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Mittwoch, 22. Februar 2017

Die Frau des Zoodirektors

Hallo meine Historienfreunde,

wieder einmal begeben wir uns in die Zeit des zweiten Weltkrieges, denn ich finde Bücher über diese Zeit einfach wahnsinnig interessant. Dieses Buch ist erst relativ frisch auf Deutsch erschienen, bald wird es aber auch einen Kinofilm dazu geben. Der Trailer hat mich direkt berührt, und in meiner Bibliothek gab es dann Buch dann auch direkt.

Die Fakten:
  • Autor: Diane Ackerman
  • Titel: Die Frau des Zoodirektors (Original: The Zookeeper's Wife)
  • Übersetzung: Christine Naegele
  • Erschienen: 2016
  • Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
  • Seiten: 357
  • Preis: 19,99 Euro
  • Klappentext: "Geschichten aus dem Krieg gibt es viele. Die meisten sind traurig und erschütternd. Doch es gibt auch Geschichten, die einem den Glauben an das Gute im Menschen zurückgeben. Wie die Geschichte der Zabinskis, die ihr Leben für das Überleben anderer riskierten. Während der Zweite Weltkrieg tobt, wird der Warschauer Zoo Schauplatz einer dramatischen Rettungsaktion, die über 300 Juden vor dem sicheren Tod bewahrt."

Zur Handlung: Anonina lebt zu Beginn der 30er Jahre ein erstaunliches Leben, wie es nur wenigen Frauen in Polen und auf der Welt vergönnt gewesen ist. Als Frau des Zoodirektors des Warschauer Zoos lebt sie mit vielen zwei- und vierbeinigen Wesen zusammen, die ihre Hilfe und Unterstützung brauchen. Da sind Luchse, Wolfswelpen und ein Dachs, der sogar an der Leine spazieren ging.

Sie liebt dieses Leben sehr und ist glücklich, es mit ihrem Mann Jan und ihrem Sohn Rys zu teilen, als der zweite Weltkrieg ausbricht. Polen und Warschau werden von den Deutschen angegriffen, erobert und besetzt. Dabei wird der größte Teil des Zoos zerstört. Doch Antonina gibt nicht auf, sondern stellt sich den Dingen, die ihr wunderbares Leben und das ihres Sohnes bedrohen.

Wie schon gesagt, der Trailer zum Film hat mich unglaublich berührt, vor allem weil ich es mir so schrecklich vorstelle, wie die armen Tiere während der Bombardierung eingeschlossen und eingesperrt waren, und keinerlei Ausweg hatten. Auch Antonina ist eine wahnsinnig empathische Person, die das Schicksal ihrer Lieben zutiefst bedrückt, doch sie kann sich nicht wehren.

Im Buch tauchen ganz unterschiedliche Figuren auf, aber der Fokus ist immer auf Antonina, die während der Besatzungszeit Tagebuch führte. Ihr Mann Jan ist mutig und abenteuerlustig, aber über die Zeit des Krieges hinweg wird er auch verzweifelt, harsch, und weiß seine unglaubliche Frau nicht immer zu schätzen. Die negative Einstellung gegenüber den Fähigkeiten einer Frau gibt er so auch an seinen Sohn weiter, was mich einige Male wütend gemacht hat.

Das Buch ist weniger ein Roman, was ich erwartet hatte, als eine Erzählung darüber, wie es für Antonina gewesen sein muss. Dabei wird auf unzählige Quellen und Zeitzeugenberichte verwiesen, wodurch man total viel lernt, aber immer eine sichere Distanz zu Ereignissen behält. So weiß man beispielsweise, dass Jan nichts Schlimmeres passieren kann, weil aus Interviews von nach dem Krieg von ihm zitiert wird. Das sollte man wissen, wenn man dieses Buch beginnt.

Dennoch gewinnt man so sehr viele gut belegte Einsichten in die polnische Besatzungszeit, die gerade uns deutschen viel zu wenig nahe gebracht wird. Auch der polnische Untergrund ist ein wahnsinnig spannendes Feld, in dem auch die Zabinskis unterwegs waren. Ich hatte davon erstmal in Honigtot gelesen. Ich finde es erstaunlich, wie bei den Anti-Nazi-Widerständen vor allem auf die Franzosen verwiesen wird, wo die Polen doch ein so ausgeklügeltes Netz an Widerständlern aufgebaut haben. 

Jan und Antonina denken aber auch viel über Psychologie nach - der Tiere und der Menschen, und suchen nach Ähnlichkeiten und Unterschieden. So ist es für sie leichter, mit den Raubtieren der SS oder Wehrmacht umzugehen, aber auch die Beutetiere jüdischer Herkunft zu verstecken, zu verstehen und ihnen Unterstützung zu gewähren. Es war interessant, so viel Einsicht in die Rettungsaktionen zu bekommen, die durch den Zoo durchgeführt wurden, obwohl ich dachte, dass dies noch mehr im Fokus steht.

Letztlich geht es in dem Buch um eine Frau, die ihre Familie (auch tierischer Natur) wie eine Löwenmutter beschützen will, aber immer wieder an die Grenze des Machbaren stößt. Sie kämpft und bekommt dafür nie den Respekt, den sie verdiente. Dennoch gibt sie nie auf, ihre Familie zu lieben und verteidigen. Sie trifft viele aufreibende, aber wichtige und richtige Entscheidungen, und rettet damit nicht nur sich, sondern eine Vielzahl von unschuldigen Leben. Vom Schreibstil hatte ich mir einfach mehr erwartet, mehr Gefühl vor allem, obwohl es mich trotzdem am Anfang gelegentlich zum Weinen gebracht hat.

Wer kennt das Buch? Was sagt ihr zum Trailer? Und würde euch so ein eher faktengebundenes Buch interessieren?

Bis bald,
Eure Kitty Retro 











Meine Bewertung:


* Dieses Buch habe ich im Rahmen des Frauenpower Februar gelesen. *

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