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Samstag, 15. November 2014

[Filmkritik] Emma (1996)

Hallo meine Filmfreunde,

vor einer Weile habe ich euch das Buch Emma von Jane Austen vorgestellt. Ich hatte dort erwähnt, dass ich bei Gelegenheit den Film ansehen möchte. Nun, die Gelegenheit ließ etwas auf sich warten, denn meinem Freund wollte ich den Film nicht antun. Im Nachhinein bin ich da auch sehr froh drüber. Heute habe ich es aber geschafft und möchte euch nun berichten.

Zur Handlung: Emma ist eine wohlhabenden, clevere, etwas eigensinnige junge Frau, die niemals heiraten möchte. Andere Ehen stiftet sie jedoch gern. Nachdem das mit ihrer Erzieherin gerade erst so gut geklappt hat, ist sie nun auf der Suche nach einer neuen besten Freundin, die sie in Harriet findet. Dieser möchte Emma nun zu einem sicheren Leben und einem treuen und angesehenen Ehemann verhelfen.

Allerdings läuft irgendwie alles schief, und Emma muss ihre Freundin enttäuschen. Das Buch berichtet von den verschiedenen Vorkommnissen, die eine Gemeinde in dieser Zeit so beschäftigten, Besuch von verlorengegangenen Söhnen, heimliche Verlobungen und Bälle. Jane Austen wie man sie kennt und liebt also...


Gleich der Beginn des Films war für mich schon etwas seltsam. Während ein eher langsames trauriges Lied spielt, sieht man auf dunklem Hintergrund eine kleine Erde, die sich rasend schnell dreht. Weder passen diese zwei Elemente zusammen, noch macht es einen Sinn für die Handlung. Wer immer die Idee hatte, irgendwas ist schief gelaufen.


Der Film hält sich relativ nah an der Buchvorlage. Die Geschehnisse sind mehr oder weniger gleich dargestellt, gegen Ende werden einige Dinge etwas dramatisiert, damit man besser mitfiebern kann. Dennoch fehlen manchmal Links, sodass man gar nicht versteht, warum jetzt etwas passiert. Das beste Beispiel ist das peinliche Picknick. Da viele Szenen zwischen Emma und Mr Churchill fehlen, versteht man ihre Verbindung und die Art ihrer Beziehung leider nicht.


Desweiteren ist der Film wesentlich vorhersehbarer. Wer das Buch liest, weiß lange Zeit nicht, wer nun am Ende mit wem endet. Ich muss sagen, dass genau das eingetreten ist, was ich erhofft habe, aber das Buch hat mich immer wieder zweifeln lassen, und das hat mir gefallen. Der Film schafft dies nicht. Er muss sich zwangsläufig auf eine Beziehung konzentrieren, das liegt einfach am Medium. Allerdings ist auch hier irgendwie etwas schiefgegangen, denn ich habe kein Stück weit so mitgefiebert wie im Buch.


Einige Charaktere sind zudem auch sehr anders als im Buch. Miss Bates zum Beispiel fand ich sehr gewöhnungsbedürftig. Gegen Ende hat sie sich besser in die Rolle gefunden, am Anfang habe ich sie aber kaum wiedererkannt. Auch Jane Fairfax ist ganz anders als im Buch beschrieben. Mr und Mrs Elton dagegen sind im Buch wesentlich unhöflicher und arroganter, sodass man auch hier nicht die nötige Antipathie aufbauen kann.


Alles in allem muss ich leider sagen, dass der Film nur ein trauriger Abklatsch des Buches ist. Es wundert mich nicht, warum er nie so groß geworden ist wie Stolz und Vorurteil. Er schafft es nicht, dass man mit den Figuren mitfiebert. Er schafft es aber auch nicht, das Buch detailgetreu abzubilden. Am Ende hängt er irgendwo in der Mitte fest und funktioniert einfach nicht richtig. Auch sind einige Sachen nicht akurat umgesetzt. Die Damen sind zu stark geschminkt für die damalige Zeit. Und ich bin auch nicht sicher, ob der Kuss gegen Ende so hätte stattfinden dürfen, zweifle aber daran. Ich bin da definitiv kein Experte, aber sowas habe ich gern glaubwürdiger.


Der Film ist sicher nicht schlecht und wer gern wissen möchte, worum es in der Geschichte geht, das Buch aber zu anstrengend findet, kann ihn gern schauen. Allerdings wird an manchen Stellen meiner Meinung nach nicht deutlich, warum etwas passiert. Auch zieht der Film sich stark in die Länge, was das Buch auch macht. Durch seinen Schreibstil aber ist es weniger nervig, würde ich behaupten. Wer Austen mag, sollte das Buch lesen!

Ich hoffe, das hilft euch weiter. Bis bald,

Eure Kitty Retro

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