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Sonntag, 5. Juni 2022

Heimat

Hallo meine Lesemäuse,

heute möchte ich euch ein neues Lieblingsbuch von mir vorstellen. Ich habe es zu Ostern geschenkt bekommen und hab es mehr oder weniger direkt angefangen zu lesen. Dann hat es aber in meine Lesepläne eine Weile nicht reingepasst. Jetzt habe ich es aber endlich beendet und bin sehr glücklich.

Die Fakten:

  • Autor: Nora Krug
  • Titel: Heimat - A German Family Album
  • Erschienen: 2018
  • Verlag: Penguin Books
  • Seiten: 288
  • Preis: 15,99 Euro
  • Klappentext: "Nora Krug grew up as a second-generation German after the end of the Second World War, in the shadow of her country's past. After leaving Germany for the US, she decided she couldn't know who she was without confronting where she'd come from. In Heimat, she documents her journey investigating the lives of her family members under the Nazi regime, visually charting her way back to a country still tainted by war. Beautifully illustrated and lyrically told, Heimat is about identity, history and home."

Zur Handlung: Nora Krug wandert für ihre Karriere nach Amerika aus. In dieser anderen Welt, in der man einfach so auf einer Dachterasse Überlebende aus Konzentrationslagern treffen kann, spürt sie das erste Mal, wie sehr der Zweite Weltkrieg ihre Familie und das, was sie über ihre Familie weiß, beeinflusst hat. Sie spürt das klaffende Loch, das durch kollektives Schweigen entstanden ist. Und sie beginnt sich Fragen zu stellen. Was haben ihr Großvater, ihre Großmutter, ihr Onkel während des Dritten Reichs gemacht? Waren sie Anhänger oder Mitläufer? Haben sie Juden in Schuppen hinterm Haus versteckt? 

Sie begibt sich auf die Reise in die Vergangenheit und gleichzeitig in die Heimat, die sie bisher nie richtig kennen konnte. Sie trifft entfremdete Familienmitglieder, fragwürdige Expert*innen und Verwaltungsangestellte. Langsam puzzlet sie zusammen, was ihre Familie erlebt hat und wie dies auch Noras Leben am Ende geprägt hat.

Dieses Buch hat mich direkt in den Bann gezogen, denn ich versuche seit Jahren meine Großeltern dazu zu bekommen, dass sie mit mir ihr Wissen teilen, bevor es zu spät ist. Ich möchte wissen, woher ich komme, wer meine Familie war, und wer daraus folgend ich geworden bin. Das ist für mich besonders interessant, da ich zumindest für die Hälfte meiner Familie der letzte Ast im Stammbaum sein werde. Wer wird sich dann noch zurückerinnern?

Nora Krug tritt diesen Kampf gegen das Schweigen und das Vergessen an. Sie will sich nicht damit zufriedengeben, dass ihr niemand bereitwillig Antworten gibt. Das habe ich direkt bewundert, denn als Deutsche ist der Umgang mit der familialen Vergangenheit natürlich immer schambehaftet und schwierig. Dürfen wir fragen? Sollten wir fragen? Müssen wir vielleicht sogar fragen? Dabei fand ich auch die Unterschiede zwischen meiner Situation und der der Autorin spannend - sie ist westdeutsch, ich bin ostdeutsch. Ihre Großeltern haben den Krieg erlebt, bei mir waren es dir Urgroßeltern. Und doch ist das Gefühl, wenn ich dieses Buch aufschlage, eins des Gesehenwerdens.

Die Autorin schafft es, viele meiner Gedanken und Gefühle in dieses Buch zu packen. Auch meine Reaktionen auch manche ihrer Rechercheergebnisse waren genau wie die von ihr beschriebenen. Dabei schwingt so sehr diese Hoffnung auf Absolution mit - dass der Großvater kein Nazi war und man selbst daher etwas weniger Schuld trägt. Gleichzeitig weiß die Autorin, dass das Quatsch ist. Einige Situationen sind auch fast schon skurril - wie als der Vater das Grab seines ihm unbekannten großen Bruders auf einen Friedhof findet, während die Familie im Italienurlaub ist.

Es gelingt in diesem Buch, die Komplexität von Familie wiederzuspiegeln. Gerade die Situation des Vaters - nach dem Krieg geboren und quasi von der Familie verstoßen, weil er nicht wie der tote große Bruder war - zeigt auch, wie Familien brechen und wie so ein Bruch durch die Generationen geht. Aber auch die komplexen Gefühle zu unseren Familienangehörigen, die wir uns nicht aussuchen konnten, die wir aber trotzdem irgendwie respektiven und vielleicht lieben können wollen, finden sich hier wundervoll.

Optisch ist das Buch grandios. Alles ist graphisch aufbereitet, mal im eher im Comic-Stil, mal unter Einbezug alter Fotos, manchmal fast schon als Kunstwerk. Das Buch hat für einen Graphic Novel recht viel Text, aber alles passt wundervoll zusammen. Manche Seiten habe ich einfach eine Weile angestarrt. Eingestreut finden sich zwischen den Kapiteln Seiten zu Dingen, die Emigrierte aus Deutschland vermissen, was ich sehr nachvollziehbar fand, und Seiten zu Flohmarktfunden in Bezug zum Dritten Reich, was teilweise echt gruslig war. Dadurch wird das Buch noch etwas aufgelockert.

Alles in allem hat das Buch für mich einfach funktioniert. Es wirft Fragen, Gefühle, Gedanken auf, die wir uns als Deutsche nur ganz ganz leise stellen, oder eben nie. Ich habe mich unglaublich Gesehen gefühlt, obwohl doch viele Erfahrungen bei mir anders waren als bei der Autorin. Die Aufarbeitung durch die Recherche fand ich sehr gelungen und auch nachvollziehbar dargestellt. Letztlich zeigt dieses Buch auf, dass ein Deutschland durch diesen Krieg ein anderes Land geworden ist, und wir alle nach wie vor mit diesem Erbe leben. Ob uns das bewusst ist, ist eine andere Frage. Mich hat es überzeugt.

Habt ihr von dem Buch schon gehört? Eine deutsche Ausgabe ist inzwischen auch erschienen. 

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 3. April 2022

Kleine Katze Chi 5


Hallo meine Katzenfreunde,

wie jedes Jahr habe ich auch 2021 den nächsten Band dieser Manga-Reihe gelesen, die mir die liebe Blue nach und nach schenkt. Allerdings stelle ich diese dann hier immer nicht vor, weil ich meist andere Bücher habe, die mir mehr unter den Nägeln brennen. Diese Manga sind einfach niedlich und schön, und da ist nicht so viel, was ich mitteilen will.

Die Fakten:

  • Autor: Konami Kanata
  • Titel/Reihe: Kleine Katze Chi 5 
  • Übersetzung:
  • Verlag: Carlsen
  • Seiten: 146
  • Preis:
  • Klappentext: "Mit dem Kopf durch die Wand, das passt zu Chi! Zum Glück entdeckt sie die eigens für sie installierte Katzenklappe... und los geht's! Auf ihren süßen Pfoten erkundet Chi ihre neue Umgebung. Gleich um die Ecke gibt es einen tollen Park! Dort trifft das Kätzchen neue Freunde, und sogar einen alten! Und eigentlich kommt ihr die Gegend auch gar nicht so unbekannt vor - egal, für eine junge Katze ist die Welt riesengroß!"

Zur Handlung: Chi ist ein Kätzchen, das einst im Park seine Mutter verloren hat. Bei einer Familie hat sie ein neues liebevolles Zuhause gefunden. Ihre Familie ist sogar umgezogen, da in ihrer Wohnung keine Katze erlaubt war. Doch nun ist Chi kein Geheimnis mehr und kann sich deswegen auch freier in der Nachbarschaft bewegen.

In diesem Band folgen wir Chi dabei, wie sie die neue Umgebung erkundet. Dabei verläuft sie sich ab und an und trifft viele andere Katzen. Unter anderem trifft sie auch auf eine sehr große Katze, die wir aus Vorgängerbänden kennen. Und diese Katze meint plötzlich, sich an etwas zu erinnern, wenn sie Chi ansieht.

Wie er von dem Klappentext vermutlich ableiten könnt, ist dieser Manga perfekt für jüngere Katzenfreunde, aber auch mir macht das Lesen jedes Mal wieder Spaß. Dabei fand ich diesen Band nicht ganz so gut wie ein paar der anderen. Ich mochte immer vor allem die Bände, wo die Leser etwas über das Halten oder Verhalten von Katzen lernen können. In diesem Band fand ich aber, dass die Beziehung zu Chis neuer Familie eher im Hintergrund war und Chi eben mehr auf Erkundungstour ist.

Dafür ist dieser Band allerdings der Handlung der Manga zuträglich, denn es deutet sich, dass Chi vielelicht tatsächlich ihre Mutter wiedersehen könnte. Bisher wissen wir nichts Genauer darüber, was mit Chis Katzenfamilie passiert ist, nachdem sie sie verloren haben. Es bleibt an der Stelle also spannend.

Chi ist als Hauptfigur einfach unglaublich niedlich, sie macht aber auch viel Blödsinn. Deswegen finde ich es unglaublich unterhaltsam diese Manga zu lesen, und gleichzeitig bestätigen sie mich darin, dass ich keine kleine Katze adoptieren möchte. Daneben ist natürlich dann immer zu sehen, wie Chis Familie auf sie reagiert, und das ist immer mit viel Verständnis, aber auch viel Humor. Braucht man bei Katze auch einfach. 

So richtig mehr zu sagen habe ich ehrlich gesagt nicht. Ich finde den Band solide, aber wie gesagt, andere Teile der Reihe haben mir besser gefallen. Ich bin gespannt auf den sechsten Band, der hier schon auf mich wartet. Vielleicht wird es ja wirklich ein Wiedersehen mit Chis Mutter und Geschwistern geben. 

Bis bald,

Eure Kitty Retro



Meine Bewertung:



Mittwoch, 1. September 2021

Persepolis - Jugendjahre

Hallo meine Comic-Freunde,

letztes Jahr hatte ich euch bereits den ersten Teil dieses biografischen Graphic Novels vorgestellt. Ihr findet meinen Post dazu hier. Heute möchte ich noch über den zweiten Teil sprechen, den ich bisher noch nicht gelesen hatte. Das Buch passt gerade auch gut ins aktuelle Geschehen, denn die Autorin beschreibt, wie in den vergangenen Jahrzehnten der fortschrittliche Iran unter die Macht von fundamentalistischen Islamisten fällt und damit für viele Menschen die Welt zusammenbricht. Ähnlich passiert ja gerade in Afghanistan auf sehr dramatische Weise.

Marjane Satrapi stammt dabei aus einer sehr interessanten Familie, die einerseits mit dem ehemaligen Königshaus verwandt ist, andererseits sehr links eingestellt ist und bei der Revolution einen sozialistischen Staat anstrebte. Der erste Teil des Buches berichtet von Marjanes Kindheit, als es plötzlich nur noch geschlechtergetrennte Schulen gab und Mädchen Kopftuch tragen mussten. Ich konnte mich in den Teil sehr gut hineinversetzen, denn wie hätte ich wohl reagiert, wenn mir das in der Grundschule passiert wäre?

Allgemein hat mir an dem Graphic Novel so gut gefallen, dass die Autorin sich selbst auch nicht "schön schreibt", sondern ehrlich darstellt, wie sie auf bestimmte Dinge reagiert hat. Dabei nimmt sie den Leser gut mit, denn wenn jemand so ehrlich über sich selbst schreibt, kann man auch alles andere gut glauben. Das Buch hat dabei einige sehr dunkle Themen und es geschehen schreckliche Dinge, aber da die Autorin in vielen Momenten selbst noch Kind ist, ist es auch relativ kindgerecht wiedergegeben.

Im zweiten Teil wird Marjane von den Eltern nach Österreich geschickt, damit sie eine bessere Ausbildung und mehr Freiheit genießen kann. Hier werden auch Themen wie Fremdenfeindlichkeit angeschnitten, aber eher am Rande. Eher geht es darum, wie schwierig es ist, ohne die eigene Familie in einem fremden Land zu sein, wo niemand wirklich auf einen aufpasst. Auch das fand ich gut und sehr ehrlich dargestellt. Besonders schockierend fand ich, wie offen die Autorin mit ihrem Drogenkonsum und ihrer Obdachlosigkeit umgegangen ist. Das Buch verdeutlicht dabei auch, wie leicht man eben doch in so eine Situation geraten kann.

Es geht dann aber auch wieder zurück in den Iran, den Marjane nun mit westlich geprägten und älteren Augen sieht. Ich fand es dabei sehr spannend, wie die Freundinnen von Marjane dargestellt sind, und wie viel Verständnis über die Zeit bei der Autorin für sie entstanden ist, obwohl sie im ersten Moment so angepasst wirkten - aber eben angepasst an eine westliche Welt, die ihnen absolut verboten war; und damit eben die Rebellion gegen das System. Auch hier bleibt die Autorin gnadenlos ehrlich mit sich selbst, auch in einer Situation, für die der Leser (und ihre eigene Großmutter) sie verdammen. 

Alles in allem fand ich auch den zweiten Teil interessant und bin froh, dass ich nun das ganze Werk gelesen habe. Den ersten finde ich aber trotzdem etwas besser, weil ich einfach diese Perspektive eines Kindes auf die Geschehnisse mochte. Der zweite Teil wirkt dagegen dann zwar erwachsener, aber auch etwas unfokussierter, weil wir einfach den Geschehnissen folgen. Aber insgesamt ist dieser Graphic Novel wirklich empfehlenswert und sehr augenöffnend.

Habt ihr das Buch schon gelesen oder habt ihr jetzt Lust darauf bekommen?

Bis bald,

Eure Kitty Retro

 

 

 

Meine Bewertung:



Mittwoch, 17. Februar 2021

Kleine Katze Chi 4


Hallo meine Lesefreunde,

ich habe gerade eine stressige Woche, daher gibt es heute von mir nur einen kurzen Post. Dies ist, abgesehen von zwei Weihnachtsbüchern, das letzte Buch aus dem letzten Jahr, von dem ich euch noch nicht berichtet hatte. Wie immer habe ich es zum Reading Rush gelesen, denn davor ist dieser kleine Manga perfekt.

Die Fakten:

  • Autor: Konami Kanata
  • Übersetzung: Nadja Stutterheim
  • Titel: Kleine Katze Chi
  • Reihe: Kleine Katze Chi 4
  • Verlag: Carlsen Manga
  • Erschienen: 2015
  • Seiten: 146
  • Preis: 9,95 Euro
  • Klappentext: "So ein Umzug ist ohne Frage anstrengend! Das finden auch die Yamadas und ganz besonders Chi. Aber nachdem es seine Angst überwunden hat, macht sich das neugierige Kätzchen sofort daran, die fremde Umgebung zu erforschen. Wer sind die neuen Nachbarn? Und was verbirgt sich eigentlich hinterm Gartenzaun? Aufregende Abenteuer und neue Freunde warten auf die kleine Katze!"

Zur Handlung: In dieser Manga-Reihe folgen wir dem Kätzchen Chi. Von der Mutter getrennt wurde Chi von Familie Yamada adoptiert, damit es überleben kann. Allerdings durfte die dreiköpfige Familie keine Haustiere in ihrer Wohnung haben, und da Chi mit der Zeit sehr neugierig und abenteuerhungrig wurde, sind sie schließlich aufgeflogen.

Nun hat die Familie beschlossen sich eine Wohnung zu suchen, in der Chi ganz offiziell wohnen darf. Das bedeutet natürlich ganz neue Abenteuer in einer ganz neuen Umgebung. Aber auch Stress für das kleine Kätzchen, denn Umziehen ist nie nur Spaß.

Wie auch schon die Vorgängerbände war dieser Manga einfach zuckersüß. Er richtet sich vor allem an Kinder, aber auch alle anderen Katzenliebhaber werden hier etwas finden, das ihnen gefällt. Chi muss man einfach lieben, sie hat so viel chaotische Energie. Aber auch Chis Familie ist sehr niedlich. Vor allem finde ich es toll, dass sie nun extra umgezogen sind, um Chi behalten zu können, nachdem dies im Vorband noch auf der Kippe stand.

Am Anfang geht es vor allem darum, wie Chi mit dem Umzug klarkommt. Dabei zeigt der Manga seh schön, warum umziehen für Tiere so anstrengend ist und warum sie einfach Zeit zur Eingewöhnung brauchen. Chi ist natürlich ganz schön verwirrt, als sie plötzlich Treppen steigen und in den Garten gehen kann, gewinnt das neue Zuhause aber schnell lieb, weil ihre Familie da ist.

Die Nachbarn in diesem Gebäude haben alle möglichen Haustiere, von Rassekatzen bis Kaninchen. Suspekt ist Chi dabei vor allem der Hund in der Nachbarschaft. Dieser freut sich zwar sehr, Chi kennen zu lernen, aber man sieht sehr schön, warum diese beiden Arten sich irgendwie missverstehen.

Am Ende geht es dann noch ums Versteckspielen, worin Katzen klare Meister sind. Wer hat seine Katze nicht schon schlafend im Kleiderschrank oder unter einer Bettdecke gefunden? Allen diesen Geschichten ist gemein, dass sie sich am Alltag orientieren, lustig gemacht sind, und wichtige Informationen über das Leben mit einer Katze unterbringen. Daher mag ich die Reihe sehr gern und freue mich schon, Band 5 dieses Jahr zu lesen. Den hat mir die liebe Blue nämlich wie jedes Jahr zum Geburtstag geschenkt.

Kennt ihr die Reihe? Und würde sie euch theoretisch interessieren?

Bis bald,

Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 7. Februar 2021

Monstress - Warchild


Hallo meine Lieblingsleser, 

im vergangenen Herbst ist der nächste Band meiner Lieblingscomicreihe erschienen, und obwohl ich lange darauf gewartet hatte, hatte ich dann doch nicht gleich Gelegenheit ihn zu lesen. Allerdings war jetzt mit dem Medievalathon die Chance da. Vorher habe ich auch Teil 4 nochmal gelesen, um meine Erinnerungen aufzufrischen.

Die Fakten: 

  • Autor: Marjorie Liu, Sana Takeda
  • Titel: Monstress - Warchild
  • Reihe: Monstress Vol. 5
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: ImageComics
  • Seiten: 174
  • Preis: 17,00 Euro
  • Klappentext: "The smoldering embers of animosity between humans and Arcanics have reignited, and a new war has engulfed the Known World. Maika Halfwolf realizes another war, of cosmic proportions, is fast approaching - but she needs to survive this battle first. In this fifth volume of Monstress, collecting issues 25-30, Maika must put aside personal betrayals and private revelations to defend the walled Arcanic city of Ravenna, the first major target of the Federation of Man. As the battle heats up, Maika and her friends each face difficult decisions, forced to choose justice or mercy, security or freedom, family or society - and live with the consequences."

Zur Handlung: Maika musste den absoluten Verrat ertragen und konnte nur mit Mühe die Personen schützen, die ihr lieb sind. Nun zieht eine Schlacht herauf, die Maika mit neuen Verbündeten und alten Freunden schlagen muss, um deren Angehörige zu retten. Für Maika ist es eher eine Ablenkung auf dem Weg, den das Schicksal ihr vor die Füße legt. Aber nach all dem vergossenen Blut will Maika den Krieg unbedingt verhindern.

Währenddessen findet in Maika ein Kampf statt. Sie muss sich damit abfinden, was ihr Körper zum Überleben braucht. Es wird Zeit, dass sie erkennt, dass sie sich dem nicht verwehren kann, denn dann holt ihr Körper sich das in Blackouts. Aber auch Zinn ist im Tumult, nachdem Maikas Vater ihn an einen Namen erinnert hat, der alles, was Zinn weiß oder zu wissen glaubt, in Frage stellt.

Alles, was ich an diesem Comic liebe, findet sich auch wieder in der 5. Ausgabe. Ich liebe die Charaktere. Maika ist nach wie vor keine von den "Guten" im klassischen Sinne, aber sie hat auch bisher nichts Gutes erlebt. Sie entwickelt sich auf jeden Fall auch weiter, seit dem ersten Band ist sie deutlich ernster geworden und beginnt ihr Schicksal anzunehmen, dem sie sich zu Beginn verstellt hatte.

Dann haben wir Kippa, ein kleines Fuchsmädchen. Im ersten Band hatte Maika Kippa mit aus der Gefangenschaft befreit, und seitdem ist Kippa zu Maika wichtigster Verbündeten geworden. Kippa ist noch sehr jung und glaubt noch an das Gute, und dass es gewinnen kann. Allerdings macht sie das auch verwundbar. In diesem Band erfahren wir nun mehr über ihre Fähigkeit, die vermutlich durch ihre Nähe zu Zinn erwacht ist. Ich mochte das sehr, denn ich will, dass Kippa immer eine wichtige Figur in dieser Reihe bleibt. Kippa macht aber auch einen sehr großen Fehler in diesem Band und ich bin sehr gespannt, wie sie damit im nächsten Band dann umgehen wird.

In diesem Band erscheinen relativ wenige neue Player, was aber auch gut ist, weil wir inzwischen ja schon so viele Charaktere klarkriegen müssen - die teilweise auch noch mehrere Erscheinungsformen haben. Allerdings erfahren wir deutlich mehr über die Kindheit von Maika und was damals in Constantine passiert ist. Dabei treffen wir auch auf eine frühere Ausbilderin von Maika - ich bin gespannt, ob es dazu noch mehr geben wird.

Schade war, dass wir sehr wenig Zinn in diesem Band haben. Ich hatte ursprünglich gedacht, dies könnte der erste 5-Sterne-Band für mich werden, aber dann ist doch nicht so viel geschehen, wie ich mir gewünscht habe. Einerseits liegt das an Zinn, denn dieser ist in einer tiefen Krise, aber leider sehen wir davon im Band wenig und es wird auch noch nicht so viel gezeigt, dass man erkennt, worum es nun genau geht. Man kann sich zwar einiges zusammenreimen, aber da hatte ich mehr erhofft.

Das andere ist, dass wir am Ende des Bandes dann sehr viel Schlacht haben. Obwohl es durchaus spannend war, ist das doch nicht so mein Lieblingsteil in diesen Comics. Ich möchte lieber sehen, wie sich die Charaktere entwickeln und welche politischen und zwischenmenschlichen Geheimnisse sich so auftun. Die Kampfszenen sind dann eher blutig und krass, aber eben... nicht ganz so meins.

Abgesehen davon konnte mich aber Teil 5 wieder gut abholen und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil, der dann hoffentlich später dieses Jahr erscheint. Ich will unbedingt wissen, wie es mit Maika, Kippa und Ren weitergeht. Und natürlich will ich wissen, was nun mit Zinn los ist und welche Lügen wir ihm bisher geglaubt haben (weil er sie selbst geglaubt hat).

Kennt ihr diese Reihe schon? Und wie gefällt sie euch?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Freitag, 1. Januar 2021

Barfuß durch Hiroshima 2-4


Hallo meine Lieblingsleser,

wir wünschen euch einen guten Start ins Jahr 2021. Wir hoffen, ihr hattet gestern einen ruhigen Abend und wenigstens etwas Besonderes, um dieses echt seltsame Jahr zu verabschieden. Schauen wir mal, ob 2021 uns nun etwas Besseres bringen kann.

Damit wir nicht zu optimistisch werden, habe ich heute Bücher für euch, die euch daran erinnern, wie scheiße Menschen zueinander sein können. Den ersten Band dieser Graphic Novel-Reihe hatte ich euch zum 75. Jahrestag des Abwurfs der Atombombe bereits vorgestellt: hier. Heute möchte ich euch von den Folgebänden berichten. 

Die Fakten:

  • Autor: Keiji Nakazawa
  • Titel: Barfuß durch Hiroshima (2 Der Tag danach; 3 Kampf ums Überleben; 4 Hoffnung)
  • Übersetzung: Nina Olligschläger
  • Verlag: Carlsen Comics


Zur Handlung: Nachdem die Bombe auf Hiroshima gefallen ist und die Stadt komplett zerstört hat, hat Gen sein Haus, einen Großteil seiner Familie und alles, was er kannte, verloren. Gemeinsam mit der Mutter und der gerade geborenen kleinen Schwester muss er sich auf den Weg machen, um Hilfe zu finden. Doch es gibt in der Gegend nichts mehr, was ihnen das Leben retten kann - nur Gefahren.

Gen sieht sich nun als denjenigen, der seine Familie retten muss. Er besorgt mit seiner charmanten und schelmischen Art Essen und Geld für seine Mutter, damit die kleine Schwester nicht verhungern muss. Doch in so einer lebensfeindlichen Gegend, in der sich alle Bekannten von ihnen abwenden, wird das, was Gen als kleines Kind leisten kann, nicht ausreichen.

Der erste Band dieser Reihe war für mich der beste Graphic Novel, den ich je gelesen habe. In diesem Buch folgten wir Gens Familie durch das Japan der Weltkriegzeit. Wir sahen, wie die Menschen lebten und welche Stimmung herrschte. Mit dem Abwurf der Bombe wird dies alles zerstört, das Ende war absolut zerstörerisch und ich dachte mir, wenn ich die Reihe weiterlese, kann ich mich emotional vielleicht ein bisschen davon erholen.


Aber weit gefehlt: für Gen und seine Mutter geht es immer nur noch schlimmer weiter. Niemand will oder kann ihnen helfen. Die Hilfskräfte, die nach Hiroshima entsendet werden, haben keine Ausrüstung und sind selbst nicht gegen die Strahlen geschützt. Sie sind vor allem damit beschäftigt die Leichen zu verbrennen. Humanitär ist da gar nichts.

Gens Charakter ist das, was der Reihe trotzdem ein bisschen Leichtigkeit gibt, denn obwohl er ein kleiner Junge ist, gibt er einfach nicht auf. Es gelingt ihm auch, Menschen auf seine Seite zu ziehen, die auf keinen Fall mit den Überlebenden zu tun haben will. Der Aberglaube der Menschen in Japan zu der Zeit ist wirklich krass. So kümmert sich Gen dann auch um einen Mann, der ein begabter Maler war, aber auch Strahlung von der Bombe abbekommen hatte. Seine Familie ekelt sich vor ihm und lässt ihn in einem Zimmer liegen, weil sie Angst haben, die Auswirkungen der Bombe seien ansteckend.

Genauso gibt es Charaktere, die der Meinung sind, die Flüchtlinge aus Hiroshima wöllten sich jetzt auf ihre Kosten ein schönes Leben machen und verlangen große Gegenleistungen für etwas Reis oder eine Übernachtung im Haus. Wie es Menschen immer wieder gelingt, Gewinn aus dem Elend anderer zu ziehen, das werde ich in meinem Leben nie verstehen.

Ihr seht also, dass ihr von den Folgebänden keine emotionale Erleichterung erwarten könnt. Stattdessen geht das Ende mit der Bombe erst los. Ich finde es trotzdem wichtig, die Bände zu lesen, denn häufig denken wir bei Unglücken und solchen Attacken nur an die Toten und nicht an das große Elend der Überlebenden. Dabei ist das vielleicht noch schlimmer - ein völlig zerstörtes Leben, nichts mehr übrig, außer der eigene mehr oder weniger intakte Körper.

Ich habe entschieden jetzt mit der Reihe aufzuhören. Es war schon auch ein bisschen Masochismus dabei, das so zu lesen. Außerdem gab es dann in Band 4 vermehrt Zeitsprünge, die nicht angezeigt wurden, sodass ich beim Lesen zusehends verwirrt war. Aber ich bin froh, dass ich die Reihe bis dahin weiter verfolgt habe. Es ist auf jeden Fall eine Reihe, die die Schrecken des Krieges aufzeigen soll. Es wird nicht mit dem Finger auf irgendwen gezeigt, es wird vielmehr daran erinnert, dass im Krieg niemand gewinnt. Vor allem nicht die normalen Menschen.

So, wer also 2021 mal ein bisschen schlechte Laune bekommen möchte, der kann sich diese Reihe gern zu Gemüte führen. Für mich sollte sie viel bekannter sein und auch mehr gelesen und diskutiert werden! Kennt ihr die Reihe denn schon?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Sonntag, 30. August 2020

Redrum 327

Hallo an alle Comicfans,

da ich wie beim letzten Mal festgestellt keiner so richtig bin, ich aber für die NEWTs dieses Jahr 2 auf der Liste hatte, komme ich heute schnell zum nächsten.

Fakten:
  • Autor: Ko Ya-Seong
  • Comic
  • 2005 erschienen
  • 192 Seiten
  • Egmont Verlag
  • Preis: 5,86€ (nur noch gebraucht erhältlich)
Klappentext:
"Eine Gruppe von Freunden will gemeinsam etwas Zeit in einem abgelegenen Haus in den Bergen verbringen. bis auf zwei kennen sich alle bereits aus Kindertagen. Eine der "Neuen" scheint eine dunkle Vergangenheit zu besitzen."

Auch dieses Büchlein ist komplett in schwarz weiß gehalten, wobei es hier sehr gut zum Thena passt, zumindest was der Titel und co. verraten lässt. Lest das mal rückwärts ;)

Diese Geschichte ist nur etwas für Erwachsene. Trotz das es sich nur um Zeichnungen handelt und nicht viel beschrieben wird, weil man da ja nur die Dialoge hat, ist es mir sehr mulmig geworden. Das ganze Buch hat mir ein sehr unangenehmes Gefühl gegeben, denn hinter mehreren Figuren stecken Geheimnisse. Diese werden sicher in den Folgebänden erläutert.

Viel erfährt man in diesem ersten Band nicht doch man bekommt einen guten Eindruck von den Figuren. Als kleiner Nebeneffekt lernt man ein paar Namen von asiatischen Essen kennen.

Da dieser Comic mich mit einem komischen Gefühl zurück gelassen hat, sind Comics wohl nun wirklich nicht meine Welt.

Als Kind habe ich total gern Donald Duck gelesen aber die waren eben ganz anders. Habt ihr vielleicht einen Tipp für mich wie ich noch den richtigen Draht zu diesem Genre finde?

Eure Blue Diamond.



Mittwoch, 26. August 2020

Kiss of Rose Princess, Band 1

Hallo an alle Manga-Freunde,

wer hätte es gedacht, aber für mich war es mein erster Manga und naja, so schnell wird es auch keinen weiteren geben, aber das liegt jetzt nicht primär am Inhalt von diesem hier.

Fakten:
  • Autorin: Aya Shouoto
  • Übersetzer: Hiro Yamada
  • Manga
  • 2012 erschienen
  • 180 Seiten
  • Carlsen Verlag
  • Preis: um die 3€ - nur gebraucht erhältlich
Klappentext:
"Anis Yamamoto hält das Amulett, das sie von ihrem Vater bekommen hat und bei dessen Verlust sie seiner Aussage nach bestraft würde, zunächst für nicht viel mehr als ein einfaches Schmuckstück. Erst als sie das Halsband verliert, gewinnen die Worte ihres Vaters an Bedeutung... Eine dicke Fledermaus, die als Wächter fungiert, und vier gut aussehende Ritter, die um Anise Wohl und um ihre Gunst kämpfen. Doch welcher der Männer hat ehrliche Absichten und wird von Anise zum "Knight of Rose" gewählt? Der neue Favorit unter den Shojo-Manga!"

Dieser Klappentext fasst den Inhalt dieses ersten Bandes ganz gut zusammen. Das Büchlein ist nochmal in Abschnitte eingeteilt. Zu Beginn wird kurz ein Charakter beschrieben. Diese Beschreibung ist als würde man mit der Autorin direkt sprechen, was ich sehr sympathisch fand.

Die Geschichte ist sehr gut für junge Mädchen konzipiert. Natürlich steht im Fokus das Verhältnis von Mädchen und Jungen und die dazugehörige Schwärmerei. Das ist auch wirklich niedlich umgesetzt.

Klar ich hab Null Ahnung von Mangas aber die Zeichnungen sind nach meiner Auffassung sehr schick. Was mich persönlich ehrlich stört. Meine Fassung war komplett in schwarz weiß, spätestens wenn es um die Farben der Rosenkarten geht, ist das ehrlich nervig. Und ich glaube auch dass es einfach wesentlich schicker wäre, aber wohl auch teurer.

Da ich für diese Art Geschichte einfach zu alt bin und dieser Manga/Comic Stil auch nicht so meiner ist, werde ich die kommenden Bände nicht lesen.

Empfehlen kann ich diese aber vor allem jungen Mädchen und auch Jungs. So ein klitzekleines bisschen hat es mich an meine Sailor Moon Zeit erinnert. Wer sich also für sowas begeistern kann, trifft hier eine gute Wahl,

eure Blue Diamond.

Donnerstag, 6. August 2020

Barfuß durch Hiroshima - Kinder des Krieges

Zum 75. Jahrestag dieser Katastrophe!

Hallo meine Manga-Freunde,

heute möchte ich euch von einem Buch berichten, dass mich zutiefst erschüttert hat. Es ist der besten Graphic Novel, den ich in meinem Leben je gelesen habe. Dazu hat mich dieser Manga wirklich sehr überrascht, denn häufig gelingt es solchen graphischen Geschichten nicht, mich im gleichen Maße wie Romane emotional zu erreichen. Das kann man hier aber nicht behaupten...

Die Fakten:
  • Autor: Keiji Nakazawa
  • Titel: Barfuß durch Hiroshima - Kinder des Krieges (Original: Hadashi No Gen)
  • Reihe: Barfuß durch Hiroshima 1
  • Übersetzung: Nina Olligschläger
  • Erschienen: 2004 (erstmals 1975)
  • Verlag: Carlsen Comics
  • Seiten: 293
  • Preis: 14,00 Euro
  • Klappentext: "Der Morgen des 6. August beginnt sonnig. Niemand ahnt, was Augenblicke später über die Bewohner der Stadt Hiroshima hereinbrechen wird... Keiji Nakazawa ist sechs Jahre alt, als die Atombombe über seiner Heimatstadt gezündet wird. Im ersten Teil seiner vierbändigen Autobiografie dokumentiert der Autor die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs im militärisch geprägten Japan: die eiserne Kriegstreiberei eines unbelehrbaren Regimes, der blinde Opportunismus der Mitläufer, die Unterdrückung von politisch Andersdenkenden und schließlich die Katastrophe."

Zur Handlung: In diesem Manga folgen wir einem kleinen Jungen namens Gen und seiner Familie. Es ist das Jahr 1945, der Krieg ist noch in vollem Gange, doch langsam zeichnet sich ab, dass die Achsenmächte nicht siegen werden. Davon ist in der Stadt Hiroshima aber noch nicht viel zu spüren. Während die Familien hungern, werden Personen, die sich gegen den Krieg aussprechen, misshandelt und als Verräter stigmatisiert. Eine solche Person ist Gens Vater. Damit stürzt er die ganze Familie in Gefahr.

Wir folgen aber vor allem Gen und seinem kleinen Bruder, die versuchen, eine Kindheit in dieser Welt zu haben. Während ihrem andauernden Hunger haben sie auch häufig Streit mit anderen Kindern, die die Familie als Verräter beschimpfen. Sie träumen von Spielzeugen, die sie sich nicht leisten können. Und sie versuchen die erschöpfte, hochschwangere Mutter zu ernähren. Sie wissen nicht, was kommen wird, aber wir Leser haben diesen Luxus nicht...

Zunächst möchte ich sagen, dass dies kein Buch für Kinder ist. Ich denke, die meisten kommen schon bei dem Titel darauf. Aber der Zeichenstil erinnert uns natürlich schnell an die Anime-Serien auf RTLII und Gen selbst ist ja ein Kind und der Hauptcharakter. Dennoch geht es hier um das schauerlichste, was Menschen je anderen Menschen angetan haben - die Atombombe. Und damit werden hier Bilder gezeigt, die laut dem Autor zwar kaum die Hälfte des wahren Grauens zeigen, aber dennoch nachhaltig im Kopf bleiben. Ich hatte eine so physische Reaktion auf das Ende dieses ersten Bandes, dass ich mir nicht vorstellen möchte, was das mit einem Kind machen kann - einem Kind wie Gen, der mittendrin ist.

Aber fangen wir von vorn an: wir folgen hier Gens Familie, dabei hauptsächlich dem Vater, der sehr stark gegen den Krieg ist, die hochschwangere Mutter, Gens große Schwester Eiko und der kleine Bruder Shinji und Gen selbst. Gen hat auch noch größere Brüder, die aber nicht in Hiroshima sind. Dabei sehen wir sehr viel von der Familiendynamik. Da die größeren Brüder nicht mehr da sind, spielt sich Gen schnell zum großen Bruder von Shinji auf und wirkt dadurch häufig erwachsener als er ist. Er will seine Familie unterstützen und schützen. Das macht ihn zu einem Hauptcharakter, mit dem man sich identifizieren kann.

Im Vorwort wird darauf verwiesen, wie ungewohnt die alltägliche Gewalt in solchen Manga für westliche Leser ist. Sie verprügelt der Vater seine Söhne recht häufig und Gen beißt sogar Leuten die Finger blutig. Allerdings glaube ich, dass das für Leute, die viel Anime geschaut haben - wie ich - nicht sehr ungewöhnlich ist. Zumindest hat es für mich zu dem gepasst, was ich von diesen japanischen Medien kenne. Ich wollte es aber dennoch erwähnen, wenn das jemanden triggert oder ähnliches.

Der Zeichenstil ist sehr klassisch für Manga. Er hat mich beispielsweise an die Kickers erinnert. Allerdings ist es noch nicht ganz so übertrieben, zum Beispiel bei der Zeichnung der Augen. Mir hat der Zeichenstil damit außerordentlich gut gefallen, denn er war mir bekannt genug, dass ich schnell in die Geschichte gefunden habe, aber dezent genug, dass ich nicht das Gefühl hatte, ein Kinderbuch zu lesen, sondern eine sehr ernstzunehmende Geschichte.

Das Ende dieses ersten Bandes ist nichts für schwache Nerven. Auch wenn sich Nakazawa laut eigenen Worten zurückgehalten hat mit dem Horror - ich will es mir ehrlich gar nicht vorstellen - hinterlässt das Ende doch immer noch genug Horror für den Leser - vor allem mit dem Wissen, dass Nakazawa sich das nicht ausgedacht, sondern wirklich gesehen hat. Am Ende wird Gen vor eine unmögliche Entscheidung gestellt, die mir so nah ging, dass nur bei dem Gedanken daran mein Herz schon wieder schneller schlägt und ich kaum Luft bekomme. Es war wirklich grauenhaft - wie man es bei dem Titel erwarten würde.

Alles in allem kann ich diesen Manga also empfehlen, wenn ihr euch zutraut ihn zu lesen. Mein Partner fragt mich oft, wie ich das mache, und ich habe keine richtige Antwort darauf. Zumindest habe ich die Bilder des Endes abgedeckt, als er ins Zimmer kam, da das niemand ohne Kontext und emotionale Vorbereitung je sehen sollte. Aber man ist darauf meiner Meinung nach auch nie vorbereitet. Der Manga ist kein antiamerikanisches Werk, sondern ein Antikriegswerk. Es zeigt den Schrecken des Krieges vor der Bombe, und den ultimativen Schrecken der Bombe. Wer so etwas liest, und Krieg weiterhin verherrlichen kann, der braucht vielleicht eine Therapie oder so... Lest es, wenn ihr könnt.

Ich werde mir heute die anderen 3 Bände aus der Bibliothek holen, wenn ich sie finde. Mal sehen, wie es mit Gen weitergeht.

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Sonntag, 5. Juli 2020

Persepolis - Eine Kindheit im Iran

Hallo meine Comicfreunde,

als ich Anfang des Jahres mal einen Schneesturm in der Bibliothek ausgeharrt habe, habe ich einen Aufsteller mit biografischen Graphic Novels gefunden - und darin dieses Buch. Auf meiner Liste hatte ich es schon ganz lange, weil ich so viel Gutes gehört habe. Also nahm ich das Buch mit - dann kam der Lockdown. Nun habe ich das Buch gelesen und möchte euch berichten.

Die Fakten:
  • Autor: Marjane Satrapi
  • Titel: Persepolis - Eine Kindheit im Iran
  • Reihe: Persepolis 1-2
  • Übersetzung: nicht ausgewiesen
  • Erschienen: 2005
  • Verlag: Verlag Carl Ueberreuter
  • Seiten: 160
  • Preis: ab wenige Euro gebraucht
  • Klappentext: "1979 fand im Iran die islamische Revolution statt. "Seither", so schreibt Marjane Satrapi, "wird diese traditionsreiche Zivilisation fast ausschließlich mit Fundamentalismus, Fanatismus und Terrorismus in Verbindung gebracht. Als Iranerin, die mehr als ihr halbes Leben im Iran verbracht hat, weiß ich, dass dieses Bild falsch ist. Darum war es so wichtig für mich, Persepolis zu schreiben. Ich glaube, dass man eine ganze Nation nicht aufgrund der Fehler einer extremistischen Minderheit verurteilen darf. Ich will auch nicht, dass jene Iranerinnen und Iraner vergessen werden, die für die Freiheit gekämpft haben und im Gefängsnis gestorben sind, die ihr Leben im Krieg gegen den Irak verloren und unter verschiedensten repressiven Systemen gelitten haben oder gezwungen waren zu fliehen. Man kann vergeben, aber man soll niemals vergessen.""

Zur Handlung: In diesem autobiographischen Comic verfolgen wir Marjane Satrapi durch ihre Kindheit. Schon früh interessiert sie sich dafür, was um sie herum geschieht. Ihre Eltern sind sehr politisch, und Marjane möchte mit ihnen demonstrieren gehen. Die Eltern verbieten es. Als es zur islamischen Revolution kommt, muss die Familie Schicksalsschläge hinnehmen.

Marjane wächst trotzdem recht behütet in einer privilegierten Familie auf. Sie ist verwirrt, als sie plötzlich nicht mehr mit Jungen in die Schule gehen darf, und kein Fan vom Kopftuch, das sie plötzlich tragen soll. Als dann der Nachbarsjunge ihr sagt, dass er sie heiraten wird, wenn er aus dem Krieg zurückkommt, fühlt sie sich sogar angegriffen - soll sie dabei nicht mitreden? Doch ihre Familie hat letztlich andere Pläne für sie...

Dieses Graphic Novel erzählt sehr episodenhaft an typischen Momenten, wie die Kindheit im Iran war. Ich mochte es, durch die Augen eines Kindes zu schauen. Marjane lässt sich von den Debatten der Erwachsenen hin- und herreißen. Als Kind versteht sie die Komplexität der Wirklichkeit noch nicht. Doch wir sehen sie. Und ich fand es toll, dass auch Szenen und Aussagen hier protokolliert werden, die die erwachsene Marjane sicher nicht mehr so machen würde.

Da ich mich vorher noch nie mit dem Iran beschäftigt habe, habe ich von diesem Buch viel gelernt. Die Vorstellung, dass die Revolution von einer extremistischen Gruppe genutzt wurde, um den Iran wieder zu einem fundamentalistischen Gebiet zu machen, ist wirklich schwierig. So haben damals auch viele Personen gegen Dinge wie die Burka protestiert. Gebracht hat es aber nichts. Das durch die Kinderaugen zu sehen, Marjane zu sehen, wie sie ihre Freundinnen plötzlich unter den Kopftüchern sieht, das war sehr stark.

Der Zeichenstil im Buch ist recht simpel gehalten und es gibt eher wenig Text. Dadurch kann man das Buch sehr schnell lesen. Allerdings sollte man doch die eine oder andere Pause einplanen, denn was hier so simpel beschrieben wird, sind teilweise absolut schreckliche Dinge. Ziemlich genau in der Mitte war so ein Moment, der mich fast zum Weinen gebracht hat.

Mit dem Älterwerden wird Marjane auch rebellischer. Als Tochter von hochgebildeten, insofern privilegierten und eher linken Eltern findet sie nicht viel an der islamischen Ausrichtung ihres Landes. Sie will die Musik hören, die in der westlichen Welt modern ist, und die coolen Klamotten aus dem Westen tragen. Aber das birgt auch seine Gefahr, worauf am Ende des Buches auch nochmal eingegangen wird. Ich finde es einfach gut, wenn solche Kapitel dann den Leser abholen können: wir waren alle mal Teenager und wissen genau, was in Marjane zu dieser Zeit los ist.

Alles in allem bekommt auch dieses Buch von mir eine volle Empfehlung. Es ist (mehr oder weniger) unterhaltsam und trotzdem lernt man dabei sehr viel. Ich habe gemerkt, wie wenig ich über die Geschichte des Iran weiß. Ich möchte auf jeden Fall bald auch den zweiten Band über die Jugend von Marjane lesen. Es ist kurzweilig, aber sehr informativ. Und die Bilder helfen, manche Punkte noch deutlicher zu machen, als reiner Text das je könnte. 

Kennt ihr den Comic? Und interessieren euch solche biographischen Graphic Novels?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Freitag, 15. Mai 2020

Maus

Hallo meine Historienleser,

heute möchte ich euch den sehr bekannten Graphic Novel Maus vorstellen. Der erste Teil davon ist schon in den 70er und 80er Jahren erschienen. In meiner Bibliothek gab es allerdings gleich Die vollständige Maus, da sind alle Teile zusammengefasst. Es handelt sich dabei um ein biografisches Werk, dass sich mit dem Leben des Vaters des Künstlers beschäftigt, der als polnischer Jude den Holokaust überlebte.

Die Fakten:
  • Autor: Art Spiegelman
  • Übersetzung: Christine Brinck & Josef Joffe
  • Titel: Die vollständige Maus (Original: The Complete Maus)
  • Erschienen: 2013
  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • Seiten: 294
  • Preis: 16,00 Euro
  • Klappentext: ""Maus" änderte über Nacht die Geschichte des Comic Strips - aus Kult wurde Kunst. Berichtet wird die authentische Lebensgeschichte des polnischen Juden Wladek Spiegelman. In Queens, New York, schildert er seinem Sohn die Stationen seines Lebens: Polen und Auschwitz, Stockholm und New York, er erzählt von der Rettung und vom Fluch des Überlebens. Art Spiegelman hat diese Geschichte aufgezeichnet, indem er das Unaussprechliche Tieren in den Mund legt: Die Juden sind Mäuse, die Deutschen Katzen."

Zur Handlung: Als junger Mann ist Wladek Spiegelman sehr gutaussehend und viele Frauen sind an ihm interessiert. Allerdings verliebt er sich in ein eher unscheinbares Mädchen vom Lande - Anja - und heiratet damit in eine wohlhabende Familie ein. Er wird von den Polen an die Front gegen Deutschland geschickt, doch Polen wird schnell überrannt. Wladek findet jedoch den Weg immer wieder zu seiner geliebten Anja zurück.

Zeitgleich erleben wir Wladek in der Jetzt-Zeit, während sein Sohn Art diese Geschichte von ihm erfährt und aufzeichnet. Nun sehen wir einen sehr störrischen alten Mann mit Macken, der inzwischen in Amerika lebt. Damit sehen wir auch, was so viele Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs immer noch an Trauma übrig ist in diesen Familien.

Ich wollte diesen Comic schon so lange lesen, habe ihn sogar schon mal begonnen gehabt, aber es dann irgendwie nicht geschafft, eh er in die Bibliothek zurückmusste. Diesmal hat mir die Krise aber ausreichend Zeit verschafft und der Magical Readathon den perfekten Grund. Ich bin sehr froh darüber, denn dieser Comic ist wirklich gut.

Natürlich sind wir mit Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg alle gut gesättigt. Aber ich finde es doch immer wieder spannend, mich mit Holokaust-Überlebenden zu beschäftigen. Und hier erfahren wir die Geschichte von gleich zwei solchen Menschen, denn beide Eltern von Art überlebten Auschwitz und alles, was davor kam. Als junger Mann ist Wladek in dieser Geschichte sehr patent, sehr rational und ein guter Problemlöser. Er will aber auch den Menschen um sich herum helfen. Er ist in vielen Dingen pragmatisch und kann gut abschätzen, wie die weiteren Entwicklungen verlaufen werden. Nicht nur deswegen hat er vermutlich diesen Krieg überhaupt überstanden.

Dabei werden vor allem am Anfang Dinge beleuchtet, von denen ich noch nicht so viel wusste. Gerade das Thema Front zwischen Polen und Deutschland wurde bei uns in Geschichte immer sehr schnell abgetan. Auch fand ich es sehr interessant, dass die Kriegsgefangenen in dieser frühen Phase nach einer Weile einfach wieder nach Hause geschickt wurden. Später im Krieg war das sicherlich ganz anders. 

Es ist auch immer spannend die individuellen Wege zu sehen, denn wirklich jede dieser Geschichten ist ganz anders. Und es passieren natürlich so viele schreckliche Dinge auf dem Weg. Die vielen Wendungen immer wieder sind faszinierend, und man bekommt ein Gespür dafür, was für das Überleben in dieser Situation alles notwendig war.

Was mir aber besonders gut gefallen hat, war die Einbettung der Geschichte. So zeichnete Art Spiegelman immer wieder auch Teile der Interviewsituation, in die er die einzelnen Kapitel rahmt. Dabei sehen wir die schwierige Familiensituation, die sich nun Jahre später ergeben hat. So hat sich Anja, Arts Mutter, inzwischen selbst getötet. Wladek ist ein alter Mann, der sturr ist und kein gutes Verhältnis zu seinem Sohn Art oder seiner neuen Ehefrau hat, die selbst auch eine Holokaust-Überlebende ist.

Man sieht dabei, dass es sich um einen ganz normalen und fehlerbehafteten Menschen handelt. Gerade am Ende des Buches werden auch rassistische Züge bei ihm deutlich. Und dennoch weiß man die ganze Zeit beim Lesen, dass trotzdem niemand jemals so etwas verdient, wie Wladek und Anja erlebt haben. Und diesen Kontrast und auch das konfliktreiche Gefühl, dass Art mit seinem Vater verbindet, ist so ehrlich portraittiert. Das hat es nochmal viel besser gemacht.

Als Kritikpunkt kann ich nur anbringen, dass ich bei Comics und Graphic Novels dann doch nie das Gleiche fühle wie bei klassischen Romanen. Ich fühle mich doch irgendwie immer mehr auf Distanz. Und für alle die, die sehr gern solche Formate lesen: der Comic ist sehr stark textfokussiert. Obwohl es viele Bilder gibt, gibt es doch auch sehr viel Text im Vergleich mit anderen Comics. Das mag einigen nicht so gut gefallen.

Alles in allem kann ich dieses Buch also nur empfehlen, wenn ihr euch für das Thema interessiert. Wenn ihr es allerdings bereits ausgelutscht findet, ist es eher nicht das Richtige. Ich habe das Gefühl, ich habe nochmal einiges über Geschichte und einiges über Menschen generell gelernt. Und es ist außerdem auch ganz ungewöhnlich anzusehen mit den Tiermetaphern.

Kennt ihr das Buch und wie steht ihr so dazu?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Sonntag, 29. Dezember 2019

The Giver - Graphic Novel

Hallo meine Comic-Freunde,

ich möchte euch heute kurz von einem alten Favoriten von mir berichten, den es seit diesem Jahr im neuen Gewand zu entdecken gibt. Ich möchte mich nicht allzu viel wiederholen, deswegen verlinke ich euch hier einfach die originale Rezension, die ich bereits vor 6 Jahren geschrieben habe, aber auch damals war es schon ein Reread. 

Die Fakten:
  • Autor: Lois Lowry
  • Illustrator: P. Craig Russell
  • Titel: The Giver - Graphic Novel
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: Houghton Mifflin Harcourt
  • Seiten: 176
  • Preis: 15,99 Euro
  • Klappentext: "In this new graphic novel edition, readers experience the haunting story of twelve-year-old Jonas and his seemingly ideal, if colorless, world of conformity and contentment, through the brilliant art of P. Craig Russell that truly brings The Giver to life.
    Witness Jonas's assignment as the Receiver of Memory, watch as he begins to understand the dark secrets behind his fragile community, and follow the explosion of color into his world like never before."

Zur Handlung: Jonas lebt in einer Welt der Sameness: es gibt kein schlechtes Wetter, keine Krankheiten, keine Gewalt und keine Liebe. Er steht kurz davor seinen Beruf bzw. seine Berufung zugeschrieben zu werden, doch er ist nervös, da er bisher nicht das Gefühl hat etwas besonders gut zu können.

Am Tage der Zeremonie scheint Jonas dann gar vergessen zu werden, was noch nie vorgekommen ist. Doch als Jonas schließlich doch noch aufgerufen wird, erhält er eine Aufgabe, die sein ganzes Leben, seine ganze Welt und seine Community für immer verändern wird.

Die grafische Form zu diesem Lieblingsbuch von mir hat mir sehr gut gefallen. Es ist nun schon ein Weilchen her, dass ich sie laß. Ich erinnere mich aber gut, dass ich anfangs skeptisch war, denn einige Aspekte der Sameness sind graphisch viel einfach zu durchschauen als im Buch, hauptsächlich, dass es in dieser Welt auch keine Farbe mehr gibt.

Anhand eines Apfels und des Haars einer Freundin erlebt Jonas das erste Mal, dass er Dinge sehen kann, die andere nicht sehen. Ich war unsicher, inwieweit so die graphische Form bereits zu viel verrät. Allerdings bietet sich sie natürlich auch die Möglichkeit, Jonas' Entwicklung auch optisch zu betonen, indem immer mehr Farben aufgenommen werden. Das hat meiner Meinung nach meine Skepsis zunichte gemacht und dafür gesorgt, dass der Graphik Novel ebenso wie das Buch ein besonderes Erlebnis ist.

Auch gibt es in den Erinnerungen des Giver, die eine sehr große wichtige Rolle spielen, einige sehr schwere Szenen. Ich war nicht sicher, ob diese in ihrer Wirkung unterschiedlich sind je nach Darstellungsform. Allerdings muss ich auch hier sagen, dass mich die graphische Darstellung genauso berühren konnte wie schon so oft zuvor der Text, und ich hatte einige Male Tränen in den Augen.

Ich war auch überrascht, wie wortwörtlich sich der Graphic Novel sich an die Vorlage hält. Da das Buch sehr kurz ist, mussten hier offensichtlich auch nicht groß Abstriche gemacht werden. Und ich mag den Zeichenstil, der meiner Meinung nach perfekt zur Geschichte passt.

Alles in allem fand ich diese graphische Version einer meiner Lieblingsgeschichten also sehr gelungen. Für alle, die sich mit dem Lesen schwer tun, kann das vielleicht dafür sorgen, dass sie diese Geschichte kennen lernen. Und alle, die die Geschichte eh schon lieben, können sich beim Blättern vielleicht daran erinnern. Ich bin froh, dass ich dieses Buch verschenkt habe und damit diese Geschichte weiter teilen konnte.

Kennt ihr die Geschichte oder gar schon den Graphic Novel? Wie steht ihr zu solchen gezeichneten Neuauflagen von altbekannten Büchern?

Dies war der letzte Post für dieses Jahr und wir wünschen euch einen guten Rutsch und ein tolles Jahr 2020!

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Sonntag, 27. Oktober 2019

Monstress - The Chosen - Scaralong

Hallo meine Monsterfreunde,

endlich geht es weiter mit der einzigen Comic-Reihe, die ich aktiv verfolge: Monstress. Inzwischen sind wir beim vierten Sammelband angekommen. Letztes Jahr hatte ich die ersten drei Bände zusammen gelesen, diesmal bin ich direkt in den vierten eingestiegen. Dadurch fehlt manchmal ein bisschen die Erinnerung an Kleinigkeiten, aber im Großen und Ganzen ging das gut.

Die Fakten:
  • Autor: Marjorie Liu und Sana Takeda
  • Titel: Monstress Vol. 4 - The Chosen
  • Reihe: Monstress 4
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: Image Comics
  • Seiten: 167
  • Preis: 16,59 Euro
  • Klappentext: "A new war between humans and Arcanics is bubbling to the surface. A rift in the sky has revealed the devastating potential of the long-imprisoned Monstra. And Maika Halfwolf is at the center of it all. In this fourth volume of Monstress, collecting issues 19-24, Maika comes closer than ever to the answers she's long sought - but those answers carry a steep price. As her friends and allies reveal long-held secrets and shifting allegiances, Maika finds herself at the mercy of the Lord Doctor, a charismatic demagogue whose connections to Maika and Zinn run deeper than anyone could have imagined."
Zur Handlung: Nachdem unser Trio am Ende der dritten Volume getrennt wurden, kämpft nun erstmal jeder für sich. Während Kippa ihren Entführern entkommt und auf einen Dracul trifft, befindet sich Maika nach einigen Turbulenzen in den Fängen des Mannes, mit dem sie am wenigsten auf der Welt zu tun haben will: ihrem Vater.

Maika erfährt von seinen Plänen und Machenschaften. Während sie dafür plädiert, sich auf einen Kampf mit den Monstra einzustellen, planen andere einen neuen Krieg gegen die Menschen und ihre Hexen. Auch Zinn spielt in diesen Plänen eine Rolle, doch Maika kann dies nicht herausfinden.

Nach dem Cliffhanger am Ende des dritten Teils wollte ich unbedingt wissen, was mit Kippa geschieht. Sie ist mein Lieblingscharakter und ich hatte wirklich Angst, dass ihr etwas Schlimmes passiert. Deswegen habe ich auch nicht nochmal die ersten drei Teile gelesen, sondern direkt diesen vierten. Mir war noch recht gut in Erinnerung, was zuletzt passiert war.

Dennoch hat diese Reihe eine sehr hohe Informationsdichte und sehr viele Charaktere. Dabei wird alles noch etwas komplizierter, weil einige Charaktere gar nicht sie selbst sind, sondern nur die Hülle für einen Alten Gott oder ähnliches. Das kann beim Lesen dann schon mal zu Verwirrung führen. Es lohnt sich also, alle Bände auch hintereinander zu lesen, um nichts zu verpassen.

Wie in jedem Teil erfahren wir nun wieder mehr über Maikas Herkunft. Wir erfahren auch, dass ihr Vater ebenfalls Bekanntschaft mit Zinn gemacht hat. Ich fand es ein bisschen schade, dass Zinn diesmal fast keine Rolle spielt. Die inneren Gespräche zwischen Maika und Zinn fand ich immer faszinierend, aber in diesem Teil ist er etwas außer Gefächt gesetzt.

Neu ist auch die sehr hasserfüllte Ehe zwischen der Baronin und der Warlord. Manchmal fand ich diese Stellen aber ein bisschen schwierig zu verstehen. Von den Bildern her gibt es da allerdings einiges zu sehen und ich bin gespannt, wie diese Beziehung weitergeht, vor allem, wenn Maika irgendwann auf die Baronin trifft.

Alles in allem habe ich das Gefühl, dass ich von diesem vierten Teil bekommen habe, was von den anderen drei Bänden zu erwarten war. Es gibt ein bisschen weniger Zinn, aber immer noch viele Intrigen, Verbindungen und Blut und Totschlag. Wer also die Reihe weiterverfolgen möchte, wird da eher nicht enttäuscht sein. Es endet allerdings diesmal nicht mit so einen starken Cliffhanger wie Band drei. Nach wie vor finde ich, ist der Zeichenstil das Beste an dieser Reihe.

Wie steht ihr zu dieser Comicreihe? Genießt ihr auch den Zeichenstil oder ärgert euch die verwirrende Erzählweise?

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:

Mittwoch, 12. Juni 2019

Kleine Katze Chi 3

Hallo meine Manga-Freunde,

heute darf mein Crazy Catlady Herz mal wieder höher schlagen, denn ich möchte euch mal wieder einen Band dieses super niedlichen Manga vorstellen. Inzwischen bin ich zu Band drei vorgedrungen. Die Bände bekomme ich immer von der lieben Blue geschenkt, was ich ganz toll finde. 

Die Fakten:
  • Autor: Konami Kanata
  • Titel: Kleine Katze Chi 3
  • Reihe: Kleine Katze Chi (3)
  • Erschienen: 2014
  • Verlag: Carlsen
  • Seiten: 144
  • Preis: 9,95 Euro
  • Klappentext: "Chi hat sich wunderbar eingelebt bei Familie Yamada. Sie tut das, was alle kleinen Kätzchen tun, und ist extrem unternehmungslustig. Immer wieder schlüpft sie heimlich zur Terassentür hinaus und geht mit dem schwarzen Kater auf Entdeckungstour. Nur nicht erwischen lassen - denn die Hauswirtin sieht (fast) alles!"

Zur Handlung: Chi hatte Glück, dass sie von Familie Yamada gefunden und adoptiert hatte. Schnell haben die drei Menschen, vor allem das Kind der Familie, die kleine Katze ins Herz geschlossen. Auch Chi ist sehr glücklich, kommt aber langsam auch in eine rebellische Phase. Da passt es ihr gut, dass ein großer Kater aus der Nachbarschaft ihr zeigt, wie das Leben als Katze funktioniert.

Doch Chi ahnt nicht, dass ihr Glück auf Messers Schneide steht, denn die Hauswirtin von Familie Yamada hasst Katzen. Sie möchte solche Störenfriede nicht im Haus. Darum muss Chi unbedingt ein Geheimnis bleiben, denn einen Umzug können sich die Yamadas nicht leisten. Als schließlich eine befreundete Familie vom Land vorbeikommt, wird es vielleicht Zeit, sich zu verabschieden...

Diese kleine Manga-Reihe ist für alle Altersgruppen geeignet, vor allem aber für Kinder. Anders als bei anderen Manga-Übersetzungen wird hier die "Rückwärts"-Lesweise nicht beibehalten, sondern das Buch wird "westlich" gedruckt. Dadurch ist es für Kinder leichter zu konsumieren. Außerdem ist die Handlung in kleine Episoden aufgeteilt, die auch Personen mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne genießen können. Die Handlung hat aber auch einen Gesamtbogen und erschöpft sich nicht in den Episoden.

In diesem dritten Teil geht es nun mehr darum, was es bedeutet, eine Katze zu sein. So wird diskutiert, dass es für Kätzchen nicht gut ist, wenn sie keinen Freilauf haben. Chi hat außerdem viel zu lernen, da sie so früh von ihrer Mutter getrennt wurde. Sie entdeckt das Jagen und Schleichen, aber auch Stehlen und Blödsinnmachen. Dabei fiebert man immer ein bisschen mit ihr und hofft, dass schließlich alles gut ausgeht.

Es geht aber auch um die Frage, ob Familie Yamada gut für Chi sorgen kann, wenn sie ein Geheimnis bleiben muss. Die beiden Eltern beschäftigen sich immer mehr mit der Frage und finden sogar ein geeignetes Heim für Chi. Gerade das Kleinkind der Familie ist aber dagegen, denn schließlich haben alle Chi so sehr lieb, dass sie sie nicht hergeben möchten. Da gab es dann sogar ein paar sehr traurige Szenen, bei denen ich (da meine Katze ja gerade erst verstorben ist) dann sogar weinen musste.

Ganz generell macht diese Reihe einfach unglaublich Spaß, wenn man Katzen liebt. Alle Hauptcharaktere sind sehr sympathisch und man kann ihre Gefühle und Beweggründe gut verstehen. Der Zeichenstil ist sehr klar und angenehm. Ich kann der Handlung immer super folgen. Und die Qualität der einzelnen Bände ist auch gleichbleibend, was ich angenehm finde. 

Wenn ihr also Lust darauf habt, empfehle ich diese Reihe gern weiter. 

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung: