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Freitag, 19. März 2021

Legendborn


Hallo meine Fantasyfreunde,

nachdem ich im Februar ausgesetzt hatte, habe ich nun das März/April-Buch des Dark Academics Buchclubs gelesen und es war vermutlich das für mich beste Buch, das wir bisher gemeinsam gelesen haben. Ich bin sehr froh, dass es ausgewählt wurde, denn wie ich mich kenne, hätte ich sonst gewartet, bis die Reihe beendet ist.

Die Fakten:

  • Autor: Tracy Deonn
  • Titel: Legendborn
  • Reihe: Legendborn 1
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Simon & Schuster
  • Seiten: 498
  • Preis: 9,69 Euro
  • Klappentext: "After her mother dies in an accident, sixteen year-old Bree Matthews wants to escape. A residential programme for bright high-schoolers seems like the perfect opportunity - until she witnesses a magical attack her very first night on campus. A flying demon feeding on human energies. A secret society of so-called "Legendborn" that hunt the creatures down. A mysterious mage who calls himself a "Merlin" and who attempts - and fails - to wipe Bree's memory of everything she saw. The mage's failure unlocks Bree's own unique magican a buried memory from the night her mother died. Now Bree will do whatever it takes to discover the truth, even infiltrate the Legendborn. But when the Legendborn reveal themselves as descendants of King Arthur's knights and foretell a magical war, Bree must decide how far she'll go for the truth. Should she use her magic to take the society down - or join the fight?"

Zur Handlung: Bree ist sechzehn, als ihre Mutter bei einem Autounfall getötet wird. Im Krankenhaus erhält sie mit ihrem Vater die schreckliche Nachricht. Danach plagt sie sich mit der Trauer und Schuldgefühlen, denn kurz vor ihrem Tod hatte sich Bree mit ihrer Mutter gestritten - um die Aufnahme in ein spezielles Programm an einer Uni in der Nähe. Brees Mutter wollte nicht, dass Bree geht.

Doch nach dem Unglück kann Bree ihre Heimat nicht mehr ertragen, und ihr Vater willigt ein, dass sie das Programm der Uni besuchen darf, solange sie sich benimmt. Mit ihr geht ihre beste Freundin Alice, mit der sie schon immer solche Pläne hatte. Doch am ersten Abend begeht Bree einen schweren Fehler: sie lässt sich überreden auf eine Party in einem verbotenen Gebiet zu gehen und nimmt Alice mit. Als die Party im Disaster endet, öffnen sich für Bree plötzlich Türen zur Wahrheit.

Ich kann euch gleich sagen, ich habe nichts Schlechtes an diesem Buch gefunden. Alles, was jetzt folgt, ist einfach nur mein Jubel darüber, wie toll das Leseerlebnis war. Ihr wurdet gewarnt.

Beginnen wir mit Bree als Hauptcharakter: sie ist sehr stur und gleichzeitig sehr hart zu sich selbst. Sie leidet unter der großen Trauer um ihre Mutter und den Schuldgefühlen, dass sie sich im Ärger getrennt hatten. Außerdem liebt sie ihren Vater sehr, kann ihn aber im Moment schwer ertragen, weil die Trauer ihr im Weg steht. Sie hat eine tolle Freundschaft mit Alice, in der sich beide auch gut ergänzen. Doch in Bree schlummert eine Kraft, von der sonst keiner ahnt. Es gab sehr wenige Momente, wo sich Bree dumm verhalten hat, und für diese hat sie sich auch immer selbst gerügt. Meistens kann man gut mit ihr mitfühlen und ihre Taten nachvollziehen. Das kommt vor allem auch durch die ich-Perspektive, durch die wir mitten in ihrem Kopf sind. Ich weiß, einige mögen das nicht gern, aber gerade in solchen Büchern mit Magie, Action und Geheimnissen finde ich das toll.

Zwei junge Männer spielen für Brees Zukunft eine wichtige Rolle: Nick und Sel. Nick ist der golden boy, er ist in der Uni erfolgreich, blond und sexy. Außerdem ist er der Anführer der Legendborn und derjenige, der sich schließlich bereiterklärt, Bree mit ihren Fragen zu helfen. Sel ist der Magier, bzw. der Merlin, der Geheimgesellschaft. Er ist dunkel und nicht unbedingt gut gelaunt. Obwohl er zunächst glaubt, Bree sei ein Dämon in Verkleidung, kommen die beiden sich schließlich näher, als sie sich vertrauen müssen. Ehrlich gesagt sehe ich hier ein bisschen Potential, das mir am Ende der Reihe nicht gut gefallen könnte, aber bis jetzt sind die Beziehungen der drei untereinander sehr komplex und damit spannend. Schade finde ich, dass beide weiß sind, während Bree schwarz ist. Irgendwie gibt es doch erschreckend viele Geschichten, wo sich ein schwarzes Mädchen in weiße Typen verliebt. Auf der anderen Seite macht es durch die Geschichte der Geheimgesellschaft Sinn, und es ergibt für Bree noch eine exponiertere Position in dem Ganzen.

Toll finde ich auch die Beziehungen, die Bree zu Alice und zu ihrem Vater hat. Beide wollen sie einfach unterstützen und sie beschützen. Dabei steht Brees Sturheit ihr manchmal ein bisschen im Weg, aber am Ende finden sie doch alle wieder zueinander. Außerdem gibt es noch eine Psychologin, die eine wichtige Rolle spielt. Sie ist ebenfalls schwarz und kann Bree deswegen besser mit ihrer Familiengeschichte helfen als die Geheimgesellschaft. 

Besonders spannend fand ich das Magie-System dieser Welt. Die Magie der Geheimgesellschaft beruht auf Blut. So sind alle die Nachfahren von Rittern der Tafelrunde oder deren Anhänger und Vasallen. Dagegen gibt es aber noch eine andere Magierichtung, die sich eher mit der Kraft von Wurzeln im übertragenen Sinne zeigt, also Familiengeschichte und Vorfahren. Beide Magierichtungen halten nicht besonders viel voneinander. Diese ganze Grundidee fand ich sehr kreativ und dennoch hat es sich sehr realistisch angefühlt (für Magie...).

Ehrlich gesagt kenne ich mich mit der Arthur-Legende und den Rittern der Tafelrunde überhaupt nicht aus. Das hat aber beim Verständnis bisher nichts ausgemacht. Es kann sein, dass das in den Folgebänden anders wird, aber da Bree als Außenseiterin in die Geheimgesellschaft kommt, kann man sich die Welt und die Legende dahinter gut mit ihr zusammen erschließen. Ich kann mir aber vorstellen, dass Liebhaber der Legende noch viel mehr Freude aus dem Buch ziehen könnten (geht das überhaupt?).

Schließlich geht es in dem Buch aber auch viel um Rassismus und um das Erbe der Südstaaten in den USA. Einerseits erlebt Bree in ihrem Alltag immer wieder Momente von Rassismus, die man als Leser gut erkennen und spüren kann. Die Autorin schafft es, diese Momente vollkommen natürlich einzubauen, sodass es nie wirkt, als würde das mit Absicht gemacht. Andererseits geht es aber auch um Themen wie Sklaverei und die vielen Menschen, die gestorben sind um Gebäude wie die Universität zu bauen, und deren Opfer nie im entsprechenden Maße gedacht wurde - allein aufgrund ihrer Hautfarbe. Und dann gibt es auch noch einige wirklich offensichtliche Momente von Rassismus in einem Moment, wo Bree sich einen Weg in eine prestigereiche Position bahnt und weiße Menschen ihr sagen wollen, sie sei dem gar nicht würdig - weil sie nicht weiß ist. Das Thema schwingt also auf vielen Seiten mit - und ich fand es unglaublich gut umgesetzt. Es passt perfekt in die Geschichte und wirkt nie aufgesetzt.

Ein wichtiges Thema - wie angedeutet - ist Brees Trauer um ihre Mutter und all die komplexen Gefühle, die damit einhergehen. Zum Glück habe ich keine persönliche Erfahrung mit solchen Gefühlen und kann daher nichts darüber sagen, wie diese dargestellt sind und ob das eventuell triggernd sein kann. Allerdings schreibt die Autorin hier aus eigener Erfahrung - sie hat selbst ihre Mutter früh verloren und wollte das ein Stück weit verarbeiten mit dem Buch. Gleichzeitig will sie darauf aufmerksam machen, welche Auswirkung solches Leid auf ein Leben haben kann - damit Betroffene sich Hilfe suchen.

Alles in allem fand ich das Buch perfekt. Ich mochte die Fantasy-Elemente, ich mochte die Charaktere, ich mochte den Plot, der unvorhersehbar war und immer spannend blieb, ich mochte die Themen von Rassismus und Trauer, die hier eingeflochten wurden. Und da habe ich noch gar nichts über die Nebenfigur gesagt, die non-binary ist und damit wichtige Repräsentation in das Buch einbringt - außerdem eine meiner Lieblingsfiguren! Ich kann euch das Buch nur wärmsten empfehlen, ich flehe euch quasi an es zu lesen!

Wie steht es mit eurem Wissen zu Arthur und der Tafelrunde?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




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