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Sonntag, 19. September 2021

[TV-Serie] Lost

Herje meine Lieben,

jetzt hat die Kitty ein technisches Problem und ihr müsst erst einmal mit mir Vorlieb nehmen.

Vor ein paar Wochen hatte ich eine echt schlimme Leseflaute und generell so ein kleines Tief. Da hab ich mir ein paar Serien geschnappt die früher mal total gehiped waren. Bei dieser bin ich hängen geblieben und habe sie heute beendet. Die liebe Kitty hatte gehört man solle die letzte Staffel nicht schauen. Also ich sag mal so, sie ist genauso verrückt wie die davor.

Die Serie Lost besteht aus 6 Staffeln. Eine hat um die 15 Folgen die je knapp 45 Minuten lang sind. Man hat also ganz schön was vor sich. Es handelt sich um eine US-amerikanische Mysterieserie. Ich dachte ja das ist eine Abenteuerserie, naja ist es auch irgendwie, aber es hat halt auch echt verrückte Elemente oder eben mystische. Die Staffeln erschienen von 2004 bis 2010. 

Bei dieser Serie wird eine fortlaufende Geschichte verschiedener Menschen erzählt. Dabei werden immer wieder Rückblicke eingebaut oder auch so eine Art Ausblicke. Es gibt außerdem viele Charaktere. Hier werden die unterschiedlichsten Menschen zusammengebracht. Die meisten entwickeln sich massiv, manche zum Guten andere machen ein ständiges Auf und Ab durch. Es werden natürlich auch die unterschiedlichsten Klischees eingebaut. Asiaten die unter sich bleiben wollen, Gangster die unnahbar sind, Menschen die immer helfen und vor allem jedem, solche die an das Gute oder eben Schlechte glauben und vieles vieles mehr. 
Klar ist von Anfang an dass alle leicht gestört sind und wirklich niemand aus einem normalen langweiligen Leben kommt. Doch was passiert denn nun so richtig?

Ein Flugzeug stürzt ab und einige überleben auf einer vermeintlich verlassenen Insel. Es beginnt ein Überlebenskampf wo sich jeder selbst der nächste ist, doch es wird auch klar, dass man im Team besser zurecht kommt. In einer späteren Staffel wird klar wie viele wirklich überlebt haben und eine der tollsten Zusammenführungen zweier Menschen passiert die mich einfach gerührt hat. 

Schon in der ersten Staffel wird klar irgendwas ist komisch. Ich dachte zunächst an eine Art Forschungsinsel - ist es nicht so richtig. Wir lernen zwar später die Dharma-Initiative kennen, doch deren Ziel kannten sie irgendwie selbst nicht so wirklich. Das sind auf jeden Fall super crazy Leute die irgendwie gut mit sich selbst und ihrer Gemeinschaft zurecht kommt weil es total klare Regeln gibt. 

Gegen Ende dachte ich so - ok jetzt wird es kurios. Monster, so eine Art Gott und Teufel, Unsterbliche und Zeitreisen, alles findet statt und auch wieder nicht. Das Ende der Serie ist wieder so nichtssagend.

Es wird aber definitiv nie langweilig. Immer wieder werden neue Stränge eingebaut, mal sehr dramatisch mal eher informativ und so weiter. Das ist einfach so eine Serie die sollte man nicht schauen weil es sinnlos ist, aber man schafft es nicht wegzugehen. Schlimm oder?

Habt ihr Lost gesehen? Habt ihr vielleicht eine Lieblingsfigur? Meine ist definitiv Sun,

eure Blue Diamond.

Mittwoch, 15. September 2021

Die Saga vom Eisvolk

Hallo zusammen,

die heutige Reihe ist schon etwas älter und ich bin auch noch nicht durch und werde es auch nie sein, finde sie aber super toll.

Fakten:

  • Autorin: Margit Sandemo
  • Übersetzerin: Dagmar Mißfeldt
  • Sprecher: Demet Fey
  • Roman
  • 1982 erstmals erschienen, 2020 auf Bookbeat
  • 47 Bände
  • ca. 250 Seiten je Band
  • ca. 8h

Klappentext:

"Silje ist erst siebzehn Jahre alt, als ihre gesamte Familie der Pest zum Opfer fällt. Ausgehungert, halb erfroren und mit zwei Waisenkindern auf dem Arm, sucht sie Hilfe nahe der Stadt Trondheim. Doch nur einer nimmt sich ihrer an, ein geheimnisvoller Mann aus der Sippe des Eisvolkes, der von einem mystischen Geheimnis umgeben ist – und auf Silje beängstigend, aber zugleich seltsam anziehend wirkt…"

Ich habe hier symbolisch Klappentext und Cover des Hörbuch vom ersten Band eingestellt und ja das ist ein Klappentext wie ich ihn mir vorstelle, denn er macht Lust auf mehr und verrät trotzdem so ziemlich nichts. 

Bei einer Reihe mit so vielen Bänden erscheint es ja nur logisch, das diese aufeinander aufbauen und vielleicht manchmal eher füllend oder erklärend und langweilig, aber das sind die die ich gelesen habe überhaupt nicht. Alle haben ihren eigenen Fokus und sind keineswegs langweilig. Jeder Band baut auf dem anderen auf, es gibt aber wenig Cliffhanger. Es handelt sich eher um eine fantastische, historische, norwegische Familiensaga. 

Ich vermute mal das Eisvolk ist in Norwegen ähnlich unseren Nibelungen. Sie erscheinen uralt und traditionell, aber auch mystisch und gleichzeitig ohne Probleme ins reale Geschehen einzubetten. Der fantastische Teil der Reihe ist an teuflisches Handeln und das von Hexen und Hexern angelehnt. Das Böse soll im Eisvolk durch Tengel verkörpert sein. Wer diese Gabe erbt, gehört oft gleichsam zu den besten Heilern. Auf diese sind alle Gruppen angewiesen und wollen sich das oft einfach nicht eingestehen.

Die Szenerie wird so lala beschrieben, mich hat es nicht gestört da für mich die Figuren im Mittelpunkt standen, es wäre aber auch sicher spannend. Doch viel wichtiger sind die Charaktere. 

Hachja ich habe überlegt alle aufzulisten und zu beschreiben, allerdings sind es so viele dass wir da niemals fertig werden und ihr sollt ja auch selbst entdecken. Nur so viel; wir erleben die unterschiedlichsten Figuren, von bitter böse bis liebreizend nett ist alles dabei. Natürlich gibt es neben klassischen Familiendramen auch echte, unheimliche Zusammenhänge oder Ereignisse. Ich hab tatsächlich keine Lieblingsfigur, aber viele musste ich erst kennen lernen um sie zu mögen.

Die Reihe hat außerdem eine ganz tolle Mischung aus Abenteuer, Spannung, Liebesgeschichten und Faszination. Empfehlen möchte ich die Reihe daher unbedingt auch wenn man sie nur auf norwegisch vollständig erleben kann,

eure Blue Diamond.



Sonntag, 12. September 2021

A Farewell to Arms


Hallo meine Historienleser,

ich hatte in einem Second-Hand-Buchladen diese tolle 70er-Jahre-Ausgabe von A Farewell to Arms gefunden. Mein Partner mag Hemingway so gar nicht, aber von einer amerikanischen Youtuberin habe ich nur Gutes gehört, also wollte ich selbst mal sehen, wie es mir so gefällt. Also hab ich das Buch damals eingepackt und im letzten Monat auch endlich gelesen.

Die Fakten:

  • Autor: Ernest Hemingway
  • Titel: A Farewell to Arms
  • Erschienen: 1977 (erstmals 1929)
  • Verlag: Grafton Books
  • Seiten: 236
  • Preis: gebraucht ab wenige Cent
  • Klappentext: "A young American volunteers for the Italian ambulance service in the First World War. Up near the front, he meets and falls in love with Catherine Barkley, a British nurse. The events of the war lead to disillusionment: he is wounded in the knee by a shell, and later, just by taking part in a general retreat, he comes near to being shot by the Italian "battle police". So he decides to desert - and take Catherine with him to Switzerland..."

Zur Handlung: Unser Erzähler ist ein Amerikaner, der unbedingt am Ersten Weltkrieg teilnehmen möchte. Daher meldet er sich als Freiwilliger in Italien, wo er fortan die Krankenwagen fährt. Er scheint dabei den einfachen italienischen Fahrern übergestellt zu sein, denn sie behandeln ihn mit Respekt, aber auch etwas Misstrauen, als ihren Vorgesetzten.

Der Krieg wechselt zwischen der Langeweile des Wartens und der extremen Anspannung in Einsätzen. Während des Wartens trifft der Erzähler auf eine britische Krankenschwester, in die er sich so etwas ähnliches wie verliebt - es wirkt eher, als wolle er sie flachlegen. Dann wird er in einen Einsatz geschickt und von einer Bombe mit seinem Team getroffen, sodass es verletzt von der Front weggebracht werden muss...

Zunächst einmal muss man festhalten, dass dieses Buch in den 20er Jahren entstanden ist. Dies hat Vor- und Nachteile. Nachteilig sind natürlich viele soziale Aspekte, beispielsweise wie schlecht Catherine als weiblicher Charakter dargestellt wird (und auch alle anderen Frauen in der Geschichte). Sie haben keinerlei Persönlichkeit, sind nur hochdramatische Wesen, mit denen man Sex haben kann. Damit ist der Liebesgeschichte aus heutiger Sicht absolut nichts abzugewinnen, denn wenn der einzige Charakterzug der Frau ist, dass sie eine perfekte Ehefrau sein will, und ihr Wortschatz nur aus splendid und darling besteht, kann man hier kein Gefühl ernst nehmen. 

Dagegen konnte mich das Buch aber als Antikriegswerk überzeugen. Ich weiß nicht sehr viel über den ersten Weltkrieg und auch nicht sehr viel über die Lage in Italien zu dieser Zeit, und das kann man in diesem Buch lernen. Vor allem aber zeigt das Buch, das Krieg absolut nicht glorreich und edel ist, sondern schmutzig, laut und häufig langweilig. Der Beginn ist dann auch erstmal sehr langsam, doch sobald es ins Gemützel geht, wird es schnell unglaublich traumatisierend. 

Besonders ist das Buch dadurch, dass Hemingway hier seine eigenen Erfahrungen im ersten Weltkrieg einfließen lässt. So war er selbst Krankenwagenfahrer in der italienischen Armee, nachdem er in Amerika ausgemustert wurde. Als Freiwilliger in diesem Krieg bekommt der Hauptcharakter irgendwann im Buch die Frage gestellt, warum er eigentlich hier ist, und seine Antwort ist, dass er dumm war. Man kann dem Hauptcharakter also Schritt für Schritt in die völlige Desillusionierung folgen. Und es wird klar, dass dies auch Hemingways Weg war, nachdem er ebenfalls am Knie verwundet wurde. 

Das Buch wechselt immer wieder ab zwischen den langweiligen Liebesszenen und den wirklich beeindruckenden schrecklichen Kriegsmomenten. Da ich das Buch nur für letzteres gelesen habe, war da natürlich auch viel Mist bei. Dennoch fand ich den Kriegsteil so interessant - zu lesen aus der Sicht von jemand, der wirklich dort war, dass es das für mich Wert war. Allerdings ist das Ende dann großer Mist und hat bei mir ein großes Augenrollen fabriziert. Der Autor wollte uns sicher ganz viel damit sagen, aber ich fand es einfach unnötig - es hat der Geschichte nichts gegeben. 

Alles in allem würde ich euch das Buch empfehlen, wenn ihr euch für Zeitzeugenberichte aus dem ersten Weltkrieg interessiert. Das Buch fällt besonders dadurch auf, dass es einen Teil von Europa zu dieser Zeit zeigt, der nicht sehr oft beleuchtet wird, und dass zu jedem Moment klar ist, dass Krieg hier kein bisschen verherrlicht wird. Das fand ich toll. Der ganze Romantikkram war schrecklich.

Habt ihr das Buch gelesen, oder vielleicht andere Hemingways?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




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