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Sonntag, 9. Januar 2022

Klara and the Sun


Hallo meine Sci-Fi-Leser,

Klara and the Sun war dieses Jahr eins der gehypten Bücher, die mich wirklich interessiert haben. Bisher habe ich von Kazuo Ishiguro nur Never Let Me Go gelesen, fand es aber überaus spannend und mitreißend. Daher war ich gespannt, wie der Autor nun KIs für uns zum Leben erweckt und welche Geschichte er sie erzählen lässt. Außerdem war das ein Buddyread mit meinem Partner, was viel Spaß gemacht hat, da man das Buch sehr gut diskutieren kann.

Die Fakten:

  • Autor: Kazuo Ishiguro
  • Titel: Klara and the Sun
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Faber & Faber Limited
  • Seiten: 307
  • Preis: 17,99 Euro
  • Klappentext: "From her place in the store, Klara, an Artificial Friend with outstanding observational qualities, watches carefully the behavior of those who come in to browse, and of those who pass in the street outside. She remains hopeful a customer will soon choose her, but when the possibility emerges that her circumstances may change for ever, Klara is warned not to invest too much in the promises of humans."

Zur Handlung: Klara ist ein Artificial Friend und wartet darauf, von einer Familie gekauft zu werden. Ihre Aufgabe ist es, die Begleiterin eines Kindes oder Teenagers zu sein, damit dieses nicht einsam ist. Eines Tages, während sie einen Platz im Schaufenster inne hat, lernt sie dabei ein junges Mädchen kennen, das ihr verspricht, dass sie ihre Mutter dazu bekommen wird sie zu kaufen.

Die Händlerin im Laden erklärt Klara zwar, dass sie sich auf solche Versprechen nicht verlassen darf, doch Klara kann die Hoffnung nicht aufgeben, dass sie bald ein neues Leben an der Seite dieses Mädchens führen wird. Als das Mädchen schließlich mit seiner Mutter im Laden erscheint und Klara aufs Schärfste gemustert wird von dieser, ist klar, dass sich Klaras Leben nun ändern wird.

Das Thema dieses Buches war für mich total interessant. Die Idee aus Sicht einer KI die Welt zu erleben, sie durch ihre Augen zu erfahren, da wusste ich, dass Kazuo Ishiguro der richtige Autor für ist. Und so war es auch wirklich spannend, wie Klara als Charakter geschrieben ist und was sie wie wahrnimmt und uns berichten kann über ihre Welt.

Ich fand es vor allem gut, wie schnell man trotz allem mit ihr mitfühlt. Schon im Laden kann man verstehen, was sie bewegt und warum das so ist. Dabei wird mein ein gewisses düsteres Gefühl nie los, was Klara aber in ihrer Unschuld nicht empfindet. Gerade weil sie so ein unschuldiger Charakter ist - was sonst würde man sich als Begleiterin für ein Kind wünschen - ist ihre Perspektive sehr besonders und man sorgt sich um sie. Dabei liest sie sich aber nicht selbst wie ein Kind, denn ihre Rechenleistung ist schon beachtlich. 

Klara ist vor allem ein beobachtender Charakter, sie nimmt sehr viel von der Welt um sie herum war, ordnet dies auch ein, aber sie ist in dem Sinne nicht neugierig. Damit wird sie auch zu einer Erzählerin, die einen frustrieren kann, denn wenn wir endlich mehr über die Welt erfahren wollen, stellt Klara keine Nachfragen und erlangt für uns keine Erklärungen, weswegen die Welt dann doch sehr vage bleibt.

Gerade die Welt, in der Klara existiert, hat mich an einigen Ecken noch deutlich mehr interessiert. So erfahren wir, dass es sogenannte geliftete Kinder gibt, allerdings nimmt Klara dies einfach hin und findet nie heraus, was das nun genau bedeutet. Auch erfahren wir, dass dies für Kinder ein großes Risiko birgt und nicht jedes Kind es schafft, aber auch das bleibt vage am Rande. Wir sehen in manchen Interaktionen den Struggle der Menschen, die (aufgrund ihres Alters oder aufgrund ihrer Wahl) nicht geliftet sind, aber auch das bleibt sehr vage und wir erfahren kaum Details. Das fand ich so schade, weil es so ein interessantes Konzept war, das neben den KIs spannend zu erkunden gewesen wäre.

Auch zu den KIs in dieser Welt selbst erfahren wir wenig. So ist unklar, ob es nur die Artificial Friends gibt oder auch noch andere Arten von KIs. Es ist nicht sicher, wie diese funktionieren und wie sie programmiert sind. Das war gerade im letzten Teil dann auch nochmal schwer einzuordnen, denn es schien, als sei das, was da mit Klara passiert, etwas Normales, aber ich konnte nicht herauslesen, ob es von Anfang an so gedacht war oder ob sich in der Gesellschaft etwas geändert hatte, was dies ausgelöst hat. 

Klara and the Sun hat dabei auf jeden Fall krasse Twists, die man nicht kommen sieht. Gerade in der Mitte des Buches erfahren wir dann Dinge, die mich überrascht haben, die aber irgendwie auch Sinn machen. Es wird also definitiv nicht langweilig, Klara durch diese Welt zu folgen und zu sehen, wie die Menschen mit ihr umgehen. Auch ihre Beziehungen zu den Menschen sind dabei sehr interessant, weil sie eben keine menschlichen Gefühle beinhalten und so doch irgendwie befremdlich wirken, aber gleichzeitig zu einem KI-Charakter passen. Ich fand die Handlung selbst auf jeden Fall total spannend.

Das Ende ist dann auf eine Art wirklich verrückt und man kann es wunderbar diskutieren. Hat Klaras Plan funktioniert, hat der Plan der Mutter funktioniert, oder ist am Ende doch etwas ganz anderes geschehen? Nun, das Buch gibt darauf nicht wirklich Antwort, aber spätestens bei einem Reread kann man da sicherlich Hinweise sammeln. So ist das definitiv ein Ende, von dem man sich dann "Explained"-Videos anschauen kann, wenn man möchte. Das kann man mögen (ich tue es), aber für einige gibt das Buch dann vielleicht auch doch zu wenig vor.

Alles in allem war dieses Buch in sich gut geschlossen. Was geschieht, was wir sehen und verstehen, passt zu dem Fakt, dass es eine KI ist, die uns das erzählt. Man muss nicht alles verstehen, um der Geschichte zu folgen. Und es ist Raum für Diskussion und Spekulation am Ende. Klara ist dabei ein sehr besonderer Charakter, der viel beobachtet und analysiert, aber wenig erkundet und nachfragt. Daher bleibt die Welt, in der wir uns mit ihr bewegen, sehr vage, aber nichts desto trotz sehr spannend, mit vielen Ideen, die man weiter diskutieren kann. Und am Ende ist wie so oft die Frage, ob unsere Welt sich irgendwann in so eine Richtung entwickeln wird.

Habt ihr das Buch schon gelesen? Welche Interpretation des Endes sagt euch zu?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Freitag, 30. April 2021

Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde

Ja liebe Zukunftsvisionäre, 

das könnte was für euch sein, aber ihr solltet ein Grundwissen für Baustoffe oder zumindest großes Interesse dafür mitbringen.

Fakten:
  • Autor: Alan Weisman
  • Übersetzer: Hainer Kober
  • Sachbuch
  • 2007 erschienen
  • 384 Seiten
  • Piper Verlag
  • Preis: gebundene Variante nur noch gebraucht erhältlich
Klappentext:
"Angenommen, die Menschheit verschwindet von einem Tag auf den anderen von unserem Planeten: Welche Spuren hinterlassen wir auf der Erde? Alan Weisman beschreibt, wie die Welt ohne uns der Auflösung anheimfällt, wie unsere Rohrleitungen zu einem Gebirge reinsten Eisens korrodieren, warum einige Bauwerke und Kirchen womöglich als letzte Überreste von Menschenhand stehen bleiben, wie Ratten und Schaben ohne uns zu kämpfen haben und dass Plastik und Radiowellen unsere langlebigsten Geschenke an den Planeten sein werden. Schon ein Jahr nach unserem Verschwinden werden Millionen Vögel mehr leben, weil die Warnlichter unserer Flughäfen erloschen sind. In 20 Jahren werden die großen Avenues in Manhattan zu Flüssen geworden sein. Unsere Häuser halten 50, vielleicht 100 Jahre. Großstädte in der Nähe von Flussdeltas, wie Hamburg, werden in 300 Jahren fortgewaschen. Und nach 500 Jahren wächst Urwald über unsere Stadtviertel. Mehr dazu unter: www.worldwithoutus.com"

Dieses Buch hat mir ein Arbeitskollege ausgeliehen. Zunächst hatte ich mich sehr gefreut, denn der Klappentext sprach mich an. Voller Euphorie begann ich zu lesen und naaaja, ich kam so überhaupt nicht in Schwung und dann kam Corona und den Kollegen hab ich seitdem nicht gesehen, dass er es zurück wollen könnte. Also gab ich dem ganzen jetzt nach über einem Jahr eine zweite Chance. 

Ganz ehrlich ich hab mich durch die Seiten gequält und egal ob ich verstanden habe, was ich da gelesen habe oder nicht, ich hab weiter gemacht. Und versprochen das war oft der Fall. Mit dieser Taktik wars aber eben auch schnell vorbei und es gab durchaus auch Abschnitte die mir gefallen haben.

Nun handelt es sich hier weder um einen Roman noch um ein Sachbuch. Der Autor beschreibt eben wirklich seine Vorstellungen und für ihn logische Schlussfolgerungen. Klar da ist sicher viel richtig, aber ich würde es jetzt mal nicht wissenschaftlich einwandfrei nennen. Das war schon so ein Punkt, wo ich mich einfach nicht gut aufgehoben gefühlt habe. 

Der Autor führt uns im Buch durch verschiedene Zeiträume, ehemalige menschlich Lebensräume, stellt auch die der Vision dar und beschreibt eben wirklich detailliert wie sich die Natur die ehemalige menschliche Welt zurück holt und zu eigen macht. Dabei geht er vor allem auf Baustoffe und deren Verfall ein. Für Menschen die in diesen Bereichen versiert sind - wie auch mein Kollege - ist das sicher ungemein faszinierend und spannend. Vielleicht denkt man dann auch zweimal nach was man derzeit so benutzt und nimmt was anderes. Sicher weckt es auch Verständnis für Nachhaltigkeit im Sinne von Verfall. Alles super Gedanken und jeder der sich in den Bereichen zu Hause fühlt sollte dieses Buch lesen. 

Nun bin ich halt keiner von denen bzw. In anderen Themen dieser Bereiche eher zu Hause und konnte es daher nicht wirklich genießen und ja vielleicht wollte ich auch nur die Seiten für den Subabbau haben.

Kennt ihr das Buch und sollte ich es nochmal mit mehr Verstand und Zeit lesen?

Eure Blue Diamond.

Sonntag, 18. April 2021

Imagine Me


Hallo meine Dystopienleser,

vor einem Jahr ist dieses Buch erschienen, der letzte Band in der Shatter Me-Reihe, die ja eigenlich schon mal beendet war. Ich habe das zum Anlass genommen, die Reihe nochmal komplett von Anfang an zu lesen, damit ich diesem Band wirklich die fairste Chance geben kann. Die Reihe ist ja vor allem vom Drama geprägt, dass einerseits mit der dystopischen zerstörten Welt und andererseits mit den Beziehungen der Charaktere zu tun hat. Wie kann dieses Buch nun einen Abschluss finden?

Die Fakten:

  • Autor: Tahereh Mafi
  • Titel: Imagine Me
  • Reihe: Shatter Me 6
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Electric Monkey
  • Seiten: 450
  • Preis: 8,59 Euro
  • Klappentext: "Juliette Ferrars. Ella Sommers. Which is the truth and which is the lie? Now that Ella knows who Juliette is and what she was created for, things have only become more complicated. As she struggles to understand the past that haunts her and looks to a future more uncertain than ever, the lines between right and wrong - between Ella and Juliette - blur. And with old enemies looming, her destiny may not be her own to control. The day of reckoning for the Reestablishment is coming. But she may not get to choose what side she fights on." 

Zur Handlung: Der Weg von Juliette Ferrars war lang und schmerzhaft, aber war er auch eine Lüge? Als Ella ihre Erinnerungen an ein anderes Leben zurückerhält, beginnt sie ihre Welt und ihr Leben ganz neu zu verstehen. Die größte Erkenntnis: sie hat eine Schwester, die von Reestablishment ausgenutzt wird. Diese Schwester ist der Grund, warum es Ella überhaupt noch gibt. Doch kann sie sie retten?

Kaum sind Ella und Aaron vereint, werden sie schon wieder getrennt. Während Ella zurück in die Hände ihrer Familie fällt, kann Aaron sich und den Stützpunkt zwar retten, aber fortan ist er nur noch eine leere Hülle, denn er weiß, dass er Ella nie wieder sehen wird - nicht seine Ella. Kenji bleibt nun die Aufgabe, in all der Verwirrung einen Weg zu finden, wie das Reestablishment am Ende doch noch besiegt werden kann.

Nach sechs Bücher geht diese Reihe zu Ende, und ich möchte nochmal die Frage aufmachen, warum sie so erfolgreich ist. Ich glaube, das liegt vor allem an der sehr dramatischen Beziehung von Warner und Juliette, die sich zunächst hassten und dann lieben lernten, nur um immer wieder getrennt zu werden. Und während es durchaus das Drama anheizen kann, wenn die Charaktere nicht in lokaler Nähe zu einander sind, so sollte man das nicht überstrapazieren. Das allerdings ist hier geschehen, denn nachdem schon im 5. Band Juliette und Warner getrennt werden, sind sie nach einer kurzen Pause auch in diesem Buch wieder auf getrennten Wegen. Und das lässt dann eben Raum für andere Elemente, die die Reihe weitertragen müssen.

Als ein solches Element wurde offensichtlich Kenji gewählt. Nachdem wir zunächst nur Juliettes Perspektive in den Büchern hatten, dann Warners dazukam und schließlich Kenjis, verlieren wir im letzten Band Warners Perspektive und fast die komplette Handlung ruht plötzlich auf Kenji. Das hat auf mich ein wenig verzweifelt gewirkt, denn offensichtlich fand die Autorin, dass sie die Geschichte nicht aus den beiden Hauptperspektiven zu Ende erzählen kann.

Das wird dadurch verstärkt, dass mit Juliette etwas geschieht, das an Peeta in Mockingjay erinnert. Dadurch verlieren wir in ihrer Perspektive das, was uns über mehrere Bücher mit Juliette verbunden hat. Das hält zwar nicht an, bringt aber noch mehr Gewicht auf Kenjis Kapitel, um uns etwas zu geben, an dem wir uns festhalten können. Auch wenn es inhaltlich schon Sinn macht, dass so etwas passiert, war es nicht die schlauste Lösung, wenn es um die Erzählperspektive im Buch geht.

Da uns also unsere beiden Hauptfiguren irgendwie abhanden kommen und ihre Beziehung nicht mehr im Vordergrund steht, muss nun die Handlung uns irgendwie durchs Buch kriegen. Diese fand ich aber leider nicht ausreichend. Während wir im 5. Band unglaublich viel über Ella erfahren haben, sind eigentlich keine Rätsel mehr offen. Es geht jetzt eigentlich nur noch darum, wie das Reestablishment fällt, aber das beruht mehr auf Actionszenen als auf guten Twists oder tiefen Handlungsebenen. 

Neu ist auch die Beziehung von Kenji und Nazeera, die bereits im vorherigen Buch angefangen hat. Leider mag ich beide Charaktere zwar als einzelne Charaktere, aber ihre Chemie hat mit mir nicht geklickt. Daher fand ich auch diesen Teil des Buches nicht als guten Ersatz für die Dynamik von Warner und Juliette. Dagegen wird Warner wieder so verschlossen, wie wir ihn schon kannten, und anstatt das zu nutzen und in seinem Kopf zu verweilen, verschwindet er irgendwie an den Rand der Handlung.

Das Ende fand ich dann leider auch nicht zufriedenstellend. Während Band 3, das ursprüngliche Ende der Reihe, mit einer großen Schlacht und einem ausgeklügelten Plan zu Ende ging, und wir dann die Erleichterung bekamen, dass Warner und Juliette beide irgendwie überlebt haben, ist dieses Ende nun eher chaotisch und bietet keinen wirklichen Höhepunkt. Auch in Bezug auf Ellas Schwester hatte ich mir da einfach mehr erhofft. Und anstelle eines Endes, dass in der Größe und im Schmerz passend für die Handlung von Buch 4 und 5 gewesen wäre, bekommen wir einen kitschigen Epilog, der dann auf einem aus Warners Sicht ist. Das hat mir dann den letzten Beigeschmack noch verdorben.

Alles in allem ist dieses Finale daher leider eine Enttäuschung. Ich werde zwar weiter die Bücher von Tahereh Mafi lesen, aber ich überlege nun, zumindest die Bücher 4-6 wieder zu verkaufen und die Shatter Me-Reihe in Zukunft wieder als Trilogie zu behandeln. Obwohl es ein paar Sachen gibt, die ich an diesem Band gut fand (vor allem dass es mehr Diversity im Cast gibt verglichen mit den frühen Büchern), ist es nicht genug, um mich wirklich zu begeistern. Ich habe dieses Buch zwar sehr schnell gelesen, aber richtig mitgefiebert habe ich nicht. Einfach schade.

Habt ihr die Reihe denn beendet? Und wie habt ihr das empfunden?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Freitag, 16. April 2021

Find Me


Hallo meine Dystopien-Freunde,

bei der Welt, in der wir im Moment leben, will man ja kaum Dystopien lesen. Deswegen hat es vermutlich auch ein ganzes Jahr gedauert, bis ich mein Vorhaben die Shatter Me-Reihe zu beenden, endlich in die Tat umgesetzt habe. Es gab dabei zwei Bücher, die ich bisher nicht gelesen hatte: diese Sammlung von zwei Novellen und den letzten Roman. Beides werde ich diese Woche hier auf dem Blog vorstellen.

Die Fakten:

  • Autor: Tahereh Mafi
  • Titel: Find Me
  • Reihe: Shatter Me 4.5 und 5.5
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: HarperCollins
  • Seiten: 158 (+ Anfang Restore Me + Anfang A Very Large Expanse of Sea)
  • Preis: 7,89 Euro
  • Klappentext: "Kenji will do anything to protect the people he loves. In Shadow Me, he must continue to help lead the resistance while supporting Juliette as she reels from Warner's betrayal. In Reveal Me, he will be forced to stand up to the people he trusts the most in order to save those he cares about."

Die erste Geschichte Shadow Me spielt am Ende von Buch 4, die zweite Geschichte Reveal Me spielt zwischen Buch 5 und 6. Die Geschichten sind beide aus der Sicht von Kenji, der schnell zu einem meiner Lieblingscharaktere der Reihe geworden war. Von daher war ich gespannt auf die Geschichten, gleichzeitig bin ich aber nicht der größte Fan von solchen Novellen in längeren Reihen von Romanen.

Beim ersten Sammelband für Novellen zu dieser Reihe war es noch besonders, dass wir aus einer anderen Sicht lesen als der von Juliette. Dieses Novum haben wir hier nicht mehr, denn in der zweiten Hälfte dieser Reihe bekommen wir auch in den Romanen mehrere Perspektiven. Tahereh Mafi ist dabei gut darin, ganz verschieden zu schreiben, sodass man immer weiß, wem man gerade folgt. Das merkt man auch hier in den Geschichten, die definitiv in Kenjis Kopf verankert sind.

Es wird jetzt ein bisschen spoilerisch, wenn ihr die Reihe noch nicht groß (weiter)gelesen habt. Kenji ist für seine Umgebung immer ein bisschen der Pausenclown, er hat immer einen dummen Spruch auf Lager und will alle bei Laune halten. Außerdem ist er gut darin zu sehen, wenn andere mit Problemen kämpfen. Ein Thema in den Kurzgeschichten ist daher, wie ihn das aber selbst runterziehen kann, denn bei ihm schaut außer Juliette kaum mal jemand hinter die Fassade und fragt, wie es ihm wirklich geht. Das fand ich ganz interessant.

Außerdem ist Kenji ja ziemlich stark in Nazeera verliebt. Auch das spielt eine große Rolle in den Geschichten. Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht so ganz, wie ich das fand. Für mich hatten die beiden nicht so viel Chemie. Ich liebe Kenji zwar als Charakter, aber dass Nazeera ihn auf diese Weise mag, hab ich nicht ganz nachvollzogen. Aber das kann dann jeder für sich entscheiden.

Was mich an dieser Sammlung gestört hat ist Folgendes: die erste Geschichte ist relativ sinnlos. Wir wissen schon alles über die Dinge, die in der Geschichte geschehen, denn es ist das Ende von Buch 4. Allerdings sehen wir es durch Kenjis Augen. Aber jeder mit ein bisschen Verstand kann sich schon gut denken, wie Kenji sich bei dem allen fühlt und braucht dann nicht diese Geschichte, um die Fantasie anzuregen. Darum ist sie eigentlich ziemlich überflüssig. Das sieht man auch daran, dass Buch 5 ungelogen mit dem letzten Teil der Geschichte als erstes Kapitel startet.

Die zweite Geschichte dagegen ist für mich eigentlich unerlässlich für Buch 6. Da die Handlung zwischen den beiden Büchern spielt, verpassen wir sonst wichtige Dinge, die in Buch 6 zwar angedeutet werden, aber schon wichtig zu wissen sind irgendwie... Das ist vor allem seltsam, weil wir in Buch 5 und 6 plötzlich so viele Kapitel aus Kenjis Sicht haben, die es vorher nicht gab. Da frage ich mich: wieso eine extra Novelle? Auf jeden Fall passt das recht positive Ende von Band 5 überhaupt nicht zum dramatischen Anfang von Band 6, wenn man diese Kurzgeschichte dazwischen weglässt.

Alles in allem finde ich solche Novellen einfach ein bisschen blöd. Ich finde, wenn darin wichtige Dinge bekannt werden, gehören sie in die Romane, und wenn sie unwichtig sind, braucht sie keiner. Aber das ist meine persönliche Meinung. Es würde mich freuen zu hören, ob ihr das anders seht. Ich würde also sagen, man sollte zumindest Reveal Me lesen, bevor man ins letzte Buch einsteigt, aber gut finde ich es deswegen nicht.

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Sonntag, 21. März 2021

Noah

Hallo an alle Thrillerliebhaber,

wie ihr wisst habe ich bisher keinen klassischen Fitzek gelesen. Nachdem ich nun aber einen Onlinekurs von ihm besucht habe, hat er mich als Mensch begeistert und daher möchte ich auch mal schauen ob er mich literarisch überzeugen kann. Da ich mit Weltuntergangsszenarien gut kann habe ich mir diesen Titel ausgesucht und ihn gehört.

Fakten:
  • Autor: Sebastian Fitzek
  • Erzähler: Simon Jäger
  • Thriller
  • 2013 erschienen
  • 15h und 10 Minuten
  • Lübbe Audio Verlag
  • Preis: 9,95€
Klappentext:
"Zur Geburt Jesu Christi lebten 300 Millionen Menschen auf unserem Planeten. Heute sind es sieben Milliarden. Wie viel ist zu viel? Sie wissen nicht, wer Sie sind. Sie wissen nicht, was Sie in der Stadt wollen, in der Sie sich gerade befinden. Sie wissen nicht, warum Sie auf der Straße leben. Sie wissen nicht, warum in ihrer Schulter eine frische Schusswunde verheilt. Sie wissen nur: Jemand wollte Sie töten. Und Sie wissen auch: Er wird es wieder versuchen. Weil Sie ein Geheimnis in sich tragen, von dem das Schicksal der gesamten Welt abhängt. Werden Sie sich erinnern, bevor es zu spät ist?"

Also dieser Klappentext ist schon ein bisschen verwirrend. Ich finde leider er gehört zu den schlechteren seiner Art, denn er gibt zwar völlig abstrakt wieder was die Essenz der Geschichte ist, doch spiegelt wenn überhaupt philosophisch den Inhalt.

Wir haben es hier mit einer Geschichte zu tun die in gewisser Weise unser aller Zukunft sein könnte. Mit Corona kratzt es nahezu an der Wirklichkeit und das ist schon ein bisschen gruselig. 

Entlang der Kapitel folgen wir immer wieder verschiedenen Charakteren. Jeder hat unterschiedliche Anteile am Buch. Wir ziehen dabei quer über den Erdball und durch die Regierungen und damit auch irgendwie Bestimmungen. Bis auf wenige Male erfahren wir allerdings nie so richtig wie es um das große Ganze steht. Ja das ist auch schon ein erster Kritikpunkt den ich habe.

Unser Protagonist ist in erster Linie Noah, der noch weitere Namen trägt. Im Grunde trägt sich die Geschichte rund um seine Existenz. Wir lernen ihn als gestrandeten Obdachlosen kennen der weder sich noch seine Herkunft kennt. Über seinen obdachlosen Freund, der ihm helfen will kann er damit mehr als froh sein. 

Im Laufe der Zeit erlebt er immer wieder Flashbacks. Diese helfen auch uns mehr das große Ganze zu erkennen und zu verstehen. Später finden wir heraus das dies wohl mit einer Erkrankung zusammenhängt. In seinem Zustand scheint er total hilflos, doch in manchen Situationen ist er plötzlich hellwach und weiß sich und seinen obdachlosen Freund zu beschützen. Schließlich stoßen sie in den Medien auf ein Bild. Wer den Künstler dieses Bildes benennen kann gewinnt 1 Mio €. Noah glaubt das er es selbst ist. Über dieses Gewinnspiel lernt er eine Journalistin kennen und die abenteuerliche Reise beginnt. Diese führt die drei quer über den gesamten Globus und das obwohl eine schwere Pandemie wütet. Sie werden verfolgt, hintergangen, müssen um ihre Leben bangen und werden selbst einige nehmen. Das Kuriose sie wissen nie so wirklich warum das alles passiert. Keiner erkennt die große Zusammenhänge bis ins Detail. Doch dann treffen sie auf die Person die alles erklärt.

Diese ganze Aufklärungsgeschichte findet so ziemlich im letzten Fünftel der Geschichte statt. Die meiste Zeit sind wir tatsächlich auf Reisen. Neben den Erzählsträngen der eben aufgelisteten Personen gibt es noch ein paar weitere zum Beispiel die eines Killers und einer afrikanischen Mutter mit ihren Kindern in den ärmsten Verhältnissen. 

Wie im Klappentext angedeutet ist das Leitthema Überbevölkerung der Welt. Den ökologischen Fußabdruck dazu erklärt der Autor als Prolog ebenso. Hier möchte ich gar nicht zu sehr ins Detail gehen, da das euch spoilern könnte. Dennoch möchte ich sagen ich finde die Idee dahinter wie dieses Problem angegangen wird wirklich sehr krass und wahnsinnig schlimm, kann es mir gleichzeitig aber total gut vorstellen. Vielleicht auch weil die Welt gerade eine Pandemie erlebt und es so gar nicht mehr so abstrakt wirkt. 

Bis auf manche Szenen in denen Menschen gefoltert oder ermordet werden, hatte ich ehrlich gesagt keine Thrillmomente. Das könnte aber eben auch dem geschuldet sein, das ich solche Geschichten kenne und daher etwas abgebrüht bin. Allerdings fand ich die Geschichte sehr spannend und voll von Abenteuern. Das hat mir sehr gut gefallen. Da Fitzek aber irgendwie immer mit so viel Thrill und blutigen Szenen und allem beschrieben wird, ich das aber nicht empfunden habe, meine Bewertung wie sie ist.

Den Schreibstil des Autors mag ich sehr. Er achtet darauf sehr schnell von einem Moment in den nächsten zu gelangen und die Geschichte voran zu bringen. Es werden auch ein paar Klischees bedient allerdings sind mir diese erst im Nachhinein aufgefallen. Einige wirklich unerwartbare Geschehen gibt es auch. Diese wiederum erschienen mir manchmal abstrakter als die ganze Geschichte selbst. 

Mit den Figuren würde ich jetzt keine Freundschaft pflegen, aber ich habe gern ihre Geschichten verfolgt. Die der afrikanischen Familie wirft mir zwar immer noch Rätsel auf, doch hat es ja auch was für sich, wenn man noch eine Weile über eine Geschichte nachdenken muss.

Empfehlen kann ich es eigentlich jedem, denn es ist für mich vor allem eine abenteuerliche Geschichte mit viel Bezug zur Realität. Habt ihr eine Fitzekempfehlung für mich?

Eure Blue Diamond 



Freitag, 12. Februar 2021

GRM


Hallo meine Lesefreunde,

heute kommen wir zu einem Buch, das ich letztes Jahr zum Geburtstag bekommen hatte. Eigentlich habe ich da eine klare Policy - bis zum nächsten Geburtstag müssen diese Bücher gelesen werden. Allerdings ist das so ein dicker Schinken, dass ich ihn zwar auf vielen TBRs hatte, aber dann doch irgendwie immer nicht gelesen habe im letzten Jahr. Damit war es nun allerhöchste Zeit.

Die Fakten:

  • Autor: Sibylle Berg
  • Titel: GRM
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: Kiepenheuer und Witsch
  • Seiten: 634
  • Preis: 25 Euro
  • Klappentext: "Die Überwachungsdiktatur ist fast perfekt. Jeden Tag wird ein anderes Land im Westen autokratisch. Algorithmen ersetzen Menschen, Menschen ersetzen einander, es gibt kaum noch Platz für Träume, außer in der Musik. Aber vier Jugendliche versuchen sich in einer Revolution. Begleitet von Grime, der besten britischen Erfindung seit Punk. Das ist keine Dystopie. Es ist die Welt, in der wir leben, heute und vielleicht morgen. Es wird nicht schlimm, nur - anders. Willkommen in der Welt von GRM."

Zur Handlung: In dieser Geschichte geht es um Don, auf der Suche nach ihrem Gender, steht auf Grime, eine aggressive Musikrichtung, hat kein Glück mit ihrer Familie gehabt. In dieser Geschichte geht es um Hannah, eigentlich sehr behütet aufgewachsen und dann nicht mehr, jetzt allein auf der Welt. In dieser Geschichte geht es um Peter, ein polnischer Junge, vielleicht austistisch, von der Mutter in einem fremden Land verlassen. In dieser Geschichte geht es um Karen, zu schlau für ihr eigenes Glück, hat allen IQ ihrer Familie abbekommen.

Diese vier Kinder finden in Lochdale in England zusammen, eine Gegend, die schon abgehängt war, als es noch keinen der vier gab. Sie beschließen aufzubrechen und etwas Neues zu wagen, etwas Großes. Aber ganz in der Manier ihres bisherigen Lebens werden sie von allem immer nur enttäuscht sein. Großwerden ist scheiße.

Zunächst möchte ich betonen, wie schön das Buch gemacht ist. Das Hardcover ist ohne Umschlang, ein toller Rotton und die weiße Schrift. Das fällt echt ins Auge. Das Buch ist auch echt schlank für seine über 600 Seiten, das Papier ist zwar dünn, aber sehr hochwertig. Also wirklich was fürs ins Regal stellen.

Leider kann ich über den Inhalt nicht im gleichen Maße schwärmen. Sofort sticht beim Lesen der Schreibstil heraus. Es handelt sich um einen andauernden Stream of Consciousness - wir lesen also ziemlich wahllos und durcheinander Gedanken der Charaktere mit. Und davon gibt es einige. Diese Gedanken sind meist nicht sehr political correct, meistens sehr rauh, sehr derb, sehr durcheinander. Am Anfang fand ich das total spannend, ü600-Seiten davon... not so much. Das nutzt sich sehr schnell ab.

Kapitel gibt es in diesem Buch keine, aber zwei Sprünge, die so ein bisschen wie Teile bilden. Dafür springen wir immer wieder durch die Köpfe von Charakteren - vielen Charakteren. Während Don, Hannah, Karen und Peter definitiv die Hauptfiguren sind, landen wir in einigen Köpfen und in manchen ist es echt nicht schön. Außerdem ist es übersichtlich - ich habe bei vielen Figuren am Ende keine Ahnung mehr gehabt, wer sie am Anfang waren. 

Am schlimmsten fand ich an diesem Buch, das eigentlich nichts passiert. Und wenn etwas passiert, muss man es sich aus den fließenden Gedanken irgendwie zusammenreimen. Ist mir nicht immer gelungen. Grundsätzlich hätte aber sicher alle Handlung auch auf 350 Seiten gepasst. Das hätte dem Buch echt gut getan. Irgendwie hatte ich in einer anderen Review gelesen, dass die Autorin sich wohl gern reden hört - so liest sich das Buch.

Natürlich ist das Buch total en vogue, weil so alles außer Corona darin vorkommt. Hätte es Corona 2019 schon gegeben, käme es auch darin vor. Und es wird alles echt schwarz gemalt. Da ist keine Hoffnung mehr auf irgendwas. Die Konservativen werden uns alles nehmen. Die Maschinen werden uns alles nehmen. Das Grundeinkommen wird uns alles nehmen. Dann kommen die Chips, die Massenüberwachung - und keinen wird es stören. Alle viel zu bequem. Also... keine Dystopie, eher fleischgewordener Pessimismus. Das Buch will damit gezielt edgy und cool sein, aber 640 Seiten sind too much, sorry.

Mit den Charakteren habe ich nicht wirklich mitgefühlt. Ich fand sie dabei nicht unspannend, nur ist eben nie was interessantes passiert mit ihnen. Sie waren so da, und das mit Absicht. Das ist das ganze Gefühl in diesem Buch: die Leute sind so da, und das mit Absicht. Machen nix, gucken nur zu. Die einzigen, die was machen, das sind die Bösen, und die sind wirklich hardcore ekelböse. Und eigentlich alles Männer, was auch nicht so realistisch ist. Und irgendwie geht es dann auch um Rache aber hab ich dann teilweise nicht verstanden. 

Das Ende ist dann auch so da. Irgendwie. Hab ich nicht verstanden. Werden wir gerettet? Von wem? Wer weiß. Und dann kommt ein Epilog, alle haben aufgegeben, sind angepasst. Keine Revolution. Ist das schlimm? Oder ist jetzt alles gut? Wie ging das eigentlich, nun doch alle gechipt? Wird nicht kommentiert. Na gut.

Also empfehlen kann ich das Buch nicht. Auf der positiven Seite fand ich die Charaktere interessant angelegt, der Schreibstil ist speziell und es lässt sich so gut weglesen. Auf der negativen Seite hat sich das Buch einfach zu doll ausgeleiert auf über 600 Seiten, nichts ist passiert, was passiert ist, habe ich oft nicht verstanden, und am Ende gibt es auch nix, was das Lesen gelohnt hätte. Also kann man machen, muss nicht.

Kennt ihr das Buch oder andere Bücher der Autorin? Eure Meinung wüsste ich gern!

Bis bald,

Eure Kitty Retro

 

PS: GRM steht übrigens für Grime - die Musikrichtung im Buch. Brainfuck für eine Programmiersprache, die ein Charakter spricht? Wird im Buch nicht erklärt, habe ich mir so im Internet ergooglet.

 

 

 

Meine Bewertung:



Freitag, 4. Dezember 2020

QualityLand 1 & 2

Hallo an alle Freunde des schwarzen Humors,

wer von euch kennt und mochte die Känguru-Chroniken? Dann seid ihr auch jetzt genau richtig.

Fakten:
  • Autor: Marc-Uwe Kling
  • Roman
  • 2019 erschienen
  • 384 Seiten
  • Ullstein Taschenbuch Verlag
  • 2 Bände (helle und dunkle Editionen)
  • Preis: 11,00€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller? Marc-Uwe Kling hat die Verheißungen und das Unbehagen der digitalen Gegenwart zu einer verblüffenden Zukunftssatire verdichtet, die lange nachwirkt. Visionär, hintergründig – und so komisch wie die Känguru-Trilogie."

Ich habe mir dieses Buch geschnappt, weil ich Lust hatte zu lachen in Zeiten wie diesen. Dass ich so begeistert sein würde hätte ich nicht gedacht, dies könnte aber meine Schilderung positiv beeinflusst haben. 

Wir werden ohne große Vorrede direkt in die Geschichte geworfen und lernen, dass in dieser Welt jeder nach seinem gesellschaftlichen Stand mit Nachnamen versehen ist und dieser scheint sich auch nicht anzupassen denn eigentlich kann es zu keinem Aufstieg in der Gesellschaft kommen. Jeder ist außerdem vernetzt und mit einem Ohrwurm ausgestattet. Diesen könnt ihr euch ganz schizophren als Stimme im Kopf vorstellen. Es scheint niemandem wirklich gut oder schlecht zu gehen. Diese ausgewogene Welt scheint aber in ihrer Wahrnehmung total differenziert zu sein. Ein Qualityland scheint so eine Art parallel Welt zu sein um eben für noch mehr Qualität zu sorgen oder besser zu können. Umso mehr die Personen sich von technischen Mitteln eines Landes oder Unternehmen unterstützen lassen umso einfacher gestaltet sich deren Alltag denn umso vorgefertigter ist dieser. Das kennen wir ja auch schon in Ansätzen ;)

Peter ist nun jemand der völlig aus der Reihe fällt und später wird auch klar wieso das überhaupt passieren konnte. Er soll defekte Geräte eigentlich verschrotten. Dass schafft er aber einfach nicht. Diese Maschinen haben hier richtige eigene Charaktere und Emotionen. Er lässt sie in seinem Keller weiter existieren. Dadurch werden sie auch seine Freunde und als er dann den ein oder anderen rebellischen Kontakt hat, sind sie ihm bei seinem Vorstoß gegen die Regierung eine große Hilfe.

Beide Bände wechseln immer mal die Perspektive zwischen wenigen Charakteren. Jedoch erzählen die Bände unabhängige Geschichten voneinander, wobei ich die Reihenfolge schon einhalten würde, solltet ihr nach dem ersten weiter lesen wollen. Heute kann ich sagen Band 1 hätte mir gereicht. Der Zweite ist auch gut, aber so kurz nacheinander wie ich es gelesen habe verpufft der Spaß einfach sehr und das nimmt der Geschichte auf eine Weise den Charme. Meine Empfehlung ist also ruhig eine große Lücke zwischen beiden zu haben.

Die gesamte Geschichte ist unglaublich genial gestaltet und zeigt auf absurdeste Art und Weise Problematiken heutiger Gesellschaften. Sie ist sehr fokussiert auf die technischen Aspekte dabei und weniger darauf wie es überhaupt so kommen konnte. Dennoch wird sehr gewissenhaft mit der Kritik die gezeigt wird umgegangen. So wird kein Schuldiger dargestellt sondern eher allgemein eine Entwicklung als Grund genannt. Das kenne ich auch noch so von den Känguru-Chroniken die gesellschaftliche Kritik ist immens, doch so gestaltet, dass sicher jeder selbst überlegen kann, ist das eine Entwicklung die ich gut oder nicht gut finde. Eigenständiges Denken wird angeregt und das Privileg selbst Entscheidungen treffen zu können hervorgetan.

Eine ganz tolle und moralisch wertvolle Geschichte die einen gleichzeitig die Tränen in die Augen treibt. Das kann und möchte ich einfach jedem empfehlen, auch als Hörbuch ganz prima, werde ich zum Beispiel zu Weihnachten verschenken. Habt ihr eigentlich schon alle Geschenke? Ich habe es leicht und verschenke dieses Jahr nur an Freunde und finde es auch ganz spannend, alles zu verschicken. Ich glaube das kann ein sehr entspanntes Weihnachten werden. Klar anders als sonst, aber auch als Teilaspekt entspannt,

eure Blue Diamond.



Mittwoch, 21. Oktober 2020

Neon Birds - komplette Reihe

 Hallo zusammen,

heute habe ich mal wieder eine komplette Reihe für euch.

Fakten:

  • Autorin: Marie Graßhoff
  • SciFi
  • Trilogie
  • 2019 und 2020 erschienen
  • ca. 500 Seiten
  • Lübbe Verlag
  • Preis: 15,00€ (Broschiert)
Klappentext:
"Es ist das Jahr 2101. Ein außer Kontrolle geratener technischer Virus verwandelt Menschen in hyperfunktionale Cyborgs, die dem Willen der künstlichen Intelligenz KAMI gehorchen. In Sperrzonen eingepfercht, werden sie von Supersoldaten bekämpft, die man weltweit als Stars feiert. Doch die Mauern beginnen zu bröckeln. Sekten beten KAMI als Maschinengott an. Und während der Kampf zwischen Menschheit und Technologie hin und her wogt, versuchen vier junge Erwachsene, den Untergang ihrer Zivilisation zu verhindern ..."

Wie ihr erkennen könnt handelt sich um eine SciFi Dystopie mit Jugendlichen. Also eine Mischung aus allem irgendwie. Der Klappentext ist wieder der vom ersten Band, wobei ich finde, dass er sehr gut auf alle drei passt und einen Gesamtüberblick über die ganze Trilogie bietet. Ehrlicherweise könnte man es inhaltlich dabei belassen, da es genug verrät und doch nicht spoilert. Doch ich möchte euch noch ein paar mehr Details nennen. 

Innerhalb der Geschichte verfolgen wir verschiedene Charaktere. An sich einen aus jedem Lager. 

Einen Soldaten, der für die Regierung alles tut, auch Dinge die völlig unmenschlich sind. Was die Frage stellt ob er noch menschlich ist. Sein Körper wurde durch viel Mechanik und besondere Funktionen modifiziert und damit verbessert gegenüber allen anderen. Gegen die gefährlichen von dem Virus befallenen Menschen kommt er daher zumindest in den ersten Generationen sehr gut an. Er ist so etwas wie ein gefeierter Star, doch wird er später zu einem echten - naja - Weichei?

Dann gibt es den berühmten Sohn einer der Regierenden. Flower ist ein Scheinheld nur aufgrund seines Namens. Er ist eher ein sensibler Typ und ich glaube auch schwul. Sein Freund Luke und er versuchen stets nur ein ruhiges Leben zu führen, am besten noch mit ihrem Huhn. Ich mag die beiden sehr und hätte gern mehr mit ihnen erlebt. 

Natürlich brauchen wir auch ein paar weibliche Charaktere. Davon gibt es gleich zwei. 

Die eine ist ein wahres Genie und technisch unglaublich versiert. Allerdings ist sie sehr zurückhaltend und ruhig. Wir erleben und erfahren nicht viel mit und von ihr. Sie scheint die Überlegteste von allen zu sein.

Andra ist unsere naturelle Einzelkämpferin die die unabhängige Heldin von allen ist. Am Anfang scheint sie völlig unbedarft zu sein doch wächst sie schnell an ihren Aufgaben. Ich bin mir nicht sicher ob ich sie leiden kann. Sie ist so eigen und doch nahbar. Sie lernt schnell dazu und trifft am Ende sehr rationale Entscheidungen. Irgendwie stellt sie immer das wohl der anderen über alles.

Was ich an dieser Reihe wirklich mochte war die Art des SciFis. Endlich kann gebeamt werden auch wenn es hier anders funktioniert und Cyber Trip heißt. Die Welt wie wir sie kennen ist schon beschädigt aber noch vorhanden und wieder erkennbar. Das Klima hat sich verändert. Es existieren angebliche Sekten neben der Regierung doch im Grunde ist es eine Wehrmacht geführte Welt. 

Die künstliche Intelligenz KAMI ist nicht sehr verständlich. Sie kommt fast schon etwas dämlich rüber bis sich die Lage zu spitzt. Programmiert wurde sie jedoch dafür die Menschheit vor ihrem Verderben zu bewahren. 

Eine ziemlich naheliegende Dystopie wenn ihr mich fragt. Hoffen wir mal das wir es besser machen. 

Die Cover der Reihe sind wirklich schön. 

Empfehlen möchte ich die Reihe allen die für Technik offen sind,

eure Blue Diamond.



Sonntag, 9. August 2020

The Ballad of Songbirds and Snakes

Hallo meine Hunger Games-Freunde,

einen Monat habe ich diesen Post nun vor mir hergeschoben, aber es wird Zeit, dass wir über das Prequel reden. Ich hatte das englische Hardcover vorbestellt, sobald ich davon erfahren habe. Ich dachte, Suzanne Collins kann ich vertrauen, wie soll sie das verbocken? Dann wurden Stimmen laut, die es nicht gut fanden, dass Präsident Snow als sein jugendliches Selbst die Hauptfigur dieses Buches wird. Ich dachte mir, hm, das kann schon was werden, wenn es gut gemacht ist. Wurde es was...?

Die Fakten:
  • Autor: Suzanne Collins
  • Titel: The Ballad of Songbirds and Snakes
  • Reihe: Hunger Games 0
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Scholastic Children's Books
  • Seiten: 517
  • Preis: 15,69 Euro
  • Klappentext: "It is the morning of the reaping that will kick off the tenth annual Hunger Games. In the Capitol, eighteen-year-old Corialanus Snow is preparing for his one shot at glory as a mentor in the Games. The once-mighty house of Snow has fallen on hard times, its fate hanging on the slender chance that Coriolanus will be able to outcharm, outwit, and outmanoeuvre his fellow students to mentor the winning tribute. The odds are against him. He's been given the humiliating assignment of mentoring the female tribute from District 12, the lowest of the low. Their fates are now completely intertwined - every choice Coriolanus makes could lead to favour or failure, triumph or ruin. Inside the arena, it will be a fight to the death. Outside the arena, Coriolanus starts to feel for his doomed tribute ... and must weigh his need to follow the rules against his desire to survive no matter what it takes."

Zur Handlung: Es ist Coriolanus letztes Jahr in der Schule. Im danach an der angesehen Eliteuni des Kapitols weiter studieren zu können, braucht Coriolanus Geld - das seine Familie nicht mehr hat. Nachdem er beide Eltern im Krieg mit den Distrikten verlor, lebt er mit seiner Großmutter und seiner Cousine Tigris zusammen. Sie können sich kaum ernähren, geschweigedenn ein Studium bezahlen. Dennoch geht die Großmutter davon aus, dass Coriolanus eines Tages Präsident wird.

Die zehnten Hungerspiele sind für Coriolanus die Chance sich zu beweisen und ein Stipendium zu sichern. Doch als er Distrikt 12 zugewiesen bekommt, sieht er seine Hoffnungen schwinden. Wie soll er so einer Tributin zum Sieg verhelfen? Coriolanus kann jedoch eines besonders gut: aus der Masse hervorstechen. In einem tödlichen Spiel, in dem das Marketing gerade erst entdeckt wird, sind es Coriolanus Fähigkeiten, die den Unterschied ausmachen können.

Falls ihr es nicht wisst, ich liebe die Hunger Games Reihe. Ich habe sie damals erst sehr spät gelesen, aber seitdem habe ich jeden Herbst ein großes Bedürfnis die Bücher immer und immer wieder zu lesen. In diesem Prequel reisen wir nun über 60 Jahre in die Vergangenheit - überlegt man, wie alt Präsident Snow also ist... wir treffen ihn hier kurz vor dem Schulabschluss, mittellos, in einem Kapitol, das erst langsam wieder auf die Füße kommt.

Ich mochte es, zu sehen, wie die Hungerspiele entstanden sind. Liest man die Originaltrilogie hat man das Gefühl, die Spiele seien schon immer ein riesiges Spektakel gewesen. Und für die Gesellschaft macht es auch Sinn, dass sie als etwas gesehen werden, was quasi immer schon da war. Doch in diesem Buch sehen wir sie aus einem ganz anderen Winkel. Die Spiele haben das Problem, dass niemand sie wirklich sehen will - nicht mal im Kapitol. In diesem zehnten Jahr soll sich das dadurch ändern, dass die Tribute Mentoren aus dem Kapitol bekommen - ein völliges Novum. Dadurch soll mehr Bezug zu diesen Menschen hergestellt werden, in denen das Kapitol ja nur Feinde oder Sklaven sieht.

Coriolanus als Hauptcharakter ist recht eindimensional. Er möchte erfolgreich sein und seinen Familiennamen wieder zu Größe bringen. Dabei geht es ihm auch ein bisschen um die Großmutter, die die Veränderungen nicht versteht. Und ein bisschen um die Cousine, die wer weiß was getan hat, damit Coriolanus dann doch recht behütet aufwachsen kann. Das war's. Ein wichtiger Charakter ist Sejanus. Seine Familie stammt aus Distrikt 2, doch aufgrund großer Verdienste während des Krieges, durften sie ins Kapitol aufsteigen. Sejanus ist eher feinsinnig und sich der großen Ungerechtigkeiten in Panem bewusst. Er kann mit seinem Leben als Fremdkörper im Kapitol und der Art, wie er in der Heimat gehasst wird, nicht umgehen. Sejanus und Coriolanus sind dabei nicht wirklich Freunde, Coriolanus versucht eher, sich durch die Bekanntschaft Vorteile zu verschaffen, bzw. zu verhindern, dass Sejanus das Image der jugendlichen Mentoren schädigt.

Lucy Gray ist die Tributin für Distrikt 12. Ich fand ihren ersten Auftritt grandios und mochte sie auf Anhieb. Am Anfang erscheint sie als sehr intelligente und talentierte Tributin, die sich den BS von Coriolanus nicht bieten lassen will, aber weiß, dass er ihr zum Sieg verhelfen kann. Von ihrer Figur war ich am Ende leider mehr als enttäuscht. Sie war nicht die starke Frau, die ich erwartet habe, sondern ein Schulmädchen. Ich hatte mir da ein anderes Ende gewünscht - buchstäblich jedes andere Ende. Interessant - aber vielleicht auch problematisch - an ihr ist, dass sie als Äquivalent zu unseren Sinti und Roma auftritt. Sie gehörte einem fahrenden Volk an, dass musizierte und damit Geld verdiente. Durch die starren Grenzen von Panem lebt sie nun im Distrikt 12 und ist zur Sesshaftigkeit gezwungen. Coriolanus versucht diese ethnische Trennung zu nutzen, um Lucy Gray in der Gunst der Zuschauer zu heben, da sie eigentlich "nicht wirklich" aus Distrikt 12 sei. Also schon eher am problematischen Ende, aber es ist ja auch eine Villain-Origin-Story...

Als ich das Buch bekam, war ich überrascht, wie dick es war. In diesem Buch steckt inhaltlich mehr als nur die 10. Hungerspiele. Teil 1 und 2 haben mir eigentlich noch sehr gut gefallen, und es wurden viele spannende Diskussionen angeschnitten, man konnte die Hungerspiele an einem wichtigen Knackpunkt sehen und auch, wie sie sich ab da weiter entwickelten, und es war auch wirklich spannend - teilweise wie die Originaltrilogie. Aber Teil 3 hat mich dann verloren. Man startet in den Teil mit einem "What the F"-Moment, aber irgendwie veränderte sich dann alles in eine Richtung, die ich nicht mehr mochte. Es werden noch einige sehr offensichtliche Easter Eggs eingebaut für Fans der Reihe, aber ich weiß nicht, was der letzte Teil wirklich sollte.

Das Ende ist dementsprechend auch nicht meins gewesen. Einige mutmaßen, wie man dann nun auslegen kann, insbesondere auf Katniss' Familiengeschichte. Aber ich muss sagen, ich habe das Buch eher mit einer hochgezogenen Augenbraue beendet. Im Epilog schreibt Suzanne Collins dann plötzlich nicht mehr von Coriolanus, sondern von Snow, was andeutet, dass er nun wohl die entscheidende Transformation vollzogen hat. Aber die Kritik, die immer wieder alle äußern und die ich auch total sehe, ist, dass sich Snow nicht verändert. Er ist am Anfang genauso machthungrig wie am Ende. Er hat nur zwischendurch eine Art Field Trip eingefügt. Diese Änderung seines Namens suggeriert, dass er nun etwas abgelegt habe, was ihn noch in seiner Jugendlichkeit festgehalten habe, und nun sei er der Mann, den wir aus Hunger Games kennen. Aber dafür habe ich persönlich nicht genug Entfaltung in diesem Charakter gesehen, und Vieles, das geschehen ist, beruhte eher auf seltsamen Zufällen und Wendungen als seinen Entscheidungen.

Alles in allem bin ich also eher enttäuscht aus dem Buch gegangen. Während ich es spannend fand, das Kapitol so kurz nach dem Krieg zu erkunden und die Entwicklung der Hungerspiele zu verfolgen, war Coriolanus für mich letztlich nicht der richtige Hauptcharakter. Ich glaube, einer anderen Figur folgend wäre hier so viel mehr möglich gewesen. Und ganz ehrlich: mit Snow als Hauptcharakter hat sich Suzanne Collins selbst eingepfercht, denn am Ende musste sie bei diesem Präsidenten herauskommen, der seine Feine und Freunde vergiftet um an der Macht zu bleiben, und jahrzehntelang aus dem Tod von Teenagern ein mediales Event machte.

Habt ihr das Buch gelesen? Oder habt ihr schon geahnt, dass es mit den Büchern rund um Katniss nicht mithalten kann?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Freitag, 31. Juli 2020

Schöne neue Welt - Kittys Meinung


Hallo meine Klassikerfreunde,

heute möchte ich euch gern von einem Buch berichten, dass Blue euch schon vor einiger Zeit vorgestellt hatte: Schöne neue Welt. Sie war von dem Buch hellauf begeistert, aber ich fand es leider total schlimm. Es war nicht nur irgendwie langweilig und belanglos, ich fand gewisse Teile davon auch echt unangenehm und eklig. Aber dazu gleich mehr.

Die Fakten:
  • Autor: Aldous Huxley
  • Titel: Schöne neue Welt (Original: Brave New World)
  • Erschienen: 2000 (erstmals 1932)
  • Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
  • Seiten: 253
  • Preis: 12,00 Euro

Zur Handlung: 600 Jahre in der Zukunft sah Huxley die Menschheit in einer Welt inspiriert vom Fließband. Klassische Werte des beginnenden 20. Jahrhunderts wie die Liebe von Eltern und Kindern oder Monogamie gibt es nicht mehr. Stattdessen werden Menschen in einer Maschine produziert, in der durch verschiedene Eingriffe auch dafür gesorgt wird, dass jeder Mensch perfekt auf die ihm angedachte Stelle ist. So entstehen gesellschaftliche Klassen, die niemand überwinden oder verlassen kann.

In dieser Welt gibt es jedoch noch kleine Enklaven, in denen Wilde leben - durchaus so rassistisch verstanden wie es klingt. In dieser Welt ging einst eine Frau der neuen Menschen verloren, und schließlich begleiten wir ihren Sohn, der unter den Wilden aufwuchs, aber auch von seiner Mutter lernte, wie er das erste Mal in diese schöne neue Welt eintritt.

Als erstes ist mir an diesem Buch der Rassismus aufgefallen. Schon ganz am Anfang des Buches wird deutlich, dass die Menschen in Afrika nach wie vor als etwas anderes gesehen werden als die in Europa. Dabei suggeriert Huxley gleichzeitig, dass Menschen aus der Produktion von überall nach überall verschickt werden - zum Beispiel wenn man nach einer Naturkatastrophe "Nachschub" liefern muss. Allerdings lässt es einen schon früh mit dem Gefühl zurück, dass nur in Europa die wirklichen Alphas leben. Die Epsilons, die quasi kaum Menschen sind, werden immerzu auf eine Art beschrieben, die an hypothetische "Urmenschen" erinnert, denen Schwarze näher seien als Weiße. Dazu kommt dann das Thema der Wilden, das nicht nur zufällig an indigene Völker erinnert. Diese bekommen zwar eine christliche Pointe, allerdings werden sie als dunkelhäutig beschrieben, und der Sohn der Beta-Frau wird dort aufgrund seiner anderen Erscheinung (blond und weiß oder so) diskriminiert. Diese Wilden werden nicht nur namentlich als "geringer" bezeichnet, sondern auch als abstoßend und rückständig von den Charakteren bewertet. Der Autor versucht zwar dann, mit dem Sohn zu zeigen, dass er vielleicht ja der viel bessere Mensch ist als all diese produzierten Menschen, aber er ist eben kein "Wilder", sondern ein blonder weißer Mann, der noch dazu ohne jede wirkliche Bildung echt hoch daher reden kann.

Das nächste Problem, was ich hier sehe, ist, dass Huxley allen Anschein nach selbst nicht wusste, ob er diese Utopie nun gut oder schlecht findet. Während wir in manchen Momenten zu recht angewidert sind von der Welt, scheint Huxley in anderen Momenten klare Fanboy-Phasen zu haben. Alles kulminiert sich dann im Gespräch zwischen dem "Wilden" und dem Aufsichtsrat am Ende, bei dem klar wird, dass Huxley sehr viele gute Argumente für seine Utopie einfallen, allen voran: es braucht immer dumme Menschen, die sich ausbeuten lassen. Als Leser hat man am Ende keine Ahnung, was man nun denken soll über diese schöne neue Welt.

Erzähltechnisch fand ich das Buch auch total blöd. Zunächst folgen wir einigen Alphas, die in der Fabrik, in der die neuen Menschen hergestellt werden, arbeiten. Darüber lernen wir, wie diese Menschen überhaupt entstehen. Außerdem lernen wir, dass sexuelle Freizügigkeit nun die Norm ist, aber dennoch alle sexistischen Untertöne auch in einer 600-Jahre-Zukunft für den Autor noch bestehen. Danach folgen wir einem Alpha Plus, der keine Lust auf seine Welt hat. Er wirkt wie so ein privilegierter Teenager, der seine Eltern hasst, weil sie ihm alles geben, was er zum Leben braucht. Und schließlich folgen wir dann dem "Wilden", der eigentlich auch nur ein weißer Dude ist. Keine Ahnung, was uns diese Wechsel der Perspektive sagen sollen. Mir wurde mal beigebracht, das ist schlechtes Schreiben.

Was mich an diesem Buch besonders frustriert, gerade im Gegensatz zu Dystopien wie Handmaids Tale von Margaret Atwood, ist Folgendes: Es gibt für mich keinen einzigen Hinweis darauf, dass so eine Welt jemals eintreten könnte. Ähnlich wie bei 1984 sehen wir privilegierte weiße Männer, die sich eine schreckliche Zukunft ausmalen, in der sie vielleicht nicht mehr die Herrschenden sind! Aber weil sie immerhin so viel Bewusstsein über ihre Privilegien haben, geschieht das nicht durch andere Gruppen (Frauen, andere Ethnien), die sie stürzen, sondern durch selbstherbeigeführte Entwicklungen wie die Technisierung und Industrialisierung, die hier zum Ziel gemacht wird. Gemeinsam mit Motiven von "jeder gehört jedem", was für mich verdächtig nach Kommunismus klingt, wird es zum Alptraum des weißen Mannes - selbst die herrschenden Alphas dieser Welt sind aus der Retorte. Sie verlieren ihre geliebte Individualität, die so vielen anderen Bevölkerungsgruppen schon in unserer Realität verwehrt bleibt.

Ich habe es einfach satt, mir die Gedanken weißer Männer durchzulesen, die sich überlegen, was ihre Macht jemals stürzen könnte. Hier geht es nicht um die schrecklichen Folgen für die Armen und unteren Schichten der Bevölkerung, die mit der Industrialisierung einhergingen. Sondern es geht um die Werte der Mittelschicht, die durch einen gesellschaftlichen Umschwung, der absolut keinen Sinn macht, zerstört werden. Wer, wenn nicht der privilegierte weiße Mann sollte diesen Umschwung denn herbeiführen? Ich verstehe es nicht...

Ein schönes Gegenbeispiel ist übrigens Krieg der Welten von H G Wells, das ich kurz nach diesem Buch gelesen habe. Seine clevere Idee, die Kolonialisierung umzudrehen und ganz bewusst extraterrestrische Mächte zu nutzen, um den weißen Männern seiner Zeit zu zeigen, welches Leid sie über andere bringen, hat mir 100 Mal besser gefallen als diese Utodystopie.

Ich bin gespannt, wie ihr über diesen Klassiker denkt. Habt ihr ähnliche Gedanken dazu?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Dienstag, 9. Juni 2020

The Belles Reihe - komplett

So meine Lieben,

heute kommen wir auch schon zur nächsten Reihe die ich euch in einem Rutsch rezensieren möchte. Es handelt sich hier um eine Duologie die ich wirklich sehr mochte.

Fakten:
  • Autorin: Dhonielle Clayton
  • Übersetzerin: Vanessa Lamatsch
  • Roman
  • 2019-2020 erschienen
  • Planet! Verlag
  • Preis: 19,00€ (gebundene Ausgaben)
  • 2 Bände
Die Klappentexte lasse ich wieder weg. Allerdings ist dies wohl ganz gut, denn die Klappentexte sind nicht so gut für die Beschreibung dieser Geschichte. Viele Rezensionen die ich gelesen habe beschweren sich über den starken Unterschied zur Geschichte. Da ich die Klappentexte fast nie lese, können bei mir auch kaum Erwartungen unerfüllt bleiben. 

In dieser Welt geht es um Schönheit die sich dadurch erlangen lässt, das man von Belles behandelt wird. Diese Welt ist also auf eine Art dystopisch aber an sich fantasievoll. Da würde ich mich einfach nicht so genau festlegen. Das schöne ist vor allem das das Thema Schönheit etwas so subjektives ist, das sich hier jeder hinzu dichten sollte was er möchte.

Camelia ist unsere Hauptfigur. Sie begleiten wir durch beide Teile. Sie wird vermutlich nie zu meinen Lieblingsfiguren heranwachsen, dennoch kann ich sie irgendwie verstehen. Theoretisch will sie nur Gutes. Gleichzeitig möchte sie aber auch Gewinnerin unter den Belles sein. Wie dies umgesetzt werden könnte, bleibt für sie allerdings ein Rätsel.

In dieser Geschichte habe ich mich nie richtig fremd gefühlt. Im Gegenteil viele Dinge und Handlungen entsprechen unseren Realitäten und sind leicht gemischt mit ein bisschen Altertum. In den Belle Schönheitssalons geht es im Prinzip nicht anders von statten als in einem Wellnesstempel oder beim Schönheitschirurgen, nur vielleicht ein bisschen schneller.

Gepaart ist dies dann mit Machtstreitigkeiten und ein paar Intrigen. Die Handlungen sind vor allem im ersten Band eher Momentaufnahmen. Der Zusammenhang wird häufig durch ausschweifende Beschreibungen unterbrochen, da diese sehr Detailverliebt sind. Mir gefällt das wirklich sehr gut, ich könnte mir aber vorstellen, dass das den ein oder anderen stören kann.

Eine Liebesgeschichte gibt es bei all der Schönheit auch, doch diese ist eher ein Nebenprodukt, welches mehr zwangsläufig passieren musste, als unbedingt gewollt war. Viel stärker im Fokus stehen allgemein zwischenmenschliche Beziehungen. Respekt und Anteilnahme sowie Verständnis sind aus meiner Sicht die Antreiber. Die Moral, dass Schönheit individuell ist und nicht offensichtlich sowie Trends folgt, ist dabei natürlich unumgänglich, sie drängt sich geradezu auf. Die Unterschwellige Botschaft ist aber sehr schön immer wieder eingewoben.

Diese Geschichte ist aus meiner Sicht ein super Buch für junge heranwachsende Frauen, vielleicht sogar die die mit ihrer Selbstwahrnehmung etwas zu kämpfen haben. Die Nebencharaktere sind ein Träumchen und es findet sicher jeder jemanden, mit dem er sich identifizieren kann.

Zum Schluss noch ein Wort zu diesen unglaublich schönen Covern!

Lasst euch nicht ärgern,

eure Blue Diamond.

Montag, 8. Juni 2020

Mortal Engines Reihe - komplett

Hallo an alle Abenteurer,

ab heute möchte ich euch die meisten Reihen innerhalb eines Postes vorstellen, dadurch hoffe ich nicht zu sehr zu spoilern und es ist einfacher eine Reihe als Ganzes zu betrachten. Was haltet ihr von der Idee?

Fakten:
  • Autor: Philip Reeve
  • Übersetzer: Nadine Püschel und Gesine Schröder
  • Dystopie
  • 2018-2019 (auf Deutsch) erschienen
  • FISCHER Tor Verlag
  • Preis: 12,00-14,00€
  • 4 Bände
Einen Klappentext gibt es heute nicht, weil das ja wenn nur von allen 4 Bänden sinnvoll wäre und das ist zu viel. 

Die Geschichte stellt die Welt nach großen Kriegen dar. So richtig erfahren wir das nie. Es scheint auch keine funktionierende Erde mehr zu geben. Das einzige was existiert sind mobile Städte wie London und viele weitere. Diese können mal auf eine Art Ketten transportiert werden oder sind Luftschiffe oder ähnliches. Man erkennt sie meistens an einem Denkmal dieser Stadt. Manche dieser Städte haben nichts besseres zu tun als andere zu jagen und sich einzuverleiben - nein ich habe bis heute keine Vorstellung wie das passiert sein könnte. Diese Städte sind ansonsten strukturell ebenso aufgebaut wie die die wir kennen. Dabei haben die Bürgermeister das sagen.

Thaddeus Valentine ist ein sehr wichtiger Mann in London und wie wir später erfahren für die ganze Welt. Er ist der Bösewicht in dieser Geschichte und ein echter Fiesling. Das zeigt sich bereits zu Beginn. Trotz der Boshaftigkeit ist er ein liebevoll zusammengesetzter Charakter. Er ist schlau und hinterlistig. Sein Ziel hat er klar vor Augen.

Doch kommen wir nun zu den viel interessanteren Figuren.

Da wäre zunächst Hester Shaw. Sie ist eine Frau die äußerlich als sehr hässlich und fast schon abstoßend beschrieben wird. Auch ihr Charakter ist nicht gerade toll. Sie ist fies und launisch. Klar hat sie auch mitfühlende und liebevolle Seiten, aber die sind sehr versteckt. Das macht irgendwie noch verrückter dass sie in den ersten beiden Bänden unsere Heldin ist. Ja sie ist eine echte Heldin. Sie bekämpft Valentine und schweißt den Untergrund zusammen. Später bekommt sie mit Tom Natsworthy ein Kind. In dieser Familienidylle geht sie jedoch überhaupt nicht auf. Immer wieder schwelgt sie in Erinnerungen.

Diese führen mich zu Shrike. Er ist ein Stalker ja genau das. Ich finde diese Bezeichnung total passend. In der Geschichte ist ein Stalker eine Maschine die durch einen toten Menschen an Leben gewinnt. Kann man das so sagen? Eine andere Beschreibung wäre das ein toter Mensch durch die Maschine zurück ins Leben geholt wird. Dabei verliert er oft sein Gedächtnis und definitiv jegliches Gefühl und erst recht Mitgefühl.
Shrike ist total versessen in Hester und sie verbindet irgendeine gemeinsame Geschichte.

Anna Fang ist so eine Art Freiheitskämpfer. Sie kommt gar nicht so häufig vor, doch spielt sie eine große Rolle für alle die sich nicht unterdrücken lassen wollen. Irgendwie wird sie dann zu Shrikes Kumpanen. Ich mochte sie nicht und später finde ich sie nur noch gruselig.

Kommen wir zu meinem kleinen Liebling Tom Natsworthy. Er ist für mich der Held der Geschichte. Ihm bin ich sehr gern bis zum Schluss gefolgt. Er ist auf sympathische Weise naiv. Zusätzlich ist er ein Genie was die alte Welt betrifft. Er glaubt an das Gute in der Welt und das alles einen Sinn hat. Außerdem hat er zwar vor allem Angst doch er überwindet sich immer wieder. Toll oder?

Wren ist Toms und Hesters Tochter. Sie taucht natürlich später in der Reihe auf. Sie übernimmt ab Band 3 mehr oder weniger die Hauptrolle. Ihr Ziel ist es vor allem Abenteuer zu erleben. Mit ihr gewinnt die Geschichte an neuem Tempo und tollem Schwung. Noch dazu ist sie das krasse Gegenteil von ihren Eltern. Kann man manchmal gar nicht glauben dass sie deren Kind ist.

Ihr Freund wird Theo Ngoni. Er ist so eine Art Traumtyp für mich geworden wobei ich gar nicht weiß wieso. Mit ihm wandern wir plötzlich über die Welt und scheinbar auch über Kontinente, wenn es die denn noch gibt.

Es gibt natürlich zahlreiche weitere Figuren. Die Bänden erklären und zeigen immer einen anderen Teil dieser Welt. Sie ist riesig und unberechenbar. Ich mag sie sehr. Diese Idee ist großartig.

Auch der Schreibstil des Autors ist sehr locker. Es kommt zwar immer wieder zu gewaltigen Szenen doch diese fliegen geradezu dahin.

Der letzte Band ist vermutlich auch mein Lieblingsband. Jeder befasst sich mit einem anderen größeren politischen Thema. Keineswegs offensichtlich aber eben doch.

Empfehlen kann ich diese Geschichten jedem der Dystopien mag. Der zweite Band war der einzige schwache für mich, aber nur weil Hester nicht mein Liebling ist.

Der erste Band wurde sogar verfilmt. Mal sehen ob ich ihn mir ansehe,

eure Blue Diamond.

Mittwoch, 22. April 2020

[Red Rising] Red Rising - Band 1

Hallo an alle Reihenfreunde,

und zack hab ich schon wieder eine neue Reihe begonnen. Ich muss ehrlich sagen, die Geschichte hat mich ein bisschen überrollt.

Fakten:
  • Autor: Pierce Brown
  • Übersetzer: Bernhard Kempen
  • Roman
  • 2015 erschienen
  • 576 Seiten
  • Heyne Verlag
  • Preis: 12,99€ (Taschenbuch)
Klappentext
"Darrows Welt ist brutal und dunkel. Wie alle Roten schuftet er in den Minen des Mars, um ein Leben auf der Oberfläche des Planeten möglich zu machen. Doch dann wird seine große Liebe getötet, und Darrow erfährt ein schreckliches Geheimnis: Der Mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht, die Goldenen, leben in dekadentem Luxus. Darrow schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Er will einer von ihnen werden – um sie dann vernichtend zu schlagen …"

Warum mich die Geschichte überrollt hat? Ich hab den Klappentext nicht gelesen und hatte nur noch vage im Gedächtnis, dass es eine Dystopie ist oder was im Fantasybereich. Wenn ich ihn mir jetzt so durchlese, wäre mein erster Zauber vielleich nicht so stark ausgefallen und das würde ich ehrlich bedauern.

Wir haben es also mit dem Leben auf dem Mars zu tun. Die Erde ist quasi ausgebeutet und es wird gesagt, dass ein Material was auf dem Mars abgebaut wird dafür sorgt, dort zu leben, aber auch die Erde wieder zu einem lebensfähigen Ort werden zu lassen. Das klingt erstmal total verrückt, aber wie großartig wäre es auf der anderen Seite? Klar das für und wieder müsste gut abgewogen werden.

Ich mag das Universum und alles was damit zusammenhängt und war deswegen sicher total hin und weg, dass die Geschichte dort spielt.

Wir beginnen direkt Darrow kennen zu lernen, schnell wird klar, er ist ganz unten in der Klassengesellschaft positioniert und hat keinen Einblick in das Geschehen um ihn herum. Er kommt seiner täglichen Arbeit nach und ist unglaublich beschränkt in seinem Horizont oder auch Tun. Nicht vom Geiste her, ich halte ihn für normal intelligent. Seine Freundin scheint ihn richtig mit zuziehen, auf der anderen Seite schwebt sie irgendwie über den Wolken und ich bin ehrlich nicht mit ihr zurecht gekommen und ich hab auch keinen Bezug zu ihr bekommen. Zu Darrow ehrlicherweise auch nicht so wirklich, aber ich konnte ihn total gut nachvollziehen. Er ist zwar einfach gestrickt, aber eben auch leicht formbar.

Mich haben die ganzen Nebencharaktere viel mehr begeistert. Allerdings lebt die Geschichte aus meiner Sicht nicht hauptsächlich durch die Charaktere, sondern eher durch das ganze Geschehen und drum herum. Vielleicht bin ich auch besonders fasziniert von der Umgebung, aber ja, für mich macht das ganze drum rum den Reiz aus. Die Atmosphäre ist fast schon urig, irgendwie ein bisschen wie im echten Bergbau - klar - und dann irgendwie auch wie in einem U-Boot, sicher auch durch dieses in Schichten geteilte.

Diese Mehrklassengesellschaft ist in diesem ersten Band noch undurchsichtig und unklar. Ich hoffe, dass sich das in den nächsten Bänden ändert und alles klarer wird. Auch die Rebellion verstehe ich noch kaum. Klar es ist dafür ein perfekter erster Band, der alles nur anschneidet und nichts wirklich klar stellt.

Keine Ahnung ob das als Kritikpunkt durchgeht, aber es ist unglaublich brutal wie viele Szenen hier beschrieben werden. Wir erleben den Tod auf so eine niederträchtige Art, der niemanden etwas anzugehen scheint. Definitiv eine Reihe für Erwachsene aus meiner Sicht und irgendwie auch Highfantasy.

Ich bin schon ganz gespannt, wie es da weitergehen wird. Kennt ihr die Reihe und was haltet ihr vom Leben auf dem Mars?

Eure Blue Diamond.