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Mittwoch, 8. Januar 2025

A Sorceress Comes to Call


Hallo meine Bücherfreunde,

letztes Jahr habe ich es mit dem Bloggen einfach nicht hinbekommen. Heute starten wir einen neuen Versuch im neuen Jahr. Wird es besser klappen? Wer weiß das schon... Ich dachte aber, ich starte mit einem Buch, das ich gerade erst beendet habe. Es ist auch erst letztes Jahr erschienen, also fühlt es sich frisch und neu und aufregend an. Und dann ist es auch noch von meiner Lieblingsautorin geschrieben, also was kann schief gehen?

Die Fakten:

  • Autor: T Kingfisher
  • Titel: A Sorceress Comes to Call
  • Erschienen: 2024
  • Verlag: Macmillan Audio
  • Dauer: 11 Std 8min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "Cordelia knows her mother is . . . unusual. Their house doesn’t have any doors between rooms—there are no secrets in this house—and her mother doesn't allow Cordelia to have a single friend. Unless you count Falada, her mother's beautiful white horse. The only time Cordelia feels truly free is on her daily rides with him. But more than simple eccentricity sets her mother apart. Other mothers don’t force their daughters to be silent and motionless for hours, sometimes days, on end. Other mothers aren’t evil sorcerers. When her mother unexpectedly moves them into the manor home of a wealthy older Squire and his kind but keen-eyed sister, Hester, Cordelia knows this welcoming pair are to be her mother's next victims. But Cordelia feels at home for the very first time among these people, and as her mother's plans darken, she must decide how to face the woman who raised her to save the people who have become like family."

Zur Handlung: In dieser Neuinterpretation des Märchens über die Gänsemagd und Falada, da du hangest, geht es um zwei weibliche Charaktere: auf der einen Seite haben wir ein junges Mädchen, dessen Mutter eine Magierin ist. Durch die Magie kann die Tochter gefügig gemacht werden, am Ende ist sie dann wie eine Marionette. Die Mutter setzt es sich nun zum Ziel, einen Ehemann zu finden, damit sie finanziell abgesichert ist.

Auf der anderen Seite haben wir eine Frau im mittleren Alter, die ein ruhiges Leben mit ihrem Bruder führt. Beide sind unverheiratet, und das auch aus Überzeugung. Doch nun taucht eines Tages die Magierin auf und will den Bruder verführen. Bald merkt die Schwester jedoch, dass mit der Tochter der Magierin etwas nicht stimmt, und damit beginnt der Kampf gegen die Magierin und ihre Intrigen.

Ich liebe ja die Bücher von T Kingfisher. Sie haben immer einen ganz eigenen Charme und eine einzigartige Ausdrucksweise. Hier verbindet die Autorin nun zwei verschiedene Charaktere, die sehr typisch für sie sich. Während Cordelia, die Tochter der Magierin, sehr zurückgezogen, schüchtern und verletzt ist, ist Hester, die Schwester des auserkorenen Ehemanns, selbstsicher, eigenständig, aber immer freundlich und unterstützend. Daraus ergibt sich ein sehr angenehmes Gespann, dem ich gerne gefolgt bin.

Wie auch schon das Originalmärchen, so wirft auch diese Geschichte dunkle Themen auf. Durch Cordelia sehen wir den Einfluss von Traumata schon früh in der Kindheit. Sie wird immer wieder von ihrer Mutter für vermeintliches Fehlverhalten bestraft, indem diese Kontrolle über sie nimmt und sie fernsteuert. Cordelia hat kaum Freunde und ist eher eine Angestellte als eine Tochter. Cordelias Mutter hat auch keine Probleme damit, Personen, die ihr im Weg stehen, recht final loszuwerden. Dennoch wird alles mit T Kingfishers bekanntem Humor erzählt, sodass es nie zu schmerzlich wird, weiterzulesen.

Neben den beiden Hauptfiguren haben wir gar nicht so viele andere Charaktere. Cordelias Mutter ist sehr eindeutig die Bösewichtin der Geschichte. Hesters Bruder ist ein guter Mann, aber auch etwas simpel, wenn es um Intrigen geht. Später werden dann noch weitere Charaktere hinzugezogen. Wir haben zwei Freundinnen von Hester, eine davon eine ehemalige Geliebte von Hesters Bruder, und den Mann, der in Hester seit Jahren verliebt ist, den sie aber nicht heiraten möchte, um unabhängig zu bleiben. Auch spielt der Großteil der Geschichte am gleichen Ort, im Haus von Hesters Bruder. Nur am Anfang und Ende sind wir in anderen Häusern, allerdings macht das recht wenig Unterschied, die Geschichte hat in der Beziehung eher ein statisches Gefühl.

Besonders mochte ich auch, wie das Originalmärchen der Gänsemagd hier auf den Kopf gestellt wird. Vor allem wenn es um Falada, das treue Pferd, geht, geht T Kingfisher hier ihren ganz eigenen Weg und baut sogar einen kleinen Seitenhieb ein, wenn unsere Charaktere darüber sprechen, dass noch kein Lebewesen es überlebt hat geköpft zu werden. Durch die völlig neue Geschichte bleibt auch alles frisch und unerwartet, es ist nicht einfach eine Neuerzählung der alten Geschichte.

Am Ende wird es dann auch nochmal wirklich gefährlich für unsere Charaktere, obwohl sich so ein Gefühl der immanenten Gefahr schon durch das ganze Buch aufbaut. Ich mochte, wie es am Ende dann auch nicht eine Heldin allein gibt, sondern alle ihren Beitrag leisten, dass dann vielleicht doch alles gut ausgehen kann. Hier hat mich das Buch nicht enttäuscht.

Insgesamt war das eine tolle Neuerzählung eines Märchens, das zwar vom Original in gewisser Hinsicht inspiriert ist, aber doch seinen eigenen Weg zu gehen weiß. Ich mochte die Charaktere, die wie bei T Kingfisher üblich sehr liebenswert sind. Mit der Magierin haben wir auch eine tolle Antagonistin, die es einem kalt den Rücken runterlaufen lässt. Für mich war die Geschichte, auch wenn sie nicht rasant erzählt ist, zu jeder Zeit spannend und hat mir ein gemütliches Gefühl für den Jahreswechsel gegeben.

Ich hoffe, ihr schaut in dieses Werk von T Kingfisher auch bald rein.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:


Samstag, 29. Juni 2024

The Tangleroot Palace


Hallo meine Lieblingsleser,

ein Buch, das ich letztes Jahr beim Buchwichteln bekommen habe, möchte ich euch heute vorstellen. Es ist eine Sammlung von Kurzgeschichten von der Autorin der Monstress Comics, die ich liebe. Diese Geschichte sind in den letzten ca. 10 Jahren geschrieben wurden und nun hier gemeinsam veröffentlicht. Ich war sehr gespannt, wie die Autorin Geschichten nicht grafisch, sondern nur mit Text erzählt.

Die Fakten:

  • Autor: Marjorie Liu
  • Titel: The Tangleroot Palace
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Tachyon Publications
  • Seiten: 239
  • Preis: 11,40 Euro
  • Klappentext: "New York Times bestselling author Marjorie Liu (Monstress) leads you deep into the heart of the tangled woods. In her dark, romantic, and spellbinding short fiction you will find dangerous magic and even more dangerous women: a body-stealing sorceress, a bone-collecting apprentice-witch, a princess-turned-actress, and a warrior protecting China from her jealous ex. Concluding with a gorgeous full-length novella, Liu's short fiction collection is an unflinching sojourn into her thorny tales of love, revenge, and new beginnings."

Nun zunächst zu den einzelnen Geschichten, bevor mein Gesamtfazit kommt:

  • Sympathy for the Bones

In dieser etwa 20 Seiten langen Geschichte folgen wir einer jungen Frau, die für eine alte Frau arbeitet, die Woodoo-Puppen und -Zauber herstellt. Wir sehen, wie diese Puppen dazu dienen, Männer zu bestrafen und aus dem Weg zu räumen. Dabei scheint unsere Erzählerin aber Geheimnisse zu haben und ihre ganz eigenen Pläne zu verfolgen. Ich hatte am Anfang einige Probleme mit der Sprache, und ich weiß auch nicht ganz, wie ich die Verwendung von Woodoo hier finde, aber am Ende hatte die Geschichte eine faszinierende Atmosphäre. Ich gebe ihr 4 Sterne.

  • The Briar and the Rose

Diese Geschichte kenne ich tatsächlich schon aus einer anderen Geschichtensammlung, aber ich habe extra nicht geschaut, wie ich die Geschichte vor Jahren empfunden habe.  Die Geschichte ist etwa 30 Seiten lang und wir folgen eine Duellistin, die angeheuert wurde um eine wunderschöne Kurtisane zu beschützen. Allerdings hat letztere ein dunkles Geheimnis, und unsere Hauptfigur ist ihr auf die Schliche gekommen. Diese Geschichte ist inspiriert von Dornröschen und versucht diese Geschichte so neu zu erzählen, dass Frauen in ihr Macht haben. Tatsächlich spielen auch die Männer hier kaum eine Rolle. Ich finde die Geschichte großartig und gebe ihr 5 Sterne. Beim ersten Lesen hatte ich ihr nur 4 Sterne gegeben, aber so ändert sich der Geschmack eben.

  • The Light and the Fury

In dieser etwa 25 Seiten langen Geschichte geht es um eine Frau, die besondere Fähigkeiten hat. Mit diesen hat sie lange ihrem Land geholfen, bis die feindlichen Briten mit Experimenten begonnen haben, um ihre eigenen Super-Soldaten zu kreieren. Man wird hier ziemlich hineingeworfen, ohne dass man wirklich weiß, worum es eigentlich geht. Man muss einfach mitgehen und abwarten, ob es sich schließlich erklärt. Dabei steht im Zentrum eine Freundschaft von zwei Frauen, die an Eifersucht scheitert, und das in einer Welt mit viel Magie und Gewalt. Ich gebe ihr 4 Sterne.

  • The Last Dignity of Man

Diese etwa 30 lange Geschichte erzählt uns von Alexander Lutheran, der in seinem Kopf Lex Luther heißt. Er ist der Chef einer Gentechnik-Firma, die an geheimen Projekten für die US-Regierung arbeitet. Nachts sucht er jedoch nach seinem Clark Kent. Er trifft in einer Mittagspause einen wohnungslosen Mann, der sein Leben verändert. Ich mochte diese Geschichte, auch wenn sie ziemlich wild ist. Ich gebe ihr 4 Sterne. 

  • Where the Heart Lives 

In dieser Geschichte, die auch etwa 30 Seiten lang ist, hören wir die Geschichte von einem Mädchen, das von seiner Familie sehr lieblos weggeschickt wird und bei sonderbaren Menschen tief in einem unheimlichen Wald ein Zuhause findet. Die Geschichte fühlt sich definitiv wie ein Märchen an, und sie ist mit einer Buchreihe verknüpft, die die Autorin geschrieben hat. Allerdings funktioniert die Geschichte auch sehr gut, wenn man die Reihe nicht kennt. Ich gebe ihr für die wunderbar dunklen Märchenvibes 5 Sterne.

  • After the Blood 

Diese Geschichte ist etwa 45 Seiten lang und erzählt von einer dystopischen Welt, in der eine Pandemie den Großteil der Menschheit getötet hat. Nun sind die Amish diejenigen, die Communities anführen, weil sie noch wissen, wie man ohne Technologie überlebt. Wir treffen auf eine Frau, die ihren Hof und ihre Katzen nachts gegen seltsame Monster verteidigt, bis eines Nachts zwei Männer bei ihr auftauchen und Unterschlupf suchen. Ich fand leider, dass viel zu viel der Geschichte unklar war, und bis zum Ende keine wirklichen Erklärungen folgten. Daher gebe ich 3 Sterne.

  • Tangleroot Palace 

Diese titelgebende ist die längste in der Sammlung mit etwa 60 Seiten. Wir folgen Prinzessin Salinda, die von ihrem Vater an einen gefährlichen Warlord verheiratet werden soll. Doch diese Prinzessin wird nicht einfach ihr Schicksal still ertragen, sie flieht und sucht einen Weg zum verzauberten Wald, wo eine träumende Königin ihr vielleicht helfen kann. Auf dem Weg trifft sie einen mysteriösen Schausteller, der ihr nicht aus dem Kopf gehen wird. Ich mochte diese Geschichte sehr, in Teilen hat sie mich an den Stil von T Kingfisher erinnert, was ich liebe, und daher gebe ich ihr 5 Sterne.

Insgesamt kann ich diese Geschichtensammlung empfehlen, wenn ihr auch gern dunkle Märchen mit einem aufregenden Twist lest. Hier wird viel aus einer feministischen Perspektive geschrieben, was mir sehr zusagt. Außerdem gibt es auch Geschichten, die nicht so märchenhaft sind und die Sammlung dadurch abwechslungsreich machen. Wenn euch gefällt, was in Monstress gemacht wird, ihr den Comic aber etwas zu verwirrend findet, werdet ihr mit den meisten Geschichten hier garantiert Freude haben.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Mittwoch, 3. April 2024

Gingerbread


Hallo meine Märchenfreunde,

wir alle kennen das berühmte Lebkuchenhaus aus dem Märchen, und wir alle haben als Kinder sicher von einem Besuch geträumt. In diesem Buch spielt Lebkuchen auch eine ganz besondere Rolle, denn es verbindet drei Generationen von Frauen und ihre abenteuerliche Reise nach England. Ich war sehr gespannt darauf, nachdem ich letztes Jahr White is for Witching von der Autorin gelesen hatte.

Die Fakten:

  • Autor: Helen Oyeyemi
  • Titel: Gingerbread
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: Picador
  • Seiten: 291
  • Preis: 9,49 Euro
  • Klappentext: "Perdita Lee and her mother Harriet may appear your average schoolgirl and working mother but they are anything but. For one thing, their home is a gold-painted, seventh-floor flat with some surprisingly verbal vegetation. And then there's the gingerbread. As we follow the Lees through encounters with jealousy, ambition, family grudges, work and wealth, gingerbread seems to be the one thing that holds a constant value..."

Zur Handlung: Drei Generationen von Frauen: Margot, die wohlhabende Tochter, die einen armen Farmer heiratet. Harriet, die auf einer ärmlichen Farm aufwächst und um sich herum Hunger und Leid erlebt, bis sie zu industrieller Arbeit in die große Stadt geholt wird. Perdita, die in einem Land weit weg von ihrer Heimat aufwächst und sich nach dieser sehnt. Sie alle verbindet der Lebkuchen.

Margot hat das Rezept von der Familie ihres Mannes übernommen und ich damit berühmt geworden. Harriet nutzt dieses magische Rezept, um sich vom elterlichen Bauernhof zu befreien und ihr eigenes Glück zu versuchen. In der Fremde ist der Lebkuchen eine Rettungsleine in die Heimat, gefüllt mit dem Geschmack von Nostalgie. Und keiner kann ihm widerstehen.

Wie ihr hier schon sehen könnt, ist es unglaublich schwierig, die Handlung dieses Buches wirklich zusammenzufassen. Bei Oyeyemi geht es häufig mehr um das wie und warum, als um das was. Darauf war ich beim Lesen schon eingestellt, und deswegen hat es mich auch gar nicht gestört. Trotzdem macht es das für mich schwierig, über das Buch zu schreiben.

Als Hauptfigur würde ich Harriet herausnehmen. Wir sehen den Großteil der Geschichte aus ihrer Perspektive. Sie ist eine Mutter, die den Lebensunterhalt für sich und ihre Tochter verdient. Gleichzeitig will sie sich im Elternrat der Schule ihrer Tochter eine angesehene Position erarbeiten und dazugehören. Ich fand Harriet interessant, aber auch ein bisschen schwierig einzuordnen, weil wir von ihr dann ihre Kindheitsgeschichte erzählt bekommen, und die beiden Harriets fand ich im Kopf schwer zu vereinen.

Daneben haben wir Margot als die Mutter. Ich fand sie interessant, weil sie aus einer reichen Familie stammt und sich aus Ekel gegen das Geld entschieden hat. Sie heiratet einen Farmer und lebt mit ihm in Armut. Als sie das bereut, geht sie zurück zu ihrer Familie, aber sie ist dann doch ihren Prinzipien treu. Perdita als Tochter bleibt für mich blass in Erinnerung. Sie tut etwas sehr gefährliches, das den Großteil der Geschichte auslöst. Ich denke, in ihrer Unverträglichkeit des Lebkuchens steckt eine große Metapher, die aber an mir vorbeigegangen ist.

Ein großer Teil der Geschichte ist, dass Harriet Perdita ihre Geschichte erzählt. Das ist auch eine Geschichte von Migration, denn zu einem Zeitpunkt verlassen Margot und Harriet das Land, aus dem sie stammen, und kommen nach England. Perdita eröffnet dann, dass ihre gefährliche Tat mit dem Ziel geschah, in das Herkunftsland zurückzukehren und es mit eigenen Augen zu sehen. Auch hier steckt sicher einiges an Metapher drin, aber ich bin nicht gut darin, alles davon zu interpretieren.

Besonders interessant fand ich die Darstellung von Armut in Harriets Geschichte. Wir sehen, wie ungleich die Gesellschaft in diesem fiktiven Land ist. Der Reichtum einer kleinen Gruppe basiert auf der Armut der meisten Menschen. Dabei ist der Besitz von Land ausschlaggebend. Außerdem sehen wir, wie die Armen von den Reichen für noch mehr Profit ausgenutzt und ausgebeutet werden. In Verbindung mit dem Lebkuchen hatte es dann für mich teilweise ein bisschen Willy Wonka-Vibes. Vielleicht auch deswegen hat sich das Buch für mich ein bisschen wie ein Mix aus Tim Burton- und Wes Anderson-Film gelesen. 

Ein weiteres Thema, was das Buch anschneidet, ist dann ungewollte Schwangerschaft von jungen Menschen, und wie bestimmte Familie da etwas dagegen haben und damit umgehen. Verbunden wird das wieder durch ein sehr klares Klassendenken, das vorgibt, welche Art von Beziehungen zwischen Wohltätern (reich) und Wohlgetanen (arm) erlaubt sind und welche nicht.

Alles in allem ist dieses Buch einfach eine Erfahrung. Man kann sicherlich viel darin interpretieren, und viel herausarbeiten, was ich hier nicht getan habe. Ich möchte euch aber ermutigen, dass ihr dem Buch mal eine Chance gebt, wenn es euch interessiert. Am Ende wird jede Person aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen Unterschiedliches mitnehmen. Wenn ihr das Buch gelesen habt, lasst mich gern wissen, was euch besonders angesprochen hat.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Donnerstag, 21. September 2023

Bryony and Roses


Hallo meine Lieblingsleser,

jetzt ist es fast schon wieder Herbst, nur noch ein Tag, und morgen soll es auch schon kalt werden. Paradoxerweise bedeutet das für meinen Lesegeschmack immer eine seltsame Mischung: schaurig und kuschlig. Eine Autorin, die ich in diesem Bereich nun für mich entdeckt habe, ist T Kingfisher. Sie schafft es, schaurige (oder hier eisige) Atmosphäre wundervoll mit kuschligen Themen zu verbinden. Dieses Jahr habe ich von ihr schon ein Buch gelesen, das ich euch heute vorstellen will. Es passt perfekt in die kalte Jahreszeit, die uns nun bevorsteht.

Die Fakten:

  • Autor: T Kingfisher
  • Sprecher: Justine Eyre
  • Titel: Bryony and Roses
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: Tantor Audio
  • Dauer: 5 Std 51min (ungekürzt)
  • Preis: kostenlos im Audible-Abo
  • Klappentext: "Bryony and her sisters have come down in the world. Their merchant father died trying to reclaim his fortune and left them to eke out a living in a village far from their home in the city. But when Bryony is caught in a snowstorm and takes refuge in an abandoned manor, she stumbles into a house full of dark enchantments. Is the Beast that lives there her captor or a fellow prisoner? Is the house her enemy or her ally? And why are roses blooming out of season in the courtyard? Armed only with gardening shears and her wits, Bryony must untangle the secrets of the house before she - or the Beast - are swallowed by them."

Zur Handlung: Bryony ist mit ihrem Pony im Wald, mitten im Winter, in einem Schneesturm. Irgendwo in ihrem Leben muss sie einen großen Fehler gemacht haben, der sie hierher gebracht hat. Und der Fehler hat mit Gemüse zu tun. Denn Bryony liebt ihren Garten, und um ein paar Pflanzen aus einem benachbarten Dorf zu holen, hat sie sich auf diesen Weg gemacht, der nun vielleicht ihr letzter ist.

Doch bevor Bryony und ihr treues Pony ernsthaft zu Schaden kommen, steht vor ihnen plötzlich ein großes Schloss im Schnee. Ohne weiter zu zögern betreten sie es. Hier werden sie Schutz vorm Sturm finden und danach weiterreisen. Doch das Schloss ist nicht so leer, wie Bryony dachte. Darin lebt ein Biest, und dieses Biest wird Bryony zwingen im Schloss zu bleiben.

Wie ihr vielleicht jetzt schon ahnt, handelt es sich bei diesem Buch um eine Geschichte, die von der Schönen und dem Biest inspiriert ist. Allerdings ist Bryony nicht Belle, sondern es ist eher die Perspektive: was, wenn es mit Belle nicht geklappt hat. Bryony ist ein sehr anderer Charakter, sie kommt aus einer guten Familie, die allerdings nun verarmt ist. Sie lebt zusammen mit ihren Schwestern und unterstützt diese durch ihre Gärtnerarbeit. Sie vermisst das Leben in der gehobenen Gesellschaft nicht, sondern ist froh jetzt selbstbestimmter zu sein und keine hübschen, unpraktischen Kleider mehr tragen zu müssen.

Bryony als Hauptfigur hat mir richtig gut gefallen. Sie ist so, wie ich die Hauptfiguren in anderen Kingfisher-Bücher bereits kennen gelernt hatte. Vor allem ihre Gedanken am des Buches, wo sie sich im Wald verirrt, zeigen perfekt, was sie für ein Mensch ist. Neben Bryony haben wir dann das Biest. Das fand ich ziemlich passend zu der Version, die man auch aus anderen Geschichten wie der Disney-Verfilmung kennt. Gruslige Schale, weicher Kern. Die beiden haben tollen Banter miteinander. Das Biest hat aber auch ein großes Geheimnis und darf davon nie sprechen.

Damit kommen wir dann auch zum dunklen, etwas grusligen Teil der Geschichte. Während Bryony also im Schloss lebt und dort ihren kleinen Garten baut, fängt sie an sehr seltsame Träume zu haben. Auch ist sie überzeugt, dass jemand nachts in ihr Zimmer einbricht. Was es damit auf sich hat, verrate ich natürlich nicht, aber die Hintergrundgeschichte hier ist schon anders als bei Disney und daher auch mysteriös und hält auch die Spannung aufrecht.

Bryonys Schwestern fand ich auch super. Wenn diese dann erfahren, wo Bryony war und was ihr geschehen ist, reagieren sie so herrlich darauf. Vor allem eine Schwester, die gegen Ende dann noch mehr in alles mit verwickelt wird, habe ich sehr gefeiert. Wenn ihr allerdings aus dem Disneyfilm alle sprechenden Gegenstände besonders liebt, die gibt es hier so nicht. Allerdings hat das Schloss Ohren und erfüllt auch manchmal Wünsche.

Wie schon mit den anderen Kingfisher-Büchern habe ich hier eine Geschichte gefunden, die auf der Oberfläche lustig, humorvoll und ein bisschen frech ist, in den Tiefen aber auch gruslige und schaurige Momente hat. Das ist genau meine Mischung, und deswegen möchte ich euch das Buch für die kommenden Monate gern ans Herz legen. Ich persönlich kann mit der Geschichte von der Schönen und dem Biest eigentlich wenig anfangen, aber Kingfisher konnte mir selbst das verkaufen. Ich bin begeistert. 

Welche Bücher der Autorin habt ihr schon gelesen? Welches mochtet ihr am liebsten?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 25. September 2022

Nettle & Bone


Hallo liebe Fantasyfreunde,

der Herbst ist da, und damit die Zeit für düstere aber auch herzerwärmende Geschichten. Die perfekte Kombination möchte ich euch heute vorstellen. Dieses Buch passt perfekt in die kommende Jahreszeit, entweder jetzt vor Halloween oder dann auch im November, bevor es Richtung gemütliche Weihnachtszeit geht. 

Die Fakten:

  • Titel: Nettle & Bone
  • Autor: T. Kingfisher
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: MacMillan Audio
  • Dauer: 9 Std 3min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro im Abo
  • Klappentext:

    "Marra never wanted to be a hero. As the shy, convent-raised, third-born daughter, she escaped the traditional fate of princesses, to be married away for the sake of an uncaring throne. But her sister wasn’t so fortunate—and after years of silence, Marra is done watching her suffer at the hands of a powerful and abusive prince. Seeking help for her rescue mission, Marra is offered the tools she needs, but only if she can complete three seemingly impossible tasks:—build a dog of bones,—sew a cloak of nettles,—capture moonlight in a jar. But, as is the way in tales of princes and witches, doing the impossible is only the beginning. Hero or not—now joined by a disgraced ex-knight, a reluctant fairy godmother, an enigmatic gravewitch and her fowl familiar—Marra might finally have the courage to save her sister, and topple a throne."

Zur Handlung: Marra ist die jüngste von drei Schwestern, Töchter eines kleinen Königreichs, das mit Mühe einen wichtigen Hafen sichert. Marras Mutter regiert dieses Königreich mit viel Scharfsinn und kann die beiden feindlichen Königreiche davon abhalten, sie anzugreifen. Doch über kurz oder lang muss eine Lösung her: die Hochzeit der ältesten Tochter mit dem Prinzen des nördlichen Königreichs.

Doch schon kurz nach der Hochzeit kommt diese Tochter in einem Sarg zurück, nach einem Sturz wird gesagt. Nun wird Marras zweite Schwester an den gleichen Prinzen verheiratet, und Marra wird in ein Kloster geschickt, damit ihre potentiellen Kinder keine Rivalen zu denen des Prinzen werden können. Doch Marra erfährt schließlich, wie es um die Ehe ihrer Schwester bestellt ist, und sie beschließt sie zu retten. Dafür muss sie nur drei unmögliche Taten vollbringen und einen König töten.

Dieses Buch fühlt sich sofort an wie ein Märchen, wenn auch ein etwas Schauriges. Denn wir treffen Marra, wie sie über eine Grube voller verfluchter Knochen in einem Land von Kanibalen kniet und mit Draht das Skelett eines Hundes zusammensetzt. Doch so sind unmögliche Taten nun einmal - ziemlich unmöglich. Doch Marra gelingt es und fortan folgen wir ihr und ihrem Knochenhund auf diesem Abenteuer.

Marra als Hauptfigur war mir sofort sympathisch. An ihr wird manchmal bemängelt, dass sie nicht sehr schlau ist, aber ich mag das in Charakteren. Es sind nicht nur die Schlauen, die Abenteuer bestehen können, und eben auch nicht nur die reichen oder die starken oder die schönen. Damit hatte sie bei mir schon Pluspunkte. Marra liebt das ruhige Leben im Kloster, sie will gar nicht für Macht heiraten müssen und am Hofe leben, wo alle tratschen. Lieber hilft sie der Krankenschwester des Klosters aus, wenn im Umland Kinder geboren werden oder Unfälle geschehen.

Doch Marra findet dann doch heraus, was mit ihrer Schwester geschieht, und sie ist entsetzt davon - und davon, dass andere es bereits wissen und hinnehmen. Hier fand ich den Aufbau des Buches ehrlich gesagt ein bisschen seltsam, denn wir treffen Marra wie gesagt beim Erfüllen ihrer zweiten unmöglichen Tat, und dann machen wir einen Sprung in ihre Hintergrundgeschichte, der aber fast das ganze erste Viertel des Buches ausmacht, bevor wir wieder zurück zu den Taten kommen. Mir war dieser Teil einfach zu lang oder komisch platziert. Ich glaube, man versteht Marra als Charakter und ihre Motivation auch mit einer stärken gekürzten Backstory.

Wenn es dann aber richtig losgeht, ist das Buch wirklich toll. Marra bringt zunächst eine Art Hexe dazu ihr zu helfen. Diese lebt auf einem Friedhof und sorgt dafür, dass die Toten tot bleiben. Mit ihrer Magie machen sie sich dann auf die Suche nach dem, was Marra braucht um den Prinzen zu töten. Dabei führt ihr weg sie zum Beispiel auch auf einen magischen Marktplatz in der Feenwelt, wo sie einen versklavten Menschen freikaufen - da wird es auch nochmal schön schaurig.

Die Gruppe um Marra ist wirklich, was das Buch so besonders macht. Alle unterstützen sich auf diesem Abenteuer, auch wenn sie ein wirklich wilder Haufen sind. Selbst das dämonische Huhn hilft letztlich, wo es kann, auch wenn es das nie zugeben würde. Wenn ihr also solche Found Family-Geschichten mögt, greift hier auf jeden Fall zu. Ein bisschen romantisch wird es dann auch. Es bleibt zwar eher eine Randnotiz der Geschichte, aber auch hier fand ich das langsame und zarte Entspinnen der Gefühle total schön dargestellt. Da ist sogar mir Zynikerin warm ums Herz geworden. 

Das Ende war dann auch nochmal sehr interessant, denn es wird schon ein bisschen dramatisch, aber es bleibt eben auch märchenhaft und man glaubt ganz fest, dass es gut ausgeht. Hier mochte ich dann auch nochmal Marras Schwester sehr, die nicht so wahnsinnig viel auftaucht, aber trotzdem für mich eine sehr interessante Figur ist. Es wird auch emotional, denn selbst im Märchen hat alles einen Preis.

Alles in allem kann ich dieses Buch nur empfehlen. Abgesehen von den kleinen Längen am Anfang ist es so eine schöne Geschichte mit schaurigen Szenen aber ganz viel Wärme erzählt, und liebenswerten Charakteren, die gegen das Böse mit schönem Gesicht kämpfen. Es ist auch ein feministisches Märchen, und eines das zeigt, dass es nicht immer die stärksten, schlausten und schönsten Menschen sind, die siegen, sondern manchmal einfach die, die sich die richtige Hilfe suchen und die besten Gründe haben.

Habt ihr Empfehlungen für ähnliche märchenhafte Geschichten für die kalte Jahreszeit?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Mittwoch, 2. März 2022

Daughter of the Forest


Hallo meine Fantasyleser,

ich habe mir für dieses Jahr fünf Autoren überlegt, die ich unbedingt ausprobieren möchte. Diese Autoren habe ich schon Jahre auf meinen Wunschlisten, aber habe noch nicht von ihnen gelesen. Die erste im Bunde war Juliet Marillier. Sie schreibt Fantasy Romance Bücher, was nicht immer mein Lieblingsgenre ist, aber so viele Leute haben dieses Buch geliebt, da wollte ich es endlich probieren.

Die Fakten:

  • Autor: Juliet Marillier
  • Sprecher: Terry Donnelly
  • Titel: Daughter of the Forest (Dts. Die Tochter der Wälder)
  • Reihe: Sevenwaters 1
  • Erschienen: 2013 (erstmals 1999)
  • Verlag: Audible Studios
  • Dauer: 26 Std 45min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro
  • Klappentext: "Lovely Sorcha is the seventh child and only daughter of Lord Colum of Sevenwaters. Bereft of a mother, she is comforted by her six brothers who love and protect her. Sorcha is the light in their lives, they are determined that she know only contentment. But Sorcha's joy is shattered when her father is bewitched by his new wife, an evil enchantress who binds her brothers with a terrible spell, a spell which only Sorcha can lift-by staying silent. If she speaks before she completes the quest set to her by the Fair Folk and their queen, the Lady of the Forest, she will lose her brothers forever. When Sorcha is kidnapped by the enemies of Sevenwaters and taken to a foreign land, she is torn between the desire to save her beloved brothers, and a love that comes only once. Sorcha despairs at ever being able to complete her task, but the magic of the Fair Folk knows no boundaries, and love is the strongest magic of them all..."

Zur Handlung: Wäre Sorcha als Junge geboren, wäre sie der siebte Sohn eines siebten Sohns. Doch dieses Glück war ich nicht beschärt. Stattdessen muss sie ohne ihre Mutter, die bei der Geburt verstirbt, und ohne große Aufmerksamkeit des Vaters, der den Verlust seiner Frau schlecht verkraftet, aufwachsen. Doch Sorcha hat zwei Dinge, die sie glücklich machen: den Wald und ihre großen Brüder. 

Doch eines Tages während eines Fests wird ein Gefangener vor die Familie gebracht. Er ist einer der feindlichen Briten, mit denen Sorchas Vater schon viele Jahre im Krieg ist. Doch Sorchas Bruder kann nicht tatenlos zusehen, wie dieser Gefangene gefoltert wird, nur damit sein Vater Informationen bekommt. Und so wird Sorcha plötzlich in Dinge hineingezogen, die sie sich kaum vorstellen kann. Und einiges Leid erwartet sie auf ihrem Weg.

Ich finde, der englische Klappentext verrät eigentlich schon viel zu viel, deswegen habe ich meine Beschreibung eher vage gehalten. Dieses Buch ist die Nacherzählung eines Märchens, das ich als Kind viel angehört habe, und der Schreibstil hat auch etwas sehr märchenhaftes. Der Schreibstil hat mir eigentlich von der ersten Seite an gefallen, das Magische und Wundervolle dieser Welt wird gut transportiert. Allerdings ist das Buch auch sehr lang, also deutlich detaillierter als Märchen von früher.

Da ich das Märchen sehr gut kenne, habe ich natürlich auch bei diesem Buch dann immer auf die altbekannten Handlungsstränge gewartet. Und wirklich gewartet, denn das Märchen kommt erst nach etwa 1/5 des Buches überhaupt ins Spiel. Daher würde ich empfehlen, wenn ihr es nicht schon wisst, dass ihr nicht schaut, welches Märchen hier aufgegriffen wird, wenn ihr dann auch wie ich darauf wartet, dass es "richtig losgeht".

Sorcha als Hauptfigur ist glaube ich für die Zeit, zu der das Buch geschrieben wurde, ein typischer "starker weiblicher" Charakter. Allerdings liegt ihre Stärke eindeutig im Aushalten von schrecklichen Dingen, im Ausharren und Durchhalten, weniger in aktiven Taten oder auch nur Selbstverteidigung mit Worten. Ich mag solche Charaktere nicht gern, denn ich glaube, heute ist das keine sehr vorteilhafte Stärke mehr. Junge Mädchen und Frauen sollten lieber lernen, nicht alles still zu erleiden, sondern für sich einzustehen. Aber das ist einfach Geschmackssache.

Am Anfang mochte ich Sorchas Brüder als Charaktere sehr. Die Autorin nimmt sich wirklich die Zeit, hier alle Charaktere aufzubauen, sodass man ein recht klares Bild von jedem einzelnen Bruder gewinnt. Das fand ich wirklich toll. Meine Lieblinge waren Finbar und Connor - ich glaube, das ist nicht ungewöhnlich, denn sie sind die interessantesten Brüder und auch Sorchas Lieblinge. Gegen Ende allerdings war ich dann ohne Pause frustriert von den Brüdern und auch sehr enttäuscht. Sie reden dann dauernd über Sorcha, als wäre sie nicht da, verbieten ihr das Wort und sagen ihr, was sie zu tun hat. Ich fand das total seltsam, weil die Charaktere so nicht angelegt waren. Wirklich schade.

Ansonsten haben wir noch die Liebesgeschichte, zu der ich aber nicht zu viel sagen will, um nichts vorweg zu nehmen. Es gab für mich lange Zeit zwei Möglichkeiten, wer am Ende die Liebe von Sorcha gewinnen könnte. Ab einem bestimmten Punkt wird dann aber klar, wohin die Reise geht. Aber die Romanze ist sehr nebensächlich in diesem Buch und spielt auch erst spät eine Rolle. Ich mochte den Charakter, mit dem sie am Ende zusammenkommt, aber ich mochte die beiden als Paar nicht besonders. Vor allem hat mich aber das Ende genervt, weil es wie viele romantische Romane wieder eine Sache brauchte, um alles "perfekt" zu machen. Und ehrlich gesagt hat es sich immer angefühlt, als wäre der männliche Part deutlich älter als Sorcha, zumindest viel erwachsener. Und ja, das "perfekte Ende" war mir einfach zu früh.

In diesem Buch gibt es mehrere Figuren, die das Böse verkörpern. Ich möchte nicht zu viel dazu sagen, wer diese sind. Allerdings benutzt die Autorin immer wieder das Gleiche, um uns zu zeigen, wer böse ist: Gewalt an Tieren. Das hat mich wirklich sehr genervt. Erstens ist das einfach flach, zweitens ist nicht jeder böse Mensch gewalttätig gegen Tiere und drittens will ich das einfach nicht dauernd lesen müssen. Als ich das Buch begonnen hatte, war meine Katze gerade an einer Krankheit verstorben... es war einfach nicht schön. Darüber hinaus gibt es im Buch auch eine sehr explizite Vergewaltigungsszene, die es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte. Zwar rechtfertigt uns Sorcha als Erzählerin, warum sie so genau darauf eingeht, aber ich fand das nicht sinnvoll in der Detailgenauigkeit.

Wie bereits gesagt ist dieses Buch recht lang. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Die erste Hälfte habe ich ganz gut mitgemacht, am Anfang auch einfach, weil ich nicht wusste, wohin es sich entwickelt. Aber die zweite Hälfe hatte dann wirklich Längen für mich und ich hatte einfach irgendwann keine Lust mehr Sorcha beim Leiden zuzusehen. Ich glaube, man hätte hier schon deutlich kürzen können und es hätte dem Buch aus meiner Sicht gut getan.

Alles in allem ist das Buch aber nicht schlecht. Es gibt viele, die Sorcha als Hauptfigur mögen, auch wenn ich da nicht dazugehöre. Die Neuerzählung des zugrundeliegenden Märchens ist gut gelungen. Vor allem hat mir der märchenhafte Schreibstil gefallen. Auch die Charakterisierung der männlichen Figuren war meist sehr gut - bei den anderen Frauen bleibt es meist vage. Genervt hat mich die Gewalt gegen Tiere durch alle, die wir als böse wahrnehmen sollten, Sorchas stilles Leiden, aus dem sie leider nie ausbricht, und schließlich auch die Hörbuchsprecherin - das Hörbuch kann ich nicht empfehlen. Die Romanze war in manchen Teilen ok, aber am Ende konnte sie mich nicht überzeugen. 

Ob ich den zweiten Teil der Reihe irgendwann lese, weiß ich noch nicht. Da es da um andere Hauptcharaktere geht, habe ich keine Eile. Habt ihr die Reihe denn schon begonnen oder etwas anderes der Autorin gelesen?

Bis bald,

Eure Kitty Retro

 

 

 

Meine Bewertung: 



Sonntag, 3. Oktober 2021

Die Tiermagier Trilogie

Hallo meine Lieben Fantasyfreunde,

diese Trilogie ist erst kürzlich vollständig erschienen und ich habe sie ehrlich gesagt nur wegen der schönen Cover begonnen, war jedoch schnell begeistert.

Fakten:
  • Autorin: Maxym M. Martineau
  • Übersetzerin: Anita Nirschl
  • Fantasy
  • Trilogie
  • ca. 500 Seiten jeweils
  • seit 2020 erschienen
  • Rowohlt Taschenbuch Verlag
  • Preis: 14,99€ (Paperback)
Klappentext:
Band 1
GEFÄHRLICHE MAGIE Leena ist eine Tiermagierin. Mit ihren Kräften kann sie eine einzigartige, tiefe Verbindung zu magischen Wesen herstellen. Doch der Prozess birgt Gefahren. Ist das Tierwesen zu mächtig, endet er meist mit dem Tod des Tiermagiers. 
DUNKLE HERZEN Noc ist ein Assassine. Seine Welt sind die Schatten. Liebe darf er sich nicht erlauben, ebenso wenig wie Gnade. Denn hat er erst mal einen Auftrag angenommen, zwingt ihn die dunkle Magie seiner Gilde, ihn auszuführen. Oder selbst zu sterben. 
VERBOTENE LIEBE Leena und Noc. Magierin und Mörder. Er soll sie töten, sie macht ihm ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Es ist undenkbar, dass sie Gefühle füreinander entwickeln. Unmöglich. Und doch geschieht genau das …
Band 2
EINE UNMÖGLICHE LIEBE Noc ist ein Assassine, ein unsterblicher Mörder, der jeden Auftrag emotionslos erledigt. Bis auf den letzten. Er sollte die Tiermagierin Leena töten. Stattdessen verliebte er sich in sie. 
EIN GRAUSAMES FLÜSTERN Doch die dunkle Magie seiner Gilde lässt keine Gnade zu. Sie gewinnt immer mehr Kontrolle über Noc, quält ihn mit Visionen, flüstert Verlockungen – und sie will Leenas Tod. 
EINE LETZTE HOFFNUNG Leena, Noc und seine Brüder suchen verzweifelt nach einer Lösung. Ein seltenes magisches Tierwesen könnte vielleicht helfen. Wenn sie lange genug am Leben bleiben, um es zu finden …
Band 3
DAS FEUER DES DRACHEN Tiermagierin Leena wollte nie einen Krieg. Doch ihre Feinde drohen, ein uraltes Tierwesen, den Drachen der Göttin, zu entfesseln und das ganze Land mit Feuer und Blut zu überziehen. 
DER WEG DER KÖNIGIN Wird der Drache erweckt, ist alle Hoffnung verloren. Der Gruppe um Leena bleibt nur eine einzige Chance: angreifen, bevor das Ritual durchgeführt werden kann. 
DIE SCHLACHT DES SCHICKSALS Leena und ihr Geliebter Noc wissen, dass ihnen die Zeit davonrennt. Die letzte Schlacht naht. Und nicht alle werden sie überleben … 

Wir wissen alle die Welt kann nicht ständig neu erfunden werden und in dieser Geschichte gibt es definitiv einige Elemente die man so ähnlich von anderen kennt. Mochtet ihr Pokémon, fantastische Tierwesen und alles rund um Untote dann kommt ihr hier auf eure Kosten.

Da ich die Klappentexte perfekt zur Beschreibung finde möchte ich gar nichts weiter ergänzen inhaltlich. Tatsache ist aber dass ich die Welt in der diese Geschichte spielt mir sehr gut gefällt. Es scheint wirklich recht klare Grenzen zu geben ohne das es wirkliche Grenzen gibt. Lange hatte ich kein so klares Bild einer Umgebung mehr vor Augen. Dabei ist es gar nicht so das total viel beschrieben wird. Die Atmosphäre die aufgebaut wird, ist so stark dass ich mich manchmal sogar gegruselt habe und das passiert sehr sehr selten.

Die drei Bände bauen aufeinander auf ohne dabei langweilig zu sein. Jeder erzählt einen bestimmten Bereich und nebenbei findet fortwährend eine Entwicklung statt. Zu Beginn sind alle Figuren eher Einzelkämpfer und am Ende gibt es klare Bündnisse und Freundschaften mit denen zumindest ich niemals gerechnet hätte.

Wir haben eine Vielzahl an ganz wunderbaren Nebencharakteren. Ganz spannend finde ich auch das hier versucht wurde Diversität einzubauen ohne zu verrückt zu sein. Das passiert so ganz locker und ungezwungen. Ich mochte es wirklich und finde es auch schön wie alles fortgesetzt wird.

Natürlich haben wir hier auch einiges an Romantik dabei. Aufgrund der doch recht direkten Sexszenen ist die Reihe daher für mich nicht typisch für Jugendliche. Für junge Erwachsene definitiv aber jüngere könnten doch mit Momenten konfrontiert werden für die es einfach zu früh ist.
Dennoch sind die Szenen schön dargestellt. Eine gute Mischung könnte man sagen. 

Bei unseren Hauptfiguren könnte ich mich ehrlich nicht entscheiden. Wir erleben beide aus unterschiedlichen Perspektiven und von vielen Seiten kennen. Auf der einen Art sind sie völlige Gegensätze und dann wieder so harmonisch. 

Tierwesen sind so voll meins. Daher war ich einfach nur hin und weg und würde am liebsten noch viel mehr über diese Welt lesen wollen. Die Magie dahinter ist so simpel und doch einfach schön. Die Beziehung zu Tierwesen wird ebenso innig und tiefgreifend berichtet und spiegelt dabei so authentisch die Realität zu unseren Haustieren wieder. Das liebe ich auch so an unseren Tieren zu Hause. Klar weiß keiner was die von uns denken aber ich hoffe einfach Gutes.

Zum Ende hin wird die Geschichte immer dynamischer und auch kämpferischer. Das trägt natürlich zu viel Abwechslung bei. Mit diesen drei Bänden wird einem auf jeden Fall nicht langweilig.

Empfehlen möchte ich es auf jeden Fall an Fantasyliebhaber, Menschen die einfach Tierwesen mögen und die die ein bisschen Romantik nicht abgeneigt sind,

eure Blue Diamond.



Mittwoch, 3. März 2021

The Lives of Saints

Meine lieben Fantasy-Freunde,

alle sind inzwischen ja in Aufruhr, weil bald die Grischa-Serie auf Netflix anlaufen wird. Außerdem habe ich auch schon das neue Nicolai-Buch vorbestellt - ich meine, er soll in der ersten Staffel der Serie nicht mal auftauchen??? Naja, auf jeden Fall hab ich so richtig Lust auf die Grischa-Welt, und gerade habe ich auch einige Bücher beendet, die mir nicht gefallen haben und die sehr lang waren. Darum möchte ich nun dieses Buch lesen, das einzige Buch der Grischa-Welt, das ich noch nicht kenne bisher.

Die Fakten:

  • Autor: Leigh Bardugo
  • Illutrationen: Daniel J. Zollinger
  • Titel: The Lives of Saints
  • Reihe: Grishaverse
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Orion Children's Books
  • Seiten: 120
  • Preis: 14,99 Euro
  • Klappentext: "Bestselling Author Leigh Bardugo takes readers deeper into her world than ever before. Out of the pages of the Shadow and Bone Trilogy, from the hands of Alina Starkov to yours, the Istorii Sankt'ya is fully realized for the first time. These tales include miracles and martyrdoms from familiar Saints like Sankta Lizabetha of the Roses and Sankt Ilya in Chains, to the strange and obscure stories of Sankta Ursula, Sankta Maradi and the Starless Saint. This beautiful collection includes stunning full-colour illustrations of each story."

Ich werde nun etwas zu jeder Geschichte sagen. Diese sind extrem kurz und ziemlich viele, also werden meine Kommentare nicht sehr lang. Am Ende sage ich dann noch etwas zum Buch allgemein.

  • Sankta Margaretha: Die Geschichte spielt in Ketterdam, das wir aus der Six of Crows-Reihe kennen, und hat mich sehr an alte Sagen erinnert. Margaretha ist außerdem eine sehr schlaue Frau. Für mich war diese Eröffnungsgeschichte 5 Sterne.
  • Sankta Anastasia: Diese Geschichte spielt zur Zeit einer schlimmen Krankheitswelle - haha - und hat mich ebenfalls sehr an klassische Heiligengeschichten erinnert. Es ist aber sehr kurz gehalten, daher 4 Sterne von mir.
  • Sankt Kho und Sankta Neyar: Ich finde die Idee, dass die heiligen nicht alle aus der gleichen Kultur stammen, total interessant. Somit finden wir uns hier auch in Shu Han. Ich habe nicht ganz verstanden, warum Kho auch als Heiliger gehandelt wird, aber ich fand dennoch die Grundidee der Geschichte spannend, ebenfalls ein bisschen zu kurz. 4 Sterne.
  • Sankt Juris of the Sword: Diese Geschichte hat - anders als die bisherigen - nichts mit dem Ursprung der Heiligen zu tun, sondern ist eher eine Geschichte über deren wirken. Ich mochte aber die Atmosphäre sehr. 4 Sterne.
  • Sankta Vasilka: Auch diese Geschichte verbindet klassische Elemente von Sagen zu einer neuen Geschichte und so haben wir eine Verknüpfung von Rapunzel, Ikarus und Penelope. Und dann auch noch der Firebird, den wir aus der Shadow & Bone-Reihe kennen. 4 Sterne.
  • Sankt Nikolai: Diese Geschichte ist wieder etwas länger und angelehnt an Geschichten, aus denen schließlich der Nikolaus hervorging. Ich fand es spannend, diese klassische Figur mit der Seefahrt zu verbinden. Da ich mich mit echten Heiligen nicht auskenne, weiß ich nicht, was eigentlich die Geschichte des St. Nikolaus ist. Aber hier das fand ich schon interessant, wenn auch nicht perfekt. 4 Sterne.
  • Sankta Lizabetha of the Roses: Diese Figur kennen wir bereits aus anderen Büchern der Grischawelt, was das Kapitel interessant macht. Ehrlich gesagt muss ich King of Scars nochmal dringend lesen, denn ganz genau an alles erinnern kann ich mich nicht mehr. Aber diese Geschichte zeigt sehr schön die Arroganz der Männer auf. Sie ist auch etwas länger als die anderen. Für mich 5 Sterne.
  • Sankta Maradi: Auch diese Geschichte ist in einem anderen Teil der Welt angesiedelt, in Novyi Zem. Es ist die Grundidee, die auch Romeo und Julia hat, allerdings mit einer Heiligen, die den entscheidenden Unterschied macht. Ich mag, wie die Geschichte mit der Kultur verbunden wird, die wir bereits kennen. 4 Sterne.
  • Sankt Demyan of the Rime: Diese Geschichte aus Fjerda geht genauso fröhlich aus, wie man es sich bei der Gegend vorstellen würde. Hier fand ich es etwas schwierig, die Lektion herauszulesen. Auf der anderen Seite ist das Ende auf jeden Fall das eines Heiligen. 4 Sterne.
  • Sankta Marya of the Rock: Diese Geschichte beschäftigt sich mit den Suli, einem Volk, das nicht sesshaft ist. Diese müssen oft die Arbeit annehmen, die sie geboten bekommen. So geht es in dieser Geschichte darum, wie ein kleines Mädchen viele Männer bei einem gefährlichen Arbeitseinsatz schützt. Außerdem hat mich die Geschichte einfach generell sehr an Grischa erinnert und wie deren Kräfte als heilig scheinen. 5 Sterne.
  • Sankt Emerens: Diese Geschichte spielt in Kerch, könnte aber auch ein deutsches Märchen sein. Es geht ums Biertrinken und um Magie, die Ratten vertreibt. Wie bei den meisten Heiligen geht es für Emerens dabei nicht gut aus. Aber auch diese Geschichte hat für mich einfach die richtigen Töne getroffen. 4 Sterne.
  • Sankt Vladimir the Foolish: Auch diese Geschichte zeigt, dass viele Heilige eigentlich einfach Grischa waren. Vladimirs Geschichte ist dabei auch wieder eine ganz typische Heiligengeschichte von einem selbstlosen Akt. Das Ende hat mir irgendwie dann auch Gänsehaut gemacht. 4 Sterne.
  • Sankt Grigori of the Wood: Ich glaube, diese Figur taucht auch in den Grischabüchern auf. Diese Geschichte geht darauf zurück, dass es in der Vergangenheit nicht immer gut war, wenn man als Heiler sein Handwerk zu gut verstand. Zumindest für Grigori hat es kein glückliches Ende gehabt. 4 Sterne.
  • Sankt Valentin: Wer hier an Valentinstag denkt, ist auf der falschen Spur, denn diese Geschichte beschäftigt sich auch nicht mit der Herkunft des Heiligen, sondern mit einer seiner Taten. Und diese hat mit Gift und einer Schlange auf einem Grab zu tun. Ich glaube, diese Geschichte hat mich nicht so gekriegt. 3 Sterne.
  • Sankt Petyr: Wie schon in der ersten Geschichte geht es hier wieder um einen Dämon, der Wasser liebt. Petyr überlegt sich eine List, wie der Dämon getötet werden kann, aber niemand tötet einen Dämon ohne ein großes Opfer. 4 Sterne.
  • Sankta Yeryin of the Mill: Diese Geschichte der Shu zeigt den Gegensatz von Herren und Gefolge gut auf. Denn hier fühlt sich ein Edelmann betrogen, obwohl er selbst einfach dumm gehandelt hat. Die Tochter des Müllers will ihren Vater retten, doch kann dies nur mit der Hilfe der Heiligen. Ich fand das Ende dieser Geschichte sehr schön, vor allem, weil es nochmal die Dummheit des Herren belegt. 4 Sterne.
  • Sankt Feliks among the Boughs: In dieser Geschichte geht es eher um Feigheit und Neid, als um Dummheit. Am Ende kommt aber bei beidem etwas ähnliches raus. Ich bilde mir ein, dass der Dornenwald am Ende dieser Geschichte auch für King of Scars eine Rolle spielt, aber ganz sicher bin ich nicht mehr. 4 Sterne.
  • Sankt Lukin the Logical: Ich finde diese Geschichte irgendwie ermutigend, denn dieser junge Prinz hört tatsächlich auf einen Berater, auch wenn es ihm keinen Spaß macht, dem zuzuhören. Das würde man sich ja für heutige Politiker auch mal viel mehr wünschen. Ich fand das Ende auch super, wenn auch etwas vorhersehbar. 4 Sterne.
  • Sankta Magda: Diese Geschichte ist angelehnt an die Tatsache, dass in Zeiten großer Not häufig wahllos Frauen als Hexen verbrannt wurden. Die Geschichte stellt dieses Bild auf den Kopf und zeigt, dass eine Frau mit Verstand wirklich gefährlich sein kann. Sie zeigt auch, dass es Rettung manchmal nicht gibt, wenn man nicht dafür kämpft. Mir hat sie sehr gut gefallen, denn ich mag es, wenn Bardugo Dinge so auf den Kopf stellt. 5 Sterne.
  • Sankt Egmond: Diese Geschichte erläutert die Entstehung des Ice Palace in Djerholm, den wir aus der Six of Crows-Reihe kennen. Für mich hat in der Geschichte aber irgendwie viel gefehlt und das Ende ist auch offen - hat der Palast Egmond gerettet? 3 Sterne.
  • Sankt Ilya in Chains: Diese Geschichte erinnert sehr an die Shadow and Bone-Reihe, vor allem wenn man sich die Illustration anschaut. Ein bisschen kann ich hier aber die Bevölkerung verstehen, die diesen Heiligen, der ein totes Kind wiederbeleben konnte, als Gefahr sieht. 4 Sterne.
  • Sankta Ursula of the Waves: Ok, Ursula, wirklich? Sehr kreativ. Wer jetzt aber an die Meerhexe denkt, wird ein bisschen enttäuscht sein, denn hier geht es um eine Prinzessin, die ihren Glauben nicht aufgeben will, auch wenn ihr Leben bedroht ist. Ich finde es dann doch etwas seltsam, dass im Norden später alle weiter an Djel glauben, wenn es solche Geschichten von den Heiligen gibt... aber naja. 4 Sterne.
  • Sankt Mattheus: Ich mag diese Geschichte, weil sie die typische Sage von Biest im Wald und dem berühmten Jäger auf den Kopf stellt. Natürlich ist das schon ein bisschen idealtypisch gedacht, aber irgendwo kommen Hunde ja auch her. 4 Sterne.
  • Sankt Dimitri: Ich mag diese Geschichte, weil sie sehr skurril ist und auch das Bild dazu irgendwie etwas hat. Sie ist sehr kurz, aber man kann Dimitri schon verstehen. Nicht jeder will herrschen. 4 Sterne.
  • Sankt Gerasim the Misunderstood: Diese Geschichte beschäftigt sich mit einem Mönch, der ein Schweigegelübde abgelegt hat. Nachdem er auf Reisen war, will ein Fürst ihn zum Bericht zwingen. Ich mag die Idee der Geschichte, sie zeigt wieder die Undankbarkeit der Reichen und wie das Schicksal am Ende vor keinem Halt macht. 4 Sterne.
  • Sankta Alina of the Fold: Viele freuen sich bestimmt vor allem auf die Geschichte zu Alina, die gut ein Nachwort zum Nachwort von Ruin and Rising sein könnte, es allerdings nicht ist. Stattdessen folgt die Geschichte einem anderen Kind und erzählt nur, wie Sankta Alina dieser half. Ich glaube, einige werden da enttäuscht sein. 4 Sterne.
  • The Starless Saint: Ich finde es spannend, dass auch eine Geschichte zum Darkling enthalten ist. Nachdem wir nun im Netflix-Trailer die Fold sehen konnten, bekommt diese Geschichte noch etwas mehr Leben. Hier muss man allerdings sagen, dass man die Geschichte nicht gut verstehen kann, wenn man die Grischa-Welt nicht kennt - bei den anderen Geschichten ist das nicht der Fall. Dennoch freue ich mich über jeden Darkling-Content.
  • The Saint of the Book: Quasi ein Nachwort, aber toll geschrieben und illustriert wie der Rest. 4 Sterne.

Ihr seht also, es finden sich sehr viele kleine Geschichten in diesem kurzen Buch. Natürlich sind diese dann oft nicht sehr detailliert, aber sie wirken meist authentisch und passen zur Grundidee von solchen Heiligengeschichten. Außerdem ist an vielen Stellen ein Anknüpfungspunkt an die verschiedenen Grischa-Bücher gegeben.

Besonders schön sind in diesem Buch die Illustrationen, denn zu jedem Heiligen gibt es eine einseitige Graphik in Farbe. Den Stil dieser Bilder finde ich noch schöner als in Language of Thorns. Die Illustrationen geben dem Buch nochmal ein ganz anderes Flair und machen es umso wertvoller. Allein dafür lohnt sich der Kauf schon.

Ich denke, dieses Buch ist für Fans der Reihe gut geeignet. Es ist allerdings nur eine kleine Ergänzung und nichts, was man lesen muss. Durch die Aufmachung des Buches und die Illustrationen finde ich es auf jeden Fall sein Geld wert. Die Geschichten selbst fand ich nicht ganz so gut wie Language of Thorns, da die Geschichten hier deutlich kürzer und oberflächlicher sind. Dennoch steckt viel Fantasie in den Geschichten und auch der eine oder andere kreative Twist. Mir hat es gut gefallen!

Wie steht ihr zu solchen kleinen Geschichtensammlungen zu berühmten Reihen? Könnt ihr damit etwas anfangen oder eher nicht so?

Bis bald,

Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 6. Dezember 2020

Nussknacker und Mausekönig

Hallo meine Märchenleser,

als Kind habe ich gern Barbie und der Nussknacker geschaut. Der Film ist inspiriert von der berühmten Nussknacker Suite. Was mir allerdings nicht bewusst war, obwohl es um Vorspann gezeigt wird, ist, dass das Original ein Märchen von E. T. A. Hoffmann ist. Und als mir das irgendwann bewusst wurde, habe ich das Büchlein natürlich direkt bestellt.

Die Fakten: 
  • Autor: E. T. A. Hoffmann
  • Titel: Nussknacker und Mausekönig
  • Erschienen: 2011 (erstmals 1816)
  • Verlag: Anaconda
  • Seiten: 96
  • Preis: 3,95 Euro
  • Klappentext: "Am Weihnachtsabend naht im Haus des Medizinalrats Stahlbaum die Bescherung. Für die Kinder hat ihr Pate Droßelmeier wie jedes Jahr hübsches mechanisches Spielzeug im Gepäck, doch die kleine Marie spielt bis tief in die Nacht hinein lieber mit einem ganz und gar nicht hübschen Nussknacker. Als um Mitternacht plötzlich die Schar der Spielzeuge lebendig wird und sich unter dem Befehl des Nussknackers in eine erbitterte Schlacht mit dem Heer des bosen Mausekönigs stürzt, öffnet sich für Marie das Tor ins märchenhafte Reich der Fantasie."

Zur Handlung: Hinter allen fantastischen Geschenken entdeckt Marie am Weihnachtsabend einen komischen Nussknacker. Keiner weiß recht, woher er kommt, aber Marie kann ihn nicht loslassen. Als ihr Bruder ihn fast kaputt macht, ist sie am Boden zerstört. In der Nacht taucht dann der Mäusekönig auf und will den Nussknacker vernichten. Marie rettet ihn in letzter Sekunde und gefährdet damit sich selbst.

Als sie am nächsten Morgen aufwacht, reden alle davon, dass sie im Spielzimmer einschlief und dann lebhaft träumte. Irgendwie hat sie sich dabei schlimm verletzt und muss nun im Bett bleiben. Ihr Pate Droßelmeier repariert den Nussknacker, doch Marie kann nicht aufhören an das Gesehene zu denken, und nachts beginnt sie die Stimme des Mäusekönigs zu hören.

Die Geschichten von E. T. A. Hoffmann haben mich schon vor Jahren begeistert, da sie meist etwas schaurig, aber auch irgendwie schön sind. Dieses Märchen hier ist dabei schon anders gelagert, denn es ist für Kinder gemacht. Die kleine Marie ist wirklich noch ein richtiges Kind, nicht wie in den Adaptionen schon eine junge Frau.

Ich mochte die Stimmung, die dieses Buch am Anfang einfängt. Sie kindliche Neugier, aber auch etwas Angst und Nervosität, was am Heiligabend wohl passieren wird. Marie ist dabei ein ganz normales Kind, welches es schafft, über die Hässlichkeit des Nussknackers hinwegzusehen und ihn als Spielzeug liebgewinnt. Sie hat eine ausgeprägt Fantasie, wenn man ihren Eltern glauben will, dass es den Mäusekönig nicht gibt.

Ein Teil des Märchens wird wiederum darauf verwendet, ein anderes Märchen zu erzählen, nämlich das von der harten Nuss. Hierbei geht es um die Entstehungsgeschichte des Nussknackers. Ich mochte diese Idee vom Märchen im Märchen sehr. Damit bekommt auch der stille Nussknacker einen Hintergrund und wir können mit ihm sympatisieren. Wiederum wird der Mäusekönig dadurch noch etwas grusliger, was angesichts seiner sieben Köpfe kaum mehr geht.

Das Buch ist in kurze Kapitel unterteilt, die sich sehr zum Vorlesen und Gemeinsamlesen eignen. Wenn man das Buch mit Kindern liest, sollte man im Kopf behalten, dass Märchen vor 200 Jahren noch anders waren als heutige Disney-Filme. Ich finde das nicht schlimm, die Kinder damals haben es ja auch überlebt. Aber es wird schon ein bisschen gruselig und blutig, aber nicht schlimm. Am Ende werden wir dann auch mit dem Puppenreich und der Konfektburg belohnt.

Ich fand es interessant, wie sehr dieses Buch doch von den Adaptionen, die ich kenne, abweicht. Dies liegt wohl vor allem an der deutlich bekannteren Nussknacker Suite, die den Fokus deutlich stärker auf die Geschehnisse im Reich der Süßigkeiten setzt. Allein schon das Alter von Marie, aber auch der starke Fokus auf die reale Welt von Marie haben mich überrascht. 

Das Ende ist dann wieder altbekannt und passt gut zum Märchenhaften. Insgesamt hat das Buch mir gut gefallen, denn es ist kurzweilig, irgendwie nostalgisch und sehr gut geschrieben. Dennoch hat mich die Geschichte nicht ganz so berührt wie die mir bereits bekannten Adaptionen, weil ich einfach mehr an diese gewohnt bin. So hat die Zuckerfee mir doch arg gefehlt. 

Habt ihr das Buch bereits gelesen? Ging es euch ähnlich wie mir?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Mittwoch, 2. Dezember 2020

Heimlich-unheimliche Weihnachts- und Wintergeschichten

Hallo meine Weihnachtsfreunde,

wir beginnen mit einigen Büchern, die ich schon letztes Jahr über die Feiertage gelesen habe. Da ich euch aber nicht noch im Januar damit belästigen wollte, hebe ich die Rezensionen einfach auf. Dieses Büchlein hatte ich schon eine Weile im Schrank stehen, irgendwer hatte es mal empfohlen und ich mag diese Art Geschichten. Allerdings hat es dann Jahr um Jahr nie in meine Lesepläne gepasst.

Die Fakten:
  • Autor: Barbara Bartos-Höppner
  • Illustrator: Ursula Kirchberg
  • Titel: Heimlich-unheimliche Weihnachts- und Winterschichten
  • Erschienen: 2003
  • Verlag: Husum Druck- und Verlagsgesellschaft
  • Seiten: 97
  • Preis: 10,95 Euro
  • Klappentext: "Geschichten wie jene, denen man früher an langen Winterabenden am Kachelofen lauschte, erzählt Barbara Bartos-Höppner. Geschichten von längst vergangenen Zeiten, als man noch zu Pferde oder mit dem Flusskahn reiste, und von Orten, die es so nicht mehr gibt - oder vielleicht nie gegeben hat -, aus einer Zeit als der Winter mit seiner undurchdringlichen Dunkelheit, mit Schnee, Eis und Kälte eine Bedrohung und das Übersinnliche ein fester Bestandteil des Lebens waren. Die Weihnachts- und Wintergeschichten berichten von Naturphänomenen, Begegnungen mit Geistern und heidnischen Göttern und anderen unerklärliche Ereignissen. Heimlich-unheimlich entführen sie uns in eine andere Welt."

Zunächst möchte ich nun zu jeder Geschichte einige Worte verlieren und dann gibt es meine Meinung insgesamt zum Buch.


  • Die Stunde vor Mitternacht
Diese erste Geschichte handelt vom Teufel und seiner mächtigsten Stunde. Ein Mann wollte ihn überlisten und kam nur knapp mit dem Leben davon. Die Geschichte fühlt sich definitiv althergebracht an, aber das Ende war etwas antiklimaktisch. Ich gebe dieser Geschichte 3 Sterne.


  • Das Robbenweibchen
Diese Geschichte ist länger und wie ein echtes Märchen. Ein Bauer findet ein schönes Mädchen, das eigentlich eine Robbe ist, und holt sie sich heim. Wie bei einem echten Märchen werden Frauenrechte hier nicht groß geschrieben, und obwohl es einem Märchen sehr gleich kommt, finde ich das Ende dann doch etwas verstörend. Daher gebe ich 4 Sterne.


  • Die Totenmesse
Diese kurze Geschichte hat mir extrem gut gefallen. Die Stimmung ist toll eingefangen, die Handlung ist packend und das Ende gibt einem noch einen Schauer über den Rücken. Absolut gelungen, bekommt von mir 5 Sterne.


  • Der Sturmzauber
Eine Geschichte über einen jungen Seemann, der drei Hexen belauscht und daraufhin sein Schiff retten kann. Ich mochte die Geschichte, auch der junge Seemann war mir sympathisch, aber sie hat mich nicht ganz so mitgerissen wie die Geschichte zuvor, daher gebe ich 4 Sterne.


  • Das Geständnis
Dies ist weniger eine Geistergeschichte als eine sehr realistische Kriminalgeschichte. Ein Förster verschwindet kurz vor Heiligabend im Wald, seine Frau wird vom Hund zur Rettung geholt. Diese Geschichte war für mich nicht ganz so passend für die Sammlung, daher gebe ich 3 Sterne.


  • Der unheimliche Fahrgast
Ein reicher Händler kehrt vom Weihnachtsmarkt nach Hause zurück und nimmt eine arme alte Frau mit, die sich als echte Gefahr erweist. Ich hatte von der Geschichte zunächst eine andere Wendung erwartet, sie war dann doch sehr vorhersehbar, und obwohl ich mit dem armen Mann nicht tauschen möchte, gebe ich der Geschichte doch nur 3 Sterne.


  • Der Chronist weiß zu berichten...
Wow, hier treffen wir auf zwei verbitterte Leute. Ein ärmlicher Mann und seine Frau leben auf einem Hügel neben einem reichen Bauernhof. Vor allem sie ist verbittert, da sie arm sind. Als zum Weihnachtsabend eine Chance besteht, Gutes zu tun, wird sie vernachlässigt. Auch wenn diese Geschichte nichts wirklich Unheimliches hatte, sind diese beiden doch zum Fürchten. Ich gebe 4 Sterne.


  • Die Schänke "Zur Hohen Brücke"
Was hier genau geschah, werden wir wohl nie erfahren, aber am Heiligabend treffen sich einige Fremde in einem Wirtshaus und kommen ins Gespräch. Die Geschichte will einen wohl wieder zum Gottesdienst bewegen, aber das ist bei mir an der falschen Adresse. Interessant finde ich die Geschichte wegen ihres Nachsatzes - es gibt tatsächlich ein altes Märchen zu dieser Geschichte, es ist also eine Neuerzählung. Ich gebe ihr 4 Sterne.


  • "Hol über, Fährmann"
In dieser Geschichte geht es noch um die alten Götter, um den Jäger, der die Menschen erschreckt. Ich gebe zu, damit kenne ich mich nicht gut aus und weiß daher nicht, welchen Schrecken der Fährmann erlebt hat. Sicherlich ist die Stimmung sehr atmosphärisch, aber an sich schienen alle ja ganz freundlich zu ihm. Ich gebe 4 Sterne.


  • Die zwölf Fremden
Eine Kriegsgeschichte und keine Geistergeschichte, obwohl die Mutter wohl von einem guten Geist beseelt war. Ich mochte diese Geschichte generell schon, allerdings erwarte ich bei Gruselgeschichten etwas anderes. Daher gebe ich 3 Sterne, eher weihnachtlich als unheimlich.


  • Als ich einmal der Weihnachtsmann war
Ebenfalls eine Kriegsgeschichte, oder schon Nachkriegszeit, auch irgendwie schön und weihnachtlich, aber eher nicht unheimlich. Ich mochte die Wendung am Ende sehr, das hatte ich nicht kommen sehen, und kann es mir bildlich vorstellen - wir alle hatten den Moment mal. Ich gebe ihr 4 Sterne.

Dies waren alle Geschichten in diesem kleinen Buch. Es ist sehr kurzweilig, man kann die Geschichten gut hintereinander weglesen oder sich jeden Abend eine Geschichte gönnen. Sie sind schön kurz, also auch toll zum Vorlesen. Ich mag auch, dass die beiden letzten Geschichten dann eher weihnachtlich sind, denn so kann man sich diese eher für die Vorweihnachtsabende aufheben.

Was mich noch ein bisschen irritiert ist, dass nicht deutlich wird, ob es sich hier um neue Geschichten, Neuerzählungen oder was immer handelt. Die eine Geschichte ist ja so spezifisch, dass man es googlen kann, aber ich fände da mehr Transparenz einfach schön. Kommt euch also einer der Geschichten vielleicht bekannt vor? Ich habe inzwischen bei zwei Geschichten historische Quellen gefunden (Totenmesse und Schänke).

Insgesamt finde ich das Buch aber empfehlenswert, wenn die grundlegende Idee euch gut gefällt. Die Geschichten sind kurzweilig, sehr verschieden und unterhaltsam. Man kann hier eigentlich nichts falsch machen, wenn der Titel einen anspricht.

Kennt ihr das Buch? Sprechen euch solche Büchlein an über die Weihnachtszeit?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung: