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Freitag, 31. Januar 2020

[Filmkritik] Ballet shoes

Hallo zusammen,

dieser Film lässt sich für mich gar nicht so richtig zu ordnen. Es wird als Familienfilm deklariert, naja klar das passt schon irgendwie, aber eben auch nicht zu 100%. Der Film geht nicht mal 90 Minuten und stammt aus Großbritannien. Er erschien 2007, ist also schon ein Stück her.

Zu diesem Titel gab es bereits  auch eine Fernsehserie, die es natürlich nicht zu verwechseln gilt. Außerdem beruht dieser Film auf einem Roman, allerdings kenne ich dieses Buch nicht.

Dieser Film beginnt etwas skurril. Richard Griffiths spielt hier einen älteren Herren, der Paläontologe ist und die Welt bereist. Doch er erbt auf gewisse Weise seine Nichte Sylvia Brown, die von Emilia Fox gespielt wird. Diese bringt ihre Nana mit, schließlich ist er fast nie da.

Schließlich bringt er aus verschiedenen Ländern weitere Babys mit, wenn Sylvia selbst schon etwas älter ist. Sylvia mutiert so zur Mutter der letztendlich drei Babys die Matthew findet und ihnen ein Leben zu Hause bieten kann und will. Doch irgendwann kehrt der Onkel nicht mehr zurück und die Frauen müssen allein zurecht kommen.

Sie entschließen sich also Zimmer in ihrem Haus zu vermieten und geraten an mehrere Personen. Einige von denen lassen sie einziehen. Darunter ist auch ein Mann und ihr könnt euch denken, was damit passiert ... ja na klar, hier wird es eine Liebesbeziehung geben.
Allerdings wird auch der Charakter der Sylvia immer freier und führt sich so gut in die Ebenen ein.

Doch kommen wir nun zu den drei Geschwistern. Sie heißen alle Fossil, obwohl sie nicht die selben Eltern haben. Dennoch fühlen sie sich als Geschwistern und führen sich auch so auf.
Da sie im Teenageralter sind, ist es nicht verwunderlich, dass sie im Prinzip alles mit einem gewissen Unterton oder Langeweile vollzogen wird. Besonders gut hat mir aber der Zusammenhalt der drei gefallen und ich glaube das ist es auch, worauf der Film abzielt, zu vermitteln.

Die drei Mädels sind total verschieden un ich bin ehrlich mit keiner so richtig warm geworden, nicht mal mit Emma Watson alias Pauline Fossil. Das liegt glaube ich an der Art wie hier Dialoge geführt werdenö und auch wie motiviert alle sind. Alle drei schlagen jung Karrieren ein und ich dachte sie werden Ballerinas, aber nein, irgendwie nicht.

Mit dieser Erkenntnis mochte ich den Film dann gar nicht mehr. Er ist für mich eher konfus, als logisch. Klar zeigt er viel Familienleben, aber das ist auch ein sehr außergewöhnliches, vor allem wenn man bedenkt wie es aus geht. Auch einfach gar nicht mein Ende.

Naja ich will den Film jetzt nicht weiter schlecht machen, ich habe mich nämlich trotzdem unterhalten gefühlt und ja. Es ist eben ein Nischenfilm und nichts für Massenhumor oder so.

Daher verabschiede ich mich schon für heute,

eure Blue Diamond.

Mittwoch, 29. Januar 2020

Der letzte Stern

Hallo meine Sci-Fi-Freunde,

heute endlich berichte ich vom großen Finale der 5.Welle-Trilogie. Aufgrund von zu viel Leben in zu wenig Zeit hat es nun doch ein ganzes Stück gedauert, bis ich diesen letzten Band beendet habe. Es lag allerdings nicht am Buch selbst, denn immer wenn ich gelesen habe, konnte ich es kaum aus der Hand legen. 

Die Fakten:
  • Autor: Rick Yancey
  • Titel: Der letzte Stern (Original: The Last Star)
  • Reihe: Die 5. Welle 3
  • Übersetzung: Thomas Bauer
  • Verlag: Wilhelm Goldmann Verlag
  • Erschienen: 2016
  • Seiten: 384
  • Preis: 16,99 Euro (gebunden)
  • Klappentext: "Sie kamen, um uns zu vernichten: die "Anderen", eine fremde feindliche Macht. Vier Wellen der Zerstörung haben sie bereits über die Erde gebracht. Jetzt ist die Zeit der fünften Welle gekommen, die Vollendung ihres Plans, alles Menschliche auszurotten. Doch noch gibt es Überlebende: Cassie, Ben, Evan und ihre Freunde werden weiterkämpfen. Auch wenn sie verraten wurden, wenn sie keinem mehr trauen können - sie wollen die Menschheit dennoch nicht aufgeben. In letzter Minute schmieden sie einen tollkühnen, tödlichen Plan, der sie direkt ins Herz des feindlichen Lagers führen soll..."

Zur Handlung: Die Welt geht ihrem Ende zu. Das Mutterschiff thront über dem Untergang der Menschheit. Aber Cassie Sullivan hat einen Plan. Nachdem sie nun weiß, dass sie nicht der letzte Mensch auf der Welt ist, dass ihr Bruder lebt und in Sicherheit ist, kann sie alles riskieren, um den Anderen entgegenzutreten.

Ihr gegenüber steht Ringer, die inzwischen aufgerüstet wurde von den Anderen. Ihr Wissen über deren Pläne ist groß, doch es ist auch immer darauf angelegt, sie zu manipulieren. Können diese beiden Mädchen zusammenfinden oder sind ihre Differenzen zu groß, um das Schicksal der Welt zu verändern?

Der zweite Band hatte mich ja sehr positiv überrascht. Mit Ringer hatte ich direkt einen neuen Lieblingscharakter gefunden und ich mochte vor allem den starken Fokus des zweiten Buchs auf ihren Charakter. Das dritte Buch fiel dann für mich allerdings hinter meine Erwartungen zurück. Wir folgen wieder stärker Cassie als Hauptcharakter, allerdings ist sie inzwischen wirklich ein bisschen wahnsinnig geworden. Ihre Kapitel passen auch nicht wirklich zum Rest des Buches, da ihre Kapitel sehr aus einer Innenperspektive geschrieben sind und die restlichen Kapitel eher nüchtern erzählen.

Auch wurde der Aufbau des Buches geändert, sodass wir nun nicht mehr über einen Teil eine bestimmte Figur verfolgen sondern schneller zwischen den Perspektiven hin- und herwechseln. Das hat immerhin nach sich gezogen, dass die seltsamen Cassie-Kapitel dann auch schneller vorbei waren. Ansonsten ließ sich das Buch dadurch aber auch recht schnell weglesen.

Die Romanze zwischen Evan und Cassie war für mich inzwischen völlig abgekühlt. Ich hatte nicht das Gefühl, als wäre da noch viel los zwischen den beiden. Cassie war wie gesagt eh irgendwie abgedreht. Umso seltsamer fand ich dann die spontane heiße Szene zwischen den beiden, das passte irgendwie nicht ganz ins Bild, andererseits macht es vor einem Weltuntergangshintergrund doch irgendwie Sinn.

Was mich schon störte, war der Twist in Ringers Storyline. Ich möchte hier nix spoilern, aber es recht schnell sehr ersichtlich und ich fand es irgendwie unrealistisch. Unter den Bedingungen, die die Jugendlichen da nun seit Monaten ertragen, würde das meiner Meinung nach nicht so geschehen. Ich fand aber, dass im Folgenden ganz ok damit umgegangen wurde, und Ringer sich dadurch als Charakter nicht wirklich verändert hat. Darum war ich dann ok damit.

Ich hatte in anderen Rezensionen gelesen, dass das Ende kein einfaches Happy End ist. Darum hatte ich mich darauf gefreut. Ich stimme auch zu, dass es den Charakteren nicht zu leicht gemacht wird. Allerdings waren da doch am Ende ein paar Dinge, die nicht so ganz Sinn gemacht haben. Ich mochte aber, dass einige Dinge dann doch auch unserer Fantasie überlassen wurden, ohne dass das Buch ein offenes Ende gehabt hätte. Von daher war ich mit dem Ende zufrieden und finde es passend für die Reihe.

Alles in allem war dieses Buch für mich ein solides Finale dieser Reihe, die schon nicht super stark begonnen hatte. Wer Cassie im ersten Buch schon anstrengend findet, sollte auf den Rest der Bücher allerdings verzichten, denn das wird nicht besser. Insgesamt ist diese Reihe auch ein bisschen ein Kind ihrer Zeit und ich denke, das Genre hat sich inzwischen gut weiterentwickelt. Ich wollte die Reihe einfach gern von meiner to-read-Liste streichen. Es hat Spaß gemacht, ich wurde gut unterhalten, aber ich werde die Charaktere und die Welt nicht vermissen.

Habt ihr euch den Film angeschaut? Sollte ich den noch in Betracht ziehen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Sonntag, 26. Januar 2020

Offline: Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle

Hallo an alle Thrillerfreunde,

ich habe dieses Buch durch Zufall gefunden und war gerade sowieso in so einer Stimmung für - was mit den neuzeitlichen Themen alles so schief gehen kann.

Fakten:
  • Autor: Arno Strobel
  • Psychothriller 
  • 2019 erschienen 
  • 368 Seiten
  • Fischer Verlag
  • Preis: 14,99€ (Broschiert)
Klappentext: 
"Fünf Tage ohne Handy. Ohne Internet. Offline. Der neue Psycho-Thriller von Bestseller-Autor Arno Strobel Fünf Tage ohne Internet. Raus aus dem digitalen Stress, einfach nicht erreichbar sein. Digital Detox. So das Vorhaben einer Gruppe junger Leute, die dazu in ein ehemaliges Bergsteigerhotel auf den Watzmann in 2000 Metern Höhe reist. Aber am zweiten Tag verschwindet einer von ihnen und wird kurz darauf schwer misshandelt gefunden. Jetzt beginnt für alle ein Horrortrip ohne Ausweg. Denn sie sind offline, und niemand wird kommen, um ihnen zu helfen..."

Dieses Digital Detox klingt ja erst einmal spannend und würde sicherlich vielen Menschen gut tun. Dieses Geschichte beginnt sehr langweilig wenn ich ehrlich bin und ich tat mich schwer hinein zu kommen. Doch dann geschieht der Vorfall wie oben beschrieben. Damit ihr die Intensität dieser Geschichte versteht, werde ich euch diese genauer beschreiben, manche könnten sich gespoilert fühlen, deswegen kündige ich es an. 

Die eine Person der Gruppe wird aufgefunden und ist komplett seiner Sinne entledigt. Dies wurde so vorgenommen, dass starke Verletzungen vorhanden sind und die Person schließlich an diesen verstirbt. Bei der zweiten Person ist der Täter so geschickt, dass die Person überlebt und wenn wir ehrlich sind ist dass noch viel grausamer. Mir wurde richtig schlecht als mir die Gegebenheiten klar geworden sind. 

Dies ist nun die Grausamkeit mit der hier vorgegangen wird. Niemand vertraut irgendwem und das Haus wird schnell zur Falle. Nicht einmal um Hilfe kann gerufen werden, denn die Telefone sind weg. Mir kam hier der Gedanke wie war das eigentlich als es noch keine Telefone gab? Gab es mehr solche Delikte oder wurden die Menschen hier auch durch die neuen Techniken und co. erst so richtig kreativ?

Aufgrund der Grausamkeit und meinem ehrlichen Ekel konnte ich mich kaum auf die Charaktere konzentrieren. Keiner ist so richtig herausgestochen und alle waren irgendwie wichtig. Das zweite Opfer war für mich am wichtigsten, denn dieses stellte alle Punkte der Geschichte dar. Einerseits symbolisiert sie die Grausamkeit, gleichzeitig wie wichtig die Möglichkeiten der Wahrnehmung sind die wir haben und außerdem lässt sie sich trotzdem nicht unterkriegen. Bewundernswert. 

Bis kurz vor dem Ende war ich sehr fasziniert und gepackt und gleichsam schockiert. Bis dahin hätte ich das Buch ganz ohne Zweifel empfohlen. Naja das Ende wiederum fand ich sehr schlecht. Es war nicht nur völlig unlogisch sondern auch noch unerklärlich apprubt und nichts sagend. Normalerweise bin ich von diesem Autor begeistert, aber warum es so ein schlechtes Ende geben musste, versteh ich nicht.

Somit bin ich auch hin und her gerissen euch dieses Buch zu empfehlen oder eben nicht, aber ich denke es ist eine Empfehlung. Schließlich sind dreiviertel des Buches super wenn auch schrecklich grausam. Was war das krasseste was ihr je gelesen habt? Meins ist das,

eure Blue Diamond.

Freitag, 24. Januar 2020

[Filmkritik] The Aeronauts

Hallo an alle,

heute hat die liebe Kitty Blogfrei, da sie einen besonderen Tag hat. Gefühlt habe ich euch schon ewig keinen Film mehr vorgestellt, aber noch ein paar auf Halde, daher heute mal wieder ein Film.

Dieser kam 2019 in die britischen Kinos und danach in die Amazon Prime Kollektion, dort habe ich ihn um Weihnachten geschaut und fand das sehr passend. Er wird als Abenteuerfilm deklariert, was ich ganz vorsichtig handeln würde, denn ich persönlich habe einfach andere Vorstellungen von Abenteuerfilmen. Damit will ich nicht sagen, dass dieser Film langweilig ist, aber eben nicht so - Abenteuer.

Er dauert ca. 100 Minuten und ist mit Eddie Redmayne als James Glaisher und Felicity Jones als Amelia Wren wundervoll besetzt wie ich finde.

Die Geschichte ist tatsächlich ganz schnell erzählt, aber für die damalige Zeit ein echter Meilenstein. James ist Meteorologe und möchte beweisen, dass es verschiedene sphärische Schichten gibt und man mit dem Wissen über diese das Wetter vorhersagen kann und dies wiederum für die verschiedensten Lebensbereiche wichtig ist. Wie wir heute wissen, hatte er damit eine richtige Vermutung und wir können wirklich froh sein, dass ihm von wenigen geglaubt wurde und diese ihr Geld in seine Forschung investiert haben. Ein Heißluftballon ist damals wie heute etwas sehr Besonderes und kann nicht von jedem geflogen werden. Amelia ist eine Ballonfahrerin, hat allerdings nach einem schrecklichen Erlebnis diese Tätigkeit beiseite gelegt. Doch da sie die Beste auf ihrem Gebiet ist, kann James sie überzeugen, ihn zu unterstützen. Der Start ist ein echtes Fest und wird unglaublich in Szene gesetzt. Das hatte mich erst schockiert, aber klar, zu dieser Zeit war es eben total verrückt so einen Ballon fliegen zu sehen.

Einen kleinen Schock hatte ich dann auch, aber schaut den Film dann wisst ihr auch warum.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist ungefähr ein Drittel des Filmes vergangen und klar es ist noch nicht viel passiert, aber entwicklungsseitig schon sehr viel. In der Luft wird es jetzt richtig toll. Klar sieht man die Animationen, aber es stört einen überhaupt nicht. Ich war völlig fasziniert von der Darstellung und den Bildern. Ein bisschen schade fand ich, dass ab diesem Moment so ziemlich alle Nebencharaktere nicht mehr aufgetaucht sind, zumindest nicht nennenswert. James Kumpel zum Beispiel fand ich sehr sympathisch und von ihm hätte ich gern mehr gesehen.

In der Luft lernen wir unsere beiden Hauptcharaktere von einer neuen Seite kennen und ja das Abenteuer startet definitiv. Doch es ist mehr das Abenteuer der Extreme und einiger Schreckensmomente. Oft ist mir richtig der Atem weggeblieben, so erschrocken war ich. Die Faszination für alles, was die beiden da getan haben, stieg von Minute zu Minute. Wer sich da an simplen aber detailreichen Bildern erfreuen kann, für den ist der Film definitiv sehr gut geeignet, für alle anderen könnte es eher langweilig sein.

Die Bilder sind auf alt gemacht und vor allem die die auf den Himmel und seine Variationen stehen, total toll. Das Ende ist dramatisch und ich persönlich hätte es anders besser gefunden, so mit weniger Happy End, aber so ist es nun mal.

Wenn ihr euch einen ruhigen Abend machen wollt, mit Abenteuer aber nicht unbedingt Action, dann ist dieser Film sehr gut geeignet und ich kann ihn euch nur ans Herz legen,

eure Blue Diamond

Mittwoch, 22. Januar 2020

Was man von hier aus sehen kann

Hallo zusammen,

irgendwie wird der Winter bestimmt noch kommen, für diese Zeit oder eine, in der ihr vielleicht besonders nachdenklich seid oder den Alltag hinter euch lassen wollt, ist dieses Buch sehr geeignet.

Fakten:
  • Autorin: Mariana Leky
  • Roman
  • 2019 erschienen
  • 320 Seiten 
  • DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
  • Preis: 12,00€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. ›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt."

Ja dieses Buch ist nichts für jedermann. Der ungewöhnliche Schreibstil der Autorin war auch für mich zu Beginn sehr herausfordernd und ich habe ein bisschen gebraucht, um mich hinein zu finden. Allerdings war ich von Anfang an auch gefesselt von jedem einzelnen Satz. Wer diesen Zauber nicht schnell für sich einfangen kann, sollte das Buch meiner Ansicht nach wieder bei Seite legen, denn derjenige wird nichts an der Geschichte mögen können. Doch was ist denn eigentlich die Geschichte dieses Buches?

Wir haben es mit einer kleinen Gemeinde zu tun, in der alle auf die Träume von Selma warten. Denn diese bestimmen mehr oder weniger den Mut der Leute. Immer wenn Selma von einem Okapi träumt, was ja im Prinzip sehr unwahrscheinlich ist, wird jemand sterben. Dies verursacht, dass einfach jeder die Dinge in die Hand nimmt, die ihm auf der Seele liegen, denn es könnte ja der letzte Moment sein, wo er dies kann. So finden sich Menschen neu oder auch wieder. So werden Träume verwirklicht und Ängste überwunden. Die Schlüsselfigur ist allerdings Selmas Enkelin, deren Geschichte wir verfolgen. Sie ist eine ganz außergewöhnliche und auch ungewöhnliche Person. Sie ist vermutlich die, die in meiner Jugend als Mauerblümchen und ein bisschen komisch wahrgenommen worden wäre. Und ein bisschen komisch ist sie definitiv ohne das ich das negativ meine.

Vermutlich können Menschen dieses Buch besonders gut verstehen, die selbst nicht immer alles ansprechen oder sagen, einfach weil sie sich nicht trauen oder auch weil sie die Folgen abschätzen können und diese eigentlich nicht wollen. Das mag seltsam klingen, aber ja das gibt es genau so.

Was ich ebenso wichtig finde, ich habe nicht bemerkt, dass es sich um eine Geschichte im Westerwald handelt. In meiner Welt haben so typisch deutsche Geschichten einfach einen anderen Ton und vielleicht auch andere Inhalte. Von daher aus diesem Blickwinkel eine echte Überraschung für mich.

Wirklich begeistert haben mich hier auch endlich mal wieder die unterschiedlichen Charaktere und da die Nebencharaktere. Am verrücktesten ist der japanische Mönch, der so mit sich und seiner Welt glaubt zurecht zu kommen, aber eben doch nicht wirklich weiß was er will. Dann haben wir noch den Optiker, der wie eine gute Seele über allem wacht und immer da ist um alles aufzufangen. Dabei hat er selbst eine große Last mit sich zu tragen.

Das klingt jetzt erstmal dramatischer als es ist. Man mag nach den ersten Seiten auch denken hier drehe sich viel um den Tod oder mulmige Themen, das tut es bei weitem nicht. Es ist eher ein Glück bringendes Buch, mit vielen rürenden Momenten und viel Lachen.

Wie angedeutet kann ich das Buch wirklich nicht jedem empfehlen, denn es ist besonders und bringt eine besondere Stimmung mit sich. Lest am besten die ersten Seiten, macht euch bewusst, dass es keine herkömmliche Erzählung ist und entscheidet dann, wie es weiter geht,

eure Blue Diamond.

Sonntag, 19. Januar 2020

The Hunting Party

Hallo meine Krimimimis,

heute möchte ich euch von meinem ersten Hörbuch in 2020 berichten. Ich habe es hauptsächlich über die Feiertage im Auto gehört und es spielt zwischen den Jahren, darum habe ich es bewusst für diese Zeit aufgehoben. Allerdings ist das Buch nicht sehr stark zu dieser Zeit verankert, sodass es euch eigentlich immer gefallen kann - nur ein kleines Feuerwerk erinnert daran, dass Silvester vorkommt.

Zuerst aber die Fakten:
  • Autor: Lucy Foley
  • Titel: The Hunting Party
  • Sprecher: Gary Furlong, Elle Newlands, Morag Sims, Imogen Church, Moira Quirk
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: Harper Audio
  • Dauer: 10 Std 8min
  • Preis: 9,99 Euro im Abo
  • Klappentext: "During the languid days of the Christmas break, a group of 30-something friends from Oxford meets to welcome in the New Year together, a tradition they began as students 10 years ago. For this vacation, they’ve chosen an idyllic and isolated estate in the Scottish Highlands - the perfect place to get away and unwind by themselves. They arrive on December 30, just before a historic blizzard seals the lodge off from the outside world. Two days later, on New Year’s Day, one of them is dead. The trip began innocently enough: admiring the stunning if foreboding scenery, champagne in front of a crackling fire, and reminiscences about the past. But after a decade, the weight of secret resentments has grown too heavy for the group’s tenuous nostalgia to bear. Amid the boisterous revelry of New Year’s Eve, the cord holding them together snaps. Now, one of them is dead...and another of them did it."

Zur Handlung: Eine Gruppe von Freunden trifft sich jedes Jahr um Silvester, um ihre schon lange bestehende Freundschaft zu feiern. Inzwischen sind von einigen die Partner mit an Bord. So hat in diesem Jahr - 2018/2019 - Emma die Fahrt geplant. Sie gehört nicht zu der ursprünglichen Truppe und will diesen Trip nutzen, um sich endlich als vollwertiges Mitglied zu beweisen. Darum hat sie eine Hütte weit entfernt von allem gebucht.

Doch in der Gruppe selbst brodelt es. Miranda, die die unangefochtene Anführerin ist und auch der Leim, der alle zusammenhält, hat sowohl in ihrer Ehe dunkle Geheimnisse aufgedeckt als auch Stress mit ihrer besten Freundin Kathy, die ihr nicht mehr so viel Zeit einräumt wie früher. Mark, Emmas Partner, hat scheinbar immer noch Gefühle für Miranda. Und auf so engem Raum allein am Wald beginnen die brodelnden Gefühle sich Luft zu machen...

Wir erfahren die Geschichte aus mehreren Perspektiven und auf zwei Zeitebenen. Mit Heather sehen wir die Ereignisse nach Silvester, die im Neuen Jahr passieren. Eine Leiche wird gefunden und Heather beginnt - da Polizei im Moment nicht zu ihnen gelangen kann - unfreiwillig damit, den Mörder zu suchen. Heather ist die Leiterin des Resorts und sucht in der Abgeschiedenheit ein Entkommen ihrer traurigen Vergangenheit. Aber wie sehr kann sie den wenigen Menschen um sich herum trauen?

In der Vergangenheit, also über die Tage nach Weihnachten bis zum Neujahrstag folgen wir von der Freundesgruppe Miranda, Emma und Kathy. Die drei Frauen haben sehr komplexe aber vor allem toxische Beziehungen zueinander. Emma möchte allen gefallen und sich mit dieser Fahrt beweisen. Dadurch wirkt sie ab der ersten Seite etwas angestrengend, aber sie gibt sich wirklich Mühe, etwas Tolles aus der Zeit zu machen. Miranda ist die Anführerin in der Gruppe, hat aber seit dem College kaum mehr Höhepunkte im Leben. Sie ist Hausfrau und bisher kinderlos geblieben.

Kathy ist Mirandas ehemals beste Freundin, die sich inzwischen lieber auf ihre Karriere konzentriert. Sie fragt sich, warum sie überhaupt noch zu diesen Treffen kommt, denn sie wird immer wieder zurückgedrängt in die Rolle der stillen und wenig beachtenswerten besten Freundin von Miranda, obwohl sie in ihrem Leben wirklich etwas erreicht hat. Auch ist sie der einzige Single in der Runde - und sie hat ein großes Geheimnis zu verbergen. Schließlich bekommen wir auf dieser Zeitebene noch die Sichtweise von Doug geschildert. Er ist der Wildhüter des Resorts und ist auch für Jagdausflüge zuständig. Über die Feiertage managet er mit Heather allein alles, was anfällt. Allerdings hat auch er ein dunkles Geheimnis, das den Chef des Resorts bei der Einstellung allerdings nicht gestört hat.

Wir wissen also von Anfang an, dass eine Person aus der Gruppe sterben wird und mindestens eine andere Person aus der Gruppe verantwortlich ist. Zunächst bekommen wir vor allem die Vergangenheitsebene berichtet und die Kapitel nach der Tat sind selten. Gegen Ende hin wechseln wir dann aber immer häufiger in die aktuelle Zeit. Dadurch lernen wir zunächst die Charaktere der Gruppe kennen und erfahren über Heather und Doug erst gegen Ende mehr. Ich fand diesen Aufbau gut gewählt. Allerdings fand ich es auffällig, dass viele Personen der Gruppe nicht zu Wort kommen für uns, so vor allem Mirandas Ehemann und Mark, Emmas Mann. Beide wissen deutlich mehr als wir, die Frage ist nur was...

Ich finde es gut, dass dies ein Buch ist, bei dem man aktiv miträtseln kann. Es gibt nicht am Ende einen Twist, den man absolut nicht kommen sieht, und dennoch bin ich nicht schon nach drei Seiten auf die Lösung gekommen. In diesem Aspekt fand ich das Buch also sehr gut gemacht und das letzte Drittel ist dadurch auch dahingeflogen. Einige Optionen kann man recht schnell ausschließen, aber bei anderen war ich mir wirklich nicht sicher bis zum Ende. Also ein bisschen Lese-Cluedo.

Viele bemängeln an diesem Buch, dass alle Charaktere unsympathisch sind. Und das sehe ich auch so, all diese Figuren sind nicht gerade Leute, mit denen man befreundet sein will. Ich finde das für einen Thriller allerdings nicht wirklich schlimm - schließlich suche ich einen Mörder und keinen besten Freund. Am meisten konnte ich tatsächlich mit Kathy anfangen, auch wenn Miranda mir auch in wenigen Momenten ganz sympathisch war. Hier möchte ich auch die Sprecherinnen loben, denn sie passen exzellent zu den Charakteren.

Natürlich passieren hier einige wirklich unschöne Dinge - schließlich führen sie am Ende zu einem Mord. Wer also mit moralisch fragwürdigen Entscheidungen Probleme hat, dem kann ich das Buch nicht empfehlen. Da wir Vieles aus der Innensicht der Figuren sehen, werden sie sich dafür vor uns auch rechtfertigen. Aber das finde ich nur verständlich. Ich finde aber ehrlich gesagt so einen Krimi immer besser als unsinnig blutige Thriller über uninspirierte Serientäter. Mir hat das also nichts ausgemacht.

Und dann kommt natürlich das Ende, das wichtigste an jedem Krimi. Einerseits finde ich es gut, weil ich es nicht erraten habe, es aber durchaus hätte erraten können und somit nicht völlig überrascht, aber auch irgendwie gut mitgenommen war. Andererseits finde ich es nicht gut, weil auch dieses Buch letztlich recht uninspiriert auf psychische Probleme zurückfällt, die schließlich zum Mord führen. Und leider habe ich darauf einfach keine Lust mehr. Ich möchte gern mal sehen, in wie vielen Mordfällen das Motiv tatsächlich auf eine psychische Krankheit zurückzuführen ist, und wie oft das in Krimis und Thrillern so ist. Ich schätze, die Zahlen gehen da weit auseinander.

Also gehe ich mit gemischten Gefühlen aus diesem Buch heraus. Einerseits haben mir viele Dinge gefallen und ich habe das Buch als guten Krimi empfunden. Andererseits hätte der Anfangsteil noch ein bisschen eingekürzt werden können, in dem die Figuren eingeführt werden, und das Zurückführen des Mordmotivs auf psychische Probleme ist mir einfach zu platt. Für 2020 hoffe ich einfach, dass wir davon endlich loskommen.

Ich kann euch dieses Buch also grundsätzlich empfehlen, wenn ihr mit unsympathischen Charakteren und einem gemächlichen Aufbau der Spannung klar kommt. Das winterliche Setting passt die nächsten Monate noch gut in die Leseplanung. Und ich würde auch noch ein Buch der Autorin lesen, in der Hoffnung, dass ihr Mordmotiv dann ein bisschen weniger stereotyp ausfällt.

Kennt ihr das Buch? Und wie steht ihr zu psychischen Krankheiten als Mordmotiv? Überzeugt euch das oder findet ihr es problematisch?

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:

Freitag, 17. Januar 2020

Das unendliche Meer

Hallo meine Alienfreunde,

vor sechs Jahren habe ich Die 5. Welle gelesen und auch für euch rezensiert. Etwas später erschien dann die Fortsetzung Das unendliche Meer und ich habe sie mir zu Weihnachten gewünscht. Und dann standen beide Bücher lange Jahre in meinem Bücherregal - bis jetzt. Denn endlich habe ich mich aufgerafft und dieser Reihe noch eine Chance gegeben. Dabei mochte ich das erste Buch wirklich gern, ich war nur irgendwie dann aus dem Lesefluss.

Die Fakten:
  • Autor: Rick Yancey
  • Übersetzung: Thomas Bauer
  • Titel: Das unendliche Meer (Original: The Infinite Sea)
  • Reihe: Die 5. Welle 2
  • Erschienen: 2014
  • Verlag: Goldmann
  • Seiten: 347
  • Preis:
  • Klappentext: "Die erste Welle vernichtete eine halbe Million Menschen, die zweite Welle noch viel mehr. Die dritte Welle dauerte ganze zwölf Wochen an, danach waren vier Milliarden tot. Nach der vierten Welle kann man niemandem mehr trauen. Und die fünfte Welle? Cassie Sullivan hat überlebt und findet sich jetzt in einer Welt voller Misstrauen, Verrat und Verzweiflung wieder. Und während die fünfte Welle ihren Verlauf nimmt, halten Cassie, Ben und Ringer ihre kleine Widerstandsgruppe zusammen, um gemeinsam gegen die Anderen zu kämpfen. Dabei hofft Cassie immer noch, dass ihr Retter Evan Walker lebt, denn der Kampf ums Überleben wird immer aussichtsloser. Bis eines Tages ein Fremder versucht, in ihr Versteck einzudringen."

Zur Handlung: Die Anderen hat nach wie vor noch niemand gesehen. Ihr Mutterschiff tauchte eines Tages im Blickfeld der Erde auf, danach begann die Zerstörung. Im Zuge dessen wurden Familien auseinander gerissen, Vertrauen und Liebe starben nach und nach aus. Doch Cassie hat einen Menschen gefunden, dem sie nich trauen will, den sie lieben kann - nur ist er gar kein Mensch.

Ringer und Ben wurden zu Soldaten ausgebildet - von den Anderen. Doch das wussten sie nicht, bis die schachbegeisterte Ringer den Plan durchschaute. Seitdem sind sie auf der Flucht vor ihren ehemaligen Kameraden. Doch gegen den Winter helfen keine Waffen, gegen den Winter hilft nur ein Versteck, in dem sie auch ohne Heizung nicht erfrieren.

Weiter geht es in der postapokalyptischen Welt mit Cassie, Evan und Ben. Nachdem ich im ersten Band kurz ein bisschen befürchtet habe, dass sich alles zu einem nervtötenden Liebesdreiecksgedöns entwickelt, bin ich im zweiten Band sehr beruhigt. Der erste Band lebte durch die Bindung von Cassie und Evan. Die beiden geben ein gutes Paar ab, dass sich nur leider während der Alien-Apokalypse begegnet ist. Und da ist der Punkt, dass Evan eigentlich den Auftrag hat alle Menschen zu töten.

Dem zweiten Band gelinkt es von dieser Handlungsrichtung wegzukommen. Obwohl wir auch Ben, Cassie und Evan noch folgen, die die Hauptfiguren im ersten Band waren, ist unser Fokus nun deutlich stärker auf Ringer - meiner Lieblingsfigur. Ringer ist klug, stark und unabhängig - wenn auch vielleicht nicht ganz so unabhängig, wie sie gern wäre. Unerwartet gerät sie zurück in die Hände des Feindes.

Ich finde es immer etwas schade, wenn ein zweiter Band so deutlich dünner ist als der erste. Das erscheint mir immer ein bisschen unausgewogen. Allerdings muss ich sagen, dass der erste Band in der Mitte definitiv ein Spannungsloch hat, während wir Ben alias Zombie in der Kaserne folgen. Dieser Teil ist zwar wichtig für die Story, aber war mir vor allem beim zweiten Mal lesen zu langatmig. Dagegen kann der zweite Band die Spannung viel besser aufrechterhalten, weswegen ich ihm die 100 Seiten Defizit verzeihe.

Die Handlung bleibt also actionreich, schnell und auch voller Gewalt. Wir finden wieder eine ganze Vielzahl von Verletzungen, die mehr oder weniger gut beschrieben werden. Mich stört das nicht. Gerade die Action setzt Rick Yancey auf dem Papier gut um. Der Schreibstil fokussiert sich auf die Spannung und lässt langwierige Beschreibungen meist aus. Auch die Übersetzung ist mir hier wieder nur positiv aufgefallen.

Die letzte Hälfte hat mir dann besonders gut gefallen, auch wenn die Geschichte da sehr weit von Band 1 wegkommt. Ich finde, das tut ihr aber gut. Es wird auch thematisiert, dass manche Dinge, die wir im ersten Band erfahren haben, eigentlich ja gar keinen Sinn machen. Wenn es um die Vernichtung der Menschheit geht, warum dann so viel Mühe? Ich bin sehr gespannt, wo dieser Gedanke in Band 3 hinführt, denn das ist eine sehr berechtigte Frage.

Das Ende hat bei mir den Wunsch geweckt, direkt weiterzulesen, und Band 3 ist auch schon bestellt. Obwohl man einiges kommen sieht, will man es nicht glauben, ebenso wie die Charaktere. Die Handlung kann einen einfach mitreißen und man liest und liest, weil man wissen muss, wie es weitergeht. Nach meinem langwierigen Leseerlebnis mit dem Goldfinch, hat mir das einfach gut getan.

Alles in allem kann Band 2 also die Spannung und das Momentum von Band 1 voll mitnehmen, kommt ohne langwierigen Mittelteil und kitschige Liebesschnulzen aus. Stattdessen bekommen wir mit Ringer eine ganz neue Sicht auf die Dinge und lernen auch einiges Neues über die Anderen dazu. Ich will jetzt mehr und werde euch dann bald vom Finale berichten.

Kennt ihr die Reihe? Habt ihr vielleicht auch die Verfilmung gesehen? An die habe ich mich noch nicht getraut.

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Mittwoch, 15. Januar 2020

Erklärs mir, als wäre ich 5: Komplizierte Sachverhalte einfach dargestellt

Hallo an alle Wissbegierigen,

bei solchen Buchtiteln werde ich ja immer etwas skeptisch, aber auch neugierig.

Fakten:
  • Autorin: Petra Cnyrim
  • Sachbuch
  • 2018 erschienen
  • 208 Seiten
  • riva Verlag
  • Preis: 9,99€ (Tascchenbuch)
Klappentext:
"Kinder stellen tausend Fragen. Wir Erwachsenen hingegen trauen uns oft nicht mehr, genau nachzufragen. Schließlich müssten wir es ja längst wissen. 
Bedauerlicherweise werden viele Themen so kompliziert erklärt, dass den meisten von uns schon nach kurzer Beschäftigung damit die Lust am Wissen vergeht. Doch es geht auch anders! 
Dieses Buch ist für all die wissensdurstigen Menschen geschrieben worden, die sich nicht damit abfinden wollen, etwas nicht zu verstehen. Grundlegende und außergewöhnliche Fragen werden hier auf möglichst einfache Art und Weise erklärt – sodass wirklich jeder es versteht. 
Warum fliegt ein Flugzeug? +++ Wie kann Radioaktivität unser Erbgut verändern? +++ Was sind Bitcoins? +++ Warum träumen wir?"

Wie der Klappentext schon beschreibt, soll dieses Buch schwierige Themen einfach erklären, eben so, dass es auch 5 Jährige verstehen können. Das finde ich sehr spannend, denn wer scheitert nicht immer wieder an der Schwierigkeit bestimmte Sachverhalte zu verstehen oder auch Wissen zu erlangen, was einem aber eben niemand so erklären kann, dass man es auch versteht.

Dieses Buch greift da kreuz und quer die verschiedensten Bereiche auf und erklärt in meist wenigen Sätzen alles Wichtige zu diesem Thema. Naja, und dann wurde ich stutzig und ich habe es recherchiert, ich scheine nicht die einzige gewesen zu sein, der das aufgefallen ist.

Leider passiert es immer wieder, dass die Fakten in diesem Buch nicht stimmen. Nun lässt es sich wohl streiten, dass 5 Jährige bestimmte Komplexitäten nicht verstehen würden und deswegen alles heruntergebrochen werden muss, aber es darf eben trotzdem nicht falsch werden, oder?
Irgendwie lässt sich doch gerade in physikalischen Dingen nicht vereinfachen, weil wenn etwas falsch ist, ist es eben falsch. Erdanziehung meinetwegen geht nicht nach oben, sondern unten, egal wie einfach man das erklären würde. Das Beispiel kam so hier nicht vor, aber ihr wisst was ich meine, oder?

Aufgrund dieser Fehler kann ich auch überhaupt nicht verstehen, wie dieses Buch ein Bestseller werden konnte oder durch das Lektorat gekommen ist. Leider kann ich es nicht empfehlen, denn es stehen falsche Inhalte geschrieben und ohne Vorwissen lassen sich diese logischerweise nicht filtern. Sehr schade,

eure Blue Diamond.


Sonntag, 12. Januar 2020

The Silence of the Girls

Hallo meine Historienleser,

ich liebe ja historische Romane, auch wenn ich das oft vergesse, und besonders mag ich Bücher, die in der Antike spielen. Darum hatte ich mir schon letztes Jahr zum Geburtstag The Silence of the Girls gewünscht, das den Trojanischen Krieg aus Sicht einer jungen Frau erzählt. Warum ich es dann so lange nicht gelesen habe? Weil ich manchmal vergesse, wie sehr ich solche Geschichten mag...

Die Fakten:
  • Autor: Pat Barker
  • Titel: The Silence of the Girls
  • Erschienen: 2018
  • Verlag: Hamish Hamilton
  • Seiten: 324
  • Preis: 16,35 Euro
  • Klappentext: "When her city falls to the Greeks, led to victory by the godlike warrior Achilles, Briseis's old life is shattered. Abducted and shipped to the Greek camp on the battleground at Troy, she goes from Queen to captive, from free woman to slave, awarded to Achilles as a prize of honour. She's not alone. On the same day, and on many others in the course of a long, bitter war, innumerable women have been wrested from their homes and flung to the fighters. As told in The Iliad, the Trojan war was a quarrel between men - over Helen, stolen from her home and spirited to Troy, a voiceless female icon of male desire. But what of the women in this story, silenced by their fates? What words did they speak when alone with each other, in the laundry, at the loom, when laying out the dead."

Zur Handlung: Briseis war eine Königin, bis zu dem Tag, als Achilles ihren Ehemann und ihre Brüder tötete und die Stadt einnahm, in der sie lebte. Als sie ihre Brüder sterben sieht, ist sie froh, dass ihre restliche Familie diesem Krieg bereits erlegen ist, dass ihre Mutter das nicht mit ansehen muss. Während ein Mädchen ihrer Familie sich in den Tod stürzt, um den Griechen zu entkommen, hält Briseis am Leben fest.

Mit vielen anderen Frauen, hochwohlgeborene und niedere, wird sie nach Troja verschleppt, wo die Griechen seit fast 10 Jahren vor den Toren stehen. Dort tobt die Schlacht von zwei feigen Männern, die ihre beiden Krieger aufeinander loslassen - allen voran Achilles auf Seite der Griechen und Hector auf Seite Trojas. Die Schlachten sind bis heute bekannt - aber mit Briseis sehen wir alles von einer ganz neuen Seite. 

Dieses Buch möchte uns also die bisher unterschlagene Geschichte der Frauen im trojanischen Krieg berichten. Im ersten Teil, etwa dem ersten Drittel des Buches, bekommen wir genau das. Ab dem zweiten Teil bekommen wir aber aus irgendwelchen Gründen dann auch Kapitel aus der Sicht von Achilles, was mich ein wenig verwirrt hat und gleichzeitig irgendwie nicht ganz ins Konzept passte.

Hauptsächlich folgen wir aber Briseis in der Ich-Perspektive, sodass wir auch viel über ihre Gedanken und ihre Emotionen erfahren. Wir steigen ein mit dem Tag, an dem die Stadt, in der Briseis als Königin lebte, eingenommen wird unter der Führung von Achilles. Sie beschreibt, wie die Frauen sich verbergen und mit ansehen müssen, wie die Männer getötet werden. Danach folgen wir ihr und den anderen Frauen ins Lager der Griechen.

Briseis als Hauptcharakter ist an sich leicht nachzuvollziehen. Im ersten Teil mochte ich sie sehr. Allerdings haben mich am Ende dann doch einige Dinge gestört. Zunächst wird uns sehr Vieles berichtet, aber man kann selten mitfühlen. So geht es in diesem Buch natürlich häufig um sexuelle Gewalt, die jedoch immer nur in kurzen Sätzen am Rande erwähnt wird. Das ist natürlich gut, da es am wenigsten triggern ist und das Buch sonst sehr schwer zu lesen wäre. Allerdings stellt sich so auch ein bisschen ein Bild ein, bei dem man sich wundert, warum Briseis sich so beschwert. Abgesehen von diesem Aspekt führt sie nämlich immer noch ein unglaublich privilegiertes Leben und kann oft völlig frei herumlaufen.

Damit kommen wir zum nächsten Punkt. Das Buch will immer wieder die verborgene Geschichte der Frauen in der Antike erzählen, aber was wir präsentiert bekommen, ist einzig und allein das Leben von privilegierten Frauen - Königinnen und Prinzessinnen und Göttinnen. Und natürlich ist es schon schlimm, wenn man bedenkt, dass selbst die am höchsten gestellten Frauen immer noch mehr Dinge als Personen waren. Aber Briseis schaut auf die anderen Frauen auch total herab, stigmatisiert diese selbst und hat Angst davor, zu diesen zu gehören oder mit diesen zu tun haben zu müssen. Sie beschreibt sie als "zu alt oder zu hässlich" und schaut auf diese herab. Ihr Privileg erkennt sie nur in einem einzigen Moment ganz kurz an und kommt dadurch am Ende in eine noch bessere Situation.

Briseis verweist im Laufe des Buches immer wieder darauf, dass sie Männer es im Krieg eigentlich ganz gut haben, denn wenn sie verlieren, werden sie einfach getötet. Die Frauen dagegen werden Sklavinnen der Personen, die ihre Familie ausgelöscht haben. Ich kann diesen Punkt auf jeden Fall nachvollziehen, aber auch zeigen einzelne Beispiele, dass auch Frauen die Wahl zu sterben haben. Briseis darf immerhin leben und - wie gerade gesagt - am Ende dieser Geschichte auch recht privilegiert. Das wird mir zu wenig reflektiert.

Was mir gut gefallen hat an diesem Buch war die pazifistische Grundhaltung. Der Krieg hat am Ende niemandem etwas gebracht. Die Männer, die in der Mythologie als Helden betrachtet werden, werden hier desmaskiert - wir sehen Odysseus als cleveren Mann, der nicht aufgibt, aber auch als hochnäsigen Arsch. Genauso sehen wir Agammemnon als Feigling auf dem Kampffeld und brutalen Mann im Privaten. Diesen Teil mochte ich sehr, denn es demystifiziert auch diese alten Heldenfiguren, die durch Tod und Gewalt ihren Ruhm erhalten haben.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, und ich liebe fiktionale Geschichten, die in der Antike spielen. Dennoch sind mir die oben genannten Aspekte etwas sauer aufgestoßen. Darum ist das Buch leider nicht zu meinem neuen Lieblingsbüchern aufgestiegen, aber lesenswert ist es allemal, wenn das Thema euch interessiert. Es hat mir auch Lust auf Mehr gemacht - und zum Glück sind in den letzten Jahren ja noch einige ähnliche Bücher erschienen.

Lest ihr gern über die Antike? Oder ist euch das alles schon zu angestaubt?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Freitag, 10. Januar 2020

[Filmkritik] Mia und der weiße Löwe

Hallo an alle Tierfreunde,

diesen Film wollte ich schon lang schauen und habe es nun endlich geschafft. Aus meiner Sicht handelt es sich um ein Familiendrama.

Dieser Film erschien 2018, 2019 kam er in die deutschen Kinos, dauert knapp 100 Minuten und ist eine französische Produktion. Aus Frankreich kenne ich bisher nur Komödien von daher mal was ganz anderes und große Erwartungen.

Bei diesem Film verfolgen wir die Familie Owen. Diese ziehen von London nach Südafrika um dort Löwen zu züchten und Touristen zu bespaßen. Mia und Mick, die Kinder der Familie, gehen dabei ganz unterschiedlich mit diesem Leben um. Mick trägt eine anfänglich unergründliche Angst mit sich hat aber einen wundervollen Draht zu Tieren. Mia hingegen will am liebsten zurück nach London zu ihren Freunden und sie lässt es einfach nicht zu sich wohl zu fühlen. Doch dann kommt Charlie ins Familienleben der vier. Er ist ein kleiner weißer Löwe der der Farm viel Ruhm und damit Geld bringen soll. Er wird Mias bester Freund. Doch nur von Liebe lässt sich nicht leben und das müssen alle schnell lernen.

Im weiteren Verlauf des Filmes geschehen sehr viele kleine Dinge mit sehr tiefer Bedeutung. Das ist auch die Grundhaltung und Stimmung. Es passieren wirklich tiefgründige Dinge und sehr viel Emotionen ohne das das groß in Szene gesetzt wird. Viel wird einfach erzählt und mit der Zeit werden einige Rätsel aufgeklärt.

Da ein Löwe im Fokus steht braucht es keinerlei Schnickschnack oder ähnliches im Film. Daher ist er auf eine art auch sehr schlicht. Am Ende wird daher aus meiner Sicht viel zu dick aufgefahren und leider wird der sehr glaubhafte und realistische Film auf den letzten Metern dann irgendwie künstlich. Das hat mich sehr geärgert aber es hat den gesamten Film für mich jetzt nicht runtergezogen. Empfehlen möchte ich ihn auf jeden Fall Familien und allen die ein Herz für Tiere haben,

eure Blue Diamond.

Mittwoch, 8. Januar 2020

The Goldfinch

Hallo meine Bücherwürmer,

heute gibt es ein ganz schön dickes Fressi für euch. Dieses Buch ist eher eine Mordwaffe, es ist riesig und schwer. Ich habe anderthalb Monate daran gelesen, kein Spaß. Ich hatte mir allerdings geschworen, dass ich es 2019 beende, und das habe ich dann am letzten Tag des Jahres auch getan. Heute möchte ich euch davon berichten.

Die Fakten:
  • Autor: Donna Tartt
  • Titel: The Goldfinch
  • Erschienen: 2013
  • Verlag: Little, Brown
  • Seiten: 771
  • Preis: 9,89 Euro
  • Klappentext: "Aged thirteen, Theo Decker, son of a devoted mother and a reckless, largely absent father, miraculously survives an accident that otherwise tears his life apart. Alone and rudderless in New York, he is taken in by the family of a wealthy friend. He is bewildered by his new home on Park Avenue, disturbed by schoolmates who don't know how to talk to him, tormented by an unbearable longing for his mother, and down the years he clings to the thing that most reminds him of her: a small, strangely captivating painting that ultimately draws Theo into the criminal underworld. As he grows up, Theo learns to glide between the drawing rooms of the rich and the dusty labyrinth of an antiques store where he works. He is alienated and in love - and his talisman, the painting, places him at the centre of a narrowing, ever more dangerous circle."

Zur Handlung: Theo ist von der Schule suspendiert. Dabei war es eigentlich gar nicht seine Schuld, sein Freund hat ihn in diese Situation gebracht. Aber es bringt nichts, darüber zu grübeln. Theo erwartet Ärger. Deswegen ist er nicht gerade bester Laune, als er sich mit seiner Mutter auf den Weg zur Schule macht, wo in ein Gespräch über seinen Fehltritt erwartet.

Doch auf der Taxifahrt wird der Mutter schlecht, das Taxi hält, die beiden steigen aus. Doch beim Durchatmen in einem Park werden sie vom Regen erwischt, flüchten sich in ein Museum. Theos Mutter liebt Kunst. Während er sich auf den Weg zum Gift Shop macht, bleibt sie zurück um die Kunstwerke zu bestaunen. Das ist, als es passiert. In diesem Moment ändert sich alles.

Was kann ich zu diesem Buch schreiben? Vielleicht zu allererst: Haben sich die anderhalb Monate gelohnt? Nicht so richtig für mich. Den Anfang des Buches habe ich geliebt. Ich war sicher, ich würde ihm fünf Sterne geben. Theos Schicksal ist hart, der Schreibstil wunderschön. Theo als Charakter ist anfangs sympathisch, wir fühlen mit ihm. Denn jedoch das nächste einschneidende Erlebnis: Sein Vater taucht auf und nimmt ihn mit nach Vegas. Mein erster Gedanke: oh oh. Ich sollte recht behalten. Ab da bekommt die Handlung einen realistischen aber anstrengenden Turn.

In Vegas verwahrlost Theo zusehends. Der einzige Mensch, der sich um ihn kümmert, ist ein alkoholabhängiger Teenager mit russischer oder ukrainischer Abstammung, ich bin nicht mehr sicher. Die beiden reißen sich gegenseitig in den Abgrund. Und der Fall dauert... und dauert... und dauert... Die folgenden 700 Seiten werden echt lang.

Nach wie vor war ich verliebt in den Schreibstil. Aber Theo hat sich immer mehr von sich selbst und mit entfremdet. Es wird schwerer mit ihm zu fühlen, zumal er selbst nicht mehr viel fühlt. Drogen werden ein wichtiger Teil der Geschichte. Dann der nächste Schicksalsschlag, der Weg zurück nach New York. Ich dachte, nun findet sich die Geschichte wieder, aber das nur für kurz.

Als nächstes folgt ein Zeitsprung über mehrere Jahre. Mein erster Gedanke: wenn wir den Teil überspringen können, warum mussten wir dann so lange das repetitive Zeug in Vegas lesen? Ich werde langsam ein bisschen genervt. Aber der Schreibstil ist immer noch toll, und nun habe ich ja auch schon so viel Zeit in das Buch gesteckt. Theo ist nun erwachsen, der für mich spannende Teil der Antiquitäten nimmt wieder etwas mehr Raum ein. Dann taucht auch seine alte Ziehfamilie wieder auf, ihr Schicksal ist etwas unglaubwürdig, aber ok. Die Charakterveränderungen haben wir verpasst. Wir tauchen neu in die Familie ein, erkennen sie aber eigentlich nicht wieder.

Dann kommt Kitsey und der nächste Zeitsprung. Inzwischen ist es mir ziemlich egal. Theo tut mir zwar irgendwie immer noch leid, aber er schaufelt sich inzwischen selbst erfolgreich sein Grab. Boris taucht wieder auf - ok, da war ja schon das foreshadowing - und klar ist, dass es ab hier nicht besser werden wird. Im Gegensatz zur Familie von Theos Kindheit hat sich Boris nämlich nicht wirklich verändert, was auf nichts Gutes hindeutet.

Die letzte Etappe beginnt mit der Verlobungsfeier. Endlich wird klar, wie der Anfang zum Ende passt. Allerdings habe ich den Anfang irgendwo auf den letzten 700 Seiten vergessen. Irgendwas mit Niederländern? Man sollte meinen, ab da geht jetzt alles schnell, aber nein, seitenlang sitzen wir mit einem fiebernden Theo in einem Hotelzimmer fest. Der Schreibstil immer noch toll. Boris taucht wieder auf, ist eben Boris, hat alles gelöst. Halleluja. The End.

Ich glaube, dieser Text ist jetzt etwas zynischer als angedacht. Aber die Frage, die sich mir am Ende stellte, war: warum das alles? Was ist die Message? Warum habe ich anderthalb Monate an diesem Buch geknabbert, um zu diesem Ende(?) zu kommen. So richtig eine Antwort habe ich nicht gefunden. Es ist nicht so, dass das Buch mir nicht gefallen hat, aber es wurde zum Ende hin sehr unbefriedigend. Und ich habe nun keine große Lust mehr den Film zu sehen.

Kann ich euch das Buch also empfehlen? Ich weiß es nicht. Ich denke, viele Leute mochten das Buch, es hat immerhin ja auch Preise gewonnen, aber viele werden damit nichts anzufangen wissen. Ich sitze irgendwo in der Mitte. Ich werde auf jeden Fall The Secret History von Donna Tartt probieren. Die Handlung sagt mir etwas mehr zu. Aber nicht allzu bald. Jetzt brauche ich erstmal etwas leichtere Kost.

Habt ihr das Buch gelesen oder den Film gesehen? Ich würde sehr gern eure Meinung hören!

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Sonntag, 5. Januar 2020

Salz für die See

Hallo meine Historienfreunde,

ich habe dieses Jahr mit einem recht kurzen Buch begonnen, damit ich gleich etwas für meine Lesestatistik tue. Dieses Buch hatte vor einigen Jahren ordentlich Hype bekommen und ich habe es beim letzten Gang durch die Bibliothek entdeckt. Da habe ich es gleich eingepackt und kann euch heute davon berichten.

Die Fakten:
  • Autor: Ruta Sepetys
  • Übersetzung: Henning Ahrens
  • Titel: Salz für die See (Original: Salt to the Sea)
  • Erschienen: 2016
  • Verlag: Königskinder Verlag
  • Seiten: 393 + Anhang
  • Preis: 8,95 Euro
  • Klappentext: "Die letzten Kriegstage des Jahres 1945: Tausende Menschen flüchten aus Angst vor der Roten Armee nach Westen. Darunter Florian, ein deutscher Deserteur, Emilia, eine junge Polin, und Joana, eine litauische Krankenschwester. Eine Notgemeinschaft, in der jeder ein Geheimnis hat, das er nicht preisgeben will. Denn der Krieg hat sie Misstrauen gelehrt. Im eiskalten Winter wählt der kleine Flüchtlingstreck den lebensgefährlichen Weg über das zugefrorene Frische Haff. In Gotenhafen, so heißt es, warte die Wilhelm Gustloff, um sie nach Kiel zu bringen. Doch auch auf dem Schiss sind sie noch lange nicht in Sicherheit."

Zur Handlung: Joana hat nur noch ein Ziel in diesem Krieg, sie will ihre Mutter wiederfinden, die vermutlich einzig Überlebende ihrer Familie, und dabei möglichst vielen Menschen helfen zu überleben. Deswegen hat sie eine kleine Gruppe Menschen um sich versammelt. Als Krankenschwester ist sie für viele überlebenswichtig.

Alles ändert sich an dem Tag, als ein junger Deutscher und eine Polin zu ihnen stoßen. Die beiden sind ein ungleiches Paar, doch sie bringen beide ihre Geheimnisse mit. Schnell wird klar, dass ihr Überleben sicherer ist, wenn sie zusammen bleiben. Und so machen sie sich mit vielen anderen Menschen auf den Weg zu den letzten ostpreußischen Häfen, der letzte Weg in die Sicherheit.

Wir folgen in diesem Buch insgesamt vier Charakteren, die sich immer mit sehr sehr kurzen Kapiteln abwechseln. Die Kapitel sind meist nur etwa 2-3 Seiten lang. Einige mochten das nicht gern, aber mich hat das sofort in die Geschichte hineingezogen. Sie wirkt dadurch noch schneller und hektischer, was für mich zum Thema passt. Es ergeben sich an manchen Stellen dann Wiederholungen, weil man dieselbe Sache aus unterschiedlichen Blickwinkel erfährt, aber da es immer nur so kurze Abschnitte waren, hat mich das nicht gestört.

Für mich war die führende Person der Geschichte Joana. Sie ist auch die Anführerin des Trecks, ob sie will oder nicht. Mit ihr kann man sich gut identifizieren, denn sie ist relativ rational, will anderen Menschen unbedingt helfen und trägt ihre eigenen Schuldgefühle gut verborgen. Durch Florians Brille sehen wir sie außerdem als sehr hübsch und begehrenswert, liebevoll und fürsorglich. Florian bleibt eine Weile ein Geheimnis, aber ich mochte das Element, das Thema, das durch ihn eingeführt wird. Emilia hat auch ihr Geheimnis, obwohl es für mich schon nach wenigen Seiten offensichtlich war. Sie wirkt ein bisschen anstrengend, da sie sich fast vergeblich an andere klammert, um zu überleben, aber ihre Figur macht dennoch Sinn für mich. Alfred ist der, über den sich immer alle beklagen, aber natürlich braucht man in so einer Geschichte nun mal auch einen Nazi. Er ist ziemlich eklig und schleimig und tut seinen Zweck. Da die Kapitel so kurz sind, fand ich es nicht schlimm, aus seiner Perspektive zu lesen.

Insgesamt nimmt das Buch zwei sehr spannende Themen des Zweiten Weltkriegs auf. Einerseits geht es offensichtlich und sehr ausführlich um die Wilhelm Gustloff und das damit verbundene Unglück, von dem bis heute nicht sehr viele Menschen wissen. Es wird auf jeden Fall in seiner Schrecklichkeit dargestellt, auch wenn man noch etwas mehr hätte betonen können, dass die Russen hier trotz allem nicht unbedingt die Bösen waren. Aber das war für mich alles gut gemacht. 

Andererseits geht es aber auch ein bisschen um den Kunstraub durch Hitler und die Verschleppung wichtiger Kunstwerke aus Polen und Russland nach Ostpreußen. Das vielleicht sagenumwobenste Kunstwerk davon war das Bernsteinzimmer. Als Kind habe ich immer liebendgern Dokumentationen darüber geschaut. Allerdings habe ich dann seit Jahren nicht mehr daran gedacht. Nach dem Beenden des Buches habe ich mir dann erstmal eine schöne Doku dazu gesucht.

Vor allem geht es aber natürlich um die Schrecken des Krieges. Wir folgen hier vier Kindern, die sich durch Schnee und Kälte schleppen, viele Verluste mit ansehen und erleben, um zu einem Hafen zu kommen, ohne zu wissen, ob dort noch ein Schiff ist um sie zu retten. Links und rechts davon sind Gewalt, Zerstörung und Tod. Wie Ruta Sepetys dies für jugendliche Leser umsetzt, fand ich sehr gelungen. Denn hier wird nichts beschönigt, aber trotzdem nichts unnötig in seiner Blutrünstigkeit dargestellt. Das Buch ist dadurch sicherlich keine leichte Kost, aber für die richtigen Leser sicherlich informativ.

Alles in allem hat mir das Buch also gut gefallen. Es ist recht kurz und kurzweilig, wir folgen Charakteren, mit denen man sich irgendwie identifizieren kann, und schauen dabei zu, wie sie in den Wirren des Krieges ums Überleben kämpfen. Jeder, der die Geschichte der Gustloff kennt, ahnt schon das Ende. Trotzdem ist es nicht völlig hoffnungslos, es ist auch nicht zu grausam oder zu heroisch geschrieben. Für mich bildet es die Zeit sehr gut ab. Ich kann es nur weiterempfehlen, wenn euch das Thema interessiert.

Kennt ihr das Buch? Habt ihr auch gern Dokus über verschwundene Schätze und gesunkene Schiffe geschaut als Kind?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Freitag, 3. Januar 2020

[Filmkritik] Coco - Lebendiger als das Leben!

Hallo im neuen Jahr auch an alle Filmfans,

diesen Film hat mir die liebe Kitty 2018 geschenkt, als es mir nicht so gut ging und ich habe ihn damals angefangen zu schauen, leider wollte aber mein PC nicht so richtig, als der Film dann zum Thema Tod kam, dachte ich so - ah vielleicht soll ich ihn gerade nicht schauen. Und nun über ein Jahr später hat mich die Filmeschauen-Lust gepackt und ich erinnerte mich, dass der ja noch offen ist.

Es handelt sich hier um eine Pixar Animation, also auch Disney, die 2017 erschien und etwas über 100 Minuten dauert. Freigegeben ist der Film ab 0 Jahren, einfach aufgrund des Genres und ich finde es super Kinder früh an das Thema heranzuführen, aber das Verstehen beginnt speziell bei diesem Film glaube ich erst so ab Grundschulalter. 2018 erhielt er gleich zwei Preise nämlich einen Oscar und einen Golden Globe Award, sowie zahlreiche Auszeichnungen. Muss also was dran sein, dass dieser Film wirklich gut ist und ja Leute, das ist er definitiv.

Die Handlung dreht sich um Miguel, der in Mexiko lebt, in einem Dorf, 12 Jahre alt ist und sich nicht so ganz in die Traditionen seiner Familie einfinden möchte. Was ihn am meisten belastet ist, dass er Musik liebt und seine Familie ihm Musik verbietet, denn diese habe ihr nur Unglück gebracht. Am Día de Muertos, einem mexikanischen Feiertag an dem man den Toten gedenkt, läuft das Fass auf allen Seiten über und Miguel zerstört versehentlich ein Bild auf dem Ahnenschrein der Familie seinen Ururgroßmutter. Damit das niemand bemerkt, versteckt er es. Parallel zu dem Feiertag findet auch ein Musikwettbewerb statt, bei dem Miguel teilnehmen möchte, doch er hat keine Gitarre und benötigt unbedingt ein Instrument. Er geht also auf den Friedhof zu seinem musikalischen Vorbild und will seine Gitarre leihen, doch dann passiert etwas Verrücktes. Miguel landet auf der Blumenbrücke die in das Reich der Toten führt und Tatsache kann er die nun auch noch sehen. Dort erlebt er nun einige außergewöhnliche Dinge.

Aus meiner Sicht ein ganz grandioser Film und weil ich nur schlecht schwärmen kann ohne zu spoilern, hier der offizielle Hinweis - könnte ab jetzt passieren!

Die Animationen sind wirklich herausragend gut umgesetzt. Ich liebe das Farbenspiel und die Vielfalt der Perspektiven. Wahrscheinlich wurde hier gute Recherche zu diesem Feiertag betrieben und alles was verkörpert wird, ist auch so in dem Glauben verankert. Die Blumenbrücke ist mein persönliches Highlight, genauso wie die Bedingungen um diese Blütenblätter.

Dann muss ich ehrlich sagen, hat mich total irritiert, dass der Film Coco heißt und dann treffen wir auf Miguel und wo um Himmelswillen ist Coco und wer ist das? Ja dann habe ich es irgendwann bemerkt und am Ende des Films war ich einfach nur hin und weg, sicher auch, weil meine eigene Oma dieses Jahr verstorben ist. Dieser Film hat mir einen ganzen Wasserfall von Tränen entlockt und das vor Trauer, vor Gerührtheit und vor Freude. Die Stimmungen kommen einfach so perfekt rüber und sind so präzise in Szene gesetzt, dass ist schon toll.

Besonders sticht auch der Familienzusammenhalt heraus und kann daher wohl jeden Familienabend bereichern. Auch das Thema Tod wird sehr schlicht und als eben einfach da und nicht als schlimm gezeigt. Warum die Toten dann weiter existieren, ist auch eine so wunderbare Idee, die nun wirklich jeder für sich selbst herausfinden soll. Und die Wegbegleiter erst - haaach.

Ein Film der von mir auf ganzer Linie empfohlen wird,

eure Blue Diamond.