelistet geben und es werden zu diesem Zeitpunkt sicher nicht alle bereits rezensiert worden sein.

Fakten:
  • Lisa Sophie
  • Ratgeber
  • 2017 erschienen
  • 304 Seiten
  • Fischer New Media Verlag
  • Preis: 12,99€ (Broschiert)
Klappentext:
"Erwachsenwerden ist eine der schwierigsten Erfahrungen, die wir überleben müssen. Manchmal tut es gut, zu wissen, dass es jemanden gibt, der das alles schon durchgemacht hat und dir versichert: so schlimm ist es gar nicht, du schaffst das schon! Lisa Sophie ist wie die große Schwester, die du dir immer gewünscht hast! Ob es um Liebe, Probleme in der Schule oder Stress mit den Eltern geht, Lisa Sophie spricht auf ihrem YouTube-Kanal ›ItsColeslaw‹ aus eigener Erfahrung – und das nicht immer ohne Fremdschämfaktor! Sie ist (gefühlt) schon in jedes Fettnäpfchen getreten und hat die peinlichsten Situationen erlebt! Aber hey – genau das kann doch jedem mal passieren, oder? Lisa Sophie erzählt von ihrer Zeit als Teenager und den Problemen, die sie zu bewältigen hatte. Sie zeigt dir, dass am Ende doch noch alles gut wird!"

Schon lange habe ich mir dieses Buch vornehmen wollen, da ich Lisa von ihrem Kanal kenne und sehr sympathisch finde. Besonders ihre Ausdrucksweise gefällt mir und daher muss das Buch ja eigentlich genauso gut werden.

Die Ausdrucksweise in diesem, ich würde es mal, Ratgeber, nennen, ist definitiv gut und passt auch zu Lisa, doch man merkt schon, dass hier vielleicht durch ein Lektorat oder ähnliches, etwas an ihrem eigentlich Satzbau verändert wurde. Es ist einfach viel einfacher gehalten, was ja auch ok ist.

Über verschiedene Kapitel hinweg erzählt uns Lisa immer wieder kleine Anekdoten aus ihrem Leben. Diese sind nach Themenbereichen und nicht unbedingt zeitlich sortiert. Das ist für mich auch ein kleiner Kritikpunkt. Ich verstehe natürlich die Einteilung in die Bereiche, doch es wird sowieso hin und wieder auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, da hätte dann auch alles mehr ein Erzählfluss werden können, meiner Meinung nach.

Die Geschichten hatte ich mir ehrlicherweise peinlicher oder ungewöhnlicher oder eben einfach aufregender vorgestellt. Allerdings glaube ich, dass das an meinem Alter liegt. Für Jugendliche sind das sicher unglaubliche Probleme und es ist wunderbar, dass sie hier nachlesen können, damit nicht allein zu sein. Sicher hat jeder in seinem Leben die ein oder andere Situation schon mal ähnlich erlebt. Außerdem sind die Erzählungen kurz genug um nicht langweilig zu werden und trotzdem relativ detailliert.

Lisa ist auch auf Youtube kein Mensch, die viel über sich erzählt. Das merkt man auch im Buch, denn immer dann wenn persönliche Details kommen könnten, kommen einfach keine. Diese Tatsache schadet jetzt nicht unbedingt, aber es trägt eben auch nicht zu viel Spannung oder einer persönlichen Bindung bei. Im Gegenteil, die Emotionen gehen so etwas verloren. Potential wäre aber einiges da.

Für Jugendliche halte ich es dennoch sehr gut geeignet und auch perfekt um im Leben leichter einen für sich guten Weg einzuschlagen und vielleicht auch leichter nach Hilfe zu fragen. Grundsätzlich glaube ich ist es immer gut, wenn Personen des öffentlichen Lebens auch mal über nicht so schöne Dinge sprechen. Da kommt man sich doch gleich wieder viel normaler vor. Gerade für Herausforderungen bei Freundschaften und mit sich selbst sowie eventuellen Ängsten bietet es viele Erfahrungswerte.

Nicht so viele Einblicke gibt es in Sachen Liebe, liegt aber vielleicht auch daran, dass da nun mal nicht so viel Dramatisches passiert ist oder Lisa es eben nicht preisgeben möchte. Sehr schön finde ich auch die Darstellung der Beziehung zu den Eltern, die wirklich innig zu sein scheint.

Definitiv eine schöne Lektüre für junge Menschen und kann gerade da auch hilfreich sein. Ab 25+ ist es vermutlich nicht mehr so spannend, da es dann eben ganz andere Herausforderungen im Leben gibt,

eure Blue Diamond.


Freitag, 16. August 2019

Farmer Giles of Ham

Hallo meine Fantasy-Freunde,

heute kommen wir zu einem kleinen Büchlein von J. R. R. Tolkien. Wenn ihr etwas über mich wisst, dann hoffentlich, dass ich riesiger Tolkien-Fan bin. Ich habe mir damals dieses kleine Boxset gewünscht mit vier Büchlein von Tolkien, die mehr oder weniger mit Herr der Ringe und Mittelerde zu tun haben. Davon habe ich euch bereits Roverandom und Die Abenteuer des Tom Bombadil vorgestellt. Heute geht es mit einer Geschichte weiter, die zwar etwas an den Hobbit erinnert, aber gar nix mit Mittelerde zu tun hat.

Die Fakten:
  • Autor: J. R. R. Tolkien
  • Herausgeber: Christina Scull und Wayne G. Hammond
  • Illustrator: Pauline Baynes
  • Titel: Farmer Giles of Ham
  • Erschienen: 2014 (erstmals 1949)
  • Verlag: Harper Collins
  • Seiten: 225
  • Preis: 14,95 Euro oder im Boxset
  • Klappentext: "Farmer Giles of Ham did not look like a hero. He was fat and red-bearded and enjoyed a slow comfortable life. But after inadvertently scaring away a rather deaf and short-sighted giant, Farmer Giles' heroic reputation spread far and wide. Unfortunately for him, when the wily dragon Chrysophylax visited the kingdom, it was Farmer Giles who was called upon to battle with it."

Zur Handlung: In einem friedlichen Örtchen in England vor sehr sehr langer Zeit lebte ein Bauer mit einem Hund. Eines Nachts schlägt dieser Hund plötzlich an, denn auf einem geheimen Spaziergang hat er einen Riesen gesehen, der auf den Hof zukommt. Der Bauer nimmt daraufhin seine Waffe und schießt dem Riesen ins Gesicht. Als dieser flieht, weil er denkt, er sei in eine Gegend mit Stechmücken geraten, wird der Bauer zum Held. Blöd nur, dass kurz darauf ein Drache sein Unwesen treibt und der Bauer wie der perfekte Kandidat zu dessen Tötung wirkt.

Neben der veröffentlichten Erzählung enthält dieses Buch ein ausführliches Vorwort, die ursprüngliche Fassung der Geschichte, den Anfang der Fortsetzung, die nie fertig gestellt wurde, und viele hilfreiche Hinweise zum Text. Außerdem sind Illustrationen zur Geschichte abgedruckt, die auch im Original enthalten waren.

Diese Geschichte hat den gleichen Charme wie der Hobbit, allerdings ist sie nicht so aufgefeilt und es gibt deutlich weniger Charaktere. Allerdings ist der Hauptcharakter Giles Bilbo doch teilweise sehr ähnlich, denn obwohl er kein Hobbit ist, liebt er das ruhige Leben, in dem nichts Ungewöhnliches passiert. Als er dann in seinem Ruhm baden kann, ist er aber sofort zur Stelle. Auch gibt es wieder einen Mann im Dorf, der ihm seinen Ruhm nicht gönnt.

Der Drache Chrysophylax ist ähnlich wie Smaug ein wortgewandter und cleverer Feind, der es schafft, das Dorf mit seinen Worten zu betrügen. Aber er ist auch ein bisschen ein Feigling, wenn es zu tatsächlichen Kämpfen kommt. Das macht auch ihn zu einem besonderen Charakter, der so in anderen Drachengeschichten vielleicht eher nicht vorkommt. Ein Verweis auf das alte Drachengeschlecht, aus dem er entstammt, könnte auch eine Verwandschaft mit den Drachen aus anderen Tolkiengeschichten bedeuten.

Ansonsten sind die meisten Charaktere nur Nebensache und beleben die Geschichte etwas und sind auch irgendwie besonders und witzig, aber werden nicht ausgeleuchtet. So wäre da der ängstliche aber ungehorsame Hund von Farmer Giles oder sein Pferd, die wahre Heldin der Geschichte, oder auch der Schmied der Stadt, der immer pessimistisch ist und sich dann freut, wenn er recht hatte.

Die Geschichte ist auch eher unvorhersehbar. Obwohl man meint, solche Geschichten hätte man schon hundert Mal gehört, schafft Tolkien immer, dass es etwas Besonderes ist, dass die Charaktere anders sind als gedacht, dass auch die Bösewichte ganz anders sind als gedacht. Daher hat man beim Lesen viel Spaß. Die Geschichte ist auch nicht unbedingt für Kinder geschrieben, obwohl diese an der Handlung selbst sicher Spaß hätten.

Alles in allem finde ich diese Büchlein einfach toll für Fans von Tolkien. Die Geschichte ist eher kurz, aber dafür passiert relativ viel. Die Charaktere machen Spaß und allgemein ist die Geschichte einfach lustig und ungewöhnlich. Sie passt im Stil zu den anderen Werken Tolkiens. Ich kann sie daher nur empfehlen, wenn ihr euch dafür interessiert. Besonders schön finde ich auch alles Trivia-Wissen, was man durch die Einleitung und Kommentare in diesen Büchern noch gewinnen kann.

Wie steht ihr zu diesen Büchlein? Interessieren sie euch, oder wollt ihr nur Mittelerde von Tolkien lesen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Mittwoch, 14. August 2019

Nächte, in denen Sturm aufzieht

Hallo an alle,

während des the reading rush dachte ich mir, nehme ich mir eine richtige Schnulze dazu, denn die gehen weg wie nichts und Jojo Moyes ist ja auch sehr bekannt dafür, sehr gute Geschichten zu schreiben.

Fakten:
  • Autorin: Jojo Moyes
  • Übersetzerin: Judith Schwaab
  • Roman
  • 2019 erschienen
  • 480 Seiten
  • Rowohlt Taschenbuch Verlag
  • Preis: 16,99€ (Broschiert)
Klappentext:
"Liza McCullen weiß, dass sie ihrer Vergangenheit nicht entfliehen kann. Doch in dem kleinen beschaulichen Örtchen Silver Bay an der Küste Australiens hat sie ein Zuhause gefunden für sich und ihre Tochter Hannah. Die unberührten Strände, der Zusammenhalt in der kleinen Gemeinde und die majestätischen Wale, die in der Bucht leben, bedeuten ihr alles. Täglich fährt sie mit ihrem Boot raus aufs Meer und bietet Walbeobachtungstouren an für die wenigen Touristen, die sich nach Silver Bay verirren. Als der Engländer Mike Dormer anreist und sich in der Pension von Lizas Tante einquartiert, gerät das beschauliche Leben in Gefahr. Der gutaussehende Fremde in den zu schicken Klamotten passt nicht nach Silver Bay, und niemand ahnt, dass er Pläne schmiedet, die den kleinen Fischerort für immer verändern könnten."

Dies ist wohl eine Neuausgabe des Buches "Dem Himmel so nah", welches ich nicht kenne. Da müsst ihr uns helfen, ob dem wirklich so ist und was verändert wurde.

Tatsächlich finde ich den Klappentext für die Inhalte sehr gut zusammengefasst. Wir erfahren weiterhin, warum es für die Familie McCullen so wichtig ist, in Silver Bay zu sein und zu bleiben. Es spielen einige Familiendramen mit rein, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet habe. Diese bringen einen ganz neuen Schwung in die Geschichte und auch neue Dynamiken, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das der Atmosphäre wirklich gut getan hat.

Liza ist ein sehr unsicherer Charakter. Sie entwickelt sich im Laufe des Buches stark und wir lernen sie wirklich sehr gut kennen. Hannah hingegen finde ich persönlich als spannendere Figur, allerdings erleben wir sie leider eher kurz beziehungsweise immer mal wieder, aber eben eher als Nebenfigur. Sie ist an sich ja noch ein Kind, benimmt sich aber sehr erwachsen. Ein wirklich toller Charakter ist Lizas Tante. Sie ist irgendwie gerissen und trotzdem total liebenswert.
Mike ist mir ehrlich nicht so geheuer, aber das passt wiederum auf eine dubiose Art und Weise wunderbar zu Liza und das ist ja in diesem Fall entscheidend.

Die Geschichte ist in der ersten Hälfte sehr ruhig und zurückhaltend. Eigentlich ja ganz passend für einen Schnulli, leider ist es mir aber schon fast zu ruhig. Solche Situationen brauchen für mich dann besonders schöne Beschreibungen, die leider nicht geliefert werden. Die Umgebung Australiens könnte ja wirklich umwerfend ausgeschmückt werden, darauf wurde aber irgendwie verzichtet. Dafür erfahren wir ein wenig über Schiffahrt und Wahlbeobachtung und den Schutz der Tiere.

Es geschehen ein paar Ereignisse die einerseits dann sehr gut die Geschichte abrunden, aber eben auch ein paar, die ich überhaupt nicht eingeordnet bekomme und die nach meiner Ansicht nicht ins gesamt Konzept passen.

Daher hat das Buch für mich leider nicht die richtige Balance für einen guten Schnulli gehalten. Einerseits ist es mir zu langweilig und andererseits sind da viel zu übertriebene Situationen dabei, die natürlich voller Spannung stecken und so weiter, aber eben wieder zu extrem sind. Da habe ich schon wesentlich bessere Erzählungen von Jojo Moyes gelesen.

Da mir, wie ihr merkt, das Buch nicht so gut gefallen hat, möchte ich es jetzt auch gar nicht mehr zu sehr zerreißen, denn gerade bei solchen Romanen ist das ja sehr subjektiv. Empfehlen möchte ich es daher auch eher nicht, macht euch am besten selbst ein Bild, wenn ihr es lesen wollt

eure Blue Diamond.


Sonntag, 11. August 2019

Als der Zufall sich verliebte - Kittys Meinung

Hallo meine Lesemäuse,

der Harry Potter Readathon bzw. Magical Readathon geht in die zweite Runde und diesen Monat können wir unsere Newts erwerben und danach unsere magische Karriere starten. Ich möchte mir nach wie vor zwei Karrieren offen halten - Hogwartsprofessor und Bibliothekarin. Dafür war meine erste Challenge, ein Buch zu lesen, dass mir eine Freundin empfohlen hat: natürlich die liebe Blue. Deswegen bekommt ihr heute meine Sicht auf ein Buch, dass euch bereits hier vorgestellt wurde.

Die Fakten:
  • Autor: Yoav Blum
  • Titel: Als der Zufall sich verliebte (Original auf hebräisch)
  • Übersetzung: Helene Seidler
  • Erschienen: 2018
  • Verlag: Pendo Verlag
  • Seiten: 336
  • Preis: 20,00 Euro
  • Klappentext: "Guy, Emily und Eric sind beste Freunde - und was keiner weiß: Sie sind Teil einer Geheimorganisation, deren Aufgabe es ist, Zufälle zu stiften. Sorgfältig inszeniert bewirken diese große Veränderungen im Leben vieler Menscher. Sie verhelfen Wissenschaftlern zum Durchbruch, Künstlern zur Inspiration oder Paaren zur großen Liebe. Bis Guy einen Auftrag erhält, der aller verändern wird..."

Zur Handlung: Menschen glauben an Zufall, doch Guy, Emily und Eric wissen es besser. Nach einer umfassenden Ausbildung sind sie nun Zufallsstifter und befassen sich bisher eher mit kleineren Zufällen. Sie bringen Paare zu einem ersten schicksalhaften Treffen zusammen oder überzeugen Steuerberater davon, dass sie eigentlich Dichter sein sollten.

Doch Emily hat ein Geheimnis und Guy ist völlig ahnungslos. Eric dagegen ist nicht, wer er zu sein scheint. Alles gerät in die Schwebe, als Guy plötzlich Teil einer viel größeren Zufallsstiftung wird, Emilys Pläne scheitern und sie jede Hoffnung auf ihr eigenes Glück verliert und Eric schließlich seine Maske fallen lässt.

Blue und ich sind in vielen Belangen wie Feuer und Wasser - das war schon immer Teil unserer Freundschaft. Und das macht diesen Blog natürlich auch spannend für euch, denn wir lesen meist ganz gegensätzliche Bücher und stellen sie euch hier vor. Umso spannender ist es für mich, wenn wir dann doch mal geplant oder ungeplant zu den gleichen Titeln greifen. Hier allerdings ist es gründlich schief gegangen.

Guy als Hauptcharakter erschien mir immer wie ein langweiliger Bürokrat. Er hat sich sehr "grau" für mich gelesen, anders kann ich es gar nicht ausdrücken. Auch seine Name klingt ja schon absolut generisch. Emily dagegen fand ich total anstrengend. Immer wenn Kapitel sich um sie drehten, habe ich erstmal die Augen gerollt. Ich weiß auch gar nicht, was ich an ihr anstrengend fand - vielleicht, dass sie dachte, dass sie mit einem völlig verrückten ausgefeilten Plan ihre große Liebe dazu bringen kann, sie zurück zu lieben? 

Beide Charaktere hatten in meiner Welt zumindest null Chemie miteinander. Es gibt dann noch eine Backstory zu einer Zeit, als Guy imaginärer Freund war. Da kamen mir manche Sachen so spanisch vor, vor allem auch sexistisch (nur weibliche imaginäre Freundinnen werden nämlich für sexuelle Fantasien benutzt, weil Männer sind ja solche Ferkel, Frauen haben nie so unreine Gedanken???). Ich konnte mit dieser Story einfach gar nichts anfangen.

Die Grundidee des Buches fand ich ja irgendwie nicht schlecht: eine Geheimorganisation, die dafür sorgt, dass sich die Welt in die richtige Richtung entwickelt. Aber wer bestimmt eigentlich, was wichtig ist? Solche Fragen bleiben völlig offen. Stattdessen erscheint es einem eben wie typische Bürokratie, da kommt ein Auftrag, den führen gelangweilte Agenten aus, fertig. Spannend wurde es dann, als Guy in etwas Größeres hineingezogen wurde - was dann aber doch alles gar nicht so war?

Das Ende hat das Buch für mich dann völlig zerstört. Offensichtlich ist nämlich die Rettung der Welt vor Terroristen, Gewalt und Kriminalität nicht halb so wichtig wie, dass sich zwei Personen, die es alleine einfach nicht geschissen kriegen, dann doch irgendwie durch hundert Zufälle noch verlieben. Und das nachdem die weibliche Person schon feststellte, dass der männliche Part sie gar nicht wirklich so liebt, wie sie ist, sondern wie er sich sie erdacht hat. Wenn das Romantik ist, kriege ich das große Kotzen. Ich war am Ende einfach unendlich wütend, dass solche Bücher existieren. Nichts an dem Buch war für mich romantisch, es gab keine niedlichen Szenen, wo man für die beiden mitgefiebert hat, stattdessen war da einfach nix. Und das wird mir am Ende als große Liebe verkauft? Die es wert ist, dafür so viel zu opfen? No thanks. Man merkt, das Buch wurde von einem Mann geschrieben.

Alles in allem kann ich davon nur abraten und konnte auch im Gespräch mit Blue nicht nachvollziehen, warum sie es mochte. Für mich leider das schlechteste Buch, das ich bisher dieses Jahr gelesen habe. Ich fand die Charaktere furchtbar, ich fand die Handlung verwirrend und belanglos, ich fand das Ende absolut ätzend. Einzig der Schreibstil und eine interessante aber unausgegorene Grundidee konnten es etwas erträglicher machen.

Kennt ihr das Buch? Was sagt ihr dazu?


Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:

Freitag, 9. August 2019

HELIX - Sie werden uns ersetzen

Hallo an alle Urlauber,

vor kurzem habe ich ja die letzten bisher veröffentlichen Bücher von Elsberg gesuchtet. Ein Autor der mir gut gefällt, aber wie Zero, war auch Helix nicht sein stärkstes Werk.

Fakten:
  • Autor: Marc Elsberg
  • Thriller/Krimi
  • 2016 erschienen
  • 648 Seiten
  • Blanvalet Verlag
  • Preis: 22,99€ (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"Haben Sie die Gene zum Überleben?
Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und –tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung, erklärt sogar, er könne die genetischen Anlagen ihres Kindes deutlich verbessern. Er erzählt ihnen von einem – noch inoffiziellen – privaten Forschungsprogramm, das bereits an die hundert solcher »sonderbegabter« Kinder hervorgebracht hat, und natürlich wollen Helen und Greg ihrem Kind die besten Voraussetzungen mitgeben, oder? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin – nicht nur in München, sondern überall auf der Welt … "

Den Klappentext finde ich richtig gut, er deutet kurz und knapp an worum es geht und führt dann auf eine ganz falsche Fährte - oh hab ich da jetzt etwa zu viel verraten? Keineswegs, denn ich möchte euch noch ein paar Fakten mehr erzählen.

Wie von Elsberg gewohnt folgen wir nicht einem Charakter, sondern vielen verschiedenen und auch mit unterschiedlichsten Interessen. Wir bekommen in mehrere Bereiche des Lebens Einblick, nämlich in die, die alle etwas mit Genetik zu tun haben. Es wird schnell klar, dass es nicht nur um menschliche Genetik geht, diese aber schon im Fokus steht. Das beschriebene Symbol auf dem Herzen vom Klappentext habe ich ehrlich gesagt anders verstanden, meiner Meinung nach war das gesamte Organ verändert und auch das ist ebenso gruselig. Aus dieser Veränderung wird sofort eine Art Seuche vermutet und dem nachgegangen.

Ein kleiner Nebenschauplatz ist die Ernte von Mais und anderen Nutzpflanzen. Diese liegt auf unerklärliche Weise plötzlich am erfolgreichsten in Händen von einem Konzern, der nicht zu den ganz großen zählt und den es daher zu vernichten gilt. Doch was macht diesen aus und womit beschäftigen sich die Angestellten wirklich und sind es die Mitarbeiter die so intelligent forschen? Ja das sind eigentümliche Fragen und genauso geht es auch weiter.

Kinder zu bekommen gehört ja zu so einem verschrobenen gesellschaftlichen Ideal und wird hier klischeehaft auf die Spitze getrieben mit der Perfektion von Kindern. Das alles unter Verschluss gehalten und wie eine Art Erlebnispark präsentiert. Genau hier beginnt dann das eigentliche Drama. Superkinder sind nämlich auch superschlau. Das erinnert ein bisschen an diese Roboter und künstliche Intelligenz Geschichte - es also aufgepasst werden muss, dass diese nicht schlauer werden als ihre Erfinder oder Erschaffer. Naja schwierig wie wir ja schon aus diversen Geschichten mit künstlicher Intelligenz wissen, klar dass  es dann mit selbstständig denkenden Dingen wie Menschen nur noch schwieriger werden muss.

Die Stimmung im Buch ist immer etwas getrübt, denn oft herrscht Unsicherheit und Unwissen vor, was natürlich für entsprechende Unruhe oder gar Angst sorgt. Klar ist dies widerum sehr passend für die Thematik und somit irgendwie perfekt für das Buch, aber es trübt auch den Lesespaß. Der Einblick in die einzelnen Themen scheint wieder sehr gut, aber ob das alles so stimmt, ist für den gemeinen Leser eher fraglich, denn wer kennt sich schon so speziell mit Genen und deren Struktur aus? Für mich nimmt sowas dann auch die Spannung raus, denn ich bin viel mehr damit beschäftigt zu überlegen ob das Sinn macht, als mit den Figuren mitzufiebern. Vielleicht liegt das auch daran, dass Gene einem für gewöhnlich eher fremd sind. Strom, Macht und das Internet stehen uns näher und sind einfach zu fassen, auch gedanklich. Das ist definitiv eine Herausforderung des Buches.

Gut an dieser Geschichte ist daher, dass es jeden Leser dem Thema etwas näher bringt und verschiedene Bereiche und Konsequenzen gezeigt werden, auch wenn das Ende so ein bisschen anmutet, dass bisheriges und durchaus gefährliches Wissen unter den Teppich gekehrt wird und alle mal so tun, als würde nichts Schlimmes deswegen oder damit geschehen können. Nun ja, irgendwie sehr unwirklich, wenn man mich fragt und ich verstehe auch gar nicht wie die Figuren alle so dicht halten können und scheinbar auch wollen.

Das klingt alles so negativ, dabei möchte ich eigentlich ausdrücken wie wichtig, aber gleichzeitig kompliziert die Thematik und damit eben auch das Buch ist. Es fehlt für mich eben auch an Spannung und Dynamik, die mich damals durch Blackout getragen haben, obwohl das ja auch eher schwierig war. Es ist ein gutes Buch mit runden Charakteren und einem Wegruf für gewissen Wege die eingeschlagen werden könnten, weil die Tür dahin sperrangelweit offen steht. Vielleicht ist dieses Buch auch eher dystopisch als realistisch, dass weiß ich tatsächlich einfach nicht. Doch fern ab der Realität ist es als Dystopie schlicht nicht aufregend genug.

Empfehlen möchte ich es daher allen, die ein bisschen Ahnung von Zellen, Biologie oder Genen haben, da die es tendenziell einfacher haben werden, sich auf die Geschichte einzulassen. Für mich war es kein tolles Buch, aber auch kein Schlechtes. Es hat mich aber sehr unbefriedigt zurück gelassen,

eure Blue Diamond.



Mittwoch, 7. August 2019

Pages For You

Hallo meine Romantikhasen,

ein Buch, das ich euch schon sehr lange vorstellen möchte, das dann aber immer wieder von anderen Büchern überschattet wurde, ist Pages For You. Ich hatte es mir letztes Jahr von meinem Buchwichtel gewünscht und auch bekommen. Das hat mich damals sehr gefreut. Ich hatte Interesse daran, weil es einerseits eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen ist, und andererseits zwischen einer Studentin und ihrer Dozentin. 

Die Fakten:
  • Autor: Sylvia Brownrigg
  • Titel: Pages For You
  • Reihe: Pages For You 1
  • Erschienen: 2001
  • Verlag: Picador
  • Seiten: 274
  • Preis: 10,00 Euro
  • Klappentext: "When Flannery Jansen arrives at university, she is totally unprepared for an encounter that will rock her existence. But when she comes across Anne Arden in a local diner, Flannery falls dramatically and desperately in love. Flannery is quickly embarrassed in the face of the older woman's poise and sophistication, and under the gaze of those impossible green eyes, but slowly their paths intertwine, and soon Flannery becomes Anne's eager student in life and love."

Zur Handlung: Flannery ist gerade ans College gekommen, ist dafür einmal quer durch Amerika gezogen und ist bereit für ein neues Kapitel. Doch direkt bei ihrer Ankunft trifft sie auf Anne, die sie unglaublich anzieht. Sie ist jung, schön und unglaublich intelligent. Über Flannery kann sie im ersten Moment nur lachen.

Geschockt ist Flannery, als sie herausfindet, dass Anne auch einen Kurs gibt, den Flannery besuchen wollte. Schnell wechselt sie zu einem anderen Dozenten, um nicht jede Woche im Semester rot anlaufen zu müssen beim Gedanken an ihre erste Begegnung. Doch das Schicksal bringt sie eines Tages wieder mit Anne zusammen, und lässt sie nicht so schnell wieder los.

Für alle Romantikliebhaber sei darauf hingewiesen, dass es sich hier um eine relativ realistische Darstellung einer College-Affäre handelt, die mit einem recht steilen Machtgefälle einhergeht. Die Geschichte ist also weder sehr fluffig, noch unproblematisch. Das wollte ich am Anfang direkt klarstellen.

Flannery als Hauptcharakter war für mich mitunter etwas nervig zu lesen. Sie ist das junge College-Mädchen vom Lande, das sich häufig tapsig anstellt, gern Partys feiert und den Ernst des Lebens noch nicht kennt. Vor allem ihr Name hat mich aber echt manchmal rausgebracht, vor allem am Anfang. Das wird auch on page thematisiert, aber irgendwie... nicht meins.

Anne dagegen ist etwas älter als Flannery, arbeitet momentan an ihrer Karriere und jobbt noch als Dozentin an der Uni. Sie ist sehr belesen und gebildet, steht aber auch unter enormen Stress. Damit kann ich mich schon mehr identifizieren. Im ersten Moment wirkt sie überheblich und unnahbar, aber sie lässt Flannery irgendwann doch an sich heran. Mit ihr konnte ich mich deutlich mehr identifizieren. 

Beide Charaktere würde ich als bisexuell einschätzen, beide haben romantische Erfahrungen mit Männern gesammelt. Bei Flannery war mir etwas unklar, inwieweit Anne für sie eine Phase ist oder sie tatsächlich ihre Homosexualität erkennt, da ich da wenig eigene Erfahrung habe, um das einschätzen zu können. Bei Anne bin ich aber recht sicher, dass sie nicht lesbisch ist.

Von Anfang ist liest sich Pages For You nicht wie eine klassische romantische Geschichte, und die Beziehung der beiden soll auch nicht zu stark romantisiert werden. Dennoch gibt es einige sehr schöne Momente im Buch, und dann auch einige, bei denen man der Beziehung beim Bröckeln zuschauen kann. Insgesamt habe ich mich in einem Momenten tatsächlich wiedererkannt und mochte die realistische Darstellung.

Das Setting einer Universität mag ich generell sehr gern, denn das entspricht meiner Lebensrealität. Allerdings ist das Bild, das man in diesem Buch von Universitäten erhält, schon sehr elitär. Das hat mich manchmal gestört, denn zumindest in meinem Uni-Alltag komme ich mir nicht wie irgendeine Elite vor und meine Studierenden werden nicht die nächsten Marxs und Bourdieus dieser Welt werden... 

Insgesamt war das Buch für mich eher eine Enttäuschung. Durch die ausgesprochen kurzen Kapitel lässt es sich zwar schnell lesen, aber was ich mir an Inhalt erhofft hatte, habe ich gar nicht oder ganz anders gewürzt erhalten. Die Beziehung ist sehr realistisch, aber manchmal will man mit Büchern der Realität wenigstens ein bisschen entkommen. Manchmal hat mir einfach die Chemie gefehlt, und manchmal das Besondere an den beschriebenen Szenen. Es ist einfach etwas dahingeplätschert und konnte mich nicht mitreißen. Ich kann gar nicht wirklich sagen, woran es lag. Ich werde aber den zweiten Band, der 20 Jahre später spielt, vermutlich nicht lesen.

Habt ihr andere Buchempfehlungen mit ähnlichen Themen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:

Sonntag, 4. August 2019

ZERO - Sie wissen, was du tust

Hallo an alle Weltenbummler,

heute schon verfolgt gefühlt oder darüber nachgedacht, wie transparent wir sind? Nach diesem Buch denke ich öfter daran. Ich bin auch der Meinung, dass wir uns dem allen nicht verschließen können oder gar davor fernhalten. Dennoch kann man eine gewisse Sensibilität dafür entwickeln, wie wir uns schützen und was mit Absicht zeigen.

Fakten:
  • Autor: Marc Elsberg
  • Thriller/Krimi
  • 2014 erschienen
  • 480 Seiten
  • Blanvalet Verlag
  • Preis: 19,99€ (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"Wer sich im Netz bewegt, für den gibt es kein Entkommen 
Sie wissen, WER wir sind, WO wir sind - und WAS wir als Nächstes tun werden! 
London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones gibt es kein Entkommen … 
Hochaktuell und bedrohlich: Der gläserne Mensch unter Kontrolle _"

Wie ich schon angedeutet habe, geht es ins Zero um unsere Daten und wie einfach es ist, damit zu machen, was man eben will, sobald sie einmal im Internet gelandet sind.

Die Geschichte ist eigentlich ganz spannend. Cynthia ist Journalistin und relativ selbstbewusst. Sie hat eine Tochter im Teenageralter und ist alleinerziehend. Von ihrem Boss bekommt sie eine Datenbrille um besser und schneller an tolle Geschichten zu kommen. Ihre Tochter leiht sich diese aus und ein Freund von ihr benutzt diese. Sie begegnen einem gesuchten Verbrecher, was sie ohne diese Brille nicht gewusst hätten. Dies wird dem Jungen zum Verhängnis. Doch Moment, an seinem Tod ist vermutlich noch viel mehr Schuld. Freemee ist eine Plattform wie jede andere, nur hier, verkauft man seine eigenen Daten und bekommt Hilfestellungen im Leben. Umso genauer man also damit arbeitet umso bessere Tipps bekommt man auch, die noch dazu sehr erfolgreich zu sein scheinen. Es verbessert nicht nur das Selbstbewusstsein, die Intelligenz, den Umgang mit anderen und so eben den allgemeinen Erfolg im Leben, sondern auch soziales Miteinander, Liebesbeziehungen. Diese Plattform kann wenn man es zulässt, dass komplette Leben verändern. Doch will das dann die Plattform oder die Macher davon? Ein Algorhythmus? Naja irgendwer eben, man selbst wohl nicht mehr wesentlich.

Cynthia geht dieser Plattform auf die Spur und stößt dabei auf Zero. Zero ist Aktivist und versucht Menschen aufzuklären und Plattformen wie Freemee zu stürzen. Er wird gesucht und das könnte eine tolle Story werden. Doch schnell wird Cynthia in eine Spirale der Verfolgung hinein gezogen, die sich nicht mehr kontrollieren lässt.

Neugierig geworden? Das war ich auch und zwar wegen dem unsagbar tollen Buch Blackout. Das habe ich nicht nur schon mehrfach gelesen, sondern auch gehört und empfohlen und und und. Der Autor kann ja nur super Arbeit leisten. Das klingt jetzt alles sehr ironisch, was ich eigentlich nicht möchte. Zero ist ein gutes Buch und trifft den Zeitgeist. Es kommt nur leider weder an die Tiefe noch an die Spannung von Blackout. Vielleicht liegt das daran, das ich selbst viel mehr über das Internet, Transparenz und Datenschutz weiß, als ich es über Strominfrastruktur wusste. Ich denke auch, weil man sich oft dabei erwischt zu denken - ach so spannend bin ich nicht, was wollen die denn mit dem anfangen, was sie von mir wissen? - ist das Thema eher nicht so spannend für die meisten, oder diejenigen in meiner Generation.

Insgesamt ist die Stimmung des Buches dynamisch und leicht aufregend. Es werden viele typische Internetdinge eingebaut wie zum Beispiel Hashtags. Wirklich Spaß gemacht, hat mir, zusehen wie das Internet oder Daten, je nachdem wie man sie nutzt und streut, auch völlig irre führen können und so Wahrheiten schaffen, die es gar nicht gibt.

Wir haben es wieder mit unzählig vielen Charakteren zu tun, die oft klischeebehaftet sind. Dadurch wechseln wir auch immer die Perspektive auf verschiedene Situationen.

Durch den the reading rush ist es mir sehr leicht gefallen, schnell durch das Buch zu kommen, weil ich es schnell schaffen wollte. Ehrlicherweise hätte es mich jedoch eine halbe Ewigkeit gefordert, wenn dem nicht so gewesen wäre.

Empfehlen kann ich es auf jeden Fall, allerdings möchte ich betonen, dass man nicht mit den Erwartungen aus Blackout an dieses Buch gehen sollte. Es macht Spaß und ist spannend, aber eben nicht so phänomenal wie Blackout,

eure Blue Diamond.



Freitag, 2. August 2019

Dumplin'

Hallo meine Lesemäuse,

heute soll es um ein Buch gehen, von dem ich so oft wirklich Gutes gehört habe, aber dennoch habe ich es nie geschafft, es anzufangen. Nachdem ich vor zwei Jahren den zweiten Roman der Autorin als Hörbuch gehört und für sehr gut befunden hatte, hat es doch noch sehr lange gedauert, bis ich diesem Debut eine Chance gegeben habe. Aber zum Reading Rush war es dann endlich so weit.

Die Fakten: 
  • Autor: Julie Murphy
  • Titel: Dumplin' - Go big or go home
  • Übersetzung: Kattrin Stier
  • Erschienen: 2018
  • Verlag: S. Fischer Verlag
  • Seiten: 394
  • Preis: 18,99 Euro
  • Klappentext: "Willowdean - "16, Dolly-Parton-Verehrerin und die Dicke von Dienst" - wird von ihrer Mutter immer nur Dumplin' genannt. Bisher hat sie sich in ihrem Körper eigentlich immer wohl gefühlt. Sie ist eben dick - na und? Mit ihrer besten Freundin Ellen an ihrer Seite ist das sowieso total egal. Doch dann lernt sie den sportlichen und unfassbar attraktiven Bo kennen. Kein Wunder, dass sie sich hoffnungslos in ihn verknallt - dass er sie allerdings aus heiterem Himmel küsst, verunsichert sie völlig. Plötzlich macht es ihr doch etwas aus, nicht schlank zu sein. Um ihre Selbstzweifel in den Griff zu bekommen, beschließt Will, sich der furcheinflößendsten Herausforderung in ganz Clover City zu stellen: Sie will am Miss Teen Blue Bonnet-Schönheitswettbewerb teilnehmen und allen - vor allem sich selbst - beweisen, dass die Kleidergröße für das ganz große Glück überhaupt keine Rolle spielt."

Zur Handlung: Willowdean liebt Dolly Parton. Diese Liebe verbindet sie mit ihrer besten Freundin Ellen und mit ihrer Tante Lucy. Doch Lucy ist vor einem halben Jahr verstorben und für Will wird es ein seltsamer Sommer. Sie jobbt in einer Burger-Bude und verguckt sich in den attraktiven Grillmeister Bo. Die beiden beginnen eine Romanze, die jedoch abrupt nach den Sommerferien endet.

Als Will beschließt, sich bei dem Schönheitswettbewerb der Stadt anzumelden, der schon immer das Leben ihrer Mutter bestimmt hat, und zu dem sich scheinbar damals auch ihre Tante Lucy anmelden wollte, es sich dann aber aufgrund ihres Gewichts nicht getraut hatte, gerät auch ihre Freundschaft mit Ellen in Gefahr. Was wird nach dem Wettbewerb noch von Wills früherem Leben übrig sein?

Ich bin so froh, dass ich dieses Buch in der Bibliothek entdeckt habe. Das hat mich endlich dazu gebracht es zu lesen. Für den Reading Rush habe ich es innerhalb von einem Tag beendet, und ich konnte auch wirklich nicht aufhören zu lesen. Das Buch hat mich wirklich kalt erwischt und mir so viel Freude gemacht. Das sind Jugendbücher, wie ich sie mag.

Will als Hauptcharakter ist einfach super. Sie ist an sich ein tolles Mädchen, aber sie hat gelegentlich Probleme mit ihrem Körper und viele Probleme mit ihrer Mutter. Diese ist gertenschlank und war Schönheitskönigin. Wills Tante Lucy hingegen war schon immer rundlicher und hat Will viel geschenkt in ihrem Leben - die Liebe zu Dolly Parton und ihre beste Freundin Ellen zum Beispiel. Der Schmerz, den Will über ihren Verlust empfindet, ist gut nachvollziehbar. Dennoch lässt sich Will nicht vom Leben abhalten.

Als sie entscheidet, an dem Schönheitswettbewerb teilzunehmen, geht es vor allem darum zu zeigen, dass sie es wert ist. Sie möchte nicht zur Gallionsfigur für alle Dicken werden, sie hat nicht den Anspruch zu gewinnen, sondern sie will sich nicht von Schlankheitsnormen davon abhalten lassen, wie es einst scheinbar ihre Tante tat. Doch andere Mädchen bekommen Wind von ihrer Entscheidung und stürzen sich mit ins Abenteuer.

Diese drei Mädchen sind Millie, Hannah und Amanda. Millie ist noch etwas dicker als Will, aber kümmert sich auch gar nicht darum. Sie ist eine wahre Frohnatur und will den Wettbewerb wirklich gewinnen. Amanda hat sich von Millie mit hineinziehen lassen. Sie hat unterschiedlich lange Beine und trägt daher orthopädische Schuhe, was ihr in der Schule Spott einbringt. Sie ist eher gelassen und rational und holt die anderen auf den Boden zurück. Hannah ist mein Lieblingscharakter. Sie hat sehr große Zähne und ein langes Gesicht, weswegen der Schul-Bully sie mit einem Pferd vergleicht. Außerdem ist sie nicht hetero. Hannah ist einfach sie selbst und gibt gar nix auf andere. Sie wirkt schnell abweisend, aber sie will sich häufig einfach selbst schützen. Sie will den Wettbewerb von innen heraus zerstören mit ihrer Teilnahme.

Die vier ungleichen Mädchen werden im Laufe des Wettbewerbs Freundinnen und erleben eine Menge verrückte Sachen miteinander - unter anderem auch mit einer Drag Queen. Die Geschichte spielt in einer Kleinstadt in Texas, wo es neben Football, Cheerleadern und Schönheitswettbewerben nichts zu geben scheint. Doch diese vier Mädchen entdecken, dass es selbst in Texas so viel mehr gibt.

Im Buch wird es auch ein bisschen romantisch. Zunächst ist da Wills Knutschgeschichte mit dem heißen Bo. Allerdings weiß sie nicht, ob sie wirklich mit ihm zusammen sein will - und ob er das überhaupt will. Wenn sie allein sind, ist alles gut, doch in der Öffentlichkeit hat Will Bedenken. Es gibt aber auch noch einen anderen Jungen, der sie sehr mag, Mitch. Will würde ihn gern genauso mögen wie er sie, aber manchmal kann man das nicht beeinflussen. Insgesamt fand ich die romantische Anteile der Geschichte für die Altersgruppe auch sehr realistisch, auch wenn Bo zum Ende hin manchmal etwas dick aufträgt. 

Das Ende bleibt dann auch realistisch genug und ist nicht absolut vorhersehbar. Ich habe daran absolut nichts zu meckern. Zur Netflix-Verfilmung wollte ich allerdings noch sagen, dass ich das Buch trotz allem viel besser finde. Die Hauptdarstellerin ist gut gewählt, andere Cast-Mitglieder eher etwas fragwürdig, und die Story ist gut für den Film heruntergebrochen. Das Buch gewinnt dennoch um Längen.

Alles in allem hat das Buch mich absolut überzeugt. Ich mochte die Charaktere, die Handlung war für mich realistisch und nachvollziehbar, romantisch gab es auch einiges zu erleben und die Geschichte bietet sowohl lustige als auch traurige Momente. Vor allem im ersten Teil des Buches wurden bei mir einige Selbststigmata in Bezug auf Körperform und -gewicht getriggert, aber im Verlauf des Buches verschwand das. Für mich absolut gelungen und eine Leseempfehlung an alle.

Kennt ihr Buch oder Film? Habt ihr vielleicht auch schon den Folgeband Puddin' gelesen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Mittwoch, 31. Juli 2019

THE READING RUSH 2019

Hallo an alle,

na was ist bei euren reading rushes 2019 rausgekommen? Bei mir, wie erwartet, war es so lala.

Die diesjährigen Aufgaben und meine Lösungen dazu waren:
  • Lies ein Buch mit etwas violettem auf dem Einband.
    • Hierfür habe ich mir mal wieder ein Jojo Moyes Buch geschnappt - Nächte, in denen Sturm aufzieht - dieses ist ein schöner Schnulli mit moralischem Tiefgang wie wir es von Moyes gewohnt sind. Vielleicht liegt es am Familiendrama, aber diese Geschichte hat mich bei weitem nicht so gekriegt wie beispielsweise Ein ganzes halbes Jahr. Genaueres findet ihr in der Rezi dazu, die es später geben wird
  • Lies ein Buch an derselben Stelle bis zum Schluss.
    • Theoretisch habe ich sowohl Zero als auch Helix an ein und demselben Ort gelesen, nur eben über mehrere Tage verteilt. Zählt das trotzdem? Es ist aber eben auch kein eigenes Buch für diese Aufgabe. Naja =D
  • Lies ein Buch, das du letztes Jahr lesen wolltest.
    • Da gibt es einige und es würden auch mehrere zählen, die ich diese Woche gelesen habe. Aber ich habe mich am Ende für Helix - Sie werden uns ersetzen von Marc Elsberg entschieden. Eine wie von Marc Elsberg gewohnt, aufregende Geschichte mit großem realistischen Bezug, aber auch gruselig. Mit DNA und biologischen Veränderungen kenne ich mich nicht aus und finde auch, dass das nicht jeder verstehen kann, deswegen war auch dieses Buch nicht so gut wie es Blackout war, aus meiner Sicht.
  • Lies das erste Buch eines Autors.
    • Ich kenne mich da ja ehrlich gesagt überhaupt nicht aus und bin auch viel zu ungeduldig um so eine Aufgabe zu erfüllen. Ich schaff es einfach nicht meine Bücher nach so einem durchzuschauen.
  • Lies ein Buch mit einer nichtmenschlichen Hauptfigur.
    • Dafür hätte ich im Moment auch kein passendes Buch gehabt. 
  • Wähle ein Buch mit fünf oder mehr Wörtern im Titel.
    • Es war eine Marc Elsberg Woche für mich, denn ich habe mir auch Zero - Sie wissen was du tust genommen und endlich mal gelesen. Auch so ein Szenario was nahe liegt und vielleicht auch schon so ähnlich passiert. Das hat mir richtig gut gefallen, aber Blackout steht immernoch auf dem Thron für mich. 
  • Lies und schaue ein Buch und dessen Verfilmung an.
    • Auch sowas, was ich einfach nie auf dem Schirm habe und eher per Zufall entdecke.
  • Lies 7 Bücher!
    • Nicht geschafft =D Gar nicht verwunderlich.
Ich habe es auf drei Bücher gebracht und auch drei dicke Bücher, damit kann man vielleicht ein Auge zu drücken, da ich auch nicht viel Zeit hatte.
Leider hat mich auch keines der drei Bücher so richtig in den Bann gezogen, wodurch meine Leselust vielleicht auch nicht in Fahrt kam, wie es so eine Woche verlangt. Dennoch habe ich 1664 Seiten gelesen und halte das für eine Woche für durchaus gut, oder?

Habt ihr mitgemacht und wie war es für euch?

Die Rezis für diese drei Bücher folgen in den kommenden Wochen =)

eure Blue Diamond.




Wer wissen möchte, wie es Kitty ergangen ist, kann hier reinschauen:




Sonntag, 28. Juli 2019

The Underground Railroad

Hallo meine Historienleser,

ein Buch, dass ich so oft gesehen und von dem ich so viel gehört hatte, ist Underground Railroad. Inspiriert von tatsächlichen historischen Begebenheiten schildert der Autor die Geschichte von schwarzen Sklaven, die mithilfe einer unterirdischen Bahn versuchen in den freien Norden zu fliehen. Entdeckt habe ich das Buch schließlich in der Bibliothek und habe direkt zugegriffen. Es passt außerdem direkt noch zum Reading Rush (ein Buch, das ich schon letztes Jahr lesen wollte) und zum Medievalathon (ein Buch mit rotem Cover). Und es muss dringend zurück zur Bibliothek...

Die Fakten:
  • Autor: Colson Whitehead
  • Titel: The Underground Railroad
  • Erschienen: 2016
  • Verlag: Anchor Books
  • Seiten: 306
  • Preis: 7,89 Euro
  • Klappentext: "Cora is a young slave on a cotton plantation in Georgia. An outcast even among her fellow Africans, she is on the cusp of womanhood - where greater pain awaits. And so when Caesar, a slave who has recently arrived from Virginia, urges her to join him on the Underground Railroad, she seizes the opportunity and escapes with him."

Zur Handlung: Cora ist eine Streunerin. Zurückgelassen von ihrer Mutter, der einzigen schwarzen Sklavin, der je die Flucht aus Georgia gelang. Sie ist wie eine Aussätzige, die meisten halten sich von ihr fern. Als Caesar auf die Plantage kommt, hat ihm das scheinbar niemand gesagt, denn in einem unbeobachteten Moment bittet er sie, mit ihm die Flucht zu versuchen - für sein Glück. 

Doch Cora ist nicht dumm und lehnt ab. Erst als die Umstände sich weiter verschlimmern, willigt sie schließlich ein in das waghalsige Unternehmen. Einige Meilen trennen sie von nächsten Zugang zur Underground Railroad - einer unterirdischen Bahn in die Freiheit. Diese müssen sie zunächst überwinden - und bald schon ist ein verbitteter Jäger auf ihrer Spur.

Ich hatte ein bisschen Angst vor diesem Buch, da einige es absolut gelobt und gefeiert haben, andere wiederum etwas enttäuscht waren nach dem großen Hype. Daher war ich sehr froh, es in der Bibliothek zu entdecken. Ich hatte mich mit dem Inhalt nie befasst und war so völlig unvoreingenommen was die Handlung anging. Alles, was ich wusste, war, dass der Autor "Underground Railroad" hier wörtlich nimmt und zum Zentrum der Handlung macht.

Cora als Hauptfigur mochte ich sofort. Sie ist eine Außenseiterin, aber sie ist schlau, mutig und hat viel Durchhaltevermögen. Durch gewaltsame Erfahrungen in ihrer Jugend misstraut sie Männern. Daher ist es für sie auch keine Frage, dass sie Caesars Angebot ablehnt. Außerdem hasst sie ihre Mutter, die sie in dieser Welt zurückgelassen hat. Auch damit konnte ich ein bisschen mitfühlen, auch wenn mich glücklicherweise nie jemand so im Stich gelassen hat.

Während des Buches tauchen viele andere wichtige Figuren auf. Wir haben beispielsweise Caesar, der stark, besonnen und mutig ist und Cora mit auf diese Reise nimmt. Da ist Lovey, ein albernes junges Sklavenmädchen, das Cora gern hat. Sam, der keine großen Ambitionen hat und sich lieber für die Underground Railroad engagiert, bis er damit sein Leben riskiert. Royal, der Cora im unmöglichsten Moment findet und der einzige Schwarze ist, den sie kennt, der frei geboren wurde. Und viele weitere Charaktere, die man lieben und hassen lernt. Doch man sollte keinen davon zu nah heran lassen, denn das Risiko ist hoch und Cora weiß das am besten.

Die Handlung ist durchweg spannend. Nachdem die ersten Kapitel mich wirklich emotional an Grenzen gebracht haben, überwiegt dann vor allem das permanente Risiko, die Angst, das Cora entdeckt wird. Man fühlt aber auch ihre Wut, ihren Hass und ihre Hilflosigkeit. Besonders herausfordernd sind auch die Kapitel aus der Sicht der "Feinde" von Cora, die kurz gehalten sind und mit ihrem Perspektivwechsel Motive und Einstellungen klar machen. Man muss hier schon echt darauf vorbereitet sein, dass das Buch keine gute Laune macht.

Das Buch selbst ist nicht historisch akkurat. Die Underground Railroad wird hier nicht als Metapher, sondern als tatsächliche Zugstrecke interpretiert. Dazu gehört natürlich auch ein bisschen Glauben, denn natürlich könnte niemand eine solche Tunnelzugstrecke in der Geschwindigkeit gebaut haben. Außerdem verschleiert es ein bisschen die Rolle, die weiße Helfer dabei spielten, obwohl einige von ihnen durchaus vorkommen. Außerdem ist nicht wirklich klar, zu welcher Zeit das Buch spielt. Ich schätze um Anfang des 19. Jahrhunderts. Ein Experiment zur Syphilis jedoch fand nach meinen Recherchen erst Anfang des 20. Jahrhunderts statt. Hier könnt ihr mir gern sagen, falls ich falsch liege. Dennoch finden sich viele Körchen Wahrheit in dieser fiktionalen Geschichte, und das Gefühl jener Zeit wird unglaublich gut vermittelt.

Im Laufe dieses Buches geschehen viele schreckliche Dinge: sexuelle Gewalt, Mord, Verstümmelung und Folter. Dies ist nicht auf die Plantagen beschränkt, sondern auch andere Akteure wie die Regierung sind daran beteiligt. Wer es nicht schafft, über solche Themen zu lesen, sollte die Finger von diesem Buch lassen.

Dieses Buch ist aber vor allem auch ein Kommentar darüber, auf welchen Grundlagen das amerikanische System aufgebaut ist. Wie nicht "all men are equal" gilt, sondern nur "white man" einbezieht. Wie Gott (mal wieder) als Rechtfertigung für die schlimmsten Taten herhalten darf: Wenn Gott es nicht wollte, hätten die Indianer nicht ihr Land verloren. Wenn Gott es nicht wollte, wären die Afrikaner keine Sklaven geworden. Wenn Gott es nicht wollte, wäre Amerika als Nation nicht auf Raub, Gewalt und Mord aufgebaut. Das alles sagt mir persönlich sehr zu. In einer Figur (Ethel) wird auch die ekelerregende Überlegenheit der Kolonialisten eingefangen, die davon träumen, wie die armen unzivilisierten Afrikaner zu ihnen emporschauen und jubeln, weil sie durch sie das Wort Gottes empfangen... Halleluja.

Alles in allem finde ich dieses Buch absolut großartig. Ich mochte Cora als Hauptcharakter, habe mit ihr mitgelitten und mitgefiebert. Die Risiken sind immer hoch in diesem Buch und es passiert eine schreckliche Sache nach der nächsten, sodass man nie ruhen kann als Leser (wie auch Cora nicht). Die gesellschaftlichen Kritiken fand ich spannend und berechtigt. Ich hoffe, viele Menschen lesen dieses Buch. Es hat in mir ausgelöst, was ich mir damals von Homegoing gewünscht hatte: neue Einsichten, Schrecken und Spannung zugleich. Ein Augenöffnen, wozu Menschen immer wieder fähig sind. 

Habt ihr das Buch schon für euch entdeckt? Oder habt ihr jetzt erst Lust darauf bekommen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:
 

Freitag, 26. Juli 2019

Blues N.E.W.T.´s TBR

Hallo an alle,

im April konntet ihr ja verfolgen, wie wir unsere O.W.L.´s als Buchlesechallenge vollbracht haben und für welche Berufe wir uns damit qualifiziert haben. Nun ist es im August soweit, sich für einen Beruf zu entscheiden und die entsprechenden N.E.W.T.´s dazu zu absolvieren. Dafür gibt es wieder tolle Aufgaben, die ihr in diesem Video erklärt bekommt.

Berufe konnte ich mit meinen O.W.L.´s einige antreten, doch ich werde nun meine drei Favoriten notieren und mir meine Bücher dazu suchen. Ich wähle drei, weil ich hoffe, so die Chance zu erhöhen, auch einen zu schaffen. Sicherlich werden sich Bücher auf verschiedene Aufgaben anwenden lassen und so kann ich am Ende schauen, wie ich notwendige Prüfungen am besten abschließen kann. Nun zu den Berufen und was ich an N.E.W.T.´s dafür benötige:

Auror

  • O in Verteidigung gegen die dunklen Künste
  • E in Zauberkunst 
  • E in Zaubertränke
  • A in Kräuterkunde
  • A in Verwandlung


Heiler

  • E in Kräuterkunde
  • E in Zauberkunst 
  • E in Verteidigung gegen die dunklen Künste
  • E in Zaubertränke
  • E in Verwandlung


Magiezoologe

  • O in Pflege magischer Geschöpfe
  • E in Zauberkunst 
  • E in Kräuterkunde


Wie ihr seht, doppeln sich hier einige Prüfungen, so muss ich auf jeden Fall ein E in Zauberkunst für alle Berufe erreichen und so geht es weiter.

Nun zu den Büchern, die ich dafür lesen muss. Dabei ist das Prinzip zu beachten, dass sich die Noten in Büchern aufeinander aufbauen. Bedeutet, wenn ich ein E benötige, muss ich vorher auch das Buch für ein A in diesem Fach und für ein O dementsprechend A und E zu vor gelesen haben.

Für den Auror müsste ich also 9, für den Heiler 10 und für den Magiezoologe 7 Bücher lesen. Ich glaube die Karriere mit den meisten Büchern besteht aus 17 Büchern für den Alchemist.

Was für Bücher werde ich nun für welches Fach lesen?

E oder O in Verteidigung gegen die dunklen Künste
A: Ein Buch das unter seinem Schutzumschlag schwarz ist.
E: Das erste Buch welches mir einfällt, welches zu meinem TBR gehört.
O: Ein Buch von einem englischen Autoren oder welches in England spielt lesen.

O in Pflege magischer Geschöpfe
A: Der Buchtitel beginnt mit A wie Aragog.
E: Ein Buch mit weniger als 300 Seiten.
O: Ein Buch mit einem Vogel auf dem Cover. 

E in Zauberkunst
A: Ein Buch welches aus meiner Sicht ein grandioses Cover hat.
E: Lese einen Comic/graphic novel/Manga oder ein Buch mit weniger als 150 Seiten.

E in Zaubertränke
A: Lese das Lieblingsbuch eines Freundes.
E: Ein Buch mit der Farbe deines Hauses als Cover (Ich bin ein Hufflepuff).

A oder E in Kräuterkunde
A: Höre ein Hörbuch oder lese ein Buch mit einem grünen Cover.
E: Lese ein Buch mit 350 - 390 Seiten.

A oder E in Verwandlung
A: Ein Buch was LGBTQIA thematisiert.
E: Ein Folgeband aus einer Reihe.

Verwandlung ist für mich persönlich die größte Herausforderung, da ein Buch was LGBTQIA thematisiert gar nicht so richtig zu meinem Genre gehört. Alle Bücher die ich dazu kenne, habe ich bereits gelesen.
Habt ihr eine Empfehlung für mich?

Während des Augustes werde ich also versuchen, diese Aufgaben zu erfüllen. Mal sehen, was mir gelingen wird.

Nehmt ihr auch teil?

Eure Blue Diamond.

Mittwoch, 24. Juli 2019

One Flew Over the Cuckoo's Nest

Hallo meine verrückten Leser,

heute widmen wir uns einem Klassiker, von dem ich viel gehört aber bisher wenig gewusst habe. Klar, im Buch geht es um psychische Gesundheit bzw. Krankheit und man kann es sicher als Klassiker bezeichnen. In der Bibliothek hat es mich dann so angelacht, dass es mit durfte, und im Zuge des Reading Rush habe ich es nun gelesen.

Die Fakten:
  • Autor: Ken Kesey
  • Titel: One Flew Over the Cuckoo's Nest (dts Einer flog übers Kuckucksnest)
  • Erschienen: 1963
  • Verlag: Signet
  • Seiten: 325
  • Preis: 8,49 Euro
  • Klappentext: "In this classic novel of the 1960s, Ken Kesey's hero is Randle Patrick McMurphy, a boisterous, brawling, fun-loving rebel who swaggers into the world of a mental hospital and takes over. A lusty, life-affirming fighter, McMurphy rallies the other patients around him by challenging the dictatorship of Nurse Ratched. He promotes gambling in the ward, smuggles in wine and women, and openly defies the rules at every turn. But this defiance, which starts as a sport, soon develops into a grim struggle, an all-out war between two relentless opponents: Nurse Ratched, backed by the full power of authority, and McMurphy, who has only his own indomitable will. What happens when Nurse Ratched uses her ultimate weapon against McMurphy provides the story's shocking climax."

Zur Handlung: Chief Bromden, oder Chief Broom, wie er von den Pflegern genannt wird, ist seit Jahren in der Anstalt. Dort gibt es zwei Gruppen von Patienten: die jüngeren, die vielleicht noch zu retten sind, und die alten, bei denen alle Hoffnung verloren scheint. Bromden gehört zur zweiten Gruppe, aber noch kann er sich eigenständig fortbewegen und die Geschehnisse mit wachen Augen und Ohren verfolgen.

Als eines Tages McMurphy ins Krankenhaus kommt, ist klar, dass sich Dinge ändern werden. Im Gegensatz zu den anderen Patienten lässt er sich kein Thermometer in den Po schieben. Er begrüßt alle Patienten mit Handschlag und macht deutlich, dass er fortan der Verrückteste unter den Verrückten sein will. Und seine sympathische Herrschaft scheint um Welten besser als die Diktatur unter der Hauptkrankenschwester.

Dieses Buch beginnt direkt mit dem auffälligen Schreibstil. Wir folgen der Handlung durch die Augen von Chief Bromden, der nicht nur unter einigen Verfolgungsideen zu leiden scheint, sondern auch gelegentlich Dinge sieht, die nicht da sind, und seine Grammatik ist nicht die beste. Das hat am Anfang ein bisschen gedauert, las sich dann aber authentisch.

Diese Geschichte kann man wohl auf zwei Arten lesen, und ich weiß noch nicht, welche ich sehe: einerseits kommt da dieser Ire mit den dicken Eiern und gibt den Männern dort ihre wieder, indem er sich der diktatorischen Krankenschwester wiedersetzt, die alle unter dem Stiefel hatte. Diese Lesart lässt mir einen seltsamen Geschmack im Mund.

Andererseits kann man aber auch lesen, wie durch Empowerment, Sympathie und Empathie aus psychisch Kranken plötzlich wieder Menschen werden. Dies trifft vor allem auch auf die Hauptfigur Bromden zu, der durch die Maßnahmen von McMurphy bildlich gesprochen wieder groß wird. An sich ist dies auch eine Besonderheit des Erzählstils, dass Bromden emotionale Veränderungen durch physische Änderungen wahrnimmt. So fühlt er sich unterdrückt und empfindet seinen Körper daher als kleiner als er ist. Diese Lesart wiederum sagt mir mehr zu. In der Mitte zwischen beiden findet man wohl die Wahrheit.

McMurphy ist der Charakter, der im Buch am präsentesten ist. Er ist laut, lacht viel, spielt viel und nicht wirklich fair, aber er sieht die Patienten um sich als Menschen. Er begrüßt jeden mit Handschlag, auch die "vegetables", also jene Patienten, die eigentlich keiner mehr wahrnimmt, weil sie kaum mehr menschlich scheinen. Ihm gegenüber steht dann die Big Nurse Ratched. Schon ihre Namenswahl zeigt nichts Gutes. Und tatsächlich sehe ich ein bisschen Dolores Umbridge in ihr glitzern. You'll love to hate her. Dennoch fiel es mir manchmal schon schwer auf McMurphys Seite zu sein, auch wenn das Buch mich noch so sehr gepusht hat.

Das Ende ist dann doch stärker eskaliert als ich dachte. Dabei erlebt man schon eine Klimax. Allerdings verhalten sich einige Charaktere dann auch offensichtlich etwas dämlich. Zugegeben, sie sind in einer Situation, in der das erwartbar ist. Ich glaube, insgesamt war das Ende dann doch etwas schnell und nicht mehr so reflektiert. Durch den Erzählstil wirkt das Buch sowieso etwas meandernd, und das Ende fällt dann irgendwie raus. 

Alles in allem hat es mir Spaß gemacht, das Buch zu lesen. McMurphy kann ich aber nicht als Helden der Geschichte sehen. Etwas unangenehm blieb mir der Männlichkeitsdiskurs, der hier und da aufflammte. Frauen sind in dieser Welt entweder Huren oder Diktatorinnen, im schlimmsten Fall eine Mischung wie die Frau von Harding. Das ist wirklich kein zeitgemäßes Denken mehr. Aber ich habe dennoch das Gefühl, etwas aus dem Buch mitgenommen zu haben, auch wenn ich bisher unsicher bin, was das ist.

Kennt ihr Buch oder Film? Was sagt ihr zum Umgang mit Geschlecht und Stereotypen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Sonntag, 21. Juli 2019

Als der Zufall sich verliebte - Blues Meinung

Hallo an alle die an den Zufall glauben - oder auch nicht?

Dieses Buch habe ich geschenkt bekommen und dachte erst, es ist ein Schnulli wie ich sie gern mag, doch dann entpuppte sich das Buch als viel viel mehr.

Fakten:
  • Autor: Yoav Blum
  • Übersetzerin: Helene Seidler
  • Roman
  • 2018 erschienen
  • 336 Seiten
  • Pendo Verlag
  • Preis: 20,00 € (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"Was wäre, wenn der dummerweise verschüttete Kaffee oder der Zug, der einem vor der Nase wegfährt, keine zufälligen Vorkommnisse sind? Was, wenn es so etwas wie Zufall gar nicht gibt? Was, wenn in Wahrheit jemand anderes die Fäden des Schicksals zieht? Guy, Emily und Eric sind scheinbar ganz normale Menschen. Was keiner weiß: Sie sind Teil einer Geheimorganisation, deren Aufgabe es ist, Zufälle zu stiften – kleine, scheinbar willkürliche Gegebenheiten, die, sorgfältig inszeniert, große Veränderungen im Leben ihrer Zielpersonen bewirken. Sie helfen Wissenschaftlern, die kurz vor dem Durchbruch stehen, Künstlern, die nach Inspiration suchen, oder Paaren die Liebe auf den ersten Blick zu finden. Eines Nachts erhält Guy den wohl tückischsten Auftrag, den er bislang erfüllen musste. Doch nicht einmal der Zufallsstifter kann ahnen, dass diese Mission auch sein eigenes Leben und das seiner Freunde verändern wird …"

Ja dieser Klappentext ist mal wieder sehr vielsagend und ich bin ja eh kein Leser von sowas und rate euch deswegen auch, dass einfach zu lassen, aber der Vollständigkeit wegen muss er natürlich mit angebracht werden.

Wir beginnen wie in einem typischen Schnulliroman, doch schon nach wenigen Seiten wird klar, so geht es nicht weiter und das Buch verspricht wesentlich mehr zu werden. Wir erleben drei Personen wie im Klappentext beschrieben, als Zufallsstifter. Doch Geschichten werden wesentlich mehr erzählt. So bekommen wir wie viele kurze Geschichten als eine große erzählt. Alles dahinter hat seinen Sinn und Zusammenhang.

Das Ende habe ich so überhaupt nicht erwartet und bin einfach nur hingerissen. Oft ist man ja gerührt vom Ende eines Buches wenn es wirklich gut war. Hier war ich einfach nur begeistert und habe mich so so sehr über diese vielen kleinen Details gefreut und wie der Autor mit allem umgeht. Selten habe ich mich so über ein Ende gefreut.

Die Welt in der dieses Buch spielt, ist neuzeitlich und sehr real. Es bedient viele kleine Klischees die immer auch einer gewissen Logik folgen und somit berechenbar sind oder auch nur scheinen. Eine Geschichte sticht jedoch aus allem heraus und diese bringt auch das Finale ins Rollen. Diese ist ein bisschen anders und von besonders viele völlig irrsinnigen Zufällen gespickt. Man könnte fast meinen sie ist ein echtes Kunstwerk von Zufallsstiftern, doch sie ist nichts im Vergleich zu dem, was darauf folgt.

Die Figuren der Geschichte waren mir persönlich eigentlich sehr egal, daher bin ich auch mit keiner so richtig warm geworden, wobei ich Emily sehr sympathisch finde, da sie mich an mich selbst erinnert. Ich denke an sich sind die Figuren toll zusammengestellt, doch sie verkörpern am Ende doch mehr die Botschaft des Autors als ihren eigentlichen Charakter.

Meiner Ansicht nach ist es auch das große Ganze, was der Autor erklären und seine Sicht auf die Dinge zeigen möchte. Wenn man sich überlegt, dass er eigentlich Informatiker ist, fällt es mir sehr schwer, zu verstehen, wie ausgerechnet so jemand, ein so tolles Buch schreiben kann. Doch schaut man in all die logischen Stränge und Verbindungen, hätte die vermutlich sonst niemand so genial hinbekommen.

Die sachliche Untermalung und Beschreibung der Lehre von Zufallsstiftern, ist eine tolle Ergänzung zu den Geschichten.

Ja, ich bin in dieses Buch verliebt. Ich bin auch jemand, der an Zufälle glaubt und mit diesem Buch werden sie eher relativiert. Doch das stört mich nicht, denn ich liebe die Idee dahinter und das sie doch für jeden widerum als Zufall empfunden werden dürfen.

Empfehlen möchte ich es jedem, ja wirklich jedem, denn jeder hat die Freude, die dieses Buch in mir ausgelöst hat, ebenso verdient zu erleben,

eure Blue Diamond.