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Freitag, 23. Juni 2017

[Filmkritik] Sieben Minuten nach Mitternacht

Hallo meine Mosterfreunde,

A Monster Calls habe ich euch vor einer Weile vorgestellt, als ich es zufällig in der Bibliothek entdeckt habe. Ehrlich gesagt war ich ohne Erwartungen in das Buch hineingegangen, aber es hat mich doch sehr berührt, mich an einiges erinnert und mich zum Weinen gebracht. Beim Film nun wusste ich ja, was kommt, und heute möchte ich mit euch darüber sprechen.

Zur Handlung: Conor O'Malley ist 12 Jahre alt, er hat keine Freunde an der Schule und alle Lehrer fassen ihn mit Samthandschuhen an. Der Grund dafür ist, dass Conors Mutter Krebs hat. Conor ist inzwischen gut darin, allein klarzukommen. Er macht sich selbst essen, wäscht die Wäsche. In der Schule wird er gemobbt, aber er schluckt das einfach runter.

Das einzige, was sein Leben noch unerträglicher machen kann, ist seine Großmutter, die beschließt, dass er eine Weile bei ihr wohnen sollte, während eine neue Behandlung bei seiner Mutter getestet wird. Connor und seine Oma haben ein schwieriges Verhältnis, da sie sich beide nicht verstehen und völlig verschiedene Lebenswelten haben. Aber eine Sache hält sie zusammen...

Die Gesamtaussage des Buches hat mich damals völlig umgehauen, denn irgendwie hab ich es nicht kommen sehen. Ich war deswegen gespannt, ob der Film mich nochmal zurückversetzen kann, oder ob nun die Luft quasi raus ist. Auch war ich sehr gespannt, wie die drei Geschichten des Monsters gestaltet sein würden, denn ich hatte Vergleiche zu Harry Potter 7 gehört.

Conor wird von Lewis MacDougall, der meiner Meinung nach sehr gut auf die Rolle passt. Dennoch hat es mich irgendwie gestört, dass im Film viel deutlicher wird, dass es sich bei der Hauptfigur um einen Jungen handelt. Das klingt jetzt ein bisschen bescheuert, aber im Buch konnte ich das gut ausblenden und so viel mehr Verbindung aufbauen. Im Film war da einfach ein Stück weit Distanz.

Sigourney Weaver als Großmutter hat mir auch gut gefallen. Sie verkörpert sowohl die distanzierte Geschäftsfrau als auch die leidende Mutter perfekt. Conor kann sie nicht verstehen, da sie ihren Schmerz deutlich besser verstecken kann. Dennoch ist für den Zuschauer spürbar, was sie durchlebt. Felicity Jones hat mir als Conors Mutter auch gut gefallen. Sie hat die liebevolle und zärtliche Art, der man auch im Buch begegnet. 

Das Monster fand ich weitesgehend gut animiert. Gelegentlich hat es doch ein wenig seltsam ausgeschaut, aber generell war es nicht zu angsteinflösend und erschien dennoch mächtig genug. Die Stimme von Liam Neeson passt perfekt dazu. Die Geschichten, die das Monster erzählt, sind wirklich wundervoll animiert gewesen. Dieser Teil hat mir mit am besten gefallen.

Das Buch wird in einigen Momenten sehr gewaltvoll. Das wurde aus dem Film herausgelassen. Wir erfahren davon eher durch Erzählungen, sodass der Film auch für Kinder in Ordnung geht. Dennoch ist das Thema heftig und nicht jedes Kind sollte sich mit sowas beschäftigen müssen. Daher kann ich den Film für jüngere Kinder (jünger als Connor selbst) nicht empfehlen. Es geht um Schmerz, Verlust, Angst und Liebe, egal ob gewalttätige Szenen herausgeschnitten wurden.

Alles in allem hat mir der Film gut gefallen und er ist eine schöne und respektvolle Buchverfilmung. Einige neue Elemente kommen hinzu (Habt ihr auch Liam Neeson als Vater der Mutter auf den Bildern gesehen? Gibt es da tiefere Bedeutungen?), die für mich aber nicht bahnbrechend waren. Da ich die Auflösung schon kannte, hat das Ende mich diesmal nicht so kalt erwischt. Dennoch war die Darstellung sehr gut gewählt. Der kurze Momente der Stille... ja, das war gut gemacht. Ich kann den Film empfehlen. Er ist kein klassischer Krebsfilm, würde ich sagen, denn es geht darum, wie es Kind mit diesem Schicksal umgeht. Es geht darum, einen Elternteil langsam zu verlieren. Und für mich ist es nach wie vor eine sehr realistische Darstellung, die Leuten, die etwas ähnliches durchgemacht haben als Kind, sagt, dass es ok ist. 

Habt ihr den Film gesehen? Habt ihr Gedanken, die ihr mit uns teilen möchtet?

Bis bald,
Eure Kitty Retro

Mittwoch, 21. Juni 2017

[FederLeichtSaga] FederLeicht Band 1 - Wie fallender Schnee

Hallo an alle Fabelwesenfreunde,

irgendwie habe ich immer den Drang neue lange Reihen anzufangen, wenn ich bei der letzten nicht weiter komme, weil es da das nächste Buch noch nicht gibt. Kennt ihr das?

Fakten:
  • Autorin: Marah Woolf
  • Roman
  • 2014 erschienen
  • 310 Seiten
  • Ina Körner Verlag 
  • Preis: 9,50€ Taschenbuch
Klappentext:
"Eliza, jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", hat meine Großmutter mir mal erklärt. Damals habe ich nicht verstanden, was sie damit meinte, und heute war ich immer noch nicht schlauer. Denn jetzt stecke ich mittendrin in einem Anfang - aber von zauberhaft kann keine Rede sein. Ausgerechnet ich soll eine magische Schneekugel für die Elfen zurückholen. Wenn sie wenigsten nett wären - diese Elfen. Aber nein - sie sind eingebildet, arrogant und bockig (einer jedenfalls). Im Grunde kann das alles nur ein schlechter Scherz sein. Ich bin bestimmt die Letzte, die sich mutig in ein Abenteuer stürzt. Denn die erlebe ich maximal mit einer Tüte Chips und meiner besten Freundin Sky vor dem Fernseher. Wäre ich bloß nicht in den Wald gegangen und durch das blöde Portal gestolpert. Dann wäre die Geschichte, die meine Welt völlig auf den Kopf stellte, vermutlich nie passiert. Aber das ist nicht mehr zu ändern und so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen - schon gar nicht von einem Elf."

Der Klappentext ist eine Stelle aus dem Buch und das an sich finde ich schon mal sehr gut, denn es ist nicht nur eine bloße Zusammenfassung, sondern eher eine Einleitung in die Geschichte. Das es tatsächlich um Elfen gehen wird oder zumindest auch um diese, war mir bei dem Titel der Reihe nicht sofort klar gewesen. Keine Ahnung was genau ich erwartet hatte, doch Elfen waren es nicht gewesen. Diese Tatsache war mir zunächst nicht ganz geheuer, denn ich habe schon sehr schlechte Elfengeschichten gelesen, daher startete ich mit Skepsis. Doch ein Glück verflog diese schnell.

Es handelt sich um einen klassischen Jugendfantasyroman mit ein bisschen Liebelei zwischen den Zeilen und so kleinen fiesen Abenteuern. Mittlerweile achte ich sehr darauf vorher zu wissen, ob ich ein Jugendbuch lese oder nicht, da sich so die Erwartungen einfach ganz anders staffeln.

Eliza ist ein typischer Teenager mit diesen typischen Problemen: schwierige Familie, tolle beste Freundin, unglücklich verliebt und großes schlummerndes Talent. Die Klischees werden alle bedient und das auf eine sehr schöne und charmante Weise. Der Name der Autorin ist mir durchaus schon lange bekannt und ich muss gestehen - ohne das dies böse gemeint ist - ich habe sie mir viel viel jünger vorgestellt (ohne ihr Alter zu kennen, doch sie wirkt einfach schon so gesetzt). Die Geschichte ist schon sehr jung und frisch und ich bin fasziniert, wie sie so etwas schreiben konnte. Das klingt auch so negativ, aber ich meine es wirklich nicht so.

Eliza passiert es nun, dass sie irgendwie in eine andere Welt gerufen wird oder besser gelockt und dort den Elfen helfen soll, etwas wieder zu beschaffen, was ihnen gestohlen wurde. Dabei wird Cassian ihr Aufpasser, der ein wirklich schwieriger und in sich total gespaltener Charakter zu sein scheint. Er ist eben einfach dieser Machotyp, den es in einer solchen Geschichte wahrscheinlich immer braucht.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die Einbindung und Verbindung vom Theaterspielen in beiden Welten. So werden gleichzeitig auch die ganzen wichtigen Freunde mit einbezogen. Nebencharaktere, ihr wisst, sind ein großes Muss für jedes tolle Buch und hier gibt es gleich so viele tolle, dass ich richtig froh wurde. Die Hauptfiguren haben mich bei weitem nicht so leicht in den Bann gezogen wie alle anderen. Besonders toll fand ich auch die Einbeziehung weiterer Fabelwesen, die ich sowieso ganz toll finde. Schade das mir noch nie ein Buch mit Zentauren als wichtigsten Fabelwesen untergekommen ist zum Beispiel.

Da es sich wirklich um eine sehr junge Geschichte handelt, möchte ich es auch denen weiterempfehlen, die so etwas gern lesen und vor allem im Jugendgenre unterwegs sind,

eure Blue Diamond.


Sonntag, 18. Juni 2017

Star-Shot

Hallo meine Fantasy-Küken,

heute möchte ich wieder über ein Buch aus der Mothbox sprechen. Ich habe inzwischen ja schon einige auf dem Blog vorgestellt, und war bisher auch nur von einem eher enttäuscht. Das war One Hundred Shadows. Das heutige Buch ist diesem in mancher Hinsicht ähnlich, aber es hat mich nicht enttäuscht.

Die Fakten:
  • Autor: Mary-Ann Constantine
  • Titel: Star-Shot
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: Seren Books
  • Seiten: 212
  • Preis: 9, 99 Euro
  • Klappentext: "Part fable, part mystery, Star-Shot is a poignant debut novel set in Cardiff, in a time that is almost, but not quite, our own. As their paths cross in a circumscribed world of benches, parks and galleries, a handful of characters reveal stories of obsession, loss and recovery, creating a fragile network of relationships which will help to resist the inexorable channels of silence eating into the city."

Zur Handlung: Theo ist ein junger Mann, der die Welt der Seen und Frösche, Bäume und Vögel aufrecht erhalten möchte. Dan ist ein junger alleinerziehender Vater, der dringend Geld braucht, aber sich nicht von Teddy trennen kann. Luke ist ein alter Kollege, der eine bahnbrechende Idee für ein neues Forschungsprojekt hat. Myra liebt das Museum und war doch seit Jahren nicht darin. Nun kämpft sie mit Krebs.

Lina ist eine syrische Flüchtlingsfrau, die ihren Mann und ihre Familie verloren hat. Einst war sie selbst Wissenschaftlerin, Biologin, nun putzt sie im Krankenhaus und kann sich kaum durchschlagen. Sie alle verbindet eine Herzlichkeit, eine tiefe Einsamkeit in dieser Stadt, die nicht ganz Cardiff ist, aber doch zu großen Teilen. Bahnen von Stille ziehen durch diese Stadt, eisige Kälte breitet sich in ihnen aus und fordert Todesopfer.

Wir haben es in diesem Buch mit einer Vielzahl von Charakteren zu tun und die ersten 50 Seiten habe ich ein bisschen den Überblick verloren und nicht immer gewusst, wen ich gerade verfolge, denn die Kapitel wechseln immer zu einer anderen Figur, allerdings ist nicht immer gleich ersichtlich, zu welcher. Doch je tiefer man in die Geschichte eindringt, desto mehr bilden sich die einzelnen Figuren heraus und es fällt schnell leicht, sie zu unterscheiden.

Jede Figur hat ganz individuell Probleme. Theo beispielsweise sieht sich selbst als hässlich. Seine Mutter ist gestürzt und leidet an Demenz oder Alzheimer, und er muss sie versorgen. Seinen Bruder, der Kriegsreporter war, hat er in Syrien verloren. Dazu kommt dann Lina, die ihren Ehemann, einen Arzt, ebenfalls in Syrien verloren hat. Beide begegnen sich schließlich ohne Groll und helfen sich in ihrem Schmerz.

Dan hat seine Frau verloren, da sie einen Tumor hatte. Seitdem muss er sich allein im Teddy, seinen kleinen Sohn kümmern. Doch er kann nicht gleichzeitig arbeiten und sein Kind versorgen. Abgeben möchte er Teddy aber nur, wenn er der Person vertraut, die ihn übernimmt. Auch hier kommt Lina dazu, die ihre eignen Enkel nicht kennen gelernt hat. Lina ist es auch, die Myra Zitronen ins Krankenhaus bringt, damit es dieser endlich wieder besser geht.

Es entsteht ein sehr feines und charismatisches Beziehungsgeflecht, wobei sich alle zunächst gar nicht klar sind, dass sich überall zwischen ihnen Verbindungen ergeben. Theo und Myra wissen nicht, dass sie beide Kontakt zu Lina haben. Doch das Netz wird immer dichter, je näher die Stille sich drängt und klar wird, dass sie nicht nur unangenehm sondern tödlich sein kann.

Man sollte hier aber nicht zu sehr auf Mystery oder Thriller hoffen. Stattdessen geht es um diese unterschiedlichen Charaktere, die ein Ende der Einsamkeit gefunden haben. Sie versuchen so gut sie können gegen die Stille vorzugehen, doch jeder kämpft auch mit seinen individuellen Problemen und schließlich können sie nur alle zusammen zumindest einen Teil davon lösen.

Ich fand vor allem das Ende einfach herzerwärmend und habe schließlich mit jedem Charakter mitgefiebert. Allein der Professor ist für mich völlig unklar geblieben. Wir bekommen nur sehr kurze Stücke von seinem Weg, und für mich war nicht richtig klar, was nun mit ihm los ist. Scheinbar liebt er eine Frau, die aber von Auftritt zu Auftritt zieht. Hier bin ich einfach nicht mitgekommen. Warum wurde er dann krank?

Das Ende war dann leider nicht ganz schlüssig für mich. Wie schon bei One Hundred Shadows habe ich das Fantasy-Element der Stille nicht wirklich verstanden und auch nur bedingt die Lösung des Problems. Dennoch fand ich es ein gutes Ende. Man sollte da einfach nicht zu viel Aufklärung erwarten, alles bleibt recht vage. Es gibt aber einen guten Zirkelschluss zu den Anfangskapiteln.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Der Schreibstil war ansprechend, die Charaktere haben mein Herz doch sehr schnell erobert und die Beziehungen zwischen ihnen haben mich mitfiebern lassen. Das Fantasy-Element hätte ich vielleicht gar nicht gebraucht. Die Gesamtaussage ist mir auch nur vage bewusst geworden. Das Ende lässt Freiraum für Interpretationen. Aber ich finde das Buch empfehlenswert, wenn ihr gern außergewöhnliches lest.

Kennt ihr das Buch? Habt ihr die letzte Mothbox bekommen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Freitag, 16. Juni 2017

[Filmkritik] JEM and the Holograms

So meine Lieben,

lang lang ist es her das ich euch einen Film vorgestellt habe. Im Moment schau ich tatsächlich sehr wenige. Was heißt im Moment, der hält schon ein paar Jahre an =D

Zu diesem, ich hatte Lust auf einen "Sing"-Film und das Titelbild sah verdammt danach aus, also habe ich ihn einfach angesehen. Er geht knapp zwei Stunden und ist 2015 erschienen. Er kommt aus den USA und ist als Fantasyfilm deklariert, was ich unglaublich seltsam finde, aber ok. Er basiert auf einer Zeichentrickserie aus den 80er Jahren, der von den Bildern her ganz interessant aussieht. 2016 kam er dann auch nach Deutschland.

Es geht um vier fast Schwestern die mit ihrer Tante/Mutter zusammen leben und sich ziemlich gut verstehen. Am besten können sie zusammen musizieren (das klingt immer so hoch getraben). Eine der vier, Kimber, gespielt von Stefanie Scott, liebt es, deren Leben dann auch noch auf Youtube zu teilen und alle anderen machen da auch hin und wieder mit. Schließlich nimmt auch Jerrica, gespielt von Aubrey Peeples, ein Video auf wie sie ein Lied singt in etwas verkleideter Form, als Jem.

Dieses Video geht durch die Decke und sie werden von einer Agentur angeschrieben, den Starlight Records. Erica Raymond, gespielt von Juliette Lewis, ist die Geschäftsführerin und sucht nach einem neuen Sternchen am Talentehimmel. Jem soll eigentlich nur allein für sie arbeiten, doch Jem möchte die drei anderen Mädels mit im Boot haben und stellt diese Bedingung. Zu viert veranstalten die Mädels dank der Agentur Geheimkonzerte, die den Hype noch mehr in die Höhe treiben.

Das Geheimnis um Jems Identität wird voll ausgeschöpft und steht im Mittelpunkt der Karriere. Die Produzentin will den Geldsäckel noch weiter ausschöpfen und setzt Jem unter Druck. Sie muss einen Solovertrag unterschreiben um die Familie zu retten.

Ein kleiner Nebenschauplatz ist ein kleiner Roboter, den Jerricas und Kimbers Vater gebaut hat. Dieser hat auch kleine Rätsel eingebaut, was die Mädels in LA erkennen. Diese Erfindung ist wirklich toll und wahrscheinlich das größte Fantasyelement im Film. Es ist schade, dass dieser nur so kurz vorkommt, wahrscheinlich in der Serie stärker, aber das weiß ich leider nicht. Kennt jemand von euch die Serie und hat sie auch gesehen? Kann man die noch irgendwo schauen?

Natürlich gibt es auch eine Miniromanze und ein Happy Ende und viel, meiner Meinung nach, wirklich gute Musik. Auch die Kostüme liebe ich sowie das Makeup. Gerade wie das Makeup gemacht ist, würde ich ja auch zu gern im Alltag tragen. Oder, was sagt ihr?

Der Film ist jetzt nicht super einzigartig, aber die Art und das Auftreten der Mädels und der Musik macht ihn für mich zu etwas Besonderem. Die Handlung ist relativ platt und unspektakulär, aber wer nicht mehr erwartet, kommt hier auf seine Kosten. Für wen er genau zu empfehlen ist, kann ich euch so gar nicht sagen, denn ich halte mich nicht für die gedachte Zielgruppe, aber er war eben toll,

eure Blue Diamond.

Mittwoch, 14. Juni 2017

[New World Chronik] This New World - Band 1

Hallo zusammen,

heute mal wieder ein Buch von der lieben Laura Newman. Wie ihr wisst, habe ich fast alle ihre Bücher gelesen und mag diese sehr und daher dachte ich, warum nicht auch diese neue Reihe gleich beginnen.

Fakten:
  • Autorin: Laura Newman
  • Roman
  • 2017 erschienen
  • 392 Seiten
  • Books on Demand
  • Preis: 21,99 € gebundene Ausgabe
Klappentext:
"Zoe ist im letzten Highschool-Jahr, als ihre Welt auf einmal kopfsteht.
Menschen benehmen sich seltsam. Unvorstellbare Dinge geschehen. Im Fernsehen und Internet ist von unerklärlichen Anomalien die Rede. Und spätestens als ihre Eltern plötzlich diese ganz erstaunlichen Dinge tun können, ist Zoe klar:
Diese Welt wird sich verändern."

Auch mit fast 400 Seiten lässt sich dieser Band sehr schnell lesen. Im Mittelpunkt unserer Erzählung steht Zoe. Sie ist ein klassischer Teenager und gehört zu den Beliebten Kids an ihrer Schule. Der Football-Kapitän ist ihr Freund seit vielen Jahren und sie wird wohl definitiv Ballkönigin des Abschlussjahrs werden.
Zoes Familie ist recht traditionell zusammengesetzt. Sie leben in einer Wohnsiedlung behütet und beschützt. Ihr Vater ist Polizist und die Mutter weiß ich vor Schreck gleich gar nicht, also etwas ganz Normales =)

In ihrer Schule gehört sie wie gesagt zu den Beliebten Kids. Sie zieht aber nicht unbedingt mit, wenn ihre Clique gegen andere schießt, wie beispielsweise Josh, den alle nur Justice nennen. Er scheint auf den ersten Eindruck etwas speziell und liebt die Fotografie.

Eines Tages kommt es dann zu seltsamen Veränderungen, die niemand so richtig einordnen kann. Plötzlich können manche Menschen verrückte Dinge oder werden als krank bezeichnet, denn die Veränderungen sind definitiv von abnormaler Natur. Ohne jetzt spoilern zu wollen, gewöhnen sich jedoch alle nach einer gewissen Zeit an diese Situation. Es werden neue Gesetze erlassen, die das Leben mit den Veränderungen regeln. Mittlerweile sind alle oder zumindest 90% der Weltbevölkerung betroffen.

Doch dann kommt es nach über einem Jahr zu einer weiteren Entwicklung. Diese ist scheinbar unberechenbar und stellt die Welt vor nochmal neue Herausforderungen. Dann endet auch schon dieser erste Band.

Alles in allem mochte ich die Geschichte. Sie ist ruhig und sanft geschrieben. Hin und wieder kommt dann so eine verrückte und auf eine Art laute Situation dazu, die einen auch erschrickt und fasziniert zu gleich. Gerade zum Ende hin werden die Szenen brutal und schockierend. Aber eben genau diese Art eine Geschichte darzustellen, ist es, was ich an Laura so mag. Es gibt in jedem ihrer Bücher diese Momente wo die Welt auseinander fällt und man einfach nicht fassen kann, was da gerade passiert. Also im übertragenen Sinne!

Was bei diesem ersten Band allerdings auch ein bisschen schade war, er kam irgendwie nicht richtig in Schwung und es passiert nicht sooo viel bzw. wird das was passiert, für meinen Geschmack zu schnell als gegeben hingenommen. Ich bin mir sicher, dass es zu einigen Dingen noch Erklärungen in den Folgebänden geben wird, aber dennoch war es nicht ganz so toll wie beispielsweise der erste Band der Nachtsonne Chroniken.

Dennoch ist es eine spannende Geschichte mit aufwühlenden Momenten und interessanten Ideen. Ich bin gespannt auf Band 2 und wie viele Bände es geben wird,

eure Blue Diamond.

Sonntag, 11. Juni 2017

[The Bone Season - Band 2] Die Denkerfürsten

So meine Lieben,

nachdem ich mich nun etwas mit dieser Reihe beschäftigt habe, hatte ich lange überlegt, ob ich Band 2 tatsächlich gleich hinterher höre oder lieber warte, bis es denn mal einen neuen Band gibt, um nicht zu lang warten zu müssen... Allerdings war ich so positiv gestimmt und konnte nicht anders, als von meinem neuen Guthaben auf Audible auch den nächsten Band zu holen.

Fakten:
  • Autorin: Samantha Shannon
  • Roman
  • 2015 erschienen
  • 624 Seiten
  • Bloomsbury Berlin
  • Preis: 17,99€ gebundene Ausgabe
Ja also, schon wieder kein Hörbuch gefunden, es ist diesmal übrigens ungefähr 17 Stunden lang, und diese Angaben, die ich finden konnte, irritieren mich ehrlich.

Klappentext:
"Es ist Paiges einzige Chance: Wenn sie es schafft, die geheimen Gruppen der Denkerfürsten im Londoner Untergrund zu vereinen, könnte die Rebellion gelingen und das diktatorische System von Scion gestürzt werden. Doch diese Gruppen sind zutiefst verfeindet und denken überhaupt nicht an einen gemeinsamen Aufstand. Als plötzlich die Rephaim in London auftauchen, wird die Zeit knapp. Und wo ist eigentlich der Wächter? Seine Hilfe könnte Paige jetzt dringend gebrauchen. Denn die Jagd auf die Seherin hat begonnen ..."

Nachdem Paige und ihren Freunden und einigen anderen die Flucht aus dem Rephaim-Dorf gelungen ist, befinden sie sich nun wieder in ihrer Heimatstadt. Für den ersten Moment scheint alles seine gewohnten Wege wie zuvor zu gehen. Doch Paige hat viel gelernt in ihrer Sklavenzeit. Ist sie jetzt überhaupt wieder frei oder war sie immer schon ein Sklave nur der Besitzer hat sich zwischendurch geändert? Das sind alles Fragen, die sie sich nun stellt und die es gilt zu beantworten.

Rollen im Buch wandeln sich. Es kommen einige neue Charaktere dazu oder andere Bekannte gewinnen an Bedeutung. Die Welt ist im Umbruch und dies in mehrere Richtungen. Niemand, dem man einst glaubte, scheint heute noch vertrauenswürdig. Der einzige Herr der Denkerfürsten stirbt und damit beginnt ein Machtkampf im Untergrund, der sich sehen lassen kann.

Auch Freundschaften und zwischenmenschliche Beziehungen verändern sich. Wie war das, in den Situationen wo man jemanden wirklich braucht, merkt man, wer zu einem hält...?

Inhaltlich ist auch der zweite Band wirklich gut und detailiert aufgearbeitet. Wir können viele kleine Veränderungen feststellen. Die Charaktere wachsen und manche zeigen nun ihr wahres Gesicht. Paige wird zu unserer Heldin und ihr zu folgen oder nicht zu folgen bestimmt auf eine Art ob man an das Gute oder Böse glaubt.

Besonders faszinierend finde ich, dass die Denkerfürsten, um die es die ganze Zeit lang geht und die selbst Herrscher über Menschen und Widernatürliche sind, selbst nur im Untergrund leben. Also sie selbst sind Ausgestoßene aus der eigentlichen Welt und glauben dennoch eine Machtstellung inne zu haben, bei der sie selbst wiederum eine Schicht Menschen unter sich versuchen zu vereinigen. Diese Pyramide ist total verrückt in meinen Augen und macht die Geschichte umso spannender.

Am Ende ereignet sich ein Kampf um die neue Vorherrschaft dieses Untergrundes. Eigentlich könnte das Buch damit zu Ende sein, doch nein, es folgen noch ein paar Ereignisse, die einen echt neugierig auf den nächsten Band machen, da sie wieder so offen für alles sind. Nur der Kampf wäre im Hinblick auf die Dauer, bis wir vielleicht den dritten Band lesen können, ein wesentlich besserer Schluss gewesen, aber so sollte es eben nicht sein. Ein bisschen Spannung gehört ja immer dazu.

So wie im Buch, welches meiner Meinung nach eine echte Steigerung zum ersten Band ist. Die Situationen und Dialoge sind ausgereifter und die Menschen handeln irgendwie nicht so verloren im Nirgendwo, sondern immer mit einem Ziel vor Augen.

Empfehlen kann ich es natürlich nur weiter, aber, wenn ihr auch so ungeduldige Leser seid, wie ich einer bin, dann lasst euch seeeehr viel Zeit, denn Band 3 gibt es bisher nur auf Englisch,

eure Blue Diamond.



Freitag, 9. Juni 2017

[The Bone Season - Band 1] Die Träumerin

Hallo an alle Fantasyfreunde,

ich wollte gern mal wieder eine tolle Reihe als Hörbücher starten und immer wieder wurde mir "the bone season" vorgeschlagen. Ich habe mich nicht weiter damit beschäftigt und irgendwann der Versuchung nachgegeben, und Band 1 geladen.

Fakten:
  • Autorin: Samantha Shannon
  • Roman
  • 2015 erschienen
  • 624 Seiten
  • Berlin Verlag Taschenbuch
  • Preis: 9,99€ Taschenbuch
Fragt mich nicht, aber den Hörbuchpreis und so weiter finde ich gerade nicht ...

Klappentext:
"Sie ist stark, sie ist schnell, und sie kann etwas, was sonst niemand kann: die Gedanken anderer auskundschaften. In einer Welt, in der Freiheit verachtet und Träume verboten sind, wächst die junge Paige zu einer Kämpferin heran. Doch dann wird sie erwischt und in eine geheime Stadt verschleppt, in der ein fremdes Volk herrscht, die Rephaim. Und wo sie Arcturus trifft, den jungen Rephait mit den goldenen Augen. Er ist das schönste und unheimlichste Wesen, das sie je gesehen hat. Seine Gedanken sind ihr ein Rätsel. Und ausgerechnet ihm soll Paige von nun an als Sklavin dienen…"

Als Hörbuch geht dieser erste Band um die 16 Stunden. Also völlig vertretbar und super schön lang für ein Wochenende voller Zeit für genau dieses.
Spannenderweise habe ich mich vor kurzem mit der lieben Kitty darüber unterhalten wie wir so mit unseren Sinnen umgehen und dabei große Unterschiede festgestellt. Während sie zum Beispiel gern im Zug hört, weil sie sich da besser auf das Hören konzentrieren kann, da sie sich stärker von Dingen ablenken lässt die sie sieht, ist es bei mir genau umgedreht. Ich höre ständig und überall und kann mich trotzdem super auf andere Dinge konzentrieren. Zum Beispiel schreibe ich gerade diesen Post und höre nebenbei bei einer Talkshow zu und ja ich höre wirklich hin. Verrückte Welt, oder? Jeder ist eindeutig anders.

Kommen wir nun endlich zum Buch! Wir haben es hier mit einem klassischen Fantasybuch zu tun, bzw. mit einer Reihe, die noch lange nicht fertig geschrieben ist, denn es sollen wohl 7 Bände insgesamt werden. Nach meiner Kenntnis gibt es momentan 2 übersetzt in Deutsch und 3 auf Englisch und wie wir am Erscheinungsdatum sehen können, dauert ein Band doch seine Zeit. Was ja eigentlich überhaupt nichts für mich ist, denn wenn ich eine Reihe begonnen habe, möchte ich diese am liebsten sofort beenden. Diese verzwickte Situation war mir aber leider nicht von Anfang an bekannt gewesen.

Die Geschichte um Paige, unsere Protagonistin, ist ziemlich hochgepusht gewesen oder ist es immer noch und auf der einen Seite kann ich dieser Begeisterung folgen, auf der anderen nicht. Mir ist der Einstieg in die Geschichte ehrlich ein bisschen schwer gefallen. Er war irgendwie ein bisschen träge und nicht so spannend geschrieben wie es dann irgendwann doch wurde. Vielleicht brauchte die Autorin selbst noch den Einstieg. Vielleicht ist in meinem Fall auch die Leserin schuld, aber das könnte man ewig diskutieren.

Ungefähr nach dem ersten Drittel war ich richtig in der Geschichte drin und habe vor allem die Problematik verstanden. Quasi worum es überhaupt geht. Denn auch die vielen Begriffe haben mich zu Beginn ein wenig überfordert. Keine Ahnung woran das gelegen haben könnte. Wie gesagt, nach einer Weile war ich endlich in die Geschichte eingetaucht und habe auch alles verstanden.

Paige und andere Widernatürliche leben in einer scheinbar ganz normalen Welt wie wir sie kennen. Nur die Regierungsform ist anders und einige, eben die Widernatürlichen, haben besondere Gaben, wie Hellsehen, Handlesen, eine Art Gedankenlesen und vieles mehr. Es hatte für mich immer so eine mittelalterliche oder gauklerische Atmosphäre aber auf so hochmodern getrimmt. Für mich mal eine ganz neue Welt, die die Autorin da geschaffen hat.
In dieser Welt gibt es auch Gangs, die verschiedene Fähigkeiten vereinen oder durch eine besonders hervorstechen. Auch Paige gehört einer solchen an und sieht diese als ihre Familie an. Doch eines Tages wird sie entführt und mit einem Zug verschleppt. In der neuen Umgebung trifft sie auf weitere Widernatürliche und auch wenige "normale" Menschen sowie den ihr völlig unbekannten Repahim. Diese sind ein eigenes Volk mit eigenen Fähigkeiten, scheinbar von einem fremden Planeten. Also irgendwie alles unglaublich skurril. Bis jetzt habe ich keine konkrete Vorstellung, wie diese aussehen, aber sie sind auch auf eine Art veränderlich, daher soll es vielleicht gar nichts Konkretes in der Hinsicht geben. Da spielt sicher auch die Vorstellungskraft eines jeden eine Rolle.

In dieser neuen Stadt entwickelt sich Paige mit riesen Schritten weiter. Sie hat Glück und wird die Sklavin eines Rephaim, der es selbst nicht so richtig ernst mit seiner Welt zu meinen scheint, zumindest ist er irgendwie anders als die anderen. Schnell entsteht zwischen den beiden eine ganz eigene Beziehung, die ebenso undurchsichtig erscheint.

Dieses konfuse, andere und mystische ist auch das, was sich durch jede Szene der Geschichte zieht und das keineswegs störend. Die Welt, die da von der Autorin geschaffen wurde, ist in sich ein großes Mysterium und selbst ihre Bewohner scheinen nur Bruchteile davon wirklich zu kennen. Ich bin völlig hin und weg von den Wesen, die existieren. Die alle auch irgendwie so menschlich erscheinen und dann eben wieder nicht. Bei keinem Buch bin ich bisher so oft darüber gestolpert mich zu fragen, was nun echt ist und was nicht und was sich in meine Fantasy geschlichen hat und damit echt erscheint.

Ihr merkt, mir hat das Buch wirklich gut gefallen und das auch so gut, dass es sofort weiter gehen musste. Empfehlen kann ich es jedem, der mit, meiner Meinung nach, High-Fantasy zurecht kommt und auch für den Anfang ein bisschen Geduld hat, denn die lohnt sich eindeutig,

eure Blue Diamond



Mittwoch, 7. Juni 2017

Eine Million Minuten: Wie ich meiner Tochter einen Wunsch erfüllte und wir das Glück fanden

Hallo zusammen,

heute mal ein Buch, auf das ich durch eine Talkshow aufmerksam wurde und mir dachte - das klingt jetzt schon so, als wäre es exakt das, was ich lesen möchte.

Fakten:
  • Autor: Wolf Küper
  • Roman
  • 2016 erschienen
  • 256 Seiten
  • Albrecht Knaus Verlag
  • Preis: 19,99€ gebundene Ausgabe
Klappentext:
"Als Nina eines Abends beim Zubettgehen sagt: »Ach Papa, ich wünschte, wir hätten eine Million Minuten. Nur für die ganzen schönen Sachen, weißt du?«, bekommt Wolf Küper eine Ahnung davon, dass eine Million gemeinsam verbrachter Minuten womöglich sehr viel wertvoller sein könnte als eine glänzende Karriere. Eine Million Minuten ist ein Märchen aus dem Deutschland der Gegenwart. Die wahre Geschichte einer Familie, in der sich ein Vater von den Träumen seiner Tochter anstecken lässt und vier Menschen die Reise ihres Lebens machen."

Wenn ihr euch nun fragt, wie kommt das ganze in eine Talkshow. Das ist eigentlich ganz einfach, denn Wolf Küper ist Forscher in Sachen Umwelt und Natur. Er kommt sehr viel rum und klärt über Phänomene auf. Nebenbei jetzt auch noch über sein Buch.

Wie ihr euch schon denken könnt, ist dieses rumreisen vor allem wenn die Familie zu Hause sitzt schwierig. Nun hatten Küpers auch noch das Problem, das ihre große Tochter in ihrer Entwicklung nicht so auf dem Dampfer war wie sie es hätte sein können. Warum das ganze bleibt völlig offen und doch ist sie und ihr entschleunigtes Leben, denn sie macht alles echt extrem langsam, der Grund dafür dass dasgesamte Leben der Familie entschleunigt wird.

Zuerst erfahren wir einige Dinge über das Leben der Familie, Karriereleitern und das Leben inder Öffentlichkeit. Auch die Besuche bei Ärzten die Tina untersuchen bekommen wir genau geschildert. Eigentlich fast wie ein Roman wenn da nicht diese ganz persönliche Note wäre. Klar weiß man einfach dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, und dennoch ist es Wolfs Schreibstil der aus allem etwas Besonderes werden lässt. Dieser Mann hat es einfach drauf.

Unsere Million Minuten verschlägt die Familie nun auf eine Reise durch die Kontinente. Dabei erleben sie allerlei verrückte aber auch schöne oder faszinierende Dinge. Natürlich könnte ich euch jetzt einzelne Beispiele nennen, aber das wäre zu sehr vorgegriffen. Versprechen kann ich euch, dass es viele Schmunzelmomente gibt und auch auf eine Art schockierende Szenerien.

Grundsätzlich möchte ich es aber jedem von euch empfehlen, denn es ist eine Geschichte, um das Leben selbst besser zu begreifen und umzusetzen,

eure Blue Diamond.


Sonntag, 4. Juni 2017

Die Katzen von Montmatre

Hallo meine Katzenfans,
 
während meine Mietz sich hier fleißig putzt, möchte ich euch von diesem kleinen Krimi berichten, den die liebe Blue als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen hat. Allerdings bin ich ja der Katzenfan von uns beiden, also hab ich es zuerst gelesen. Niedliche Krimis sind ja sowieso mein Ding. Also was wird uns hier geboten?
 
Die Fakten:
  • Autor: Tessa Korber
  • Titel: Die Katzen von Montmatre
  • Erschienen: 2016
  • Verlag: btb Verlag
  • Seiten: 253
  • Preis: 9,99 Euro
  • Klappentext: "Ermittler auf leisen Pfoten über den Dächern von Paris. Mein Name ist Bonnard. Ich wohne auf dem Friedhof von Montmatre. Hier enden die Geschichten nicht nur, es fangen auch welche an."
 
Zur Handlung: Man soll gar nicht meinen, wie viele Katzen in Montmatre leben. Neben dem Friedhofskater Bonnard, dessen Geschichte keiner kennt, ist da noch Suzanne mit ihren beiden Jungen, die in einer Bäckerei lebt und gern die Rester vernascht. Auch Dégas gibt es, einen Straßenkater, der alles weiß und alles kennt. Und die hübsche Grisette, die sich für etwas ganz Besonderes hält.
 
Doch eines Tages ist Grisette verschwunden und die Menschen finden ein totes Mädchen auf dem Friedhof. Schnell wird Dégas und Bonnard klar, dass hier schlimme Dinge geschehen, und da die Menschen immer nur sehen, was sie sehen wollen, müssen die Katzen nachhelfen, damit diese Dinge aufhören.
 
Ich kann mich den ganzen Tag mit Katzen beschäftigen, daher mag ich auch Bücher über Katzen. Allerdings muss ich sagen, hier kommen einige Wörter vor, die ich im Zusammenhang mit Katzen noch nie gehört habe. Ich wollte das auf die Übersetzung schieben, aber mir scheint, die Autorin ist selbst Deutsche. Über einige Wörter bin ich also ganz schön gestolpert.

Man merkt aber, dass die Autorin sich mit Katzen auskennt und sich auch in sie hineinversetzen kann. So schnurren die Katzen beispielsweise, um sich selbst zu beruhigen, was mein wilder Tiger auch häufig tut, wenn sie sich unwohl fühlt. Solche Details haben mir dann sehr gefallen. Auch sind die Katzen hier wirklich von herausragender Bedeutung und wir sind direkt in ihren Köpfen. Es ist also wirklich ein Katzenkrimi.

Es werden verschiedene Handlungslinien erzählt, was mich vielleicht am meisten gestört hat, denn ich habe das Gefühl, vielleicht wäre ein Fokus auf einen Handlungsstrang ratsam gewesen. Sie hängen am Ende auch nicht zu sehr zusammen, sodass so viele Rätsel auf einmal in so wenig Seiten eher nicht sinnvoll erscheint. Am meisten interessiert hat mich die Geschichte um Grisette und hier hätte man deutlich mehr Spannung und Gefühl einbauen können. Sie bleibt alles ein bisschen fern und platt für den Leser.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Jedes Kapitel wird aus einer anderen Sichtweise erzählt, wobei wir nicht nur Katzen sondern auch Menschen begleiten. Auch hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen. So ist Bonnard der besonderste Erzähler, aber wir erfahren kaum etwas über ihn oder aus seiner Sicht. Das Pariser Flair wird für mich aber gut eingefangen. Ich war zwar noch nie dort, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass eine Deutsche davon erzählt.

Spannung kommt bei dem Buch schon auf, vor allem im mittleren Teil, wenn aus Grisettes Sicht erzählt wird. Aber durch die dauernden Unterbrechungen, bei denen die Geschichte wieder zu einem anderen Handlungsstrang springt, ist man doch nie so tief in der Geschichte drin, dass man sie nicht mehr aus der Hand legen kann. Und das finde ich für einen Krimi schade, denn Potential war da.

Insgesamt versucht das Buch aus meiner Sicht einfach zu viel. Eine klarere Handlung, weniger Erzähler und dazu das Flair und die Katzenanspielungen, für mich wäre das ein wunderbares Buch geworden. So muss ich leider Punkte abziehen, denn obwohl ich mich gut unterhalten gefühlt habe, ging das Buch mir nicht unter die Haut. Ich kann es aber für gemütliche Lese-Abende empfehlen, vor allem wenn ihr keine grausigen Thriller sondern nur ein bisschen Spannung wollt.

Kennt ihr das Buch oder andere Bücher der Autorin? Ich bin gespannt!

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Freitag, 2. Juni 2017

Disgrace

Hallo meine Thrillerfans,

wie viele Jahre ist es her, seit ich Mercy gelesen habe? Nun, eindeutig zu viele. Denn ich kann mich kaum mehr daran erinnern, wann das war. Das Buch selber ist mir aber gut im Gedächtnis geblieben, denn es war einer der spannendsten Thriller, die ich je gelesen habe. Deswegen habe ich nun endlich aus der Bibo den zweiten Band entliehen.

Die Fakten:
  • Autor: Jussi Adler-Olsen
  • Übersetzung: K. E. Semmel
  • Titel: Disgrace (Original: Fasandraeberne)
  • Reihe: Deparment Q series (2)
  • Erschienen: 2012
  • Verlag: Penguin 
  • Seiten: 503
  • Preis: für wenige Cent gebraucht
  • Klappentext: "Kimmie's home is on the streets of Copenhagen. To live, she must steal. She has learned to avoid the police and never to stay in one place for long. But now others are trying to find her. And they won't rest until she has stopped moving - for good. Detective Carl Morck of Department Q, the cold case division, has received a file concerning the brutal murder of a brother and sister twenty years earlier. A group of bording school students were the suspects at the time - until one of their number confessed and was convicted. So why is the file of a closed case on Carl's desk? Who put it there? Who believes the case is not solved? Carl wants to talk to Kimmie, but someone else is also asking questions about her. They know she carries a secret certain powerful people want to stay buried deep. But Kimmie has own of her own. It's the biggest secret of them all. And she can't wait to share it..."
Zur Handlung: Das Department Q war nicht gerade die Idee von Carl Morck, aber er hat sich der Sache ergeben. Gemeinsam mit seinem Helfe Assad hatte er einen grandiosen Erfolg, als er einen alten Fall aufrollen konnte. Leider hat es nicht ganz zur Rettung gereicht, aber wenigstens kam so die Wahrheit ans Licht. Nun allerdings will Morck lieber seine Ruhe, aber der nächste Fall wartet schon auf ihn.

Seltsam ist, dass der Fall eigentlich gelöst wurde, jemand sitzt wegen dieses Verbrechens bereits in Haft. Aber Assad ist wie immer bereit loszulegen und schleift Morck zunächst eher mit sich, bis dieser endlich das unendliche Potential des Falles erkennt. Und dann hat er auch noch eine neue Sekretärin zugeteilt bekommen, was ihm übel auf die Stimmung schlägt...

Insgesamt kann ich gleich vorwegnehmen, dass dieses Buch mit Band 1 nicht vergleichbar ist. Während dieser Band mir damals den Atem geraubt hat, war dieses Buch zwar unterhaltsam, aber einfach nicht so thrilling. Ich konnte jeden Abend ohne Probleme das Buch zuklappen und schlafen gehen. Das ist natürlich für einen Thriller nicht perfekt.

Die Charaktere kennen wir ja schon teilweise. Morck ist immer noch der eher missgelaunte, leicht frauenfeindliche Cop, der in letzter Zeit einfach viel Pech hatte. Assad ist nach wie vor übermotiviert aber auch geheimnisvoll, denn irgendwas ist an ihm, das man einfach nicht platzieren kann. Er will es Morck immer recht machen, gleichzeitig ist er aber die gute Fee der Geschichte, die in den richtigen Momenten die richtigen Knöpfe drückt, um Morck anzutreiben. Die neue Sekretärin hat mir gefallen, da sie sich von Morck weder abschrecken noch groß ärgern lässt. Das bringt neue Dynamik ins Team.

Kimmie ist eine seltsame Person. Sie war einst reich, aber auch verwöhnt. Dann ist sie auf der Straße gelandet. Wir wissen, dass sie Schreckliches erlebt hat. Sie will Rache und ist dabei wirklich skrupellos. Dennoch fühlt man ein Stück weit mit ihr mit, obwohl man ahnt, dass sie kein Opfer ist in der Geschichte. Um sie herum gibt es noch eine Drogenabhängige, die ich irgendwie niedlich fand, die aber auch ein Stück weit klischeehaft dargestellt ist. Die reichen Typen sind alle richtig gruselig und man will einen nach dem anderen verprügeln - allein deswegen fühlt man schon wie Kimmie.

Der Fall an sich dröselt sich langsam auf. Was dabei ungefähr geschehen sein muss, ist aber leider schon früh klar. Die Motive dahinter sind ziemlich banal. Das ist für einen Thriller einfach nicht ausreichend. Hier wird dann auch darauf zurückgegriffen, den Thrill nicht aus dem Fall an sich zu holen sondern aus dem Moment der geplanten Festnahme. Das ist für mich aber immer nur so ein Versuch, aus einem eher banalen Fall noch etwas herauszuholen, und hat mit wahrer Spannung wenig zu tun.

Dennoch muss man hier auch eingestehen, dass der Roman kreativ geschrieben ist, die Charaktere nicht bloße Klischees sind, sondern alle ihr Stärken haben. Gerade die Abgründe einiger der Mitglieder der alten Gang sind wirklich ekelerregend. Und auch der Schreibstil des Buches ist wieder sehr angenehm und flüssig zu lesen.

Alles in allem handelt es sich um ein solides Buch, dass aber einfach nicht mit dem Vorgänger mithalten kann. Ich denke, ich werde die Reihe bei Gelegenheit weiterlesen, habe nun aber geringere Erwartungen. Die neuesten Teile sollen ja wieder deutlich besser werden.

Kennt ihr die Reihe? Könnt ihr Band 3 empfehlen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro



Meine Bewertung:


Mittwoch, 31. Mai 2017

One Hundred Shadows

Hallo meine Korea-Freunde,
 
bisher habe ich noch nicht viel von Koreanischen Autoren gelesen, aber bisher war es leider auch noch nicht meins. The Vegetarian war für mich einfach ein bisschen zu wirr, ich habe lieber eine Aussage am Ende des Buches als tausend Fragen. Das ist natürlich nur persönliches Empfinden. Nun kam also dieses Buch in der Moth Box und als Caro es in ihrem Video gehault hat, habe ich gefragt, ob wir es nicht zusammen lesen wollen, damit ich Motivation habe. So kam es dann auch. :D
 
Die Fakten:
  • Autor: Hwang Jungeun
  • Titel: One Hundred Shadows (Original: 백의 그림자 )
  • Erschienen: 2016
  • Verlag: Tilted Axis Press
  • Seiten: 147
  • Preis: 9,99 Euro
  • Klappentext: "In a Slum electronics market in central Seoul - a City better known for ist shiny Skyscrapers and Slick Pop Videos - an awkward, tentative relationship grows between repair-shop assistants Eungyo and Mujae. Having both dropped out of formal education, their circumstances are already uncertain when the market is earmarked for demolition, an Event seemingly linked to a strange recent development: the shadows of the slum's inhabitants have started to 'rise'."
Zur Handlung: Während eines Waldspaziergangs sieht Eungyo einen Schatten, den sie für eine Person hält, und folgt ihm ins Dickicht. Bald darauf ruft Mujae jedoch zurück, denn es ist gefährlich, seinem Schatten zu folgen. Er warnt sie und beide suchen den Weg zurück. Da sie sich verlaufen haben, erzählt Mujae eine Geschichte.

Im Laufe dieser Bekanntschaft erfahren die beiden immer mehr Geschichten über Schatten, die 'risen', wie immer man das übersetzen mag. Dies scheint unter der armen Bevölkerung, mit der sie verkehren, sehr häufig zu geschehen und fast immer zum Tod zu führen. Und es wird noch verstärkt dadurch, dass die 5 Gebäude des Elektronikmarktes, in dem beide arbeiten, abgerissen werden soll.

Und wieder einmal sitze ich völlig sprachlos da mit einem Buch, denn ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Die Grundidee der Schatten finde ich sehr faszinierend. Wie man 'rise' hier übersetzen soll, ist mir rätselhaft, aber irgendwie können sie sich vom Körper trennen und eine Art Gestalt annehmen. Man sollte seinem Schatten niemals folgen. Aber was hat es damit auf sich?

Die Figuren sind grundsätzlich sympathisch. Es bleibt unklar, wie alt sie sind, ich würde aber auf Mitte 20 tippen. Dabei sind sie um einiges naiver, als wir mit westlichen Standards erwarten würden. Und sie führen ganz und gar abstruse Gespräche. Das kann man niedlich finden, aber auch irgendwie unrealistisch. Zumindest hoffe ich, dass nicht alle jungen koreanischen Pärchen so kryptische Gespräche führen. Außerdem hat Mujae immer so eine leicht belehrende Art, was mich manchmal ein bisschen gestört hat, weil das einfach nicht meinem Bild einer Beziehung entspricht.

Der Text lässt sich per se gut lesen, allerdings fand ich es wahnsinnig schwierig, da es keine Zeichen für die direkte Rede gibt. Bei vielen Geschichten bleibt so unklar, wer eigentlich gerade spricht oder ob die Hauptfigur selbst denkt, denn das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Eungyo erzählt. Dadurch muss man manche Abschnitte mehrfach lesen, was mich genervt hat.

Auch inhaltlich habe ich keine Ahnung, was ich da gelesen habe. Die Kapitel passen mehr oder weniger aneinander, aber de facto passiert nichts und am Ende passiert irgendwas, aber wie auch schon bei Vegetarian habe ich es nicht verstanden. Warum machen es mir die Koreaner so schwer? Ich mag offene Enden, bei denen man selbst noch ein bisschen grübeln kann, aber ich habe einfach nichts über diese Welt erfahren, was mir nur den leisen Hauch einer Idee gibt.

Die phantastischen Elemente im Buch sind natürlich total toll, aber werden so gar nicht erklärt. Ich habe mit Caro häufig darüber geschrieben, wie wir die Schatten nun verstehen, und es war immer unterschiedlich, weil so wenig darüber gesagt wird. Und das stört mich dann leider einfach, weil ich die Welt wenigstens in Grundzügen verstehen möchte.

Ich muss Caro aber zustimmen, dass die Welt im Sinne des Elektronikmarktes sehr toll dargestellt wird. In manchen Abschnitten hatte ich das Gefühl, ich sei wirklich dort und könne es sehen. Auch der superleise Vorgang des Abrisses von Gebäude A hat mir irgendwie eine Gänsehaut gemacht. Das war sehr atmosphärisch und gut beschrieben. Ich denke, ohne die Schatten hätte das Buch mir so viel besser gefallen.

Alles in allem finde ich leider Bestätigung, dass koreanische Literatur für mich ein schwieriges Thema ist. Sabrina hat mir nun empfohlen, es mal mit japanischer Literatur zu versuchen, aber dafür muss ich mir erstmal ein bisschen Zeit lassen. Ich werde euch aber berichten, wenn es soweit ist. Insgesamt hat mit The Vegetarian letztlich sogar ein bisschen besser gefallen, weil doch mehr "Handlung" vorhanden war und mich mehr schockiert hat. Hier überwiegt dagegen die Atmosphäre des Buches. Beide konnten mich aber leider nicht vom Hocker reißen.

Wie steht ihr dazu? Habt ihr das Buch gelesen? Und wie steht ihr zu so offenen Geschichten mit kaum erklärten phantastischen Elementen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Sonntag, 28. Mai 2017

Lament

Hallo meine Feenfreunde,

lange schon reizen mich ja die Raven Boys-Bücher, weil so viele vom Schreibstil und dem leichten Gruselfaktor schwärmen. Und seit die Reihe abgeschlossen ist, schleiche ich nun schon darum herum. In der Bibliothek habe ich neulich dann Lament von Maggie Stiefvater gesehen und dachte, so kann ich mir ihren Schreibstil ja schon mal anschauen. Darum durfte das Buch dann mit.

Die Fakten:
  • Autor: Maggie Stiefvater
  • Titel: Lament
  • Reihe: Books of Faerie 1
  • Erschienen: 2008
  • Verlag: Scholastic Children's Books
  • Seiten: 356
  • Preis: 9,49 Euro
  • Klappentext: "Sixteen-year-old Dee is a cloverhand - someone who can see faeries. When she finds herself irresistibly drawn to beautiful, mysterious Luke, Dee senses that he wants something more dangerous than a summer romance. But Dee doesn't realize that Luke is an assassin from the faerie wolrd. And she is his next target."

Zur Handlung: Deirdre ist eine begnadete Harfenspielerin und hat eine wunderschöne Gesangsstimme. Ihre Mutter fördert und fordert ihr Talent, wo sie nur kann. Deswegen muss Dee auch trotz Ferien an einem Wettbewerb in ihrer Schule teilnehmen. Das Problem ist nur, dass Dee vor Aufregung immer wahnsinnig schlecht wird. Doch als sie dieses Mal zur Toilette rennt, trifft sie Luke, den sie nie zuvor an ihrer Schule gesehen hat.

Luke ist Flötenspieler und aus irgendeinem Grund hat er sie beide bereits als Duet eingetragen. Dee ist nicht sicher, was das alles bedeutet, entschließt sich aber, so zu tun, als sei dies alles ganz normal. Doch als Luke und Dee dann ihr Duet spielen, wird schnell klar, dass hier nichts normal ist, denn ihre Musik ist aus einer anderen Welt.

Ich war mir nicht sicher, ob ich ein Buch über Feen mögen würde, doch muss ich gestehen, dass sie mir als mythische Wesen doch gut gefallen. Ich habe vorher keine anderen Bücher dazu gelesen. Hier geht es vor allem um die Art von Feen, die den Menschen fallen stellen und sie in ihre Welt entführen. Sie sich verspielt, aber furchtbar gefährlich. Ich mag diese Variante irgendwie lieber als sagen wir Tinkerbell.

Dieses Buch ist natürlich vor allem eine Romanze, und erinnert damit vielleicht ein bisschen an Twilight. Aber gelegentlich kann sowas ja niedlich sein. Stören kann man sich sicherlich damit, wie bereitwillig sich Dee der Eigenartigkeit hingibt, die da plötzlich über ihr zusammenbricht. Aber auf der anderen Seite - welcher Teenager hätte denn keine Lust auf ein Abenteuer, wenn es so bereitwillig kommt? Ich hab mich da einfach von der Geschichte tragen lassen und nicht zu viel nachgedacht.

Während des Lesens kam mir das Buch sehr kurzweilig vor. Die Handlung folgt Schlag auf Schlag. Ich hatte auch immer Lust, noch ein Kapitel mehr zu lesen. Wenn ich das Buch dann aus der Hand gelegt habe, hatte ich aber keinen Drang, weiterzulesen. Ich denke, man kann es aber auch gut in einem Rutsch lesen. 

In diesem ersten Band macht durchaus nicht alles Sinn. Wie Dees Kräfte sich so plötzlich entwickeln, und was sie dann alles kann, das ist schon etwas... unausgereift. Die Kräfte fliegen ihr quasi zu. Ich mochte den Touch mit den Namen am Ende. Aber auch der Schluss ist nicht wirklich selbsterklärend, und man fragt sich, wenn das der Outcome ist, warum hat es Dee gebraucht? Warum ist das nicht viel eher passiert? Das fand ich schon störend.

Die Charaktere sind nicht wahnsinnig ausgereift, aber ich mochte Dee. Sie gehört auf keinen Fall zu den coolen Kids, aber sie hat eine lustige Einstellung zum Leben. Bisher hat sie immer gemacht, was ihr gesagt wurde, aber nun hat sie darauf keine Lust mehr. Luke soll natürlich der mystische sexy Killer sein, aber eigentlich ist er furchtbar niedlich. Ich mochte, dass Luke nicht so ernst genommen wurde von der Autorin, sondern einfach viel grinsen und hibbeln durfte. 

James ist Dees bester Freund, und hier muss ich mich wieder mal über den Bester-Freund-turns-Lover-Trope aufregen. Wer hat das nur erfunden. Ich meine: Hunger Games, City of Bones, die Grischa-Bücher und vermutlich jedes andere YA-Buch ever! Regt mich einfach auf. Wenn man nicht merkt, dass man in jemanden verliebt ist, bis derjenige jemand anderen kennen lernt, dann kann man gefälligst hinterher auch die Gusche halten!

Es geschehen auch einige wirklich schlimme Dinge in Dees Leben. Den Umgang damit fand ich ziemlich seltsam und hier war das Buch dann auch einfach zu schnell. Es blieb gar keine Zeit irgendwas zu verarbeiten. Auch die Tante Delia... habe ich am Ende einfach nicht verstanden. Was da nun genau passiert ist, war Dee scheinbar klar, mir nicht. Und realistisch war dann doch Vieles nicht, muss man der Fairness halber sagen.

Insgesamt war das Buch unterhaltsam, locker geschrieben und damit ein gutes Jugendbuch. Es gibt aber einige Plot-Holes, in die man schnell reinfallen kann. Die Romanze ist niedlich und auch nicht zu übertrieben, alles bleibt auch recht sittlich. Ich mochte die Art Fee, die im Buch thematisiert wurde, und würde darüber auch noch mehr lesen.

Zur Reihe allgemein, so wie ich das sehe, wurde sie nie beendet. Es gibt einen zweiten Band, der mich persönlich wenig interessiert, weil er James in den Vordergrund stellt. Ein letzter Band wurde angekündigt, auch geschrieben, aber nie veröffentlicht, weil die Autorin selbst damit nicht zufrieden war. Daher werde ich vermutlich nicht weiterlesen. Das Buch bietet ein zufriedenstellendes Ende, was Raum für mehr lässt.

Kennt ihr das Buch oder sogar das Sequel? Dann würde ich gern eure Gedanken wissen!

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Freitag, 26. Mai 2017

JUNKTOWN

Hallo alle miteinander,

es wurde mal wieder Zeit für eine Dystopie, also kam das erst neu erschienene Buch Junktown da ganz richtig. Es wird mich vermutlich auch noch eine Weile beschäftigen.

Fakten:
  • Autor: Matthias Oden
  • Roman
  • 2017 erschienen
  • 400 Seiten
  • Heyne Verlag
  • Preis: 12,99€ broschiert
Klappentext:
"Diese Zukunft ist ein Schlaraffenland: Konsum ist Pflicht, Rauschmittel werden vom Staat verabreicht, und Beamte achten darauf, dass ja keine Langeweile aufkommt. Die Wirklichkeit in »Junktown«, wie die Hauptstadt nur noch genannt wird, sieht anders aus. Eine eiserne Diktatur hält die Menschen im kollektiven Drogenwahn, dem sich niemand entziehen darf, und Biotech-Maschinen beherrschen den Alltag. Als Solomon Cain, Inspektor der Geheimen Maschinenpolizei, zum Tatort eines Mordes gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass dieser Fall ihn in die Abgründe von Junktown und an die Grenzen seines Gewissens führen wird. Denn was bleibt vom Menschen, wenn der Tod nur der letzte große Kick ist?"

Wie ihr dem Klappentext entnehmen könnt, geht es in dem Buch ganz schön verrückt zu und das ist auch der Eindruck der definitiv bleibt.

Cain ist unser Hauptcharakter und ermittelt in einem Mordfall, der sich mehr und mehr zu spitzt. Dabei trifft er auf einige sonderbare Dinge. Wenn wir mal ehrlich sind, war das auch schon die ganze Geschichte, aber das klingt viel banaler als es eigentlich ist.
Dieser Mord lässt sich keineswegs leicht aufklären und in dieser Welt erst recht nicht.

Junktown lässt schon richtig das Stichwort Junky mit fallen. Alle Bewohner dieser Stadt sind zum Konsum und damit auch zum Drogenkonsum verdonnert. Produktivität ist schlecht. Die Woche besteht aus 3 Tagen und das Wochenende aus 4 Tagen. Autos gibt es kaum noch, denn entweder man ist auf Arbeit, beim Arzt oder lässt sich irgendwo in einer Bar oder zu Hause zu dröhnen und verschwindet in die eigene Welt. Müll ist ein Prestigeobjekt. Einmal im Monat wird getestet, wie der Drogenwert eines jeden Einzelnen ist. Unterschreitet dieser einen gewissen Wert ist mit Folgen zu rechnen.

Ehrfurcht haben die Menschen hier vor solchen, die sich einen goldenen Schuss verpassen und somit für die Partei sterben und das auf dem Weg des vollen Konsums. Es gibt auch keine normal geborenen Menschen mehr, sondern so genannte Brutmuttern. Riesige Maschinen die 100te Menschen gleichzeitig heranwachsen lassen. Und da kommt noch etwas äußerst Verrücktes hinzu. Es gibt sehr viele Maschinen, die auch die Arbeit der Menschen ersetzen, da diese sich ja zu dröhnen. Diese Maschinen werden aber wie Menschen behandelt und "fühlen" auch wie solche. Sie können Beziehungen zu Menschen haben und das in JEDEM Lebensbereich. Wie über und mit Maschinen gesprochen wird, ist eigenwillig und schräg, aber macht eben auch die Geschichte aus.

Ein weiteres großes Thema für den Rausch, sind sexuelle Handlungen jeder Art. Dabei ist es auch egal ob mit Maschine oder Mensch, denn jeder hat etwas davon. Ebenso gibt es "Steckverbindungen" die den Rausch eines anderen miterleben lassen, wenn die Drogen bei einem selbst nicht mehr so wirken. Diese Wirkung ist auch das größte Problem, was die Regierung hat. Denn das führt zu Unzufriedenheit und diese zum Misstrauen gegenüber des Staats. Der hat daher ein Projekt gestartet und dieses ist streng geheim.

So könnte ich ewig weiter erzählen, aber das reicht alles nicht um diese Abnormalität der Geschichte zu zeigen und zu beschreiben wie krank und irgendwie doch realistisch das alles ist, was der Autor da geschrieben hat. Mal ehrlich, ich saß auch oft da und dachte so - wie krank muss man eigentlich sein, um sowas zu schreiben - und das meine ich überhaupt nicht abwertend, ich war einfach entsetzt und aufgewühlt und das zeigt ja, dass der Autor alles richtig gemacht hat. So nachhaltig war lange kein Buch mehr für mich gewesen.

Nur das Ende mochte ich leider überhaupt nicht und schade ist auch, dass es wohl ein Einteiler ist, denn diese Welt ist es definitiv wert noch mehr beschrieben und erforscht zu werden. Ich konnte mir zwar alles sehr gut vorstellen und viel wurde ausführlich beschrieben und trotzdem gab es genauso viele Stellen, wo ich mir mehr Details gewünscht hätte. Ja noch mehr Details.

Ich möchte euch auch gar nicht mit noch mehr Details aufhalten. Fest steht, dieses Buch war richtig richtig fesselnd und verwirrend und erschreckend und verrückt und einfach alles und ich kann es nur jedem weiter empfehlen,

eure Blue Diamond.



Mittwoch, 24. Mai 2017

Die letzten vier Tage des Paddy Buckley

Hallo an alle Krimi/Thriller und was eben in die Richtung geht - Freunde,

in letzter Zeit lese ich beinahe nur Rezensionsexemplare vom Verlag, was mich eher unglücklich stimmt. Dennoch waren die Bücher bisher so verwirrend oder eben wirklich gut, dass sie mich auf jeden Fall unterhalten und beschäftigt haben. Dieses Buch ist so irgendwas dazwischen.

Fakten:
  • Autor: Jeremy Massey
  • Übersetzer: Herbert Fell
  • Roman
  • 2016 erschienen
  • 272 Seiten
  • carl´s books Verlag
  • Preis: 14.99€ broschiert
Klappentext:
"Paddy Buckley ist mit Leib und Seele Bestatter. Als eine attraktive Witwe seine Zuwendung braucht, gibt er sie ihr – doch sie stirbt auf dem Höhepunkt seines körperlichen Trostes. Geschockt von diesem Erlebnis, überfährt er auf dem Heimweg einen Fußgänger. Der Tote ist der Bruder des gefährlichsten Gangsters von ganz Irland, Vincent Cullen. Jetzt hat er eine tote Witwe und einen toten Gangster am Hals, für die er obendrein auch noch die Beerdigung auszurichten hat! Er muss also höllisch aufpassen, sich nicht zu verraten. Denn Cullen hat geschworen, den Tod seines Bruders zu rächen. Eine rasante Verfolgungsjagd durch Dublin beginnt. Zum Glück ist Paddy einfallsreich und kann sich auf seine Freunde verlassen … Ein höchst amüsantes Betrugsmanöver und ein ausgebufftes Verwechslungsspiel um einen Leichnam vollenden diesen köstlichen, makabren und warmherzigen Roman."

Nun ja, dieser Klappentext verrät leider einmal wieder viel zu viel von der Geschichte und dennoch kommt nicht ansatzweise die Kuriosität dieser Geschichte rüber.

 Dieses Buch ist grundsätzlich erst einmal sehr sehr schick aufgemacht, ich persönlich habe erst auf den zweiten Blick festgestellt, dass es sich beim Cover um einen Sarg handelt, was eigentlich völlig naheliegend ist, aber ich hab das eben nie bemerkt, bis ich es längere Zeit angesehen hatte, weil die Geschichte so unglaublich war.

Jedes Kapitel ist in einen Tag mit Uhrzeit oder nur Uhrzeit eingeteilt, denn wir erleben tatsächlich vier Tage, wie der Titel beschreibt. Generell lässt sich sagen, ist der Titel erstaunlich präzise gewählt und doch völlig falsch... wenn ihr wisst was ich meine!

Der Klappentext überspringt in seiner Kürze natürlich einige Ereignisse, die die Geschichte eigentlich viel mehr beeinflussen und durcheinander wirbeln, als die die bereits beschrieben wurden. Meiner Ansicht nach scheinen diese nur im Mittelpunkt zu stehen, wobei es für mich ganz andere sind. Doch ich glaube, genau das ist es, was diese Geschichte zu etwas Besonderem werden lässt. Irgendwie nicht zwingend im Positiven, aber im Eigenwilligen.

Die Sprache des Buches ist auch sehr eigen und auch sehr gewöhnungsbedürftig. Sie ist nicht wirklich vulgär aber irgendwie sehr primitiv, wenn ich es so bezeichnen darf. Vielleicht soll es auch eine Erreichbarkeit zu dem Thema Tot herstellen, was aber nur eine Idee oder ein Erklärungsversuch von mir ist. Ich persönlich habe kein Problem mit dem Thema Tot und daher hatte ich auch hier auf eine tolle Geschichte gehofft, bekam aber eine, die - wie würde man im Internetslang antworten? - auf Klickbates aus war. Es ist eine Geschichte die mit bestimmten Momenten versucht krampfhaft mehr zu sein und für alle etwas zu sein oder so ähnlich.

Hin und wieder entstehen Stimmungen, bei denen man sich gänzlich unwohl und fehl am Platz fühlt, aber nicht wie wegrennen sonder ein beschämendes Gefühl und das will ich ja ehrlich nicht beim Lesen haben. Dennoch will ich das Buch nicht schlecht darstellen, denn gefesselt hat es mich aufgrund seiner Unglaublichkeit.

Daher kann ich auch nicht so richtig sagen, ob ich das Buch nun gut oder schlecht fand, denn es war irgendwas, ohne Wertung, dazwischen. Versteht ihr wie ich meine? So diese Geschichten, die ihr nicht fassen könnt, die aber diesen gewissen Sinn für die Realität haben und doch so unwirklich sind.

Aus diesem Grund weiß ich aber auch nicht, wem ich das Buch empfehlen könnte. Ihr solltet auf jeden Fall eine neutrale bis gute Beziehung zum Tot haben oder zumindest bei dem Thema nicht schreiend davon rennen, ansonsten braucht ihr wohl eine gewisse Portion Verrücktheit, um die Geschichte zu Ende zu lesen,

eure Blue Diamond.