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Freitag, 24. Juni 2022

Love Marriage


Hallo meine Lieblingsleser,

heute möchte ich euch von einem Buch berichten, das mich positiv überrascht hat. Ich hatte es für den Asian Readathon als Hörbuch gehört. Vermutlich hätte ich es sonst nicht so schnell gelesen. Aber es konnte mich voll überzeugen. Hauptcharakter und Handlung waren so schön chaotisch und dabei realistisch.

Die Fakten:

  • Autor: Monica Ali
  • Titel: Love Marriage (dts. Liebesheirat)
  • Sprecher: Ayesha Dharker
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Hachette Audio UK
  • Dauer: 15 Std. 51min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro im Abo
  • Klappentext: "Yasmin Ghorami has a lot to be grateful for: a loving family, a fledgling career in medicine and a charming, handsome fiancé, fellow doctor Joe Sangster. But as the wedding day draws closer and Yasmin's parents get to know Joe's firebrand feminist mother, both families must confront the unravelling of long-held secrets, lies and betrayals. As Yasmin dismantles her own assumptions about the people she holds most dear, she's also forced to ask herself what she really wants in a relationship and what a 'love marriage' actually means."

Zur Handlung: Yasmin füchtet diesen Tag: das erste Treffen zwischen ihren indisch-stämmigen Eltern und der femistischen Mutter von ihrem Verlobten Joe. Eigentlich kann alles nur schief gehen. Doch damit fängt das Chaos eigentlich erst an. Die aufkeimende Freundschaft zwischen den Müttern schafft eher mehr als weniger Unruhe in Yasmin. Ihre Gefühle zu Joe durchlaufen eine Berg- und Talfahrt. Und dann ist da noch ihr jüngerer Bruder...

Dieser hat sich beim Vater dadurch unbeliebt gemacht, dass er Soziologie studiert hat. Nachdem er harte Diskriminierung erfahren hat, sitzt er die meiste Zeit Zuhause und hat keinen Job. Doch nun hat er auch noch eine Beziehung, die er vor den Eltern verheimlicht hat, und seine Freundin ist schwanger. Als Yasmin das erfährt, weiß sie, dass es um ihre Traumhochzeit geschehen ist.

In diesem Buch sehen wir Yasmin perfekte heile Welt mit all ihren wohlgeformten Plänen auseinanderbrechen. Mit dem Beginn beim Kennenlernen der Eltern bis hin zu der Frage, ob es überhaupt eine Hochzeit geben wird. Dabei gehen wir mit den Charakteren auf und ab - erleben Neues und auch Schreckliches. Die komplexen Beziehungen zwischen den Figuren stehen dabei im Vordergrund. 

Das Buch greift dabei ganz unterschiedliche Themen auf. Ohne zu spoilern hier nur grob: es geht um Treue in einer Beziehung und Seitensprünge, es geht um Sexsucht und ihre Ursachen, es geht um toxische Eltern-Kind-Beziehungen, es geht um Familie und Ansprüche aneinander, es geht um Medizin und ob der eigene Beruf wirklich die richtige Wahl ist, es geht um sexuelle Gewalt in patriarchalen Gesellschaften, es geht um die Entdeckung von queerer Liebe im höheren Lebensalter, es geht um das Klischee der "migrantischen Hausfrau", es geht um familiale Liebe, die einem schaden kann, es geht um Armut und die Gesundheit von Kindern. Und dann ist da noch mehr. 

Was mir an dem Buch besonders gefallen hat, ist, wie chaotisch es ist. Yasmin startet mit ganz klaren Plänen für den Rest ihren Lebens. Die Ehe steht an, der Job ist gewählt, die Wohnung wird gesucht. Doch nach und nach gerät immer mehr davon in eine offene Frage. Das zeigt, wie das Leben wirklich ist, dass große tolle Pläne schmieden einem manchmal mehr im Weg steht als alles andere. Und Yasmin klammert sich teilweise so verzweifelt an die Ordnung, die ihr Leben hatte, obwohl es anderen oder sie selbst unglücklich gemacht hat.

Als Charaktere mochte ich vor allem Yasmins Mutter und Yasmins beste Freundin. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, aber beide haben mein Herz erwärmt. Interessant waren aber auch Joes Sitzungen bei seinem Psychiater, auch wenn ich hier nicht sagen kann, wie realistisch das alles war. Joes Mutter hat mich sehr an Jean aus Sex Education erinnert. Yasmin selber habe ich auch lieb gewonnen, auch wenn sie einem mitunter auch leid tut und in anderen Momenten vielleicht frustrieren kann, weil sie sich selbst im Weg steht. Auch Yasmins Vater war spannend, auch wenn er auf keinen Fall mein Lieblingscharakter ist.

Das Buch wirft einen aufmerksamen Blick auf die Familie mit Migrationshintergrund. Wir sehen wie Yasmins Vater so vermeintlich viel für die Familie aufgegeben hat, wie die Eltern sich von ihren Familien und ihrer Heimat losgesagt haben, aber in England auch nicht komplett hinpassen, wie die Ansprüche des Vaters Yasmin ins Medizinstudium gedrängt haben und dagegen Yasmins Bruder ins völlige Abseits, und wie diese Erwartungen zwischen den Generationen und die Geheimnisse die Familie fast sprengen können.

Was mir auch gefallen hat und für andere vielleicht nicht so gut passt, ist der Blick auf die Treue in der Beziehung. Yasmin erkundet hier noch einmal Fragen von Liebe und von Lust. Dabei fand ich ihren Weg immer ein Stück weit nachvollziehbar, vor allem weil sie so behütet aufgewachsen ist. So macht sie in ihren Zwanzigern Fehler, die andere vielleicht schon als Teenager oder im Studium hinter sich gebracht haben. An der Stelle fand ich auch das Ende gut.

Das Ende hat dann noch einige Enthüllungen in petto, die ich auch nicht so kommen sah. Das fand ich sehr gut gemacht und sehr nachvollziehbar. Auch hier wird dann nochmal deutlich, dass Yasmin aus ihrem Korsett aus Ansprüchen und Erwartungen ausbrechen muss, um für die Menschen, die sie liebt, wirklich da sein zu können.

Wenn ihr also eine chaotische Geschichte über ein verliebtes junges Paar, das plötzlich mit vielen alten und neuen Wunden aus ihren Familien konfrontiert wird und sich entscheiden muss, ob sie zusammen bleiben, möchtet, seid ihr hier genau richtig. Es gibt Drama, es gibt echte tiefe Gefühle, es gibt Partys und einsame Feiertage. Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen.

Habt ihr es schon probiert?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Mittwoch, 22. Juni 2022

Totengraben


Hallo meine Fantasyfreunde,

als Ende letzten Jahres meine Katze verstorben ist, hat mich ein Buch ein bisschen ablenken können: Der letzte Held von Sunder City. Und nun hatte ich den zweiten Teil dazu aus der Bibliothek ausgeliehen um herauszufinden, wie die Geschichte weitergeht, und ob es mich auch jetzt wieder durch eine schwierige Zeit bekommen kann.

Die Fakten:

  • Autor: Luke Arnold
  • Titel: Totengraben (Original: Dead Man in a Ditch)
  • Reihe: Fetch Philips 2
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Knaur Taschenbuch
  • Seiten: 426
  • Preis: 14,99 Euro
  • Klappentext: "Den Glauben an die Welt hat Privatdetektiv Fetch Philips längst verloren - das hindert die Welt jedoch keineswegs daran, plötzlich an ihn zu glauben: Seit Fetch im Fall eines verschwundenen Vampirs ermittelt hat, verbreiten sich Gerüchte, er könne die Magie zurück nach Sunder City bringen. Das führt dazu, dass ihn ausgerechnet die Polizei um Mithilfe in einem mysteriösen Mordfall bittet. Es scheint nämlich, als sei das Opfer durch Magie ums Leben gekommen. Obwohl die Beamten von Sunder City den Privatdetektiv jahrelang schikaniert haben, stellt Fetch Nachforschungen an. Und entdeckt prompt Dinge, die besser verborgen geblieben wären..."

Zur Handlung: Die Magie der Welt ist zerstört und dadurch ist viel Unheil über Sunder City hereingebrochen. Fetch hat es sich zum Ziel gesetzt, so vielen magischen Wesen zu helfen wie er nur kann - als Mann für alles. Doch immer mehr Leute glauben daran, dass die Magie zurückkehren könnte, und sie glauben daran, dass Fetch sie finden kann. Doch er möchte niemandem falsche Hoffnungen machen und bleibt dabei, dass die Magie für immer fort ist.

Als die Polizei ihm einen Mordfall zeigt, bei dem der Tote mit einer bisher völlig unbekannten Waffe getöet wurde, macht sich direkt wieder die alte Hoffnung breit, dass es Magie sein könnte. Und auch Fetch ist sich plötzlich nicht mehr sicher, wie viel Hoffnung er sich erlauben kann, ohne dass alles, was ihm noch etwas bedeutet, dafür zerstört werden kann.

Im ersten Band löst Fetch einen Fall, während wir sehr viel Hintergrundinformationen über sein Leben erhalten. Dabei sehen wir ihn vor und während der Coda - dem Tag, an dem die Magie von den Menschen zerstört wurde. Doch nun wissen wir, wer Fetch ist, was seine Rolle war und wie er nun zur Welt steht. Daher können wir uns in diesem zweiten Band nun ganz der Gegenwart widmen, die vielleicht von der Vergangenheit heimgesucht wird.

Fetch als Charakter ist nach wie vor der schmerzaffine, manchmal sehr sturköpfige oder dämliche, aber im Herzen gute Mensch, der einfach nur helfen will, aber keine Ahnung hat wie. Wir sind die ganze Zeit in seinem Kopf und folgen ihm durch diese fast schon postapokalyptische Fantasy-Welt. Was ich an ihm mag, ist, dass er zwar an dieser Noir Crime-Richtung inspiriert ist, aber wirklich eigentlich ein guter Kerl ist. Er ist kein Sexist und auch kein Rassist, was ihn schon von einigen anderen Charakteren abhebt. Gleichzeitig ist er abhängig von einer Art magischen Droge, die das Rauchen, das klassischerweise zu den Charakteren gehört, ersetzt. Und dem Alkohol und Gewalt ist er doch auch zugeneigt. Ich mag diese Balance, die für mich in so eine Geschichte aus dem Jahr 2020 passt. Es fühlt sich nicht altbacken an, aber es hat genug der Elemente dieser Figuren, um ein nostalgisches Noir-Gefühl hervorzurufen.

Auch in diesem Band gibt es einige relevante Nebencharaktere. Ein paar keinen wir bereits aus Band 1, beispielsweise einige der Cops und den Dämon Baxter (der geschlechtsneutral ist, was sicherlich in der Übersetzung für ein paar Herausforderungen gesorgt hat). Ein paar sind aber auch neu, wie die Werkatze Linda, die Sunder City hasst, aber keine andere Option mehr hat, oder die Brüder Niles, die mit menschlicher Technologie Sunder City wieder zum Aufschwung verhelfen wollen. So richtig tief lernen wir die meisten Nebencharaktere allerdings nicht kennen, wodurch sie alle eher flach bleiben.

Der Fall selbst ist zunächst knifflig, doch Fetch macht bald einige Entdeckungen, die uns vielleicht viel eher etwas sagen als ihm. Ich will nicht zu viel spoilern, aber dieses Buch passt leider gut in die Debatten in den USA, die seit dem letzten School Shooting wieder aufgebrandet sind. Die Nachforschungen führen dann weg vom ursprünglichen Fall oder Fetch' ursprünglichen Auftrag, aber es hat immer alles mit allem zu tun. Mir hat das sehr gut gefallen, weil Fetch wirklich Arbeit reinsteckt und darüber immer weiter vorankommt. Dem armen Mann fällt wirklich nichts einfach so zu.

Dieser Band ist dann gegen Ende auch deutlich emotionaler als erwartet. Wie gesagt, Teile der Vergangenheit holen Fetch ein und das, was ihm am liebsten auf der Welt ist, droht zerstört zu werden. Hier habe ich dann doch immer mal feuchte Augen bekommen, auch wenn das Buch sich nie lange mit diesen Momenten aufhält, sondern sich wieder in die Action stürzt. Dabei kriegt Fetch auch wieder ordentlich aufs Dach - mal mehr und mal weniger verdient. Das ist schon fast satirisch, dass er am Ende überhaupt noch stehen kann. 

Das Ende ist dann auch unerwartet und auch emotional. Es geschehen einige Dinge, die ich nicht habe kommen sehen. Es gibt auch Momente, die schon recht früh als unvermeidlich schienen, die man aber trotzdem nicht kommen sehen will. Ich fand das Ende gut gemacht. Ich glaube, es bisschen mehr Zeit für die Emotionen hätte ich mir gewünscht, aber ich verstehe auch, warum das Buch sich eher auf den düster-humorösen Teil der Erzählung fokussiert. 

Alles in allem fand ich dieses Buch fast noch besser als den ersten Band, weil wir eben nicht mehr so viel Hintergrund lernen müssen, sondern uns ganz auf die Handlung konzentrieren können. Auch der Fall ist dadurch deutlich komplexer und nimmt mehr Windungen. Ich mag Fetch als Hauptcharakter sehr, vor allem auch die angepasste Charakterisierung für diese Fantasy-Welt. Und natürlich frage ich mich nun auch, ob Fetch die Magie im nächsten Band vielleicht wirklich zurückbringen kann...

Habt ihr es schon mal mit der Reihe versucht? Ich kann es nur empfehlen.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Freitag, 17. Juni 2022

Mansfield Park


Hallo meine Historienhasen,

seit Jahren arbeite ich an den Romanen von Jane Austen und heute ist der Tag, wo ich offiziell alle vollendeten Romane von ihr gelesen habe. Mansfield Park war für mich das Buch, von dem ich am wenigstens wusste - nämlich exakt gar nichts. Es ist irgendwie das Stiefkind von Austens Romanen. Und irgendwie weiß ich jetzt auch ein bisschen, warum das so ist.

Die Fakten:

  • Autor: Jane Austen
  • Titel: Mansfield Park
  • Erschienen: 1814
  • Verlag: Anaconda
  • Seiten: 554
  • Preis:
  • Klappentext: "Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Fanny Price wächst in der Familie ihres Onkels Sir Thomas Bertram im Herrensitz Mansfield Park auf. Von ihren selbstverliebten Kusinen Maria und Julia hat das scheue und gutmütige Mädchen, dem es angeblich an feiner Bildung mangelt, Einiges zu erdulden. Doch nach Jahren voller Rückschläge und Irrtümer ist schließlich sie es, die ihre fast schon verloren geglaubte große Liebe findet."

Zur Handlung: Drei Schwester, die unterschiedlicher nicht sein können: eine heiratet einen reichen Sir, eine heiratet einen Pfarrer und wird knausrig, eine heiratet unter ihrem Stand und bekommt zu viele Kinder. Die ersten beiden entscheiden ihrer armen Schwester unter die Arme zu greifen und adoptieren die 10-jährige Tochter Fanny. Sie nehmen sie in ihrem schicken Anwesen auf und behandeln sie wie ein Kind zweiter Klasse.

Fanny jedoch lässt sich davon nicht beirren. Nach anfänglicher Traurigkeit findet sie Trost in ihrem Cousin Edmund und in der Idee, dass sie den anderen Haushaltsmitgliedern nützlich ist. So wird sie zur Stütze und ständigen Gesellschaft ihrer reichen Tante, während deren Kinder die Welt unsicher machen. Doch als für Fanny Jahre später das Thema Heirat plötzlich relevant wird, steht ihr Glück auf der Kippe.

In einer Review von books by leynes habe ich gelesen, dass sich Mansfield Park von den anderen Austen-Büchern darin unterscheidet, dass es keine Romanze ist, sondern ein Bildungsroman. Das fand ich eine sehr passende Aussage, die ich deswegen hier wiederholen will. Leider hat das für mich bedeutet, dass mir das Buch weniger gut gefallen hat als die bekannteren Werke. Das ist letztlich aber Geschmackssache.

Wir lernen Fanny mit 10 Jahren kennen, da ist sie noch ein sehr verschüchtertes Mädchen. In ihrem Cousin Edmund findet sie aber sowohl Trost als auch einen Freund und Mentor. So wächst sie zu einer jungen Frau heran, der immer sehr viel an ihrer Tugendhaftigkeit liegt. Sie ist zurückhaltend und still, will den anderen von Nutzen und möglichst nie im Weg sein. Besonders schockiert ist sie von ihren Cousinen, die als reiche Töchter deutlich mehr Aufregung vom Leben erwarten. 

Da wir hier einem Mädchen beim Aufwachsen zuschauen, zieht sich der Roman ziemlich hin. Es macht manchmal den Anschein, als gebe es kein richtiges Ziel, wir beobachten eben nur. Mit der Zeit geht es dann mehr und mehr um Fannys Gefühle bezüglich Edmund, aber auch anderen Personen. Dabei fand ich alle Personen um Fanny herum eigentlich ziemlich scheußlich. Und Fanny selbst ist eben einfach nur irgendwie immer dazwischen, mal bestürzt, mal den Tränen nahe. Da hat es mir emotional an einem Anknüpfungspunkt gefehlt.

Es ergibt sich schließlich eine brenzlige Situation, als der Herr im Haus Sir Thomas nach Indien reisen muss, um seine Geschäfte dort selbst in die Hand zu nehmen - Kolonialismus, juchu. Die Cousinen sind direkt glücklich nicht mehr so unter Beobachtung zu stehen. Die älteste - Maria - verlobt sich dann recht gut, allerdings wird auf den Vater gewartet mit der Hochzeit. Das führt dazu, dass eine Bekanntschaft mit einem Geschwisterpaar, den Crawfords, alles ziemlich durcheinanderwirbeln kann. Während Maria und Julia beide meinen, das Herz von Mr Crawford erobert zu haben, der in Wahrheit nur gern Damen verführt, verliebt sich Edmund in Miss Crawford, was Fanny das Herz bricht - was sie natürlich keinem zeigen will und darf. Und in diesen Beziehungsgeflechten vergeht dann das Buch.

Mir ist es tatsächlich ein bisschen schwer gefallen, wirklich mitzufiebern. Von manchen Entwicklungen in der Mitte des Buches war ich zwar entsprechend skandalisiert, aber so richtig wichtig war mit Fannys Schicksal nie - weil für mich total offensichtlich war, was das Ende ist, und ich das Ende nicht besonders toll fand. Und Fanny bleibt halt einfach so.... ja, halt da irgendwie, aber ohne wirkliche eigene Handlungsfähigkeit.

Gegen Ende des Buches wird Fanny dann nochmals eine Weile in ihr Elternhaus zurückgeschickt. Hier kann Jane Austen direkt noch ein bisschen ihren Klassismus ausleben, indem sie zeigt, wie verwahrlost und laut und dreckig Fannys arme Familie ist. Als Charakter hat mich dann aber zumindest Susan irgendwie interessiert, auch wenn sie nicht wirklich viel Aufmerksamkeit bekommt. Immerhin habe ich mich für sie am Ende gefreut. 

Alles in allem war das Buch daher nur in Ordnung für mich. Es ist mit Austens leichtem Witz und einer hochgezogenen Augenbraue geschrieben, was mir immer gefällt. Es gab einige skandalöse Wendungen, aber das Ende konnte mir keine Gefühle entlocken. Ich werde dieses Buch sicherlich nicht noch einmal lesen in meinem Leben, sondern eher zu Persuasion, Emma oder Pride and Prejudice greifen.

Welches ist denn euer liebster Austen-Roman?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung: