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Dienstag, 9. April 2024

Die Unerzählte Geschichte


Hallo meine Geschichtshasen,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, dass ich zu Weihnachten bekommen habe. Es ist ein Buch über Geschichte - westliche Geschichte, mit Fokus auf Deutschland, Europa und etwas USA - aber anders erzählt, nämlich über die Errungenschaften von Frauen. Dabei wird auch darauf eingegangen, warum wir die Namen dieser Frauen vielleicht noch nie gehört haben, obwohl sie Unglaubliches geleistet haben.

Die Fakten:

  • Autor: Vera Weidenbach
  • Titel: Die Unerzählte Geschichte - Wie Frauen die moderne Welt erschufen - und warum wir sie nicht kennen
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
  • Seiten: 328 + Quellenverzeichnis
  • Preis:
  • Klappentext: "Frauen verändern schon immer die Welt: Sie waren nicht nur "die Ersten ihrer Art", sie waren die Ersten überhaupt. Sie forschten, schrieben Weltliteratur und läuteten neue Epochen in der Kunst ein. Vera Weidenbach macht endlich sichtbar, welchen Anteil Frauen an unserer modernen Welt haben. In Wahrheit schuf nicht Walt Disney den ersten Trickfilm, sondern Lotte Reiniger. Rosalind Franklin beschrieb die DNA, Ada Lovelace das erste Computerprogramm und Lise Meitner die Kernspaltung. Camille Claudel prägte die Bildhauerei der Moderne, und Margarete Steffin brachte die Stimmen der kleinen Leute in die weltberühmten Stücke von Berthold Brecht."

Zum Inhalt: In sechs Kapiteln gehen wir durch sechs Zeitabschnitte der Geschichte. Wir beginnen im 19. Jahrhundert, arbeiten uns durch den ersten Weltkrieg, die Phase zwischen den Weltkriegen und den zweiten Weltkrieg schließlich in die Nachkriegszeit bis fast zum Fall der Mauer und dem Ende des kalten Krieges. Dabei wird die Geschichte chronologisch erzählt und wir springen so von Frau zu Frau, besuchen einige nur einmal, andere immer wieder durch die Zeit hinweg.

Die Autorin beleuchtet dabei Frauen aus Wissenschaft, Kultur und Kunst, und zeigt deren Errungenschaften und ihre Unsichtbarmachung auf. Auch wenn sich die Möglichkeiten der Frauen durch die Zeit verändern, sind doch die Gründe, mit denen sie ins Abseits geschoben werden, erschreckend konstant. Hier geht es dann allerdings wenig in die Tiefe, sodass letztlich hier doch eine Reihe von Einzelschicksalen steht, die nur dürftig zu einem großen Ganzen verbunden werden.

Die Auswahl der Frauen, die konkret vorgestellt werden, ist nur eine Auswahl, das betont Vera Weidenbach in ihrem Buch. Es würden immer Frauen vergessen. Und ich finde auch, dass die Länge des Buches genau richtig ist, sodass ich nicht dafür plädieren würde, mehr Lebensläufe aufzunehmen. Dennoch hat sich mir so manche Auswahl nicht erschlossen. Zum Beispiel fand ich die Debatte um Coco Chanel zwar interessant (und würde hier auch Recherchen empfehlen, auch wenn ihr Mode nicht mögt), aber sie passt so gar nicht zu den unsichtbaren Frauen. Ihr Name steht auch heute noch auf luxuriösen Parfums und teuren Handtaschen. Kein Mann hat ihr den Rang abgelaufen oder den Erfolg streitig gemacht - auch wenn ein Mann für sie fast zum wirtschaftlichen Verhängnis geworden wäre. Was macht sie hier?

Auf der Kehrseite dieser Medaille fühle ich beim Lesen ein großes Loch von historisch unsichtbaren Frauen, die weiter unsichtbar bleiben, weil sie nicht die Wissenschaft oder Kunst revolutioniert haben. Weil sie so unterdrückt waren, dass ein Zugang zu potentiellem Ruhm in ihren kühnsten Träumen nicht vorkam. In einem frühen Kapitel finden wir zumindest einen kurzen Verweis auf die Rolle, die Klasse und Stand für diese Frauen gespielt haben. 

Aber daneben sind noch andere unsichtbare Frauen. Marginalisierte Frauen - Transfrauen, queere Frauen, Frauen mit Behinderung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich nicht zumindest eine solche Frau gefunden hätte, um den lustigen Reigen von weißen Mittelklasse-Frauen in diesem Buch unterbrochen hätte. Zugegeben, ein paar Schwarze Frauen und eine Frau chinesischer Herkunft werden erwähnt, doch alle in den USA. Gab es in Deutschland und Europa keine Frauen of Color, die Großes geleistet haben?

Abgesehen von dieser klaffenden Lücke hat mich das Buch durch den flüssigen Schreibstil überzeugt. Man kann es einfach super lesen. Ich hatte auch das Gefühl, dass sehr wenig Überflüssiges darin steckt. Ein bisschen seltsam fand ich die Geschichte von Silvia Plath aufgearbeitet - die ist auch nicht auf meiner Liste von unsichtbaren Frauen der Literatur, aber ok. Ein bisschen herausfordernd ist, dass wir chronologisch lesen und so manche Frauen in mehreren Abschnitten oder Kapiteln vorkommen, aber das hat mich nicht gestört.

Manche Frauen dagegen tauchen im Buch nur kurz auf - und das ist meistens, weil sie auch in der Geschichte nur kurz aufgetaucht sind. Es ist wirklich erschreckend, wie viele Frauen in diesem Buch bereits in jungen Jahren und sehr häufig an Krebs gestorben sind. Neben den vielen Aspekten, die Wut im Leser auslösen werden, hat mich das auch unglaublich traurig gemacht. Gerade für ihre teilweisen kurzen Leben, haben diese Frauen wirklich Großartiges geschafft. Diejenigen, die länger leben konnten, mussten oft um Anerkennung und Entlohnung für ihre Werke kämpfen. Also hier auf Wut vorbereiten.

Alles in allem fand ich das schon ein schönes Buch. Ich habe auf jeden Fall Dinge gelernt, die ich vorher nicht wusste. Auch der Fokus auf Deutschland, Europa und die USA fand ich ihn Ordnung, irgendwo muss man ja anfangen. Ich fand die Mischung aus Frauen aus Wissenschaft, Kultur und Kunst gut getroffen. Gegen Ende hin hatte ich aber das Gefühl, dass es irgendwie hektischer wird, da die kurzen Kapitel die komplexe Geschichte dann vielleicht nicht mehr so gut widergeben konnten. Aber vielleicht war das nur für mich so. Ich würde das Buch empfehlen, wenn ihr mal eine andere Geschichte über die Moderne lesen wollt. 

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 5. Juni 2022

Heimat

Hallo meine Lesemäuse,

heute möchte ich euch ein neues Lieblingsbuch von mir vorstellen. Ich habe es zu Ostern geschenkt bekommen und hab es mehr oder weniger direkt angefangen zu lesen. Dann hat es aber in meine Lesepläne eine Weile nicht reingepasst. Jetzt habe ich es aber endlich beendet und bin sehr glücklich.

Die Fakten:

  • Autor: Nora Krug
  • Titel: Heimat - A German Family Album
  • Erschienen: 2018
  • Verlag: Penguin Books
  • Seiten: 288
  • Preis: 15,99 Euro
  • Klappentext: "Nora Krug grew up as a second-generation German after the end of the Second World War, in the shadow of her country's past. After leaving Germany for the US, she decided she couldn't know who she was without confronting where she'd come from. In Heimat, she documents her journey investigating the lives of her family members under the Nazi regime, visually charting her way back to a country still tainted by war. Beautifully illustrated and lyrically told, Heimat is about identity, history and home."

Zur Handlung: Nora Krug wandert für ihre Karriere nach Amerika aus. In dieser anderen Welt, in der man einfach so auf einer Dachterasse Überlebende aus Konzentrationslagern treffen kann, spürt sie das erste Mal, wie sehr der Zweite Weltkrieg ihre Familie und das, was sie über ihre Familie weiß, beeinflusst hat. Sie spürt das klaffende Loch, das durch kollektives Schweigen entstanden ist. Und sie beginnt sich Fragen zu stellen. Was haben ihr Großvater, ihre Großmutter, ihr Onkel während des Dritten Reichs gemacht? Waren sie Anhänger oder Mitläufer? Haben sie Juden in Schuppen hinterm Haus versteckt? 

Sie begibt sich auf die Reise in die Vergangenheit und gleichzeitig in die Heimat, die sie bisher nie richtig kennen konnte. Sie trifft entfremdete Familienmitglieder, fragwürdige Expert*innen und Verwaltungsangestellte. Langsam puzzlet sie zusammen, was ihre Familie erlebt hat und wie dies auch Noras Leben am Ende geprägt hat.

Dieses Buch hat mich direkt in den Bann gezogen, denn ich versuche seit Jahren meine Großeltern dazu zu bekommen, dass sie mit mir ihr Wissen teilen, bevor es zu spät ist. Ich möchte wissen, woher ich komme, wer meine Familie war, und wer daraus folgend ich geworden bin. Das ist für mich besonders interessant, da ich zumindest für die Hälfte meiner Familie der letzte Ast im Stammbaum sein werde. Wer wird sich dann noch zurückerinnern?

Nora Krug tritt diesen Kampf gegen das Schweigen und das Vergessen an. Sie will sich nicht damit zufriedengeben, dass ihr niemand bereitwillig Antworten gibt. Das habe ich direkt bewundert, denn als Deutsche ist der Umgang mit der familialen Vergangenheit natürlich immer schambehaftet und schwierig. Dürfen wir fragen? Sollten wir fragen? Müssen wir vielleicht sogar fragen? Dabei fand ich auch die Unterschiede zwischen meiner Situation und der der Autorin spannend - sie ist westdeutsch, ich bin ostdeutsch. Ihre Großeltern haben den Krieg erlebt, bei mir waren es dir Urgroßeltern. Und doch ist das Gefühl, wenn ich dieses Buch aufschlage, eins des Gesehenwerdens.

Die Autorin schafft es, viele meiner Gedanken und Gefühle in dieses Buch zu packen. Auch meine Reaktionen auch manche ihrer Rechercheergebnisse waren genau wie die von ihr beschriebenen. Dabei schwingt so sehr diese Hoffnung auf Absolution mit - dass der Großvater kein Nazi war und man selbst daher etwas weniger Schuld trägt. Gleichzeitig weiß die Autorin, dass das Quatsch ist. Einige Situationen sind auch fast schon skurril - wie als der Vater das Grab seines ihm unbekannten großen Bruders auf einen Friedhof findet, während die Familie im Italienurlaub ist.

Es gelingt in diesem Buch, die Komplexität von Familie wiederzuspiegeln. Gerade die Situation des Vaters - nach dem Krieg geboren und quasi von der Familie verstoßen, weil er nicht wie der tote große Bruder war - zeigt auch, wie Familien brechen und wie so ein Bruch durch die Generationen geht. Aber auch die komplexen Gefühle zu unseren Familienangehörigen, die wir uns nicht aussuchen konnten, die wir aber trotzdem irgendwie respektiven und vielleicht lieben können wollen, finden sich hier wundervoll.

Optisch ist das Buch grandios. Alles ist graphisch aufbereitet, mal im eher im Comic-Stil, mal unter Einbezug alter Fotos, manchmal fast schon als Kunstwerk. Das Buch hat für einen Graphic Novel recht viel Text, aber alles passt wundervoll zusammen. Manche Seiten habe ich einfach eine Weile angestarrt. Eingestreut finden sich zwischen den Kapiteln Seiten zu Dingen, die Emigrierte aus Deutschland vermissen, was ich sehr nachvollziehbar fand, und Seiten zu Flohmarktfunden in Bezug zum Dritten Reich, was teilweise echt gruslig war. Dadurch wird das Buch noch etwas aufgelockert.

Alles in allem hat das Buch für mich einfach funktioniert. Es wirft Fragen, Gefühle, Gedanken auf, die wir uns als Deutsche nur ganz ganz leise stellen, oder eben nie. Ich habe mich unglaublich Gesehen gefühlt, obwohl doch viele Erfahrungen bei mir anders waren als bei der Autorin. Die Aufarbeitung durch die Recherche fand ich sehr gelungen und auch nachvollziehbar dargestellt. Letztlich zeigt dieses Buch auf, dass ein Deutschland durch diesen Krieg ein anderes Land geworden ist, und wir alle nach wie vor mit diesem Erbe leben. Ob uns das bewusst ist, ist eine andere Frage. Mich hat es überzeugt.

Habt ihr von dem Buch schon gehört? Eine deutsche Ausgabe ist inzwischen auch erschienen. 

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Freitag, 22. April 2022

Das Buch der Königin

Wie begrüßt man denn historisch richtig? 

Gerade bei einem historischen Roman wäre das ja ganz schön. Auch wenn ich die Geschichte erst gestern beendet habe, fallen mir nur noch so Sätze ein wie "Ihr habt nach mir gerufen?" und das ist hier nicht so richtig sinnvoll. Wir könnten starten mit - ihr wollt etwas erfahren? Nein, lieber nicht.

Fakten:

  • Autorin: Sabine Weigand
  • Historischer Roman
  • 2015 erschienen
  • 464 Seiten
  •  Fischer Taschenbuch
  • Preis: 9,99€

Klappentext:

"Es ist die berühmteste Geburtsszene des Mittelalters: Konstanze, Frau des deutschen Kaisers Heinrich VI., vierzigjährig, als unfruchtbar verschrieen, hochschwanger. Um jeden Preis muß sie die Legitimität ihres Kindes sicherstellen. Und so bringt sie ihren Sohn öffentlich, auf dem Marktplatz von Jesi, zur Welt. Die Nachwelt kennt sie als Mutter des Stauferkaisers Friedrich II. Aber welcher Weg liegt wirklich hinter Konstanze von Sizilien? Wem gehört ihre Treue: ihrer Heimat Sizilien oder ihrem Mann, dessen Grausamkeit sie entsetzt?"

Kurzer Einwurf, als die liebe Kitty mir zu Weihnachten den dritten Band der Nevermoor-Reihe geschenkt hat und wir dann in meinem Bücherregal festgestellt haben, dass der wieder eine andere Größe hat, haben wir uns kurz darüber aufgeregt und als ich gerade die Fakten aus dem Internet abschrieb, habe ich gesehen, dass die Maße bei manchen Verkaufsportalen stehen - ist das schon immer so? Und hat schon mal jemand von euch ein Buch abgemessen? Das einzige Mal wo ich das mal gemacht und da dann eben auch gebraucht hatte oder besser wissen wollte - war bei der durchschnittlichen Tiefe von Büchern um ein passendes Bücherregal zu kaufen, da ist es mir ganz persönlich zum Beispiel sehr wichtig, das nicht so viel vertaner Raum bleibt und Buch hinter Buch ist jetzt auch nicht so mein präferiertes Mittel. Aber das nur mal so nebenbei.

Dieses Buch ist für mich tatsächlich eher untypisch, denn es handelt sich um so ein richtiges historisches Buch, nicht nur so ein bisschen und dann mit Liebesgeschichte verbaut oder mit Fantasy gespickt, nein nein, so ein richtiger klassischer historischer Roman, wie sie manche lieben - ich eher weniger. Warum ich dieses Buch dann gewählt habe? Ja wegen des Titels. Der klingt nämlich voll nach mir =D Ihr wisst schon wie ich es meine.

Dafür, dass dieses Buch eine durchschnittliche Länge hat, hat es sich bei mir schon etwas gezogen und ist voll gepackt mit Handlung. Grundsätzlich ja ein super Zeichen, denn dann ist es ja auch fesselnd.

Was ich irgendwie gar nicht so toll fand, war der Prolog, denn ja, der ist was er sagt - das Ergebnis der Geschichte und ich mag schon selbst auf Enden von Geschichten hin arbeiten und auch wenn es total berechenbar ist, das auch als Ende erleben und mich freuen und das nicht gleich zu Beginn so serviert bekommen. Klar wollte ich wissen, wie es weitergeht bzw. wie die Geschichte überhaupt geht und bin deswegen am Ball geblieben, aber liebe Autorinnen und Autoren, macht sowas doch nicht, das ist doch doof - oder seh nur ich das so? Meine Mama hat mir erzählt, dass sie schon oft die letzten Seiten eines Buches liest, aber das ist ja dann eine ganz bewusste Entscheidung.

Ich glaube wir spielen im 19. Jahrhundert. Wir befinden uns im heutigen Italien und den Gebieten drumherum. Die Kirche spielt hier eine Schlüsselrolle, denn sie krönt und legt damit den Machthaber fest. Dieser wird eigentlich vererbt, doch es kommt zu dem Moment wo es keinen "alten" Herrscher mehr gibt, sondern nur dessen Nachkommen, der noch ein Kleinkind ist, also nicht in die Fußstapfen treten kann. Dieser Machtkonflikt ist auch der zentrale Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Wir wechseln immer mal die Perspektiven, verfolgen das Geschehen aber hauptsächlich durch die Königin. Also zumindest die Frau die im Titel gemeint ist.

Geschichtlich erfährt man einiges über Kriegsstrategie der damaligen Zeit, Erziehungsmethoden oder besser wie familiäres Leben in solchen hohen Positionen abläuft und auch den Buchdruck bzw. die Entstehung von Büchern zu dieser Zeit. Letzteres war ja genau mein Ding und ich war einfach nur fasziniert von dieser Detailliertheit. Wie Texte und Bilder entstehen, welche Farben genutzt wurden und wer überhaupt schreiben und lesen konnte. Auch der Rang und auch das Ansehen dieser Personen und hach. Natürlich gibt es da drumrum auch Intrigen und böswillige Aktionen. Während der ganzen Geschichte entsteht auch ein Buch. 

Der Hauptcharakter ist die besagte irgendwie Königin. Sie ist für die Zeit ziemlich emanzipiert zumindest in ihrem Denken, wenn auch nicht im Handeln, denn da bestimmt ihr Mann schon hauptsächlich. Doch mit ihrem Wissen, den Erfahrungen und auch der Art wie sie auf diejenigen zugeht, mit denen sie hofft, zusammen arbeiten zu können, schlägt sie sich sehr gut und schafft es ihre Ziele zu erreichen. Auch ihre Liebelei scheint mir für die Zeit eher ungewöhnlich.

Die männlichen Figuren im Buch sind bis auf den Buchschreiber alle irgendwie seltsam. Ist im Kontext des Buches vielleicht auch Absicht um die Frau eben herauszustellen. Sowas finde ich aber immer sehr schade, denn doofe Charaktere zu bauen, nur um eine besonders und sympathisch werden zu lassen.

Empfehlen möchte ich das Buch vor allem Liebhabern von historischen Romanen, aber auch denen, die an solchen Details wie der Buchentstehung interessiert sind. Es ist jetzt weder ein besonders romantisches, noch ein sonderlich dynamisches Buch, es ist aber definitiv sehr solide und nicht langweilig. 

Was vielleicht noch ungewöhnlich ist, ich dachte immer historische Romane sind eher Reihen, das hier ist ein Einzelband. Kennt ihr da noch mehr? Vielleicht ist das ja ein neu entdecktes Genre für mich,

eure Blue Diamond.



Freitag, 26. November 2021

The Five


Hallo meine Historienleser,

heute möchte ich von einem weiteren Sachbuch berichten, das ich für den Nonfiction November gelesen habe. Nachdem ich schon viel von dem Buch gehört hatte, habe ich es dieses Jahr zum Geburtstag bekommen, und dann hat es doch noch ein bisschen gedauert, bis ich es endlich gelesen habe. Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Die Fakten:

  • Autor: Hallie Rubenhold
  • Titel: The Five - The Untold Lives of the Women Killed by Jack the Ripper (dts. Das Leben der Frauen, die von Jack the Ripper ermordet wurden)
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: Black Swan
  • Seiten: 352 + Anhang
  • Preis: 9,89 Euro
  • Klappentext: "Polly, Annie, Elizabeth, Catherine and Mary Jane are famous for the same thing, though they never met. They cam from Fleet Street, Knightsbridge, Wolverhampton, Sweden and Wales. They wrote ballads, ran coffee houses, lived on country estates, they breathed in ink-dust from printing presses and escaped people-traffickers. What they had in common was the year of their murders: 1888. Their murderer was never identified, but the name created for him by the press has become more famous than any of these women."

In diesem Buch dreht es sich also um fünf Frauen, die mit großer Wahrscheinlichkeit von der gleichen Person - Jack the Ripper - im Jahr 1888 getötet wurden. Jahrelang galt es, dass diese Frauen "nur Prostituierte" gewesen waren - eine Formulierung, die auf ihre minderwertige Bedeutung in der Gesellschaft hindeutet, und für manche fast schon zu einer Begründung für ihre Tötung wurde. Mit diesem Vorurteil will die Autorin aufräumen, indem sie uns erzählt, was wir alle über diese fünf Frauen wissen könnten.

Dabei ist das Buch vor allem eine Beschreibung des Lebens von Frauen in der Unterschicht Ende des 19. Jahrhunderts in London (und anderen Teilen Englands und Europas). Es wird historisch aufgearbeitet, was wir über die Frauen konkret, und das Leben solcher Frauen im weiteren Sinne wissen. Dabei wird schnell deutlich, dass für die Medien und einzelne Polizisten jede Frau in Armut quasi eine Prostituierte war. Belege, dass wirklich von diesen fünf Frauen Prostitution betrieben wurde, gibt es teilweise nur spärlich, teilweise spricht alles, was wir wissen, dagegen. Also wer waren die Frauen dann?

Die genaue Antwort bietet natürlich das Buch, und da will ich auch nicht zu viel vorwegnehmen. Die erste Geschichte war diejenige, die mich am meisten berührt hat. Polly stammt aus einer Handwerkerfamilie, wuchs zwischen Druckerpressen auf. Sie heiratet, bekommt einige Kinder, lebt in einem Wohnblock, der von einem Londoner Philantropen gebaut wurde, um das Leben der Armen in London zu verbessern. Doch ihr Mann findet bald gefallen an der jungen Nachbarin und Polly stürzt sich in den Alkohol, verlässt den Mann, lebt fortan auf der Straße und in den Arbeitshäusern. Ehebruch war bei Männern damals kein Scheidungsgrund - die Frau musste darüber hinwegsehen oder daran zugrunde gehen.

Ähnlich, aber ganz verschieden sind die anderen Leben dieser Frauen. Annie als Alkoholikerin, deren Mann sich schließlich für die Sicherheit der Kinder gegen seine Frau entscheiden muss, die gesellschaftlich nicht mehr tragbar ist. Elizabeth, die eigentlich Schwedin kommt, als Hausmädchen von einem Mann der Oberschicht verführt und dann fallen gelassen wird. Catherine, die die Liebe und Romantik wählt, und damit aber einen Mann, der keine Familie ernähren kann und schließlich gewalttätig wird. Und schließlich Mary Jane, deren Leben ein Geheimnis bleibt, die aber wahrscheinlich als Prostituierte für die höheren Herren arbeitet und dann in die Hände von Entführerin fiel. 

Was das Lesen dieses Buches besonders schwer macht, ist, dass man immer weiß, dass die Geschichte nur abwärts geht. Bei jeder fiktionalen Geschichte erwarten wir am Ende vielleicht kein Happy End, aber eine gewisse Katharsis. Hier bekommen wir nur den sozialen Abstieg, Alkoholismus, Schmerz, Einsamkeit, Tod. Und das zu lesen, das erfordert schon eine gewisse emotionale Einstellung. Andererseits ist das eben das Leben, das manche Menschen führen - ein andauerndes bergab, aus dem sie selbst nie ausbrechen werden können.

Dieses Buch beschäftigt sich ausführlich mit der Unterschichterfahrung von Frauen dieser Zeit. Es zeigt, wie schwierig die finanzielle Situation vieler Familien war, obwohl die Männer gearbeitet und die Frauen teilweise dazu verdient haben. Doch aufgrund mangelnder Geburtenkontrolle wuchsen Familien schnell über die Lohneinkünfte der Eltern hinaus. Das Buch zeigt damit vor allem die strukturellen Gründe dafür auf, dass diese Frauen am Boden der Gesellschaft gelandet waren.

Das Buch fokussiert auch auf das Thema Wohnungslosigkeit, denn während der These, dass dies "nur Prostituierte" waren, vehement und mit Belegen widersprochen wird, so wird doch deutlich, dass die Wohnungslosigkeit dieser Frauen sie erstens miteinander verband und sie zweitens logisch in die Bahn von Jack the Ripper brachte. Das Buch stellt dadurch auch dar, wie der Umgang mit Armen zu dieser Zeit war, wie die Arbeitshäuser funktionierten, und dass es keinerlei Ausweg gab, wenn man einmal unten war.

Natürlich befinden wir uns dabei an der Intersektion zu Geschlecht, denn alle besprochenen Personen in diesem Buch sind Frauen - und das ist kein Zufall. Gerade Frauen war in der Gesellschaft keine Rolle unabhängig von einem Mann ermöglicht. Wenn es also aufgrund von psychischer und physischer Gewalt dazu kam, dass eine Frau ihren Mann verlassen musste, so blieb ihr eigentlich nur die Straße. Frauen, die aus diesen stereotypen Rollen ausbrechen wollten wie Catherine, hatten es auch nicht leicht.

Und schließlich betont das Buch die erschreckende Rolle, die Alkoholismus in diesen Biografien gespielt hat. Als das einzige Mittel, dass das Leid, die Einsamkeit und den Schmerz dieser Frauen abmildern konnte, trug es dann gänzlich zum Fall bei. In den Beispielen wird aber auch deutlich, dass dies eine Krankheit ist, die damals als solche nicht erkannt wurde - vor allem bei Annie - und dass hier keine Narrative von Eigenverantwortung angebracht sind.

Alles in allem ist dieses Buch ein erschreckendes Dokument, das die Intersektion von Armut und Frausein im 19. Jahrhundert in Großbritannien und Europa beleuchtet. Es ist sehr gut lesbar geschrieben, liest sich fast wie ein Roman - inhaltlich muss man sich aber emotional auf diese Geschichten einstellen. Das Buch schließt eine wichtige Lücke, wenn es um Jack the Ripper geht. Dabei berichtet das Buch gar nichts von den Morden selbst, sondern es geht um die Rekonstruktion der Leben dieser Frauen. Gerne würde ich sagen: über die wir nichts wüssten, wenn sie nicht so schrecklich ermordet worden wären - aber in Wirklichkeit: über die wir meist nichts wissen, außer dass sie schrecklich ermordet wurden. Für mich eine klare Leseempfehlung.

Bis bald,

Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Samstag, 6. November 2021

Furiously Happy - A Funny Book About Horrible Things


Hallo meine Lieblingsleser,

weiter geht es mit dem Non-Fiction November, diesmal habe ich eine autobiografische Essay-Sammlung für euch. Leider hat mir diese nicht wirklich zugesagt, was aber nicht heißen muss, dass sie euch enttäuscht. Ich versuche sie mal so gut wie möglich zu beschreiben, damit diejenigen, die sie mögen würden, das auch erkennen.

Die Fakten:

  • Autor: Jenny Lawson
  • Titel: Furiously Happy - A Funny Book About Horrible Things
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: Picador
  • Seiten: 273
  • Preis: 9,19 Euro
  • Klappentext: "In Furiously Happy, Jenny Lawson explores her lifelong battle with mental illness. A hysterical, ridiculous book about crippling depression and anxiety? That sounds like a terrible idea. But terrible ideas are what Jenny does best. As she says herself: "Like John Hughes wrote in The Breakfast Club, "We're all pretty bizarre. Some of us are just better at hiding it."Except go back and cross out the word "hiding"..."."

Diese Sammlung von Essays hat laut dem Label dieses Buches vor allem Mental Health und Mental Illness als Thema. Ich würde dagegen halten, es hat vor allem Jenny Lawson als Thema. Und das ist auch ok, außer dass ich felsenfest davon überzeugt bin, dass ich es keine 12 Stunden mit ihr in einem Raum aushalten würde. Jenny Lawson ist das laufende Chaos, weswegen sie viele Fans hat, die ihre Art lustig finden. Aber ich gehöre leider nicht dazu.

Die Teile des Buches, in denen sie tatsächlich über Depression und Angststörungen schreibt, fand ich toll. Vor allem das Fake-Interview, das sie im Buch eingebaut hat, war richtig genial. Leider ist das aber nur ein ganz kleiner Teil des Buches und der Rest ist - um den Klappentext aufzugreifen - bizarr. 

Es gibt beispielsweise Geschichten über einen Trip nach Australien, die mir leider im Kopf geblieben sind. Dabei kommen Koala- und Känguru-Kostüme vor. Und ich weiß, viele finden das lustig und das ist auch ok, aber meine Augenbrauen waren einfach die ganze Zeit nur hochgezogen. Auch andere Geschichten waren abstrus, und ehrlich gesagt hatte ich so oft Mitleid mit ihrem Ehemann, obwohl der ein Konservativer ist. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie es in dem Haushalt zugeht, abgesehen davon dass ich es kann, weil es in dem Buch so viel darum ging und so wenig um Depressionen.

Jenny Lawson liest sich ehrlich gesagt wie ein Kind. Es ist ein kindlicher Humor, der keinem weh tut. Aber mir - weil ich nicht darüber hinwegkomme, dass das eine erwachsene Frau ist. Und vielleicht bin ich da auch nur neidisch, weil ich nicht als ein wandelndes Chaos durch die Welt komme, sondern meinen Shit irgendwie hinkriegen muss, aber es hat zwischen mir und ihren Essays einfach nicht geklickt.

Ich wollte das Buch vor allem auch wegen des Covers, aber nun da ich weiß, dass der Waschbär ein ausgestopftes Tier ist, dass Jenny Lawson tatsächlich besitzt, kann ich es irgendwie auch nicht mehr genießen. Und auch mit ausgestopften Tieren gibt es einige - geschmacklose? - Eskapaden im Buch.

Der Schreibstil ist aber super leicht und schnell zu lesen, also auch hier wieder eine Empfehlung für Personen, die in Non-Fiction einsteigen möchten und Angst vor Textbüchern haben. Man fliegt durch die Seiten und es hat ja jetzt auch nicht so viele. Ich glaube, für die Teile, in denen es um Mental Health geht, lohnt sich das auch, ob aber die ganzen anderen Essays hätten sein müssen, naja. Wenn ihr rausfinden wollt, ob Jenny Lawson eure Art von lustig ist, schaut ihren Blog The Bloggess an, dann bekommt ihr ein Gefühl dafür, was in diesem Buch passiert. Denn viele Teile davon sind eigentlich nur Blogeinträge, die sich in ein Buch gemogelt haben.

Falls ihr bessere Empfehlungen zum Thema Depression habt, bin ich ganz Ohr.

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung: 



Mittwoch, 3. November 2021

Nujeen - Flucht in die Freiheit


Hallo meine Lieblingsleser,

es ist Non-Fiction November und ich möchte passend dazu mit dieser Autobiografie starten. Sie ist vergleichbar mit der Jugendausgabe von Malala, ein junges Mädchen, das aufgrund von Krieg und Zerstörung ihre Heimat verlassen muss. Das Besondere an Nujeen - sie sitzt dabei im Rollstuhl.

Die Fakten: 

  • Autor: Nujeen Mustafa & Christina Lamb
  • Übersetzung: Friedrich Pflüger & Wolfram Ströle
  • Titel: Nujeen - Flucht in die Freiheit- Im Rollstuhl von Aleppo nach Deutschland
  • Erschienen: 2016
  • Verlag: HarperCollins
  • Seiten: 299
  • Preis: 9,99 Euro
  • Klappentext: "Vor dem Krieg war sie trotz ihrer Krankheit, die sie ans Haus fesselte, ein gewöhnlicher Teenager, der Seifenopern liebte und sich so Englisch beibrachte. Als sie aus Aleppo fliehen muss, verliert die willensstarke junge Frau nie die Hoffnung auf ein besseres Leben. Eindrünglich und berührend erzählt die sechzehnjährige Nujeen, was es bedeutet, die Heimat und die Familie hinter sich zu lassen. Es ist die Geschichte unserer Zeit - am Beispiel einer bemerkenswert tapferen Syrerin, die nie aufgehört hat, zu lächeln."

Nujeens Leben war nie im klassischen Sinne "normal". Anhand ihrer Geschichte zeigt sie auf, wie schwierig es für Personen mit Behinderungen überall auf der Welt ist, ein selbstbestimmtes "normales" Leben zu führen, weil die Infrastrukturen dafür fehlen. Die Wohnung von Nujeens Familie in Aleppo ist im vierten oder fünften Stock und es gibt keinen Aufzug. Die männlichen Familienmitglieder tragen sie und den Rollstuhl nur zu besonderen Anlässen durchs Haus. Nujeen verbringt ihr Leben so ähnlich wie wir die letzten Monate - immer in den vier Wänden.

Damit beginnt die Geschichte, Nujeens ganz "normales" Leben in dieser Wohnung, mit einem Balkon, über dessen Brüstung sie kaum schauen kann. Sie schaut viel fern, liest viel, wenn der Strom ausfällt, und kriegt manchmal viel zu viel vom Leben ihrer Verwandten mit. Aber sie ist nicht unglücklich, nur manchmal ein wenig zickig, wenn jemand sie während ihrer Lieblingssoaps im Fernsehen stören will.

Als dann in Syrien die Proteste und schließlich der Bürgerkrieg ausbrechen, ist die Familie zunächst unschlüssig, was zu tun ist. Sie harren aus, die Schwester versucht sogar weiter zur Uni zu gehen, obwohl das nicht sicher ist. Irgendwann wird jedoch klar, dass die Familie nicht in Aleppo bleiben kann und sie fliehen zunächst zurück in das Dorf, aus dem sie stammen. Dieses hatten sie ursprünglich verlassen, damit Nujeen eine bessere Behandlung bekommen kann - doch das ist nun die geringste Sorge.

Als dann der Daesh das Dorf einnimmt, ist auch dort kein sicherer Hafen mehr für die Familie und notgedrungen fliehen sie weiter. Gemeinsam geht es noch in die Türkei, doch ab da muss Nujeen sich allein mit ihrer Schwester auf den Weg machen. Die beiden wollen es nach Deutschland schaffen, wo bereits ein Bruder auf sie wartet. Wir begleiten die beiden dann auf dem langen und abweisenden Weg durch Europa.

Die Flüchtlingskrise von 2015/16 ist vielleicht einigen noch im Kopf, auch wenn die Zeit schnell vergeht und immer neue Krisen auf uns warten. Eine von den vielen Menschen, die so verzweifelt nach einem Weg nach Deutschland suchten, war Nujeen. Ich war sehr glücklich, dieses Buch zu finden, denn es zeigt auf, wie beschwerlich dieser Weg war. Bei all der Propaganda, die wir uns aus dem rechten Spektrum seitdem tagein, tagaus anhören können, war dieses Buch so erfrischend, denn während es auf jeden Fall für Teenager geschrieben ist, und damit meist leicht und fast abenteuerhaft bleibt, so zeigt es doch, dass niemand diesen Weg freiwillig einfach mal so auf sich nimmt, um zu schauen, ob es in Europa nicht schöner ist.

Was mich am meisten geschockt hat - obwohl es mich nicht überrascht hat - sind die Preise. Viele Teile des Weges können nur mithilfe illegaler Schleußer zurückgelegt werden, zum Beispiel der Seeweg von der Türkei nach Griechenland. Diese lassen sich die "Hilfe" gut was kosten, wir sind hier im vierstelligen Dollarbereich. Die Haushaltskasse von den Menschen, die es tatsächlich nach Deutschland schaffen, muss also ordentlich voll gewesen sein, um den Weg überhaupt zu ermöglichen. 

Neben den klassischen Hindernissen und Hürden auf diesem Weg geht es natürlich auch immer wieder darum, dass Nujeen im Rollstuhl sitzt, was manchmal als gefährlich, manchmal als nützlich gesehen wird. So zweifelt ihre Familie beispielsweise daran, ob das Schlauchboot, das sie nach Griechenland bringen soll, mit dem Rollstuhl nicht sinken wird, und er wird beinahe zurückgelassen. Andererseits kann der Rollstuhl auch dazu dienen, Mitfahrgelegenheiten zu bekommen. Insgesamt macht er den Weg aber eben nochmal besonders. Getroffen hat mich zum Beispiel der Fakt, dass Nujeen das erste Mal an einem deutschen Bahnhof einen Fahrstuhl sieht - nachdem sie in so vielen Bahnhöfen war.

Nujeen als Person mochte ich beim Lesen sehr. Sie ist sehr optimistisch, was man auch manchmal als naiv abtun kann. Aber sie hat auch die Gabe Dinge zu bewundern, zum Beispiel als sie das erste Mal in einem Flugzeug ist. Das macht sie sympathisch und gleichzeitig auch authentisch. Mit ihrer guten Laune gelingt es, diesem langen beschwerlichen Weg ein bisschen Abenteuer einzuhauchen, wobei auch hilft, dass man natürlich im Hinterkopf weiß, dass es gut ausgeht. Andererseits verschweigt sie aber die Momente nicht, in denen es nicht gut ausgegangen ist.

Der Schreibstil ist dabei sehr flüssig, und das Buch liest sich sehr schnell. Es ist auf jeden Fall für junge Leser geschrieben, was aber nicht heißt, dass man daraus nichts mehr lernen kann. Vor allem für Personen, die in der EU, in Deutschland leben, ist dieses Buch für mich ein Muss. Eh man sich irgendeine Meinung über Geflüchtete bildet, sollte man dieses Buch lesen. Es hat mir auf jeden Fall nochmal die Augen geöffnet, wie lang der Weg aus der Türkei hierher wirklich ist, auch wenn ich diesen Weg als Kind mit meinem deutschen Ausweis in nur 3 Stunden zurücklegen konnte. Vielen Menschen ist das nicht vergönnt, und wir sollten ihnen den Respekt und die Hilfe gewähren, die sie als Menschen verdienen.

Ich glaube, das Buch ist besonders auch für alle geeignet, die sonst noch nicht viel Non-Fiction lesen. Ich hoffe, ihr kauft es und lest es. Ich werde es meiner Oma zu Weihnachten schenken, damit sie vielleicht endlich der rechten Propaganda kein Gehör mehr schenkt.

Bis bald,

Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:






Wer nicht überzeugt ist, kann ja mal in dieses Video schauen:



Mittwoch, 1. September 2021

Persepolis - Jugendjahre

Hallo meine Comic-Freunde,

letztes Jahr hatte ich euch bereits den ersten Teil dieses biografischen Graphic Novels vorgestellt. Ihr findet meinen Post dazu hier. Heute möchte ich noch über den zweiten Teil sprechen, den ich bisher noch nicht gelesen hatte. Das Buch passt gerade auch gut ins aktuelle Geschehen, denn die Autorin beschreibt, wie in den vergangenen Jahrzehnten der fortschrittliche Iran unter die Macht von fundamentalistischen Islamisten fällt und damit für viele Menschen die Welt zusammenbricht. Ähnlich passiert ja gerade in Afghanistan auf sehr dramatische Weise.

Marjane Satrapi stammt dabei aus einer sehr interessanten Familie, die einerseits mit dem ehemaligen Königshaus verwandt ist, andererseits sehr links eingestellt ist und bei der Revolution einen sozialistischen Staat anstrebte. Der erste Teil des Buches berichtet von Marjanes Kindheit, als es plötzlich nur noch geschlechtergetrennte Schulen gab und Mädchen Kopftuch tragen mussten. Ich konnte mich in den Teil sehr gut hineinversetzen, denn wie hätte ich wohl reagiert, wenn mir das in der Grundschule passiert wäre?

Allgemein hat mir an dem Graphic Novel so gut gefallen, dass die Autorin sich selbst auch nicht "schön schreibt", sondern ehrlich darstellt, wie sie auf bestimmte Dinge reagiert hat. Dabei nimmt sie den Leser gut mit, denn wenn jemand so ehrlich über sich selbst schreibt, kann man auch alles andere gut glauben. Das Buch hat dabei einige sehr dunkle Themen und es geschehen schreckliche Dinge, aber da die Autorin in vielen Momenten selbst noch Kind ist, ist es auch relativ kindgerecht wiedergegeben.

Im zweiten Teil wird Marjane von den Eltern nach Österreich geschickt, damit sie eine bessere Ausbildung und mehr Freiheit genießen kann. Hier werden auch Themen wie Fremdenfeindlichkeit angeschnitten, aber eher am Rande. Eher geht es darum, wie schwierig es ist, ohne die eigene Familie in einem fremden Land zu sein, wo niemand wirklich auf einen aufpasst. Auch das fand ich gut und sehr ehrlich dargestellt. Besonders schockierend fand ich, wie offen die Autorin mit ihrem Drogenkonsum und ihrer Obdachlosigkeit umgegangen ist. Das Buch verdeutlicht dabei auch, wie leicht man eben doch in so eine Situation geraten kann.

Es geht dann aber auch wieder zurück in den Iran, den Marjane nun mit westlich geprägten und älteren Augen sieht. Ich fand es dabei sehr spannend, wie die Freundinnen von Marjane dargestellt sind, und wie viel Verständnis über die Zeit bei der Autorin für sie entstanden ist, obwohl sie im ersten Moment so angepasst wirkten - aber eben angepasst an eine westliche Welt, die ihnen absolut verboten war; und damit eben die Rebellion gegen das System. Auch hier bleibt die Autorin gnadenlos ehrlich mit sich selbst, auch in einer Situation, für die der Leser (und ihre eigene Großmutter) sie verdammen. 

Alles in allem fand ich auch den zweiten Teil interessant und bin froh, dass ich nun das ganze Werk gelesen habe. Den ersten finde ich aber trotzdem etwas besser, weil ich einfach diese Perspektive eines Kindes auf die Geschehnisse mochte. Der zweite Teil wirkt dagegen dann zwar erwachsener, aber auch etwas unfokussierter, weil wir einfach den Geschehnissen folgen. Aber insgesamt ist dieser Graphic Novel wirklich empfehlenswert und sehr augenöffnend.

Habt ihr das Buch schon gelesen oder habt ihr jetzt Lust darauf bekommen?

Bis bald,

Eure Kitty Retro

 

 

 

Meine Bewertung:



Freitag, 9. Juli 2021

[TV-Serien] Chernobyl

Hallo zusammen,

ich habe vor einer kleinen Weile auf joyn.de diese Miniserie gesehen. Ehrlicherweise habe ich mich nie großartig mit dieser Geschichte und dem Ereignis beschäftigt, daher hatte ich auch wenig Vorstellung von den Inhalten.

Diese Serie wurde in den USA und in GB produziert und erschien wohl 2019 erst auf Sky. Wow ganz schön lang her, aber ja, ist jetzt erst bei mir angekommen. Die Staffel besteht aus 5 Folgen die mindestens jeweils eine Stunde lang sind, manchmal bis zu 70 Minuten. Es handelt sich ja um eine Serie die ein reales Ereignis in den Fokus setzt, eben die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. 

Dies fand am 26. April 1986 statt. In den Medien habe ich vor kurzem Gelesen, dass eine neue Hülle angebracht wurde, die nun wieder 100 Jahre halten soll. Irgendwie total gruselig, vor allem wenn man sich überlegt wie nah dran diese Stadt ist. Total krank finde ich ja wie Menschen da zu touristischen Zwecken hingehen. Warum? Könnt ihr mir das sagen? Ich wurde ja schon nuklear untersucht und wenn ich mir überlege wie hoch da die Sicherheitsvorschriften sind, ist das einfach nur unglaublich, dass jemand auch nur in die Nähe dieses Reaktors geht. Und dennoch habe ich eine ganz andere Meinung beim Thema Stromerzeugung - ich glaube schon, dass das ein guter Weg wäre, wenn die Sicherheitsmaßnahmen wesentlich verbessert werden würden.

Doch ich möchte noch etwas über die Serie sagen. Ehrlich - ich war total festgesetzt, jetzt nicht unbedingt schockiert oder fasziniert, eher in so einem unwirklichen Tunnel, denn wenn die Dinge auch nur annähernd so abgelaufen sind, wie in der Serie dargestellt, ist das der absolute Wahnsinn. 

Leider kann ich euch nicht so richtig sagen, wer nun was gespielt hat, denn ich hab mir die Namen der Figuren nicht gemerkt, denn ich war völlig mit deren Rolle beschäftigt. Da gab es einen politischen Umsetzer oder was auch immer, der mit einem Nuklearexperten versucht hat, alles zu tun, dass die Katastrophe eingedämmt wird. Großartige schauspielerische Leistung der beiden. Die Arbeiter in Tschernobyl, alle fürchterlich jung für so viel Verantwortung und so gering bis eigentlich gar nicht geschützt. Und dann das ganze Geschehen absolut geleitet durch politische Entscheidungen und Image im internationalen Kontext. Wie ich es hasse, dieses - oh wir dürfen das Gesicht nicht verlieren, wir sind mächtig und müssen es bleiben - meine Fresse. 

Wie die Menschen erkranken und sterben ist ganz grausam und niemand sollte so sterben müssen, doch ehrlich, das Erschießungskommando zu den Tieren hat mich viel viel mehr erschüttert. Ich hab einfach nur leise vor mich hin geweint. Keine Ahnung was das über mich aussagt, aber so war es nun mal. Die Darstellung war völlig unspektakulär, aber es hat mich so umgehauen.

Es wird auch gezeigt, wie politische Absprachen wohl liefen und wie das Ganze vor Gericht ausgefochten wurde. Da ist es super schwer die Wahrheit zu ermitteln. Wirklich wissen will die vielleicht auch niemand. Dennoch ist es sehr gut dargestellt. Super angenehm fand ich ja die Geschichte der Bergbauer und egal wie ruppig diese Menschen sind - wenn das so war, war es einfach nur unglaublich phänomenal und so so ehrenwert.

Diese Serie ist definitiv nichts für schwache Nerven. Die Atmosphäre wird richtig gut vermittelt. Allein die Farbsättigung und die Sprache sind so gering dosiert, dass viel im eigenen Kopf vorgeht und man einfach durchdreht.

Empfehlen möchte ich die Serie aber definitiv jedem, es gehört vor allem zur europäischen Geschichte und dazu einen klaren Kopf für Katastrophenabwehr zu entwickeln, kann bei Corona auf gar keinen Fall schaden,

eure Blue Diamond.

Freitag, 11. Juni 2021

Know My Name


Hallo meine Lieblingsleser,

heute möchte ich euch von einem neuen Lieblingsbuch berichten. Als ich das erste Mal davon hörte, war ich fest davon überzeugt, dass dies ein 5-Sterne-Buch für mich wird, da gab es keinen Zweifel. Und so ist es auch gekommen. Umso mehr freue ich mich, dass ich jetzt hier auch davon erzählen kann.

Die Fakten:

  • Autor: Chanel Miller
  • Sprecher: Chanel Miller
  • Titel: Know My Name
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: Penguin Audio
  • Dauer: 15 Std. 24 min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "She was known to the world as Emily Doe when she stunned millions with a letter. Brock Turner had been sentenced to just six months in county jail after he was found sexually assaulting her on Stanford's campus. Her victim impact statement was posted on BuzzFeed, where it instantly went viral - viewed by 11 million people within four days, it was translated globally and read on the floor of Congress; it inspired changes in California law and the recall of the judge in the case. Thousands wrote to say that she had given them the courage to share their own experiences of assault for the first time. Now, she reclaims her identity to tell her story of trauma, transcendence, and the power of words. It was the perfect case, in many ways - there were eyewitnesses, Turner ran away, physical evidence was immediately secured. But her struggles with isolation and shame during the aftermath and the trial reveal the oppression victims face in even the best-case scenarios. Her story illuminates a culture biased to protect perpetrators, indicts a criminal justice system designed to fail the most vulnerable, and, ultimately, shines with the courage required to move through suffering and live a full and beautiful life."

Zur Handlung: Chanel Miller war bereits keine Studentin mehr, als sie beschloss, noch einmal mit ihrer kleinen Schwester auf eine College-Party zu gehen. Die Nacht war wild, sie hatte viel Spaß mit ihrer Schwester, doch irgendwann wacht Chanel auf und kann sich nicht mehr erinnern, wo sie ist und was passierte. Sie erfährt, das "etwas" mit ihr passiert ist, doch die Polizei kann noch nichts Genaueres sagen.

Chanel übersteht alle Tests und Beweisaufnahmen im Krankenhaus, darf nach Hause fahren und erfährt ein paar Tage später aus der Zeitung, was geschah: zwei Radfahrer hatten entdeckt, wie ein männlicher Student versuchte sie hinter einem Müllcontainer zu vergewaltigen. Sie konnten ihn stoppen, festhalten und der Polizei übergeben - all das hat Chanel nicht mitbekommen. Als die Staatsanwaltschaft fragt, ob Chanel als Zeugin bei dem Fall helfen wird, stimmt sie zu, doch sie ahnt nicht, wie das ihr Leben verändern wird.

Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an den viralen Beitrag, der damals große Wellen schlug. Chanel Miller hat Jahre, nachdem sie sexuell angegriffen wurde, während sie stark alkoholisiert war, Jahre, die sie mit Gerichtsterminen, Gas Lighting durch die Verteidigung und Versuchen eines Neuanfangs verbracht hat, zu Papier gebracht, was diese Nacht - was Brock Turner - mit ihr gemacht hat, aus ihr gemacht hat.

Dass dieses Buch keine leichte Kost ist, wusste ich. Darum hatte ich es nun bestimmt ein Jahr lang auf meiner Wunschliste und konnte mich doch nie ganz zu bringen. Und es war auch wirklich hart, zunächst die Schilderungen, was Chanel physisch wiederfahren ist, dann was ihr psychisch wiederfahren ist. Dabei ist es fast schlimmer, sich die Ausführungen zum Trial, vor allem zum Auftreten des Verteidigungsanwalts, anzuhören, als zum ursprünglichen Angriff.

Chanel Miller ist dabei eine begnadete Autorin. Ihr gelingt es, die richtigen Worte zu finden, die perfekten Beispiele zu beschreiben und dabei auch immer wieder den perfekten Ausblick, die perfekte Reflexion einzubauen. Sie gibt einem nicht vor, was man denken soll, aber dennoch beschreibt sie alles so artikuliert, dass man am Ende nur zu einem Schluss kommen kann.

Besonders gut hat mir auch gefallen, dass zwischen den schrecklichen Kapiteln immer auch hoffnungsvolle waren, in denen wir Chanel als Menschen sehen, ihre Kreativität und ihren Hang zu Kunst und zum Kreieren. Dadurch gelingt es ihr zu zeigen, dass der sexuelle Angriff nicht alles ist, was sie ausmacht und bestimmt - da ist so viel mehr. Und trotzdem sehen wir ihr Leben auf gewaltsame Weise zum Stillstand verdammt, während der Prozess sich immer länger hinzieht, immer wieder verschoben wird.

Chanel Miller macht in ihrem Buch auch deutlich, welche Ungleichheitsdimensionen dieses Thema zeichnen. Sie betont, dass ein lateinamerikanischer oder schwarzer Täter niemals nur 6 Monate im Gefängnis bekommen hätte, genauso jemand, der nicht Student einer Eliteuni wäre, sondern vielleicht nur die Küchenhilfe der Mensa. Sie zeigt auch, dass es viele Opfer gibt, die nicht die geringste Chance haben, überhaupt ein Schuldig von einer Jury zu erhalten, gerade Opfer von häuslicher Gewalt und Vergewaltigung in Ehe und Familie. 

Das Ende gibt Hoffnung, denn wir hören, wie sich durch die große Medienwirksamkeit dieses Falls tatsächlich kleine Veränderungen in Kalifornien ergeben haben. Gleichzeitig schreibt Chanel Miller von Donald Trump und seinen sexistischen Lockerroom-Gesprächen. Sie kritisiert, wie mit diesem Mann und seinen Kumpanen quasi die laufende Rape-Culture ins Weiße Haus eingezogen ist. Gleichzeitig spricht sie auch von einem Brief, den Joe Biden ihr geschrieben hatte, um ihr Bewunderung auszusprechen.

Alles in allem ist dies ein ganz wundervolles Buch, das dennoch schwer im Magen liegt, weil wir sehen, wie sexistisch und opferfeindlich das Justizsystem der USA und eigentlich die ganze Welt immer noch sind. Es verdeutlicht Rape Culture wie kein anderes Buch, das ich bisher gelesen habe, und ich habe auch meinen Partner gebeten, es zu lesen. Ich hoffe, jeder liest dieses Buch, vor allem auch die männlichen Leser unter euch.

Bis bald

Eure Kitty Retro



Meine Bewertung:



Freitag, 14. Mai 2021

Starkes weiches Herz: Wie Mut und Liebe unsere Welt verändern können

Hallo ihr Lieben,

als ich von diesem Titel das erste mal gehört habe dachte ich - das brauchst du ganz dringend in deinem Regal. Irgendwie habe ich es dann wieder aus den Augen verloren und nun kam es auf Bookbeat in mein Blickfeld und ich sah meine Chance. Wahrscheinlich wird das ein Buch sein, was ich mir auch mal kaufen werde, denn ich möchte es einfach haben.

Fakten:
  • Autorin: Madeleine Alizadeh
  • Erzählerin: Madeleine Alizadeh
  • Sachbuch
  • 2020 erschienen (als Hörbuch)
  • 8h 32min
  • avm Verlag
  • Preis: 15,45€ (Audio-CD)
Klappentext:
"Madeleine Alizadeh, im Internet als "dariadaria" bekannt, beschäftigt sich mit all den kleinen großen Fragen: Ist mein Leben erfüllt? Was ist mir wichtig und wie stehe ich dafür ein? Wie kann ich in einer Welt voller Krisen optimistisch bleiben? Sie gibt ihren Leserinnen einen gut gefüllten Werkzeugkoffer mit auf den Weg, der ihnen hilft, sich ihrem inneren Zuhause mit ganz viel Liebe zu widmen und für all das, wofür es sich zu kämpfen lohnt, mit Mut einzustehen: für Feminismus und Gleichberechtigung, gegen Klimawandel und rechte Hetze. Gleichzeitig stark und weich zu sein ist kein Widerspruch. Eine beeindruckende junge Frau!"

Dieses Buch ist eine Zusammenfassung vieler Momente und Gedanken der Autorin aus ihrem bisherigen Leben. Dabei ordnet sie alles in Teilbereiche. Diese einzelnen Bereiche grenzen sich auch eindeutig ab. 

Sie beginnt mit allgemeineren Themen wie politischen Gegebenheiten. Dabei betrachtet sie vor allem viele Vorurteile und Klischees. Was sie so erlebt hat wird einigen nicht unbekannt sein. Klar hat sie nicht die Alleinstellungsprobleme - sowas gibt es eben nicht - doch der Umgang mit ihnen erscheint mir bei ihr doch besonders. 

Zentrale Themen sind Feminismus, Karriere, Beziehungen und wie junge Menschen sich in der Welt beweisen.

Im Laufe des Buches wird sie immer persönlicher. Sie berichtet von ihrer Familie und ihrem Bekanntheitsstatus. Natürlich erzählt sie meistens von Herausforderungen und auch Schwierigkeiten, da sie ja die - ihre - Lösung dafür zeigen möchte.

Diese Lösung steckt für sie im Umgang mit einfach allem. Insbesondere legt sie großen Wert auf alle Emotionen und mit ihnen ans Ziel zu kommen, anstatt sie zu verbergen wie viele Menschen es wohl tun. Für diese Haltung kann ich sie einfach nur mögen. Auch ich finde es absolut erstrebenswert immer alle Emotionen zu transportieren. Na klar ist das dann auch für alle um einen herum nicht so super leicht, doch umgedreht wollen ja auch alle ausgehalten werden. 

Im Hörbuch kommt natürlich sehr stark rüber wie ihre Haltung ist und auch wie gut sie in sich ruht. Deswegen würde ich euch definitiv das Hörbuch empfehlen wenn ihr den Inhalt kennen wollt, aber unsicher seid ob das was für sie ist. 

Ich glaube auch das dieses Buch nur für wenige so richtig toll sein wird, denn man muss schon ähnlich ticken um nachvollziehen zu können was die Autorin wie entscheidet. 

Der Schreibstil ist sehr umgangssprachlich und fast so als würde sie direkt mit einem quatschen. Dieses Schätzchen möchte ich daher nicht empfehlen, sondern jedem ganz nah ans Herz legen,

eure Blue Diamond.

Sonntag, 14. März 2021

Komplett Gänsehaut

Hallo an alle biografisch-angehauchten-Fans,

seit geraumer Zeit verfolge ich diese Autorin auf Instagram und als ich von ihrem Buch hörte, war ich erst skeptisch, ob das eine Lektüre für mich sein könnte. Schon lange wollte ich "Alte, weiße Männer" von ihr lesen, aber bin auch dazu bisher nicht gekommen. Nun erschien der Titel in meiner Bookbeat-App als Empfehlung und ja, da konnte ich dann nicht mehr widerstehen.

Fakten:
  • Autorin: Sophie Passmann
  • Biografie
  • 2021 erschienen
  • 192 Seiten
  • Kiepenheuer&Witsch Verlag
  • Preis: 19,00€ (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"Nach ihrem vieldiskutierten Bestseller »Alte, weiße Männer« entlarvt Sophie Passmann in ihrem neuen Werk den unerträglichen Habitus einer Bürgerlichkeit, durch die sie selbst geprägt wurde. Eine Passmannsche Suada at its best. Bloß nicht so werden, wie alle anderen um sich herum. Bloß nicht so werden, wie man schon längst ist. Bloß schnell erwachsen werden, um in die transzendentale Form des Verklärens eintauchen zu dürfen, die Jugend als »die beste Zeit des Lebens« zu feiern. Sophie Passmann teilt aus gegen alle, am verheerendsten aber gegen sich selbst und ihresgleichen. Zornig und böse, sanft und lustig zugleich zieht sie uns mit rein ins tiefe Tal der bürgerlichen Langeweile im westdeutschen Mittelstand. Sie geht vehement vor gegen die hedonistische Haltung einer wohlgemerkt nicht homogenen Generation, die ihr selbst nur allzu bekannt ist. Dies ist kein Memoir, kein Roman, keine Biographie, es ist: literarischer Selbsthass. Das finden Sie anmaßend? Genau das ist es und genau das will Sophie Passmann: sich anmaßen, das zu tun, was sie tun möchte. Komplett Gänsehaut einfach!"

Ja also diese Beschreibung trifft schon sehr gut was wir hier vorfinden. 

Erst einmal ich habe das Buch ja gehört und die Autorin hat es selbst gelesen. Normalerweise höre ich Bücher mittlerweile auf 1,7 facher Geschwindigkeit und das war hier unmöglich. Dieses Buch habe ich in ganz einfacher Geschwindigkeit gehört, denn ich hätte sonst nicht folgen können. Sophie Passmann spricht einfach sehr schnell. Das wiederum ist mir total sympathisch.

Wir hatten also einen sehr guten und überraschenden Start. 

Dann beginnt eine Erzählung über einen Menschen, eine Frau, wo nicht klar wird, ist es die Autorin selbst oder ist es eine fremde Person - wer erzählt hier? Das erfahren wir nicht. Klar wird es ist eine 27jährige Frau. Sie lebt allein und versucht ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Dabei kommt sie eher schlecht als recht klar. Das stört sie aber auch so gar nicht. Wir bekommen viele kleine Fetzen aus ihrem Leben geschildert, meist ohne konkreten Zusammenhang oder gar einen roten Faden.

Das es diese klare Struktur nicht gibt, fand ich ebenso erfrischend. Wir erzählen ja alle immer in solchen Erinnerungsfetzen und nicht noch das ganze davor und danach. So gesehen haben wir es hier mit sehr authentischen Inhalten zu tun, die aus dem Alltag gegriffen sind. 

Keine Ahnung ob Sophie Passmann mit dem Buch ein bestimmtes Ziel hatte. Ich war definitiv gut unterhalten und musste mich gleichzeitig voll auf das Buch konzentrieren um auch wirklich alle kleinen Schnitzer mitzubekommen. Das ist immer ein gutes Zeichen für ein gutes Buch.

Nun ist es für mich aber auch "nur" ein gutes Buch, denn ich war nach einer Weile einfach nur noch eher negativ getriggert. Alles schien so sinnlos oder nicht notwendig, überflüssig und warum überhaupt irgendwas... ähm ja... für mich passt dieses Grundnegative gar nicht zu der Autorin. 

Klar es ist für mich ein Buch was ich so noch nie erlebt habe, aber nun auch kein Erlebnis was ich unbedingt wiederholen möchte. Es war fix und unterhaltsam und flüssig, am Anfang sehr vermittelnd - ja du musst und kannst nicht immer nur funktionieren und Erwartungen erfüllen - aber irgendwann ist es für mich gekippt. 

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich über all diese Themen hinweg bin. Wahrscheinlich sogar ist dieses Buch für Mitte 20er super gut um einfach runterzukommen, sich nicht so von der Welt stressen zu lassen.

Eventuell wäre es für mich ein ganz anderes Erlebnis gewesen, wenn nicht die Autorin das Hörbuch oder ich es selbst gelesen hätte. So war es für ein gutes Buch, aber eben nicht herausragend, wie einige Rezensionen sagen. 

Empfehlen möchte ich es allen die irgendwie Angst vor ihrem eigenständigen Leben haben und eben Mitte 20 sind, denn es zeigt auf jeden Fall das man keine Angst haben muss, auf jeden Fall gut so ist, wie man es eben hinkriegt und Perfektionismus einfach uncool ist. 

Ein Selbstbild der Gesellschaft? Hm ich weiß nicht so recht. Ehrlich gesagt hoffe ich sehr das diese in ihren Grundzügen positiver gestimmt ist, 

eure Blue Diamond.



Sonntag, 7. März 2021

Amon - Mein Großvater hätte mich erschossen


Hallo meine Memoiren-Freunde,

heute soll es um ein Buch gehen, das ich in der Bibliothek entdeckt habe. Das Buch war mir bereits bekannt, weil ich es in Youtube-Videos gesehen hatte, und es klang interessant. Außerdem schien es mir ein sehr schnelles Leseerlebnis zu sein, was manchmal ja ganz nett ist.

Die Fakten:

  • Autor: Jennifer Teege, Nikola Sellmair
  • Titel: Amon- mein Großvater hätte mich erschossen
  • Erschienen: 2013
  • Verlag: Rowohlt Verlag
  • Seiten: 266
  • Preis: 10,oo Euro
  • Klappentext: "Ihre Haut ist dunkel, sie hat in Israel studiert. Weil sie im Kinderheim und bei einer Adoptivfamilie aufwuchs, entdeckt Jennifer Teege erst mit 38 Jahren durch einen Zufall ihr Familiengeheimnis: Sie ist die Enkelin des KZ-Kommandanten Amon Göth, bekannt aus Stephen Spielbergs Film Schindlers Liste. "Mein Großvater war ein Psychopath, ein Sadist. Er verkörpert all das, was ich ablehne: Was muss das für ein Mensch sein, dem es Freude macht, andere Menschen möglichst einfallsreich zu quälen und zu töten? Ich finde keine Erklärung dafür, warum er so wurde. Als Kind schien er noch ganz normal", sagt Jennifer Teege."

Zur Handlung: Mit 38 Jahren führt Jennifer Teege ein recht normales Leben. Die Kinder sind gerade außer Haus, der Mann auf Arbeit, als sie in der Bibliothek ein Buch durch Zufall aus dem Regal zieht: der Buchrücken war auffällig. Das Buch enthält die Lebensgeschichte ihrer Mutter, die Jennifer Teege nur aus der frühen Kindheit kennt. Sie wurde adoptiert und hat dann den Kontakt zur leiblichen Familie verloren. Was Jennifer Teege nicht wusste: ihre Mutter ist die Tochter von Amon Göth, einem wichtigen Mann im Nationalsozialismus.

Für sie bricht eine Welt zusammen: wie kann man von so einem Monster abstammen? Sie braucht lange Zeit, um sich mit dieser neuen Lebensrealität zu versöhnen. Sie besucht die Gegend des ehemaligen KZ und besichtigt die alte Villa, in der ihre Großeltern direkt neben dem KZ lebten. Vor allem kämpft sie mit der Frage, wie viel ihre Großmutter, zu der sie als Kind ein inniges Verhältnis hatte, von all dem wusste und mitbekam. Aber auch ihr eigenes Leben steht so entgegen dem, was ihr Großvater tat, dass es Jahre dauert, bis Jennifer Teege wieder mit sich im Reinen ist.

Ich fand dieses Buch sehr interessant. Bisher habe ich von noch keinem Nachfahren von Nazi-Größen gelesen, obwohl ich nun gelernt habe, dass es da allerhand Bücher gibt. Das besondere an diesem Buch hier ist Jennifer Teege als Person. Nicht nur was sie 38 Jahre ihres Lebens völlig ahnungslos, woher sie stammt, sie ist auch die Tochter eines Nigerianers und hat in Israel studiert, dort mit Holocaust-Überlebenden gearbeitet und zwei sehr gute jüdische Freundinnen. Damit könnte die Kluft zwischen ihrem Leben und ihrer Familiengeschichte wohl nicht größer sein.

Im ersten Teil des Buches geht es um diese Familiengeschichte, um den Großvater Amon Göth und die Großmutter, die seine Geliebte war und später seinen Namen annahm und sein Foto immer über ihrem Bett hingen hatte. Um den Schock zu verwinden reist Jennifer Teege nach Polen und besucht die Orte, die ihr Großvater einst beherrschte. Sie ist zwar schon sehr belesen zum Thema, liest nun aber noch mehr. Dieser Teil hat mir inhaltlich am besten gefallen, denn das würde man beim Titel des Buchs auch erwarten.

Danach geht es um die Mutter, deren Leben durch ihre Herkunft fast völlig bestimmt wurde. Dabei geht es dann auch viel um das Aufwachsen von Jennifer Teege als Kind im Kinderheim, als Pflegekind und schließlich als Adoptivkind. Hier bewegen wir uns dann weg von den Themen des Holocaust. Ich fand auch diese Themen interessant, allerdings verliert sich so ein bisschen der Fokus in diesem Teil, und es wird recht breit Verschiedenes diskutiert.

Am Ende geht es dann um die israelischen Freundinnen und wie diese schließlich auf die Enthüllung ihre Geheimnisses reagieren. Auch die Kapitel über das Studium in Israel und, welche Probleme es in diesem Land gibt, waren spannend, aber man hatte das Gefühl, man liest inzwischen eigentlich ein anderes Buch als am Anfang. Schließlich geht es dann im letzten Teil noch einmal zurück nach Polen, dadurch schließt sich der Kreis.

Stilistisch ist das Buch in Teile getrennt, die Jennifer Teege berichtartig in der ersten Person schreibt, und Teile, die Nikola Sellmair journalistisch über Jennifer Teege, die anderen Personen, die im Buch vorkommen, und einige Querverweise und Hintergrundwissen hinzufügt. Das fand ich gut gemacht, denn so bekommt man eher die Gedanken und Gefühle von Jennifer Teege, aber gleichzeitig wird das mit Hintergrundwissen ergänzt, damit man es besser einordnen kann. Im Buch enthalten sind auch ein paar Bilder, was ich in Memoiren immer schön finde.

Mein größter Kritikpunkt an diesem Buch betrifft, dass der Titel des Buches natürlich sehr dramatisiert ist und nicht ganz das Buch wiederspiegelt. Denn in dem Buch geht es nicht hauptsächlich um Amon Göth, den Titelgeber. Und das fand ich auch gut so, aber es verspricht eben etwas, was dann so nicht kommt. Es geht viel breiter um Familie, und dabei auch im schwierige Themen wie Kinderheime und Adoption. Dabei wird vor allem das Leben von Jennifer Teege beleuchtet - klar, Memoire - und das viel breiter als nur ihre Herkunft. Dadurch kommt es einem beim Lesen aber vor, als würde man sich mit jedem Kapitel immer weiter vom angekündigten Thema entfernen.

Ansonsten ist das Buch sehr schnell und leicht zu lesen, es gibt einen spannenden Einblick in das Leben einer sehr besonderen Frau, in ihre Familiengeschichte und die Traumata, die damit durch die Generationen weitergegeben wurden. Es war interessant, ihren Lebensentwurf zu sehen, und wie dies durch das Familiengeheimnis erschüttert wird. Jennifer Teege ist dabei sympathisch, aber nicht perfekt. Mir hat das Buch insgesamt daher gut gefallen.

Habt ihr ähnliche Leseempfehlungen für Memoiren?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Freitag, 1. Januar 2021

Barfuß durch Hiroshima 2-4


Hallo meine Lieblingsleser,

wir wünschen euch einen guten Start ins Jahr 2021. Wir hoffen, ihr hattet gestern einen ruhigen Abend und wenigstens etwas Besonderes, um dieses echt seltsame Jahr zu verabschieden. Schauen wir mal, ob 2021 uns nun etwas Besseres bringen kann.

Damit wir nicht zu optimistisch werden, habe ich heute Bücher für euch, die euch daran erinnern, wie scheiße Menschen zueinander sein können. Den ersten Band dieser Graphic Novel-Reihe hatte ich euch zum 75. Jahrestag des Abwurfs der Atombombe bereits vorgestellt: hier. Heute möchte ich euch von den Folgebänden berichten. 

Die Fakten:

  • Autor: Keiji Nakazawa
  • Titel: Barfuß durch Hiroshima (2 Der Tag danach; 3 Kampf ums Überleben; 4 Hoffnung)
  • Übersetzung: Nina Olligschläger
  • Verlag: Carlsen Comics


Zur Handlung: Nachdem die Bombe auf Hiroshima gefallen ist und die Stadt komplett zerstört hat, hat Gen sein Haus, einen Großteil seiner Familie und alles, was er kannte, verloren. Gemeinsam mit der Mutter und der gerade geborenen kleinen Schwester muss er sich auf den Weg machen, um Hilfe zu finden. Doch es gibt in der Gegend nichts mehr, was ihnen das Leben retten kann - nur Gefahren.

Gen sieht sich nun als denjenigen, der seine Familie retten muss. Er besorgt mit seiner charmanten und schelmischen Art Essen und Geld für seine Mutter, damit die kleine Schwester nicht verhungern muss. Doch in so einer lebensfeindlichen Gegend, in der sich alle Bekannten von ihnen abwenden, wird das, was Gen als kleines Kind leisten kann, nicht ausreichen.

Der erste Band dieser Reihe war für mich der beste Graphic Novel, den ich je gelesen habe. In diesem Buch folgten wir Gens Familie durch das Japan der Weltkriegzeit. Wir sahen, wie die Menschen lebten und welche Stimmung herrschte. Mit dem Abwurf der Bombe wird dies alles zerstört, das Ende war absolut zerstörerisch und ich dachte mir, wenn ich die Reihe weiterlese, kann ich mich emotional vielleicht ein bisschen davon erholen.


Aber weit gefehlt: für Gen und seine Mutter geht es immer nur noch schlimmer weiter. Niemand will oder kann ihnen helfen. Die Hilfskräfte, die nach Hiroshima entsendet werden, haben keine Ausrüstung und sind selbst nicht gegen die Strahlen geschützt. Sie sind vor allem damit beschäftigt die Leichen zu verbrennen. Humanitär ist da gar nichts.

Gens Charakter ist das, was der Reihe trotzdem ein bisschen Leichtigkeit gibt, denn obwohl er ein kleiner Junge ist, gibt er einfach nicht auf. Es gelingt ihm auch, Menschen auf seine Seite zu ziehen, die auf keinen Fall mit den Überlebenden zu tun haben will. Der Aberglaube der Menschen in Japan zu der Zeit ist wirklich krass. So kümmert sich Gen dann auch um einen Mann, der ein begabter Maler war, aber auch Strahlung von der Bombe abbekommen hatte. Seine Familie ekelt sich vor ihm und lässt ihn in einem Zimmer liegen, weil sie Angst haben, die Auswirkungen der Bombe seien ansteckend.

Genauso gibt es Charaktere, die der Meinung sind, die Flüchtlinge aus Hiroshima wöllten sich jetzt auf ihre Kosten ein schönes Leben machen und verlangen große Gegenleistungen für etwas Reis oder eine Übernachtung im Haus. Wie es Menschen immer wieder gelingt, Gewinn aus dem Elend anderer zu ziehen, das werde ich in meinem Leben nie verstehen.

Ihr seht also, dass ihr von den Folgebänden keine emotionale Erleichterung erwarten könnt. Stattdessen geht das Ende mit der Bombe erst los. Ich finde es trotzdem wichtig, die Bände zu lesen, denn häufig denken wir bei Unglücken und solchen Attacken nur an die Toten und nicht an das große Elend der Überlebenden. Dabei ist das vielleicht noch schlimmer - ein völlig zerstörtes Leben, nichts mehr übrig, außer der eigene mehr oder weniger intakte Körper.

Ich habe entschieden jetzt mit der Reihe aufzuhören. Es war schon auch ein bisschen Masochismus dabei, das so zu lesen. Außerdem gab es dann in Band 4 vermehrt Zeitsprünge, die nicht angezeigt wurden, sodass ich beim Lesen zusehends verwirrt war. Aber ich bin froh, dass ich die Reihe bis dahin weiter verfolgt habe. Es ist auf jeden Fall eine Reihe, die die Schrecken des Krieges aufzeigen soll. Es wird nicht mit dem Finger auf irgendwen gezeigt, es wird vielmehr daran erinnert, dass im Krieg niemand gewinnt. Vor allem nicht die normalen Menschen.

So, wer also 2021 mal ein bisschen schlechte Laune bekommen möchte, der kann sich diese Reihe gern zu Gemüte führen. Für mich sollte sie viel bekannter sein und auch mehr gelesen und diskutiert werden! Kennt ihr die Reihe denn schon?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung: