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Freitag, 18. Dezember 2015

[Filmkritik] Mockingjay Part 2

Hallo meine Spottölpel,

nach diversen Verzögerungen habe ich endlich den letzten Hunger-Games-Film gesehen. Zunächst durfte mein Kino den Film erst sehr spät zeigen, weil sich ein anderes Kino benachteiligt fühlte. Und dann wollte ich unbedingt die Bücher erst noch einmal lesen, da ich dann einfach mehr in der Geschichte drin stecke. Das letzte Mal hatte ich die Bücher vor zwei Jahren vor Catching Fire gelesen und der Film, darüber müssen wir ja nicht mehr reden...

Den ersten Teil von Mockingjay fand ich in Ordnung, aber ich habe doch gemerkt, dass die Geschichte in Kopf und Herz nicht mehr so frisch war. Darum habe ich also jetzt noch schnell die Reihe gelesen, damit ich endlich endlich endlich diesen Film sehen und davon berichten kann.

Zur Handlung: Katniss und Peeta wurden nach dem Jubel-Jubileum getrennt und Panem versinkt in einer Revolution. Während Katniss als Spottölpel in Distrikt 13 verschleppt wird, wird Peeta dem Kapitol überlassen. Im vorherigen Film sehen wir, wie Peeta schließlich gerettet wird - und Katniss töten will.


Im letzten Teil nun läuft alles zusammen. Die Revolution ist auf dem Höhepunkt, die Beziehung von Katniss und Peeta wird auf die bisher schwerste Probe gestellt, die anderen Tribute versuchen mehr oder weniger einer Seite zu helfen, und Snow muss endlich sterben. Die Befreiung von Panem ist das einzige, was in diesem Film noch zählt, doch Katniss muss sich immer wieder neu fragen: Wer ist der Feind?


Ich muss sagen, den Anfang des Films finde ich schrecklich gemacht. Man fällt einfach in die Geschichte rein. Keine Ankündigung, kein Rückblick, blumps man ist drin. Ich kam mir die ersten Minuten sehr verloren vor, obwohl ich ja vom Buch wusste, was als letztes passiert war. Ich denke, man hätte das wirklich besser lösen können. Auch in einige Figuren muss man sich als Zuschauer erst wieder hineinfitzen, zum Beispiel Johanna, die man als Kinozuschauer seit 2 Jahren nicht gesehen hat.

Nach dem schwierigen Start versucht der Film dann, ein geeignetes Tempo zu finden, was meiner Meinung nach nicht gelingt. Alles passiert Schlag auf Schlag und man hat keine Zeit für Reflexion. Dieses Gefühl der Machtlosigkeit, des Verlorenseins, das Katniss in Distrikt 13 hat, bekommt man im Film nicht zu spüren. Sie ist stattdessen dauernd in Action. So verliert man aber viele zwischenmenschliche Kontakte, die das Buch eben ausmachen. 


Besonders gefehlt hat mir ehrlich gesagt Johanna. Ich liebe sie im Buch. Sie ist düster, mürrisch, eigentlich so wie Katniss sein könnte, wenn sie nicht dauernd Peeta retten müsste/wollte. Die beiden entwickeln eine so besondere Beziehung, die im Film leider einfach keinen Platz findet. Stattdessen finde ich, dass Johanna seltsam handelt. Warum will sie denn selbst nicht mit in die Schlacht? Als Ersatz bekommen wir dafür eine ziemlich coole Cressida.

Auch einige Zusammenhänge werden anders dargestellt als im Buch. Zum Beispiel eben, wie Katniss denn ins Kapitol kommt. Da die Geschichte mit Johanna gestrichen wurde, geht Katniss einen ganz anderen Weg. Dieser passt wohlgemerkt zur Filmkatniss, aber hier stellt man doch auch klare Unterschiede fest. Während das Buch vor allem die Zerbrechlichkeit von Katniss ins Visier nimmt, ist sie im Film ganz die toughe Kämpferin. Nur eins bleibt gleich, ihr Ziel, ihr Feind.

Wie wir schließlich im Kapitol ankommen, kann ich mich aber über nichts mehr beschweren. Ab da ist der Film einfach nur gut. Viele Szenen sind gigantisch umgesetzt, auch wenn sie gelegentlich anders aussehen, so sind die Effekte doch richtig gut. Nach der Tunnelszene hatte ich dann auch das Gefühl, ein ausgetrockneter Brunnen zu sein. Ich habe mir die Augen ausgeweint. Mein Freund hat mich ausgelacht, aber ich hatte ihn vorgewarnt. 

Gut, das Ende, darüber kann man streiten, aber ich finde es in Ordnung. Ich finde nur, was mein persönliches Ende geworden wäre, das Buch über die verlorenen Tribute, das Peeta und Katniss gemeinsam mit Haymitch gestalten, das hat gefehlt. Ich denke, das wäre das perfekte Ende gewesen, um im Abspann vielleicht den Bogen zum ersten Film noch einmal zu schlagen. Aber leider fragt mich ja keiner und wir müssen eben mit dem Kinoende leben.

Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Film und ich freue mich schon aufs Boxset, dass dann bei mir einziehen wird, wenn alle Blurays draußen sind. Dennoch kommt an die Bücher einfach nichts ran. Ich liebe die Geschichte selbst und ich liebe die filmische Umsetzung. Der Cast ist toll, die Musik vielleicht in manchen Momenten etwas zu dramatisch, aber alles in allem kann man sich nur über Kleinigkeiten beschweren. Wie seht ihr das? Habt ihr die Filme geliebt oder werden sie den Büchern nicht gerecht? 

Bis bald,
Eure Kitty Retro

Kommentare:

  1. Hallöchen =)

    Ich zweifle gerade ein bisschen daran, dass es gut für dich war, die Reihe nochmal zu lesen, bevor du den letzten Teil schaust.
    Das Problem mit den Gefühlen, das du beschreibst, genau das hatte ich auch beim ersten Kinofilm. Ich war total enttäuscht. All diese Emotionen, die das Buch transportiert, haben mir total gefehlt.
    Genauso scheint es hier ja auch zu sein.
    Warum man hier nicht eine Art Rückblick eingebaut hat, kan ich auch nicht nachvollziehen.
    Ich habe die Reihe vor langer Zeit gelesen und werde sie, bevor ich das Finale schaue (hab's noch nicht ins Kino geschafft), auch nicht mehr rauskramen.

    Ich hätte übrigens nichts dagegen, hätte man dich zum Ende vorher gefragt =)

    LG
    Anja

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    1. Meinen Einfluss in Hollywood baue ich noch aus. :D Aber ich muss sagen, Emotionen haben nicht direkt gefehlt, vor allem dann am Ende nicht. Nur der Einstieg war etwas holprig und manche Szenen zusammenhanglos, weil alles dazwischen fehlte.

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