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Sonntag, 8. Januar 2017

The Vegetarian

Hallo meine Lesemäuse,

was tue ich mich schwer mit dieser Rezension. Das Buch stand schon eine Weile auf meiner Wunschliste, denn ich habe praktisch nichts Negatives darüber gehört. Dann irgendwann brauchte ich ein Buch, damit ich keinen Versand zahle bei der bösen Seite mit A, und da ist es dann bei mir eingezogen. Inzwischen hatte ich es fast vergessen, aber über den Jahreswechsel erschien es mir wie ein gutes Leseerlebnis.

Die Fakten:
  • Autor: Han Kang
  • Übersetzung: Deborah Smith
  • Titel: The Vegetarian
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: Portobello Books
  • Seiten: 183
  • Preis: 8,99 Euro
  • Klappentext: "Yeoung-hye and her husband are ordinary people. He is an office worker with moderate ambitions and mild manners; she is an uninspired but dutiful wife. The acceptable flatline of their marriage is interrupted when Yeoung-hye, seeking a more `plant-like` existence, commits a shocking act of subversion. As her rebellion manifests in ever more bizarre and frightening forms, Yeoung-hye spirals further and further into her fantasies of abandoning her fleshy prison and becoming - impossibly, ecstatically - a tree."

Zur Handlung: In drei Kapiteln nähern wir uns dem Leben von Yeoung-hye an, ohne sie jemals kennen zu lernen. Zunächst berichtet ihr Ehemann uns von seiner ruhigen, unerfüllten Ehe mit ihr, die an dem Tag zu zerbrechen beginnt, als sie beschließt, kein Fleisch mehr zu essen. Ihr Familie reagiert auch schockiert und schockierend, was zum weitgehenden Zusammenbruch von Yeoung-hye führt.

Danach sehen wir aus Sicht ihres Schwagers, wie sie sich von allen zurückzieht und eine seltsame Faszination für Blumen und Pflanzen aufbaut. Schließlich begleiten wir ihre Schwester dabei, wie sie mit den drastischen Veränderungen in ihrem Umfeld und mit Yeoung-hyes Veränderung lebt. Dabei findet sie heraus, wie sie sich eigentlich selbst fühlt.

Ich überlege nun schon einige Tage, was ich von diesem Buch halte. Vielleicht habe ich es auch zu einer falschen Zeit gelesen. Vielleicht habe ich durch den Hype einfach zu viel vom Buch erwartet. Aber was kann ich euch nun verraten? Diesen Buch ist sehr seltsam, was nichts Schlechtes sein muss, es hat mich in einigen Moment berührt und in anderen gar nicht. Aber am Ende wusste ich einfach nicht, was es mir sagen wollte.

Die Charaktere werden weitläufig als unangenehm beschrieben. Man wollte sie nicht als Freunde haben. Yeoung-hye bleibt uns eigentlich immer fremd, weil wir gar nicht wissen, was los ist. Das hat mich schon ein bisschen angenervt. Wird sie einfach verrückt oder was steckt dahinter? Was hat das ausgelöst und was hatte sie für einen Traum? Zu viele offene Fragen.

Wir lernen stattdessen ihren Ehemann kennen, den ich sehr unangenehm und blöd fand. Nach ihm erzählt dann der Schwager, der ein eher hoffnungsloser Künstler ist und damit ein stückweit dem Männerbild widerspricht. Mit ihm konnte ich mich ein Stück weit identifizieren und seine Obsession war sehr spannend zu lesen. Hier habe ich beim Lesen auch tatsächlich das eine oder andere gefühlt. Zum Schluss kommt dann die große Schwester dran, die ich ebenfalls als einen eher sympathischen Charakter empfunden habe. Sie begeht zwar Fehler, hat aber die richtigen Motive und ich fand es spannend, wie sie sich selbst hinterfragt am Ende.

Eine richtige Handlung erleben wir nicht. Stattdessen lesen wir einfach die Gedanken der Erzähler zu gewissen Geschehnissen, die sich auch über einen recht langen Zeitraum erstrecken. Man kann die Handlung dann nach und nach zusammenstückeln, aber sie wird nicht in den Vordergrund gestellt. Leider kann man Vieles auch schlecht nachvollziehen, da man sehr unzuverlässig aus Sicht des jeweiligen Erzählers liest. Völlig im Dunkeln bleiben die Gedanken von Yeoung-hye. 

Der Schreibstil ist angenehm und nicht zu abgehoben. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Ich bin zwar immer wieder über die Namen gestolpert, da ich sie schwer auseinanderhalten konnte, aber das ist eben so mit übersetzten Werken. Wer da aber Probleme hat, wird sicherlich einige Male durcheinanderkommen.

Yeoung-hye erfährt in ihrem Leben einige Rückschläge und Niederlagen, aber davon wird uns kaum berichtet. Wir sehen, wie ihr Vater sich benimmt und können ahnen, wie sie aufgewachsen ist. Wir können den Mann sehen und ahnen, dass sie nie wirklich geliebt hat. Aber was so richtig mit ihr los ist, erfahren wir nicht, und das fehlt mir ein bisschen.

Insgesamt ist mir dieses Buch einfach zu offen. Ich verstehe Handlungen, Motive, die Geschichte selbst nicht vollständig. Daher ist mir fast nichts davon im Gedächtnis geblieben. Das finde ich total schade, denn das Buch wurde so sehr gehypet, dass ich erwartet habe, dass ich noch Wochen über das Buch nachdenke. Stattdessen sitze ich hier und weiß vor Schreck einfach nicht, was ich darüber sagen soll. 

Also, wie fandet ihr das Buch? Könnt ihr den Hype verstehen? Und was ist euch von diesem Buch nachhaltig im Kopf geblieben?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Kommentare:

  1. Hallo!
    ich habe das Buch nicht gelesen, aber ich habe doch einige Rezensionen gesehen, die nicht so begeisert vom Roman waren...du bist also nicht alleine ;)
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Danke, da fühl ich mich gleich besser. :D Für mich war es vielleicht doch einfach zu "künstlerisch", zumindest hab ich die Message, wenn da eine war, nicht verstanden. :D

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  2. Die böse Seite mit A :D Ja, das ist wirklich ein Jammer mit denen xD

    Ich kenne das Buch leider nicht. Generell hab ich mit gehypten Büchern aber ein kleines Problem. Mir ist es schon oft so ergangen wie dir. Manchmal verstehe ich den Hype einfach nicht.

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    1. Ja, eigentlich bleibe ich auch immer auf Abstand zu solchen Büchern. Dieses klang aber wirklich interessant. Naja, wer weiß...

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