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Dienstag, 26. März 2024

Warrior Girl Unearthed


Hallo meine Lieblingsleser,

jetzt habe ich doch etwas unfreiwillig wieder eine längere Pause gemacht, aber ich musste auf Arbeit zu viel schreiben, als dass ich dann abends auch noch tippen wollte. Jetzt ist aber Osterurlaub, und hoffentlich kann ich hier auch ein bisschen was abarbeiten. Heute kommen wir zu einem Buch, das ich heiß ersehnt habe. Das erste Buch der Autorin, Firekeeper's Daughter, war für mich ein Überraschungshit, und manchmal macht mir das dann etwas Angst, wenn ein nächstes Buch erscheint. Die beiden sind lose miteinander verbunden, aber ihr könnt sie auch unabhängig voneinander lesen. 

Die Fakten: 

  • Autor: Angeline Boulley
  • Sprecher: Isabella Star LaBlanc
  • Titel: Warrior Girl Unearthed
  • Erschienen: 2023
  • Verlag: Macmillan Audio
  • Dauer: 11 Std 32min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "Perry Firekeeper-Birch was ready for her Summer of Slack but instead, after a fender bender that was entirely not her fault, she’s stuck working to pay back her Auntie Daunis for repairs to the Jeep. Thankfully she has the other outcasts of the summer program, Team Misfit Toys, and even her twin sister Pauline. Together they ace obstacle courses, plan vigils for missing women in the community, and make sure summer doesn’t feel so lost after all. But when she attends a meeting at a local university, Perry learns about the “Warrior Girl”, an ancestor whose bones and knife are stored in the museum archives, and everything changes. Perry has to return Warrior Girl to her tribe. Determined to help, she learns all she can about NAGPRA, the federal law that allows tribes to request the return of ancestral remains and sacred items. The university has been using legal loopholes to hold onto Warrior Girl and twelve other Anishinaabe ancestors’ remains, and Perry and the Misfits won’t let it go on any longer. Using all of their skills and resources, the Misfits realize a heist is the only way to bring back the stolen artifacts and remains for good. But there is more to this repatriation than meets the eye as more women disappear and Pauline’s perfectionism takes a turn for the worse. As secrets and mysteries unfurl, Perry and the Misfits must fight to find a way to make things right–for the ancestors and for their community."

Zur Handlung: Alles, was Perry will, ist, ihren freien Sommer mit Fischen zu verbringen. Sie liebt die Natur, und sie liebt das Angeln, und ihr liegt nichts an einer akademischen Karriere, an der Schule oder einem Abschluss von der Uni. Doch als Perry aus Versehen in einen Unfall gerät, bei dem ihr Auto beschädigt wird, muss sie zusammen mit ihrer perfekten Zwillingsschwester ein Sommerpraktikum absolvieren, um für die Reparatur zahlen zu können.

So landet Perry im Museum, um ihr Praktikum zu verrichten - und das bei dem Betreuer, den die meisten in ihrem Umfeld für ziemlich verrückt halten. Doch Perry stellt schnell fest, dass man manche Vorurteile besser ignorieren sollte, und lebt sich gut in ihren Job ein. Dann wird sie auf ein Treffen mitgenommen, bei dem es um die Rückgabe von kulturellen Gegenständen und Überresten an indigene Völker geht, und sie muss feststellen, dass das System dieser Repratiierung in den USA unzulänglich ist, und sie etwas tun muss...

Gleich zu Beginn möchte ich sagen: dieses Buch wird teilweise als Heist-Geschichte beworben, also eine Geschichte, in der ein Verbrechen geplant und durchgeführt wird, und wir für die Verbrecher sind. Hier möchte ich direkt warnen, dass die Frage, ob ein Rückdiebstahl von Gebeinen und kulturellen Gegenständen nötig ist und wie dieser aussehen könnte, nur einen kleinen Teil des Buches darstellt. Wenn ihr das Buch nur dafür lest, werdet ihr sehr lange darauf warten.

Perry Firekeeper ist die Nichte unserer Hauptfigur aus dem ersten Buch der Autorin. Dadurch sind die Bücher theoretisch verbunden, inhaltlich macht es wenig Unterschied. Manche Anspielungen werdet ihr dann vielleicht nicht verstehen, aber das ist nie etwas Wichtiges, sondern eher so Cameo-Auftritte. Perry ist ähnlich wie Daunis eine Kämpernatur, aber am Anfang der Geschichte weiß sie es vielleicht noch nicht. Während Daunis sich sehr für ihre Familie aufopfern wollte, aber auch wirklich gern ans College, ist Perry zufrieden mit ihrem Leben, und sie liebt die Nähe zur Natur, das Angeln, und die Wertschätzung, die ihre Vorfahren der Natur schon so lange entgegengebracht haben. Ich mochte Perrys Entwicklung in diesem Buch sehr, wie sie etwas findet, dass sie bewegt und antreibt, und wie sie trotzdem sie selbst bleibt. Eine sehr spannende Hauptfigur für mich.

Neben Perry gibt es noch weitere wichtige Figuren. Pauline ist ihre Zwillingsschwester und eher die akademisch Begabte, das goldene Kind. Aber sie kämpft auch mit Angststörungen und nervösen Ticks. Ich mochte, wie nah sich die beiden Schwestern sind, obwohl sie so unterschiedlich sind. Ich liebe es, wenn Geschwister sehr verschieden, aber tief verbunden in Geschichten dargestellt werden. Daneben haben wir die anderen Teenager, die mit Perry für das Praktikum zusammenarbeiten, eine Teenager-Mutter, die sich nicht auf Klischees reduzieren lässt, Perrys besten Freund aus Kindheitstagen, und einen neuen Jungen, der Interesse an Perry hat. Ich mochte diese Charaktere alle, und sie ergeben eine tolle Gruppe von Misfits. 

Dann haben wir noch Perry Chef vom Praktikum. Diesen Charakter mochte ich auch so sehr. Die Leute halten ihn für verrückt, aber das ist er eigentlich gar nicht. Er gibt nur wenig darauf, was andere von ihm denken. Ihm ist die Bewahrung der Kultur seiner Vorfahren enorm wichtig, und damit auch die Repatriierung. Er geht mit Perry wie mit einer erwachsenen Person um, kümmert sich sehr gut um sie, aber zeigt ihr auch Grenzen. Eine ganz tolle Mentorenfigur. 

Inhaltlich lernen wir viel darüber, warum die Rückgabe von kulturellen Gegenständen und Überresten aus Museen und Universitäten an indigene Völker so enorm wichtig ist. Dabei werden auch die Möglichkeiten aufgezeigt, mit denen Institutionen den Prozess über Jahrzehnte hinauszögern können. Besonders eklig ist auch die Darstellung, wie manche Wissenschaftler die Gebeine als ihr Eigentum ansehen, weil sie diese schon längere Zeit beforschen. Leider bestimmt gar zu realistisch. Ich habe hier auf jeden Fall viel gelernt, und finde das Thema auch unglaublich relevant. Auch in Deutschland gibt es einiges zurückzugeben, und auch hier geht es nur schleppend voran, auch wenn es hier eher mit der Kolonialgeschichte verbunden ist.

Im Kern ist dieses Buch aber schon auch eine Mystery-Geschichte, denn während das alles vor sich geht, verschwinden junge Frauen aus der Community. Immer mehr wird klar, dass hier ein Muster vorliegt, und an einem bestimmten Punkt wird Perry mit ihren Freunden in diesen Fall hineingezogen. Hier wird es am Ende dann auch nochmal spannend und gefährlich für unsere Charaktere. Ich habe auf jeden Fall mitgefiebert, aber auch gut mitgeraten. 

Alles in allem war das Buch für mich wieder ein voller Erfolg. Ich bin gespannt und freue mich darauf, was die Autorin als nächstes schreibt. Sie ist eine begnadete Geschichtenerzählerin. Es gibt nichts, was mit an dem Buch nicht gefallen hat. Einzig und allein habe ich ein bisschen bereut, dass ich Firekeeper's Daughter nicht nochmal gelesen hatte vor diesem Buch, weil ich dadurch sicherlich von den Cameo-Sachen auch nicht alles mitbekommen habe. Aber irgendwann lese ich beide Bücher nochmal, vielleicht wenn es ein weiteres Buch aus dieser Welt geben sollte.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Donnerstag, 7. März 2024

A Wizard's Guide to Defensive Baking


Hallo meine Fantasyfreunde,

Cosy Fantasy ist ja inzwischen in aller Munde, und heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das für mich perfekt zu diesem Genre passt. Ich habe damit mein Lesejahr begonnen, und es war absolut die richtige Entscheidung. Außerdem ist es auch noch von einer meiner Lieblingsautorinnen geschrieben - was kann es Besseres geben?

Die Fakten:

  • Autor: T Kingfisher
  • Sprecher: Patricia Santomasso
  • Titel: A Wizard's Guide to Defensive Baking
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Tantor Audio
  • Dauer: 8 Std 30min (ungekürzt)
  • Preis: kostenlos im Abo
  • Klappentext: "Fourteen-year-old Mona isn't like the wizards charged with defending the city. She can't control lightning or speak to water. Her familiar is a sourdough starter, and her magic only works on bread. She has a comfortable life in her aunt's bakery making gingerbread men dance. But Mona's life is turned upside down when she finds a dead body on the bakery floor. An assassin is stalking the streets of Mona's city, preying on magic folk, and it appears that Mona is his next target. And in an embattled city suddenly bereft of wizards, the assassin may be the least of Mona's worries...."

Zur Handlung: Als Mona eines Morgens in die geliebte Bäckerei ihrer Tante kommt, um mit dem morgendlichen Backen zu beginnen, findet sie die Leiche eines jungen Mädchens. Und damit dreht sich ihre Welt auf den Kopf. Plötzlich wird behauptet, sie habe ein Verbrechen begangen, und sie wird in den Palast der Stadt abgeführt. Dabei hat Mona doch nur magische Fähigkeiten über Teig und Brot.

Doch während Mona noch um ihre Zukunft fürchtet, ist ein gefährlicher Mörder in ihrer Stadt unterwegs, und die Intrigen, die sich um diesen spinnen, sind noch viel gefährlicher, als irgendwer ahnt. Mona wird ihnen jedoch auf die Spur kommen, und am Ende wird sich die Frage stellen, ob das Mädchen mit dem Brot eine ganze Stadt retten kann.

Ich habe dieses Buch als mein erstes Hörbuch des Jahres gewählt, weil ich etwas wollte, das mir ein gutes Gefühl gibt, mich gut unterhält und mich in eine Welt mitnimmt, die nicht wie hier ist. Ich habe dieses Jahr mit blöden gesundheitlichen Problemen begonnen, und so war diese Cosy Fantasy-Geschichte über ein Mädchen mit Brot, ihrem Lebkuchenmann und dem immerhungrigen Sauerteig genau das richtige.

Mona als Hauptfigur hat mir an sich gut gefallen. Allerdings muss ich hier sagen, dass sie sich für mich nicht wirklich wie eine 14-Jährige angefühlt hat. In vielen Momenten erschien sie mir viel zu gefasst und logisch. Sie bleibt auch sehr oft sehr ruhig. Natürlich sind alle Menschen unterschiedlich, und es gibt sicher auch gefasste Teenager, aber ich musste mich immer bewusst daran erinnern, dass sie so jung sein soll. Abgesehen davon fühlt man aber schnell mit ihr mit, denn sie will ja nur ihr Leben leben, ihr Brot backen und gut - doch dann wird sie in all diese Machenschaften hineingezogen.

Neben Mona haben wir noch ein paar andere wichtige Figuren. Es gibt einen Jungen, der der kleine Bruder des toten Mädchens ist, das in Monas Backstube lag. Ihn fand ich einen tollen Sidekick, frech und lustig. Er hat das Ganze immer wieder aufgelockert. Dann haben wir Monas Tante und Onkel, und hier fand ich es schön, dass diese Mona wirklich lieben und sich um sie kümmern wollen. Also keine Märchen-Klischees hier. Und schließlich ist noch eine Herrscherin dieser Stadt wichtig - ich weiß gerade ihren offiziellen Titel nicht mehr. Sie war so schön erwachsen, wie wir uns alle vermutlich erwachsen fühlen. So als hätten uns die anderen irgendein Geheimnis nicht verraten, und wir tun jetzt einfach so, als würden wir schon alles gut hinkriegen. Auch sie mochte ich gern.

Neben den richtigen Figuren haben wir dann die Backwaren. Dabei stechen der Lebkuchenmann heraus, der Mona dann auf ihren Abenteuern begleiten wird und an einem Punkt sogar zum Anführer einer Guerrilla-Truppe von Lebkuchenmännern wird, und der Sauerteig Bob. Ich glaube, Bob kann man so nicht einfach in Worte fassen, den muss man in der Geschichte erleben.

Monas Abenteuer wird sie dann durch ihre ganze Stadt führen, manchmal in Kutschen, manchmal zu Fuß, und manchmal auf einem toten Pferd mitreitend. Aber zu dem toten Pferd will ich nichts weiter sagen, denn vielleicht wird es dann zwischen Abenteuer und Backwaren auch ein paar traurige Momente geben, die einem dann unerwartet ans Herz gehen. Manchmal war es mir ein bisschen zu viel Hin und Hergerenne in der Geschichte, aber das ist wirklich nur ein kleiner Kritikpunkt.

Das magische System dieser Welt fand ich auch ganz interessant. Hier sollte man allerdings nicht zu viel Hintergrunderklärung erwarten. Allerdings sind die magischen Menschen in dieser Welt häufig Ausgestoßene. Obwohl Mona in einer sehr liberalen Stadt lebt, gibt es trotzdem Nachbarn, die Magie mit einer gerümpften Nase sehen. Dabei kann man sich nicht aussuchen, ob man mit Magie geboren wird oder nicht. Dieser Blick auf Exklusion und Diskriminierung hat mir hier gut gefallen.

Am Ende wird es dann schon auch episch, und es gilt die ganze Stadt zu retten. Ich fand die Art und Weise, wie das dargestellt wurde, total schön. Es geht viel mehr um Kooperation als um die magischen Fähigkeiten irgendeiner Person. Es passt auch gut in das Narrativ, dass auch die Kleinsten ihre Welt retten können. Aber wie gesagt, ganz ohne Verluste kommt die Geschichte nicht aus, und dann wird es auch traurig.

Insgesamt kann ich euch das Buch empfehlen, wenn ihr es ein bisschen gemütlich, ein bisschen albern, und ein bisschen abenteuerreich mögt. Der Humor von T Kingfisher ist für mich einfach unschlagbar. Ihr solltet aber bedenken, dass dieses Buch - im Gegensatz zu vielen anderen ihrer Bücher - für ein jüngeres Publikum geschrieben ist. Auch wenn man Mona ihr Alter nicht immer anmerkt, liest man hier schon ein Jugendbuch. Aber damit will ich nicht sagen, dass man es als Erwachsener nicht auch genießen kann.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Mittwoch, 6. März 2024

We Deserve Monuments


Hallo meine Lieblingsleser,

wir machen heute weiter mit meinen guten Vorsätzen, und ich berichte euch direkt von einem Buch, das ich ganz frisch fertig gelesen habe. Und oh boy, war das ein Buch. Ich hatte schon ein bisschen was darüber gehört, tatsächlich nur Gutes, und dann war es auf Audible mit dem Abo kostenlos verfügbar. Da konnte ich nicht nein sagen.

Die Fakten:

  • Autor: Jas Hammonds
  • Titel: We Deserve Monuments
  • Sprecher: Tamika Katon-Donegal
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Recorded Books
  • Dauer: 10 Std 22min
  • Preis: kostenlos im Abo
  • Klappentext:

    "What’s more important? Knowing the truth or keeping the peace? Seventeen-year-old Avery Anderson is convinced her senior year is ruined when she's uprooted from her life in DC and forced into the hostile home of her terminally ill grandmother, Mama Letty. The tension between Avery’s mom and Mama Letty makes for a frosty arrival and unearths past drama they refuse to talk about. Every time Avery tries to look deeper, she’s turned away, leaving her desperate to learn the secrets that split her family in two. While tempers flare in her avoidant family, Avery finds friendship in unexpected places: in Simone Cole, her captivating next-door neighbor, and Jade Oliver, daughter of the town’s most prominent family—whose mother’s murder remains unsolved. As the three girls grow closer—Avery and Simone’s friendship blossoming into romance—the sharp-edged opinions of their small southern town begin to hint at something insidious underneath. The racist history of Bardell, Georgia is rooted in Avery’s family in ways she can’t even imagine. With Mama Letty's health dwindling every day, Avery must decide if digging for the truth is worth toppling the delicate relationships she's built in Bardell—or if some things are better left buried."

Zur Handlung: Avery kann sich Schöneres vorstellen, als aus DC weg nach Georgia zu ziehen, wo ihre Großmutter, an die sie sich nicht erinnern kann, an Krebs erkrankt ist und nicht mehr lange leben wird. Aber nach ihrer Trennung von ihrer Freundin kann es Neuanfang vielleicht auch gut sein. Zumindest kann sie sich an ihrer neuen Nachbarin Simone kaum satt sehen.

Doch je länger Avery und ihre Familie im Haus ihrer Großmutter Mama Letty verbringen, desto deutlicher wird, wie unwahrscheinlich eine Versöhnung von Großmutter und Mutter ist. Und Avery fühlt sich zwischen den Stühlen, denn sie versucht nun verspätet eine Beziehung zu ihrer Großmutter herzustellen, während sie weiß, dass ihr wichtiges Wissen fehlt, um ihre eigene Familie wirklich zu verstehen.

Wenn man diese Geschichte beginnt, weiß man schon, dass hier kein Happy End wartet. Die Frage ist daher, kann es wenigstens bitter-süß werden. Mich hat es auf jeden Fall durch einen ganzen Haufen von Gefühlen geführt, mit Wut und Freude und Trauer und allem dazwischen. Es hat mich auch an ein paar Dinge erinnert, die in meiner Familie so angefallen sind, und die Mauern, die wir manchmal aufbauen müssen, um uns selbst zu schützen - aber manchmal auch einreißen müssen, um uns selbst vergeben zu können.

Avery als Hauptfigur hat mir größtenteils gut gefallen. Bisher war sie das absolute Vorzeigekind. Sie war gut in der Schule, immer zusammen mit ihren Streberfreundinnen, die schon seit Jahren planen auf welche Top-Colleges sie gehen wollen. Doch angeregt durch ihre neue Situation fokussiert sie sich nun zunehmend auf die Geschichte ihrer Familie und die Geheimnisse, die dort lauern, werden ihr sehr viel abgewinnen. Das führt dann auch zu einigen Wutausbrüchen, die einerseits verständlich sind für eine Teenagerin, andererseits dann schon manchmal schwer zu lesen waren. 

Rund um Avery haben wir verschiedene zentrale Charaktere. Als wichtigstes sind da Mama Letty und Averys Mutter, die eine Astrophysikerin ist. Mama Letty ist eine verbitterte alte Frau, der in ihren jüngeren Jahren etwas geschehen ist, was sie nie verarbeiten konnte. Averys Mutter ist eine zielstrebige Frau, die sich den Weg nach oben erkämpft hat, um ihre Kindheit hinter sich zu lassen. Doch nun wird sie in diese Erinnerungen hineingesaugt und verliert dadurch auch die Kontrolle, die sie sich so hart erkämpft hat. Dann haben wir noch Simone, zu der Avery romantische Gefühle entwickelt. Ich mochte Simone sehr und habe sehr mit ihr mitgefühlt. Und darüber hinaus haben wir Jade, Simones beste Freundin, die selber wenig Glück mit ihrer Familie hat und mit der ich deswegen auch teilweise mitgefühlt habe, Averys Vater, der sich für einen Mann sehr gekonnt aus dem Mittelpunkt heraushalten kann, wenn es nicht um ihn geht, und Simones Mutter, die über einen steinigen Weg zu Gott gefunden hat und es nun damit vielleicht ein bisschen übertreibt.

Ich würde sagen im Kern ist dieses Buch ein Familiendrama, in dem es vor allem um die langfristigen Auswirkungen von Rassismus und Gewalterfahren über die Generationen hinweg geht. Daneben haben wir ein bisschen Romanze, weil wir sehen, wie sich Avery und Simone annähern, und welche Hindernisse sie als gleichgeschlechtliches Paar im Süden Amerikas überwinden müssen. Und wir haben zwei zentrale Mysterys: was ist das Geheimnis von Averys Familie, was die Großmutter so kaputt gemacht hat, und was ist mit Jades Mutter geschehen, die vor ungefähr 15 Jahren ermordet wurde. Allerdings würde ich hier nicht zu viel Mystery erwarten, wir erfahren die Antworten eher nebenher, während wir das Familiendrama verfolgen.

Von den genannten zentralen Figuren sind nur Jade und Averys Vater weiß, Avery ist damit mixed-race. Dieser Fokus auf das Leben und die Geschichte von Schwarzen Personen in den USA hat mir gut gefallen. Vor allem weil wir manchmal denken, dass bestimmte Geschehnisse so lange her seien, aber dann eben doch nur ein oder zwei Generationen zwischen uns und diesen Verbrechen liegen. Mir gefällt aber auch, dass das Buch es schafft diese grausame Geschichte und die heutigen Schwierigkeiten, die durch Diskriminierung immer noch bestehen, mit Momenten der Freude auszubalancieren, sodass kein pures Trauerspiel daraus wird, sondern ein komplexes Wirken des echten Lebens.

Für das Ende solltet ihr euch dann ein paar Taschentücher bereitlegen. Es gibt Grund für traurige und freudige Tränen - eben bittersüß. Mich hat das Buch auf jeden Fall mitgenommen und auch viel in mir ausgelöst beim Hören. Ich hoffe, dass es mir noch etwas im Kopf bleiben wird, weil mein größtes Bedenken ist, dass dies ein Buch ist, das ich zu schnell wieder vergesse.

Alles in allem will ich es euch aber unbedingt ans Herz legen. Auch wenn ihr vielleicht keine Jugendbücher mehr lest oder hört, würde ich sagen, dass hier für alle Altersgruppen etwas dabei ist. Auch wenn wir uns vielleicht nicht mehr mit Avery identifizieren können, sie sehen wir auch das Innenleben von Averys Mutter zum Beispiel, das ich sehr bewegend fand. Und manche Wahrheiten müssen wir alle immer wieder hören, um sie nicht zu vergessen.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Freitag, 9. Februar 2024

Bloodmarked


Hallo meine Fantasyfreunde,

letztes Jahr habe ich endlich eine meiner aktuellen Lieblingsreihen weitergelesen, und das war die Legendborn-Reihe. Bloodmarked ist der zweite Band, auf den wir lange warten mussten, und zum Glück hat er mich nicht enttäuscht. Schauen wir mal, wie lange es bis Band 3 dauert.

Die Fakten:

  • Autor: Tracy Deonn
  • Titel: Bloodmarked (dts. Das Geheime Erbe)
  • Reihe: Legendborn 2
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Simon & Shuster
  • Seiten: 551
  • Preis: 8,39 Euro
  • Klappentext: "All Bree wanted was to uncover the truth about her mother's death. So she infiltrated the Legendborn Order, a secret society descended from King Arthur's knights - only to discover her own ancestral power. Now Bree has become someone new: A Medium. A Bloodcrafter. A Scion. But the ancient war between demons and the Order is rising to a deadly peak. And Nick, the Legendborn boy Bree fell in love with, has been kidnapped. The Regents who rule the Order will do whatever it takes to hide the war, so Bree and her friends must rescue Nick themselves. But enemies are everywhere, Bree's own powers are unpredictable, and she can't escape her growing attraction to Selwyn, the mage sworn to protect Nick until death. If Bree has any hope of saving herself and the people she loves, she must control her powers - without losing herself in the process. Will she become the legend, or break it?"

Zur Handlung: Nachdem Bree im ersten Band die Aufnahmetests des Legendborn Orderns bestanden hat, und herausfinden musste, dass sie nicht ist, wer sie dachte, und dass ihre Fähigkeiten weit über das hinausgehen, was alle erwartet haben, ist sie nun auf einer Mission um ihren Freund Nick zu retten. Dabei muss sie sich wohl oder übel mit Sel zusammentun, der seinerseits versucht Nick zu finden.

Es beginnt eine Hetzjagd durch die verborgene Seite Amerikas, wo Dämonen real sind und andere Geheimbünde hinter Sel und Bree her sind. Und es steht auch zur Frage, ob Nick wirklich gerettet werden kann und will. Dabei werden sich neue Allianzen formen und neue Feinde zeigen, und vielleicht sind am Ende Nick, Sel und Bree endlich wieder zusammen.

Ich hatte mich so sehr auf diese Fortsetzung gefreut, aber natürlich auch Angst, dass sie mit dem ersten Band nicht mithalten kann. Für mich hat sich das zum Glück nicht bewahrheitet. Der zweite Band ist zwar sehr verschieden zum ersten, aber er hat mir trotzdem genauso gut gefallen. Es ist jetzt schon ein gutes Stück her, seit ich das Buch gelesen habe, ich tue mein Bestes euch zu erzählen, warum das so war.

Bree als Hauptfigur ist mir weiterhin sehr sympathisch gewesen. Sie hat nun eine neue Mission, nämlich Nick finden. Dabei trifft sie nicht immer die klügsten oder perfekten Entscheidungen, aber sie eben auch eine Teenagerin, wo Gefühle manchmal klaren Gedanken im Weg sein können. Dennoch ist sie mutig, treu und versucht ihren eigenen Weg zu gehen, auch wenn andere sie auf andere Bahnen lenken wollen. In diesem Band hat sie große Kämpfe mit ihren Fähigkeiten und den damit verbundenen Schwierigkeiten auszutragen, was ich gut fand, dass sie nicht einfach super mächtig wird, sondern da Probleme entstehen.

Die meiste Zeit verbringt Bree mit Sel, was sicherlich viele freut, denn er ist in diesem Liebesdreieck der eher launische Bad Boy mit der traurigen Vergangenheit. Ich persönlich hoffe ja, dass alle drei am Ende zusammen sein können, denn ich mag Nick als Golden Boy, der seine ganz eigenen Probleme hat, auch sehr. Bree und Sel haben definitiv mehr Auseinandersetzungen als Bree und Nick im ersten Band, aber sie haben auch ein gemeinsames Ziel: Nick finden. Das schweißt sie zusammen und bringt sie auf schwierige Pfade. Ich mochte, dass wir hier mehr über Sel erfahren und auch neue Seiten sehen.

Die Handlung ist schon recht actionreich, aber auch vor allem etwas Roadtrip-haft. Die Charaktere verfolgen verschiedene Spuren, müssen fliehen oder selber jagen. Dadurch wird viel hin und hergereist, aber es gibt auch neue Charaktere, die neue Perspektiven eröffnen. Das Tempo fand ich dabei gut gelungen. Es ist aber wirklich ein anderer Ton im Vergleich zum ersten Buch, wo wir sehr statisch an der Uni waren und diese Testspiele hatten. Das muss nicht jedem gefallen, ich fand es aber gut umgesetzt.

Der Schreibstil dieser Bücher gefällt mir gut, er saugt einen in die Geschichte hinein und bindet an die Hauptfigur. Allerdings ist die Schrift in meiner Printausgabe winzig, keine Ahnung warum. Besonders mag ich an dieser Reihe auch, wie Themen von Rassismus, Unterdrückung und Abstammung verarbeitet werden in dieser Neuerzählung basierend auf dem Mythos von King Arthur.

Das Ende ist definitiv wieder explosiv und voller Emotionen, und vor allem will ich danach unbedingt weiterlesen. Bree begibt sich auf jeden Fall auf weitere Abenteuer, die wir so noch nicht vorausahnen können, auf die ich aber absolut gespannt bin. Und so warte ich brav weiter auf Band 3.

Habt ihr der Reihe schon mal eine Chance gegeben?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Freitag, 22. Dezember 2023

Whiteout


Hallo meine Schneeleser,

im Sommer habe ich bereits Blackout gelesen, und wir kommen nun zur festlich-passenden Fortsetzung Whiteout. An diesem Buch haben wieder mehrere Autorinnen geschrieben, sodass wir kleine Kurzgeschichten bekommen, die aber alle verbunden sind. Sie spielen während eines Schneesturms in Atlanta, und es wird wieder viel Liebe in der Luft liegen.

Die Fakten:

  • Autor: Dhonielle Clayton, Tiffany D Jackson, Nic Stone, Angie Thomas, Ashley Woodfolk, Nicola Yoon
  • Titel: Whiteout
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Electric Monkey
  • Seiten: 291
  • Preis: 9,18 Euro
  • Klappentext: "It's just before Christmas and no one is prepared for this whiteout... But sometimes the most magical moments are a total surprise. As the city grinds to a halt, twelve teenagers band together to help a friend pull off the most epic apology of her life. Will they be able to make it happen in spite of the storm?"

Wie immer gehe ich kurz auf die einzelnen Geschichten ein und gebe euch dann mein Gesamtfazit. In diesem Band sind die Autorinnen nicht klar gekennzeichnet, aber am Ende des Buches gibt es kleine Rätsel, wer welche Geschichte geschrieben hat. Manche sind einfach, z.B. dass E.R. von Nic Stone geschrieben ist, aber bei den anderen muss man die Autorinnen schon etwas besser kennen.

  • Stevie / Sola

Die Rahmenhandlung erzählt von Stevie, einer Teenagerin, die bereits seit langer Zeit in einer Beziehung mit ihrer Freundin Sola ist, aber aufgrund eines Experiments zum Thema Liebe diese Beziehung aufs Spiel gesetzt hat. Jetzt gilt es, die Beziehung bis Mitternacht zu retten. Stevie scheint mit ihrem Geschlecht zu hadern, was auch dazu führt, dass sie als Mädchen bezeichnet wird, was sie nicht mehr möchte. Sola ist die pure Romantikerin und fühlt sich von Stevies Experiment tief verletzt. Für sie ist klar, dass eine einfache Entschuldigung nicht ausreichen wird, schließlich hat Stevie ihren perfekten Abend zerstört. Ich mochte die Rahmenhandlung sehr, auch wenn der Konflikt ein bisschen konstruiert wirkt. Aber insgesamt hält es das Buch gut zusammen und hat mir ein warmes Gefühl verpasst. Ich gebe ihr 4 Sterne.

  • Kaz

Die erste vollständige Geschichte handelt von Kaz und seiner besten Freundin Porsha. Kaz ist mit seiner Familie aus dem Sudan in die Vereinigten Staaten eingewandet. Porsha war die Nachbarin, die er dann kennen lernte, und seitdem sind beide unzertrennlich. Für das anstehende Eid-Fest hat Kaz sich vorgenommen, Porsha endlich seine Liebe zu gestehen, mit einer großen romantischen Geste. Doch dann will Porsha lieber auf eine angesagte Party gehen, und die beiden stecken schließlich auch noch im Schneesturm in der Mall fest. Ich fand die Geschichte niedlich. Ich mag vor allem, dass durch Kaz' muslimischen Glauben auch andere Festtage thematisiert werden. Ich gebe ihr 4 Sterne.

  • E. R.

In der zweiten Geschichte folgen wir Evan-Rose, die gerade mit ihrer Exfreundin in Atlanta am Flughafen angekommen ist. Dieser befindet sich allerdings bereits im Lockdown aufgrund des Schnees, weswegen sie nun da festsitzen. E.R. weiß nicht, was sie gegenüber ihrer Ex empfindet - sie hat vor allem Schluss gemacht, weil ihr die Beziehung in ihrem Mädcheninternat zu intensiv wurde. Doch dann erhält sie einen Anruf von Eric, ihrem Sommer-Fling, der gerade im gleichen Flughafen feststeckt, und das Chaos der Gefühle ist perfekt. E.R. ist offensichtlich noch dabei ihre Sexualität zu erkunden, aber es deutet sich an, dass sie in irgendeiner Form plurisexuell ist. Daher mochte ich das Set-up jetzt nicht so besonders, da uns Plurisexuellen Untreue ja eh schon immer vorgeworfen wird. Auch die Auflösung des Ganzen hat eher den Eindruck erweckt, dass hier für E.R. entschieden wurde, und nicht, dass sie eine Entscheidung getroffen hat. Ich gebe der Geschichte 3 Sterne.

  • Jordyn

Die dritte Geschichte handelt von Jordyn und Omari, die im Schnee auf der Autobahn stecken bleiben. Mein schlimmster Alptraum. Doch für Jordyn ist es noch schlimmer, denn vor einem hat sie Omari geküsst, aber ist dann weggelaufen, weil sie Angst hatte, dass er ihre Gefühle nicht erwidert. Seitdem hat sie ihn ignoriert, bis der Schnee sie wieder zusammengebracht hat, und Jordyn würde alles tun, um dieses heikle Thema zu umgehen. Ich mochte diese Geschichte, die beiden Charaktere waren sehr sympathisch, auch wenn Jordyn ein bisschen viel in Dinge hineininterpretiert. 4 Sterne von mir.

  • Jimi

Die vierte Geschichte ist diejenige mit der Musik. Wir folgen Jimi, die ein Rockstar werden möchte, doch im Moment einen großen Streit mit ihrer Band hat. Jimi hasst nämlich Liebeslieder und weigert sich diese zu singen, und dafür gibt es einen Grund: Téo. Dieser ist inzwischen der weltbekannte Rapper Lil Kinsey, aber früher war er einmal Jimis Crush. Und mit seinem Fame ist er einfach verschwunden. Diese Geschichte hat mir auch gut gefallen, ich mag irgendwie immer solche Geschichten mit Stars, sie erinnern einen oft daran, dass das eigentlich ja auch nur Menschen sind. Ich gebe ihr auch 4 Sterne. 

  • Ava and Mason

Die letzte Einzelgeschichte folgt Ava und Mason, die sich gerade getrennt haben. Allerdings arbeiten sie beide im Aquarium und sind absolut verliebt in Meerestiere. Obwohl Ava alles tut, um Mason aus dem Weg zu gehen, bringt der Schneesturm sie beide zusammen. Die Frage ist nun, ob Ava über ihren Pessimismus und ihre Ängste hinwegkommen kann und Mason eine Chance gibt, auch wenn dieser bald nach Kalifornien an die Uni gehen wird. Auch diese Geschichte hat mir gut gefallen und ich gebe ihr 4 Sterne. 

Damit haben wir es durch das Buch geschafft, und wie ihr sehen könnt, war das Buch für mich ein Erfolg. Es passt perfekt in die winterliche Jahreszeit und bringt einen perfekt in Stimmung. Es lässt sich damit sehr gut auf der Couch kuscheln. Die einzelnen Geschichten sind auch alle verschieden und interessant genug, aber nicht zu verschieden, als dass es nicht zusammenpasst. Ich hoffe, dass dieses Buch und Blackout vielleicht verfilmt werden, das kann ich mir so gut vorstellen.

Ich hoffe, ihr fühlt euch jetzt inspiriert. Ich würde sagen, dass ihr auch absolut mit diesem Buch anfangen könnt und nicht Blackout zuerst lesen müsst.

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Sonntag, 17. Dezember 2023

How to Excavate a Heart


Hallo meine Weihnachtsleser,

heute kommen wir zu einem Buch, dass zu Weihnachten spielt, aber Weihnachten selbst nicht thematisiert. In diesem Buch folgen wir nämlich jüdischen Charakteren in Washington. Also der Hintergrund ist trotzdem ein sehr christlich geprägtes Land, aber diese Charaktere haben vor diesem Hintergrund ihre eigene Geschichte und ihre eigenen Probleme.

Die Fakten:

  • Autor: Jake Maia Arlow
  • Sprecher: Hope Newhouse
  • Titel: How to Excavate a Heart
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: HarperAudio
  • Dauer: 8 Std 38min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "It all starts when Shani runs into May. Like, literally. With her mom’s Subaru. Attempted vehicular manslaughter was not part of Shani’s plan. She was supposed to be focusing on her monthlong paleoichthyology internship. She was going to spend all her time thinking about dead fish and not at all about how she was unceremoniously dumped days before winter break. It could be going better. But when a dog-walking gig puts her back in May’s path, the fossils she’s meant to be diligently studying are pushed to the side—along with the breakup. Then they’re snowed in together on Christmas Eve. As things start to feel more serious, though, Shani’s hurt over her ex-girlfriend’s rejection comes rushing back. Is she ready to try a committed relationship again, or is she okay with this just being a passing winter fling?"

Zur Handlung: Shani hat gerade das erste College-Semester hinter sich gebracht. Sie ist zurück Zuhause aber nichts fühlt sich mehr richtig an. Ihre Freundin hat sie fallen gelassen, bevor sie ihrer Mutter überhaupt von der Beziehung erzählen konnte. Tatsächlich hat sie ihrer Mutter noch nicht einmal gesagt, dass sie lesbisch ist. Daher lässt sie ihrer schlechten Laune ohne jede Erklärung freien Lauf. Und dann ist da noch ihr Praktikum.

Über Weihnachten wird sie in einem Labor arbeiten, in dem prähistorische Fische untersucht werden. Das war immer Shanis Traum, doch nun fühlt sie sich so wütend und traurig. Sie schwört, dass sie sich von diesem Praktikum nicht ablenken lassen wird, schon gar nicht von einem Mädchen. Diesen Schwur hält sie auch ein - bis zu dem Tag, als sie für ihre Mitbewohnerin den Gassigehjob über die Feiertage übernimmt und plötzlich vor dem attraktiven Mädchen steht, das ihre Mutter nur wenige Tage zuvor im Schneechaos angefahren hatte...

Dieses Buch handelt vor allem von zwei jungen Frauen, die sich ineinander verlieben. Sie haben gerade beide ihre College-Ausbildung angefangen und verbringen ihre Winterpause in Umständen, die sie nicht glücklich machen. Doch sie finden Freude und Glück aneinander. Auch wenn ich nicht oft Liebesgeschichten im Jugendbuch-Bereich lese, hatte ich hier viel Spaß, nicht zuletzt wegen der prähistorischen Fische.

Was ihr vielleicht zuerst über mich wissen müsst: als Kind wollte ich Paläontologe werden. Ich habe Dinosaurier geliebt, und das wirkt bis heute nach. Immer wenn ein Buch mit Dinos und ähnlichem zu tun hat, kann ich kaum widerstehen. Das war auch der Grund, warum ich dieses Hörbuch schließlich ausgesucht habe. Ich hatte viel Gutes gehört, war aber trotzdem etwas unsicher. Dann lese ich prähistorische Fische und es ist um mich geschehen. Tatsächlich spielt das Labor und Shanis Praktikum auch eine Rolle in diesem Buch, und dieser kurze Blick in die akademische Welt hat mir gut gefallen. Ich glaube am meisten konnte ich mich mit ihrer Chefin identifizieren in diesem Buch.

Shani als Hauptcharakter fand ich ok. Sie ist ein bisschen nerdy mit ihren Fischen, was ich schön fand. Außerdem ist sie ein bisschen schüchtern und hat vor allem Probleme mit Sex. Wir erfahren relativ schnell, dass Sex etwas damit zu tun hat, warum ihre Freundin sie fallen gelassen hat. Allerdings wissen wir keine Details. Ich fand diese Angst vor Sex, vor allem auch in queeren Beziehungen, sehr nachvollziehbar, denn es kann etwas Peinliches und Komisches sein, vor allem am Anfang und vor allem mit der falschen Person. Abgesehen davon liest sich Shani noch recht jung und unerfahren. Sie will aus ihrer Erfahrung mit ihrer Ex lernen und nicht mehr nur für ihre Beziehung leben. Ich hatte aber das Gefühl, dass sie hier dann doch recht wenig Entwicklung macht und ihre Gedanken zu May wieder alles andere überschreiben. Das war mitunter etwas nervig.

May hat mir als Love Interest dagegen besser gefallen. Sie ist eher grummelig und unfreundlich. Ihre Eltern leben getrennt und sie muss Weihnachten bei ihrem Vater verbringen. Da sie noch nicht ganz 18 ist, kann sie nicht selbst entscheiden. May liebt Wetter, ihr Vater ist ein berühmter TV-Wettermann. Auch sie bekommt dadurch etwas Nerdiges, aber nicht ganz so extrem wie Shani mit den Fischen. May macht eindeutig die größere persönliche Entwicklung durch in meinen Augen. Mit ihr habe ich mich  mehr verbunden gefühlt.

Die Beziehung der beiden ist niedlich. Sie beginnt damit, dass Shanis Mutter May mit dem Auto anfährt. Zum Glück wird niemand verletzt, aber May hält Shani erstmal für nicht zurechnungsfähig. Shani geht dann mit dem Hund von Mays Vater Gassi, und weil May es im Haus nicht aushält, geht sie manchmal mit. Langsam freunden die beiden sich an. Besonders mochte ich die Beschreibung ihrer Ausflüge in Museen. Wäre für mich auch ein tolles erstes Date, ehrlich gesagt. Die beiden sind teilweise miteinander aber auch sehr awkward und haben Kommunikationsprobleme, was für erwachsene Leser dann auch etwas nervig sein kann.

Gegen Ende erfahren wir dann, was mit Shani und ihrer Ex wirklich passiert ist. Hier hat die Geschichte mich dann leider etwas verloren, da hier ein Fass aufgemacht wird, was ich so nicht habe kommen sehen. Ich bin auch nicht sicher, ob ich zufrieden mit der Aufarbeitung hier bin. Es fühlte sich eher an, als solle hier ein Twist entstehen, als dass wirklich tief darauf eingegangen wird. Mir hätte das Buch viel besser gefallen, wenn es bei dem leichten Ton geblieben wäre.

Alles in allem war das aber ein nettes Leseerlebnis. Gerade wenn ihr gern solche Jugendbücher lest, würde ich euch dieses ans Herz legen. Ich mochte die Themen und Motive, die hier aufgegriffen werden, wie gesagt abgesehen vom "Twist" am Ende. Ich glaube, dass die Themen gerade für junge Leser, die vielleicht gerade Abi machen oder an der Uni starten, interessant sein können. Und ich mochte das winterliche Gefühl, auch wenn Weihnachten als solches hier keine Rolle spielt. 

Habt ihr von dem Buch schon gehört? Ich habe das Gefühl 2022 war es überall im englischsprachigen Raum.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Montag, 23. Oktober 2023

Our Last Echoes


Hallo meine Horrorfreunde,

heute möchte ich euch von einem Buch berichten, dass mir zumindest ein bisschen Gruselstimmung im Oktober beschert hat. Irgendwie bin ich dieses Jahr nicht in Halloween-Stimmung, es ist wirklich traurig. Aber Kate Alice Marshall schreibt meine Art von Horror, und ich bin sehr froh, dass ich noch einige ihrer Bücher vor mir habe. Von diesem hier hatte ich vorher gar nichts gehört, aber es war in Publication Order das nächste nach Rules for Vanishing, und ich würde empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten.

Die Fakten:

  • Autor: Kate Alice Marshall
  • Sprecher: Kathleen McInerney, Robbie Daymond, Rob Shapiro
  • Titel: Our Last Echoes
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Listening Library
  • Dauer: 10 Std 38min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext: "Sophia's earliest memory is of drowning. She remembers the darkness of the water and the briny taste as it filled her throat, the sensation of going under. She remembers hands pulling her back to safety, but that memory is impossible - she's never been to the ocean. But then Sophia gets a mysterious call about an island named Bitter Rock, and learns that she and her mother were there 15 years ago - and her mother never returned. The hunt for answers lures her to Bitter Rock, but the more she uncovers, the clearer it is that her mother is just one in a chain of disappearances. People have been vanishing from Bitter Rock for decades, leaving only their ghostly echoes behind. Sophia is the only one who can break the cycle - or risk becoming nothing more than another echo haunting the island."

Zur Handlung: Sophia ist als Pflegekind aufgewachsen, nachdem sie sehr früh ihre Mutter verloren hat. Als sie 18 Jahre alt wird und das erste Mal ganz auf sich allein gestellt ist, bekommt sie jedoch einen Anruf, der sie schließen lässt, dass ihre Mutter nicht bei einem Unfall gestorben ist - vielleicht gar nicht gestorben ist - sondern auf einer Insel in Alaska verschwunden ist. Sophia beschließt nun, ihre Mutter zu suchen.

Als sie auf Bitter Rock ankommt, gibt sie sich als Praktikantin für die Ornithologen aus, die auf dieser Insel eine seltene Vogelart beobachten. Sie hofft, dass sie so unerkannt und ohne Probleme die verschiedenen Ecken der Insel erkunden kann. Doch die Menschen auf der Insel wissen vielleicht mehr, als sie zugeben. Und Sophia ist vielleicht genau die Person, auf die das Böse auf der Insel gewartet hat...

Diese Geschichte wird in Form von Mixed Media erzählt. Wir folgen Sophia's Geschichte vor allem in Form eines Protokolls, dass sie über ihre Zeit auf Bitter Rock geschrieben hat. Gleichzeitig bekommen wir allerdings auch Transkripte von Videoaufnahmen von verschiedenen Personen, die Zeit auf der Insel verbracht haben, und kurze Interviewausschnitte, die ein aus Rules for Vanishing bekannter Charakter mit Sophia und anderen Personen führt. Das Setup ist also genau wie in Rules for Vanishing, was ich direkt toll fand.

Kate Alice Marshall schreibt genau die Art von Horror, die ich liebe: absurd, aber angsteinflößend. Die Art von Horror, bei der unsere Vorstellungen von Realität ins Wanken geraten. Dabei gibt es auch inhaltlich eine Verbindung zwischen den Geschehnissen auf Bitter Rock und den Geschehnissen auf der Straße in Rules for Vanishing. Wenn ihr ersteres also mochtet, auch die Auflösung am Ende, dann lest hier auf jeden Fall weiter!

Mit Sophia haben wir aber eine ganz neue Hauptfigur. Sie hatte bisher ein schwieriges Leben, vor allem weil sie häufig von Gefühlen überwältigt wird, die sie nicht zuordnen kann. Das führt teilweise zu einer Art Anfall, sodass sie schon als Kind nur sehr schwer Freunde gefunden hat. Inzwischen ist sie dadurch eine sehr selbständige Person, der es jedoch auch schwer fällt Menschen an sich heranzulassen. Ich mochte sie als Hauptfigur, sie hat auf jeden Fall ihre Geheimnisse - und einige kennt sie selbst noch nicht. 

An Sophias Seite haben wir dann vor allem Liam und Abby. Liam ist der Sohn der Wissenschaftlerin, bei der Sophia ihr Praktikum machen will. Er ist auf die Insel verbannt, aber hat eigentlich kein gutes Verhältnis mit seiner Mutter. (Tatsächlich hat Liam zwei Mütter und er lebt eigentlich bei seiner anderen Mutter.) Abby kennen wir bereits aus Rules for Vanishing, und ich möchte hier nicht zu viel sagen. Sie ist auf ihrer eigenen Suche. Ich mochte die Kombination der drei, die eine unterhaltsame Chemie haben. 

Darüber hinaus haben wir auch ein bisschen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit, die bleibt allerdings sehr am Rande. Denn wir werden immer wieder von einem seltsamen Nebel erwischt, in dem sich Dinge zu bewegen scheinen. Der Horror in diesem Buch ist sehr verknüpft mit Natur, mit dem Nebel, mit Vögeln und mit Echos. Ihr solltet euch auch darauf einstellen, dass einige Vögel zu Schaden kommen in der Geschichte. Ich fand das Setting und die Dinge im Nebel wirklich gruslig und gut gemacht.

Wenn ich es jetzt mit Rules for Vanishing vergleiche, dann fand ich es schon etwas grusliger und kreativer. Hier gibt es zwar auch wieder unterschiedliche Elemente mit dem Bunker und der Kirche, aber es ist nicht ganz so kreativ. Trotzdem hat mir die Geschichte gut gefallen, wir haben auch ein bisschen romantische Untertöne, und ich hatte einfach so viel Spaß beim Hören und wollte unbedingt wissen, wie alles endet.

Das Ende fand ich dann auch gut gelungen. Die Charaktere müssen definitiv Opfer bringen und es wird auch wieder ziemlich abgespacet, was mich aber gar nicht stört bei Horrorgeschichten. Es gibt dann aber auch Lichtblicke und schöne Momente. Und es wird angedeutet, dass die Rahmengeschichte noch nicht zu Ende ist, also auch weitere Companion-Bücher folgen können. Ob das bei These Fleeting Shadows, dem nächsten Buch der Autorin, schon der Fall ist, konnte ich bisher nicht herausfinden. 

Habt ihr denn ein besonders gutes Horrorbuch gelesen in letzter Zeit?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 30. Juli 2023

Blackout


Hallo meine Lieblingsleser,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, dass perfekt zu dem Wetter gepasst hat, das uns nun erstmal verlassen hat. Während einer Hitzewelle fällt in New York der Strom auf, und verschiedene Teenager finden in dieser Nacht zueinander. Es handelt sich um eine Sammlung von sechs romantischen Geschichten, die während der Pandemie entstanden sind und ein bisschen Licht in das Dunkel bringen sollten.

Die Fakten:

  • Autor: Dhonielle Clayton, Nic Stone, Tiffany D Jackson, Ashley Woodfolk, Angie Thomas, Nicola Yoon
  • Titel: Blackout
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Electric Monkey
  • Seiten: 250
  • Preis: 8,99 Euro
  • Klappentext: "When a heatwave plunges New York City into darkness, sparks fly for thirteen teenagers caught up in the blackout. When the lights go out, people reveal hidden truth. Love blossoms, friendships transform, and new possibilities take flight."

Wie immer bei solchen Sammlungen von Geschichten sage ich zunächst etwas zu jeder einzelnen, und dann gebe ich mein Gesamtfazit. Meine Meinung zu den einzelnen Geschichten:

  • The Long Walk von Tiffany D Jackson

Hierbei handelt es sich um die Rahmenhandlung, die in 5 Akten erzählt wird. Wir treffen auf Tammi und Kareem, Nachbarn und Ex-Lover, die sich nun auf den gleichen Ferienjob beworben haben. Doch nur einer kann die Stelle haben, doch bevor sie die Entscheidung erfahren, fällt der Strom aus, und notgedrungen machen sie sich zusammen zu Fuß auf den langen Weg nach Hause. Diese Geschichte verbindet die anderen, da die beiden an den Orten vorbeikommen, an denen die anderen Geschichten dann spielen. Das fand ich clever gemacht. Am Ende kommt dann auch alles zur Party zusammen. Dieser Geschichte gebe ich 4 Sterne, weil ich mochte, wie unsere Hauptfigur ein paar Dinge über sich und über ihren Ex lernen musste.

  • Mask off von Nic Stone

In dieser Geschichte folgen wir Tremaine und JJ, die sich schon viele Jahre kennen, aber bisher nicht sehr nah waren. Als der Strom ausfällt, stecken beide in der U-Bahn fest. JJ weiß, dass Tremaine Angst in engen Räumen bekommt, aber er kann sich zunächst nicht überwinden, ihn anzusprechen. Seine Gefühle ihm gegenüber sind einfach zu wirr... ich fand diese Geschichte niedlich, aber hab mir am Ende vielleicht noch etwas mehr erhofft. Vermutlich werde ich sie sehr schnell vergessen. 3 Sterne.

  • Made to Fit von Ashley Woodfolk

Diese Geschichte erzählt von Nella und Joss, die sich im einen Wohnheim für ältere Leute treffen. Nellas Opa lebt dort und Joss bringt regelmäßig ihren Hund vorbei, um die Leute zu unterhalten. Die Geschichte ist sehr sehr süß und niedlich, und im Gegensatz zur vorherigen ein bisschen zu viel für mich. Ich hatte aber trotzdem Spaß beim Lesen, und manchmal muss ja auch ein bisschen Kitsch sein. Ich gebe ihr 4 Sterne, wohlwollend, weil sie doch auch sehr vorhersehbar war.

  • All the Great Love Stories... and Dust von Dhonielle Clayton

In dieser Geschichte treffen wir auf Lana udn Tristán, die schon seit ihrer Kindheit beste Freunde sind. Lana wird die Stadt bald verlassen, und sie hat sich geschworen Tristán vorher noch ihr Geheimnis zu verraten. Als die beiden in der geschlossenen Bibliothek auf der Suche nach einem Buch sind, ergibt sich vielleicht die perfekte Chance dafür. Friends-to-Lovers ist für mich kein Trope, den ich besonders toll finde. Es ist natürlich auch völlig vorhersehbar, was Lana sagen will. Ich mochte die Fußnoten, das hat gut zum Charakter von Lana gepasst. Insgesamt gebe ich nochmal wohlwollend 4 Sterne.

  • No Sleep till Brooklyn von Angie Thomas

Diese Geschichte ist genau die Art Magie, die ich von Angie Thomas erwarte. Wir befinden uns mit Kayla auf einem Schultrip, der ihr Leben verändern könnte. Hin und hergerissen zwischen ihrem Freund und einem neuen Mitschüler weiß sie nicht, mit wem sie zusammensein möchte. Aber im Moment stecken sie eh in einem Tourbus fest, der sich durch den lahmgelegten Verkehr in New York drängt. Das war die Art von erfrischender Romanze, die ich mir erhofft habe, mit ein bisschen Drama und einer Hauptfigur, die ich direkt auf den wenigen Seiten lieb gewonnen habe. 5 Sterne.

  •  Seymor and Grace von Nicola Yoon 
In dieser letzten Geschichte folgen wir Grace auf ihrem Weg zur Block Party. Sie ist im Moment in einem Ryde und ihr Fahrer Seymor hört einen Philosophie-Podcast, der ihr bei ihrem Problem nicht wirklich weiterhilft. Auf besagter Party wird sie nämlich auf ihren Ex und seine neue Freundin treffen. Doch vielleicht ist es ein Zeichen, als das Auto kein Bezin mehr hat. Ich mochte diese Geschichte auch sehr, vor allem weil wir hier beide Perspektiven bekommen. Mir hat gefallen, wie beide Charaktere langsam ihre Vorurteile über einander ablegen und ehrlich zu sich sind. Ich gebe nochmal 4 Sterne.
 

Insgesamt fand ich dieses Buch wirklich sehr niedlich und die Geschichten hatten eine hohe Qualität. Ich bin ja eigentlich kein Romantik-Leser, aber ich hatte hier wirklich Spaß. Natürlich habe mich einige Geschichten mehr gekriegt als andere, das ist aber auch einfach Geschmackssache. Ich würde mir ganz sehr wünschen, dass das Buch verfilmt wird, denn ich glaube, das könnte ein toller Episodenfilm á la Let It Snow (dts. Tage wie diese) werden. Wenn ihr also eine romantische Ader in diese Richtung hab, kann ich das Buch nur empfehlen.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Dienstag, 21. März 2023

The King of Crows


Hallo meine Lieblingsleser,

leider mit einem Tag Verspätung aufgrund von Migräne kommen wir heute zum letzten Teil der Diviners-Reihe. In diesem Band erfahren wir nun endlich, woher die Diviners kommen, warum es sie gibt und ob sie ihren größten Feind noch besiegen können.

Die Fakten:

  • Autor: Libba Bray
  • Titel: King of Crows 
  • Reihe: The Diviners 4
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Little Brown Books
  • Seiten: 560
  • Preis:
  • Klappentext: "After the horrifying explosion that claimed one of their own, the Diviners find themselves wanted by the US government, and on the brink of war with the King of Crows. While Memphis and Isaiah run for their lives from the mysterious Shadow Men, Isaiah receives a startling vision of a girl, Sarah Beth Olson, who could shift the balance in their struggle for peace. Sarah Beth says she knows how to stop the King of Crows-but, she will need the Diviners' help to do it. Elsewhere, Jericho has returned after his escape from Jake Marlowe's estate, where he has learned the shocking truth behind the King of Crow's plans. Now, the Diviners must travel to Bountiful, Nebraska, in hopes of joining forces with Sarah Beth and to stop the King of Crows and his army of the dead forever. But as rumors of towns becoming ghost towns and the dead developing unprecedented powers begin to surface, all hope seems to be lost."

Zur Handlung: Nach dem Ende des letzten Bandes bleibt den Diviners nichts anderes übrig als New York City zu verlassen. Doch sie müssen sich beeilen, und sie müssen schlau sein. Damit alle entkommen können, teilen sie sich in Gruppen auf und schmuggeln sich aus der Stadt. Jericho und Ling landen so bei einer Schwarzen Frauen-Kapelle auf Tour. Sam, Evie und Theta gehen mit einem Zirkus auf Tour. Memphis, Iasaiah und Henry fliehen mit Bill in den Süden und landen in einem Überschwemmungsgebiet.

Doch für alle ist das Ziel klar: sie wollen Sarah Beth finden, in der Hoffnung, dass sie der Schlüssel zum Sieg gegen den King of Crows ist. Vor allem Isaiah glaubt an die Hilfe dieses seltsamen Mädchen, dass in Isolation aufgewachsen ist, weil ihre Eltern sich für ihre Anfälle schämen. Doch kann ein Mädchen wirklich genug sein, um diesen Feind aus einer anderen Welt zu schlagen, oder werden die Diviners am Ende gegen die Übermacht der Geister verlieren?

Dieser letzte Band geht definitiv Risiken ein, indem er uns aus dem gewohnten Setting New York herausreißt und indem wir die Charaktere in drei Gruppen aufgespalten sehen. Die Gruppen sind auch nicht so, wie man vielleicht erwarten würde. So sind eigentlich alle Paare getrennt außer Sam und Evie, und zum Beispiel bei Jericho und Ling handelt es sich um eine Paarung, die so bisher gar nicht vorkam. Aber das bildet auch die Möglichkeit neue (freundschaftliche) Beziehungen in der Gruppe aufzuzeigen. In diesem Band bekommen wir außerdem eine asexuelle Perspektive.

In diesem letzten Band gibt es keine so klare Hauptfigur mehr wie bei den Vorgängern. Stattdessen haben wir eben die Grüppchen und springen zwischen diesen recht gleichwertig hin und her. Durch die Reise durch das 20er-Jahre-Amerika ist noch einmal mehr die Chance, den Rassismus dieser Zeit vor allem in den ländlichen und südlichen Gebieten stärker aufzuzeigen. Das sehen wir natürlich dann vor allem bei Memphis und seinen Begleitern. 

Die erste Hälfte des Buches fühlt sich dabei ziemlich ziellos an. Erstmal wollen alle entkommen, und es ist unklar, wie sie wieder zueinander finden. Es gibt Herumgereiße, und dann im Falle von Memphis' Gruppe viel Festgesetzt-sein. Deswegen fühlt sich das Buch auch nicht so solide an wie die Vorgänger. Dann im zweiten Teil gibt es klarere Foki und auch einige unerwartete Momente. Einige davon fand ich auch sehr berührend, gehe hier aber aufgrund von Spoilern nicht darauf ein. 

Aber auch der Body Count wird hier noch einmal höher, denn nicht alle unsere Helden werden das Ende der Geschichte erleben. Hier kommt auch für mich noch ein kleiner Kritikpunkt, denn ein Charakter bekommt eine sehr seltsame Romanze, die nur dazu da zu sein scheint, dass der Charakter vor seinem Tod noch einmal kurz glücklich war. Das fand ich total unnötig. 

Abgesehen davon fand ich das Ende dann wirklich verwirrend, etwas an den Haaren herbeigezogen und zu einfach. Irgendwie taucht dann ein Charakter auf, den die anderen Charaktere lange gesucht haben und wo wir seit einer Weile wissen, wo er/sie ist, und dann weiß diese Person irgendwie plötzlich einen Trick und dann machen alle irgendwie was, und dann passiert was. So ungefähr würde ich das Ende beschreiben. Es war für mich einfach nicht passend zu diesem sehr langen Build-up.

Alles in allem würde ich die Reihe trotzdem empfehlen. Ich hatte viel Spaß und habe die Charaktere liebgewonnen. Ich mochte auch die vielen tieferen Momente, die sich in diesem Abenteuer ergeben. Auch die Themen fand ich gut gewählt, weil sie immer wieder aufzeigen, dass die 1920er eben nicht nur eine Zeit von Glitz und Glam waren, sondern auch viel Hass, Diskriminierung und Gewalt existiert haben. Das wirkliche Böse in diesen Büchern sind ja dann doch nicht die Geister, oder eben nicht nur... 

Habe ich euch jetzt auf den Geschmack gebracht?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 19. März 2023

Before the Devil Breaks You


Hallo meine Fantasy-Freunde,

heute geht es weiter mit dieser Buchreihe, und wir kommen zu meinem zweitliebsten Buch in der Reihe. Dieses Buch macht meiner Meinung nach einen recht großen Sprung, denn es liest sich deutlich erwachsener als die bisherigen beiden Bände. Es geht hier mehr um Sex und Sexualität, aber es wird auch blutiger als die anderen Bände. Das hat mich ein bisschen schockiert, und ihr solltet das vor allem beachten, wenn ihr jüngeren Teenagern diese Reihe geben möchtet.

Die Fakten:

  • Autor: Libba Bray
  • Titel: Before the Devil Breaks You (dts. Und im Nebel die Geister)
  • Reihe: The Diviners 3
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Little Brown Books
  • Seiten: 552
  • Preis: 10,85 Euro
  • Klappentext: "After battling a supernatural sleeping sickness that claimed two of their own, the Diviners have had enough lies. They're more determined than ever to uncover the mystery behind their extraordinary powers, even as they face off against an all-new terror. Out on Ward's Island, far from the city's bustle, sits a mental hospital haunted by the lost souls of people long forgotten--ghosts who have unusual and dangerous ties to the man in the stovepipe hat, also known as the King of Crows. With terrible accounts of murder and possession flooding in from all over and New York City on the verge of panic, the Diviners must band together and brave the sinister ghosts invading the asylum, a fight that will bring them face-to-face with the King of Crows. But as the explosive secrets of the past come to light, loyalties and friendships will be tested, love will hang in the balance, and the Diviners will question all that they've ever known. All the while, malevolent forces gather from every corner in a battle for the very soul of a nation--a fight that could claim the Diviners themselves."

Zur Handlung: In diesem Band stehen die Diviner nun endlich ihrem Endgegner gegenüber: dem König der Krähen. Allerdings wissen sie nicht, was dieser will oder wie sie ihn stoppen können. Daher beginnen sie einen Kampf gegen seine Diener: Geister, die in New York City ihr Unwesen treiben. Doch je mehr Geister sie zerstören können, desto kräftiger scheinen ihre Gegner zu werden.

Inzwischen hat die Gruppe von Freunden allerdings noch näher zusammengefunden, und sie würden fast alles füreinander tun. In diesem Band gerät nun Theta in Gefahr, denn ein totgeglaubter Schatten ihrer Vergangenheit streckt seine Finger nach ihr aus. Aber auch ihre Fähigkeiten werden Theta mehr und mehr zum Verhängnis - weil sie den anderen noch immer nicht vertrauen kann.

Dieser Band war mein zweitliebster in der Reihe, weil er sich unter anderem mehr mit Theta beschäftigt. Sie hatte ich ziemlich schnell in mein Herz geschlossen. Ihre Romanze mit Memphis ist eine meiner liebsten Buchbeziehungen, ich finde sie wirklich toll zusammen. Trotzdem kann sie sich ihm nicht ganz anvertrauen, weil ihre vergangenen Traumata sie nicht loslassen. Ihre Hintergrundgeschichte ist herzzerreißend. Schade fand ich allerdings, dass ihre Familiengeschichte bei alldem ziemlich hinten runter fällt, da hatte ich mir mehr Aufarbeitung gewünscht.

Daneben bleiben auch alle anderen Charaktere weiter wichtig. Wir sehen wie es mit Evie und dem Liebeschaos weitergeht. Wir sehen die Freundschaft von Ling und Henry, die sich in Band 2 etabliert hat, weiter wachsen. Außerdem muss Henry lernen sein Herz neu zu öffnen, und selbst Ling findet jemand, der ihr den Atem stiehlt. Memphis versucht weiter auf seinen kleinen Bruder Isaiah acht zu geben, aber dieser hat seine eigenen Geheimnisse und hasst es, dass er nie als vollwertiges Mitglied der Gruppe gesehen wird.

Bei Evie tauchen wir dann auch tiefer ab in die Geschichte ihres Bruders. Dabei geht es auch wieder stärker um den ersten Weltkrieg und die schrecklichen Auswirkungen, die dieser auf die Menschen hatte. Wir sehen auch, dass posttraumatische Störungen und körperliche Behinderungen damals für die früheren Soldaten an der Tagesordnung waren, und wie sich das auf das amerikanische Gesundheitssystem und vor allem die Psychatrien, die zu der Zeit im Umbruch waren, auswirkt.

Gleichzeitig fühlt sich der Plot in diesem Teil eher etwas verloren an, weil unsere Protagonisten die meiste Zeit nicht wirklich wissen, was sie tun. So hatte ich schon sehr früh den Verdacht, was hier wirklich geschieht, aber für unsere Charaktere dauert es dann doch bedeutend länger. Das kann ein wenig frustrierend sein, aber es ist eben auch ein Jugendbuch.

In diesem Band tauchen wir mit Mabel dann auch stärker in die sozialistische Vergangenheit ein. Mabel ist die einzige, die keine Fähigkeit hat, und fühlt sich deswegen nicht dazugehörig. Nachdem Evie berühmt geworden ist und nur auf Partys geht, und die Romanze mit Jericho so gar nicht zum Laufen gekommen ist, findet Mabel neue Freunde. Für einen Großteil des Buches läuft das irgendwie sehr unverbunden zum Rest der Geschichte, aber es gibt dann ein recht explosives Ende für alle.

Das Ende des Buches spielt dann bei einer Ausstellung für die Zukunft, die Ling als Wissenschaftsbegeisterte unbedingt besuchen wollte. Hier sehen wir dann auch die Zelte der Fitter Families Initiativen, die eugenische Ideologie gepuscht haben. In dieser Reihe wird dieser tatsächliche historische Fakt mit in die Handlung eingebaut - das Thema Eugenik, Rassismus und Hass gegen andere bleibt uns wiederum erhalten als wichtigstes Thema der Reihe.

Alles in allem war für mich auch der dritte Band wieder gelungen. Auch wenn der Plot nicht ganz so gradlinig ist, war ich inzwischen verliebt in die Charaktere und habe mit ihnen mitgefiebert. Es werden mit psychischer Gesundheit, den Folgen des Krieges, der Eugenik und Themen von häuslicher Gewalt wieder wichtige Themen eingebaut, ohne dass das Buch für mich zu überladen wirkte. Der Blick auf Thetas Geschichte hat mir gut gefallen, wenn ich mir da auch noch mehr gewünscht hätte.

So, morgen kommt dann hoffentlich der letzte Band. Habt ihr schon Lust auf die Reihe bekommen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:



Samstag, 18. März 2023

Lair of Dreams


Hallo meine Fantasyleser,

heute kommen wir zum zweiten Band der Diviners-Reihe und damit zu meinem Lieblingsbuch in der Reihe. Für mich hat Lair of Dreams tatsächlich am besten funktioniert als alleinstehendes Buch. Ich mochte die Charaktere, die hier mehr beleuchtet werden, ich mochte die Handlung und ich mochte die Themen, die damit aufgegriffen wurden.

Die Fakten:

  • Autor: Libba Bray
  • Titel: Lair of Dreams (dts. Die dunklen Schatten der Träume)
  • Reihe: The Diviners 2
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: Little Brown Books
  • Seiten: 561
  • Preis: 7,75 Euro
  • Klappentext: "After a supernatural showdown with a serial killer, Evie O'Neill has outed herself as a Diviner. Now that the world knows of her ability to "read" objects, and therefore, read the past, she has become a media darling, earning the title, "America's Sweetheart Seer." But not everyone is so accepting of the Diviners' abilities... Meanwhile, mysterious deaths have been turning up in the city, victims of an unknown sleeping sickness. Can the Diviners descend into the dreamworld and catch a killer?"

Zur Handlung: Das Wort Diviner ist in aller Munde, seit Evie O'Neill vor der Presse verkündet hat, was für eine Fähigkeit sie besitzt. Als die Sweetheart Seer hat sie nun eine eigene Radioshow und lebt in Ruhm und bescheidenem Reichtum. Ihre Freunde hat sie nicht vergessen, aber es gibt nun einfach so viel anderes zu tun.

Gleichzeitig wird ein anderer Teil von New York City von einer geheimnisvollen Schlafkrankheit heimgesucht. Zunächst können die Betroffenen nicht geweckt werden, bis sie schließlich auf geheimnisvolle Art versterben. In diesem Teil von New York lebt Ling, und als ihr bester und vielleicht einziger Freund der Krankheit erliegt, wird klar, dass Ling etwas unternehmen muss - und vielleicht hilft ihr dabei ihre Fähigkeit durch Träume zu wandeln.

In diesem Band schwenkt die Perspektive von Evie und Memphis stärker auf zwei andere Charaktere. Einen davon kennen wir bereits aus dem ersten Teil: Henry. Die zweite ist allerdings nur einmal kurz erwähnt und bisher kennen wir sie nicht: Ling. Dieser Band widmet sich auch stärker den Themen von Rassismus und Homophobie. Wenn man das Buch so liest, kommen einem unfreiwillig die Trump-Zeiten á la "China Virus" wieder in den Sinn.

Henry als Hauptcharakter mochte ich. Er ist Musiker und schwul, und wir lernen in diesem Band mehr über seine Hintergrundgeschichte. Darin steckt auch eine Liebesgeschichte, die sehr traurig und herzzerreißend ist. Abgesehen davon ist er immer charmant und hat einen flotten Spruch auf den Lippen, um seinen Schmerz zu verbergen. Dadurch harmoniert er perfekt mit unserer zweiten Hauptfigur in diesem Buch.

Ling ist begeistert von Wissenschaft und Ingenieurtechnik. Sie liebt Zahlen und Formeln, Menschen dagegen findet sie manchmal anstrengend. Ihr Vater ist Chinese, ihre Mutter Irin. Sie lebt mit ihrer Familie in China Town, wo sich die rätselhafte Krankheit mehr und mehr ausbreitet und bald als eine "chinesische" Krankheit betitelt wird. Ling war an Kinderlähmung erkrankt und kann seitdem nicht mehr ohne Stütze laufen. Ling kann wie Henry durch Träume wandeln, vor allem spricht sie aber mit den Toten in Träumen. Gemeinsam finden die beiden eine neue Welt der Träume, in der ihre Fähigkeiten noch größer sind als je geahnt.

In dieser Traumwelt treffen die beiden dann auf zwei weitere neue Charaktere: ein junges chinesisches Mädchen auf der Überfahrt nach Amerika, und Henrys verlorene Liebe. Die Geschichte des jungen Mädchens macht Ling große Sorgen, da chinesische Einwanderer durch den Chinese Exclusion Act an der Einreise gehindert wurden. Je mehr sich die beiden jedoch in diese Traumwelt begeben, desto gefährlicher wird es, denn vielleicht wachen sie nie mehr auf.

Daneben geht es allerdings auch weiterhin um die anderen Charaktere wie Evie, die nun berühmt ist und noch ein wenig anstrengender, Sam, Jericho und Mabel, die Annäherungsversuche unternehmen, Memphis und Isaiah, der in ganz eigener Gefahr schwebt, und Theta, Henrys beste Freundin. Alle rücken nun deutlich näher zusammen, was mir auch an dem Buch gefallen hat.

Auch in diesem Fall wissen wir ein bisschen mehr als die Charaktere, denn wir sehen zumindest am Anfang des Buches, was die Krankheit auslöst. Allerdings wissen wir nicht ganz, wer der Täter in dem Fall ist. Nur, dass wieder etwas Übernatürliches dahintersteckt, und daher Evie und ihre Freunde den Fall lösen müssen. Auch diesmal fand ich, dass es der Spannung keinen Abbruch getan hat. Ich hatte zwar meine Vermutungen, habe aber trotzdem die ganze Zeit mitgefiebert.

Die Auflösung hat mir hier dann auch nochmal besser gefallen als beim ersten Band. Die Geschichte wird dann eher traurig als super actiongeladen, wenn es auch einige Verfolgungsszenen gibt. Aber ich fand, dass die Geschichte einen guten Abschluss findet. Hier hätte ich mir tatsächlich gewünscht, dass wir in das Thema noch etwas tiefer hineingehen, aber im Rahmen eines jugendfreundlichen Buches war es so schon in Ordnung. Mich hat das Ende überzeugt.

Das Thema Rassismus spielt in diesem Band nochmal eine neue Rolle. Da wir Ling als halb-chinesische Tochter von Einwanderern als eine Perspektive haben, und sie dazu noch eine Behinderung durch die Kinderlähmung hat und (wie wir im Laufe der Reihe erfahren) auf dem LGBT-Spektrum ist, bekommen wir hier noch einmal mehr gezeigt, warum die 1920er Jahre nicht nur Glitz und Glamour á la Great Gatsby waren, sondern für viele Menschen eine Zeit der Ausgrenzung. Gleichzeitig werden Parallelen zur heutigen Zeit, gerade zum Aufwallen von Anti-Asian Hate im Zuge der Pandemie, nur allzu deutlich.

Alles in allem ist dies mein Lieblingsband der Reihe. Henry und Ling sind zu meinen Lieblingscharakteren zusammen mit Theta aufgestiegen. Die Handlung fand ich spannend, das Thema des Rassismus gut und greifbar aufgearbeitet, was vor allem für jugendliche Leser wichtig ist, um mehr über die Geschichte von Amerika zu lernen. Schade war, dass Evie vor allem am Ende ein bisschen zur Lachnummer wird. Aber auch bei ihr findet noch eine interessante Entwicklung statt. Durch sie sehen wir, dass die Partys auch ein Coping-Mechanismus nach dem ersten Weltkrieg war. Und eben, diese Zeit war nicht so feierwütig und unbeschwert, wie wir gern glauben.

Morgen kommen wir dann zu Band 3!

Bis dahin,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung: