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Samstag, 11. April 2020

The Girl in the Tower

Hallo meine Fantasy-Freunde,

heute möchte ich euch den zweiten Teil der Winternight-Reihe vorstellen, in dem wir Vasya weiter auf ihrem Weg durch ein mittelalterliches Russland voller Magie und Intrigen folgen. Nachdem ich das erste Buch schon sehr toll fand, konnte dieses Buch meine Liebe zur Trilogie absolut festigen und ich bin hin und weg.

Die Fakten:
  • Autor: Katherine Arden
  • Titel: The Girl in the Tower
  • Reihe: Winternight Trilogy 2
  • Erschienen: 2018
  • Verlag: Del Rey
  • Seiten: 346 + Anhang
  • Preis: 8,99 Euro
  • Klappentext: "When Vasya encounters the Grand Prince of Moscow, she is dressed as a boy for safety's sake. This is a dangerous country with a court plagued by power struggles and bandits roaming the countryside. One of the Prince's advisers, Sasha, recognises this `boy´ as his younger sister and must keep her secret. For Vasya has remarkable gifts and may be the only one who can save the city from threats both human and fantastical..."

Zur Handlung: Nach den Ereignisse in Band eins muss Vasya ihr Heimatdorf verlassen. Die Menschen dort halten sie für eine Hexe und ihr Bruder müsste sie ins Kloster senden. Mit der Hilfe des Winterkönigs verkleidet sich Vasya auf ihrer Reise durch den winterlichen Wald als Junge, denn als Mädchen stünde sie unter sehr großer Gefahr. Gemeinsam mit ihrem treuen Pferd Solovey macht sie sich auf, um die Welt zu sehen.

Bald schon kommt sie das erste Mal in ihrem Leben in eine kleine Stadt und ist völlig überwältigt von der Menge an...allem. Ihr Besuch wird aber je unterbrochen, als seltsame Fremde Jagd auf sie machen. Ab da kommt sie immer wieder in gefährliche Situationen, und nur der Schutz und das Training mit dem Winterkönig helfen ihr zu überleben. Doch bald kommt der Frühling und Vasya steckt in großen Schwierigkeiten...

Dieser zweite Band liest sich ganz anders als der erste, ohne dass man das Gefühl bekommt, dass es keine Verbindung zwischen den Büchern gibt. Vasya ist inzwischen eine junge Frau, die für ihre Freiheit kämpft. Sie will die Welt sehen wie ihre Brüder, nur dass das für Frauen absolut nicht vorgesehen ist. Indem sie sich verkleidet, riskiert Vasya viel, nicht zuletzt die Ehre ihrer Familie und die Leben ihrer Geschwister Sasha und Olga, die wir aus dem ersten Buch kennen.

Ich fand es toll, dass wir uns in diesem Buch nun den beiden Geschwistern von Vasya zuwenden, die nach Moskau gegangen sind. Ich wollte unbedingt sehen, was auch beiden geworden ist, und Vasya natürlich auch. Allerdings steht das Familienwiedersehen unter einem schlechten Stern. Außerdem lernen wir ganz neue Familienmitglieder kennen, Vasyas Nichte Marya, die ähnliche Fähigkeiten hat wie sie, und ihre Großmutter Tamara.

Wie schon im ersten Buch mochte ich die Familiendynamiken sehr. Wie schon Aljoscha begibt Sasha sich in große Gefahr, indem er Vasya nicht als Schwester sondern als Bruder vorstellt. Sowohl Sasha als auch Olga lieben Vasya sehr, können ihr aber nicht helfen, da sie versuchen sich an die bestehenden Normen zu halten. Daraus entstehen natürlich Probleme, vor allem mit Olga. Besonders eindrücklich war die Szene, in der Olga am Rande des Todes steht. Hier trifft Vasya Entscheidungen, die ihr nicht zustehen, wir als Leser aber nachvollziehen können. Jederzeit kann man die Beweggründe und Entscheidungen aller verstehen, auch wenn sie ganz gegensätzlich sind.

Mit Olga und Marya in Moskau werfen wir einen Blick auf die zutiefst frauenfeindliche Gesellschaft des mittelalterlichen Russland. The Girl in the Tower deutet hier schon darauf hin: zu dieser Zeit ist es Frauen und auch Mädchen nicht erlebt, den sogenannten Terem zu verlassen. Dies war ein Gebäude, in denen hochgeborene Frauen lebten und den nur weniger Männer - vor allem Geistliche - betreten durften. Die Frauen konnten nicht einmal selbst zum Markt gehen und Festivitäten wie Masletsina nur aus den Fenstern heraus betrachten. Es war verstörend, das zu lesen, zumal wir heute alle so streng gegen Burkas sind, die es Frauen immerhin noch erlauben, das Haus zu verlassen. 

Ansonsten folgt das Buch in gewisser Weise den klassischen Mulan-Tropes. In männlicher Verkleidung kann Vasya sich als Held in die Gunst des Prinzen bringen, sie steigt schnell auf in der Moskauischen Gesellschaft, aber unweigerlich warten wir nur auf den Moment der Enthüllung und das folgende Chaos. Damit ist dieser zweite Band viel schneller erzählt als der erste, es gibt mehr Geheimnisse und Mysterien, aber es steht gefühlt noch mehr auf dem Spiel und die Situation am Ende ist noch auswegloser. 

Auch die Beziehung von Vasya und dem Winterkönig bekommt eine neue Qualität und da habe ich ganz schön mitgefiebert. Ich liebe diesen langsamen Aufbau und dass beide eigentlich keinen Platz für Liebe haben, aber irgendwie da etwas ist. Ich kann kaum auf den dritten Band warten. Hier erfahren wir auch mehr über die Halskette und ihre Bedeutung. Das fand ich sehr gut eingebettet und eine neue Dimension der Magie in dieser Welt.

Das Ende war dann wahrlich mitreißend. Ich konnte das Buch eh schon kaum aus der Hand legen, aber am Ende stand wirklich alles auf dem Spiel und ich musste unbedingt weiterlesen. Auch hier fand ich das Ende wieder befriedigend und man kann die Bücher auch gut einzeln lesen, ohne immer direkt in den nächsten Band zu springen. Trotzdem werde ich das jetzt tun, wenn ich brauche einfach mehr Vasya und Winterkönig in meinem Leben!

Ich hoffe, ihr schaut euch diese Reihe mal an. Ich bin wirklich hin und weg!

Bis bald,
Eure Kitty Retro





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