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Mittwoch, 24. Dezember 2025

Katzen lieben Weihnachten


Hallo meine Lieblingsleser,

dieses Jahr war es absolut still hier, vor allem aus Zeitgründen. Die Prioritäten verschieben sich einfach Jahr für Jahr. Aber wenigstens diesen einen Post wollte ich zu Ende bringen. Dieses Büchlein hatte ich letztes Jahr geschenkt bekommen. Das Cover sieht für mich nicht so vielversprechend aus, aber ich hatte Hoffnung, dass die Geschichten deutlich besser sind. Schließlich soll man Bücher nicht nach dem Cover bewerten.

Zunächst gehe ich auf die einzelnen Geschichten ein und dann gibt es mein Fazit! 

 

  • Hoch hinauf von Carsten Henn

Diese Geschichte hat mich direkt berührt, denn sie erzählt von einem älteren Ehepaar und seiner Katze. Die Ehemann findet die Katze nervig, die Frau liebt sie aber sehr. Jedes Jahr am 2. Weihnachtsfeiertag erklimmt die Katze den Weihnachtsbaum und traut sich dann nicht mehr runter, bis der Ehemann sie mit der Leiter rettet. Doch eines Tages schafft es der alte Kater nicht mehr den Baum hoch. Ich gebe der Geschichte 5 Sterne, sehr niedlich. 

  • Sieben Leben von Franziska Wolffheim

Auch hier geht es um eine ältere Dame und ihre Katze. Die Frau ist im Moment in einer Lebensphase, in der ihr viele Dinge verschwinden. Zu Weihnachten ist dann auch die Katze weg. Mit letzter Hoffnung geht die Frau ins Tierheim, findet dort eine Katze, die ihrer auch zum Verwechseln ähnlich sieht und sich erstaunlich gut in der Wohnung auskennt. Aber sie hat auch eine Überraschung parat. Eine niedliche Geschichte, ich gebe ihr 4 Sterne. 

  • Unterm Holunderbaum von Petra Busch

Diese Geschichte befasst sich mit den Raunächten. Eine ältere Frau lebt in einem Haus am Ortsrand. Die Geschichte ist aus der ersten Person ihrer Katze erzählt. Auch diese Frau wird immer verwirrter und vergesslicher, sodass sie in diesem Jahr ihre üblichen Rituale für die Raunächte nicht durchgeführt hat. Die Katze hat nun Angst, dass das ihr Ende bedeutet. Ich fand die Geschichte interessant, auch 4 Sterne. 

  • Miau-ry Christmas von Theresa Prammer

In dieser Geschichte haben wir eine starke Inspiration von Charles Dickens Weihnachtsgeschichte. Eine snobische Katze verliert seine Herrin und wird von deren Nichte und Familie adoptiert. Allerdings genügt nichts ihren Ansprüchen. Auch hier folgen wir in der ersten Person der Katze. Drei Geister erscheinen und stimmen die Katze um. Hier hatte ich mir etwas mehr erhofft, aber trotzdem eine niedliche Idee. 4 Sterne. 

  • Flosse 1903 von Claire Beyer

In einer Fischerfamilie gibt es eine langstehende Tradition mit Katzen hinaus auf See zu fahren. Die Katze Flosse erfüllt ihren Job jeden Tag. Als zu Weihnachten ein Kunde sich über die Katze bei den frischen Fischen beschwert, wird ihm der Ursprung dieser Katzentradition erklärt. Ich mochte die Idee und das Gefühl der rauen See. Ich gebe der Geschichte 4 Sterne. 

  • Kurisumasu von Christian Schnalke

Diese Geschichte handelt von einem Winter in Japan, von einem Pärchen und der Glückskatze, die es zu besuchen pflegte. Ich fand es schön, dass nicht nur klassische deutsche Weihnachten hier portraytiert werden, aber die Geschichte war mir ein kleines bisschen zu lang und ich hätte mir den Schreibstil ein bisschen weniger umgangssprachlich gewünscht. Ich gebe ihr 4 Sterne. 

  • Tom und Pina oder späte Liebe von Petra Kleinert 

In dieser Geschichte reist ein alter österreichischer Kater mit seinen Menschen nach Berlin und trifft dort auf eine Streunerin, in die er sich verguckt. Als diese sich verletzt, muss er seine Menschen auf das Kätzchen aufmerksam machen. Ganz niedlich, 4 Sterne. 

  • Der Birkenfreund von Gabriela Jaskulla

In dieser Geschichte geht es um eine Familie, die in den Osten, nach Brandenburg, zieht, wo sich die Familienkatze in eine große Birke verliebt. Allerdings ist der Baum krank und muss irgendwann gefällt werden. Ich fand die Geschichte in Ordnung, aber auch ein bisschen seltsam. Besonder komisch fand ich, dass die Katze in der Geschichte zunächst als schwarz und dann als grau beschrieben wird. Auch wechselt der Name der Ehefrau in der Familie zwischen zwei Varianten hinterher. Ich gebe der Geschichte 3 Sterne. 

  • Feliz Navidad, Killer-Kitty! von Tatjana Kruse

An dieser Geschichte mag ich, dass sie in eine ganz andere, wenig besinnliche Richtung geht. Eine Frau wird von ihrer Freundin überrumpelt und zum Katzendienst über die Feiertage verdonnert. Doch die fünf Katzen, die nun in ihrer Obhut sind, haben es auf sie abgesehen. Ich gebe der Geschichte 4 Sterne. 

  • Parmenides' Weihnachtswunder von Roberta Gregorio

Diese Geschichte spielt in Italien und handelt von einer Frau, der eine Katze zugelaufen ist. Der charismatische Kater Parmenides ist sehr glücklich mit seinem neuen Frauchen und Zuhause. Besonders fällt ihm ihre Liebe für Weihnachten auf und er würde alles tun, um sie zu beschützen. Die Geschichte ist ein bisschen tragisch, also Vorsicht, aber ich fand sie gut. 4 Sterne.

  • Die Katzenschule von Pellestrina von Dorette Deutsch

Mit dieser Geschichte konnte ich leider nichts anfangen. Aus der Sicht einer Katze erfahren wir von ihren Plänen Frieden zwischen Tieren und Menschen herzustellen. Ich gebe der Geschichte 2 Sterne. 

  • Katzenjammer von Renée Legrand

Auch diese Geschichte fand ich ein bisschen seltsam. Erstmal sind es zu viele verschiedene Charaktere für eine Kurzgeschichte, dann enthält sie eine ganz seltsame Insta-Love-Beziehung, und überhaupt war es nicht so meins. Es geht um eine Nachbarschaft, in der fünf Katzen auf einmal verschwinden. Auch hier wird es für die Katzen etwas tragisch. Ich gebe ihr 3 Sterne. 

  • Mimou macht Mau von SabineTrinkaus 

In dieser letzten Geschichte folgen wir einer Katzenhasserin, die dann aber die Kindheitskatze ihres geliebten Partners in ihrer Wohnung dulden muss. Allerdings scheint es, als könnten sie unverhoffte Verbündete werden. Ja, nicht meins, wenn es auch ein guter Ansatz war. Ich gebe der Geschichte 3 Sterne. 

Insgesamt fand ich die erste Hälfte des Buches bedeutend besser als die zweite. Hier hat man sich vielleicht ein bisschen mehr Abwechslung getraut, aber die ersten Geschichten hatten für mich mehr Herz. Allerdings ist die Mischung der Geschichten auch gut gewählt, es werden sehr verschiedene Ansätze für Katzen zu Weihnachten aufgegriffen. Hier würde ich also sagen, das Buch nicht nach dem Cover bewerten. :D

Nun wünsche ich euch ein frohes Fest und einen guten Start in 2026. Ob wir uns hier wiedersehen, wer weiß. Aber ihr findet mich auf jeden Fall weiter auf meinem Youtube-Kanal, wo ich über meine Bücher rede.

Bis bald,
Eure Kitty Retro

 

 

Meine Bewertung: 




 

Samstag, 29. Juni 2024

The Tangleroot Palace


Hallo meine Lieblingsleser,

ein Buch, das ich letztes Jahr beim Buchwichteln bekommen habe, möchte ich euch heute vorstellen. Es ist eine Sammlung von Kurzgeschichten von der Autorin der Monstress Comics, die ich liebe. Diese Geschichte sind in den letzten ca. 10 Jahren geschrieben wurden und nun hier gemeinsam veröffentlicht. Ich war sehr gespannt, wie die Autorin Geschichten nicht grafisch, sondern nur mit Text erzählt.

Die Fakten:

  • Autor: Marjorie Liu
  • Titel: The Tangleroot Palace
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Tachyon Publications
  • Seiten: 239
  • Preis: 11,40 Euro
  • Klappentext: "New York Times bestselling author Marjorie Liu (Monstress) leads you deep into the heart of the tangled woods. In her dark, romantic, and spellbinding short fiction you will find dangerous magic and even more dangerous women: a body-stealing sorceress, a bone-collecting apprentice-witch, a princess-turned-actress, and a warrior protecting China from her jealous ex. Concluding with a gorgeous full-length novella, Liu's short fiction collection is an unflinching sojourn into her thorny tales of love, revenge, and new beginnings."

Nun zunächst zu den einzelnen Geschichten, bevor mein Gesamtfazit kommt:

  • Sympathy for the Bones

In dieser etwa 20 Seiten langen Geschichte folgen wir einer jungen Frau, die für eine alte Frau arbeitet, die Woodoo-Puppen und -Zauber herstellt. Wir sehen, wie diese Puppen dazu dienen, Männer zu bestrafen und aus dem Weg zu räumen. Dabei scheint unsere Erzählerin aber Geheimnisse zu haben und ihre ganz eigenen Pläne zu verfolgen. Ich hatte am Anfang einige Probleme mit der Sprache, und ich weiß auch nicht ganz, wie ich die Verwendung von Woodoo hier finde, aber am Ende hatte die Geschichte eine faszinierende Atmosphäre. Ich gebe ihr 4 Sterne.

  • The Briar and the Rose

Diese Geschichte kenne ich tatsächlich schon aus einer anderen Geschichtensammlung, aber ich habe extra nicht geschaut, wie ich die Geschichte vor Jahren empfunden habe.  Die Geschichte ist etwa 30 Seiten lang und wir folgen eine Duellistin, die angeheuert wurde um eine wunderschöne Kurtisane zu beschützen. Allerdings hat letztere ein dunkles Geheimnis, und unsere Hauptfigur ist ihr auf die Schliche gekommen. Diese Geschichte ist inspiriert von Dornröschen und versucht diese Geschichte so neu zu erzählen, dass Frauen in ihr Macht haben. Tatsächlich spielen auch die Männer hier kaum eine Rolle. Ich finde die Geschichte großartig und gebe ihr 5 Sterne. Beim ersten Lesen hatte ich ihr nur 4 Sterne gegeben, aber so ändert sich der Geschmack eben.

  • The Light and the Fury

In dieser etwa 25 Seiten langen Geschichte geht es um eine Frau, die besondere Fähigkeiten hat. Mit diesen hat sie lange ihrem Land geholfen, bis die feindlichen Briten mit Experimenten begonnen haben, um ihre eigenen Super-Soldaten zu kreieren. Man wird hier ziemlich hineingeworfen, ohne dass man wirklich weiß, worum es eigentlich geht. Man muss einfach mitgehen und abwarten, ob es sich schließlich erklärt. Dabei steht im Zentrum eine Freundschaft von zwei Frauen, die an Eifersucht scheitert, und das in einer Welt mit viel Magie und Gewalt. Ich gebe ihr 4 Sterne.

  • The Last Dignity of Man

Diese etwa 30 lange Geschichte erzählt uns von Alexander Lutheran, der in seinem Kopf Lex Luther heißt. Er ist der Chef einer Gentechnik-Firma, die an geheimen Projekten für die US-Regierung arbeitet. Nachts sucht er jedoch nach seinem Clark Kent. Er trifft in einer Mittagspause einen wohnungslosen Mann, der sein Leben verändert. Ich mochte diese Geschichte, auch wenn sie ziemlich wild ist. Ich gebe ihr 4 Sterne. 

  • Where the Heart Lives 

In dieser Geschichte, die auch etwa 30 Seiten lang ist, hören wir die Geschichte von einem Mädchen, das von seiner Familie sehr lieblos weggeschickt wird und bei sonderbaren Menschen tief in einem unheimlichen Wald ein Zuhause findet. Die Geschichte fühlt sich definitiv wie ein Märchen an, und sie ist mit einer Buchreihe verknüpft, die die Autorin geschrieben hat. Allerdings funktioniert die Geschichte auch sehr gut, wenn man die Reihe nicht kennt. Ich gebe ihr für die wunderbar dunklen Märchenvibes 5 Sterne.

  • After the Blood 

Diese Geschichte ist etwa 45 Seiten lang und erzählt von einer dystopischen Welt, in der eine Pandemie den Großteil der Menschheit getötet hat. Nun sind die Amish diejenigen, die Communities anführen, weil sie noch wissen, wie man ohne Technologie überlebt. Wir treffen auf eine Frau, die ihren Hof und ihre Katzen nachts gegen seltsame Monster verteidigt, bis eines Nachts zwei Männer bei ihr auftauchen und Unterschlupf suchen. Ich fand leider, dass viel zu viel der Geschichte unklar war, und bis zum Ende keine wirklichen Erklärungen folgten. Daher gebe ich 3 Sterne.

  • Tangleroot Palace 

Diese titelgebende ist die längste in der Sammlung mit etwa 60 Seiten. Wir folgen Prinzessin Salinda, die von ihrem Vater an einen gefährlichen Warlord verheiratet werden soll. Doch diese Prinzessin wird nicht einfach ihr Schicksal still ertragen, sie flieht und sucht einen Weg zum verzauberten Wald, wo eine träumende Königin ihr vielleicht helfen kann. Auf dem Weg trifft sie einen mysteriösen Schausteller, der ihr nicht aus dem Kopf gehen wird. Ich mochte diese Geschichte sehr, in Teilen hat sie mich an den Stil von T Kingfisher erinnert, was ich liebe, und daher gebe ich ihr 5 Sterne.

Insgesamt kann ich diese Geschichtensammlung empfehlen, wenn ihr auch gern dunkle Märchen mit einem aufregenden Twist lest. Hier wird viel aus einer feministischen Perspektive geschrieben, was mir sehr zusagt. Außerdem gibt es auch Geschichten, die nicht so märchenhaft sind und die Sammlung dadurch abwechslungsreich machen. Wenn euch gefällt, was in Monstress gemacht wird, ihr den Comic aber etwas zu verwirrend findet, werdet ihr mit den meisten Geschichten hier garantiert Freude haben.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Donnerstag, 29. Februar 2024

Out There Screaming


Hallo meine Horrorleser,

heute möchte ich euch eine Geschichtensammlung vorstellen, die verschiedene Horrorgeschichten von Schwarzen Autoren zusammenträgt. Dabei waren viele Namen dabei, die mich direkt haben aufhorchen lassen. Und bei Horror bin ich ja sowieso gleich interessiert.

Die Fakten:

  • Editor: Jordan Peele
  • Titel: Out There Screaming
  • Erschienen: 2023
  • Verlag: Picador
  • Seiten: 369
  • Preis: 23,82 Euro
  • Klappentext: "A cop begins seeing huge, blinking eyes in place of the headlights of cars that tell him who to pull over. Two freedom riders take a bus that leaves them stranded on a lonely road in Alabama, where several unsettling somethings await them. A young girl dives into the watery depths in search of the demon that killed her parents. Here you'll find monster-hunters fighting monsters, humanoid AIs fighting for their rights and an Igbo woman standing up to a powerful spirit."

Zu den einzelnen Geschichten:

  • Reckless Eyeballing von N K Jemisin

Diese erste Geschichte von einer meiner Lieblingsautorinnen ist knapp unter 20 Seiten lang und ziemlich eklig. Wir folgen einem Schwarzen Polizisten, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Übeltäter zu bestrafen. Dabei handelt er nicht immer innerhalb der Linien des Gesetzes. Eines Tages beginnt er dann auffällige Augen zu sehen, und in seinem Versuch herauszufinden, was diese bedeuten, gerät sein Leben auf eine ganz neue Bahn. Ich gebe der Geschichte 4 Sterne, nicht so sehr gruslig, als einfach sehr abstoßend.

  • Eye & Tooth von Rebecca Roanhorse

Die Bücher von Rebecca Roanhorse will ich schon ewig lesen, wenn sie doch endlich mal eine Reihe zu Ende schreiben würde. Daher habe ich mich sehr auf ihre Geschichte gefreut. Sie ist auch knapp unter 20 Seiten lang und erzählt von zwei Geschwistern, die Monster jagen. Sie werden zu einer entlegenen Ranch in Texas gerufen, wo etwas im Kornfeld auf der Jagd ist. Es war eine schöne kleine Gruselgeschichte mit einem guten Twist am Ende, ich gebe auch hier 4 Sterne.

  • Wandering Devil von Cadwell Turnbull

Auch die Bücher von Cadwell Turnbull sind auf meiner Wunschliste, und ich war gespannt auf diese Geschichte. Wir folgen einem Mann, der einer Familie von rastlosen Wanderern entspannt. Aufgewachsen bei der Großmutter macht er sich eines Tages auf den Weg die USA zu erkunden. Inzwischen lebt er in einer Stadt, in der er sich in eine Frau verliebt hat, die bereit ist mit ihm ein Leben zu starten, aber er weiß nicht, ob er bleiben kann oder die Wanderlust ihn wieder packt. Leider war diese Geschichte ziemlich langweilig, wenn auch gut geschrieben. Horror war es für mich nicht. Ich gebe ihr 3 Sterne.

  • Invasion of the Baby Snatchers von Lesley Nneka Arimah

Von dieser Autorin hatte ich bisher nicht gehört und war gespannt auf die Geschichte. Sie ist etwa 20 Seiten lang und setzt an dem Klischee der Alienschwangerschaft an, die mich direkt erstmal an die Sims erinnert hat (denn da können auch männliche Sims nach einer Entführung durch Aliens schwanger werden). Wir folgen einer Protagonistin, die genau solche Alienbabys jagt. Ich fand die Geschichte an sich spannend und kreativ, die Art, wie sie mit diesem Klischee spielt, aber am Ende zu offen. Ich gebe ihr 4 Sterne. Auch hier war für mich etwas wenig Horror und mehr Sci-Fi.

  • The Other One von Violet Allen

Diese Geschichte ist etwa 15 Seiten lang und wieder von einer Autorin, die ich bisher nicht kannte. Wir folgen Angela, die in ihrer Familie das weiße Schaf ist. Allerdings hat ihr Partner sie verlassen, und sie kommt nicht gut damit klar. Plötzlich schreibt ihr allerdings eine andere Frau von seiner Nummer und verlangt, dass sie vorbeikommt. Für Angela beginnt eine seltsame Nacht. Diese Geschichte war nicht wirklich für mich. Eifersucht und Herzschmerz sind für mich einfach keine sehr relevanten Themen, mit denen ich etwas anfangen kann. Daher gebe ich der Geschichte 3 Sterne.

  • Lasirén von Erin E Adams

Von dieser Autorin hatte ich schon ein Buch im Auge, habe allerdings den Namen nicht gleich erkannt, sondern es erst beim Googlen gesehen. Diese Geschichte ist unter 10 Seiten lang und folgt drei Schwestern auf Haiti, die von ihrer Mutter vor dem Meer und seltsamen Frauen darin gewarnt werden. Ich liebe Geschichten über Meerjungfrauen und Sirenen immer, vor allem wenn sie dunkel und gruslig sind. Auch hier war ich sehr begeistert, wie viel die Autorin auf den wenigen Seiten rüberbringt. Ich gebe der Geschichte 5 Sterne.

  • The Rider von Tananarive Due

Auf diese Geschichte war ich so gespannt, denn ich habe ein Buch der Autorin schon so ewig auf meiner Wunschliste und konnte es kaum erwarten ihren Schreibstil zu testen. Wir folgen zwei Schwestern, die sich in den 60er Jahren, während der Jim Crow-Ära in den USA, für die Bürgerrechtsbewegung engagieren. Sie wollen zu einer Demonstration mit dem Bus fahren, allerdings bekommen sie schon bei der Abfahrt ein schlechtes Gefühl. Sie sind die einzigen Reisenden in dem Bus, und nachdem sie eine Zeit eingeschlafen waren, scheinen sie nicht mehr auf der richtigen Strecke zu sein. Ich mochte diese Geschichte sehr, vor allem auch durch die Verortung in der Geschichte und die Frage, wer in dieser Geschichte das Monster ist. Ich gebe ich auch 5 Sterne.

  • The Aesthete von Justin C Key

Diese Geschichte ist mit 28 Seiten ziemlich lang für diese Sammlung. Von dem Autor hatte ich noch nicht gehört. Es ist eine Sci-Fi-Geschichte über künstliche Intelligenz, doch in dieser Welt werden die Roboter Art (also Kunst) genannt. Wir folgen einem männlichen Art, der recht jung seinen Creator verloren hat. Doch dann trifft er eine weibliche Art, die ihn an seinen Creator erinnert. Leider war diese Geschichte nicht für mich. Sie versucht etwas zu machen, aber das ist einfach kein Thema, was mich sehr interessiert. Es hat mich etwas an die beiden Kazuo Ishiguro-Bücher erinnert, die ich bisher gelesen habe: eine Mischung aus Klara and the Sun und Never Let Me Go. Ich gebe dieser Geschichte 3 Sterne.

  • Pressure von Ezra Claytan Daniels

Diese Geschichte, die mit etwa 15 Seiten wieder eher kurz ausfällt, ist in der zweiten Person geschrieben, was ich persönlich liebe, viele andere aber gar nicht mögen. Ich werde nie verstehen warum, weil für mich zieht es einen dann direkt mehr in die Geschichte hinein. Wir folgen einer mixed-race Person, die in einer weißen Familie großgeworden ist und diese Familie besuchen fährt. Dabei befinden wir uns scheinbar in einer Zeit, in der extreme Wetterverhältnisse noch viel häufiger geworden sind, sodass zum Beispiel Flugzeuge nun dauernd abstürzen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich für die Geschichte einfach ein bisschen zu blöd war, ich habs nicht wirklich verstanden. Ich mochte aber den Schreibstil sehr, also gebe ich 4 Sterne.

  • Dark Home von Nnedi Okorafor

Mit etwa 25 Seiten ist dies eine der längeren Geschichten in diesem Buch. Ich war sehr darauf gespannt, weil ich schon oft von Nnedi Okorafors Büchern gehört hatte. Wir folgen einer Frau, die gerade ihren Vater verloren hat, damit allerdings nicht gut zurecht kommt. Bei seiner Bestattung beschließt sie sich gegen die nigerianischen Traditionen ihrer Familie zu wenden und muss dann mit den Konsequenzen leben. Ihr amerikanisches Leben ist voller technischer Überwachung, doch selbst die kann ihr nun kein Gefühl von Sicherheit mehr vermitteln. Die Szene, wo sie im Auto feststeckt und über die Kamera in ihrem Haus nach ihrem Hund schaut - für alle Haustierbesitzer ein Alptraum. Auch so fand ich die Geschichte sehr spannend und auch schaurig. Ich gebe 4 Sterne.

  • Flicker von L D Lewis

Diese ca 15 Seiten lange Geschichte ist wieder ein schnellerer Lesesnack. Die Autorin kannte ich vorher nicht, aber ich hatte gehört, dass einige Leute diese Geschichte sehr toll fanden. Wir folgen einer jungen Frau, die sehr schlechte Sicht hat und deren Bruder ein Augenarzt ist. An einem normal scheinenden Tag verschwindet für 21 Sekunden für alle Menschen die Sicht - die Welt wird einfach dunkel - und dann stürzt alles in Chaos. Mir war das Ende etwas so abrupt und offen in einer Art, aber es ist schon eine gruslige Vorstellung. Ich gebe 4 Sterne.

  • The Most Strongest Obeah Woman of the World von Nalo Hopkinson

Auch diese Geschichte ist wieder über 25 Seiten lang und damit eine der längeren in diesem Band. Die Autorin kannte ich bisher nicht, aber es fand es spannend, dass wir hier auf karibische Inspiration aufbauen. Die Sprache ist hier auch mit dem Akzent geschrieben, was für Nichtmuttersprachler vielleicht etwas herausfordernd ist, aber bestimmte gerade im Hörbuch toll funktioniert. Wir folgen einem jungen Mädchen, das sich an einer Meereskreatur rächen möchte, die ihre Eltern getötet hat, aber dann eine seltsame Verbindung mit dem Wesen eingeht. Es hat dadurch ein starkes Body-Horror-Element. Für mich war das eher eine traurige Geschichte, da das Wesen sehr wie ein Tintenfisch geschrieben ist, und ich mag es einfach nicht, wenn diese für Horror verwendet werden. Ich gebe der Geschichte trotzdem 4 Sterne, weil sie gut geschrieben war. 

  • The Norwood Trouble von Maurice Broaddus

 Diese Geschichte mit etwa 15 Seiten folgt einem Mädchen, dass in einer Schwarzen Community in Indianapolis lebt. Die Geschichte ist eher historisch und spielt kurz nach dem Bürgerkrieg in den USA. Der Horror hier liegt vor allem in der Geschichte des Kukluxklans und den schrecklichen Verbrechen, die diese begangen haben. Doch in dieser Geschichte schlägt ein kleines Mädchen vielleicht zurück. Ich fand den Schreibstil etwas verwirrend und gebe 4 Sterne.

  • A Grief of the Dead von Rion Amilcar Scott

Diese Geschichte war auch wieder über 25 Seiten lang und leider gar nicht für mich. Es gibt ja einfach unterschiedliche Arten von Horror, und ich bin nicht von allen davon überzeugt. Hier haben wir im Kern eine Zombie-Geschichte, auch wenn viel anderes drumherum passiert. Und es gibt sehr wenige Zombie-Geschichten, die ich mag. Diese Geschichte habe ich tatsächlich über mehrere Tage gelesen, weil es einfach nicht geklickt hat. Es kommen auch noch Riesenvögel vor, die mich an eine Szene in Es erinnert haben. Insgesamt gebe ich 3 Sterne.

  • A Bird Sings by the Etching Tree von Nicole D Sconiers

In dieser etwa 20 Seiten langen Geschichte geht es um Autounfälle. Wir folgen einer Protagonistin, die in den 1990er Jahren bei einem Unfall ums Leben kommt und nun den Straßenabschnitt, auf dem es passiert ist, bespukt. Als an der gleichen Stelle ein anderes Mädchen bei einem Unfall stirbt, finden sie beiden Geistern zusammen und beginnen ein tödliches Spiel. Die Geschichte war auch nicht so richtig für mich, vielleicht auch weil mir für das Thema Straßenverkehr dann doch einige Vokabeln fehlen. Ich gebe 4 Sterne.

  • An American Fable von Chesya Burke

Diese nicht ganz 20 Seiten lange Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Wir befinden uns in den USA nach dem Ersten Weltkrieg, wo Schwarze Soldaten für dieses Land gekämpft haben und nun zurückkehren und weiter wie Dreck behandelt werden. Das hat mich direkt an Mudbound erinnert, einer der besten Filme auf Netflix. In dieser Geschichte geht es allerdings um einen Mann in einem Zug, der von einem mysteriösen Kind vor einem weißen Mob gerettet wird. Ich gebe der Geschichte 5 Sterne.

  • Your Happy Place von Terence Taylor

Auch diese Geschichte ist unter 20 Seiten lang und wir folgen einem Mann, der das perfekte Leben hat. Doch die Firma, für die er arbeitet, ist dubios, und er entschließt sich der Sache auf den Grund zu gehen. Sie bieten ein neues Projekt an, bei dem Gefangene im Gefängnis ihre Strafe mindern können, wenn sie über ein Computerprogramm neue Fähigkeiten erlernen. Ich fand diese Geschichte super, sie ist eine Mischung aus Get Out und Matrix, und verweist auf die großen Probleme des amerikanischen Gefängnissystems. Ich gebe 5 Sterne.

  • Hide & Seek von P Djèlí Clark

Jetzt komme noch einmal eine Geschichte von einem Autor, den ich schon kenne und sehr mag. In dieser Geschichte treffen wir auf ca 20 Seiten zwei kleine Jungen und ihre Mutter. Sie spielen ein seltsames Versteck-Spiel, bei dem es um Magie, und vielleicht sogar um Leben und Tod, geht. Dabei geht es thematisch um Drogenabhängigkeit, und die Hilflosigkeit, die Kinder von abhängigen Eltern erfahren. Ich mochte die Geschichte, ich gebe ihr 4 Sterne.

  • Origin Story von Tochi Onyebuchi

Diesen Autor habe ich schon länger im Auge und war daher gespannt auf seine Geschichte, die das Buch zum Abschluss bringt. Mit etwa 30 Seiten scheint die Geschichte lang, sie ist aber nicht als Fließtext geschrieben, sondern als Theaterstück. Wir haben eine Szene mit vier weißen Jungen, die auf den Beginn eines Kurses warten. Hier merke ich wieder, dass ich für manche Dinge einfach nicht schlau genug bin, denn ich habe mit Sicherheit nicht alles verstanden, was in diesem Text steckt. Ich gebe 4 Sterne. 

Alles in allem hat mir diese Sammlung von Geschichten sehr gut gefallen. Es ist wirklich für jeden und jede etwas dabei. Ich hoffe, ihr seid nun inspiriert sie vielleicht auch irgendwann zu lesen. Für mich war es eine schöne Gelegenheit ein paar neue Autoren zu entdecken. Neben den Geschichten fand ich übrigens auch das Vorwort von Jordan Peele, der den Film Get Out gemacht hat, sehr interessant.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 4. Februar 2024

The Secret Lives of Church Ladies


Hallo meine Hörbuchhasen,

heute möchte ich euch eine Sammlung von Kurzgeschichten vorstellen, die perfekt in den Februar und damit in den USA Black History Month passt. Geschrieben von einer Schwarzen Frau über Schwarze Frauen war diese Sammlung für mich, was ich mir von Girl, Woman, Other gewünscht hatte. Die Geschichten sind alle mit viel Gefühl erzählt, sie zeigen die Schwierigkeiten und Herausforderungen des Lebens für sie viele Menschen auf und verbinden sie mit unvergesslichen Charakteren. 

Die Fakten:

  • Autor: Deesha Philyaw
  • Sprecher: Janina Edwards
  • Titel: The Secret Lives of Church Ladies (dts. Church Ladies: Erzählungen)
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Tantor Audio
  • Dauer: 4 Std 6min (ungekürzt)
  • Preis: kostenlos im Abo bei Audible
  • Klappentext: "The Secret Lives of Church Ladies explores the raw and tender places where Black women and girls dare to follow their desires and pursue a momentary reprieve from being good. The nine stories in this collection feature four generations of characters grappling with who they want to be in the world, caught as they are between the church's double standards and their own needs and passions. There is 14-year-old Jael, who has a crush on the preacher's wife. At 42, Lyra realizes that her discomfort with her own body stands between her and a new love. As Y2K looms, Caroletta's "same time next year" arrangement with her childhood best friend is tenuous. A serial mistress lays down the ground rules for her married lovers. In the dark shadows of a hospice parking lot, grieving strangers find comfort in each other. With their secret longings, new love, and forbidden affairs, these church ladies are as seductive as they want to be, as vulnerable as they need to be, as unfaithful and unrepentant as they care to be, and as free as they deserve to be."

Ich werde nun zuerst auf die einzelnen Geschichten eingehen und dann mein Fazit präsentieren.

  • Eula

Diese Geschichte ist etwa eine Viertelstunde lang und erzählt von zwei Frauen, die sich immer zu Silvester gemeinsam ein Hotelzimmer mieten und sich gegenseitig Vergnügen bereiten. Doch während unsere Erzählerin sich darüber im Klaren ist, was zwischen ihnen passiert, lebt ihre Gefährtin Eula in einer Fantasiewelt, in der sie immer noch eine Jungfrau ist und auf den perfekten Ehemann wartet. Ich fand diese Geschichte sehr eingängig, sehr gefühlvoll und warm, und gebe ihr 4,5 Sterne.

  • Not-Daniel

Diese Geschichte ist nur 6 Minuten lang und erzählt von zwei Menschen, deren Mütter mit Krebs auf der gleichen Palliativstation liegen. Zunächst hat ihre Beziehung damit angefangen, dass sie sich gegenseitig alles erzählen und sich trösten konnten, doch zu diesem Treffen hat unsere Protagonistin nun Kondome mitgebracht. Auch diese Geschichte fand ich seltsam schön, aber sie war mir ein wenig kurz. Ich gebe ihr 4 Sterne.

  • Dear Sister

In dieser etwa halbstündigen Geschichte lesen wir den Brief, den eine Frau an ihre ihr unbekannte Halbschwester schreibt, nachdem der gemeinsame Vater verstorben ist. Dabei beschreibt sie umfangreich all die anderen Personen in ihrer Familie, die vor allem aus Frauen besteht. Diese Geschichte verdeutlicht sehr schön die Komplexität von Familie und den daraus entstehenden Gefühlen. Ich gebe ihr auch 4,5 Sterne.

  • Peach Cobbler

Dies ist mit etwa 50 Minuten die längste Geschichte in dieser Sammlung und konzentriert sich auf eine Mutter-Tochter-Beziehung. Die Mutter hat eine Affäre mit dem Priester der Gemeinde, den die Tochter als Kind für Gott hält. Immer wenn er vorbeikommt, backt sie einen Peach Cobbler, den die Tochter nie kosten darf. Ich mochte die beiden Seiten dieser Beziehung, hätte mir aber tatsächlich gewünscht noch mehr über die Seite der Mutter zu erfahren, die ihrerseits ihre Prägung ja auch irgendwo her hat. So war es etwas einseitig für mich, und daher auch wieder 4,5 Sterne.

  • Snowfall

In dieser etwa halbstündigen Geschichte folgen wir zwei Frauen, die in einer romantischen Beziehung leben, aus der die rosarote-Brille-Phase langsam raus ist. Sie leben in einer Stadt im Norden Amerikas, stammen aber beide aus verschiedenen Regionen im Süden. Beide erfahren von ihrer Familie keine Akzeptanz für ihre Beziehung, doch während unsere Hauptfigur ihre Mutter vermisst und gelegentlich Kontakt hält, ist ihre Partnerin schon als Teenager von Zuhause geflohen. Die Diskussion von Zuhause, und was das für uns bedeutet, hat mir sehr gefallen und passt gerade auch so gut zu meinem Leben. Daher gebe ich 5 Sterne.

  • How to Make Love to a Physicist

Auch diese Geschichte ist etwa eine halbe Stunde lang und in der zweiten Person geschrieben, was ich liebe, aber viele andere Leute nicht mögen. Auch so ist der Schreibstil dieser Geschichte und der Lesestil der Sprecherin hier lyrischer als in den anderen Geschichten. Es geht um eine Lehrerin, die auf einer Konferenz einen Physiker kennenlernt und sich fragt, ob sie sich danach wiedersehen werden. Ich fand diese Geschichte so toll erzählt, so romantisch, und wir gehen wirklich auf eine Reise zu uns selbst mit dieser Figur. Ich gebe 5 Sterne.

  • Jael

Diese Geschichte dauert etwa 45 Minuten und am Anfang etwas verwirrend im Hörbuch, weil wir hier zwei Perspektiven haben. Wir hören vor allem von einer Urgroßmutter, die ihr Urenkel aufzieht. Beim Putzen findet sie in der Matratze das Tagebuch der Urenkelin Jael, das wir nun auch lesen können. Wir hören, dass Jael ein sehr besonderes Kind war und nun als Teenagerin nicht die Ansprüche der Gottesfürchtigen Uroma erfüllt. Ich mochte das Ende der Geschichte, bin aber nicht völlig hin und weg. Ich gebe ihr 4 Sterne.

  • Instructions for Married Christian Husbands

Wieder eine sehr kurze Geschichte mit nur etwa 13 Minuten, dabei geht es um eine Frau, die mit verheirateten Männern schläft. Wir lesen hier ihre Gebrauchsanweisung sozusagen, sodass die Geschichte auch in der zweiten Person geschrieben ist, was ich wie gesagt sehr mag. Trotz der Kürze bekommt man ein gutes Gefühl für diese Frau und den Service, den sie anbietet. Ich gebe der Geschichte 4,5 Sterne.

  • When Eddie Levert Comes

Diese letzte Geschichte ist wieder etwa eine halbe Stunde lang und handelt von einer Tochter, die ihre demenzkranke Mutter pflegt. Dabei ist die Mutter-Tochter-Beziehung sehr angespannt und steht hier im Fokus. Wir sehen, dass der kleine Buder der Tochter sich eigentlich gar nicht um die Mutter kümmert, und trotzdem mehr Lob und Liebe bekommt. Diese Geschichte ist sehr zärtlich erzählt, zeigt aber auch die Ungleichheit und Ungerechtigkeit von Erwartungen in Familien auf, und den Schmerz, den viele Frauen in sich tragen. Ich gebe ihr 4,5 Sterne.

Insgesamt war dies eine extrem erfolgreiche Sammlung von Kurzgeschichten für mich. Es gibt keine Geschichte, die mir nicht gefallen haben, und zwei haben direkt zu meiner Seele gesprochen. Es war auch das erste Mal, dass ich eine Kurzgeschichtensammlung als Hörbuch gehört habe, und am Anfang musste ich mich etwas daran gewöhnen, aber auch aufgrund der tollen Sprecherin hat es dann sehr gut für mich funktioniert. Hier eine absolute Leseempfehlung von mir, vor allem wenn ihr eh Audible habt und es kostenlos hören könnt.

Welche Kurzgeschichtensammlung habt ihr zuletzt gelesen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Freitag, 22. Dezember 2023

Whiteout


Hallo meine Schneeleser,

im Sommer habe ich bereits Blackout gelesen, und wir kommen nun zur festlich-passenden Fortsetzung Whiteout. An diesem Buch haben wieder mehrere Autorinnen geschrieben, sodass wir kleine Kurzgeschichten bekommen, die aber alle verbunden sind. Sie spielen während eines Schneesturms in Atlanta, und es wird wieder viel Liebe in der Luft liegen.

Die Fakten:

  • Autor: Dhonielle Clayton, Tiffany D Jackson, Nic Stone, Angie Thomas, Ashley Woodfolk, Nicola Yoon
  • Titel: Whiteout
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Electric Monkey
  • Seiten: 291
  • Preis: 9,18 Euro
  • Klappentext: "It's just before Christmas and no one is prepared for this whiteout... But sometimes the most magical moments are a total surprise. As the city grinds to a halt, twelve teenagers band together to help a friend pull off the most epic apology of her life. Will they be able to make it happen in spite of the storm?"

Wie immer gehe ich kurz auf die einzelnen Geschichten ein und gebe euch dann mein Gesamtfazit. In diesem Band sind die Autorinnen nicht klar gekennzeichnet, aber am Ende des Buches gibt es kleine Rätsel, wer welche Geschichte geschrieben hat. Manche sind einfach, z.B. dass E.R. von Nic Stone geschrieben ist, aber bei den anderen muss man die Autorinnen schon etwas besser kennen.

  • Stevie / Sola

Die Rahmenhandlung erzählt von Stevie, einer Teenagerin, die bereits seit langer Zeit in einer Beziehung mit ihrer Freundin Sola ist, aber aufgrund eines Experiments zum Thema Liebe diese Beziehung aufs Spiel gesetzt hat. Jetzt gilt es, die Beziehung bis Mitternacht zu retten. Stevie scheint mit ihrem Geschlecht zu hadern, was auch dazu führt, dass sie als Mädchen bezeichnet wird, was sie nicht mehr möchte. Sola ist die pure Romantikerin und fühlt sich von Stevies Experiment tief verletzt. Für sie ist klar, dass eine einfache Entschuldigung nicht ausreichen wird, schließlich hat Stevie ihren perfekten Abend zerstört. Ich mochte die Rahmenhandlung sehr, auch wenn der Konflikt ein bisschen konstruiert wirkt. Aber insgesamt hält es das Buch gut zusammen und hat mir ein warmes Gefühl verpasst. Ich gebe ihr 4 Sterne.

  • Kaz

Die erste vollständige Geschichte handelt von Kaz und seiner besten Freundin Porsha. Kaz ist mit seiner Familie aus dem Sudan in die Vereinigten Staaten eingewandet. Porsha war die Nachbarin, die er dann kennen lernte, und seitdem sind beide unzertrennlich. Für das anstehende Eid-Fest hat Kaz sich vorgenommen, Porsha endlich seine Liebe zu gestehen, mit einer großen romantischen Geste. Doch dann will Porsha lieber auf eine angesagte Party gehen, und die beiden stecken schließlich auch noch im Schneesturm in der Mall fest. Ich fand die Geschichte niedlich. Ich mag vor allem, dass durch Kaz' muslimischen Glauben auch andere Festtage thematisiert werden. Ich gebe ihr 4 Sterne.

  • E. R.

In der zweiten Geschichte folgen wir Evan-Rose, die gerade mit ihrer Exfreundin in Atlanta am Flughafen angekommen ist. Dieser befindet sich allerdings bereits im Lockdown aufgrund des Schnees, weswegen sie nun da festsitzen. E.R. weiß nicht, was sie gegenüber ihrer Ex empfindet - sie hat vor allem Schluss gemacht, weil ihr die Beziehung in ihrem Mädcheninternat zu intensiv wurde. Doch dann erhält sie einen Anruf von Eric, ihrem Sommer-Fling, der gerade im gleichen Flughafen feststeckt, und das Chaos der Gefühle ist perfekt. E.R. ist offensichtlich noch dabei ihre Sexualität zu erkunden, aber es deutet sich an, dass sie in irgendeiner Form plurisexuell ist. Daher mochte ich das Set-up jetzt nicht so besonders, da uns Plurisexuellen Untreue ja eh schon immer vorgeworfen wird. Auch die Auflösung des Ganzen hat eher den Eindruck erweckt, dass hier für E.R. entschieden wurde, und nicht, dass sie eine Entscheidung getroffen hat. Ich gebe der Geschichte 3 Sterne.

  • Jordyn

Die dritte Geschichte handelt von Jordyn und Omari, die im Schnee auf der Autobahn stecken bleiben. Mein schlimmster Alptraum. Doch für Jordyn ist es noch schlimmer, denn vor einem hat sie Omari geküsst, aber ist dann weggelaufen, weil sie Angst hatte, dass er ihre Gefühle nicht erwidert. Seitdem hat sie ihn ignoriert, bis der Schnee sie wieder zusammengebracht hat, und Jordyn würde alles tun, um dieses heikle Thema zu umgehen. Ich mochte diese Geschichte, die beiden Charaktere waren sehr sympathisch, auch wenn Jordyn ein bisschen viel in Dinge hineininterpretiert. 4 Sterne von mir.

  • Jimi

Die vierte Geschichte ist diejenige mit der Musik. Wir folgen Jimi, die ein Rockstar werden möchte, doch im Moment einen großen Streit mit ihrer Band hat. Jimi hasst nämlich Liebeslieder und weigert sich diese zu singen, und dafür gibt es einen Grund: Téo. Dieser ist inzwischen der weltbekannte Rapper Lil Kinsey, aber früher war er einmal Jimis Crush. Und mit seinem Fame ist er einfach verschwunden. Diese Geschichte hat mir auch gut gefallen, ich mag irgendwie immer solche Geschichten mit Stars, sie erinnern einen oft daran, dass das eigentlich ja auch nur Menschen sind. Ich gebe ihr auch 4 Sterne. 

  • Ava and Mason

Die letzte Einzelgeschichte folgt Ava und Mason, die sich gerade getrennt haben. Allerdings arbeiten sie beide im Aquarium und sind absolut verliebt in Meerestiere. Obwohl Ava alles tut, um Mason aus dem Weg zu gehen, bringt der Schneesturm sie beide zusammen. Die Frage ist nun, ob Ava über ihren Pessimismus und ihre Ängste hinwegkommen kann und Mason eine Chance gibt, auch wenn dieser bald nach Kalifornien an die Uni gehen wird. Auch diese Geschichte hat mir gut gefallen und ich gebe ihr 4 Sterne. 

Damit haben wir es durch das Buch geschafft, und wie ihr sehen könnt, war das Buch für mich ein Erfolg. Es passt perfekt in die winterliche Jahreszeit und bringt einen perfekt in Stimmung. Es lässt sich damit sehr gut auf der Couch kuscheln. Die einzelnen Geschichten sind auch alle verschieden und interessant genug, aber nicht zu verschieden, als dass es nicht zusammenpasst. Ich hoffe, dass dieses Buch und Blackout vielleicht verfilmt werden, das kann ich mir so gut vorstellen.

Ich hoffe, ihr fühlt euch jetzt inspiriert. Ich würde sagen, dass ihr auch absolut mit diesem Buch anfangen könnt und nicht Blackout zuerst lesen müsst.

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Donnerstag, 26. Oktober 2023

Turn of the Screw and Other Ghost Stories


Hallo meine Gruselleser,

wie lange ist es inzwischen her, dass ich Haunting of Bly Manor geschaut habe und dachte, ich muss unbedingt Turn of the Screw lesen? Einige Jahre. Aber nun ist es endlich soweit. Dieses Jahr wird dieses Buch gelesen! (Wenn ihr diesen Post seht, ist es dann tatsächlich auch passiert - ich manifestiere es hier.)

Die Fakten:

  • Autor: Henry James
  • Titel: Turn of the Screw and Other Ghost Stories
  • Erschienen: 2017 (die Geschichten sind aus dem späten 19. Jahrhundert)
  • Verlag: Penguin Classics
  • Seiten: 326 + Notes und Introduction
  • Preis:
  • Klappentext: "'I see ghosts everywhere', wrote Henry James, who retained a fascination with the supernatural and sensational throughout his writing career. This new collection brings together eight of James's tales exploring the uncanny, including his infamous ghost story, 'Turn of the Screw', a work saturated with evil, in which a fraught governess becomes convinced that malicious spirits are menacing the children in her care. The other masterly works here include 'The Jolly Corner', 'Owen Wingrave' and further tales of visitations, premonitions, madness, grief and family secrets, where the living are just as mysterious and unknowable as the dead."

Ich werde wie immer kurz auf jeden Geschichte eingehen und am Ende mein Gesamtfeedback geben:

  • The Romance of Certain Old Clothes (1868)

Die erste Geschichte ist 20 Seiten lang und ist in dieser Form auch Teil der TV-Serie Haunting of Bly Manor. Das hat dazu geführt, dass ich von der Geschichte beim Lesen nicht sehr überrascht war, denn die Adaption war sehr genau. Diese Geschichte folgt zwei Schwestern, die den gleichen Mann ins Auge fassen. Eine Schwester gewinnt seine Liebe, doch als sie plötzlich stirbt, kommt die andere Schwester zum Zuge. Allerdings wird die Eifersucht auch nach dem Tode noch zwischen ihnen stehen. Ich mochte die Geschichte schon in der Serie, daher gebe ich ihr 4 Sterne.

  • The Last of the Valerii (1874)

Die zweite Geschichte füllt etwa 30 Seiten. Wir befinden uns in Italien, wo eine junge Amerikanerin einen Italiener in Rom heiratet. In ihrer Villa beginnen sie mit Ausgrabungen, und treffen dabei tatsächlich auf alte Schätze. Doch diese Schätze scheinen den italienischen Ehemann auf seltsame Weise in Beschlag zu nehmen, und es fraglich, ob man ihn noch retten kann. Ich mochte den Flair der Geschichte, aber es war etwas langgezogen, und hat auch einen fremdenfeindlichen Unterton. Daher gebe ich 3 Sterne.

  • Sir Edmunde Orme (1891)

In dieser Geschichte von etwa 30 Seiten begleiten wir einen jungen Mann, der ein schönes Mädchen und ihre Mutter kennen lernt und deren Leben sich dann miteinander verbandeln. Während er sich in das Mädchen verliebt, muss er allerdings feststellen, dass sie von etwas heimgesucht wird, und dass dies mit der Familiengeschichte zusammenhängt. Die Frage ist, ob er sich nun wirklich in dieses Feld begeben will. Irgendwie habe ich einfach ein bisschen Probleme mit der Sprache in diesen Geschichten - definitiv ein Me-Problem. Dadurch wirkt es dann auf mich etwas zäh, und auch am Ende hätte ich mir noch etwas mehr Closure gewünscht. Ich gebe 3 Sterne.

  • Owen Wingrave (1892)

In dieser ebenfalls etwa 30 Seiten langen Geschichte folgen wir einem angehenden Soldaten und dessen Ausbilder. Als der junge Owen Wingrave beschließt, dass er nicht ins Militär möchte, beginnt eine seltsame Abfolge von Dingen, die schließlich tödlich enden wird. Allerdings fand ich den Verlauf der Handlung sehr klassisch für Geistergeschichten. Ich habe mich dann eher gefragt, welche Aussagen über das Militär Henry James hier treffen wollte. Ich gebe auch hier 3 Sterne.

  • The Friends of the Friends (1896 as The Way It Came)

Diese Geschichte ist ebenfalls knapp 30 Seiten lang. Die Erzählerin ist hier tatsächlich mal eine Frau, die uns von einem Mann erzählt, den sie getroffen hat, und der ihr erzählt, dass er den Geist seiner Mutter gesehen hat, als diese gestorben ist. Die Frau ist daraufhin überzeugt davon, dass es Schicksal ist, dass der Mann eine sehr gute Freundin von ihr trifft, die ebenfalls den Geist ihres Vaters gesehen hat, und sie versucht die beiden zu einem gemeinsamen Treffen zu bringen. Diese Geschichte hat mich leider völlig kalt gelassen, vermutlich auch aufgrund des sehr eingeschränkten Frauenbilds, was hier portraitiert wird. Am Ende geht es um Eifersucht, die so (unbegründet und) langlebig ist, dass sie selbst über den Tod der vermeintlichen Rivalin hinausgeht. Dabei mag ich vor allem Geistergeschichten, die im Kern mit Trauer zu tun haben - aber um die tote Freundin wird hier überhaupt nicht getrauert. 2 Sterne von mir.

  • The Turn of the Screw (1898)

Im Gegensatz zu den Kurzgeschichten handelt es sich hier um eine Novelle mit etwa 110 Seiten. Wir folgen einer jungen Frau, die behütet aufgewachsen ist und nun ihre erste Stelle als Gouvernante für zwei Kinder antritt. Dazu reist sie zu einem abgelegenen Landhaus namens Bly, wo sie vor allem die kleine Flora, später auch ihren größeren Bruder Miles beaufsichtigt. Obwohl sie zunächst Schlimmes befürchtet, lebt sie sich jedoch gut ein und ist verzaubert von der Schönheit der beiden Kinder. Mehr und mehr wird ihr dann aber klar, dass etwas Unsägliches in Bly umgeht. Vor allem diese Geschichte hatte mich sehr interessiert, da sie die größte Inspiration für die Serie Spuk in Bly Manor bietet. Dabei sieht man schon, wie einige Ideen für die Serie übernommen oder ausgebaut wurden. Für mich ist die Geschichte einerseits schon gruslig, weil es um Kinder geht, die sich nicht so verhalten, wie man es von Kindern erwarten würde, gleichzeitig sehe ich aber die beiden Kinder aus der Serie vor mir, und überhaupt die Darsteller, die das so einzigartig zu Leben erweckt haben. Alles in allem hat die Geschichte mir dann gut gefallen und ich würde ihr 4 Sterne geben.

  • The Third Person (1900)

Diese wieder etwa 30 Seiten lange Geschichte erzählt von zwei Frauen, die zwar Verwandte sind, sich aber nie getroffen haben, bis sie gemeinsam ein Haus erben. Sie beschließen dort gemeinsam zu wohnen, beide sind unverheiratet und damit zufrieden. Doch bald stellt sich heraus, dass eine dritte Person in diesem Haus lebt - und doch nicht mehr lebt. Die beiden überlegen nun, wie sie diesen Dritten loswerden. Für mich hat sich die Geschichte etwas gezogen, aber das Ende fand ich gut. Ich mochte auch, dass hier die beiden Damen komplexer dargestellt werden als in den frühen Geschichten - da hat jemand dazugelernt. 4 Sterne von mir.

  • The Jolly Corner (1908)

Diese letzte Geschichte des Buches ist etwa 35 Seiten lang und berichtet von einem Mann, der viele viele Jahre nicht in seiner Heimatstadt New York City gelebt hat, nun aber zurückkommt und in seinem Kindheitszuhause nach einem Geist sucht. Dabei wird er getrieben von der Frage, was aus ihm geworden wäre, wenn er nicht den Großteil seines Lebens in Europa verbracht hätte. Auch der enorme Wandel von New York wird angesprochen. Alles in allem habe ich diese Geschichte nur schlecht verstanden. Es kommt darin auch noch eine Frau vor, und die Beziehung der beiden war mir völlig unklar. Ich würde ihr vermutlich 2 Sterne geben.

Und damit habe ich es endlich geschafft, alle Geschichten des Buches sind gelesen. Ich habe festgestellt, dass Henry James einfach nicht für mich ist. Ich fand es interessant zu sehen, wo einige Ideen für die Serie Spuk in Bly Manor herkamen, aber so richtig gelohnt hat sich das Leseerlebnis dafür nicht. Vielleicht hätte ich hier etwas von einer Übersetzung profitiert, weil das Buch auch sprachlich eine Herausforderung war. Aber ich fand viele Geschichten leider eher langweilig. Eine Leseempfehlung kann ich nicht geben.

Habt ihr Henry James schon gelesen? Und hat euch die Serie zu Bly gefallen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Dienstag, 19. September 2023

Girl Woman Other


Hallo meine Bücherfreunde,

heute kommen wir zu einem Buch, das ich wahrscheinlich nie gelesen hätte, wenn ich es nicht in der Bibliothek gefunden hätte. Ich hatte darüber viel Gutes, aber auch einiges Enttäusches gehört, und irgendwie war ich nicht sicher, ob das so in dem Format für mich ist. Aber no risk, no fun, heute findet ihr es heraus.

Die Fakten: 

  • Autor: Bernadine Evaristo
  • Titel: Girl, Woman, Other (dts. Mädchen Frau etc.)
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: Penguin Books
  • Seiten: 452
  • Preis: 9,97 Euro
  • Klappentext: "This is Britain as you've never read it. This is Britain as it has never been told. From the top of the country to the bottom, across more than a century of change and growth and struggle and life, Girl, Woman, Other follows twelve very different characters on an entwined journey of discovery. It is future, it is past. It is fiction, it is history. It is a novel about who we are now.

Meine Bewertung der einzelnen Geschichten:

  • Ch 1 - Amma, Yazz, Dominique

Wir beginnen mit Amma, die ein Theaterstück inszeniert, was am Ende auch dafür genutzt wird, um verschiedene Stränge der Geschichten miteinander zu verbinden. Wir folgen auch ihrer Tochter, die nun studiert, und Dominique, Amma's bester Freundin, die in eine gleichgeschlechtliche toxische Beziehung gerät. Amma fand ich für den Anfang eher anstrengend, weil ich dieses ganze feministische Künstlerding nicht so interessant finde. Yazz mochte ich, sie ist auch der jüngste Charakter im ganzen Buch, auch wenn sie ein bisschen seltsame Ansprüche hat. Dominique war dann schon hart zu lesen, aber auch interessant. Es hat sehr gut gezeigt, dass es jedem passieren kann, in so eine ungesunde Beziehung zu geraten. Insgesamt für mich ein durchwachsener Anfang.

  • Ch 2 - Carole, Bummi, LaTisha

Mit Carole haben wir eine Figur aus benachteiligten Bedingungen, die es in eine sehr hohe Position schafft und darauf auch stolz ist. Bummi ist ihre Mutter und durch sie sehen wir, welchen Preis Carole und ihre Familie für ihren Erfolg bezahlen. LaTisha war Carole's Schulfreundin, aber ihr Lebensweg ist ein ganz anderer, mit drei Kindern, alle von verschiedenen Männern, bevor sie dreißig ist. In diesen Geschichten geht es viel um sexuelle Gewalt und Vergewaltigung, auch an Minderjährigen. Hier fand ich vor allem Bummis Perspektive interessant, die ihre Tochter nun an eine "weiße" Lebenswelt verloren hat. Für mich hätte so viel Vergewaltigung in so großem Detail nicht sein müssen.

  • Ch 3 - Shirley, Winsome, Penelope

Shirley ist Carole's Lehrerin gewesen, wir folgen ihr aber viel früher in ihrer Karriere. Winsome ist ihre Mutter und Penelope ist eine andere Lehrerin an der gleichen Schule, die allerdings älter als Shirley ist. Ich glaube, an sich hat mir dieses Kapitel am besten gefallen. Ich mochte den Blick auf das Schulsystem, wie Shirley voller Elan in diese Welt startet und dann über die Jahre demoralisiert wird. Wie das britische Schulsystem auch immer schlechter für benachteiligte Kinder wird. Die Geschichte von Winsom hat einen familialen Faux Pas, von dem ich schon gehört hatte und über den sich einige aufgeregt haben, aber das Leben ist eben kompliziert. Bei Penelope fragt man sich ein wenig, warum sie in diesem Buch auftaucht, aber es wird am Ende alles verbunden. Sie steht ein bisschen für die Altfeministinnen, für die Intersektionalität noch kein Konzept ist.

  • Ch 4 - Megan/Morgan, Hattie, Grace

Mit Megan bzw. im Laufe der Geschichte Morgan bekommen wir eine non-binäre Trans-Person präsentiert. Hattie ist deren Großmutter und Grace wiederum deren Mutter. Dieses Kapitel war nicht so meins. Die Trans-Geschichte fühlte sich sehr gezwungen an, als bräuchte die Autorin eine Plattform, um Transgender und Non-Binarität zu erklären. Das fand ich sehr schade. Die Geschichte von Hattie war ziemlich herzzerreißend, ihr eigener Vater hat ihr ihr Kind weggenommen und wer weiß damit gemacht. Und danach bekommen wieder seltsamerweise die Liebesgeschichte von Grace mit dem besagten Vater, was einfach sehr icky war. In der Geschichte geht es dann auch um Post Partum-Depressionen, aber ich weiß nicht, wie gut ich das Thema aufgearbeitet fand. Ein bisschen ein fragwürdiger Abschluss.

  • Ch 5 + Epilogue

An diesem Punkt werden viele der Figuren zusammengeführt, aber da in jeder Geschichte ja auch noch eine Handvoll Nebencharaktere existiert, war ich dann großteils nur noch maximal verwirrt, wer jetzt wer ist und wen kennt und woher. Der Epilog beantwortet dann noch eine Frage, hat mich aber leider emotional dann nicht so berührt, wie er sollte.

Alles in allem war das Buch tatsächlich eher nicht für mich. Es waren schon ein paar interessante Aspekte in den Geschichten, aber auch Vieles, was mich nicht weitergebracht hat oder mich nicht so interessiert hat. Ich fand auch die verschiedenen Timelines so verwirrend, weil wir nie Jahreszahlen zu den Geschichten bekommen und ich beim Generationenzurückrechnen einfach versage. Dadurch hat dann häufig auch Kontext für die Handlungen der Charaktere gefehlt. Ich bin nicht böse, dass ich es gelesen habe, aber werde es auch schnell vergessen.

Habt ihr das Buch gelesen? Wie hat es euch gefallen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 30. Juli 2023

Blackout


Hallo meine Lieblingsleser,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, dass perfekt zu dem Wetter gepasst hat, das uns nun erstmal verlassen hat. Während einer Hitzewelle fällt in New York der Strom auf, und verschiedene Teenager finden in dieser Nacht zueinander. Es handelt sich um eine Sammlung von sechs romantischen Geschichten, die während der Pandemie entstanden sind und ein bisschen Licht in das Dunkel bringen sollten.

Die Fakten:

  • Autor: Dhonielle Clayton, Nic Stone, Tiffany D Jackson, Ashley Woodfolk, Angie Thomas, Nicola Yoon
  • Titel: Blackout
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Electric Monkey
  • Seiten: 250
  • Preis: 8,99 Euro
  • Klappentext: "When a heatwave plunges New York City into darkness, sparks fly for thirteen teenagers caught up in the blackout. When the lights go out, people reveal hidden truth. Love blossoms, friendships transform, and new possibilities take flight."

Wie immer bei solchen Sammlungen von Geschichten sage ich zunächst etwas zu jeder einzelnen, und dann gebe ich mein Gesamtfazit. Meine Meinung zu den einzelnen Geschichten:

  • The Long Walk von Tiffany D Jackson

Hierbei handelt es sich um die Rahmenhandlung, die in 5 Akten erzählt wird. Wir treffen auf Tammi und Kareem, Nachbarn und Ex-Lover, die sich nun auf den gleichen Ferienjob beworben haben. Doch nur einer kann die Stelle haben, doch bevor sie die Entscheidung erfahren, fällt der Strom aus, und notgedrungen machen sie sich zusammen zu Fuß auf den langen Weg nach Hause. Diese Geschichte verbindet die anderen, da die beiden an den Orten vorbeikommen, an denen die anderen Geschichten dann spielen. Das fand ich clever gemacht. Am Ende kommt dann auch alles zur Party zusammen. Dieser Geschichte gebe ich 4 Sterne, weil ich mochte, wie unsere Hauptfigur ein paar Dinge über sich und über ihren Ex lernen musste.

  • Mask off von Nic Stone

In dieser Geschichte folgen wir Tremaine und JJ, die sich schon viele Jahre kennen, aber bisher nicht sehr nah waren. Als der Strom ausfällt, stecken beide in der U-Bahn fest. JJ weiß, dass Tremaine Angst in engen Räumen bekommt, aber er kann sich zunächst nicht überwinden, ihn anzusprechen. Seine Gefühle ihm gegenüber sind einfach zu wirr... ich fand diese Geschichte niedlich, aber hab mir am Ende vielleicht noch etwas mehr erhofft. Vermutlich werde ich sie sehr schnell vergessen. 3 Sterne.

  • Made to Fit von Ashley Woodfolk

Diese Geschichte erzählt von Nella und Joss, die sich im einen Wohnheim für ältere Leute treffen. Nellas Opa lebt dort und Joss bringt regelmäßig ihren Hund vorbei, um die Leute zu unterhalten. Die Geschichte ist sehr sehr süß und niedlich, und im Gegensatz zur vorherigen ein bisschen zu viel für mich. Ich hatte aber trotzdem Spaß beim Lesen, und manchmal muss ja auch ein bisschen Kitsch sein. Ich gebe ihr 4 Sterne, wohlwollend, weil sie doch auch sehr vorhersehbar war.

  • All the Great Love Stories... and Dust von Dhonielle Clayton

In dieser Geschichte treffen wir auf Lana udn Tristán, die schon seit ihrer Kindheit beste Freunde sind. Lana wird die Stadt bald verlassen, und sie hat sich geschworen Tristán vorher noch ihr Geheimnis zu verraten. Als die beiden in der geschlossenen Bibliothek auf der Suche nach einem Buch sind, ergibt sich vielleicht die perfekte Chance dafür. Friends-to-Lovers ist für mich kein Trope, den ich besonders toll finde. Es ist natürlich auch völlig vorhersehbar, was Lana sagen will. Ich mochte die Fußnoten, das hat gut zum Charakter von Lana gepasst. Insgesamt gebe ich nochmal wohlwollend 4 Sterne.

  • No Sleep till Brooklyn von Angie Thomas

Diese Geschichte ist genau die Art Magie, die ich von Angie Thomas erwarte. Wir befinden uns mit Kayla auf einem Schultrip, der ihr Leben verändern könnte. Hin und hergerissen zwischen ihrem Freund und einem neuen Mitschüler weiß sie nicht, mit wem sie zusammensein möchte. Aber im Moment stecken sie eh in einem Tourbus fest, der sich durch den lahmgelegten Verkehr in New York drängt. Das war die Art von erfrischender Romanze, die ich mir erhofft habe, mit ein bisschen Drama und einer Hauptfigur, die ich direkt auf den wenigen Seiten lieb gewonnen habe. 5 Sterne.

  •  Seymor and Grace von Nicola Yoon 
In dieser letzten Geschichte folgen wir Grace auf ihrem Weg zur Block Party. Sie ist im Moment in einem Ryde und ihr Fahrer Seymor hört einen Philosophie-Podcast, der ihr bei ihrem Problem nicht wirklich weiterhilft. Auf besagter Party wird sie nämlich auf ihren Ex und seine neue Freundin treffen. Doch vielleicht ist es ein Zeichen, als das Auto kein Bezin mehr hat. Ich mochte diese Geschichte auch sehr, vor allem weil wir hier beide Perspektiven bekommen. Mir hat gefallen, wie beide Charaktere langsam ihre Vorurteile über einander ablegen und ehrlich zu sich sind. Ich gebe nochmal 4 Sterne.
 

Insgesamt fand ich dieses Buch wirklich sehr niedlich und die Geschichten hatten eine hohe Qualität. Ich bin ja eigentlich kein Romantik-Leser, aber ich hatte hier wirklich Spaß. Natürlich habe mich einige Geschichten mehr gekriegt als andere, das ist aber auch einfach Geschmackssache. Ich würde mir ganz sehr wünschen, dass das Buch verfilmt wird, denn ich glaube, das könnte ein toller Episodenfilm á la Let It Snow (dts. Tage wie diese) werden. Wenn ihr also eine romantische Ader in diese Richtung hab, kann ich das Buch nur empfehlen.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 1. Mai 2022

Listening to the Orchestra


Hallo meine Lieblingsleser,

heute möchte ich nach langer Zeit mal wieder von Kurzgeschichten berichten. Diese habe ich für den Magical Readathon gelesen, weil mir noch ein Buch fehlte und keine Zeit mehr blieb. Das Buch habe ich im Bücherladen für gebrauchte Bücher entdeckt. Ich finde die Autorin sehr talentiert, aber von diesem Buch hatte ich noch nie gehört. Also habe ich es damals mitgenommen.

Die Fakten:

  • Autor: Susan Hill
  • Titel: Listening to the Orchestra and other stories
  • Erschienen: 1996
  • Verlag: Long Barn Books
  • Seiten: 72
  • Preis: nur gebraucht zu kaufen
  • Klappentext: "A seaside resort... afternoon music... a child and a blind man... a city in Europe... a village in Ireland..."

Wie immer sage ich kurz etwas zu jeder Geschichte und dann meine abschließenden Gedanken.

  • Listening to the Orchestra
In dieser Geschichte folgen wir einer Erzählerin, die sich offensichtlich von ihrem Leben abgesetzt hat und nun in einem Hotel an der Küste arbeitet. Dort trifft sie auf Myrna, eine Frau, die sehr viel über sie zu wissen scheint und ihr ein verlockendes Angebot macht. Ich habe ehrlich gesagt nicht wirklich verstanden, worum es geht. Ich mag den Schreibstil sehr und die kreierten Bilder, aber eine Handlung oder Aussage konnte ich nicht erkennen. Ich gebe der Geschichte 3 Sterne.
  • The Brooch
In dieser Geschichte folgen wir einem Mädchen, das regelmäßig ihre Tante und ihren blinden Onkel besucht. Als Kind ist sie fasziniert von der Idee, dass ihr Onkel mit seiner Blindheit so gut leben kann, dass niemand merkt, dass er blind ist. Er ist gut mit Zahlen und hat ein unglaubliches Gedächtnis. Doch als sie erwachsen wird, sieht sie, dass Kinder manchmal alles glauben. Irgendwie mag ich den Ton der Geschichte, sie ist toll geschrieben, aber auch hier fehlt mir wieder ein bisschen Verständnis. Vermutlich sind die Geschichten etwas zu kurz für mich. Ich gebe ihr 4 Sterne.
  • Elizabeth
In dieser Kurzgeschichte folgen wir auch einem jungen Mädchen. Als sie mit ihrem Bruder von der Schule nach Hause geht, erzählt ein Junge ihnen, dass ihre Eltern in der Stadt beim Arzt waren. Das ist eine sehr ungewöhnliche Sache, denn der Arzt ist sehr weit weg und die Familie hat kaum Geld. Doch Zuhause angekommen schlägt der Vater plötzlich einen Urlaub vor. Ich mochte diese Geschichte sehr, sie hätte noch länger sein können, aber ich gebe dennoch 5 Sterne.
  • Antonyin's

Die letzte Geschichte ist die einzige aus Sicht eines Mannes. Dieser nimmt einen unattraktiven Job in einem osteuropäisch-erscheinenden Landstrich an. Dort lebt er zurückgezogen aber nicht unglücklich. Nur das Essen behagt ihm gar nicht. Durch einen Tipp eines Kollegen und eine Verirrung findet er aber ein Café, in dem er sich heimisch fühlt, bis eine seltsame Frau auftaucht, die es scheinbar auf ihn abgesehen hat. Auch hier mochte ich den Ton der Geschichte und dieses Unentrinnbare. Das Ende hat auch irgendwie was, und diese Geschichte kann man sicherlich gut auseinandernehmen und analysieren. Ich gebe ihr 4 Sterne.

Insgesamt hat mir diese Kollektion gut gefallen. Die Geschichten sind zwar etwas zu kurz für meinen Geschmack, aber ich liebe den Schreibstil der Autorin und abgesehen von der ersten Geschichte haben mir alle etwas mitgegeben. Susan Hill schreibt sehr atmosphärisch und mit sehr unattraktiven Charakteren, denen man trotzdem etwas abgewinnen kann. Wenn ihr das Buch mal irgendwo seht, würde ich es empfehlen. Und meine Version ist sogar signiert.

Wie steht ihr zu solchen kleinen Geschichtensammlungen?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Freitag, 16. April 2021

Find Me


Hallo meine Dystopien-Freunde,

bei der Welt, in der wir im Moment leben, will man ja kaum Dystopien lesen. Deswegen hat es vermutlich auch ein ganzes Jahr gedauert, bis ich mein Vorhaben die Shatter Me-Reihe zu beenden, endlich in die Tat umgesetzt habe. Es gab dabei zwei Bücher, die ich bisher nicht gelesen hatte: diese Sammlung von zwei Novellen und den letzten Roman. Beides werde ich diese Woche hier auf dem Blog vorstellen.

Die Fakten:

  • Autor: Tahereh Mafi
  • Titel: Find Me
  • Reihe: Shatter Me 4.5 und 5.5
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: HarperCollins
  • Seiten: 158 (+ Anfang Restore Me + Anfang A Very Large Expanse of Sea)
  • Preis: 7,89 Euro
  • Klappentext: "Kenji will do anything to protect the people he loves. In Shadow Me, he must continue to help lead the resistance while supporting Juliette as she reels from Warner's betrayal. In Reveal Me, he will be forced to stand up to the people he trusts the most in order to save those he cares about."

Die erste Geschichte Shadow Me spielt am Ende von Buch 4, die zweite Geschichte Reveal Me spielt zwischen Buch 5 und 6. Die Geschichten sind beide aus der Sicht von Kenji, der schnell zu einem meiner Lieblingscharaktere der Reihe geworden war. Von daher war ich gespannt auf die Geschichten, gleichzeitig bin ich aber nicht der größte Fan von solchen Novellen in längeren Reihen von Romanen.

Beim ersten Sammelband für Novellen zu dieser Reihe war es noch besonders, dass wir aus einer anderen Sicht lesen als der von Juliette. Dieses Novum haben wir hier nicht mehr, denn in der zweiten Hälfte dieser Reihe bekommen wir auch in den Romanen mehrere Perspektiven. Tahereh Mafi ist dabei gut darin, ganz verschieden zu schreiben, sodass man immer weiß, wem man gerade folgt. Das merkt man auch hier in den Geschichten, die definitiv in Kenjis Kopf verankert sind.

Es wird jetzt ein bisschen spoilerisch, wenn ihr die Reihe noch nicht groß (weiter)gelesen habt. Kenji ist für seine Umgebung immer ein bisschen der Pausenclown, er hat immer einen dummen Spruch auf Lager und will alle bei Laune halten. Außerdem ist er gut darin zu sehen, wenn andere mit Problemen kämpfen. Ein Thema in den Kurzgeschichten ist daher, wie ihn das aber selbst runterziehen kann, denn bei ihm schaut außer Juliette kaum mal jemand hinter die Fassade und fragt, wie es ihm wirklich geht. Das fand ich ganz interessant.

Außerdem ist Kenji ja ziemlich stark in Nazeera verliebt. Auch das spielt eine große Rolle in den Geschichten. Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht so ganz, wie ich das fand. Für mich hatten die beiden nicht so viel Chemie. Ich liebe Kenji zwar als Charakter, aber dass Nazeera ihn auf diese Weise mag, hab ich nicht ganz nachvollzogen. Aber das kann dann jeder für sich entscheiden.

Was mich an dieser Sammlung gestört hat ist Folgendes: die erste Geschichte ist relativ sinnlos. Wir wissen schon alles über die Dinge, die in der Geschichte geschehen, denn es ist das Ende von Buch 4. Allerdings sehen wir es durch Kenjis Augen. Aber jeder mit ein bisschen Verstand kann sich schon gut denken, wie Kenji sich bei dem allen fühlt und braucht dann nicht diese Geschichte, um die Fantasie anzuregen. Darum ist sie eigentlich ziemlich überflüssig. Das sieht man auch daran, dass Buch 5 ungelogen mit dem letzten Teil der Geschichte als erstes Kapitel startet.

Die zweite Geschichte dagegen ist für mich eigentlich unerlässlich für Buch 6. Da die Handlung zwischen den beiden Büchern spielt, verpassen wir sonst wichtige Dinge, die in Buch 6 zwar angedeutet werden, aber schon wichtig zu wissen sind irgendwie... Das ist vor allem seltsam, weil wir in Buch 5 und 6 plötzlich so viele Kapitel aus Kenjis Sicht haben, die es vorher nicht gab. Da frage ich mich: wieso eine extra Novelle? Auf jeden Fall passt das recht positive Ende von Band 5 überhaupt nicht zum dramatischen Anfang von Band 6, wenn man diese Kurzgeschichte dazwischen weglässt.

Alles in allem finde ich solche Novellen einfach ein bisschen blöd. Ich finde, wenn darin wichtige Dinge bekannt werden, gehören sie in die Romane, und wenn sie unwichtig sind, braucht sie keiner. Aber das ist meine persönliche Meinung. Es würde mich freuen zu hören, ob ihr das anders seht. Ich würde also sagen, man sollte zumindest Reveal Me lesen, bevor man ins letzte Buch einsteigt, aber gut finde ich es deswegen nicht.

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung: