Diesen Blog durchsuchen

Freitag, 24. Mai 2019

Zorn und Morgenröte

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich den ersten Band einer Reihe für euch, die ich schon sehr lang mal lesen wollte und nun endlich geschafft habe.

Fakten:
  • Autorin: Renée Ahdieh
  • Roman
  • 2016 erschienen
  • 400 Seiten
  • ONE Verlag
  • Preis: 10,00€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Sie erzählt um ihr Leben ... Shahrzad hat ihre beste Freundin an den Kalifen verloren, und nun will sie nur noch eins: ihre Freundin rächen. Und so meldet sie sich freiwillig, um den jungen Herrscher zu heiraten, der jede seiner willkürlich ausgesuchten Bräute direkt nach der Hochzeitsnacht hinrichten lässt. Doch Shahrzad hat nicht vor zu sterben. Sie möchte überleben und den Mann töten, der ihr die Freundin genommen hat. Im Angesicht der Morgenröte beginnt sie, ihm eine Geschichte zu erzählen. Und tatsächlich: Shahrzad bekommt einen Tag Aufschub. Doch mit den Geschichten und den Nächten, die vergehen, muss sie erkennen, dass Chalid nicht der Tyrann ist, für den ihn alle halten. Shahrzad fühlt, dass sie dabei ist, sich ausgerechnet in den Mann zu verlieben, den sie so sehr hassen möchte ..."

Der Klappentext führt wirklich schön in diese Geschichte ein, er erzählt nicht zu viel und auch nicht zu wenig.

Chalid ist als Kalif noch sehr jung und zu Beginn versteht man nicht, wieso er so viele junge Frauen töten lässt. Er ist unnahbar und verrät wenig über sich. Erst mit der Zeit lernt man ihn und seinen wirklich starken Charakter kennen. Aus meiner Sicht wird er völlig unterschätzt.

Shahrzad, deren Namen ich nicht noch einmal tippen möchte, da er zwar wunderschön, aber so schwer ist, ist sehr unstet in ihrem Charakter. Auf der einen Seite ist sie sehr mutig und aufbrausend und dann ist sie wieder völlig hilflos und unsicher. Es ist ein ständiges Hin und Her mit ihr, das ist an sich völlig in Ordnung, denn sie ist ein Teenager. Doch in der Zeit und Kultur in der die Geschichte spielt interessiert dies niemanden. Erwachsen werden hier alle sehr schnell.
Keine Ahnung ob das daran liegt, dass es ein Jugendbuch ist, oder ob das tatsächlich so war. Diese Reihe bildet übrigens Erzählungen aus 1001 Nacht nach und gilt somit ebenfalls als Adaption.

Wir lernen viele weitere Figuren kennen. Diese fügen sich wunderbar in das Gesamtkunstwerk ein. Der "Nebenbuler" von Chalid ist ihre Jugendliebe (dabei ist sie da ja immernoch drin, aber ihr wisst schon) und schrecklich eifersüchtig. Er glaubt sie in Chalids Fängen und will sie retten. Doch ob sie wirklich gerettet werden muss oder will, weiß er dabei nicht.

In den Stamm und Familienbezeichnungen in Fernost kenn ich mich absolut nicht aus, aber ich fand es so schön und total faszinierend, wie gut ich mit allem zurecht kam, ohne den Faden zu verlieren. Die einzelnen Erzählstränge waren jeder für sich sehr spannend. Wir erleben übrigens die Kapitel immer aus einer anderen Perspektive und wechseln zumeist zwischen den drei Figuren.

Auch in diesem Band taucht ganz beiläufig ein Teppich auf, der mich sofort an Alladin erinnert hat, aber er hat noch keine wirkliche Funktion in diesem Band erlangt. Das wird hoffentlich noch kommen.

Das Buch steigert sich zum Ende hin immer mehr, vor allem in seinen Emotionen. Ich habe generell das Gefühl, dass diese Art von Geschichten sehr gefühlsbetont sind und irgendwie mehr für mich wären, da muss ich mir unbedingt noch mehr anschaffen. Habt ihr Tipps?

Was mir auch gut gefallen hat, war der stetige Einschub von anderen Thematiken wie Waffen, Kriegsführung, Ritualen und vielem mehr. Die Landschaft war irgendwie nur Nebenwerk und kam kaum zur Geltung, aber das stört nicht weiter.

Eine Szene zu Beginn hat mich sehr geschockt, aber die werdet ihr schnell finden, wenn ihr sie lest. Ich habe sie auch nicht richtig verstanden, muss ich ja ehrlich zugeben. Wie es zu dieser Situation kam, habe ich völlig verpasst, war dann aber auch so gefesselt, dass ich nicht vor blättern und nochmal lesen wollte.

Wie ich es gehofft hatte, hat sich die Geschichte richtig gelohnt und ich finde auch, dass sie gut abgeschlossen ist und man nicht zwingend sofort weiter lesen muss, aber eben kann =)

Eure Blue Diamond.



Mittwoch, 22. Mai 2019

Darius the Great is not okay

Hallo ihr Lieben,

für den Asian Readathon im Mai wollte ich auch gern ein passendes Hörbuch hören. Da eine Aufgabe ist, dass man ein Buch über einen intersektionalen asiatischen Charakter lesen soll, hat Darius the Great richtig gut gepasst, denn es geht um einen Jungen, dessen Mutter aus dem Iran stammt und der an Depressionen leidet.

Die Fakten:
  • Autor: Adib Khorram
  • Sprecher: Michael Levi Harris
  • Titel: Darius the Great is not okay
  • Erschienen: 2018
  • Verlag: Listening Library
  • Dauer: 7 Std 33min (ungekürzt)
  • Preis: 9,90 Euro im Abo
  • Klappentext: "Darius Kellner speaks better Klingon than Farsi, and he knows more about Hobbit social cues than Persian ones. He’s a Fractional Persian - half, his mom’s side - and his first-ever trip to Iran is about to change his life. Darius has never really fit in at home, and he’s sure things are going to be the same in Iran. His clinical depression doesn’t exactly help matters, and trying to explain his medication to his grandparents only makes things harder. Then Darius meets Sohrab, the boy next door, and everything changes. Soon, they’re spending their days together, playing soccer, eating faludeh, and talking for hours on a secret rooftop overlooking the city’s skyline. Sohrab calls him Darioush - the original Persian version of his name - and Darius has never felt more like himself than he does now that he’s Darioush to Sohrab."

Zur Handlung: Darius passt einfach nicht dazu, in der Schule wird er gemobbt, seinem Vater kann er es nicht recht machen und den perfekten Nebenjob kann er auch noch nicht ausüben. Dabei ist er ein toller Kerl, liebt Startrek, Herr der Ringe und Tee. Außerdem mag er seine kleine Schwester, aber das würde er nie zugeben. Und Darius hat Depressionen und wird dafür seit Jahren behandelt.

Sein Leben nimmt allerdings eine unerwartete Wendung, als seine Mutter erfährt, dass ihr Vater, Darius' Großvater, den er bisher nur von Skype kennt, sterbenskrank ist. Die Familie beschließt für mehrere Wochen in den Iran zu fliegen, damit die Kinder ihren Großvater noch einmal richtig treffen können. Doch der Iran ist nicht das, was Darius sich darunter vorgestellt hat...

Von diesem Buch hatte ich Ende des Jahres viel gehört, denn es wurde oft gelobt. Interessiert hat es mich, weil ich sehr wenig über den Iran weiß und Depression immer interessant finde in Büchern, Filmen, etc. Außerdem handelt es sich um einen Own-Voices-Autoren, denn er selbst hat auch persische Vorfahren und hatte bereits Depressionen.

Darius als großer Herr der Ringe-Fan war mir direkt sympathisch. Er hat es nicht leicht in Amerika, denn die anderen Kinder mögen ihn nicht besonders, sie klauen sogar seine Fahrradreifen, und mit seinen Interessen und Hobbies steht er eher allein da. Seine Bindung zu seinem Vater ist schwierig, denn Darius hat permanent das Gefühl ihm nicht zu genügen. Allerdings schauen die beiden immer noch jeden Abend eine Folge Startrek zusammen.

Innerhalb kurzer Zeit wird dann aber klar, dass die Reise in den Iran geht. Ich mochte die Darstellung der Reise, denn solche großen Distanzen zu überbrücken ist eben nicht so einfach. Der Autor hat eine sehr kreative Weise darüber zu schreiben, wie Darius sich fühlt. Etwas anstrengend wird schon da und blieb für mich auch die kleine Schwester von Darius. Aber ich kann eben auch einfach nicht so gut mit Kindern - fiktional oder echt.

Kaum im Iran angekommen trifft Darius dann Sohrab. Den Charakter selbst mochte ich nicht so sehr, aber es geht auch mehr darum, was er für Darius tut und wie Darius die Beziehung empfindet. Das wiederum fand ich sehr gut erzählt und sehr nachvollziehbar. Als ein Mensch, der selbst nur wenige Freunde hat, konnte ich Darius oft gut verstehen. Die Freundschaft der beiden steht dann eher im Zentrum, auch wenn die Familiengeschichte von Darius weiter wichtig bleibt. Ich fand es gut, dass es hier um eine Freundschaft geht und nicht unbedingt um mehr, auch wenn man sich das dazu denken kann, wenn man mag. Auch mochte ich sehr, dass Darius durch die Freundschaft nicht "geheilt" wird oder ähnliches, sich diese aber doch auf sein Leben stark auswirkt.

Über den Iran zu hören, fand ich ausgesprochen interessant. Man muss keine großen Vorkenntnisse mitbringen, das Buch erläutert alles ausreichend. So wird sehr viel von Essen gesprochen, aber auch ein bisschen davon wie Farsi funktioniert, auch wenn Darius selbst kein Farsi spricht. Wir hören von einigen Sehenswürdigkeiten und bekommen viel über das Leben der Familie von Darius mit. 

Zum Ende hin wird einiges natürlich dann doch etwas dramatischer. Ich fand das gut gemacht, hatte auch durchaus ein paar Tränchen in den Augen, vor allem als sich Darius' Mutter schließlich zum letzten Mal von ihrem Vater verabschiedet. Alles wird gut aufgelöst, ich fand das Ende auf jeden Fall zufriedenstellend und kann somit das Buch nur empfehlen.

Insgesamt hatte ich ein tolles Hörerlebnis, ich mochte Darius als Hauptcharakter, empfand auch den Sprecher als toll und passend für Darius, ich höre und lese immer gern von fernen Ländern, Darius' Depression hat sich für mich sehr realistisch angefühlt, ich mochte den starken Fokus auf Freundschaft und Familie und das Ende hat mich happy gemacht.

Kennt ihr das Buch schon? Wäre es vielleicht etwas für euch?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Sonntag, 19. Mai 2019

Das kleine Café in Kopenhagen

Hallo an alle Romantikfans,

dieses mal stelle ich euch ein Hörbuch vor. Dieses habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen. Keine Ahnung warum, aber solche habtischen Hörbücher sind oft gekürzt  und dennoch auf viiiiele CDs verteilt. Klar irgendwie muss sich der Preis ja rechtfertigen, aber trotzdem komisch oder?

Fakten:
  • Autoren: Julie Caplin und Yara Blümel
  • Übersetzerin: Christiane Steen
  • Roman
  • 2018 erschienen
  • Band 1 der Romantic Escapes Serie
  • 6 Stunden 55 Minuten
  • Audio Media Verlag
  • Preis: 9,99€
Klappentext:
"PR-Frau Kate organisiert eine Pressereise nach Kopenhagen. Unter den eingeladenen Journalisten ist auch der zynische Ben, der von dem Hype um den dänischen Hygge-Trend überhaupt nichts hält und eigentlich lieber gegen die Ungerechtigkeit in der Welt anschreiben würde. Kein Wunder, dass zwischen ihm und Kate sogleich die Fetzen fliegen. Überhaupt entpuppt sich die bunte Reisegruppe als reinster Flohzirkus. Aber dem Charme des idyllischen Kopenhagens kann sich auch Ben letztlich nicht entziehen. Und erst recht nicht dem von Kate…"

Wie ihr am Klappentext bereits erkennen könnt, handelt es sich hier um einen Schnulli. Nebenbei lernen wir noch etwas über Hygge und das ist wirklich nicht schlecht.

Wir beginnen damit, das Kate versucht Journalisten davon zu überzeugen auf eine Pressereise nach Kopenhagen mit zukommen. Das gestaltet sich sehr schwierig, was kaum zu glauben ist, denn wer wöllte nicht gern kostenlos verreisen. Irgendwann hat Kate es geschafft und eine gute Auswahl an Journalisten tritt die Reise mit ihr an.
In Kopenhagen angekommen gerät das eigentliche Ziel der Reise schnell aus dem Fokus aller. Auch das Thema Hygge ist schwierig zu greifen, dabei wird es unbewusst von vielen angewandt. Dennoch passieren einige Zwischenfälle, die das Unternehmen für das Kate arbeitet dazu veranlassen ihr Verstärkung in Form eines anderen Mitarbeiters zu schicken - ihrem Ex. Klasse oder?
Angespornt oder besser angestachelt durch diese Tatsache wird für Kate die Reise mehr und mehr zu einer Reise zu sich selbst, anstatt einer Marketingreise für das Hyggeprinzip.

Der Titel ergibt sich übrigens daraus, dass so ziemlich jeder Erzählstrang entweder in diesem Café beginnt oder endet. In diesem Café wird das Prinzip Hygge vollends gelebt und gezeigt. Es ist wirklich einladend und lässt trotz seiner 4 Wände der Seele freien Lauf. Das hat das Buch definitiv transportiert. In jeder Szene in diesem Café habe ich mich unendlich wohl und aufgehoben gefühlt. So etwas ist mir vorher noch nie passiert und hebt die Geschichte wirklich positiv hervor.

Wenn wir die typischen Schnullifaktoren des Buches betrachtet, ist es leider nicht besonders stark. Die Liebesgeschichte ist für mich sehr aufgesetzt und nicht sehr authentisch. Die Charaktere dazu sind so lala und irgendwie nicht bis zu Ende gedacht. Auch der romantische Anteil ist sehr klein und dann auch eher schwach. Der Twist mit dem Ex ist zwar ganz gut, aber auch der fällt sofort wieder hinten runter.

Die Sprache selbst ist sehr locker und war für mich beim Hören jetzt nicht so semantische falsch, wie es in mancher Kritik geschrieben wurde. Da bin ich gut zurecht gekommen.

Hin und wieder gibt es auch sehr lustige Momente, die vermutlich eher dramatisch wirken sollten oder voller Ironie behaftet sind, da bin ich mir unsicher und möchte mich auch nicht festlegen ;)

Empfehlen möchte ich das Buch an alle die schon immer mal wissen wollten, was Hygge überhaupt ist und die Schnullis, die weniger romantisch sind, lesen wollen. Es ist eine leichte Geschichte für zwischendurch die wenig nachhalt. Es war aber definitiv ganz niedlich,

eure Blue Diamond.