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Mittwoch, 8. November 2017

Die 5 Leben der Daisy West

Hallo meine Lesemiezen,

wer erinnert sich noch an dieses Buch? Als wir vor vielen Monden diesen Blog begonnen haben, was das Buch gefühlt in aller Munde. Mich hat es allein wegen des Titels interessiert und, als es da neulich so einsam in der Bibliothek stand, konnte ich nicht daran vorbei. Ich hatte keine richtige Ahnung, worum es geht, aber das gefällt mir bei solchen Büchern gut.

Die Fakten:
  • Autor: Cat Patrick
  • Titel: Die 5 Leben der Daisy West (Original: Revive)
  • Übersetzung: Anja Malich
  • Erschienen: 2012
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Seiten: 298
  • Preis:
  • Klappentext: "Daisy ist fünfzehn und schon mehr als ein Mal gestorben. Doch ein Wundermittel namens Revive holt sie jedes Mal zurück und so lebt Daisy waghalsig und riskant. Jeder Tod bedeutet für sie allerdings eine neue Stadt und ein neues Leben, denn das Mittel ist hochgeheim und Daisy ist ein Versuchsobjekt in einem streng abgeschotteten Programm. An ihrer neuen Schule findet sie in Audrey zum ersten Mal eine beste Freundin. Als sie sich auch noch Hals über Kopf in deren Bruder Matt verliebt, lässt sie sich endlich voll auf das Leben ein. Daisy fängt an, das Geheimsystem rund um Revive zu hinterfragen. Doch sie weiß auch: Wenn sie aufbegehrt, könnte ihr nächster Tod endgültig sein..."

Zur Handlung: Daisy lernen wir in den letzten Minuten ihres Lebens kennen. Was ist sie auch allergisch gegen Bienen? Warum hat sie gerade heute ihren Epipen vergessen? Aber das ist alles eigentlich gar nicht wichtig, denn nicht Daisy stirbt, nur Daisy Appleby. Daisy wird dann eine neue Identität annehmen, in eine neue Stadt ziehen und Daisy West werden.

Daisy West jedoch findet plötzlich und unverhofft direkt am ersten Tag in der Stadt eine Freundin. Audrey scheint total cool zu sein, doch irgendwie halten alle anderen Abstand zu ihr. Und dann ist da noch Matt, der süße Typ aus dem Englischunterricht. Schnell wird klar, dass sich das Leben von Daisy West in völlig neue Richtungen entwickeln wird.

Erstmal... wer hat bitte den Klappentext geschrieben? Der ist ja grottig. Daisy lebt weiß Gott nicht riskant, sie ist auch nicht abenteuerfreudig, sie ist einfach nur super tollpatschig und zieht Unglück an.  Und "hochgeheim" ist auch mal ein tolles Wort oder? Hilfe, nein.

Daisy als Charakter ist wenig besonders. Sie stellt sich oft dumm an, lebt relativ abgeschottet, da Freundschaften eh nicht halten können, wenn sie das nächste Mal wiederbelebt werden muss, und schreibt mir ihrer transsexuellen Freundin einen Weblog. Den Teil fand ich irgendwie niedlich. Dazu kommen Daisys vermeintliche Eltern, die in Wahrheit Agenten sind. Sie ist natürlich das einzige Revive-Kind, das bei Agenten lebt, und daher ist sie viel näher am Geschehen.

Die Eltern sind beide stereotypisch. Der Vater ist der Chef und gleichzeitig eher mitfühlend und erzieht Daisy als gleichberechtigte Partnerin. Daher weiß sie Vieles, was sie eigentlich nicht wissen darf. Er schimpft auch nie mit ihr und ist maximal enttäuscht, mehr nicht. Die Mutter dagegen wird als roboterhaft beschrieben und klemmt immer am Handy oder PC. Auch hier erwartet uns nix Besonderes. Sie ist dem Vater unterstellt, teilt aber seine Meinung nicht immer.

Audrey ist schließlich Daisys neue Freundin. Sie ist die interessanteste Figur im ganzen Buch. Zunächst erschließt sich nicht, was mit ihr los ist. Alles wird dann aber durch den Bruder aufgeklärt. Hier hätte ich es begrüßt, wenn das Buch auf den ganzen Scifi-Thriller-Teil verzichtet und sich auf diese Geschichte konzentriert hätte, denn leider kommt das viel zu kurz. Matt ist wieder relativ stereotypisch, der heiße Typ, der oft in Gedanken ist. Ich fand die Anziehung der beiden total unglaubwürdig und hatte auch nicht viel Interesse an der Romanze.

Obwohl dies zum Teil ein Thriller ist, wird es leider nicht sonderlich spannend. Es kommen gelegentlich neue Elemente, die Daisy aufhorchen lassen, aber es ist nicht der Fokus der Geschichte. Das Ende soll dann natürlich auch ein großer Show-Down sein, bleibt allerdings ebenfalls überraschungsarm. Auch werden viele Dinge nur angedeutet und dann nie wieder aufgegriffen. Beispielsweise war Daisys letzte Wiederbelebung schwierig, aber keiner weiß warum und es kommt danach nie wieder vor. Soll mir das jetzt Angst um ihr Leben machen? Ihr auf jeden Fall nicht...

Dieses Buch hätte sehr davon profitiert, einfach eine Contemporary-Geschichte zu sein. Die Freundschaft zwischen Audrey und Daisy war leider so klischeehaft und hier hätte man mit so viel mehr Liebe zum Detail arbeiten können. Auch die Romanze war einfach seltsam und nicht nachvollziehbar, vor allem gegen Ende des Buches. Aber die Geschichte hatte hier einfach am meisten Potential.

Alles in allem fand ich das Buch unterhaltsam, es ließ sich sehr schnell weglesen, aber ich bekam weder einen Thriller, noch spannende Scifi-Elemente, noch eine glaubwürdige Liebesgeschichte. Es steckt eine wirklich tolle und erzählenswerte Geschichte irgendwo drin, aber sie kommt leider nicht ganz raus. 

Wie fandet ihr dieses Buch? Ich bin sicher, es haben einige Blogger gelesen. :D

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Kommentare:

  1. Hi,

    ... es ist ewig her, dass ich das Buch gelesen habe. Leider ist es mir nicht in der besten Erinnerung geblieben. Ich mochte den Schreibstil und war am Anfang auch gefesselt, aber irgendwie konnte sich die Geschichte nie richtig entscheiden, was sie sein wollte und es passierte einfach zu wenig zwischendurch. Ich fand es schade um das Potenzial.

    Liebe Grüße
    Alex

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    1. Da kann ich dir nur zustimmen, ich hatte ein ganz ähnliches Gefühl beim Lesen. :) Danke für deinen Kommentar!

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