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Samstag, 25. Februar 2023

Long Way Down


Hallo meine Lieblingsleser,

in den USA ist Black History Month und dafür wollte ich auch ein wenig lesen. Dieses Buch habe ich in der Bibliothek gesehen und es schien mir perfekt dafür. Es ist geschrieben für Jugendliche und in Versen, und es ist außerdem illustriert. Das Thema ist jedenfalls kein leichtes, aber ein wichtiges.

Die Fakten:

  • Autor: Jason Reynolds
  • Illustrator: Chris Priestly
  • Titel: Long Way Down
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Faber & Faber
  • Seiten: 323
  • Preis: 8,37 Euro
  • Klappentext: "If someone you love // gets killed, // find the person // who killed // them and // kill them. // No crying. // No snitching. // Get revenge."

Zur Handlung: Will ist ein Teenager, der miterleben muss, wie sein Bruder Shawn auf offener Straße geötet wird. Er lebt in einem Stadtteil, indem Banden ihre Reviere ziehen und verteidigen, und Shawn musste in ein feindliches Revier gehen, um die medizinische Creme seiner Mutter zu kaufen. Das überlebt er nicht.

Inmitten der Trauer und dem unfassbaren Schmerz dieses Verlusts muss Will nun entscheiden, was er tut. Er weiß, dass sein Bruder eine Waffe besitzt, die im mittleren, etwas schiefen Kasten einer Kommode liegt. Eine Waffe, in der eine Kugel bereits fehlt. Will schleicht sich mit der Waffe aus der Wohnung, doch im Fahrstuhl begegnen ihm über die acht Stockwerke verschiedene Personen, die ihm neue Perspektiven auf das Erlebte geben.

Das Buch beschäftigt sich also mit einem sehr schwierigen Thema: der Bandenkriminalität und den damit verbundenen Morden in vorwiegend von Schwarzen Amerikanern bewohnten Stadtvierteln. Diese Menschen kennen Armut, Hoffnungslosigkeit und den Schmerz von Verlust. Und es gibt einen klaren moralischen Codex, der Will vorschreibt, was er nun zu tun hat. Doch dieses Buch versucht einen möglichst umfassenden Blick auf dieses Thema zu geben.

Will als Hauptcharakter lernen wir vor allem in seinem Schmerz kennen. Wir bekommen ein paar Rückblenden auf sein Leben von dem Mord an seinem Bruder, aber hauptsächlich sehen wir einen verängstigten und leidenden jungen Mann, der nun eine schwere Entscheidung treffen muss. Wir lernen ihn dadurch nicht unbedingt sehr gut kennen, aber wir sehen seine Gefühle in den Versen dieses Buches, und die berühren. Ich finde, dass seine Gefühle sehr gut nachhvollziehbar beschrieben werden. 

Die Sprache in diesem Buch ist wundervoll. Durch die Verse und auch kreative Nutzung von den Seiten entstehen einige Gänsehautmomente beim Lesen. Auch die Illustrationen passen sich sehr gut ein, auch wenn es nicht unbedingt ein Zeichenstil ist, der mir sehr gut gefällt. Aber es trifft den Ton des Textes und macht dadurch die Handlung und die Gefühle der Hauptfigur nochmal greifbarer.

Auf seinem Weg im Fahrstuhl vom 8. Stock in die Lobby wird Will dann von anderen Charakteren heimgesucht. Einige erkennt er recht schnell, bei anderen muss er sich auf die Sprünge helfen lassen. Gerade für das weiße Publikum handelt es sich vielfach um Menschen aus Wills leben, die bei uns eher noch am Leben sind. Dadurch wird das Thema nochmal eindringlicher, denn es sind Personen, die wir so oder ähnlich alle im Leben haben oder hatten.

Diese Charaktere bekommen dann je eine eigene Stimme (bis auf eine bestimmte Figur), die das Thema aus unterschiedlichen Richtungen betrachten und uns auch unterschiedliche Argumente und Perspektiven offenbaren. Es hat mich fast ein wenig an die Geister in der Weihnachtsgeschichte erinnert, denn in einer gewissen Weise handelt es sich auch im bestimmte Aspekte von Wills Vergangenheit und Familiengeschichte.

Das Ende wird dann bewusst offen gehalten, was das Buch perfekt dafür macht, dass man es, zum Beispiel im Rahmen von Schulklassen, weiter diskutiert. Wie wird Will sich wohl entscheiden und welche Konsequenzen wird das haben? Wie würden wir uns an seiner Stelle entscheiden? Und warum werden viele von uns wohl nie in solch eine Situation kommen werden? Das hat mir sehr gut gefallen und dann auch zu meiner Gesamteinschätzung beigetragen.

Alles in allem ist dies ein gelungenes Buch über Kriminalität und familiale Ehre für Jugendliche. Ich denke, sowohl Teenager, die in einem solchen Milieu aufwachsen, als auch solche, die ganz weit davon entfernt sind, können durch dieses Buch neue Perspektiven und Denkanstöße gewinnen. Es ist ein sehr wichtiges Buch und sollte meiner Meinung nach in Lehrpläne integriert und in Klassen diskutiert werden. Sprachlich und im Aufbau ist es auch sehr gut gelungen, und durch die Versform und die Illustrationen entstehen viele Gänsehautmomente beim Lesen. Ich kann das Buch nur aus vollem Herzen empfehlen.

Habt ihr von dem Buch schon gehört? Eine deutsche Übersetzung unter dem gleichen Namen gibt es schon einige Jahre, aber zu ihrer Qualität kann ich leider nichts sagen.

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:



Sonntag, 31. Mai 2020

Die Flügel meines schweren Herzens

Hallo meine Lyriker,

heute möchte ich euch von einem Buch berichten, das ganz untypisch für mich ist. Gesehen habe ich es erstmals auf dem Kanal Caros Bücher und war gleich interessiert. Dann stand es aber wieder mal ewig in meinem Regal, bis es perfekt zu einer Lesechallenge gepasst hat.

Die Fakten:
  • Herausgeber: Khalid Al-Maaly
  • Übersetzung: Khalid Al-Maaly und Heribert Becker
  • Titel: Die Flügel meines schweren Herzens
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Manesse Verlag
  • Seiten: 190
  • Preis: 19,95 Euro
  • Klappentext: "Vom überraschend freizügigen erotischen Vers aus dem 7. Jahrhundert bis zum zeitgenössischen Gedicht über Krieg, Flucht und Exil: Diese zweisprachige Sammlung bietet erstaunliche Einblicke in das Selbstverständnis arabischer Dichterinnen."

In dieser Sammlung sind demnach Gedicht von arabischen Dichterinnen vereint. Diese sind chronologisch sortiert vom 5. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Die Gedichte sind dann immer nach Autorin abgedruckt, wobei von einigen nur ein Gedicht enthalten ist, von anderen mehrere. Außerdem steht immer auf einer Seite das Original in arabisch, und auf der anderen Seite die Übersetzung. Das finde ich bei solchen Bändern immer gut, auch wenn ich das arabische nicht lesen kann.

Die Sammlung ist sehr kurzweilig. Man fliegt regelrecht hindurch. Ich mag es immer am liebsten, wenn ich Gedichte laut lesen kann. Dabei haben wir die ersten Gedichte aus den frühen Jahrhunderten besser gefallen als die späteren. Ich mochte, wie furchtlos, unverblümt und teilweise böse diese Gedichte waren. Falls ich je einen Heiratsantrag ablehnen muss, habe ich hier Inspiration.

Die späteren Gedichte sind dann stärker auf Krieg und Leid bezogen, wie man es erwarten würde. Allerdings ist moderne Dichtung für mich immer nicht ganz so toll. Keine Ahnung, warum. Ich bin allgemein nicht sehr bewandert darin, Gedichte zu lesen, daher suche ich vermutlich immer eher nach toller Sprache als nach schweren Themen, die mich berühren. Diese suche ich dann eher in Romanen und in Memoiren.

Genervt hat mich an diesem Buch lediglich, dass die Biografien zu den Dichterinnen hinten abgedruckt waren. Da ich all diese Frauen nicht kannte, habe ich immer erst die kleine Biografie gelesen und dann die Gedichte. Das erforderte dann sehr viel blättern, wenn man das ein bisschen hintereinander weg lesen will. Außerdem fand ich die alphabethische Sortierung der Dichterinnen im Biografien-Teil und die chronologische Sortierung der Gedichte mehr als verwirrend. Das liegt auch daran, dass bestimmte Namensteile nicht für die alphabethische Sortierung relevant waren, was ich aber als ungebildete Deutsche bis zum Ende nicht durchschaut habe. Schöner wäre es gewesen, wäre die Biografie immer einfach auf der Gedichtseite mit abgedruckt gewesen. Meist füllen die Gedichte eh keine ganze Seite aus und man hätte so noch etwas Papier gespart. 

Abgesehen davon kann ich diese Kollektion allerdings allen Interessierten ans Herz legen. Ich glaube, es ist ganz generell für jeden etwas dabei und damit gelingt ein guter Einstieg in das Thema für alle, die wie ich bisher noch nichts von arabischen Dichterinnen gelesen hatten. Ich fand dieses Buch deswegen sehr ansprechend, und es sieht schön im Regal aus.

Kennt ihr das Buch schon? Und interessiert euch solche Dichtkunst?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Mittwoch, 8. April 2020

A Spring Harvest

Hallo meine Lesefreunde,

heute möchte ich euch vom ersten Buch berichten, dass ich für den Magical Readathon gelesen habe. Es handelt sich um einen Gedichtband und ich habe dieses Buch gewählt für die Aufgabe, aus einem mir unbeliebten Genre zu lesen. Tatsächlich bin ich mit Gedichten sehr wenig bewandert und habe mir bisher fast nie selbst Poesie gekauft. Dieses Buch war ein Weihnachtsgeschenk von einer Freundin.

Die Fakten:
  • Titel: A Spring Harvest
  • Autor: Geoffrey Bache Smith
  • Erschienen: 1918
  • Gedruckt von Amazon Fulfillment
  • Seiten: 39
  • Preis: 6,41 Euro

Dieser Gedichtband ist insofern besonders, als dass er nicht vom Autor veröffentlicht wurde, sondern von J. R. R. Tolkien. Wie vielleicht schon einige hier mitbekommen haben, bin ich riesiger Tolkienfan und fand es immer schrecklich, dass Tolkien so viele seiner  besten Freunde sehr jung verloren hat. Ein bisschen dieser Gemeinschaft meint man immer zwischen den vier Hobbits in Herr der Ringe zu sehen. Umso berührender, dass Tolkien diesen Gedichtband für seinen Freund posthum veröffentlichte.

Der Band beginnt auch mit einigen kurzen Zeilen zu Smith, geboren 1894, Freund aus Oxford, gestorben 1916 in Frankreich nach der Schlacht an der Somme. Smith war also 22 Jahre alt, als er starb. In der Sammlung vereinte Tolkien die Gedichte, die er von seinem Freund geschickt bekam. Die letzten hatte er erst wenige Tage vor seinem Tod beendet. Tolkien selbst schreibt nur eine sehr kurze Einleitung und lässt das Werk hauptsächlich für sich selbst sprechen.

Wir beginnen den Band mit einem epischen Gedicht über das Ende von König Arthur. Ich habe sehr wenig Kenntniss von der Geschichte, muss ich ehrlich sagen, aber immer wieder ist mir die Geschichte in Neuerzählungen und Filmen ins Auge gestochen. So hat auch dieses Gedicht mein Interesse an der Sage geweckt. Schnell habe ich aber gemerkt, dass ich diese Gedichte laut lesen muss, sonst denkt mein Kopf nicht mit, worum es geht.

Weiter geht es mit den frühen Gedichten. Viele davon handeln von der britischen bzw. englischen Natur und von alten Heldensagen. Sie sind -für mich als absoluten Laien- romantisch angehaucht. Aus heutiger Sicht ist es vielleicht ein wenig eigentümlich, so über die Natur zu schwärmen und von alten Glorien zu träumen, aber die Sprache ist wirklich toll und die Gedichte haben mir gut gefallen.

Im nächsten Teil steigen wir dann in die Kriegszeit ein und die Gedichte werden dunkler im Ton, handeln mehr von Schrecken und Tod. Das Gedicht Memories ist besonders hervorgestochen beim Lesen, denn hier erinnert sich Smith an die bereits verlorenen Freunde, und es ist nicht schwer vorzustellen, wie es dieses Gedicht mit Tolkien teilte. Diese Gedichte sind mir wirklich ans Herz gegangen, vor allem weil in einigen auch deutlich wird, dass Smith seinen Tod kommen sehen konnte.

Schließlich endet es mit einem epischen Gedicht in Fragmenten über die Beerdigung von Sophokles. Auch hier weiß ich die Umstände und Hintergründe nicht, aber sprachlich überzeugt es, und man sieht die unterschiedlichen Stimmungen, die die unterschiedlichen Teile inspiriert haben. 

Falls ihr Interesse an der Sammlung habt, kann ich euch auf jeden Fall empfehlen, die Gedichte laut zu lesen, egal wie ungewohnt das ist. Man hört erst dann die Rhythmik und die Schönheit der Sprache richtig. Außerdem lädt es ein zum Innehalten und Nachwirkenlassen. Das hat mir ein sehr gutes Leseerlebnis beschafft.

Dennoch bleibe ich dabei, dass Gedichte nichts sind, was ich in naher Zukunft häufiger konsumieren werde. Ich kann mich zwar an der Schönheit der Sprache erfreuen, aber selten gehen mir Gedichte wirklich ans Herz. Auch in diesem Band war es eher die Geschichte dahinter, die mich hat wirklich fühlen lassen. Ich bin aber froh, dass ich es gelesen habe. Ich kann mir nicht vorstellen, mit welchen Gefühlen Tolkien 1918 das Vorwort für diesen Band verfasst hat. 

Und was einem dieser Band nochmals wunderbar vor Augen führt, ist der große Verlust für alle Menschen, der mit dem Verlust von einem Menschen einhergehen kann. Ich bin nie ein Freund von Krieg gewesen, aber wenn man solche Texte liest und sich versucht vor Augen zu führen, was dieser Mann noch hätte schreiben können, dann kann man nur darum trauern, dass er nie die Chance dazu hatte. Es zeigt, wie viel Tapferkeit in Menschen stecken kann, und dass diese im Krieg immer vergeudet ist. Und es hat mir noch einmal gezeigt, wie knapp wir daran vorbeigeschrammt sind, den vielleicht größten Fantasy-Autoren der Welt zu verlieren, denn Tolkien hat in den gleichen Schlachten gekämpft wie seine Freunde. Und welchen Schutzengel er auch immer hatte, ich bin ihm sehr dankbar.

Noch ein Wort zum Druck selbst: absolut störend an dieser Ausgabe ist, dass die Titel der Gedichte immer in der letzten Zeile des vorherigen Gedichts stehen und nicht mit Absätzen getrennt sind. Keine Ahnung, was das für ein Druckfehler ist. Vielleicht schaut ihr, ob ihr eine andere Ausgabe findet, wenn ihr Interesse habt.

Habt ihr denn Interesse an dem Band bekommen? Hattet ihr davon auch schon in dem Film "Tolkien" gehört? Ich habe den nämlich nicht gelesen, aber er scheint das Interesse an den Gedichten neu entfacht zu haben.

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:

Mittwoch, 11. März 2020

Poet X

Hallo meine Dichter,

heute möchte euch ein Buch vorstellen, dass im englischen Sprachraum viel gehypet wurde. Inzwischen wurde es auch ins Deutsche übersetzt und ich habe es in der Bibliothek gefunden. Ich war dabei eher skeptisch, denn das Buch handelt unter anderem von Poetry Slams, und dieses Modephänomen ist leider völlig an mir vorbeigegangen...

Die Fakten:
  • Autor: Elizabeth Acevedo
  • Übersetzung: Leticia Wahl
  • Titel: Poet X
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: rowohlt
  • Seiten: 347
  • Preis: 15,00 Euro
  • Klappentext: "Xiomara hat ihre Worte immer für sich behalten, so wie ihre strenggläubige Mutter es verlangt. In ihrem Viertel in New York übernehmen stattdessen Fäuste das Reden. Doch X hat Geheimnisse: ihre Gefühle für Aman aus ihrer Klasse; ihr Notizbuch voller Gedicht, das sie unter dem Bett versteckt - und ein Slam-Poetry-Club, der all diese Geheimnisse ans Licht bringen wird. Denn auf der Bühne bricht Xiomara schließlich ihr Schweigen und verlangt, von allen gehört zu werden."

Zur Handlung: Xiomara ist eine Teenagerin in New York City, ihre Familie hat ihren Ursprung in der dominikanischen Republik, allerdings hat sie damit wenig Verbindung. Ihre Mutter ist extrem gläubig und zwingt ihre Kinder dazu, ebenfalls jeden Sonntag in die Kirche zu gehen. Außerdem soll Xiomara bald die Kommunion erhalten.

Xiomara hat außerdem einen Zwillingsbruder. Obwohl beide sehr verschiedene Interessen haben, sind sie doch auf besondere Weise miteinander verbunden. Während Xiomara immer mehr unter den Ansprüchen und Erwartungen erdrückt wird, die an junge Mädchen in ihrer Gemeinde gerichtet werden, ist ihr Bruder das Genie der Familie. Aber auch er hat seine Geheimnisse...

In diesem Buch werden unterschiedliche Problemfelder aufgemacht. Vor allem am Anfang geht es viel darum, dass Xiomara von Jungen und zunehmend Männern in ihrem Viertel als Sexobjekt betrachtet wird, denn sie ist recht kurvig. Sie ist genervt davon, dass Männer zu ihr sagen können, was sie wollen, sie aber dafür verantwortlich gemacht wird, dass sie sexuell anziehend wirkt.

Allerdings zeigt sich mehr und mehr, dass die Beziehung zu ihrer Mutter das größte Problem ist. Diese wollte eigentlich Nonne werden und hat erst sehr spät ihre Kinder bekommen. Xiomara soll nun das jungfräuliche Bild einer Frau sein, aber ihr Körper gestattet ihr das nicht. Dazu kommt, dass Xiomara immer gehorchen und im Haushalt helfen muss - Anforderungen, die ihren Bruder nicht treffen. Und ihre Mutter kann ihre vergangenen Träume von einem keuchen gottliebenden Leben auf sie projizieren.

Zu allem Überfluss treffen wir Xiomara zum Beginn eines neuen Schuljahres, in dem sie sich in ihren Bio-Laborpartner Aman verliebt. Obwohl sie weiß, dass sie keine Zeit mit Jungen verbringen darf, finden die beiden kleine Momente, die sie nutzen, um Musik zu hören oder zu reden. Doch Xiomara weiß, dass diese Beziehung keine wirkliche Zukunft haben kann.

Schließlich gründet sich zum Schulbeginn ein neuer Club, bei dem Schüler*innen sich ihre Gedichte vortragen und gemeinsam daran arbeiten. Ziel ist es, diese bei einem großen New Yorker Poetry Slam vorzutragen. Xiomara kann allerdings an den Treffen nicht teilnehmen, da sie zu der Zeit im Religionsunterricht ihrer Kirche ist.

Es geht als, grob zusammengefasst, um erste Liebe, Probleme mit dem eigenen Körper und Männern, die diesen interpretieren und bewerten, Familienprobleme und konkret einen Mutter-Tochter-Konflikt, und schwindenden Glauben an Gott. Das Thema Homosexualität wird ebenfalls angerissen, aber nicht weiter vertieft.

 Das besondere an diesem Buch ist nun, dass es im Stil von Poetry Slams geschrieben ist. Die Gedichte reimen sich also nicht, aber sind formal auffällig. Mit diesem Stil kann ich ehrlich wenig anfangen, auch wenn einige Seiten gut gemacht waren. Es gab auch einige Zeilen, die ich wirklich toll fand. Im Großen und Ganzen haut mich das aber nicht vom Hocker. Stattdessen hat man sehr wenig Zeit mit den Charakteren und ihren Geschichten - am Ende habe ich kaum 4 Stunden am Buch gelesen. Dadurch hat mir doch manchmal auch die Tiefe in der Handlung gefehlt und manche Dinge werden übersprungen oder nur in Ausblick gestellt.

Dennoch sehe ich, dass dies ein wichtiges Buch für junge Mädchen und Menschen ist. Es geht um die Emanzipation von den Eltern und um Probleme, die mit der Pubertät unweigerlich aufkommen. Aber es geht auch im die Probleme, die sehr spezifische Gruppen treffen, zum Beispiel Kinder von sehr gläubigen Eltern. Und ich fand die Auflösung am Ende gut gelungen und realistisch. Dennoch habe ich mir einfach mehr Tiefe gewünscht - oder auf eine andere Weise. 

Negativ bewerten würde ich die deutsche Übersetzung. Ich denke, manche Dinge lassen sich einfach nicht gut ins Deutsche übertragen, aber manches war tatsächlich auch falsch übersetzt. Auch die Übersetzung eines Textes, der auch in Spanisch abgedruckt war, war mehr als frei, was mich vermuten lässt, dass hier die englische Übersetzung nochmals ins Deutsche übersetzt wurde. Die Übersetzung hat dazu geführt, dass das Buch mir noch weniger gefallen hat. Die beste Variante ist vermutlich das englische Hörbuch, das von der Autorin selbst gelesen wird.

Alles in allem handelt dieses Buch also von wichtigen Themen der Pubertät und ist für diese Zielgruppe sicherlich auch sehr wichtig. Ich selbst habe mich aber doch häufig durch das Format des Textes distanziert gefühlt und konnte mit den Charakteren nicht immer gut mitfiebern. Das Buch ist doch sehr kurz, wenn man die Zeit betrachtet, die man zum Lesen braucht. Aber das sind alles persönliche Gründe und jeder sollte sich das Buch einfach mal anschauen. Wirklich kritisch fand ich nur die deutsche Übersetzung - da sie von einer Poetry Slammerin gemacht wurde und nicht von einer professionellen Übersetzerin.

Kennt ihr das Buch schon? Was denkt ihr darüber?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Sonntag, 26. Mai 2019

Der Rosenelf

Hallo an alle Träumer,

seit Anfang Mai nutze ich Bookbeat und bin begeistert. An dieser Stelle möchte ich gar nicht groß darauf eingehen, nur so viel, es ist nur für jemanden etwas, der viel hört. Wirklich viel. Immer nur 10-30 Stunden lange Hörbücher zu hören, kann jedoch auch sehr anstrengend werden und da sind so kleine Geschichten zwischen drin ganz toll.

Dieses mal handelt es sich um eine sehr kurze Geschichte von Hans-Christian Andersen. Es ist ein Märchen, worüber es auch ein Gedicht gibt oder die Geschichte in Gedichtform. Insgesamt scheint es verschiedene Versionen in der Länge zu geben. Meines ging ungefähr eine Viertelstunde. Zuerst dachte ich, in so kurzer Zeit kann ja gar nichts Besonderes entstehen und wurde eines Besseren belehrt.

Der Rosenelf ist ein Elf der bei Rosen lebt, in den Blüten schläft und so weiter. Dadurch bekommt er alles mit, was um diese Rosen geschieht und wird von Menschen nicht gesehen, da diese ihn einfach übersehen. Nun bekommt er nicht nur tolle Dinge mit, zum Beispiel wie jemand eine Rose geschenkt bekommt, sondern auch Verbrechen. Um ein solches dreht sich dieses Märchen. Inhaltlich solltet ihr gar nicht mehr dazu wissen.

Tatsache ist, die Geschichte benötigt kein großes Bamborium (kennt ihr das Wort und schreibt man das so?), sondern bringt alles auf den Punkt. Dabei ist es trotzdem so detailliert, dass sich eine wunderbar mystische Atmosphäre aufbaut, die zum Träumen einlädt. Dabei bleibt sie dynamisch und fesselnd. Eben einfach völlig faszinierend, anders kann ich es nicht sagen.

Wahrscheinlich ist das einfach so, bei den "alten" literarischen Autoren, die haben eben kurz und präzise geschrieben und es auch geschafft zu faszinieren.

Da ihr heute alle sowieso andere Dinge zu tun habt, nämlich euch mit der Europawahl auseinander zu setzen, möchten wir es bei diesem kleinen Beitrag belassen und euch einen schönen Sonntag wünschen,

eure Blue Diamond.


Mittwoch, 6. März 2019

Am Abend vor dem Meer

Hallo meine Lesemäuse,

heute widmen wir uns einem sehr kurzen, aber wundervoll aufbereiteten und illustrierten Buch, das letztes Jahr erschienen ist. Als ich es bestellte, war mir nicht klar, wie dünn das Büchlein tatsächlich ist, daher war ich zunächst etwas enttäuscht und habe es nicht direkt gelesen.

Die Fakten:
  • Autor: Khaled Hosseini
  • Titel: Am Abend vor dem Meer (Original: Sea Prayer)
  • Übersetzung: Henning Ahrens
  • Erschienen: 2018
  • Verlag: S. Fischer
  • Seiten: 48
  • Preis: 12,00 Euro
  • Klappentext: "Am 2. September 2015 ertrank Alan Kurdi bei dem Versuch, sich über das Mittelmeer nach Europa in Sicherheit zu bringen. Er war drei Jahre alt und stammte aus Syrien. Khaled Hosseini war selbst ein Flüchtlingsjunge, der fern von seinem Heimatland Afghanistan aufwuchs. Diese Erfahrung von Trennung und Heimweh prägt die einzigartige emotionale Kraft seiner Bücher und wurde für ihn schriftstellerischer Antrieb wie gesellschaftspolitischer Auftrag. Seit vielen Jahren unterhält er eine eigene Stiftung und ist Sonderbotschafter der UNHCR. In "Am Abend vor dem Meer" kommt beides zusammen. Die atmosphärisch dichte Erzählung, eindringlich farbig illustriert von Dan Williams, erzählt in einem Brief eines Vaters an seinen Sohn vom Abschied von zu Hause und der Gefahr der Überfahrt auf der Flucht."

Zur Handlung: Ein Mann schreibt in Gedanken einen Brief an seinen Sohn, mit dem er die Überfahrt in eine für ihn neue Welt wagen wird. Er beschreibt das Haus seiner eigenen Kindheit, die Stadt seiner Jugend, und die Welt, die sein Sohn schließlich kennen lernen musste, voller Bomben und Blut. Und er betet, dass seine wertvollste Fracht heil am anderen Ufer ankommen wird.

Das Buch ist sehr schön aufgemacht, mit einem wunderschön illustrierten Cover. Auch im Buch sind alle Seiten farbig illustriert und sie haben den Anschein von Wasserfarben. Ich habe künstlerisch da wirklich wenig Ahnung, aber es sieht sehr schön aus. Die Töne der Bilder ändern sich je nach Thema, sind zunächst freundlich und grün, werden dann traurig und grau bis braun und schließlich bedrohlich dunkel.

Der Text lebt mehr von wie als vom was. Die "Handlung" ist ja schnell zusammegefasst. Wir finden auch sehr wenig Text im Buch, das Lesen hat bei mir inklusive dem Betrachten der Bilder etwa 7 Minuten gedauert. Der Text gleicht mehr einem Gedicht als Prosa. Er ruft dabei sehr deutliche Bilder hervor, die durch die Illustration unterstützt werden.

Generell ist die Flüchtlingsthematik eine, die mich immer sehr trifft. Ich habe schon Spiegel-Artikel angeweint, die sich damit beschäftigten. Dafür hatte ich mir von diesem Buch emotional mehr erhofft. Tatsächlich hat der Eingangsteil des Klappentextes bei mir mehr Gänsehaut verursacht als das Buch selbst. Da man die Charaktere, von denen man liest, nicht kennt, fällt es schwer richtig zu fühlen, was man fühlen soll.

Auch bin ich von Khaled Hosseini einfach stärkere Geschichten gewohnt. Tausend Strahlende Sonnen und auch Teile von Traumsammler waren so unglaublich ergreifend und gut geschrieben, dagegen wirkt dieses Büchlein leider eher mittelmäßig. Es ist zwar wunderschön geschrieben, aber die Emotionen kommen bei mir leider nicht an. 

Alles in allem finde ich das Buch gut, die Illustrationen und der Text ergeben ein Ganzes und es liest sich gut. Ich hatte mir einfach etwas Herausragendes erhofft. Gut finde ich, dass die Einnahmen dieses Buches gespendet werden um Flüchtlingen zu helfen. Da habe ich es auch gern gekauft und es passt toll in mein Regal. Deswegen würde ich es auch weiterempfehlen, wenn euch das Thema interessiert.

Kennt ihr das Buch? Und findet ihr, das Buch kommt inzwischen zu spät?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Mittwoch, 22. August 2018

The Adventures of Tom Bombadil



Hallo meine Tolkien-Liebhaber,

es ist kein Geheimnis, dass das, was für viele Harry Potter ist, für mich schon immer Herr der Ringe war. Dies war die erste Buchreihe, in der ich völlig versunken und aufgegangen bin. Tolkiens Schreibstil und Kreativität haben mich direkt in den Bann genommen. Deswegen habe ich mir vor einigen Jahren auch die Tolkien Treasury Box gewünscht und lese diese Bücher, wenn ich mal wieder einen Tolkien-Fix brauche. Zum diesjährigen BooktubeAThon war dann dieser Band dran, und heute möchte ich noch einmal genauer davon berichten.
Die Fakten:

  • Autor: J. R. R. Tolkien
  • Herausgeber: Christina Scull & Wasne G. Hammond
  • Titel: The Adventures of Tom Bombadil
  • Erschienen: 2014 (erstmals 1962)
  • Verlag: Harper Collins
  • Seiten: 286
  • Preis: 29,90 Euro im Boxset
  • Klappentext: „One of the most intriguing characters in The Lord of the Rings, the amusing and enigmatic Tom Bombadil, also appears in verses said to have been written by Hobbits and preserved in the Red Book with stories of Bilbo and Frodo Baggins and their friends. The Adventures of Tom Bombadil collects these and other poems, mainly concerned with legends and jests of the Shire at the end of  the Third Age.


Zur Handlung: Tom Bombadil ist der vielleicht mysteriöseste Charakter in den Büchern rund um Frodo und den einen Ring. Er taucht auf, als die Hobbits ihn am nötigsten brauchen, doch alle Fragen nach dem Wer und Was des Tom Bombadil bleiben für Hobbits und Leser unbeantwortet. Mithilfe von zwei Gedichten will Tolkien diesem Charakter noch etwas mehr Geschichte geben und gleichzeitig zeigen, dass es in jeder Welt auch Mysterien geben muss.

Zusätzlich zu diesen beiden Gedichten finden wir noch deutlich mehr Gedicht in diesem Band. Diese sind im Roten Buch der Westmark verortet, einem fiktiven Werk aus Mittelerde. Daher wurden die Gedichte so angepasst, dass sie potentiell von Hobbits verfasst sein könnten. Im Anschluss findet sich ein ausführlicher Kommentar zu jedem einzelnen Gedicht und seiner Entstehungsgeschichte.

Ich hatte ein wenig Angst, dass dieses Buch mich enttäuschen würde, denn das Geheimnis um Tom Bombadil hat mich immer schon gereizt. Doch ganz im Gegenteil: ich habe mich absolut in dieses Buch verliebt, und das allen voran wegen der gut recherchierten und interessanten Kommentare. So lernen wir, dass Tom Bombadil gar nicht recht nach Mittelerde passen will, weil er eigentlich als eine Art Naturgeist der englischen Landschaft gedacht war. Erst später hat er seinen literarischen Weg nach Mittelerde gefunden.

Die Gedichte von Tolkien sind alle sehr verschieden. Gemein ist ihnen, dass sie oft sehr spezielle Rhythmen und Reimschemata haben. So lesen sich die meisten Gedichte am besten laut. Beispielsweise das Gedicht über die Katze oder auch Errantry. Ich würde die Gedichte auf jeden Fall auf Englisch empfehlen, da ich nicht sicher bin, ob sich die sprachliche Finesse tatsächlich auch ins Deutsche übersetzen lässt.

Tolkien verwendet dabei auch viele archaische Worte, die heute nicht mehr gebraucht werden, erfindet aber auch gelegentlich neue Orte und Namen, damit die Reime passen. Durch die ausführlichen Kommentare dieser Ausgabe ist das aber überhaupt kein Problem. So habe ich gelernt, dass Dumbledor ein altes Wort für die Hummel ist. Hummerhorns dagegen gibt es nur in Tolkiens Versen.

Die Kommentare waren wirklich das, was das Buch so besonders gemacht hat. Ich fand es so interessant, mehr über die Ursprünge zu erfahren. Häufig waren die Gedichte schon an anderer Stelle in einer anderen Fassung erschienen und Tolkien arbeitete diese dann um, um sie besser in die Kollektion einzupassen. Dabei sind oft auch ältere Versionen der Gedichte nochmals abgedruckt und man kann ein wenig vergleichen. So landete der Mond in The Man in the Moon Came Down Too Soon eigentlich in einem englischen Örtchen. Dies wurde auseditiert, um die Handlung nach Mittelerde zu verlegen. Solche Entstehungsgeschichten finde ich einfach faszinierend. Außerdem erhält man so einen Blick auf Idee, die ihren Weg in Herr der Ringe gefunden haben, beispielsweise auch der Oliphaunt.

Alles in allem habe ich mich sehr in dieses Buch verliebt. Es macht Spaß, die Gedichte zu rezitieren, auch wenn man manchmal 1-2 Anläufe braucht, bis man den Rhythmus gut trifft. Tolkien hat eine ganz eigene und einzigartige Schreibweise. Obwohl es für ihn immer kleine Scribbeleien waren, sind die Gedichte teilweise sehr gut rezipiert worden. Und die Kommentare sorgen für ein besonderes Leseerlebnis, bei dem man noch viel über England, alte Sprachen und die Welt von Mittelerde lernt. Ich kann es jedem Fan von Herr der Ringe nur empfehlen. Als Einstieg in die Welt von Tolkien ist es nicht geeignet, da würde ich eher auf den Hobbit oder Roverrandom verweisen.

Kennt ihr diese Werke? Wie gefallen euch Tolkiens Gedichte?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung: 

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Stille Nacht und Feuerwerk

Hohoho und frohe Weihnacht!

Wir hoffen, ihr hattet einen wundervollen Heiligabend und habt die Feiertage geruhsam mit euren Lieben verbracht. Natürlich hoffen wir auch, dass ihr viele tolle (Buch-)Geschenke unter dem Weihnachtsbaum gefunden habt. Falls ihr aber bis Silvester noch ein paar Tage für euch habt, so kommt es euch vielleicht in den Sinn, dieses Buch zu lesen. In der Bibliothek ist es mir gleich durch das niedliche Cover aufgefallen. Darum habe ich es ausgeliehen. Thematisch passt es perfekt in die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr.

Die Fakten:
  • Herausgeber: Stephan Koranyi und Gabriele Seifert
  • Titel: Stille Nacht und Feuerwerk
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Reclam
  • Seiten: 185
  • Preis: 14 Euro
  • Klappentext: "Geschichten und Gedichte" (Das ist der Untertitel, Klappentext gibt es keinen.)

Das Buch sammelt Geschichten und Gedichte rund um das Thema Feiertage und Silvester. Das kann man an sich aus dem Titel ableiten. Es geht gerade um diese Zeit "zwischen den Jahren", in der wir uns nun befinden. Darum fand ich es passend, euch heute davon zu berichten. Allerdings findet sich sehr viel Verschiedenes in diesem Buch, das sich schlecht zusammenfassen lässt. Ich will diesen Post nicht übermäßig lang machen, darum wird die Einzelsichtung der enthaltenen Geschichten und Gedichte etwas mager ausfallen.

  • Alle Jahre wieder - Fabienne Paklepa: Mit der Familie können sich sicher viele identifizieren, die den Familienwahn gern los wären - aber es eben auch nicht ohne geht. 4 Sterne
  • Rituale im Advent - Anna Katharina Hahn: Es geht um die Veränderungen, die Weihnachten im Leben so mitmacht. Hat mir jetzt nicht so viel gegeben. 3 Sterne
  • Drohend naht im Festgewand - Uta Köbernick: Hm, ich bin immer nicht so für solche Gedichte. 3 Sterne
  • Altmodischer Advent - Vera Kaiser: Hat mir ehrlich nicht gefallen, weil es für mich in die völlig falsche Richtung abzielt. Aber whatever. 2 Sterne
  • Himmliche Nothilfe - Kurt Tucholsky (reloaded): Ich weiß nicht genau, wie ich sowas finde. Es war schon passend. Aber hm, irgendwie auch seltsam. 3 Sterne
  • Zwischen den Tagen - Matthias Kröner: So eine typisch deutsche Geschichte, bei der ich mich hinterher frage, was ich da gelesen habe. Total gezwungen intellektuell und ohne Sinn. 1 Stern
  • Tante Pia - Albrecht Gralle: Eine niedliche Geschichte, irgendwie festlich und ungewöhnlich. 4 Sterne
  • Weihnachten auf dem Land, nicht am Fjord - Christel Hildebrandt: Weder der Schreibstil noch die Message haben mir gefallen. 1 Stern
  • Die Blautanne - Claire Beyer: Eine Geschichte, wie man Weihnachten neu beleben und entdecken kann - ganz unverhofft. Echt niedlich. 4 Sterne
  • Eine Weihnachtsgeschichte - Edgar Rai: Bei der Geschichte bin ich unsicher. Einerseits finde ich die Grundmessage blöd, warum soll man denn plötzlich mit einem Bein im Grab stehen, wenn man mal was anders macht als früher. Andererseits war das Ende dann unerwartet. 2 Sterne
  • Einfach zusammen - Inken Weiand: Eine niedliche Anekdote, aber leider nicht viel mehr. 3 Sterne
  • Stille. Nacht - Anton G. Leitner: Bestimmt literarisch total aufregend, aber meinen Geschmack trifft es gar nicht. 1 Stern
  • Besinnliche Weihnachten - Sibylle Berg: Keine Geschichte, kein Gedicht. Sicher nett gemeint. Aber ein bisschen fehl am Platz. 2 Sterne
  • Falsche Töne - Antie Rävic Strubel: Bitte hä? Nicht verstanden. Zu konfus. Was will es mir sagen? 1 Stern
  • Das Große Los - Astrida Wallat: So richtig überzeugen konnte mich auch diese Geschichte leider nicht. Aber das ist sicher Geschmackssache. 2 Sterne
  • Weihnachtsbaum oder Er nadelt - Matthias Kröner: Noch mehr kreative Dichtkunst. Davon verstehe ich nicht viel, aber das fand ich ganz süß gemacht. 3 Sterne
  • Feddi-Carlo - K. M. Schmit: Eine Homage an den Friseur, aber nichts weltbewegendes. 3 Sterne
  • Umarmung - Ursula Schmid-Spreer: Eine sehr niedliche Geschichte, die uns daran erinnert, dass wir alle mal alt werden und nicht für immer die tapferen Arbeitskräfte bleiben, die wir heute sind. 4 Sterne
  • Die Sarazenenweihnacht - Ulrich Knellwolf: Für mich eine schwierige Geschichte, vielleicht über Völkerverständigung? Ich fand sie schwer einzuschätzen. Aber nicht schlecht. 3 Sterne
  • Tunneltourette - Imran Ayata: Ein Take einer modernen Weihnachtsgeschichte? Ich mag es einfach lieber traditionell. Ist nicht meine Lebenswelt und für mich auch keine Literatur. 2 Sterne
  • Zweiter Weihnachtsfeiertag - A. L. Snijders: Joa, vermutlich wieder Kunst, ne? 2 Sterne
  • Alles anders - Root Leeb: Eine niedliche Geschichte, die wir sicher alle nachvollziehen können. Schließlich sagt zu Weihnachten sicher niemand: Schade, dass wir nicht ein paar Gänsekeulen mehr gemacht haben und die Plätzchen gehen auch zur Neige. :D 3 Sterne
  • Zwischen den Jahren - Wiglaf Droste: War ganz nett. Besser als die restliche Lyrik im Band. 3 Sterne
  • Posaunenfeuerwerk - Dietrich Faber: Fand ich ja irgendwie herrlich, damit konnte ich auch verbinden. Die Zeit zwischen den Feiertagen erscheint immer voller Möglichkeiten und ist dann so schnell vorbei. :D 4 Sterne
  • Die Chance des Lebens - Martin Suter: Von dem Herren habe ich ja noch einen Roman im Regal stehen. Die Geschichte war jedenfalls herrlich. Ein schöner Twist am Ende. 4 Sterne
  • Silvester - Joachim Ringelnatz: Hm, in sein Bett will ich wahrlich nicht, aber ansonsten ist es nett. 3 Sterne
  • Stiller Wechsel - Detlef Kuhlbrodt: Ich weiß nicht, ein paar Sachen fand ich gut, andere eher schräg. 3 Sterne
  • Halley - Laila Mahfouz: Eine leicht romantische Geschichte, die aber auch ein bisschen unglaubwürdig ist und auch problematische Seiten für mich hat. 3 Sterne
  • Die Zeit zwischen den Jahren - Hellmuth Opitz: Ja, irgendwie nett und anregend. 4 Sterne
  • Auf ein Neues - Andrea Noga: Kann man auch nichts gegen einwenden. 3 Sterne
  • Der Neujahrsbrief - Oskar Maria Graf: Eine Geschichte aus einer anderen Zeit, die heute auch sehr wenig nachvollziehbar ist. Aber nicht schlecht. 3 Sterne
  • Silvester - Georg Kreisler: Ein bisschen spekulativ und auch ein bisschen künstlich. 3 Sterne
  • Wintergesang - Wiglaf Droste: Inhaltlich ein bisschen leer. 3 Sterne
  • Das höchste Feuerwerk der Welt - Martin Mosebach: In dieser Geschichte habe ich einfach nur mit der armen Mutter mitgelitten. 3 Sterne
  • Alles neu? - Max Konranyi: Ein bisschen zu biblisch für meinen Geschmack. 3 Sterne
  • Neustart - Andreas Noga: Das ist definitiv Kunst. 2 Sterne

Alles in allem kann man also zusammenfassen, dass mir dieses Buch total egal war. Es gab keine Highlights und keine Low Lights für mich. Ich denke, ich bin einfach nicht das richtige Publikum. Einige Geschichten waren sicher besser als andere, aber es war mir allgemein alles ein bisschen zu künstlich und deutsch. Wie steht ihr dazu? Mögt ihr solche Literatur?

Wir sehen uns sicher vor Silvester nochmal. :)

Bis bald,
Eure Kitty Retro






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