Diesen Blog durchsuchen

Freitag, 5. Juni 2020

Der Sohn des Greifen

Hallo meine Fantasyfreunde,

heute geht es für mich weiter in meinem langwierigen Leseerfahrung mit Game of Thrones. Wir haben es inzwischen zu Buch 9 der deutschen Ausgaben geschafft. Die letzten beiden Bände fand ich ja wirklich sehr langweilig und ich weiß auch schon gar nicht mehr genau, warum Buch 9 nun doch von der Bibliothek zu mir gekommen ist. Aber so war es...

Die Fakten:
  • Autor: George R. R. Martin
  • Übersetzung: Andreas Helweg, Überarbeitung: Sigrun Zühlke & Thomas Gießl
  • Titel: Der Sohn des Greifen (Original: A Dance with Dragons 1)
  • Reihe: Das Lied von Eis und Feuer 9
  • Erschienen: 2012
  • Verlag: penhaligon
  • Seiten: 755 + Anhang
  • Preis: 16,00 Euro
  • Klappentext: "In Essos herrscht Daenerys Targaryen über eine Stadt, die auf Staub und Tod errichtet wurde. Die Sklaverei der Sklavenhandel von Meereen gehören zwar der Vergangenheit an, aber die Freiheit ihrer Untertanen ist noch immer bedroht. Denn nicht nur die Söhne der Harpyie planen den Untergang der Barbarenkönigin und ihrer Drachen, die gesamte zivilisierte Welt von Volantis bis Qarth ist in Aufruhr. Allerdings sind nicht nur Freinde, sondern auch Freier und Prinzen auf dem Weg zu Daenerys. Einer von ihnen ist Tyrion Lennister, ein verurteilter Mörder. Einer seiner Gefährten ist der Sohn des Greifen. Ihn umgibt ein gefährliches Geheimnis, das Daenerys' Anspruch auf den Thron von Westeros zunichte machen könnte. An der Mauer versucht Jon Schnee, der neue Lord Kommandant der Nachtwache, seine Männer auf den kommenden Winter und die Lange Nacht vorzubereiten. Aber wird er, umgeben von Feinden und falschen Freunden, konfrontiert mit Wildlingen, Wiedergängern und Stannis Baratheon, den richtigen Weg finden? Derweil hat Brandon Stark endlich das Ziel seiner langen Reise erreicht. Was wird ihn die dreiäugige Krähe, die ihm Flügel versprochen hat, wirklich lehren?"

Zur Handlung: Nach Band 4 (englischen Zählung) machen wir nun also einen großen Satz zurück in der Zeit und befinden uns wieder am Ende von Band 3. Diesmal folgen wir allerdings den Charakteren, die wir wohl alle im letzten Band schmerzlich vermisst haben: Jon Schnee, dem Giftzwerg, der Drachenlady, dem Zwiebelritter und Bran Stark, der von Publikumsliebling Hordor durch die Gegend getragen wird.

Dabei begegnen wir mal wieder Drachen, Sklaven, Wiedergängern, Kindern des Waldes, Feuergöttern und Priesterinnene, und so weiter. Man meint, die Phantasie von George Martin ist unerschöpflich, so viel hat er inzwischen in diese Reihe gepackt. Und er schafft es, in diesem Band noch mehr aus dem Hut zu ziehen.

Den Beginn dieses Bandes fand ich wieder sehr langweilig. Der dritte Band hatte mit einem Knall geendet und auch hier mussten jetzt erstmal alle wieder auf ihre Positionen geschoben werden, damit es im Inhalt weitergehen kann. Allerdings hat das Buch dann glücklicherweise - im Gegensatz zum Vorgänger - doch wieder Fahrt aufgenommen.

Was mir beim Lesen dieses Teils aufgefallen ist, ist, dass George Martin einfach nicht gut schreibt. Auch in diesem Band gibt es wieder einige Momente, die man nicht kommen sieht und die einen überraschen. Das ist grundsätzlich ja immer eine gute Sache. Genervt bin ich aber schnell, wenn dieser Twist nur dadurch zustande kommt, dass George Martin uns über tausende von Seiten einfach Informationen vorenthält. Und das würde vielleicht Sinn machen, wenn es eine Logik hätte, welchen Charakteren wir folgen. Wenn Tyrion eine Info nicht hatte bisher, dann ist es ja logisch, dass wir mit ihm überrascht sind über die Wendung. Aber wenn ein paar Seiten später dann plötzlich ein Mensch, der die ganze Zeit alles wusste, unser Erzähler für ein Kapitel wird, dann frage ich mich, warum der denn jetzt gerade erst auftaucht. Meine einzige Erklärung: bis gerade wusste George Martin selber nicht, dass diese Wendung eintreten wird. Er hat einfach überlegt: wie mache ich jetzt noch mehr Drama? Und dann ist ihm das eingefallen. Ich komme mir als Leser da eigentlich nur verarscht vor.

Das ist ein bisschen wie ein Krimi, bei dem ihr die ganze Zeit am Miträtseln seid, wer es nun war: der Butler, der Gärtner, die Geliebte. Und am Ende war es der geizige Onkel. Der kam zwar das ganze Buch nie vor, aber was soll´s?

Ich bekomme mit dieser Reihe immer mehr in einen Bereich, wo ich erwarte, dass das Ende nur eine Enttäuschung werden kann. Das wird natürlich durch das katastrophale Ende der TV-Serie nur noch schlimmer. Aber es sind einfach so viele Fässer offen, ohne das Martin einem die Antwort auf irgendwas bisher gegeben hat, dass ich glaube, er weiß selbst gar nicht, was los ist. Ich meine, was ist mit dem Feuergott, ist der echt? Oder ist das alles nur Hokuspokus? Die Kinder des Waldes, was sind die und warum? Die Wiedergänger, wo kommen die eigentlich her? Drachen? Und jetzt auch noch Grünseher, welche Magie ist das? Es ist alles einfach zu viel...

Am Ende hat mich das Buch aber doch irgendwie wieder mehr ergriffen. Das letzte Kapitel war so gar nicht, was ich lesen wollte, aber auf Theon ist eben kein Verlass. Ich denke, ich werde die Reihe weiter fortsetzen irgendwann. Aber im Moment ist mein Bedarf erstmal wieder gefüllt. Ich wünschte, George Martin könnte mir mehr das Gefühl geben, dass er einen Plan für seine Geschichte hat und nicht wahllos Dinge zusammenstümpert.

Negativ erwähnen möchte ich noch die fettphobischen Kommentare, die das halbe Buch prägen. Außerdem ist Martins Sexismus nervig. Ich hasse alte weiße Männer, die junge Mädchen wie Daenerys schreiben. 

Alles in allem ist dieser Band wieder besser als die Vorgänger. Wer sich also bis hierher gekämpft hat, und mit dem Gedanken spielt, der kann getrost weiterlesen. Aber ich kann den Hype nach wie vor leider nicht verstehen und hoffe immer, dass Menschen erkennen, dass es so viel bessere, diversere, kreativere und durchdachtere Fantasy-Romane gibt.

Wie ergeht es euch mit der Reihe? Begeistert oder schon ausgestiegen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:


Mittwoch, 3. Juni 2020

Die Eleganz des Igels

Hallo zusammen,

dieses Buch habe ich von einer Arbeitskollegin vor 2 Jahren geschenkt bekommen und war sehr verblüfft über die Auswahl, jetzt im nachhinein passt es wie die Faust aufs Auge.

Fakten:
  • Autorin: Muriel Barbery
  • Übersetzerin: Gabriela Zehnder
  • Roman
  • 2009 erschienen
  • 384 Seiten
  • dtv Verlag
  • Preis: 10,90€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Renée ist 54 Jahre alt und lebt seit 27 Jahren als Concierge in der Rue de Grenelle in Paris. Sie ist klein, hässlich, hat Hühneraugen an den Füßen und ist seit längerem Witwe. Paloma ist 12, hat reiche Eltern und wohnt in demselben Stadtpalais. Hinreißend komisch und zuweilen bitterböse erzählen die beiden sehr sympathischen Figuren von ihrem Leben, ihren Nachbarn, von Musik und Mangas, Kunst und Philosophie. Die höchst unterhaltsame und anrührende Geschichte zweier Außenseiter, ein wunderbarer Roman über die Suche nach der Schönheit in der Welt."

Ja das klingt nicht nur grandios verrückt, es ist es auch. Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten in den Lesefluss zu kommen. Renee's Art und Weise und der Stil in dem ihre Kapitel geschrieben sind ist mir schwer gefallen. Ihre Perspektive bringt aber auch viel Erfrischung in die Geschichte.

Alles ist sehr trübsinnig und ernst geschrieben und formuliert. Da bringt so eine trockene und direkte Art Abwechslung.

Paloma kommt keineswegs wie ein 12 jähriges Mädchen rüber. Sie hat was rebellisches und ist so zynisch. Eine ganz außergewöhnliche Mischung für so einen Hauptcharakter. Vielleicht nicht die realistischste Darstellung aber das stört überhaupt nicht.

Die beiden leben im Grunde in zwei völlig verschiedenen Welten und haben trotzdem ein Verständnis für einander was allen anderen abgeht.

Richtig witzig ist die Figur des asiatischen Gastes der beide Leben auf den Kopf stellt. Wenn diese Geschichte metaphorisch gemeint ist, dann ist er das Glück im Leben. Der wunderbare Zufall der jede schlechte Stimmung ins Gegenteil verkehrt.

Aus meiner Sicht ist dieses Buch für diejenigen die immer mal über den Sinn des Lebebs sinnieren. Es ist ein Buch mit Tiefgang, daher braucht man für die paar Seiten auch etwas länger. Ich mochte diese Geschichte wirklich sehr, ich mag ihren Ton und die zahlreichen Herausforderungen,

Eure Blue Diamond.


Sonntag, 31. Mai 2020

Die Flügel meines schweren Herzens

Hallo meine Lyriker,

heute möchte ich euch von einem Buch berichten, das ganz untypisch für mich ist. Gesehen habe ich es erstmals auf dem Kanal Caros Bücher und war gleich interessiert. Dann stand es aber wieder mal ewig in meinem Regal, bis es perfekt zu einer Lesechallenge gepasst hat.

Die Fakten:
  • Herausgeber: Khalid Al-Maaly
  • Übersetzung: Khalid Al-Maaly und Heribert Becker
  • Titel: Die Flügel meines schweren Herzens
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Manesse Verlag
  • Seiten: 190
  • Preis: 19,95 Euro
  • Klappentext: "Vom überraschend freizügigen erotischen Vers aus dem 7. Jahrhundert bis zum zeitgenössischen Gedicht über Krieg, Flucht und Exil: Diese zweisprachige Sammlung bietet erstaunliche Einblicke in das Selbstverständnis arabischer Dichterinnen."

In dieser Sammlung sind demnach Gedicht von arabischen Dichterinnen vereint. Diese sind chronologisch sortiert vom 5. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Die Gedichte sind dann immer nach Autorin abgedruckt, wobei von einigen nur ein Gedicht enthalten ist, von anderen mehrere. Außerdem steht immer auf einer Seite das Original in arabisch, und auf der anderen Seite die Übersetzung. Das finde ich bei solchen Bändern immer gut, auch wenn ich das arabische nicht lesen kann.

Die Sammlung ist sehr kurzweilig. Man fliegt regelrecht hindurch. Ich mag es immer am liebsten, wenn ich Gedichte laut lesen kann. Dabei haben wir die ersten Gedichte aus den frühen Jahrhunderten besser gefallen als die späteren. Ich mochte, wie furchtlos, unverblümt und teilweise böse diese Gedichte waren. Falls ich je einen Heiratsantrag ablehnen muss, habe ich hier Inspiration.

Die späteren Gedichte sind dann stärker auf Krieg und Leid bezogen, wie man es erwarten würde. Allerdings ist moderne Dichtung für mich immer nicht ganz so toll. Keine Ahnung, warum. Ich bin allgemein nicht sehr bewandert darin, Gedichte zu lesen, daher suche ich vermutlich immer eher nach toller Sprache als nach schweren Themen, die mich berühren. Diese suche ich dann eher in Romanen und in Memoiren.

Genervt hat mich an diesem Buch lediglich, dass die Biografien zu den Dichterinnen hinten abgedruckt waren. Da ich all diese Frauen nicht kannte, habe ich immer erst die kleine Biografie gelesen und dann die Gedichte. Das erforderte dann sehr viel blättern, wenn man das ein bisschen hintereinander weg lesen will. Außerdem fand ich die alphabethische Sortierung der Dichterinnen im Biografien-Teil und die chronologische Sortierung der Gedichte mehr als verwirrend. Das liegt auch daran, dass bestimmte Namensteile nicht für die alphabethische Sortierung relevant waren, was ich aber als ungebildete Deutsche bis zum Ende nicht durchschaut habe. Schöner wäre es gewesen, wäre die Biografie immer einfach auf der Gedichtseite mit abgedruckt gewesen. Meist füllen die Gedichte eh keine ganze Seite aus und man hätte so noch etwas Papier gespart. 

Abgesehen davon kann ich diese Kollektion allerdings allen Interessierten ans Herz legen. Ich glaube, es ist ganz generell für jeden etwas dabei und damit gelingt ein guter Einstieg in das Thema für alle, die wie ich bisher noch nichts von arabischen Dichterinnen gelesen hatten. Ich fand dieses Buch deswegen sehr ansprechend, und es sieht schön im Regal aus.

Kennt ihr das Buch schon? Und interessiert euch solche Dichtkunst?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Freitag, 29. Mai 2020

[Filmkritik] Tinkerbell - Filmreihe

Hallo an alle Disneyfans,

heute möchte ich über eine ganze Filmreihe sprechen, wo mir die Namensgeberin sehr am Herzen liegt. Ja ich habe auch ein kleines Tattoo von ihr. Es geht um die liebe Tinker Bell.

Kommen wir zunächst zu der Reihe und ihren Titeln:

  • Tinker Bell (2008)
  • Tinkerbell - Die Suche nach dem verlorenen Schatz (2009)
  • Tinkerbell - Ein Sommer voller Abenteuer (2010)
  • Disney Fairies - Die großen Feenspiele (2011)
  • Das Geheimnis der Feenflügel (2012)
  • Tinkerbell und die Piratenfee (2014)
  • TinkerBell und die Legende vom Nimmerbiest (2014) 
Eine Fee wird geboren, wenn ein Baby das erste mal lacht - allein das muss doch jeden ebenso zu einem glücklichen Lachen bringen. 

Eine Tinker Fee hat die besondere Gabe Dinge zu erfinden und auch zu bauen. Sie sind erfinderisch und handwerklich talentiert. Übrigens ist das vom Wortstamm keine Erfindung von Disney. Diese Fähigkeiten mit tinkern zu beschreiben geht unglaublich weit zurück.

Die Geschichten drehen sich vor allem um Zusammenhalt und Freundschaften. Sie zeigen das Direktheit und Ehrlichkeit immer die beste Variante sind. Das ist generell eine wunderbare Nuance an diesen Filmen - sie haben immer ganz leicht verständliche erzieherische Aspekte und kommen dabei einfach so so niedlich rüber. 

Mein Lieblingsteil ist Das Geheimnis der Feenflügel da hier zwei Welten gezeigt werden. Endlich kommt auch der Winter dazu der mir vorher gefehlt hat. Feen sind nämlich auch dafür verantwortlich. 
Was ich nicht so gut finde ist, dass es doch kaum echte Konflikte gibt beziehungsweise wenn dann stechen sie nicht hervor oder heben sich ab. Alles ist irgendwie Ton in Ton und damit auch eine Stimmlage was für Konflikte unwirklich ist. 

Empfehlen würde ich es vor allem Kindern bis 12 Jahren. Da können meiner Meinung nach alle etwas von mitnehmen und natürlich als Fans. 

Habt ihr auch solche Figuren die eine besondere Rolle für euch spielen?

Eure Blue Diamond.

Donnerstag, 28. Mai 2020

[Filmkritik] Der König der Löwen

So meine Lieben,

dieses Highlight wollte ich mir bis zum Schluss aufheben, auch weil ich mich ewig nicht getraut habe ihn zu schauen. Die Faszination des Zeichentrickfilms aus 1994 kennen viele von euch sicher.
Daher gehe ich auch davon aus, dass alle die Geschichte kennen. Diese liegt hier sehr sehr nah am Original, es sind mehr die Charaktere die eine leichte Veränderung durchgemacht haben.

Diese Realverfilmung ist vollständig animiert und diese ist wundervoll umgesetzt. Die Detailgewalt ist großartig, das kommt sicher mit Absicht, besonders gut zur Geltung als ausschließlich einer kleinen Maus gefolgt wird. Die Farben sind intensiv und strahlen selbst in düsteren Szenen.

Ein paar Dinge haben mir aber nicht gefallen. Zazu ist hier irgendwie ein kläglicher Vogel. Auch Scar hat ein Rad ab und kommt total hilflos rüber. Der erwachsenen Simba macht einen trotteligen Eindruck aber das ist ja irgendwie auch süß.

Was mir unglaublich gut gefallen hat waren die Hyänen. Die sind gefühlt intelligenter als im Zeichentrickfilm und verhalten sich auch natürlicher. Timon und Pumbaa sind großartig. Sie stecken voller Ironie und ständig hatte ich das Gefühl das die beiden ihre Rollen getauscht haben.

Außerdem hat dieser Film eine sehr schöne Atmosphäre. Man kann sich einfach in diese Welt und die Savanne fallen lassen. Es ist eine tolle Erinnerung an den ersten Film und auch jetzt ein tolles Erlebnis.

Auch wenn es das erstmal für Realverfilmungen war, so geht es morgen trotzdem weiter,

eure Blue Diamond.

Mittwoch, 27. Mai 2020

[Filmkritik] Alladin

So ihr Lieben,

heute kommen wir zu einer echten Überraschung. Aladdin war für mich immer eine Geschichte die mich eher gegruselt hat. 1992 kam diese als Zeichentrickfilm raus. Ich vermute mal da damals die Geschichten aus 1001 Nacht noch fremd waren. Heute ist das ganz anders und ich das Interesse oder die Neugier vielleicht sogar groß.

Das erklärt für mich auch ein wenig warum diese Realverfilmung nur so glotzt vor lauter Protz. Das meine ich nicht negativ aber innerhalb dieser 130 Minuten fällt man von einer Faszination in die nächste.

Die Besetzung ist mit Will Smith als Dshinni natürlich grandios, doch auch die anderen Besetzungen können sich wirklich sehen lassen. Besonders mochte ich die Prinzessin und ihre Zofe. Natürlich auch unschlagbar und toll animiert sind Affe und Teppich.

Der Teppich ist übrigens mein absolutes Highlight und ich hätte zu gern selbst einen. Wer denn auch nicht?

Ebenso wirklich toll und ergreifend ist die ganze Szenerie, hier waren sehr kreative Leute am Werk und ich war einfach hin und weg. Dshinnis Animation ist besonders gut gelungen. Ein unglaublich imposanter Geist. Weniger toll oder so stark wie ich eigentlich erwartet hätte, waren der König und sein Vetter. Zwei so mächtige Männer die für mich irgendwie lächerlich waren.

Die Musik ist wunderschön gewesen. Doch ein bisschen Kritik bleibt nicht aus. So ist die Geschichte leicht verändert und das Ende zwar clever aber total plump umgesetzt. Das hat mich fast schon geärgert.

Aber trotzdem eine absolute Empfehlung. Man muss ehrlicherweise Will Smith mögen und eben auch die arabische Welt,

eure Blue Diamond.

Dienstag, 26. Mai 2020

[Filmkritik] Dumbo

Hallo an alle 90er Kinder,

der nächste Disneyfilm als Realverfilmung den ich euch vorstellen möchte, ist Dumbo. Das ist einer meiner absoluten Kindheitsfilme, also so frühe frühe Kindheit, so direkt nach Bambi frühe Kindheit.

Diese Version hier geht knapp zwei Stunden und stammt aus der Feder von Tim Burton, was man auch ohne es zu wissen, sehr schnell erkennt. Geht es euch auch so, dass man einfach nur wenige Momente braucht und zack man weiß, das ist ein Tim Burton. Das Original ist aus 1939, die Realverfilmung aus 2019.

Von der Zeichentrickversion unterscheidet sich diese hier schon mehr als bei Susi und Strolch. Dumbo wird hier zwar auch in einem Zirkus geboren, doch wird er mehr oder weniger zum Begleiter zweier Kinder deren Vater mit nur einem Arm aus dem Krieg zurück gekommen ist und darunter natürlich leidet. Seine Pferdenummer die dem Zirkus viel Geld brachte, ist nicht mehr möglich. Dafür soll er aus Dumbo eine Wahnsinnsnummer machen. Dank einem kuriosen Trick den die Kinder entdecken, klappt das auch.
Dumbo wird zu einer so großen Nummer, dass der wohl erste Freizeitpark der Welt auf ihn aufmerksam wird und ihn haben will. Das da nur was schief gehen kann, könnt ihr euch denken.
Milly und Joe Farrier, gespielt von Nico Parker und Finley Hobbins, sind die besagten Kinder und sie fügen sich einfach perfekt in die Szenarie ein. Sie tragen all den Kummer, die Sorgen und den Schmerz durch den Film. Natürlich ist man ebenso unglaublich emotional an Dumbo gebunden, doch ja das hat so was Normales, denn wer ist von Tierbabys denen die Mutter genommen wird nicht gerührt? Diese Kinder haben natürlich auch Schreckliches erlebt, doch das haut sie kein bisschen aus der Bahn. Ihre Rollen sind einfach grandios.
So viel Güte wie die beiden haben, so viel Schlechtes und Verachtenswertes gibt es auch im Film. Auch diese Sequenzen sind außerordentlich treffend und gut gestaltet. Sie sind auf eine grausame Art ehrlich und direkt.

Natürlich bringt die Faszination des Zeitalters in dem der Film spielt nochmal einen extra Bonus. Ich bin mir sicher, dass ein solcher Film wenn er heutzutage spielen würde nicht mal annähernd so viel Authentizität haben kann. Wie gewohnt sind Tim Burton Filme sehr kontrastreich und das meine ich vor allem im Bezug auf die Farben. Alles ist zwar grundsätzlich gedeckt gehalten, doch der Unterschied wird auch zwischen Gut und Böse noch einmal ganz klar.
Um alle ausgearbeiteten Details zu sehen muss man diesen Film sicher mehrfach schauen. Ich glaube nicht, dass alles sofort erfasst werden kann. Hin und wieder war er mir zu aufgedreht, doch das ist meckern auf ganz hohem Niveau.
Neben Dumbos Wunder wird auch das Thema Toleranz und Respekt in den Fokus gesetzt. Ein feiner Unterton, der nicht zu aufdringlich ist. Mochte ich.
Insgesamt hat mich dieser Film mehrfach heulen lassen, ich war gerührt, begeistert und mitgerissen. Ja ein toller Film für einfach jeden Abend, jederzeit und jedermann,

eure Blue Diamond.




Montag, 25. Mai 2020

[Filmkritik] Susi und Strolch

Hallo an alle Disneyliebhaber,

dank dem Disney+ Abo habe ich in letzter Zeit sehr viele Filme geschaut und packe euch diese nun in eine Woche. Heute widmen wir uns zunächst Susi und Strolch. Das ist wohl einer der Disneyfilme wo man nicht zuerst an die Musik denkt, sondern an Spaghetti die man sich unbedingt mit jemandem teilen möchte, den man gern hat. 2019 wurde diese Realverfilmung des Zeichentrickfilms aus 1955 auf Disney+ veröffentlicht. Bei solchen Filmen sind die Stimmen immer wesentlich wichtig und ich finde hier wurde eine wunderbare Auswahl getroffen. Nur Susi hat irgendwie nicht so viel Charme abbekommen, wie ich ihr gewünscht hätte. Aber da gewöhnt man sich schnell dran.
Die Geschichte kennen denke ich die meisten. Kurz zusammen gefasst - wir erleben eine glänzend harmonische Familie die ihr Glück erst mit einem Hund, dann mit einem Baby krönt. Doch das Familienleben wird manchmal durch fremde Einflüsse gestört, wodurch Missverständnisse entstehen. Susi trifft auf Strolch, dessen Benehmen ihr völlig fremd ist und sie merkwürdig findet, doch dann zeigt er ihr Orte und Momente, die für sie atemberaubend sind. Ja wir haben es hier mit einer wundervollen Liebesgeschichte zu tun. Ehrlicherweise werden Fans hier keine 1:1 Nachahmung des Zeichentrickfilms finden. Die meisten Unterschiede haben mir gut gefallen. Es wird tatsächlich auch ein bisschen Politik und Emanzipation eingebaut, was mir sogar ein Schmunzeln auf die Lippen gezaubert hat.
Kommen wir nun zu den Besonderheiten. Ich frage mich immernoch, wie viele Szenen echt waren, so mit kleinen Hundetricks gestellt und wie viele eher computeranimiert wurden. Da erkennt man natürlich die offensichtlichen sehr leicht, aber der Film hat wesentlich mehr zu bieten. Ich mochte auch sehr wie sie die Lieder angepasst haben, ich glaube sogar, dass mir diese hier besser gefallen. Ehrlich, bis kurz vor dem Ende war ich überzeugt, diese Realverfilmung würde mir besser gefallen, als der Zeichentrickfilm. Doch naja, dann kamen eben die letzten Szenen und ich war ob der Einfachheit einfach ein wenig enttäuscht. Mir fehlte eindeutig das Drama, es war fast schon langweilig. Aber das ist auch mein einziger Kritikpunkt, naja und Susis Stimme, aber das fällt da ja fast schon hinten runter. Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich Susi irgendwie sehr naiv dargestellt. Klar soll sie so in der Art auch rüberkommen, aber so wie hier, ist es für meinen Geschmack doch etwas zu naiv.
Empfehlen kann ich den Film für einen schönen Familienabend. Ich kann mir aber nicht ganz vorstellen, ob Kinder hier lang bei der Stange bleiben und den Film durchhalten, denn er birgt eben nicht so viel Action oder Spannungsmomente. Vielleicht ist es ja auch so, dass diese Realverfilmungen eher für Erwachsene gemacht sind.

Was haltet ihr generell von solchen Verfilmungen?

Eure Blue Diamond.

Freitag, 22. Mai 2020

Tränenmond

Hallo meine Lesemäuse,

in den vergangenen Monaten und Jahren habe ich meine Liebe für Biografien von Frauen entdeckt, die in einer ganz anderen Gegend der Welt aufgewachsen sind als ich. Ich habe euch Bücher auch Nordkorea vorgestellt, aus Pakistan und heute kommen wir zu Marokko. Ich war selbst schon mal in Marokko im Urlaub, 15 Jahre ist das inzwischen her, aber ich liebe diesen Teil der Welt geografisch. Anders sieht es allerdings mit den herrschenden Normen und Werten in dieser Gegend aus, vor allem mit den Einstellungen zu den Rechten von Frauen. Darüber hat dieses Buch einiges zu sagen.

Die Fakten: 
  • Autor: Ouarda Saillo
  • Titel: Tränenmond
  • Erschienen: 2004
  • Verlag: RM Buch und Medien Vertrieb
  • Reihe: Gezeiten der Hoffnung
  • Seiten: 378
  • Preis: 6,00 Euro
  • Klappentext: "Der Vater, ein Mann ohne Selbstbewusstsein, kann die Eigenständigkeit seiner Frau nicht länger ertragen. Er schlägt sie - aber nichts ändert sich. Da wächst in ihm ein teuflischer Plan heran, und er macht die fünfjährige Ouarda zu seiner Mitwisserin. Damit stellt er sie vor eine schwere Entscheidung: Soll sie ihm gehorchen, oder der Mutter in ihrer Not beistehen? Ouarda verlässt das Elternhaus, und es passiert, was der Vater angekündigt hat. Die Tochter fühlt sich schuldig am Tod der Mutter und macht sich Vorwürfe. Heute, nach über zwanzig Jahren, kehrt Ouarda an den Ort des Grauens zurück. Sie löst den Konflikt von damals auf und verabschiedet sich von ihren Schuldgefühlen. Doch die Trauer bleibt, und der Weg zurück ist lang."

Zur Handlung: Ouarda Saillo wächst als eine der jüngeren Töchter in einer Familie auf, in der Gewalt zur Tagesordnung gehört. Der Vater hat seinen Antrieb verloren, gibt sich täglich Drogen hin und wähnt sich als Schatten des Propheten. Er geht keiner Arbeit mehr nach und kann die Familie nicht versorgen. Die Mutter versucht dieses labile Konstrukt namens Familie zusammen zu halten. Sie hat sich das alles nicht ausgesucht, sondern wurde an den einst so wortgewanden und weltoffenen älteren Mann verheiratet.

Das Leben von Ouarda nimmt an dem Tag eine tragische Wende, als der Vater endlich seinem Verlangen nachgibt, seine Frau bis in alle Ewigkeit zu dominieren und jede Chance, dass sie fremdgeht, zu vernichten. Er tötet sie und zündet ihre Leiche auf dem Hausdach an. Die Nachbarn verständigen die Behörden und von einem Tag auf den anderen werden die sieben Kinder der Familie obdachlos. Sie haben nichts außer sich gegenseitig, und eine gierige Familie, die noch den letzten Cent aus ihnen herauspressen möchte.

Dieses Buch ist nicht für Zartbesaitete. Wir starten mit dem Kapitel, das den Tag des Todes von Ouardas Mutter beschreibt. Dies ist also kein Spoiler, sondern der Aufhänger der Geschichte. Danach gehen wir zurück zu Ouardas Kindheit bis zu diesem Tag. Wir sehen das Gute und das Böse. Dieser Teil lässt sich besonders schwer lesen, weil man den Ausgang bereits kennt und keine Hoffnung hat, dass die Mutter ihrem Ehemann irgendwie entkommen kann - obwohl wirklich alle die Warnzeichen sehen.

Danach gehen wir mit Ouarda durch den Rest ihrer Kindheit und Jugend, bis es ihr letztlich gelingt, Marokko den Rücken zu kehren und ein neues Leben zu beginnen. Von diesem neuen Leben erfahren wir fast nichts. Wir sehen aber, wie sie noch einmal zurückgeht, um endlich Klarheit zu erlangen, ihrem Vater zu vergeben und mit Marokko und ihrer Familie Frieden zu schließen.

Ouarda und ihre Geschwister leben nach dem Tod der Mutter und der Verhaftung des Vaters bei dem Bruder des Vaters. Dieser hat es scheinbar vor allem auf das schöne Haus abgesehen. Ouarda und ihre Geschwister werden hauptsächlich als ungewollte Mitbewohner behandelt, denen man gelegentlich etwas Miete abzwacken kann. Ouarda ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal in der Schule. Sie beschreibt eindrücklich die schlechte Erziehung ihrer Cousins und Cousinen, die sich in ihren Augen unehrenhaft verhalten - in meinen auch. Und sie betont den Einfluss ihrer großen Schwestern, die sich immer von der schiefen Bahn abgehalten haben. 

In diesem Buch geht es fast ausschließlich um Familie, man könnte sagen: the Good, the Bad, the Ugly. Wenig Good, viel ugly Bad. Wer also bei diesem Thema Probleme hat, also zum Beispiel bei Kindesmisshandlung, Gewalt gegen Kinder, Kinder bedrohen, Hungern und so weiter, der sollte einen Bogen um das Buch machen. Das Buch geht dabei nicht in unnötige Details, aber es malt schon ein anschauliches Bild. 

Ich habe trotzdem immer eine gewisse Distanz zu Ouarda empfunden beim Lesen. Das hatte damit zu tun, dass das Buch zwar relativ linear erzählt ist, aber dann doch gelegentlich springt. Dann geht es kurz um etwas, wo sie 16 war, und gleich darauf sind wir zurück in der zweiten Klasse. Manchmal konnte ich daher Dinge zeitlich nicht so gut einordnen. Das Buch besteht eher aus Vignetten als aus einer stringenten Erzählung.

Ich glaube, insgesamt hätte das Buch mich noch mehr berühren können. Ich habe in letzter Zeit einfach zu viele sehr gute Bücher in dem Bereich gelesen und bin vielleicht auch verwöhnt worden. Aber ich habe mir einfach noch ein bisschen mehr gewünscht an der Art, wie das Buch geschrieben ist. Ich find es aber total spannend, mal von einer Person zu lesen, die nach Deutschland eingewandert ist. Darüber hätte ich gern viel mehr Bücher. Es war auch interessant, wie sie Europa und Deutschland in ihrer Kindheit und dann kurz vor der Migration wahrgenommen hat.

Alles in allem fand ich das Buch gut. Es ist ein schnelles Leseerlebnis, das einem vor Augen führt, warum es so wichtig ist die Schwachen überall - global - zu schützen. Warum Kinder und Frauen Rechte brauchen und Menschen, die für diese eintreten. Das es starker Staaten und Institutionen bedarf, die Frauen und Kinder schützen. Und solche Bücher brauchen wir einfach!

Kennt ihr dieses Buch oder die dazugehörige Reihe? Ich hatte es mal gebraucht bei Medimops bestellt und dann über Jahre im Schrank einstauben lassen. Ich wusste nicht mal, dass es kein Roman sondern eine Autobiografie ist - weil Roman draufsteht... Ich habe gerade gesehen, dass die Autorin auch noch ein Buch über ihr späteres Leben verfasst hat, das habe ich mal auf meine Wunschliste geschoben.

Bis bald,
Eure Kitty Retro







Meine Bewertung:

Mittwoch, 20. Mai 2020

Mein Herz zwischen den Zeilen

Hallo an alle Märchenliebhaber,

dieses Buch befand sich schon ewig in meinem Regal und ich habe es irgendwann bestimmt wegen dem Cover gekauft. Ich überlege auch gerade ganz doll ob mir das jemand geschenkt hat? Aber nein, das wüsste ich doch.

Fakten:
  • Autoren: Jodi Picoult und Samantha van Leer
  • Übersetzer: Katharina Förs und Christa Prummer-Lehmair
  • Jugendbuch
  • 2013 erschienen
  • 288 Seiten
  • Boje Verlag
  • Preis: 11,00 €  (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"»Hilf mir« - Deliah kann es kaum fassen, als sie diese Nachricht in ihrem Lieblingsbuch findet. Offensichtlich hat Oliver, der umwerfend gut aussehende Prinz der Geschichte, die Bitte speziell für sie hinterlassen. Und tatsächlich: Schnell stellen die beiden fest, dass sie über die Grenzen der Buchseiten hinweg miteinander sprechen können. Doch das reicht ihnen schon bald nicht mehr aus. Oliver ist schon lange genervt von seinem Märchen, das er immer wieder durchspielen muss, sobald ein Leser das Buch aufschlägt. Und er findet Gefallen an Deliah, die so anders ist als die langweilige Prinzessin Seraphima, die er sonst immer küssen muss. Da ist es doch klar, dass er endlich zu ihr will! Und Deliah: Die hat sich längst Hals über Kopf in ihren Märchenprinzen verliebt. Und ist begeistert von der Idee, Oliver aus dem Buch herauszuholen. Doch wie können die beiden es schaffen, die Grenzen zwischen ihren so unterschiedlichen Welten zu überwinden?"

Dieser Klappentext ist für meine Begriffe viel zu lang und ausschweifend. Viel passender hätte ich die einleitenden Worte der Autorin zur Entstehung gefunden. Da erzählt sie, wie ihre Tochter als Co-Autorin ihr eine Idee berichtete und beide daraus eben dieses Buch schrieben.

Das gesamte Buch ist total schön gestaltet. Es gibt wunderschöne Zeichnungen darin und auch das Cover ist einfach wundervoll. Das es eine Spielkarte ist, hat sich mir jetzt nicht erschlossen, aber das macht ja nichts.
Zur Handlung - Deliah ist nicht das typische Mädchen, sondern gehört eher zu den Außenseitern. Daher ist es nur logisch, dass sie sich in eine andere Welt flüchten, bei ihr eben die Welt der Bücher. Dabei stößt sie auf ein Märchenbuch, was sie fesselt. Später stellt sich sogar heraus, dass es das einzige seiner Art oder Ausgabe ist.

Oliver ist der Held des Märchens was Deliah so liebt. Seine Perspektive ist aus dem Buch heraus und das ist für mich mal was anderes gewesen. Die Handlung dreht sich so nebenbei auch um das Märchen, viel mehr im Fokus steht aber, dass Verhältnis von Oliver und Deliah. Die beiden sind nämlich irgendwie verliebt und versuchen alles, um einander nah zu sein.

Schließlich nimmt die Geschichte mehrere verrückte Wendungen, die mich auch begeistert haben. Klar ist das ganze Buch jetzt nichts super spannendes und actiongeladenes, aber es ist einfach schön und so gefühlvoll mitnehmend. Wie ein Märchen eben sein sollte.

Ich mag sehr, wie Geschichten hier als einzigartig und unumkehrbar beschrieben werden, aber auch die Lösung dessen. Dank meiner blühenden Fantasie habe ich mir oft gewünscht, dass es meine liebsten Figuren auch im echten Leben gibt oder habe mich in eine ferne Welt geträumt.

Eine noch viel bessere Idee war für mich die Beschreibungen der Geschichten und dem was die Charaktere tun, wenn die Bücher zu sind. So herrlich, wirklich einige Lacher wert.

Empfehlen möchte ich das Buch an jugendliche Mädchen die es lieben zu lesen. Ich denke so ab 10 Jahren ist es perfekt und wahrscheinlich so ab 15 Jahren nicht mehr interessant. Für echte Liebhaber halte ich es auch für sehr geeignet, allein schon wegen der tollen Aufmachung.

Jetzt würde ich am liebsten selbst in irgendein Märchen versinken,

eure Blue Diamond.

Sonntag, 17. Mai 2020

The Language of Thorns

Hallo liebe Fantasy-Leser,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, dass schon viel zu lange in meinem Regal verstaubt ist. Viele von euch kennen sicherlich die Grischa-Bücher. Ich habe jedes einzelne gelesen, außer diesen Band von Märchen, die in der Grischa-Welt spielen. Da das Buch eher früh in diesem Universum erschienen war, hatte ich Angst, dass es noch zu sehr wie die Grischa-Trilogie ist, und zu wenig wie die Folgebücher, die mir dann besser gefallen haben.

Die Fakten:
  • Autor: Leigh Bardugo
  • Illustration: Sara Kipin
  • Titel: The Language of Thorns
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Orion Childrens Books
  • Reihe: Geschichtensammlung aus dem Grisha-Verse
  • Seiten: 278
  • Preis: 11,99 Euro
  • Klappentext: "Love speaks in flowers. Truth requires Thorns. A collection of six lavishly illustrated stories filled with betrayals, romance and revenge. Travel to a world of dark bargains struck by moonlight, of haunted towns and hungry woods, of talking beasts and gingerbread golems, where a young mermaid's voice can summon deadly storms and where a river might do a lovestruck boy's bidding, but only for a terrible price."

Wie immer sage ich zunächst etwas zu jeder Geschichte und gebe euch dann mein Fazit zum Buch:
 
  • Ayama and the Thorn Wood
In dieser ersten Geschichte reisen wir nach Zemeni, das von Afrika inspiriert ist. Diese Geschichte enthält Elemente, die an die Schöne und das Biest, an 1001 Nacht, an den Minotaurus und ein bisschen Aschenputtel. Ayama ist die zweitgeborene Tochter einer armen Familie, die nicht sehr schön ist und eine sehr laute Stimme hat, was für Mädchen als unangebracht empfunden wird. Ihre ältere Schwester dagegen scheint gute Aussichten auf einen reichen Ehemann zu haben. Allerdings wendet sich das Schicksal für Ayama, als der König des Landes einen tapferen Dummkopf sucht, der für viel Gold in Verhandlungen mit einem Monster eintritt. Ich finde diese Geschichte wirklich toll. Abgesehen von Aschenputtel liebe ich alle Geschichten, an die diese mich erinnert hat, und gleichzeitig werden sie auch so auf den Kopf gestellt, dass sie noch viel besser werden. Ich gebe 5 Sterne. Auch die Illustrationen dazu sind wundervoll.

  • The Too-Clever Fox
Diese zweite Geschichte ist kürzer, aber auch sehr schön. Diesmal befinden wir uns im russisch angehauchten Ravka. Wir folgen einem jungen Fuchs, der schon bei seiner Geburt ungewöhnlich hässlich, aber auch ungewöhnlich schlau ist. Die anderen Tiere machen sich gern auch mal über ihn lustig, aber der Fuchs lässt sich davon nicht beeindrucken. Nachdem er mehrere lebensgefährliche Situationen überstanden hat, kommt ein sagenumwobener Jäger in den nächstgelegenen Ort und plötzlich verschwinden die Tiere aus dem Wald. Doch der Fuchs denkt, dass er schlauer ist als der Jäger. Ich gebe der Geschichte 4 Sterne, denn sie war deutlich vorhersehbarer als die erste, aber trotzdem toll.

  • The Witch of Duva
Wir bleiben in Ravka für diese dritte Geschichte. Hier haben wir zunächst einen ganz klassischen Märchenaufbau. Wir treffen auf ein kleines Dorf, in dem ein Mädchen namens Nadya mit ihrer Familie lebt. Außerdem gibt es dort eine rätselhafte Frau, die schließlich Nadyas Stiefmutter wird. Nadya allerdings vermutet, dass diese Frau kein Mensch ist sondern ein Rachegeist. Eine Hexe öffnet ihr dann die Augen. Diese Geschichte hat mir am Ende auf jeden Fall Gänsehaut verschafft. Sie fühlt sich erst etwas zäh an, weil man denkt, man weiß, was passieren wird. Das Ende ist dann aber ganz anders als erwartet. Ich gebe der Geschichte 5 Sterne.

  • Little Knife
Auch die vierte Geschichte kommt aus Ravka. Sie handelt von der Gier der Männer und dem Glauben, dass uns die Welt und gerade die Natur gehört. Außerdem geht es um die Verschleierung von Mädchen, um sie vor der Lust der Männer zu schützen. Ich mochte diesen Teil mal aus dem arabischen Kontext herausgelöst, da auch im mittelalterlichen Russland ähnliche Praktiken existierten. Die Geschichte selber fand ich nicht ganz so stark wie die Vorgänger, gebe ihr aber 4 Sterne. Wie immer war die Endillustration einfach wunderschön.

  • The Soldier Prince
Diese Geschichte stammt aus Kerch, einer Insel im Stile der Niederlande zu ihrer Hochzeit. Sie ist eine Neuerzählung von Nussknacker und Mäusekönig. Wenn ihr dem Blog hier schon ein bisschen folgt, wisst ihr, dass ich diese Geschichte sehr gern mag und letzten Dezember auch endlich das Original gelesen habe. In dieser Geschichte folgen wir einem Spielzeugmacher, der vermutlich Grischa ist, und ein besseres Leben anstrebt. Dazu will er die junge Clara aus gutem Hause mit seinem Spielzeug verführen. Ich fand, dass diese Geschichte sich aber ein bisschen gezogen hat. Darum gebe ich ihn 4 Sterne.

  • When Water Sang Fire
Jetzt kommen wir zur längsten Geschichte in dem Buch. Diese ist aus Fjerda, einem skandinavisch inspirierten Land in dieser Welt. Sie lässt sich als Origin-Story der bösen Meerhexe Ursula in der kleinen Meerjungfrau beschreiben. Ulla ist eine Meerjungfrau, die anders ist. Nicht nur entspricht sie nicht den Schönheitsstandards, sie hat auch besonders starke magische Fähigkeiten. Daher wird gemunkelt, dass sie aus einer verbotenen Liebschaft einer Meerjungfrau und eines Menschen entstanden ist. Doch ihr Leben endet sich grundsätzlich, als sie eine Freundin findet, der all das egal ist. Ich gebe der Geschichte 5 Sterne, denn ich liebe Ursula als Charakter, ich liebe Geschichten im und ums Meer und speziell über Meerjungfrauen. 


Insgesamt fand ich die Geschichte alle toll und kann damit das Buch ohne Vorbehalte an Märchenfans empfehlen. Dieses Buch ist damit auch interessant, wenn man sonst nichts aus dem Grisha-Verse gelesen hat, denn die Geschichten haben abgesehen von geografischen Bezeichnungen nichts damit zu tun. Es fallen 2-3 Mal Begriffe aus dieser Welt, aber da kann man gut drüber hinwegsehen. Außerdem besticht dieses Buch durch die unglaublichen Illustrationen, die sich im Verlaufe der Geschichten zu je einem Gesamtbild aufbauen über die Seiten. Vor allem hat es mir gefallen, wie Leigh Bardugo bekannte Geschichten und Handlungsthemen auf den Kopf stellt und den Geschichten damit eine ganz neue Facette gibt, ohne das Magische von Märchen zu verlieren.

Kennt ihr dieses Buch bereits? Habt ihr euch auch so verliebt?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Freitag, 15. Mai 2020

Maus

Hallo meine Historienleser,

heute möchte ich euch den sehr bekannten Graphic Novel Maus vorstellen. Der erste Teil davon ist schon in den 70er und 80er Jahren erschienen. In meiner Bibliothek gab es allerdings gleich Die vollständige Maus, da sind alle Teile zusammengefasst. Es handelt sich dabei um ein biografisches Werk, dass sich mit dem Leben des Vaters des Künstlers beschäftigt, der als polnischer Jude den Holokaust überlebte.

Die Fakten:
  • Autor: Art Spiegelman
  • Übersetzung: Christine Brinck & Josef Joffe
  • Titel: Die vollständige Maus (Original: The Complete Maus)
  • Erschienen: 2013
  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • Seiten: 294
  • Preis: 16,00 Euro
  • Klappentext: ""Maus" änderte über Nacht die Geschichte des Comic Strips - aus Kult wurde Kunst. Berichtet wird die authentische Lebensgeschichte des polnischen Juden Wladek Spiegelman. In Queens, New York, schildert er seinem Sohn die Stationen seines Lebens: Polen und Auschwitz, Stockholm und New York, er erzählt von der Rettung und vom Fluch des Überlebens. Art Spiegelman hat diese Geschichte aufgezeichnet, indem er das Unaussprechliche Tieren in den Mund legt: Die Juden sind Mäuse, die Deutschen Katzen."

Zur Handlung: Als junger Mann ist Wladek Spiegelman sehr gutaussehend und viele Frauen sind an ihm interessiert. Allerdings verliebt er sich in ein eher unscheinbares Mädchen vom Lande - Anja - und heiratet damit in eine wohlhabende Familie ein. Er wird von den Polen an die Front gegen Deutschland geschickt, doch Polen wird schnell überrannt. Wladek findet jedoch den Weg immer wieder zu seiner geliebten Anja zurück.

Zeitgleich erleben wir Wladek in der Jetzt-Zeit, während sein Sohn Art diese Geschichte von ihm erfährt und aufzeichnet. Nun sehen wir einen sehr störrischen alten Mann mit Macken, der inzwischen in Amerika lebt. Damit sehen wir auch, was so viele Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs immer noch an Trauma übrig ist in diesen Familien.

Ich wollte diesen Comic schon so lange lesen, habe ihn sogar schon mal begonnen gehabt, aber es dann irgendwie nicht geschafft, eh er in die Bibliothek zurückmusste. Diesmal hat mir die Krise aber ausreichend Zeit verschafft und der Magical Readathon den perfekten Grund. Ich bin sehr froh darüber, denn dieser Comic ist wirklich gut.

Natürlich sind wir mit Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg alle gut gesättigt. Aber ich finde es doch immer wieder spannend, mich mit Holokaust-Überlebenden zu beschäftigen. Und hier erfahren wir die Geschichte von gleich zwei solchen Menschen, denn beide Eltern von Art überlebten Auschwitz und alles, was davor kam. Als junger Mann ist Wladek in dieser Geschichte sehr patent, sehr rational und ein guter Problemlöser. Er will aber auch den Menschen um sich herum helfen. Er ist in vielen Dingen pragmatisch und kann gut abschätzen, wie die weiteren Entwicklungen verlaufen werden. Nicht nur deswegen hat er vermutlich diesen Krieg überhaupt überstanden.

Dabei werden vor allem am Anfang Dinge beleuchtet, von denen ich noch nicht so viel wusste. Gerade das Thema Front zwischen Polen und Deutschland wurde bei uns in Geschichte immer sehr schnell abgetan. Auch fand ich es sehr interessant, dass die Kriegsgefangenen in dieser frühen Phase nach einer Weile einfach wieder nach Hause geschickt wurden. Später im Krieg war das sicherlich ganz anders. 

Es ist auch immer spannend die individuellen Wege zu sehen, denn wirklich jede dieser Geschichten ist ganz anders. Und es passieren natürlich so viele schreckliche Dinge auf dem Weg. Die vielen Wendungen immer wieder sind faszinierend, und man bekommt ein Gespür dafür, was für das Überleben in dieser Situation alles notwendig war.

Was mir aber besonders gut gefallen hat, war die Einbettung der Geschichte. So zeichnete Art Spiegelman immer wieder auch Teile der Interviewsituation, in die er die einzelnen Kapitel rahmt. Dabei sehen wir die schwierige Familiensituation, die sich nun Jahre später ergeben hat. So hat sich Anja, Arts Mutter, inzwischen selbst getötet. Wladek ist ein alter Mann, der sturr ist und kein gutes Verhältnis zu seinem Sohn Art oder seiner neuen Ehefrau hat, die selbst auch eine Holokaust-Überlebende ist.

Man sieht dabei, dass es sich um einen ganz normalen und fehlerbehafteten Menschen handelt. Gerade am Ende des Buches werden auch rassistische Züge bei ihm deutlich. Und dennoch weiß man die ganze Zeit beim Lesen, dass trotzdem niemand jemals so etwas verdient, wie Wladek und Anja erlebt haben. Und diesen Kontrast und auch das konfliktreiche Gefühl, dass Art mit seinem Vater verbindet, ist so ehrlich portraittiert. Das hat es nochmal viel besser gemacht.

Als Kritikpunkt kann ich nur anbringen, dass ich bei Comics und Graphic Novels dann doch nie das Gleiche fühle wie bei klassischen Romanen. Ich fühle mich doch irgendwie immer mehr auf Distanz. Und für alle die, die sehr gern solche Formate lesen: der Comic ist sehr stark textfokussiert. Obwohl es viele Bilder gibt, gibt es doch auch sehr viel Text im Vergleich mit anderen Comics. Das mag einigen nicht so gut gefallen.

Alles in allem kann ich dieses Buch also nur empfehlen, wenn ihr euch für das Thema interessiert. Wenn ihr es allerdings bereits ausgelutscht findet, ist es eher nicht das Richtige. Ich habe das Gefühl, ich habe nochmal einiges über Geschichte und einiges über Menschen generell gelernt. Und es ist außerdem auch ganz ungewöhnlich anzusehen mit den Tiermetaphern.

Kennt ihr das Buch und wie steht ihr so dazu?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Mittwoch, 13. Mai 2020

China Study: Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise

Hallo zusammen, 

wo wir gerade bei einem Sachbuch waren, lege ich gleich noch das zweite nach. 

Fakten:
  • Autoren: T Colin Campbell und Thomas M Campbell
  • Sachbuch
  • 2011 erschienen
  • 423 Seiten
  • Systemische Medizin
  • Preis: 24,99€ (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
Selbst geringe Mengen tierischer Produkte können sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. In diesem Buch finden Sie die wissenschaftlich begründete Antwort auf diese Frage. Wenn wir alle wüssten, was in der Wissenschaft schon längst als belegt gilt: Es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Ernährung und der Entstehung chronischer Erkrankungen! Der renommierte Ernährungswissenschaftler T. Colin Campbell leitete die sogenannte China Study, die umfassendste Studie über Ernährung, Lebensweise und Krankheit in der Geschichte der biomedizinischen Forschung. Beteiligt waren zwei westliche Universitäten sowie die Chinesische Akademie für Präventivmedizin. Die Studie belegt eindeutige Zusammenhänge zwischen tiereiweißreicher Ernährung und der Entstehung von chronischen Erkrankungen. Um die Vorteile einer veganen Ernährung zu untermauern, haben die Autoren hunderte weiterer ernährungswissenschaftlicher Studien ausgewertet. Ihre Ergebnisse fassen sie in diesem Buch auf verständliche und anschauliche Weise zusammen. Unser Ernährungsverhalten beeinflusst unsere Gesundheit, aber auch die Entstehung von Krebs, koronaren Herzerkrankungen, Diabetes, Adipositas und Autoimmunerkrankungen, wie Multiple Sklerose und Rheuma. Die Autoren geben konkrete Ratschläge, wie wir durch vegane Ernährung gesundheitliche Vorschädigungen und chronische Erkrankungen erfolgreich bekämpfen können.

Dieses Buch wird ja vor allem empfohlen wenn man seine Ernährung verändern möchte und speziell wer vegan werden will und einen Anstoß dafür benötigt. Es ist eher wissenschaftlich geschrieben und in verschiedene Bereiche der Ernährungswissenschaft geteilt. 

Es beschäftigt sich mit dem was der Mensch benötigt. Was seine Gesundheit beeinflusst und in welche Richtung. Natürlich auch was das gesamtgesellschaftlich bedeutet. 

Das Buch ist voller Fakten und damit Wissen, was ich nützlich für jeden finde. Ich habe vorher schon viele andere Bücher dieser Richtung gelesen und ich muss ehrlich sagen, es sticht nicht so positiv heraus wie ich es erwartet hatte. 

Dieses Buch ist sehr idealistisch. Es ist sehr resolut und negativ gegenüber allem anderen. Das hat mich irgendwie enttäuscht und ich kann mir gut vorstellen, dass Personen die nicht nur einen Anstoß für Veränderungen brauchen, sondern eher einen Leitfaden oder eine Option, sind hier eher verschreckt und vielleicht auch überfordert. 

Da mein Grundwissen recht gut ist, konnte ich die kritischen Punkte sofort filtern und abwegen. Jemand anderes ist vermutlich eher frustriert. Wisst ihr was ich meine? 

Daher möchte ich dieses Buch denjenigen empfehlen, die sich nicht verschrecken lassen, die viele Informationen gleichzeitig aufnehmen wollen und die gern selbst denken. 

Das klingt irgendwie sehr negativ, soll es aber gar nicht. Wahrscheinlich liegt meine kritische Sicht an meinen ganz anderen Erwartungen die ich hatte. Für aufmerksame und interessierte Leser ist es sicher ein wunderbares Buch,

eure Blue Diamond.

Sonntag, 10. Mai 2020

Fische, die auf Bäume klettern: Ein Kompass für das große Abenteuer namens Leben

Hallo ihr Lieben,

sicherlich habt ihr schon ein paar mal von Fitzek gehört und ich muss gestehen, ich habe noch keinen seiner großen Thriller gelesen, aber dieses Buch hier, hat mich quasi angesprungen.

Fakten:
  • Autor: Sebastian Fitzek
  • Sachbuch
  • 2019 erschienen
  • 256 Seiten
  • Droemer HC
  • Preis: 18,00€
Klappentext:
"Bestsellerautor Sebastian Fitzek stellt sich in diesem Buch den existentiellen Fragen: Was zählt im Leben? Wie findet man sein Glück? Welche Lebensziele sind richtig? Was lernt man aus Niederlagen? Und wie geht man mit seinen Mitmenschen um? In spannenden persönlichen Episoden erzählt er, was im Leben wichtig ist und wie ein glücklicher Lebensweg gelingen kann.
Inspiriert wurde Sebastian Fitzek zu diesem Buch durch seine Rolle als Vater – und die Frage, was er seinen Kindern für das Leben mitgeben würde, wenn ihm nicht mehr viel Zeit bliebe. Und so ist „Fische, die auf Bäume klettern" das sehr persönliches Vermächtnis eines Vaters an seine noch jungen Kinder – und ein Buch für alle, die Halt suchen und sich der Werte, die ihnen wichtig sind, vergewissern möchten."

Der Klappentext fasst sehr gut zusammen, was man inhaltlich erwarten darf. Klingt eigentlich wie jeder beliebige Autor der was zum Leben zu sagen hat oder meint noch was Neues zu erzählen haben könnte, als all die anderen schon geschrieben haben. Ja irgendwie böse, aber euch ging es doch bestimmt auch schon so - solche Sachbücher können ja rein praktisch schon nicht sooo verschieden sein.

Vom Schreibstil und der emotionalen Art und Weise kann es aber riesen Unterschiede geben und hier sticht dieses Exemplar meiner Meinung nach total heraus. Fitzek hat eine ganz faszinierende Weise die Dinge auf den Punkt zu bringen. Er scheint ehrlich auf Papier zu bringen, was er denkt und kennt dabei keine Umschweifungen, die unnötig wären. Da findet sich auch mein persönlicher Kritikpunkt. Dieses Buch ist an seine Kinder gerichtet und er beschreibt total richtig, dass jeder erstmal davon abhängt, in welchen Umständen er geboren wurde. Dann beschreibt er Europaer und ja, das ist fast schon so, dass man sich schlecht fühlt Europaer zu sein. Vielleicht war das auch Absicht. Mir hat das kurz ein bisschen die Stimmung vermiest, aber wirklich nur kurz.

Kurz und knapp geht er dann die Etappen des Lebens durch und an welchen Stellen Chancen und Risiken bestehen. Er baut auch gern seine eigenen Erfahrungen ein und wirkt dabei sehr authentisch. Klar kommt es dabei automatisch zu Ratschlägen, die er gibt, aber für mich waren diese nicht so - einzig richtig - was mir gut gefallen hat.

Auf mich hat das Buch tatsächlich so gewirkt, wie wenn jemand mit Lebenserfahrung diese an jemanden weitergeben möchte, der einem am Herzen liegt, dessen Selbstständigkeit man aber wahren möchte. Ich finde das ist es auch, was dieses Buch ausmacht. Es hat mir wirklich gut gefallen. Weiterempfehlen kann ich es an jeden ab so 16 Jahren bis ins hohe Alter. Ich finde man sollte schon irgendwie schon so grob wissen, was ist das Leben, um fassen zu können, was für wertvolle Tipps hierin stehen, daher diese konkrete Altersangabe. Es könnte sogar ein gutes Buch für die Herren unter euch sein, da die Perspektive ja auch eine solche ist.

Für mich auch so ein Buch, was ich sicher nochmal lesen werde. UND, weil der Stil echt toll war, wird wohl auch bald ein Thriller von Fitzek herhalten müssen,

eure Blue Diamond.

Freitag, 8. Mai 2020

Brooklyn

Hallo meine Historienfreunde,

zu meinem Geburtstag hat mir Sabrina von Lookatmybooks dieses Buch geschenkt und es passte recht gut in den Magical Readathon und das Reading Rush Stay at Home Special im April. Heute möchte ich euch davon berichten. Zuerst möchte ich sagen, dass ich den Film gesehen habe, kurz nachdem er veröffentlicht wurde, und den Film schon nicht besonders mochte. Daher hätte ich das Buch nicht selbst gekauft. Da es aber einmal da war, musste es auch gelesen werden.

Die Fakten:
  • Autor: Colm Tóibín
  • Titel: Brooklyn
  • Erschienen: 2009
  • Verlag: Penguin Books
  • Seiten: 252
  • Preis: 8,49 Euro
  • Klappentext: "It is Ireland in the early 1950s and for Eilis Lacey, as for so many young Irish girls, opportunities are scarce. So when her sister arranges for her to emigrate to New York, Eilis knows she must go, leaving behind her family and her home for the first time. Arriving in a crowded lodging house in Brooklyn, Eilis can only be reminded of what she has sacrificed. She is far from home - and homesick. And just as she takes tentative steps towards friendship, and perhaps something more, Eilis receives news that sends her back to Ireland. There she will be confronted by a terrible dilemma - and a devestating choice between two worlds."

Zur Handlung: Eilis hat immer im Schatten ihrer großen Schwester gestanden. Während diese eine moderne junge Frau ist, die ihren eigenen Weg geht und großes Ansehen genießt, beschäftigt sich nie jemand lange mit Eilis. Die Jungen aus dem Ort sind nicht an ihr interessiert - und sie auch nicht an ihnen. Sie arbeitet in einem kleinen Laden immer nur am Sonntag.

Alles ändert sich aber an dem Tag, als ihre Schwester einen Pastor mit nach Hause bringt. Schnell wird klar, dass der Plan der Schwester ist, dass Eilis nach Amerika gehen soll, um dort ein neues Leben zu beginnen. Die Mutter ist nicht begeistert, sieht aber, dass Eilis keine Zukunft in ihrem Heimatort hat. So wird Eilis in die große Welt hinausgeschickt.

Dieses Buch weiß nicht recht, was es sein will. Man könnte sagen, es ist eine Coming-of-Age-Geschichte, aber Eilis wird kein Stück erwachsen und schafft es auch im letzten Moment nicht, mal eine eigene Entscheidung für ihr Leben zu treffen. Man könnte sagen, es ist eine Romanze, aber dafür, dass Eilis gleich mit zwei Typen anbandelt, wird es nicht wirklich romantisch, und Eilis ist sich ziemlich sicher, dass sie keinen der beiden Typen wirklich liebt. Man könnte meinen, es ist eine Geschichte über Migration, und das trifft wohl noch am ehesten zu, ist gleichzeitig aber nur ein winziger Teil der Geschichte. Alles in allem ist es einfach kein gutes Buch.

Ok, ab hier Spoiler-Alert: Eilis als unser Hauptcharakter ist so, wie ein weißer Mann eine Frau in den 50ern sieht: willenlos. Ihr Familie schiebt sie nach Amerika ab, ihre Mitbewohnerinnen und die Vermieterin schieben sie hin und her, der erste Typ, der sich irgendwie interessiert zeigt, kriegt sie ins Bett, dann schickt der Pastor sie zurück nach Irland, dort wollen verschiedene Personen sie verkuppeln, was auch super klappt - obwohl sie ja gar kein Single mehr ist - und schließlich will jemand am Ende alles auffliegen lassen und sie verschwindet zurück nach Amerika...

Das, was ich an diesem Buch am besten fand, war die Auseinandersetzung mit der Migrationserfahrung. Eilis stürzt in eine Welt, die sie sich gar nicht vorstellen kann, plötzlich ist sie mitten drin. Und dann kommt das Heimweh und sogar eine Art Depression. (Die wird dann natürlich mit ein bisschen Aufmerksamkeit von einem Mann geheilt und so, achja, und von Bildung.) Das haben auch andere Personen positiv gesehen. Dennoch interessieren mich Bücher in diese Richtung eigentlich mehr, wenn es nicht um weiße Frauen in den 50ern geht.

Der romantische Part war mehr als fragwürdig. Das fängt natürlich an dem Moment an, wo sie gesteht, dass sie ihren Liebhaber ja gar nicht liebt - zumindest sich selbst. Aber sie will ihn natürlich nicht verletzen - weswegen sie ihn heiratet. It was the 50s... Und davor gibt es noch eine sehr fragwürdige Sexszene, die sich wohl so liest, wie Männer sich das erste Mal einer naiven Frau vorstellen: sie will es nicht, hat aber eben irgendwie das rummachen angefangen, es ist ziemlich schmerzhaft, aber gerade dadurch ja irgendwie schön?! Also lieber gleich noch ein zweites Mal... also, will sie auch nicht, aber er halt. Und am Ende war es ja offensichtlich doch so schön, dass das ganze Haus was davon hatte.

Noch seltsamer wird es, als Eilis nach Hause zurückkehrt. Denn hier ist sie plötzlich ein Star, mit ihren schicken amerikanischen Kleidern. Und siehe da, der beste Fang im ganzen Ort, der sie vor ihrem Amerikatrip hat kalt abblitzen lassen (natürlich nur, weil er ja nicht wusste, wie man mit Frauen redet - it was the 50s!), findet sie jetzt richtig hot. Und gleich mehrere Leute finden, dass Eilis doch mit ihm zusammenkommen sollte. Und Eilis wäre nicht Eilis, wenn sie das einfach fröhlich mitspielt. Nicht dass der Typ inzwischen viel besser mit Frauen reden könnte. Blöd nur, dass sie keinem gesagt hat, dass sie verheiratet ist. Romaaaantisch.

Ich glaube, damit habe ich eigentlich alles gesagt. Ich mochte den Blick in das amerikanische Kaufhaus der 50er Jahre - da arbeitet Eilis schließlich. Ich mochte auch, dass Eilis die Abendschule besucht, um sich weiterzubilden - warum ist sie nicht einfach dabei geblieben? Ich mochte auch ein bisschen dieses Setting in einem Lodging Haus. Das hatte ich schon in ein paar Mal in historischen Romanen und finde das irgendwie spannend. Aber das meiste war einfach Mist.

Ich kann euch das Buch also nicht empfehlen. Und wenn ihr immer noch wollt, schaut den Film. Auf den 250 doch sehr klein bedruckten Seiten passiert nichts, was nicht auch irgendwie im Film war. 

Mich würde interessieren, ob irgendwer ein besseres Leseerlebnis hatte? Ich meine, irgendwer dachte ja auch, das wäre verfilmungswürdig...

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung: