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Freitag, 15. Mai 2015

[Filmkritik] Jane Austen's Persuasion

Hallo meine Historienfilmfreunde,

ich arbeite immer noch tapfer an der Fertigstellung meiner Buchverfilmungschallenge. :D Ich weiß gar nicht, ob es die offiziell noch gibt, aber einfach für mich selber will ich es schaffen. Deswegen hatte ich euch gestern das Buch Überredung von Jane Austen vorgestellt. Heute geht es um den Film Persuasion, der eine Verfilmung dieses tollen Buches ist.

Zur Handlung: Anne und ihre eitle Familie sind gezwungen, das herrschaftliche Anwesen zu vermieten und nach Bath in eine Wohnung zu ziehen. Dabei sind die neuen Mieter des Anwesens für Anne keine unbekannten: einst war sie kurz mit dem Bruder der Frau verlobt, die nun in ihrem Haus wohnen soll. Für sie ist dies ein kleiner Schock, denn den jungen Marineoffizier hatte sie seitdem nicht mehr gesprochen.

In veränderten gesellschaftlichen Kreisen treffen sich die beiden nun wieder, doch Anne muss mit ansehen, wie er sich immer mehr von ihr abwendet und ihr nur mit Kälte begegnet. Stattdessen amüsiert er sich mit jüngeren Mädchen und bald scheint klar zu sein, dass er eine von ihnen heiraten wird. Anne kann sich für die beiden nur freuen, obwohl sie doch weiß, dass sie nie jemand anderen lieben wird.

Ich finde den Film leider nicht so gelungen wie das Buch. Den Film hatte ich vor Jahren schonmal gesehen und auch damals nicht als besonders gut empfunden. Wenn man das Buch vorher gelesen und lieben gelernt hat, kann man dem Film sicherlich nochmal mehr abgewinnen. Für ein Jane Austen Buch passiert nämlich sehr viel, und nicht alles kann logisch sinnvoll in dem kurzen Film untergebracht werden.

Leider finde ich auch die Hauptdarsteller nicht passend. Während Austen sehr viel Liebe aufs Detail gibt, sind die Charaktere im Film wesentlich überspitzter. Die Familie von Anne ist nur nervig, eitel und teilweise gar böse. Anne selbst ist viel empfindlicher und viel öfter sprachlos, was ihr ihren mutigen und angenehmen Charakter nimmt. Dies scheint nur in wenigen Situationen wirklich durch und ist für mich aber Kernstück der Geschichte. Wiederum kann man ihren geliebten Captain Wentworth wesentlich weniger durchschauen. Auch wirkt er im Buch aufgeschlossener und lustiger.

Der Gesamtlook des Films ist auf jeden Fall gut. Die Musik ist meist recht passend, an manchen Stellen ist es ein bisschen still, da plötzlich keine Musik kommt, aber auch sonst nichts weiter passiert. Die Geschichte wird mehr oder weniger gut wiedergegeben. Der Versuch wurde wirklich unternommen, aber dann hätte der Film wesentlich länger müssen. Das Ende fand ich nicht gut, definitiv nicht so richtig passend zu der Zeit.

Alles in allem würde ich jedem lieber das Buch ans Herz legen. Es ist einfach wirklich gut und besonders. Vom Film kann man das nicht unbedingt sagen. Ich würde mir eine richtig schöne und gut besetzte Neuverfilmung wünschen, denn die Geschichte mag ich super gern. Habt ihr das Buch gelesen oder den Film gesehen und könnt mich verstehen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro



- Dieser Film ist Teil meiner Buchverfilmungschallenge. -

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