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Donnerstag, 8. Juli 2021

A Curse of Roses


Hallo meine Historienhasen,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, dass zwischen historischem Roman und Fantasy angesiedelt ist. Wir folgen einer tatsächlich Figur aus der Geschichte Portugals, allerdings wird ihr Leben fiktiv und mit magischen Elementen wiedergegeben. Ich fand, das war eine sehr interessante Mischung.

Die Fakten:

  • Autor: Diana Pinguicha
  • Titel: A Curse of Roses
  • Sprecher: Rebecca Mozo
  • Dauer: 10 Std. 23min (ungekürzt)
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Blackstone Publishing
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext: "There’s a famine plaguing the land, and Princess Yzabel is wasting food simply by trying to eat. Before she can even swallow, her magic - her curse - has turned her meal into a bouquet. She’s on the verge of starving, which only reminds her that the people of Portugal have been enduring the same pain for years. If only it were possible to reverse her magic. Then she could turn flowers into food. Fatyan, a beautiful Enchanted Moura, is the only one who can help. But she is trapped by magical binds. She can teach Yzabel how to control her curse - if Yzabel sets her free with a kiss. As the King of Portugal’s betrothed, Yzabel would be committing treason, but what good is a king if his country has starved to death? With just one kiss, Fatyan is set free. And with just one kiss, Yzabel is yearning for more. She’d sought out Fatyan to help her save the people. Now, loving her could mean Yzabel’s destruction."
  • Trigger Warnung: Essstörungen, religiöse Selbstverletzung, (internalisierte) Homophobie

Zur Handlung: Yzabel ist verflucht. Wann immer sie Essen berührt, verwandelt es sich in Blumen. Um die Situation ihres Volkes nicht noch aussichtsloser zu machen, indem sie Nahrungsmittel verschwendet, isst sie daher so gut wie gar nichts. Nur Suppen, die ihre Dienerin zubereitet, kann sie schnell genug schlucken, bevor ihr Fluch wirkt. Diese Dienerin ist es auch, die Yzabel losschickt, um die Hilfe einer verzauberten Moura zu suchen.

Als Yzabel daraufhin auf Fatyan trifft, die vor Jahrzehnten durch einen Zauber in einen Stein eingesperrt wurde, hat sie das erste Mal Hoffnung auf eine Lösung. Allerdings sagt Fatyan ihr nicht - wie sie dachte - dass der Fluch gebrochen werden muss, sondern dass es sich um Yzabels eigene Magie handelt, die sie bisher zu stark unterdrückt hat. Um ihrem "Fluch" also ein Ende zu machen, muss Yzabel sich selbst akzeptieren lernen und vergessen, was sie in ihrer katholischen Erziehung über Magie gelernt hat.

Dieses Buch spielt im Mittelalter in Portugal, das stark durch die Kirche geprägt ist. Yzabel ist die Verlobte des jungen Königs, der jedoch sehr fortschrittlich denkt und seine Regierung lieber politisch als religiös ausrichten will. Yzabel selbst gilt als besonders stark gläubig, da sie permanent am Fasten ist - der einzige Weg ihrem Fluch zu entkommen, wie sie denkt - und sich auch selbst geißelt, um Erlösung durch Gott zu erfahren. Ihr Verlobter allerdings ist gegen diese Maßnahmen, da sie den Fluch vor ihm geheimhält.

Yzabel als Hauptcharakter fand ich sehr interessant, wenn ich auch nicht immer mit ihr mitfühlen konnte. Sie ist sehr religiös erzogen und möchte den Menschen um sie herum wirklich helfen. Sie versucht immer wieder Nahrung und Medizin zu spenden, und hasst ihren Fluch vor allem, weil er sie zwingt Nahrung zu verschwenden. Außerdem fühlt sie sich zu ihrem Verlobten nicht hingezogen, was sie sehr belastet, denn sie möchte unbedingt Königin werden um Gutes tun zu können und den Frieden zu sichern. Im Laufe des Buches muss sie sich den Vorurteilen stellen, mit denen sie aufgewachsen ist, und lernen sich selbst so zu akzeptieren, wie sie ist. Das schließt einerseits ihre Magie ein, andererseits aber auch ihre Sexualität.

Damit kommen wir zu Fatyan, die von Yzabel befreit wird durch einen Kuss. Die beiden arbeiten eng zusammen, um Yzabel beizubringen ihre Magie zu kontrollieren. Dabei entwickeln sich zwischen den beiden Gefühle. Fatyan ist dabei diejenige, die sich ihrer Sexualität sehr klar ist, sie wirkt deutlich erwachsener als Yzabel. Dabei kann man sicherlich sagen, dass hier ein Fall von Instalove vorliegt. Allerdings fand ich es nicht störend, dass die beiden sich von Anfang an zueinander hingezogen fühlen. Die Beziehung wird dennoch durch Yzabels internalisierte Homophobie stark auf die Probe gestellt. 

Fatyan mochte ich als Charakter total. Dadurch, dass sie sehr lange in dem Stein eingesperrt war, hat sie eine gewisse Weisheit entwickelt. Allerdings ist sie sich auch schnell bewusst, welche Märchen und Geschichten über sie in der Gegenwart existieren und fühlt sich durch diese marginalisiert. Sie ist definitiv gegen eine Welt, die von Männern beherrscht wird, und fordert Yzabel mit ihren Ansichten heraus. Gleichzeitig strahlt sie aber auch Wärme aus. Ihr Charakter hat mich direkt in den Bann geschlagen.

Neben den beiden Hauptfiguren sticht dann der König vor allem heraus. Ihn fand ich als Charakter am schwächsten entwickelt. Einerseits soll er sehr fortschrittlich sein und er akzeptiert Yzabel so wie sie ist und versucht nicht sie zu verändern. Andererseits setzt er teilweise drakonische Strafen ein, als Yzabel etwas tut, das er als Gefahr für seine Herrschaft ansieht. Auch das Ende hat dann recht wenig Sinn gemacht, der Charakter springt einfach zu oft von progessiv zu klassisch-beherrschend hin und her. Ich wusste nie, warum er Yzabel das eine vergibt und das andere so extrem bestraft.

Schließlich spielt die Dienerin von Yzabel eine größere Rolle. Sie ist diejenige, die Yzabel zu Fatyan schickt, um Hilfe zu bekommen. Außerdem hat sie einen Sohn, der gegen Ende des Buches noch wichtig wird. Besonders mochte ich am Anfang, wie die Dienerin mit Yzabels Wachmann umgegangen ist - die beiden haben mich sehr an Matthias und Nina in Six of Crows erinnert. Ein bisschen seltsam fand ich bei dem Buch, wie spät man erst erfährt, wer eigentlich "der Böse" ist. Das wirkte dann auch alles eher überstürzt.

Generell hat mir an dem Buch sehr gut gefallen, dass ich nie wusste, was als nächstes passiert. Für ein Jugendbuch war diese Geschichte überraschend unvorhersehbar. Sie orientiert sich nicht unbedingt an den klassischen Mustern des Genres und wagt Neues. Das macht beim Lesen natürlich auch Spaß. Dennoch ist das Buch eher langsam erzählt, man sollte keine große Action erwarten.

Das Ende war dann für mich ein bisschen schwach, weil einfach zu viel zu schnell passiert ist. So langsam die Geschichte zu Beginn erzählt wird, so überstürzt dann alles in den letzten Kapiteln. Wie gesagt erfährt man erst sehr spät, wer der Feind ist, und so muss dieser natürlich innerhalb von wenigen Seiten dann besiegt werden. Ich glaube, dieses Buch ist daher eher für Leser geeignet, die spannende Charaktere zu schätzen wissen als einen actionreichen Plot.

Alles in allem hat mir das Buch richtig gut gefallen. Ich finde es immer schön, Paare in Jugendbüchern zu sehen, die aus zwei Mädchen bestehen. Als Jugendliche hätte mir das glaube ich viel bedeutet. Aber das Buch geht hier auch auf sehr schwere Themen ein wie Religion, Vorurteile, Selbsthass und -verletzung. Im Zentrum steht zwar das Lösen von diesen Gedanken, aber dafür müssen diese natürlich auch ausführlich diskutiert werden. Ich mochte hier vor allem auch die Hauptcharaktere, ihre Dynamik und Entwicklung. Wer das Thema interessant findet, sollte das Buch definitiv probieren.

Kennt ihr diese Geschichte schon oder habt ihr ähnliche Empfehlungen für mich?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




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