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Freitag, 15. September 2023

Deutsche Heldensagen


Hallo meine Lieblingsleser,

für den Magical Readathon im letzten Monat hatte ich eine Leseaufgabe, die mir sehr schwer gefallen ist: ein Buch mit einem Schild auf dem Cover. Nach vielem Stöbern in meinen Regalen habe ich dann dieses Buch gefunden, dass ich vor Jahren aus dem Bücherregal meiner Mutter stibitzt hatte. Und es passte einfach perfekt.

Die Fakten:

  • Autor: Gretel und Wolfgang Hecht
  • Titel: Deutsche Heldensagen
  • Erschienen: 1969
  • Verlag: Insel-Verlag
  • Seiten: 409
  • Preis (einer aktuellen Ausgabe): 16,00 Euro
  • Klappentext (einer aktuellen Ausgabe): "Ob Dietrich von Bern oder Wieland der Schmied, ob Walther und Hildegunde oder Hilde und Kudrun: »Die Gestalten der großen deutschen Heldensagen sind keine Individuen, keine Charaktere im modernen Sinne des Wortes.« Die Sagen selbst gehören aber zum Kanon der überlieferten Weltliteratur, auch wenn wir ihre Autoren nicht kennen. Die »Recken« mit ihren mythischen Waffen und Tarnkappen eignen sich nicht als moralische Vorbilder oder nationale Heroen, ihre Geschichten, Kämpfe, Intrigen und Liebeswirren erzählen vielmehr beispielhaft von der menschlichen Sehnsucht nach Ruhm, Liebe und Anerkennung."

Meine Meinung zu den einzelnen Sagen:

  • Dietrich von Bern

Die ersten 90 Seiten füllen die Geschichten rund um Dietrich von Bern, wir beginnen die deutschen Sagen also im heutigen Italien (denn Bern steht wohl für Verona). An sich mag ich den Schreibstil und die distanziertere Erzählweise von Sagen. Allerdings ist es inhaltlich teilweise nur zum Lachen, teilweise macht es aus heutiger Sicht überhaupt keinen Sinn, vor allem wenn man alle Geschichten nacheinander liest. Vor Jahrhunderten wurden diese Sagen ja sicherlich in einzelnen Episoden erzählt, und so mussten sie inhaltlich nicht übergreifend Sinn machen. Es gibt so viele Personen, die Dietrich erst hasst, dann zu seinen treusten Gefährten macht, und einige davon sind dann wiederum Verräter und Dietrich tötet sie. Die Rolle von Frauen ist auch völlig haarsträubend und erklärt viel, womit wir uns heute noch herumschlagen. So ist eine Königin, die ihren Verehrer ausschickt, um Dietrich an ihren Hof zu holen, damit sie den Helden persönlich treffen kann, und dem sie ihre Hand verspricht, wenn er erfolgreich ist, natürlich schuld an dessen Tod, nicht Dietrich, der den anderen mit dem Schwert tötet. Und Dietrich reitet auch mit dem Kopf extra nochmal zu dem Hof, tötet auch noch den Bruder des anderen, um der Königin zu sagen, dass sie ihren Verehrer getötet hat.... klar. Auch das Heldenhafte hat mich in so vielen Momenten die Augenbrauen hochziehen lassen: ein Dorf von einem Riesen befreien, der es tyrannisiert, ist nicht ehrenvoll genug, lieber einen anderen Helden sonstwo zum Kampf auffordern. Soll das Dorf doch sehen, wo es bleibt. Auch die Rückeroberung seines Reiches macht absolut keinen Sinn. Dietrich gewinnt eine große Schlacht, danach verschwindet er für 30 Jahre zu den Hunnen und lässt sein Volk weiter unter den Besatzern leiden, bis alle seine Mannen getötet sind und er beschließt nach Hause zu gehen, weil hier ist ja jetzt nix mehr für mich... Ähhhh... ja, also diese Geschichte zeigt mir vor allem, dass die Mächtigen und Berühmten schon immer machen konnten, was sie wollten, und die Helden ihrer Geschichte waren. Ich denke, das ist für mich eine 2-Sterne-Geschichte.

  • Die Nibelungen

Die nächsten fast 100 Seiten widmen sich dem Nibelungenschatz. Diese Geschichte kannte ich in Grundzügen schon, und während sie durchaus stringenter ist als die vorhergehende Sage, haben wir doch die gleichen Themen von mächtigen Männern, die immer Helden sind, egal was sie tun, und Frauen, die nie im Recht sind, egal was ihnen angetan wurde. Wie sich der Hass von Brünhild auf Kriemhild fokussiert, obwohl ihr Ehemann und Siegfried sie betrogen und ihre Freiheit und ihr Reich genommen haben... wie die Brüder Kriemhilds zu einem Lehensmann wie Hagen halten, der das Leben ihrer Schwester zerstört... da muss man eben Lust drauf haben. Auch gab es hier ein bisschen zu viele Charaktere, sodass ich dann doch bei den Unwichtigeren den Überblick verloren habe. Trotzdem würde ich der Sage noch 3 Sterne geben.

  • Wieland der Schmied

Ok, diese Sage von rund 30 Seiten ist wirklich die ekelhafteste bisher. Wir folgen Wieland, der der Vater von Witege ist, den wir bereits aus der vorherigen Sage kennen, und auch seine Waffe und sein Pferd kommen hier bereits vor. Ich fand es daher ein wenig seltsam, dass die Sage jetzt erst im Buch ist und sie nicht chronologisch sind. Was diese Geschichte so eklig für mich macht, ist, dass die Rache Wielands daraus besteht zwei Kinder zu ermorden und eine junge Frau zu vergewaltigen, die dann für das Happy End natürlich noch seine Ehefrau wird. Da kann ich nur 1 Stern geben.

  • Walther und Hildegunde

Diese mit etwa 30 Seiten auch eher kurze Sage fängt eigentlich ganz gut, wir ahnen schon eine Liebesgeschichte im Kern des Ganzen. Leider verliert sie sich dann aber am Ende in eine Aufzählung, wer jetzt wen wie tötet. Hier bekommt man allerdings eine andere Sicht auf Hagen als im Nibelungenlied, deswegen frage ich mich auch hier, warum die Anordnung der Sagen nicht chronologisch geschehen ist. Ich gebe 3 Sterne.

  • Ortnit und Wolfdiertrich

Mit etwa 70 Seiten ist diese Sage wieder etwas länger. Diese Geschichte hat mir tatsächlich ganz gut gefallen, auch wenn die Struktur etwas seltsam ist, da wir erst von einem Königreich, dann von einem anderen Königreich lernen. Aber immerhin gab es (fast) keine Vergewaltigung (immerhin eine aus Mitleid???) und die Frauen wurden auch nicht für Dinge verteufelt, die sie nicht getan haben. Auch mit den Drachen und so fühlte es sich einfach nach der Art Sage an, die ich hier eigentlich suche, deswegen gebe ich 4 Sterne. Mir ist allerdings nicht ganz klar, wann diese Geschichte zeitlich spielt, weil es glaube ich schon Verbindungen zu den anderen gibt, zumindest mit dem Schauplatz des Lampartenlandes?

  • Hilde und Kudrun

Und die letzte Sage nochmal etwa 60 Seiten. Diese letzte Geschichte mochte ich, da sie sich viel stärker um Frauen dreht als die anderen. Allerdings ist sie auch unglaublich repetititv, vor allem, wenn man vorher schon die Geschichten über alle entführten Jungfrauen und ihre sturen Väter gelesen hat. In dieser Geschichte werden nämlich gleich zwei Frauen entführt, weil ihre Väter sie nicht verheiraten wollen. Da ich mich leider dann doch sehr gelangweilt habe, weil alles so nach Schema F läuft, gebe ich 3 Sterne.

Insgesamt kann ich es nicht empfehlen, diese Sagen so wie ein anderes Buch zu lesen. Es ist extrem repetitiv, weil die Motive immer wieder die gleichen sind, nur mit verschiedenen Charakteren und Orten. Aber es war schon trotzdem interessant, es bisschen darüber zu lesen, und vor allem die Anmerkungen der Autoren am Ende haben mir sehr gut gefallen. Ich hätte mir gewünscht, dass diese entweder als Vorwort oder als Notizen zu den einzelnen Sagen direkt im Buch gestanden hätten.

Wie steht ihr denn zu alten Sagen? Total spannend oder alt und verstaubt?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 1. Mai 2022

Listening to the Orchestra


Hallo meine Lieblingsleser,

heute möchte ich nach langer Zeit mal wieder von Kurzgeschichten berichten. Diese habe ich für den Magical Readathon gelesen, weil mir noch ein Buch fehlte und keine Zeit mehr blieb. Das Buch habe ich im Bücherladen für gebrauchte Bücher entdeckt. Ich finde die Autorin sehr talentiert, aber von diesem Buch hatte ich noch nie gehört. Also habe ich es damals mitgenommen.

Die Fakten:

  • Autor: Susan Hill
  • Titel: Listening to the Orchestra and other stories
  • Erschienen: 1996
  • Verlag: Long Barn Books
  • Seiten: 72
  • Preis: nur gebraucht zu kaufen
  • Klappentext: "A seaside resort... afternoon music... a child and a blind man... a city in Europe... a village in Ireland..."

Wie immer sage ich kurz etwas zu jeder Geschichte und dann meine abschließenden Gedanken.

  • Listening to the Orchestra
In dieser Geschichte folgen wir einer Erzählerin, die sich offensichtlich von ihrem Leben abgesetzt hat und nun in einem Hotel an der Küste arbeitet. Dort trifft sie auf Myrna, eine Frau, die sehr viel über sie zu wissen scheint und ihr ein verlockendes Angebot macht. Ich habe ehrlich gesagt nicht wirklich verstanden, worum es geht. Ich mag den Schreibstil sehr und die kreierten Bilder, aber eine Handlung oder Aussage konnte ich nicht erkennen. Ich gebe der Geschichte 3 Sterne.
  • The Brooch
In dieser Geschichte folgen wir einem Mädchen, das regelmäßig ihre Tante und ihren blinden Onkel besucht. Als Kind ist sie fasziniert von der Idee, dass ihr Onkel mit seiner Blindheit so gut leben kann, dass niemand merkt, dass er blind ist. Er ist gut mit Zahlen und hat ein unglaubliches Gedächtnis. Doch als sie erwachsen wird, sieht sie, dass Kinder manchmal alles glauben. Irgendwie mag ich den Ton der Geschichte, sie ist toll geschrieben, aber auch hier fehlt mir wieder ein bisschen Verständnis. Vermutlich sind die Geschichten etwas zu kurz für mich. Ich gebe ihr 4 Sterne.
  • Elizabeth
In dieser Kurzgeschichte folgen wir auch einem jungen Mädchen. Als sie mit ihrem Bruder von der Schule nach Hause geht, erzählt ein Junge ihnen, dass ihre Eltern in der Stadt beim Arzt waren. Das ist eine sehr ungewöhnliche Sache, denn der Arzt ist sehr weit weg und die Familie hat kaum Geld. Doch Zuhause angekommen schlägt der Vater plötzlich einen Urlaub vor. Ich mochte diese Geschichte sehr, sie hätte noch länger sein können, aber ich gebe dennoch 5 Sterne.
  • Antonyin's

Die letzte Geschichte ist die einzige aus Sicht eines Mannes. Dieser nimmt einen unattraktiven Job in einem osteuropäisch-erscheinenden Landstrich an. Dort lebt er zurückgezogen aber nicht unglücklich. Nur das Essen behagt ihm gar nicht. Durch einen Tipp eines Kollegen und eine Verirrung findet er aber ein Café, in dem er sich heimisch fühlt, bis eine seltsame Frau auftaucht, die es scheinbar auf ihn abgesehen hat. Auch hier mochte ich den Ton der Geschichte und dieses Unentrinnbare. Das Ende hat auch irgendwie was, und diese Geschichte kann man sicherlich gut auseinandernehmen und analysieren. Ich gebe ihr 4 Sterne.

Insgesamt hat mir diese Kollektion gut gefallen. Die Geschichten sind zwar etwas zu kurz für meinen Geschmack, aber ich liebe den Schreibstil der Autorin und abgesehen von der ersten Geschichte haben mir alle etwas mitgegeben. Susan Hill schreibt sehr atmosphärisch und mit sehr unattraktiven Charakteren, denen man trotzdem etwas abgewinnen kann. Wenn ihr das Buch mal irgendwo seht, würde ich es empfehlen. Und meine Version ist sogar signiert.

Wie steht ihr zu solchen kleinen Geschichtensammlungen?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Mittwoch, 29. September 2021

Der Buchspazierer

Hallo an alle Bücherliebhaber,

vielleicht wird euch auch gerade ständig überall dieses Buch vorgeschlagen oder davon gesprochen. Bei mir war es so und ohne den Klappentext zu lesen, wollte ich es unbedingt sofort lesen. Naja letzlich habe ich es gehört.

Fakten:
  • Autor: Carsten Sebastian Henn
  • Erzähler: Reinhard Kuhnert
  • Roman
  • 2021 erschienen
  • 5h 41min
  • HHV GmbH
  • Preis: 14,85€ (Hörbuch)
Klappentext:
"Es sind besondere Kunden, denen der Buchhändler Carl Christian Kollhoff ihre bestellten Bücher nach Hause bringt, abends nach Geschäftsschluss, auf seinem Spaziergang durch die pittoresken Gassen der Stadt. Denn diese Menschen sind für ihn fast wie Freunde, und er ist ihre wichtigste Verbindung zur Welt. Als Kollhoff überraschend seine Anstellung verliert, bedarf es der Macht der Bücher und eines neunjährigen Mädchens, damit sie alle, auch Kollhoff selbst, den Mut finden, aufeinander zuzugehen..."

Ehrlich ich bin froh den Klappentext nicht gelesen zu haben. Er ist für mich gänzlich langweilig. Klar beschreibt er relativ gut das Geschehen, doch es zeigt so gar gar nicht die emotionale Tiefe der Geschichte. 

Carl ist unser Protagonist. Er ist ein älterer Herr, der scheinbar keine Familie hat und eher ein ruhiger und zurückhaltender Mensch ist. Es fällt ihm schwer aus bekannten Routinen auszubrechen und generell die schnelle und dynamische Welt in der wir leben zu fassen. Gefühlt ist er so ein Opa der einen rührt und vielleicht auch leid tut. Doch es gibt ein was was sein Leben erfüllt und das ist bekannten Menschen Bücher zu bringen - diese hin zu spazieren ;)

Dabei trifft er auf unterschiedliche Charaktere die teilweise Eigenschaften bestimmter Buchcharaktere inne haben. Das ist wirklich subtil gemacht und gefällt mir richtig gut. 

Während der Geschichte gibt es jedoch einige Rückschläge für Carl. Doch er trifft ein kleines Mädchen Chacha die ganz offen und direkt durch die Welt spaziert und deswegen sein Herz nach einigen Anlaufschwierigkeiten gewinnt. Ich hab mich total in die Dialoge der beiden verliebt. Es hat riesen Spaß gemacht das Miteinander zu verfolgen. Wie verzweifelt der liebe Carl plötzlich ist und wie diese kleine Person ihn schließlich rettet. Echt ich dachte zwischendurch der ist bestimmt irre. Aber nein und ich war so froh darüber.

Kommunikation zwischen jung und alt ist ja immer eine Herausforderung. Gefühlt gibt es eben Menschen die das gut können und solche die einfach nicht klar kommen. Aufzuzeigen wie wichtig es ist auch im Alter zu würdigen was jeder macht finde ich eine ganz wunderbare Moral. Es ist wahnsinnig schön wie die Geschichte das alles verpackt. Der Autor schafft es total viele sozialgesellschaftlich schwierige Themen einzubauen und die Lösung oder einen Umgang damit total einfach aussehen lässt.

Es könnte sein dass dem ein oder anderen dieses Buch zu langweilig ist. Ich persönlich finde es einfach schön und habe es unglaublich genossen. Empfehlen möchte ich es daher einfach jedem,

eure Blue Diamond.

Sonntag, 29. August 2021

Wie du erfolgreich wirst, ohne die Gefühle von Männern zu verletzen

Hallo zusammen,

ich habe über einen Monat nichts gepostet und noch länger nichts gelesen. Derweil hat die liebe Kitty euch mit reichlich Inhalten versorgt. Auch ich habe mir dennoch neue Bücher angeschafft und eines hat mir besonders gut aus dieser Phase heraus geholfen.

Fakten:

  • Autorin: Sarah Cooper
  • Übersetzerin: Anna Dushime
  • Sachbuch
  • 2021 erschienen 
  • 216 Seiten
  • Mentor Verlag
  • Preis: 24,00€ (gebundenes Buch)
Klappentext:
"Wieder mal »klar, schiebe ich ein« statt »NEIN!« gesagt? Im Meeting von einem Kollegen unterbrochen worden? Vergeblich auf eine Gehaltserhöhung oder gar Beförderung gehofft? 
Dann ist dieses schmerzhaft-witzige Sachbuch genau das Richtige für dich! Sarah Cooper hat genug von doppelten Standards für Männer und Frauen. Jetzt mischt die US-Komikerin die Rollenerwartungen, die unser Berufsleben nach wie vor bestimmen, gehörig auf. 
Ob Tipps für das Vorstellungsgespräch, Kommunikation zwischen Mann und Frau oder sexuelle Belästigung Arbeitsplatz: Sarah Cooper klopft alle Bereiche des Arbeitslebens auf Klischees ab und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund."

Ja der Klappentext und sicher auch viel Werbung die ihr auf social Media Plattformen findet haben euch schon einiges über das Buch erzählt. Inhaltlich muss man auch gar nicht wirklich was erzählen, denn der Titel des Buches sagt genau worum es geht. Das teilt sich in ein paar Kapitel, wird einleitend immer mit einem Zitat eröffnet und endet je mit einer Art Übung für jeden Leser. An dieser Stelle würde selbst dieses Buch darauf verweisen dass man eigentlich gendern müsse oder solle. Und ja das lass ich so im Raum stehen ;)

Viel Text haben wir auf den doch vielen Seiten nicht aber einige Grafiken und Illustrationen die mich wirklich häufig zum Lachen gebracht haben. Gerade die Grafiken musste ich auch unbedingt mit einigen Menschen teilen. Sie sind einfach zu gut und so so wahr.

Klar das Buch ist super und schön aufgemacht, so richtig viel Neues hat es mir jetzt nicht gebracht, ich zähle aber vermutlich auch schon zu erfolgreichen Frauen, da ich einen festen Job mit Verantwortung und eigenständiger Arbeit habe. Ja das war sarkastisch und ja dieses Buch ist voll davon und auch ich habe es nicht immer gleich verstanden.

Nicht immer geht das Buch um das klassische Männer und Frauen Problem in der Arbeitswelt. Häufig kann ich für die Beispiele ganz allgemeine Gültigkeit erheben und daher ist das Buch ein eindeutiges Must Read für mich. Hier kann wirklich jeder dazulernen und daher wäre ich dafür das Buch nochmal mit neutralem Titel und Optik zu verlegen, damit nicht eine spezifische Zielgruppe dazu greift, sondern jeder.

Es ist ein sehr empfehlenswertes Buch und auch wenn es zu den Teureren gehört, hier ist für die Wahrnehmung und hoffentlich für alle Alltage einiges dabei, was man sich ruhig häufiger vor Augen führen sollte.

Daher lest es bitte, es dauert nicht lang und ist teilweise richtig witzig,

eure Blue Diamond.

Freitag, 28. Mai 2021

Zugvögel

Hallo an alle die mehr in einem Buch suchen als "nur" Unterhaltung,

dieses hier ist ein echter Zufallsgriff und ich bin versucht es weiteren Menschen zu schenken, aber irgendwas hält mich ab.

Fakten:
  • Autorin: Charlotte McConaghy
  • Übersetzerin: Tanja Handels
  • Roman
  • 2020 erschienen 
  • 400 Seiten
  • S. Fischer Verlag 
  • Preis: 22,00€ (gebundenes Buch)
Klappentext:
Auf der Suche nach Erlösung folgt eine junge Frau den letzten Küstenseeschwalben in die Antarktis Franny hat ihr ganzes Leben am Meer verbracht, die wilden Strömungen und gefiederten Gefährten den Menschen vorgezogen. Als die Vögel zu verschwinden beginnen, beschließt die Ornithologin den letzten Küstenseeschwalben zu folgen. Inmitten der exzentrischen Crew eines der letzten Fischerboote macht sie sich auf den Weg in die Antarktis. Schutzlos ist die junge Frau den Naturgewalten des Atlantiks ausgeliefert, allein die Vögel sind ihr Kompass. Doch wohin die Tiere sie auch führen, vor ihrer Vergangenheit kann Franny nicht fliehen. Ihr folgt das Geheimnis eines Verbrechens, die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe. Und schon bald entwickelt sich die Reise zu einem lebensbedrohlichen Abenteuer.

Dies ist ein ganz außergewöhnliches Buch. Franny ist unsere Protagonistin und ebenso ein besonderer Charakter. Sie ist eine Frau die die Welt am Abgrund sieht. Ihr ist es wohl bewusster als anderen da sie selbst ihre ganz eigene Welt nicht einordnen kann. Auf der einen Seite ist sie tief unglücklich und rastlos, dann wieder verfolgt sie einen tiefen Wunsch und würde alles tun, um ihn sich zu erfüllen. Es ist ein ständiges Auf und Ab der Gefühle die sie durchlebt und umtreibt. 

Mit ihr erleben wir eine Art Zukunft. Diese ist völlig dem Klimawandel unterlegen. Es gibt kaum noch Tiere und die Gesellschaft hat sich mehr oder weniger entzweit. So genau wird dieses Thema nicht beleuchtet, sondern nur Ausschnitte von Auswirkungen behandelt. Diese sind aber so einschneidend, dass mir auch gleich ganz anders wurde. Die Autorin schafft es dabei total realistisch zu bleiben. Als Leser nehme ich die besprochenen Effekte nun besonders stark in meinem Alltag wahr. 

Ein weiteres Thema an dem unsere Protagonistin nicht vorbeikommt obwohl sie sich so bemüht ist die Liebe. Wir haben hier keine Schnulze, es handelt sich um eine ganz direkte und tiefe Verbundenheit. Die Familie wächst auch, doch all das scheint an Franny kaum Spuren zu hinterlassen. Sie liebt ihre Familie, doch ein viel stärkerer Drang erfüllt sie. Sie will weg, nicht lang an einem Ort sein, mit den Vögeln reisen, raus aus allen Zwängen und Engen der Gesellschaft oder doch des Lebens? 

Die Kapitel springen in den unterschiedlichsten Zeitetappen in Frannys Leben hin und her. Am Anfang führt das zu einigen - versteh ich jetzt nicht - Momenten, doch später fügt sich alles zusammen. 

Mit den Nebencharakteren erleben wir auch die unterschiedlichen Themen und Situationen mit Franny. Mit niemandem wird der Leser aber so richtig warm, sie sind auch eher Figuren die zwar da sind aber nicht in den Fokus genommen werden. Normalerweise mag ich das ja nicht so, aber diesmal hat es mich nicht gestört. Franny nimmt einen komplett ein. 

Ein Glück ist der Schreibstil der Autorin ebenso ungewöhnlich und damit wunderbar passend zum Inhalt. Das ist kein klassischer Unterhaltungsroman. Er ist vielmehr erschreckend und düster. Es schwingt eine beschwerliche Atmosphäre mit. Dieses Buch ist sehr besonders und sollte unbedingt von vielen gelesen werden. Empfehlen kann ich es jedem, der einen Blick raus aus der Komfortzone wagen möchte,

eure Blue Diamond.

Freitag, 14. Mai 2021

Starkes weiches Herz: Wie Mut und Liebe unsere Welt verändern können

Hallo ihr Lieben,

als ich von diesem Titel das erste mal gehört habe dachte ich - das brauchst du ganz dringend in deinem Regal. Irgendwie habe ich es dann wieder aus den Augen verloren und nun kam es auf Bookbeat in mein Blickfeld und ich sah meine Chance. Wahrscheinlich wird das ein Buch sein, was ich mir auch mal kaufen werde, denn ich möchte es einfach haben.

Fakten:
  • Autorin: Madeleine Alizadeh
  • Erzählerin: Madeleine Alizadeh
  • Sachbuch
  • 2020 erschienen (als Hörbuch)
  • 8h 32min
  • avm Verlag
  • Preis: 15,45€ (Audio-CD)
Klappentext:
"Madeleine Alizadeh, im Internet als "dariadaria" bekannt, beschäftigt sich mit all den kleinen großen Fragen: Ist mein Leben erfüllt? Was ist mir wichtig und wie stehe ich dafür ein? Wie kann ich in einer Welt voller Krisen optimistisch bleiben? Sie gibt ihren Leserinnen einen gut gefüllten Werkzeugkoffer mit auf den Weg, der ihnen hilft, sich ihrem inneren Zuhause mit ganz viel Liebe zu widmen und für all das, wofür es sich zu kämpfen lohnt, mit Mut einzustehen: für Feminismus und Gleichberechtigung, gegen Klimawandel und rechte Hetze. Gleichzeitig stark und weich zu sein ist kein Widerspruch. Eine beeindruckende junge Frau!"

Dieses Buch ist eine Zusammenfassung vieler Momente und Gedanken der Autorin aus ihrem bisherigen Leben. Dabei ordnet sie alles in Teilbereiche. Diese einzelnen Bereiche grenzen sich auch eindeutig ab. 

Sie beginnt mit allgemeineren Themen wie politischen Gegebenheiten. Dabei betrachtet sie vor allem viele Vorurteile und Klischees. Was sie so erlebt hat wird einigen nicht unbekannt sein. Klar hat sie nicht die Alleinstellungsprobleme - sowas gibt es eben nicht - doch der Umgang mit ihnen erscheint mir bei ihr doch besonders. 

Zentrale Themen sind Feminismus, Karriere, Beziehungen und wie junge Menschen sich in der Welt beweisen.

Im Laufe des Buches wird sie immer persönlicher. Sie berichtet von ihrer Familie und ihrem Bekanntheitsstatus. Natürlich erzählt sie meistens von Herausforderungen und auch Schwierigkeiten, da sie ja die - ihre - Lösung dafür zeigen möchte.

Diese Lösung steckt für sie im Umgang mit einfach allem. Insbesondere legt sie großen Wert auf alle Emotionen und mit ihnen ans Ziel zu kommen, anstatt sie zu verbergen wie viele Menschen es wohl tun. Für diese Haltung kann ich sie einfach nur mögen. Auch ich finde es absolut erstrebenswert immer alle Emotionen zu transportieren. Na klar ist das dann auch für alle um einen herum nicht so super leicht, doch umgedreht wollen ja auch alle ausgehalten werden. 

Im Hörbuch kommt natürlich sehr stark rüber wie ihre Haltung ist und auch wie gut sie in sich ruht. Deswegen würde ich euch definitiv das Hörbuch empfehlen wenn ihr den Inhalt kennen wollt, aber unsicher seid ob das was für sie ist. 

Ich glaube auch das dieses Buch nur für wenige so richtig toll sein wird, denn man muss schon ähnlich ticken um nachvollziehen zu können was die Autorin wie entscheidet. 

Der Schreibstil ist sehr umgangssprachlich und fast so als würde sie direkt mit einem quatschen. Dieses Schätzchen möchte ich daher nicht empfehlen, sondern jedem ganz nah ans Herz legen,

eure Blue Diamond.

Sonntag, 9. Mai 2021

Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch

Hallo zusammen,

hatte ich beim letzten Mal nicht gesagt, ich wollte dieses Buch schon lang lesen und dann irgendwie doch nicht mehr? Naja nun hab ichs gehört und es ging recht schnell.

Fakten:
  • Autorin: Sophie Passmann
  • Erzählerin: Sophie Passmann
  • Sachbuch
  • 5h 17min
  • 2019 erschienen
  • tacheles!/Roof Music Verlag
  • Preis: 9,19€ (Audio-CD)
Klappentext:
"Sophie Passmann ist Feministin und so gar nicht einverstanden mit der Plattitüde, der alte weiße Mann sei an allem schuld. Es wurde auch nie genau geklärt, was der alte weiße Mann eigentlich genau ist. Sie will wissen, was hinter diesem Klischeebild steckt und geht der Sache auf den Grund. Im Gespräch mit u.a.: Kai Diekmann, Kevin Kühnert, Robert Habeck, Sascha Lobo, Micky Beisenherz, Rainer Langhans, Peter Tauber, Christoph Amend und natürlich: Papa Passmann."

Nachdem ich dieses erste Buch von Sophie Passmann kenne, kann ich das Zweite wesentlich besser nachvollziehen. Klar inhaltlich haben die beiden zwar gar nichts miteinander zu tun, doch ich kann die Autorin jetzt einfach besser verstehen wie sie sich ausdrückt und was sie vermitteln möchte. Auch dieses Buch liest sie selbst vor. Entweder ich hab mich vom letzten mal daran gewöhnt gehabt oder es war besser, fand ich es hier gut vorgetragen.

Die Autorin erklärt uns, dass sie diesem Phänomen des alten weißen Mannes auf den Grund gehen will und dies glaubt am besten zu können, indem sie solche vermeintlichen dazu zu befragen. Sie hat sich hier an Bandbreite an Kandidaten ausgesucht, von denen man teilweise zumindest erwarten würde, dass sie selbst dem Stigma nicht entsprechen und es dann doch auf erstaunliche Art und Weise tun. Alle Interviewpartner scheinen sehr offen und direkt zum Thema zu antworten, was ich schonmal sehr gut fand und auch überrascht war. Natürlich können das auch Lügen sein, die besonders gut verpackt sind, aber naja, das glaub ich nicht.

Besonders gut fand ich die selbstreflektierten Einwürfe der Autorin. Sie beschreibt sehr gut, warum manche Gespräche wie geführt wurden und warum vermutlich diese und jene Antworten dazu kamen. Vielleicht hätte jemand anderes mit anderen Faktoren andere Antworten erzielt. Gerade deswegen finde ich den Untertitel auch so passend. Es geht ihr nicht darum jemand vorzuführen oder furchtbar emanzipiert aufzutreten. Sie möchte einfach nur das Bild des alten weißen Mannes aufzeigen. 

Mir haben diese Dialoge einfach Spaß gemacht und ich fand auch die Gesprächspartner sehr gut gewählt. Die Dynamik war definitiv da und es ging auch flüssig voran. Ich finde die Wortwahl und den Ausdruck der Autorin immernoch sehr eigen, man erkennt sie daran eindeutig und ich glaube, dass ist immer ein gutes Zeichen - eben authentisch.

Dennoch ist das jetzt kein Buch was einen unwiderbringlichen Mehrwert bietet oder ich sage würde - lies es unbedingt. Es ist aber eben auch nicht langweilig. Ich mochte es. Empfehlen kann ich es für ein bisschen offenes Talkshowformat zwischendurch,

eure Blue Diamond.

Freitag, 30. April 2021

Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde

Ja liebe Zukunftsvisionäre, 

das könnte was für euch sein, aber ihr solltet ein Grundwissen für Baustoffe oder zumindest großes Interesse dafür mitbringen.

Fakten:
  • Autor: Alan Weisman
  • Übersetzer: Hainer Kober
  • Sachbuch
  • 2007 erschienen
  • 384 Seiten
  • Piper Verlag
  • Preis: gebundene Variante nur noch gebraucht erhältlich
Klappentext:
"Angenommen, die Menschheit verschwindet von einem Tag auf den anderen von unserem Planeten: Welche Spuren hinterlassen wir auf der Erde? Alan Weisman beschreibt, wie die Welt ohne uns der Auflösung anheimfällt, wie unsere Rohrleitungen zu einem Gebirge reinsten Eisens korrodieren, warum einige Bauwerke und Kirchen womöglich als letzte Überreste von Menschenhand stehen bleiben, wie Ratten und Schaben ohne uns zu kämpfen haben und dass Plastik und Radiowellen unsere langlebigsten Geschenke an den Planeten sein werden. Schon ein Jahr nach unserem Verschwinden werden Millionen Vögel mehr leben, weil die Warnlichter unserer Flughäfen erloschen sind. In 20 Jahren werden die großen Avenues in Manhattan zu Flüssen geworden sein. Unsere Häuser halten 50, vielleicht 100 Jahre. Großstädte in der Nähe von Flussdeltas, wie Hamburg, werden in 300 Jahren fortgewaschen. Und nach 500 Jahren wächst Urwald über unsere Stadtviertel. Mehr dazu unter: www.worldwithoutus.com"

Dieses Buch hat mir ein Arbeitskollege ausgeliehen. Zunächst hatte ich mich sehr gefreut, denn der Klappentext sprach mich an. Voller Euphorie begann ich zu lesen und naaaja, ich kam so überhaupt nicht in Schwung und dann kam Corona und den Kollegen hab ich seitdem nicht gesehen, dass er es zurück wollen könnte. Also gab ich dem ganzen jetzt nach über einem Jahr eine zweite Chance. 

Ganz ehrlich ich hab mich durch die Seiten gequält und egal ob ich verstanden habe, was ich da gelesen habe oder nicht, ich hab weiter gemacht. Und versprochen das war oft der Fall. Mit dieser Taktik wars aber eben auch schnell vorbei und es gab durchaus auch Abschnitte die mir gefallen haben.

Nun handelt es sich hier weder um einen Roman noch um ein Sachbuch. Der Autor beschreibt eben wirklich seine Vorstellungen und für ihn logische Schlussfolgerungen. Klar da ist sicher viel richtig, aber ich würde es jetzt mal nicht wissenschaftlich einwandfrei nennen. Das war schon so ein Punkt, wo ich mich einfach nicht gut aufgehoben gefühlt habe. 

Der Autor führt uns im Buch durch verschiedene Zeiträume, ehemalige menschlich Lebensräume, stellt auch die der Vision dar und beschreibt eben wirklich detailliert wie sich die Natur die ehemalige menschliche Welt zurück holt und zu eigen macht. Dabei geht er vor allem auf Baustoffe und deren Verfall ein. Für Menschen die in diesen Bereichen versiert sind - wie auch mein Kollege - ist das sicher ungemein faszinierend und spannend. Vielleicht denkt man dann auch zweimal nach was man derzeit so benutzt und nimmt was anderes. Sicher weckt es auch Verständnis für Nachhaltigkeit im Sinne von Verfall. Alles super Gedanken und jeder der sich in den Bereichen zu Hause fühlt sollte dieses Buch lesen. 

Nun bin ich halt keiner von denen bzw. In anderen Themen dieser Bereiche eher zu Hause und konnte es daher nicht wirklich genießen und ja vielleicht wollte ich auch nur die Seiten für den Subabbau haben.

Kennt ihr das Buch und sollte ich es nochmal mit mehr Verstand und Zeit lesen?

Eure Blue Diamond.

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Im Grunde gut - Eine neue Geschichte der Menschheit

Hallo an alle die an das Gute im Menschen glauben,

dieses Buch ist genau das Richtige für euch.

Fakten:

  • Autor: Rutger Bregman
  • Übersetzer: Ulrich Faure & Gerd Busse
  • Sachbuch
  • 2020 erschienen
  • 480 Seiten
  • Rowohlt Buchverlag
  • Preis: 24,00€ (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"Der Historiker und Journalist Rutger Bregman setzt sich in seinem neuen Buch mit dem Wesen des Menschen auseinander. Anders als in der westlichen Denktradition angenommen ist der Mensch seinen Thesen nach nicht böse, sondern im Gegenteil: von Grund auf gut. Und geht man von dieser Prämisse aus, ist es möglich, die Welt und den Menschen in ihr komplett neu und grundoptimistisch zu denken. In seinem mitreißend geschriebenen, überzeugenden Buch präsentiert Bregman Ideen für die Verbesserung der Welt. Sie sind innovativ und mutig und stimmen vor allem hoffnungsfroh."

Also zunächst, ich kann nicht einschätzen wie wahrheitsgetreu die Inhalte dieses Buches sind und habe es auch nicht geprüft. Doch alles ist mit Autoren und co. beschrieben und daher bin ich zuversichtlich. Und wenn alles so belegt werden kann und damit auf eine Interpretation hin richtig ist, dann gibt es wohl nichts Wunderbareres. 

Von diesem Autor habe ich euch ja bereits vor kurzem ein Buch vorgestellt. Dieses betrachtet eine allgemeinere Sicht der Gesellschaft. Es geht im Grunde um das alltägliche Leben und wie der Mensch sich verhält. Dabei haben wir wohl alle in unserer Schulzeit, von unseren Eltern, Freunden und unserer Umwelt gelernt, dass man skeptisch sein muss, ein Funken Misstrauen nie schadet, ein bisschen Egoismus gesund ist, andere einem sowieso nur Schlechtes wollen und eben all diese schlechten Dinge die im Leben eben so mitschwingen. Die uns damit ja auch automatisch beeinflussen und unser Verhalten entsprechend lenken. 

Wenn ihr euch für Verhaltenspsychologie und diese Bereiche interessiert, kennt ihr sicher einige Studien die der Autor anführt. Einiges war für mich noch völlig neu und ich war sehr schockiert wie verdreht durch wenige kleine andere Darstellungen ganze Ereignisse und Rückschlüsse falsch getroffen, argumentiert und einfach auch nicht richtig gestellt werden. Wenn es so öfter zugeht ja dann kann man deswegen schon wieder den Glauben an die Menschheit verlieren. Da ich aber ein Optimist bin achte ich auf ganz andere Aussagen des Buches.

So zerlegt der Autor jede Schlechtigkeit der angeführten Studien und zeigt ihre Manipulation auf. Wie gesagt muss man ja dann auch hier den Autor glauben, wie vorher denen der Studien. Ja eine Zwickmühle aber damit wird man sich im Leben wohl wirklich arrangieren müssen. 

Dabei folgt das Buch jetzt keinem tiefgründigen roten Faden, es erzählt mehr so vor sich hin. Wie wenn man sich mit einem schlauen Menschen unterhält und der einem erklärt wie die Welt funktioniert.

Ziel ist es aufzuzeigen dass die Menschheit und damit die Welt auch ganz anders und viel besser funktionieren und harmonieren könnte. Wir lernen dabei so viel und ich hatte tausende aha-Momente. Das wünsche ich jedem anderen auch, daher ist es für mich auch ein must read. 

Kennt ihr dieses Buch? Was glaubt ihr? Ich bin und bleibe Optimist,

eure Blue Diamond.



Sonntag, 6. Dezember 2020

Nussknacker und Mausekönig

Hallo meine Märchenleser,

als Kind habe ich gern Barbie und der Nussknacker geschaut. Der Film ist inspiriert von der berühmten Nussknacker Suite. Was mir allerdings nicht bewusst war, obwohl es um Vorspann gezeigt wird, ist, dass das Original ein Märchen von E. T. A. Hoffmann ist. Und als mir das irgendwann bewusst wurde, habe ich das Büchlein natürlich direkt bestellt.

Die Fakten: 
  • Autor: E. T. A. Hoffmann
  • Titel: Nussknacker und Mausekönig
  • Erschienen: 2011 (erstmals 1816)
  • Verlag: Anaconda
  • Seiten: 96
  • Preis: 3,95 Euro
  • Klappentext: "Am Weihnachtsabend naht im Haus des Medizinalrats Stahlbaum die Bescherung. Für die Kinder hat ihr Pate Droßelmeier wie jedes Jahr hübsches mechanisches Spielzeug im Gepäck, doch die kleine Marie spielt bis tief in die Nacht hinein lieber mit einem ganz und gar nicht hübschen Nussknacker. Als um Mitternacht plötzlich die Schar der Spielzeuge lebendig wird und sich unter dem Befehl des Nussknackers in eine erbitterte Schlacht mit dem Heer des bosen Mausekönigs stürzt, öffnet sich für Marie das Tor ins märchenhafte Reich der Fantasie."

Zur Handlung: Hinter allen fantastischen Geschenken entdeckt Marie am Weihnachtsabend einen komischen Nussknacker. Keiner weiß recht, woher er kommt, aber Marie kann ihn nicht loslassen. Als ihr Bruder ihn fast kaputt macht, ist sie am Boden zerstört. In der Nacht taucht dann der Mäusekönig auf und will den Nussknacker vernichten. Marie rettet ihn in letzter Sekunde und gefährdet damit sich selbst.

Als sie am nächsten Morgen aufwacht, reden alle davon, dass sie im Spielzimmer einschlief und dann lebhaft träumte. Irgendwie hat sie sich dabei schlimm verletzt und muss nun im Bett bleiben. Ihr Pate Droßelmeier repariert den Nussknacker, doch Marie kann nicht aufhören an das Gesehene zu denken, und nachts beginnt sie die Stimme des Mäusekönigs zu hören.

Die Geschichten von E. T. A. Hoffmann haben mich schon vor Jahren begeistert, da sie meist etwas schaurig, aber auch irgendwie schön sind. Dieses Märchen hier ist dabei schon anders gelagert, denn es ist für Kinder gemacht. Die kleine Marie ist wirklich noch ein richtiges Kind, nicht wie in den Adaptionen schon eine junge Frau.

Ich mochte die Stimmung, die dieses Buch am Anfang einfängt. Sie kindliche Neugier, aber auch etwas Angst und Nervosität, was am Heiligabend wohl passieren wird. Marie ist dabei ein ganz normales Kind, welches es schafft, über die Hässlichkeit des Nussknackers hinwegzusehen und ihn als Spielzeug liebgewinnt. Sie hat eine ausgeprägt Fantasie, wenn man ihren Eltern glauben will, dass es den Mäusekönig nicht gibt.

Ein Teil des Märchens wird wiederum darauf verwendet, ein anderes Märchen zu erzählen, nämlich das von der harten Nuss. Hierbei geht es um die Entstehungsgeschichte des Nussknackers. Ich mochte diese Idee vom Märchen im Märchen sehr. Damit bekommt auch der stille Nussknacker einen Hintergrund und wir können mit ihm sympatisieren. Wiederum wird der Mäusekönig dadurch noch etwas grusliger, was angesichts seiner sieben Köpfe kaum mehr geht.

Das Buch ist in kurze Kapitel unterteilt, die sich sehr zum Vorlesen und Gemeinsamlesen eignen. Wenn man das Buch mit Kindern liest, sollte man im Kopf behalten, dass Märchen vor 200 Jahren noch anders waren als heutige Disney-Filme. Ich finde das nicht schlimm, die Kinder damals haben es ja auch überlebt. Aber es wird schon ein bisschen gruselig und blutig, aber nicht schlimm. Am Ende werden wir dann auch mit dem Puppenreich und der Konfektburg belohnt.

Ich fand es interessant, wie sehr dieses Buch doch von den Adaptionen, die ich kenne, abweicht. Dies liegt wohl vor allem an der deutlich bekannteren Nussknacker Suite, die den Fokus deutlich stärker auf die Geschehnisse im Reich der Süßigkeiten setzt. Allein schon das Alter von Marie, aber auch der starke Fokus auf die reale Welt von Marie haben mich überrascht. 

Das Ende ist dann wieder altbekannt und passt gut zum Märchenhaften. Insgesamt hat das Buch mir gut gefallen, denn es ist kurzweilig, irgendwie nostalgisch und sehr gut geschrieben. Dennoch hat mich die Geschichte nicht ganz so berührt wie die mir bereits bekannten Adaptionen, weil ich einfach mehr an diese gewohnt bin. So hat die Zuckerfee mir doch arg gefehlt. 

Habt ihr das Buch bereits gelesen? Ging es euch ähnlich wie mir?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Mittwoch, 2. Dezember 2020

Heimlich-unheimliche Weihnachts- und Wintergeschichten

Hallo meine Weihnachtsfreunde,

wir beginnen mit einigen Büchern, die ich schon letztes Jahr über die Feiertage gelesen habe. Da ich euch aber nicht noch im Januar damit belästigen wollte, hebe ich die Rezensionen einfach auf. Dieses Büchlein hatte ich schon eine Weile im Schrank stehen, irgendwer hatte es mal empfohlen und ich mag diese Art Geschichten. Allerdings hat es dann Jahr um Jahr nie in meine Lesepläne gepasst.

Die Fakten:
  • Autor: Barbara Bartos-Höppner
  • Illustrator: Ursula Kirchberg
  • Titel: Heimlich-unheimliche Weihnachts- und Winterschichten
  • Erschienen: 2003
  • Verlag: Husum Druck- und Verlagsgesellschaft
  • Seiten: 97
  • Preis: 10,95 Euro
  • Klappentext: "Geschichten wie jene, denen man früher an langen Winterabenden am Kachelofen lauschte, erzählt Barbara Bartos-Höppner. Geschichten von längst vergangenen Zeiten, als man noch zu Pferde oder mit dem Flusskahn reiste, und von Orten, die es so nicht mehr gibt - oder vielleicht nie gegeben hat -, aus einer Zeit als der Winter mit seiner undurchdringlichen Dunkelheit, mit Schnee, Eis und Kälte eine Bedrohung und das Übersinnliche ein fester Bestandteil des Lebens waren. Die Weihnachts- und Wintergeschichten berichten von Naturphänomenen, Begegnungen mit Geistern und heidnischen Göttern und anderen unerklärliche Ereignissen. Heimlich-unheimlich entführen sie uns in eine andere Welt."

Zunächst möchte ich nun zu jeder Geschichte einige Worte verlieren und dann gibt es meine Meinung insgesamt zum Buch.


  • Die Stunde vor Mitternacht
Diese erste Geschichte handelt vom Teufel und seiner mächtigsten Stunde. Ein Mann wollte ihn überlisten und kam nur knapp mit dem Leben davon. Die Geschichte fühlt sich definitiv althergebracht an, aber das Ende war etwas antiklimaktisch. Ich gebe dieser Geschichte 3 Sterne.


  • Das Robbenweibchen
Diese Geschichte ist länger und wie ein echtes Märchen. Ein Bauer findet ein schönes Mädchen, das eigentlich eine Robbe ist, und holt sie sich heim. Wie bei einem echten Märchen werden Frauenrechte hier nicht groß geschrieben, und obwohl es einem Märchen sehr gleich kommt, finde ich das Ende dann doch etwas verstörend. Daher gebe ich 4 Sterne.


  • Die Totenmesse
Diese kurze Geschichte hat mir extrem gut gefallen. Die Stimmung ist toll eingefangen, die Handlung ist packend und das Ende gibt einem noch einen Schauer über den Rücken. Absolut gelungen, bekommt von mir 5 Sterne.


  • Der Sturmzauber
Eine Geschichte über einen jungen Seemann, der drei Hexen belauscht und daraufhin sein Schiff retten kann. Ich mochte die Geschichte, auch der junge Seemann war mir sympathisch, aber sie hat mich nicht ganz so mitgerissen wie die Geschichte zuvor, daher gebe ich 4 Sterne.


  • Das Geständnis
Dies ist weniger eine Geistergeschichte als eine sehr realistische Kriminalgeschichte. Ein Förster verschwindet kurz vor Heiligabend im Wald, seine Frau wird vom Hund zur Rettung geholt. Diese Geschichte war für mich nicht ganz so passend für die Sammlung, daher gebe ich 3 Sterne.


  • Der unheimliche Fahrgast
Ein reicher Händler kehrt vom Weihnachtsmarkt nach Hause zurück und nimmt eine arme alte Frau mit, die sich als echte Gefahr erweist. Ich hatte von der Geschichte zunächst eine andere Wendung erwartet, sie war dann doch sehr vorhersehbar, und obwohl ich mit dem armen Mann nicht tauschen möchte, gebe ich der Geschichte doch nur 3 Sterne.


  • Der Chronist weiß zu berichten...
Wow, hier treffen wir auf zwei verbitterte Leute. Ein ärmlicher Mann und seine Frau leben auf einem Hügel neben einem reichen Bauernhof. Vor allem sie ist verbittert, da sie arm sind. Als zum Weihnachtsabend eine Chance besteht, Gutes zu tun, wird sie vernachlässigt. Auch wenn diese Geschichte nichts wirklich Unheimliches hatte, sind diese beiden doch zum Fürchten. Ich gebe 4 Sterne.


  • Die Schänke "Zur Hohen Brücke"
Was hier genau geschah, werden wir wohl nie erfahren, aber am Heiligabend treffen sich einige Fremde in einem Wirtshaus und kommen ins Gespräch. Die Geschichte will einen wohl wieder zum Gottesdienst bewegen, aber das ist bei mir an der falschen Adresse. Interessant finde ich die Geschichte wegen ihres Nachsatzes - es gibt tatsächlich ein altes Märchen zu dieser Geschichte, es ist also eine Neuerzählung. Ich gebe ihr 4 Sterne.


  • "Hol über, Fährmann"
In dieser Geschichte geht es noch um die alten Götter, um den Jäger, der die Menschen erschreckt. Ich gebe zu, damit kenne ich mich nicht gut aus und weiß daher nicht, welchen Schrecken der Fährmann erlebt hat. Sicherlich ist die Stimmung sehr atmosphärisch, aber an sich schienen alle ja ganz freundlich zu ihm. Ich gebe 4 Sterne.


  • Die zwölf Fremden
Eine Kriegsgeschichte und keine Geistergeschichte, obwohl die Mutter wohl von einem guten Geist beseelt war. Ich mochte diese Geschichte generell schon, allerdings erwarte ich bei Gruselgeschichten etwas anderes. Daher gebe ich 3 Sterne, eher weihnachtlich als unheimlich.


  • Als ich einmal der Weihnachtsmann war
Ebenfalls eine Kriegsgeschichte, oder schon Nachkriegszeit, auch irgendwie schön und weihnachtlich, aber eher nicht unheimlich. Ich mochte die Wendung am Ende sehr, das hatte ich nicht kommen sehen, und kann es mir bildlich vorstellen - wir alle hatten den Moment mal. Ich gebe ihr 4 Sterne.

Dies waren alle Geschichten in diesem kleinen Buch. Es ist sehr kurzweilig, man kann die Geschichten gut hintereinander weglesen oder sich jeden Abend eine Geschichte gönnen. Sie sind schön kurz, also auch toll zum Vorlesen. Ich mag auch, dass die beiden letzten Geschichten dann eher weihnachtlich sind, denn so kann man sich diese eher für die Vorweihnachtsabende aufheben.

Was mich noch ein bisschen irritiert ist, dass nicht deutlich wird, ob es sich hier um neue Geschichten, Neuerzählungen oder was immer handelt. Die eine Geschichte ist ja so spezifisch, dass man es googlen kann, aber ich fände da mehr Transparenz einfach schön. Kommt euch also einer der Geschichten vielleicht bekannt vor? Ich habe inzwischen bei zwei Geschichten historische Quellen gefunden (Totenmesse und Schänke).

Insgesamt finde ich das Buch aber empfehlenswert, wenn die grundlegende Idee euch gut gefällt. Die Geschichten sind kurzweilig, sehr verschieden und unterhaltsam. Man kann hier eigentlich nichts falsch machen, wenn der Titel einen anspricht.

Kennt ihr das Buch? Sprechen euch solche Büchlein an über die Weihnachtszeit?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Mittwoch, 18. November 2020

Die Grimm-Chroniken

Hallo an alle Märchenfans,

ich habe diese Reihe entdeckt und war sofort neugierig. Es gibt ja schon einige Märchenadaptionen, aber diese schien auf den ersten Blick doch einen anderen Charakter noch zu haben.

Fakten:

  • Autorin: Maya Shepherd
  • Märchenadaption
  • seid 2018
  • ca. 150 Seiten je Band
  • bisher 22 erschienene Bände
  • Sternensand Verlag
  • Preis: 8,28€

Klappentext: 

"Dieses Buch beginnt nicht mit Es war einmal, denn auf diese Weise fangen all die Lügen an, die Wilhelm und Jacob in die Welt gesetzt haben. Dies ist kein Märchen, sondern eine wahre Geschichte. Es heißt, die Bösen werden bestraft und die Guten leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Das Leben ist aber nicht schwarz-weiß und gewiss nicht glücklich. Rot ist die Farbe, die über das Schicksal bestimmen wird. Die Lüge ist oft nicht von der Wahrheit zu unterscheiden, am wenigsten, wenn die Wahrheit zu schrecklich ist, um sie glauben zu wollen."

Dieser Klappentext ist wie immer bei einer Reihe der vom ersten Band.

Zunächst ein großes Lob für die Cover aller Bänder und auch für die Idee der Machart. Klar ist es eine ziemlich kostenintensive Reihe mit mittlerweile 22 Bänden zu je ca. 8€ pro Buch, aber es wird sicher ein schönes Sammlerwerk. Ich persönlich habe nur die ersten beiden Bände gehört, aber beim Hören gab es immer ein kleines goody, nämlich eine Tonspur der Autorin die ein bisschen zum jeweiligen Band und den wahren historischen Hintergründen erzählt.

Inhaltlich habe ich den Eindruck gewonnen, dass hier Märchen und Realität verbunden werden. Wir verfolgen Geschwister, die schon immer einen Narren an Märchen gefunden haben und auch noch die Namen der Gebrüder Grimm tragen. Sie erleben dann plötzlich ein paar Merkwürdigkeiten die zum Beispiel auch einen gruseligen Mann in ihr Leben bringen.

Im zweiten Band ging die sehr abrupt gesendete Geschichte aus Band 1 weiter. Und wir gelangen dann auch in eine märchenhafte Welt, die eng mit der Realität verbunden ist. Mehr möchte ich gar nicht verraten und ehrlicherweise hätte ich auch kaum mehr zu bieten, denn die Bände sind inhaltlich tatsächlich sehr knapp.

In jedem Band wird ein anderes Märchen in den Fokus gesetzt und heißt auch entsprechend. Das ist sehr kreativ und gut umgesetzt. Dennoch werden die einzelnen Elemente sehr sehr schnell abgehakt. Klar kommt auch das Märchen wieder nahe, denn auch diese sind ja kurz, doch haben sie eben auch nicht so viele Charaktere inne oder wollen eine komplexe Welt aufbauen. 

Das ist meine Hauptkritik und auch der Moment gewesen, wo ich einfach nicht weiter lesen wollte. 

Noch dazu würde ich der Altersempfehlung bis 15 Jahren sehr folgen. Der Schreibstil ist leicht verständlich und hat trotzdem Pepp. Es ist witzig und doch auch mit kleinen moralischen Lernmomenten versehen. Meine Empfehlung geht also sehr an eher lesefaule Jugendliche, die die Märchen der Gebrüder Grimm kennen. 

Die Kritik von älteren Lesern kann ich daher verstehen, finde sie aber zu wenig reflektiert. Klar auch mir fehlte einfach der Schwung und das abrupte Beenden von Details hat mir nicht gefallen, aber generell mag ich die Idee und das Konzept. Ja wäre es eine Reihe die eine Zielgruppe in meinem Alter ansprechen möchte, wäre sie auch mir zu schwach. 

Entscheidet also bitte gut, ob ihr für so kurze knackige Lektüre der Typ seid,

eure Blue Diamond.



Sonntag, 27. September 2020

Eine Frau erlebt die Polarnacht

Hallo an alle Abenteurer,

vorhin bin ich raus gegangen und habe Schneeluft gerochen. Ja ich glaube lange lässt der erste Schnee nicht mehr auf sich warten. Zu dieser Stimmung passt dieser kleine Goldschatz.

Fakten:

  • Christiane Ritter
  • 2017 erschienen
  • Erlebnisbericht
  • 192 Seiten
  • Ullstein Taschenbuch
  • Preis: 10,00€

Klappentext:

"Die Arktis ist die Zone der Welt, wo der Himmel die Erde berührt. Nicht jeder erträgt das große Licht, nicht jeder die Finsternis, nicht jeder die große Einsamkeit. Ich hatte die große Gnade, gleich am Anfang meines Abenteuers, und dies alleine, mitten hineingeschleudert zu werden in die Unerbittlichkeit der wilden Natur und erhielt meine Feuertaufe."

In diesem Büchlein spielt die Autorin gleichzeitig die Hauptrolle. Sie ist die Frau eines Abenteurers und möchte dieses gern mit ihm gemeinsam erleben. Dies alles geschah in den 40er Jahren in der Arktis. Zu dieser Zeit gab es noch nicht wirklich viel Technik die einem beim Leben in der Arktis unterstützen könnte. Doch selbst das was es gab hatten die beiden nicht dabei. Von Seeleuten die abrieten, wurden sie mit einem Freund nach Spitzbergen gebracht. Dort lebten sie in einer Hütte. Die beiden Männer gingen oft tagelang weg um Robben und Bären zu jagen. Dann war Christiane völlig allein, selbst in schlimmsten Schneestürmen. 

Ich glaube das Hauptanliegen dieses Erlebnisberichtes ist es die Faszination von Eis, Stille, Angst und Naturgewalt zu beschreiben. Alles wird sehr detailliert dargestellt, aber nicht total emotional. Es ist vor allem eine Landschaftsbeschreibung. Natürlich werden so auch einige Grausamkeiten gezeigt, wie das Töten von Tieren für Pelze. Nicht sehr neuzeitlich aber wohl authentisch für die damalige Zeit. 

Grundsätzlich mochte ich diese kleine Lektüre und finde sie in jedem Fall lesenswert. Fast schon so eine Art Grundliteratur. Winter- und Abenteuerfans werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen und in die Faszination der Arktis abtauchen können. 

Mögt ihr den Winter oder Schnee und Kälte?

Eure Blue Diamond.

Mittwoch, 8. Juli 2020

Die Fotografin

Hallo zusammen,

heute möchte ich euch wieder eine Reihe vorstellen. Diese ist auch von der Autorin von der ich vor kurzem geschwärmt habe.

Fakten:
  • Autorin: Petra Durst-Benning
  • Roman
  • 2020
  • um die 450 Seiten je Buch
  • Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • Preis: 10,00€
Klappentext:
"Mimi Reventlow war schon immer anders als die Frauen ihrer Zeit. Es ist das Jahr 1911, und während andere Frauen sich um Familie und Haushalt kümmern, hat Mimi ihren großen Traum wahr gemacht. Sie bereist als Fotografin das ganze Land und liebt es, den Menschen mit ihren Fotografien Schönheit zu schenken, genau wie ihr Onkel Josef, der ihr großes Vorbild ist. Als dieser erkrankt, zieht sie in das kleine Leinenweberdorf Laichingen, um ihn zu pflegen und vorübergehend sein Fotoatelier zu übernehmen. Ihm zuliebe verzichtet sie nicht nur auf ihre Unabhängigkeit, sondern sieht sich in Laichingen zunächst auch den misstrauischen Blicken der Dorfbewohner ausgesetzt, da sie mehr als einmal mit ihrem Freigeist aneckt. Und als bald ein Mann Mimis Herz höher schlagen lässt, muss sie eine Entscheidung treffen…"

Trotz das ich jetzt über drei Bände zusammenfassend schreiben werde und einer noch erscheint, habe ich euch den Klappentext des ersten Bandes reingesetzt. Ich glaube das ihr so ein besseres Gefühl für den Stil der Geschichte erlangen könnt.

Mimi ist unsere absolute Hauptfigur. Sie ist eine starke und selbstbewusste Frau vor allem für diese Zeit. Sie ist auch so eine kleine Retterin und setzt sich auch völlig selbstlos für andere ein. Die anderen müssen dann natürlich ebenso engagiert ihre Ziele weiter verfolgen.
Sie ist aber auch auf eine verrückte Art naiv mit sich selbst. Das hat mich auch an mich selbst erinnert, ein bisschen hat es mich auch erschreckt, weil das ist keine Eigenschaft die empfehlenswert ist.

Wir verfolgen sie auf ihrem Weg zur professionellen Fotografin und dabei erfahren wir wieder auf wunderschön subtile Weise die Entstehungsgeschichte der Fotografie. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Art gelegt wie fotografiert wird, also wie werden die Personen zurecht gesetzt eher schön drapiert und welche Requisiten werden verwendet. Mit Mimi erleben wir den Wandel vom sehr statischen und steifen hin zum bewegten und modernen.

Auf ihrer Reise lernen wir verschiedene Charaktere kennen zu denen sie ganz unterschiedliche Beziehungen entwickelt. Manche bekommen dann auch ein paar Kapitel aus ihrer eigenen Sicht geschrieben. Immer zu Beginn der Einführung eines neuen Charakters dachte ich ich mag diesen, allerdings haben sie sich dann immer irgendwie komisch entwickelt und ich mochte sie nicht mehr. Deswegen kann ich auch keinen herausragend benennen.

Im Gegenteil manche mochte ich sogar überhaupt nicht. Zum Beispiel Mimis potentieller Freund im zweiten Band ist ganz und gar furchtbar. Auf so einen Typ würde ich hoffentlich nie reinfallen.

Das mit der Entwicklung der Figuren ist tatsächlich mein einziger Kritikpunkt, aber er ist eben schon relativ schwerwiegend.

Nichtsdestotrotz steht dem der tolle Stil der Autorin entgegen. Außerdem sind die Cliffhanger zum nächsten Band sehr gut gesetzt. Im September kommt sogar noch ein vierter Band raus.

Auch diese Reihe kann ich empfehlen wenn ihr keine "guten" Charaktere braucht. Kennt ihr die Reihe? Die Cover sehen natürlich auch super im Regal aus,

eure Blue Diamond.


Mittwoch, 20. Mai 2020

Mein Herz zwischen den Zeilen

Hallo an alle Märchenliebhaber,

dieses Buch befand sich schon ewig in meinem Regal und ich habe es irgendwann bestimmt wegen dem Cover gekauft. Ich überlege auch gerade ganz doll ob mir das jemand geschenkt hat? Aber nein, das wüsste ich doch.

Fakten:
  • Autoren: Jodi Picoult und Samantha van Leer
  • Übersetzer: Katharina Förs und Christa Prummer-Lehmair
  • Jugendbuch
  • 2013 erschienen
  • 288 Seiten
  • Boje Verlag
  • Preis: 11,00 €  (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"»Hilf mir« - Deliah kann es kaum fassen, als sie diese Nachricht in ihrem Lieblingsbuch findet. Offensichtlich hat Oliver, der umwerfend gut aussehende Prinz der Geschichte, die Bitte speziell für sie hinterlassen. Und tatsächlich: Schnell stellen die beiden fest, dass sie über die Grenzen der Buchseiten hinweg miteinander sprechen können. Doch das reicht ihnen schon bald nicht mehr aus. Oliver ist schon lange genervt von seinem Märchen, das er immer wieder durchspielen muss, sobald ein Leser das Buch aufschlägt. Und er findet Gefallen an Deliah, die so anders ist als die langweilige Prinzessin Seraphima, die er sonst immer küssen muss. Da ist es doch klar, dass er endlich zu ihr will! Und Deliah: Die hat sich längst Hals über Kopf in ihren Märchenprinzen verliebt. Und ist begeistert von der Idee, Oliver aus dem Buch herauszuholen. Doch wie können die beiden es schaffen, die Grenzen zwischen ihren so unterschiedlichen Welten zu überwinden?"

Dieser Klappentext ist für meine Begriffe viel zu lang und ausschweifend. Viel passender hätte ich die einleitenden Worte der Autorin zur Entstehung gefunden. Da erzählt sie, wie ihre Tochter als Co-Autorin ihr eine Idee berichtete und beide daraus eben dieses Buch schrieben.

Das gesamte Buch ist total schön gestaltet. Es gibt wunderschöne Zeichnungen darin und auch das Cover ist einfach wundervoll. Das es eine Spielkarte ist, hat sich mir jetzt nicht erschlossen, aber das macht ja nichts.
Zur Handlung - Deliah ist nicht das typische Mädchen, sondern gehört eher zu den Außenseitern. Daher ist es nur logisch, dass sie sich in eine andere Welt flüchten, bei ihr eben die Welt der Bücher. Dabei stößt sie auf ein Märchenbuch, was sie fesselt. Später stellt sich sogar heraus, dass es das einzige seiner Art oder Ausgabe ist.

Oliver ist der Held des Märchens was Deliah so liebt. Seine Perspektive ist aus dem Buch heraus und das ist für mich mal was anderes gewesen. Die Handlung dreht sich so nebenbei auch um das Märchen, viel mehr im Fokus steht aber, dass Verhältnis von Oliver und Deliah. Die beiden sind nämlich irgendwie verliebt und versuchen alles, um einander nah zu sein.

Schließlich nimmt die Geschichte mehrere verrückte Wendungen, die mich auch begeistert haben. Klar ist das ganze Buch jetzt nichts super spannendes und actiongeladenes, aber es ist einfach schön und so gefühlvoll mitnehmend. Wie ein Märchen eben sein sollte.

Ich mag sehr, wie Geschichten hier als einzigartig und unumkehrbar beschrieben werden, aber auch die Lösung dessen. Dank meiner blühenden Fantasie habe ich mir oft gewünscht, dass es meine liebsten Figuren auch im echten Leben gibt oder habe mich in eine ferne Welt geträumt.

Eine noch viel bessere Idee war für mich die Beschreibungen der Geschichten und dem was die Charaktere tun, wenn die Bücher zu sind. So herrlich, wirklich einige Lacher wert.

Empfehlen möchte ich das Buch an jugendliche Mädchen die es lieben zu lesen. Ich denke so ab 10 Jahren ist es perfekt und wahrscheinlich so ab 15 Jahren nicht mehr interessant. Für echte Liebhaber halte ich es auch für sehr geeignet, allein schon wegen der tollen Aufmachung.

Jetzt würde ich am liebsten selbst in irgendein Märchen versinken,

eure Blue Diamond.

Sonntag, 10. Mai 2020

Fische, die auf Bäume klettern: Ein Kompass für das große Abenteuer namens Leben

Hallo ihr Lieben,

sicherlich habt ihr schon ein paar mal von Fitzek gehört und ich muss gestehen, ich habe noch keinen seiner großen Thriller gelesen, aber dieses Buch hier, hat mich quasi angesprungen.

Fakten:
  • Autor: Sebastian Fitzek
  • Sachbuch
  • 2019 erschienen
  • 256 Seiten
  • Droemer HC
  • Preis: 18,00€
Klappentext:
"Bestsellerautor Sebastian Fitzek stellt sich in diesem Buch den existentiellen Fragen: Was zählt im Leben? Wie findet man sein Glück? Welche Lebensziele sind richtig? Was lernt man aus Niederlagen? Und wie geht man mit seinen Mitmenschen um? In spannenden persönlichen Episoden erzählt er, was im Leben wichtig ist und wie ein glücklicher Lebensweg gelingen kann.
Inspiriert wurde Sebastian Fitzek zu diesem Buch durch seine Rolle als Vater – und die Frage, was er seinen Kindern für das Leben mitgeben würde, wenn ihm nicht mehr viel Zeit bliebe. Und so ist „Fische, die auf Bäume klettern" das sehr persönliches Vermächtnis eines Vaters an seine noch jungen Kinder – und ein Buch für alle, die Halt suchen und sich der Werte, die ihnen wichtig sind, vergewissern möchten."

Der Klappentext fasst sehr gut zusammen, was man inhaltlich erwarten darf. Klingt eigentlich wie jeder beliebige Autor der was zum Leben zu sagen hat oder meint noch was Neues zu erzählen haben könnte, als all die anderen schon geschrieben haben. Ja irgendwie böse, aber euch ging es doch bestimmt auch schon so - solche Sachbücher können ja rein praktisch schon nicht sooo verschieden sein.

Vom Schreibstil und der emotionalen Art und Weise kann es aber riesen Unterschiede geben und hier sticht dieses Exemplar meiner Meinung nach total heraus. Fitzek hat eine ganz faszinierende Weise die Dinge auf den Punkt zu bringen. Er scheint ehrlich auf Papier zu bringen, was er denkt und kennt dabei keine Umschweifungen, die unnötig wären. Da findet sich auch mein persönlicher Kritikpunkt. Dieses Buch ist an seine Kinder gerichtet und er beschreibt total richtig, dass jeder erstmal davon abhängt, in welchen Umständen er geboren wurde. Dann beschreibt er Europaer und ja, das ist fast schon so, dass man sich schlecht fühlt Europaer zu sein. Vielleicht war das auch Absicht. Mir hat das kurz ein bisschen die Stimmung vermiest, aber wirklich nur kurz.

Kurz und knapp geht er dann die Etappen des Lebens durch und an welchen Stellen Chancen und Risiken bestehen. Er baut auch gern seine eigenen Erfahrungen ein und wirkt dabei sehr authentisch. Klar kommt es dabei automatisch zu Ratschlägen, die er gibt, aber für mich waren diese nicht so - einzig richtig - was mir gut gefallen hat.

Auf mich hat das Buch tatsächlich so gewirkt, wie wenn jemand mit Lebenserfahrung diese an jemanden weitergeben möchte, der einem am Herzen liegt, dessen Selbstständigkeit man aber wahren möchte. Ich finde das ist es auch, was dieses Buch ausmacht. Es hat mir wirklich gut gefallen. Weiterempfehlen kann ich es an jeden ab so 16 Jahren bis ins hohe Alter. Ich finde man sollte schon irgendwie schon so grob wissen, was ist das Leben, um fassen zu können, was für wertvolle Tipps hierin stehen, daher diese konkrete Altersangabe. Es könnte sogar ein gutes Buch für die Herren unter euch sein, da die Perspektive ja auch eine solche ist.

Für mich auch so ein Buch, was ich sicher nochmal lesen werde. UND, weil der Stil echt toll war, wird wohl auch bald ein Thriller von Fitzek herhalten müssen,

eure Blue Diamond.