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Mittwoch, 20. Februar 2019

The Bookseller of Kabul

Hallo liebe Lesehasen,

dieses Buch habe ich schon vergangenes Jahr gelesen, und erschreckenderweise stelle ich gerade fest, dass es noch länger gedauert hat diesen Post zu schreiben als das Buch zu lesen. Und das hatte schon voll lange gedauert. Einerseits war es voll meine Umzugsphase und andererseits hatte ich mir einfach etwas gänzlich Anderes vorgestellt. Davor will ich euch nun bewahren.

Die Fakten:
  • Autor: Asne Seierstad
  • Titel: The Bookseller of Kabul (Original: Bokhandleren i Kabul)
  • Übersetzung: Ingrid Christophersen
  • Erschienen: 2004
  • Verlag: Virago Press
  • Seiten: 276
  • Preis: 11,00 Euro
  • Klappentext: "For more than twenty years, Sultan Khan defied the authorities to supply books to the people of Kabul. He was arrested, interrogated and imprisoned, and watched illiterate soldiers burn piles of his books on the street."

Zur Handlung: Asne Seierstad erhält es Journalistin 2002 die Chance bei einer Familie in Kabul zu leben. Sie beobachtet die einzelnen Familienmitglieder, hält sich eher im Hintergrund und hat eine einmalige Chance, da sie als Außenstehende sowohl von Männern als auch von Frauen als gleichrangig gesehen wird.

Seierstad beschreibt das Leben der Menschen, die so viele politische Umbrüche mitmachen mussten. Sie schreibt von Alltag, von Geschäft, von Glaube, von Liebe und Ehe. Dennoch wirft sie einen uns bekannten westlichen Blick in diese doch so fremde Welt.

Beim Kauf dieses Buches war ich mir leider nicht bewusst, dass es sich nicht wirklich um ein fiktionales Werk handelt. Seierstad gibt Charakteren zwar andere Namen, lässt aber doch durchscheinen, dass nicht viel Fiktion auf die Wirklichkeit projiziert wurde. An sich tut das einem Buch keinen Abbruch, aber vermutlich hätte ich nicht bewusst ein Buch einer weisen Frau über Menschen in Afghanistan gelesen, dass lediglich ihren Blick auf das Leben da schildert.

Die meisten Kapitel beziehen sich auf eine neue Figur in der Familie oder dem näheren Umfeld von Sultan Khan. Dadurch fiel es mir schwer, die genauen Familienverknüpfungen zu durchschauen. Es gibt Söhne, Schwestern, zweite Ehefrauen und Diebe. Ich denke, das hätte man allein durch einen Stammbaum am Ende schon entzerren können. Aber man kommt auch nie ganz in der Handlung an, da man immer gleich wieder in ein anderes Szenario mit einer anderen Hauptfigur fällt.

Ein wichtiger Punkt ist, dass dieses Buch schon einiges an Wissen über die historischen Entwicklungen in Kabul voraussetzt. Das Buch eignet sich wenig, wenn man sich damit noch nie auseinandergesetzt hat, da man dann schlecht Zusammenhänge und Verweise auf früher versteht. Gesondert erläutert wird historisch nichts im Buch.

Am traurigsten fand ich an diesem Buch, dass es mich einfach nicht interessiert hat. Es gab einzelne Kapitel, die mich mehr angesprochen haben als andere, aber insgesamt kann ich mich kaum an etwas Stichhaltiges erinnern, das im Buch passiert. Die Familie von Sultan Khan ist in vielerlei Hinsicht sicherlich privilegiert und zeigt so kaum ein typisches, geschweigedenn aktuelles, Bild auf.

Alles in allem hat das Buch mich leider gelangweilt. Ich habe nicht wirklich Neues daraus gelernt und ich fand es schwer nachzuvollziehen, was fiktional und was ein reiner Bericht ist. Dazu kommt schließlich die Kontroverse um das Buch, da die Autorin von der Familie später verklagt wurde. Insgesamt bleibt es ein Buch einer weisen Europäerin über Afghanistan und damit ein sehr spezifischer Blick, der manchmal interessant und manchmal sehr banal ist.

Kennt ihr das Buch? Habt ihr andere Bücher der Autorin gelesen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Sonntag, 17. Februar 2019

4 Hochzeiten und ein Highlander

Hallo ihr Lieben,

nach dem letzten Schnulli habe ich mich gleich dem zweiten gewidmet und was soll ich sagen...

Fakten:
  • Autorin: Poppy J. Anderson
  • Roman
  • 2018 erschienen
  • 396 Seiten
  • Independently published
  • Preis: 12,99€ (Taschenbuch)
Klappentext:
Harper muss einsehen, dass man nicht alles im Leben planen kann. Nur zwei Tage vor ihrer minutiös organisierten Traumhochzeit lässt ihr perfekter Bräutigam sie mitten in Schottland sitzen und macht sich wieder auf den Weg nach Seattle. Währenddessen fragt sich Harper, warum sie erleichtert ist, dass die aufwendige Hochzeit nun nicht stattfinden wird, immerhin war sie diejenige, die sich während der Hochzeitsplanung beinahe selbst in den Wahnsinn getrieben hätte. Um den Kopf freizubekommen, setzt sich die ehrgeizige Karrierefrau in ihr Auto, und findet sich kurz darauf auf einer abgelegenen, schottischen Insel wieder, auf der sie prompt dem Highlander Cameron in die Arme läuft – und ihn nach ein paar Stunden heftiger Verliebtheit heiratet. Der heißblütige Schotte ist völlig anders als ihr zugeknöpfter Ex und verbringt mit ihr in seinem abgeschiedenen Cottage aufregende Flitterwochen. Er lebt in den Tag hinein und bringt Harper bei, loszulassen und das Leben zu genießen. Doch sosehr ihr Camerons Ungezwungenheit gefällt, gibt es doch ein paar Dinge, die ihr Rätsel aufgeben – angefangen mit der Frage, wer ihr attraktiver Ehemann eigentlich ist. Denn Cameron verrät nicht viel über sich. Auch nicht den Grund dafür, weshalb er abgeschieden vom Rest der Welt in einem Cottage lebt.

In diesem zweiten Band der just married Reihe dreht sich alles um Harper und ihre Sichtweise. Harper kennen wir bereits aus dem ersten Band als kleinen Kontrollfreak. Hier wird zu mehr zu einer Blair oder vielleicht sogar Meg wie wir sie aus dem ersten Teil kennen. Auch dieser kann als eigenständiges Buch gelesen werden. Was alles so in diesem Band passiert, verrät der Klappentext bereits sehr stark, daher von mir keine weiteren Infos dazu.

 Während der erste Band noch so eine romantische Schnulze war, der ein auf und ab von Gefühlen und zwischenmenschlichen Interaktionen gezeigt hat, geht es im zweiten eher heiß her. Er ist eher ein Erotikroman als alles andere und das ehrlich zu meinem Leidwesen, denn darauf hatte ich nicht nur keine Lust, sondern hatte auch ganz andere Erwartungen. Klar ist es immernoch in der Hinsicht ein gutes Buch, vor allem wer soetwas gern lesen möchte, der kommt da sicher gut auf seine Kosten.

Von der Autorin habe ich schon vieles gelesen, aber ob es schonmal so verrucht geworden ist, kann ich mich nicht erinnern. Dennoch möchte ich betonen, dass das mir zwar in dem Moment einfach nicht gefallen hat, weil ich dachte es geht weiter, wie in Band eins, doch sonst ist der Schreibstil wie gewohnt sehr gut.

Schade finde ich dennoch, dass sich das Buch kaum um etwas anderes dreht, als um Sex.

Cameron als Figur finde ich ganz gut, wobei mir dieses Geheimnisvolle warum er dort lebt und so weiter am Anfang etwas holprig eingebaut ist. Das hätte sicher etwas flüssiger oder besser umgesetzt werden können.

Harper hat sich für mich um 180° zum ersten Teil gedreht und ist mir teilweise wirklich unsympathisch geworden oder eher unauthentisch.

Es gibt in dieser Reihe noch ein drittes Buch, welches ich mir nicht nehmen werde, da ich befürchte, dass es so ausufernd weiter geht, wie hier. Empfehlen kann ich es denen die gern Erotikromane lesen =)

eure Blue Diamond.

Mittwoch, 13. Februar 2019

Isola

Hallo liebe Leserlein,

heute kommen wir zu einem Buch, das so gehypet war, als wir unseren kleinen Blog begonnen haben. Tatsächlich hat damals irgendwer eine so glühende Rezension geschrieben, dass ich es auf meinen Wunschzettel gepackt hatte. Inzwischen wird es den Blog dazu vermutlich gar nicht mehr geben, denn das ist echt lange her... Aber ich habe es nun in der Bibliothek entdeckt und ein bisschen Nostalgie gefühlt.

Die Fakten:
  • Autor: Isabel Abedi
  • Titel: Isola
  • Erschienen: 2007
  • Verlag: Arena
  • Seiten: 328
  • Preis: 9,99 Euro
  • Klappentext: "Zwölf Jugendliche, drei Wochen allein auf einer einsamen Insel vor Rio de Janeiro - als Darsteller eines Films, bei dem nur sie allein die Handlung bestimmen. Doch bald schon wird das paradiesische Idyll für jeden von ihnen zu einer ganz persönlichen Hölle. Und am Ende müssen die Jugendlichen erkennen, dass die Lösung tief in ihnen selbst liegt."

Zur Handlung: Vera fliegt das erste Mal nach Brasilien. Das Land, aus dem ihre Eltern sie adoptiert haben. Doch wenn sie landet, wird sie nicht Vera sein. Sie wird in eine Rolle schlüpfen und Teil eines Films werden, in dem 12 Jugendliche auf einer einsamen Insel leben. Im Flugzeug trifft sie auf Elfe, die ganz sicher ist, dass Vera auch Teil des Films sein wird.

Elfe ist laut und aufdringlich, wo Vera still und zurückhaltend ist. Beide könnten nicht unterschiedlicher sein - und das trifft auf alle 12 Kinder zu. Doch einer sticht Vera sofort ins Auge, natürlich der dunkle, brütende Typ mit langem dunklen Haar. Er ist nicht wie die anderen und Vera will ergründen, was hinter dieser Fassade liegt. Ist sie aber auch die Wahrheit gefasst?

Dieses Buch wird immer wieder als das deutsche Hunger Games präsentiert, was mich schnell neugierig gemacht hat. Welche Ähnlichkeiten gibt es? Wir haben eine weibliche Hauptfigur. Im weitesten Sinne geht es um Unterhaltung. Inhalt der Unterhaltung sind Jugendliche. Da hört der Vergleich - leider - auf.

Isola hat für mich wenig Spannung geboten. Die Kinder landen auf der Insel und es dauert schon ewig, bis sie das einzige Rätsel der Insel lösen. Dann beginnt ein Spiel, das allerdings sehr kontrolliert ist. Es scheint nicht so, dass wirklich etwas Schreckliches geschieht. Sicherlich wäre das Teilnehmen ein wenig beklemmend, aber darüber zu lesen, war voll ok. Dann jedoch kommt es zu einer verhängnisvollen Nacht und einige Dinge laufen schief.

Bis zu diesem Punkt, der sehr weit hinten im Buch ist, habe ich nicht eine Sekunde um die Charaktere gefürchtet. Und auch danach war es nie so richtig gruslig für mich. Man hat die Auflösung nicht im Detail kommen sehen, aber es gab genug Hinweise, dass man sich die Motivation hinter allem zusammenbasteln konnte. Irgendwie haben die Twists am Ende auch nicht gekriegt.

DIe Charaktere sind in Ordnung, die Autorin schreibt für die 2000er recht divers. Allerdings kommt dann auch das N-Wort vor, welches mich ehrlich aus dem Konzept gebracht hat. Es war zwar nicht in einem negativen Kontext, aber für mich ist das einfach generell mit Stereotypen besetzt und absolut zu vermeiden. Das hat dann auch den ganzen Diversity-Aspekt zerstört.

Das Setting der Handlung ist sehr schön und ich mochte die Beschreibungen der Insel. Da kommt direkt Urlaubsfeeling auf. Dennoch hat es mir einfach ein bisschen zu lang gedauert, bis wir da angekommen sind. 

Der Schreibstil ließ sich generell gut lesen und die Seiten sind gut dahingeflogen.

Alles in allem war das Buch unterhaltsam, hat mich mit der Diversität der Charaktere überrascht, aber leider nicht mit einer tollen Handlung oder großem Spannungsbogen. Das Ende fand ich eher plump wie meist bei Jugendthrillern. Insgesamt würde ich das Buch also nicht unbedingt weiterempfehlen, vor allem würde ich es nie im Leben mit Hunger Games vergleichen.

Kennt ihr das Buch? Und wie habt ihr das Ganze empfunden?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung: