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Mittwoch, 22. Juni 2022

Totengraben


Hallo meine Fantasyfreunde,

als Ende letzten Jahres meine Katze verstorben ist, hat mich ein Buch ein bisschen ablenken können: Der letzte Held von Sunder City. Und nun hatte ich den zweiten Teil dazu aus der Bibliothek ausgeliehen um herauszufinden, wie die Geschichte weitergeht, und ob es mich auch jetzt wieder durch eine schwierige Zeit bekommen kann.

Die Fakten:

  • Autor: Luke Arnold
  • Titel: Totengraben (Original: Dead Man in a Ditch)
  • Reihe: Fetch Philips 2
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Knaur Taschenbuch
  • Seiten: 426
  • Preis: 14,99 Euro
  • Klappentext: "Den Glauben an die Welt hat Privatdetektiv Fetch Philips längst verloren - das hindert die Welt jedoch keineswegs daran, plötzlich an ihn zu glauben: Seit Fetch im Fall eines verschwundenen Vampirs ermittelt hat, verbreiten sich Gerüchte, er könne die Magie zurück nach Sunder City bringen. Das führt dazu, dass ihn ausgerechnet die Polizei um Mithilfe in einem mysteriösen Mordfall bittet. Es scheint nämlich, als sei das Opfer durch Magie ums Leben gekommen. Obwohl die Beamten von Sunder City den Privatdetektiv jahrelang schikaniert haben, stellt Fetch Nachforschungen an. Und entdeckt prompt Dinge, die besser verborgen geblieben wären..."

Zur Handlung: Die Magie der Welt ist zerstört und dadurch ist viel Unheil über Sunder City hereingebrochen. Fetch hat es sich zum Ziel gesetzt, so vielen magischen Wesen zu helfen wie er nur kann - als Mann für alles. Doch immer mehr Leute glauben daran, dass die Magie zurückkehren könnte, und sie glauben daran, dass Fetch sie finden kann. Doch er möchte niemandem falsche Hoffnungen machen und bleibt dabei, dass die Magie für immer fort ist.

Als die Polizei ihm einen Mordfall zeigt, bei dem der Tote mit einer bisher völlig unbekannten Waffe getöet wurde, macht sich direkt wieder die alte Hoffnung breit, dass es Magie sein könnte. Und auch Fetch ist sich plötzlich nicht mehr sicher, wie viel Hoffnung er sich erlauben kann, ohne dass alles, was ihm noch etwas bedeutet, dafür zerstört werden kann.

Im ersten Band löst Fetch einen Fall, während wir sehr viel Hintergrundinformationen über sein Leben erhalten. Dabei sehen wir ihn vor und während der Coda - dem Tag, an dem die Magie von den Menschen zerstört wurde. Doch nun wissen wir, wer Fetch ist, was seine Rolle war und wie er nun zur Welt steht. Daher können wir uns in diesem zweiten Band nun ganz der Gegenwart widmen, die vielleicht von der Vergangenheit heimgesucht wird.

Fetch als Charakter ist nach wie vor der schmerzaffine, manchmal sehr sturköpfige oder dämliche, aber im Herzen gute Mensch, der einfach nur helfen will, aber keine Ahnung hat wie. Wir sind die ganze Zeit in seinem Kopf und folgen ihm durch diese fast schon postapokalyptische Fantasy-Welt. Was ich an ihm mag, ist, dass er zwar an dieser Noir Crime-Richtung inspiriert ist, aber wirklich eigentlich ein guter Kerl ist. Er ist kein Sexist und auch kein Rassist, was ihn schon von einigen anderen Charakteren abhebt. Gleichzeitig ist er abhängig von einer Art magischen Droge, die das Rauchen, das klassischerweise zu den Charakteren gehört, ersetzt. Und dem Alkohol und Gewalt ist er doch auch zugeneigt. Ich mag diese Balance, die für mich in so eine Geschichte aus dem Jahr 2020 passt. Es fühlt sich nicht altbacken an, aber es hat genug der Elemente dieser Figuren, um ein nostalgisches Noir-Gefühl hervorzurufen.

Auch in diesem Band gibt es einige relevante Nebencharaktere. Ein paar keinen wir bereits aus Band 1, beispielsweise einige der Cops und den Dämon Baxter (der geschlechtsneutral ist, was sicherlich in der Übersetzung für ein paar Herausforderungen gesorgt hat). Ein paar sind aber auch neu, wie die Werkatze Linda, die Sunder City hasst, aber keine andere Option mehr hat, oder die Brüder Niles, die mit menschlicher Technologie Sunder City wieder zum Aufschwung verhelfen wollen. So richtig tief lernen wir die meisten Nebencharaktere allerdings nicht kennen, wodurch sie alle eher flach bleiben.

Der Fall selbst ist zunächst knifflig, doch Fetch macht bald einige Entdeckungen, die uns vielleicht viel eher etwas sagen als ihm. Ich will nicht zu viel spoilern, aber dieses Buch passt leider gut in die Debatten in den USA, die seit dem letzten School Shooting wieder aufgebrandet sind. Die Nachforschungen führen dann weg vom ursprünglichen Fall oder Fetch' ursprünglichen Auftrag, aber es hat immer alles mit allem zu tun. Mir hat das sehr gut gefallen, weil Fetch wirklich Arbeit reinsteckt und darüber immer weiter vorankommt. Dem armen Mann fällt wirklich nichts einfach so zu.

Dieser Band ist dann gegen Ende auch deutlich emotionaler als erwartet. Wie gesagt, Teile der Vergangenheit holen Fetch ein und das, was ihm am liebsten auf der Welt ist, droht zerstört zu werden. Hier habe ich dann doch immer mal feuchte Augen bekommen, auch wenn das Buch sich nie lange mit diesen Momenten aufhält, sondern sich wieder in die Action stürzt. Dabei kriegt Fetch auch wieder ordentlich aufs Dach - mal mehr und mal weniger verdient. Das ist schon fast satirisch, dass er am Ende überhaupt noch stehen kann. 

Das Ende ist dann auch unerwartet und auch emotional. Es geschehen einige Dinge, die ich nicht habe kommen sehen. Es gibt auch Momente, die schon recht früh als unvermeidlich schienen, die man aber trotzdem nicht kommen sehen will. Ich fand das Ende gut gemacht. Ich glaube, es bisschen mehr Zeit für die Emotionen hätte ich mir gewünscht, aber ich verstehe auch, warum das Buch sich eher auf den düster-humorösen Teil der Erzählung fokussiert. 

Alles in allem fand ich dieses Buch fast noch besser als den ersten Band, weil wir eben nicht mehr so viel Hintergrund lernen müssen, sondern uns ganz auf die Handlung konzentrieren können. Auch der Fall ist dadurch deutlich komplexer und nimmt mehr Windungen. Ich mag Fetch als Hauptcharakter sehr, vor allem auch die angepasste Charakterisierung für diese Fantasy-Welt. Und natürlich frage ich mich nun auch, ob Fetch die Magie im nächsten Band vielleicht wirklich zurückbringen kann...

Habt ihr es schon mal mit der Reihe versucht? Ich kann es nur empfehlen.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Mittwoch, 8. Juni 2022

The Colour of Magic


Hallo meine Fantasy-Freunde,

ich habe es getan: ich habe meine Reise durch die Scheibenwelt aka Discworld offiziell gestartet. Spätestens seit Good Omens war für mich klar, dass ich mehr Terry Pratchett lesen möchte, aber ich war immer so abgeschreckt von der großen Zahl an Romanen in der Welt und davon, dass erfahrene Leser mir immer wieder sagten, ich solle nicht mit dem ersten Buch anfangen. Allerdings war das mit meinem Gehirn nicht vereinbar, und ich fand es auch verwirrend, dann einen Anfangspunkt und vor allem danach eine Reihenfolge zu finden. Also hab ich es jetzt einfach gemacht.

Die Fakten:

  • Autor: Terry Pratchett
  • Titel: The Colour of Magic (dts. Die Farben der Magie)
  • Reihe: Discworld 1, Rincewind 1
  • Erschienen: 1983
  • Verlag: Victor Gollancz Ltd (The Unseen University Collection)
  • Seiten: 241
  • Preis: 12,29 Euro
  • Klappentext: "Travelling through space supported on the back of a giant turtle (sex unknown), the unique realm known as the Discworld is about to face an unimaginable threat: its first tourist."

Zur Handlung: Rincewind ist ein Magier, der eigentlich nur in Ruhe leben will. Er war nicht besonders gut in der Ausbildung und hat dann eines Tages einen sehr großen Fehler begangen, wodurch er jetzt nur genau einen Zauber beherrscht und diesen lieber nie verwenden möchte. Doch sein Leben wird auf den Kopf gestellt, als ein Reisender aus einer anderen Welt ihn als Tourguide durch die Scheibenwelt engagiert.

Eigentlich will sich Rincewind mit dem vielen Gold einfach aus dem Staub machen, das er von diesem Touristen erhalten hat, aber davon wird er aufgehalten. Nun muss er also versuchen diesen nichts-ahnenden Menschen davon abzuhalten, beim Zuschauen bei Tavernenschlägereien, beim Reiten von Drachen oder beim Durchwandern alter Tempelanlagen zu sterben. Am Ende führt ihn dieser Weg vielleicht sogar bis über das Ende der Welt hinaus.

Geschrieben wurde dieser erste Band dieser weltberühmten Reihe damals vor allem als Karikatur der Fantasyliteratur. Anstatt eines allmächtigen Magiers haben wir Rincewind, und sein Abenteuer besteht vor allem daraus, einen kleinen Touristen mit Fotokamera, der beruflich Versicherungspolicen verkauft, vor dem sicheren Tod zu retten - aber meist mehr aus Zufall. Der tapfere Held, der ihm dabei teilweise zur Seite steht, ist leider nicht die hellste Kerze, aber irgendwie kann er trotzdem ganz gut heldenhaft sein.

Den einzigen richtigen Lacher hat das Buch mir direkt am Anfang entlockt, als beschrieben wird, was für die Astronomen der Scheibenwelt die Big Bang Theorie ist. Ansonsten habe ich aber viel geschmunzelt, denn das Buch hat einen sehr intelligenten Humor. Es sind keine Schenkelklopfer, aber es ist jetzt nicht so verschachtelt, dass man es ohne Fantasy-Hintergrundwissen (was ich in Bezug auf Literatur vor den 80ern nicht habe) nicht versteht. Damit war es genau mein Fall.

Rincewind als Charakter muss man mögen. Er ist ziemlich unglücklich, und seine große Dummheit aus Studienzeiten begleitet ihn nach wie vor. Ich fand diese Idee total genial und bin sehr gespannt, ob wir den Zauber in einem späteren Buch nochmal sehen. Dadurch ist er eher ein Gauner als ein Magier, aber er ist auch ziemlich bekannt. Ich fand es schön, dass er sich mit dem Gold erstmal aus dem Staub machen wollte - purer Überlebensinstinkt.

Ergänzend haben wir dann Twoflower, den Touristen. Er kommt aus einer Welt, die zwar auf der Scheibe ist, aber unserer mehr ähnelt. Aus seinem langweiligen Bürojob ist er ausgebrochen, um auf diese Abenteuerreise zu gehen. Er will alle klassischen Fantasy-Erlebnisse abarbeiten - Tavernenschlägereien, Helden sehen und fotografieren, Drachen finden. Begleitet wird er dabei von einer Truhe voller Gold, die ihren eigenen Kopf hat. Ehrlich gesagt war diese Truhe echt mein Lieblingsteil der Geschichte. So etwas brauche ich auch. 

Die Geschichte wird dann in vier Teilen erzählt. Die Erzählweise ist dabei auch etwas verschieden, sodass es einen episodenhaften Charakter hat. Es sind also fast vier Kurzgeschichten, aber mit den gleichen Charakteren. Im ersten Teil lernen wir rückblickend, wie Rincewind und Twoflower sich getroffen und dabei die Hauptstadt abgebrannt haben. Im zweiten Teil begleiten wir ein Spiel der Götter, bei denen die beiden ungeahnt einbezogen werden - der Teil hat auch Indiana Jones vibes. Der dritte Teil führt uns dann in das Reich der Drachen - hier ein bisschen Das Letzte Einhorn vibes. Schließlich kommen wir zum Ende der Reise ans Ende der Welt - hier leider Piraten nur kurz angeteasert.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich finde den Einstieg durch den Touristen total gut gelungen. Auch lernen wir dadurch bereits vier sehr unterschiedliche Ecken der Scheibenwelt kennen, was auf die große Variabilität der Geschichten verweist. Ich mochte die Dynamik der beiden Hauptfiguren, und natürlich die Truhe. Der Humor ist sehr fein und sehr schlau, aber nicht zu spezifisch als Karikatur. Ich freue mich schon sehr auf mehr aus der Discworld und werde auch mit dem zweiten Band weitermachen. Ich finde nämlich auch diese Ausgaben sehr hübsch zum Sammeln.

Habt ihr schon Bücher aus dieser Welt gelesen? Was sind eure Lieblinge?

Bis bald,

Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 6. März 2022

My Calamity Jane


Hallo meine Western-Freunde,

ich muss gestehen, dass ich häufig keine lustigen Bücher lese, aber diese Reihe hat es mir sehr angetan. Der Humor der Autoren trifft genau meinen Geschmack und ich habe mich total auf den dritten Teil gefreut. Allerdings kam dieser dann ewig nicht auf Audible und ich musste ein langes Jahr warten, bis der vierte Teil erschien und dann beide verfügbar waren. Kann das Buch nach so langem Warten mein Herz erobern?

Die Fakten:

  • Autor: Cynthia Hand, Jodi Meadows, Brodi Ashton
  • Sprecher: Sophie Amoss
  • Reihe: Lady Janies 3
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: HarperAudio
  • Dauer: 13 Std 28min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro im Abo
  • Klappentext:

    "Welcome to 1876 America, a place bursting with gunslingers, outlaws, and garou - better known as werewolves. And where there are garou, there’re hunters: the one and only Calamity Jane, to be precise, along with her fellow stars of Wild Bill’s Traveling Show, Annie Oakley and Frank “the Pistol Prince” Butler. After a garou hunt goes south and Jane finds a suspicious-like bite on her arm, she turns tail for Deadwood, where there’s talk of a garou cure. But rumors can be deceiving - meaning the gang better hightail it after her before they’re a day late and a Jane short."

Zur Handlung: Jane wird als kleines Mädchen von Wild Bill aufgenommen und wächst zusammen mit ihm und seinem Sohn Frank auf. Zusammen stellen sie eine Wild West Show auf die Beine, die allerdings nur davon ablenkt, was ihr wahrer Auftrag ist: Sie sind Werwolfjäger. Allerdings heißen Werwölfe in dieser Gegend Garou. Und sie sind dem größten Werwolf von allen auf der Spur.

Annie dagegen hat keine Lust mehr auf das Leben bei ihrer Familie. Immer muss sie auf die Eltern hören und Aufgaben erledigen. Dabei träumt Annie von Größerem - und mit ihrem unglaublichen Scharfschützentalent könnte sie dem auch sehr nahe kommen. Doch zunächst muss sie aus diesem Kaff entkommen und dann die Menschen von ihrer Fähigkeit überzeugen, die immer ihr Geschlecht zuerst sehen.

Dies ist also das dritte Buch in der Lady Janies Reihe. Das erste, My Lady Jane, habe ich absolut geliebt. My Plain Jane fand ich auch gut, aber an den ersten Band kam es nicht heran. Alle haben thematisch einen ganz anderen Fokus, und so dachte ich hier mit Wilder Westen und Werwölfen, das kann ja etwas werden. Ganz an den ersten Band kam es aber für mich wieder nicht heran.

Wir haben wie in den Vorgängern drei Hauptfiguren, und jeweils ein Autor zeigt sich für eine Figur verantwortlich. Wir folgen Annie, Jane und Frank auf ihren Abenteuern, wobei sich ihre Wege kreuzen, aber auch immer wieder verlieren. Alle drei Figuren beruhen dabei auf Personen, die es tatsächlich gab, aber wie ihr an den Werwölfen erraten könnt, ist ihre Geschichte hier völlig frei interpretiert. Es ist aber schon cool, wie damit auch nochmal Aufmerksamkeit auf die Frauen der Zeit gelenkt wird.

Jane könnte man als Hauptfigur begreifen, zumindest ist sie ja titelgebend. Sie ist nicht besonders schlau, kann nicht lesen oder schreiben, aber dafür hat sie das Herz völlig an der richtigen Stelle. Sie ist loyal gegenüber ihren Freunden und lässt sich auch nicht so leicht über den Tisch ziehen. Dabei strahlt sie wenig klassische Weiblichkeit aus, und ist an Männern auch nicht so wirklich interessiert.

Annie läuft von ihrer Familie weg, weil sie etwas Größeres von ihrem Leben erwartet. Sie ist eine ausgezeichnete Schützin und kann so selbst den Pistol Prince Frank schlagen. Daraufhin versucht sie Teil der Crew um Wild Bill zu werden und erfährt so auch von dem Garoujäger-Geheimnis. Annie mochte ich, weil sie weiß, was sie will. Sie ist manchmal zwar auch noch ein bisschen frisch im Spiel, aber sie bringt die Charaktere gut zusammen.

Frank war der Charakter, der mir am wenigsten wichtig war. Er konnte neben den beiden starken Hauptdamen nicht bestehen. Aber er ist für Jane ein wichtiger Freund und für Annie vielleicht sogar mehr. Daher fand ich ihn jetzt auch nicht schlecht, nur ist er deutlich weniger in Erinnerung geblieben. Darüber hinaus gibt es dann noch Wild Bill und einen weiteren Erwachsenen in der Runde, beide mochte ich als Charaktere gern. Komplettiert wird das ganze von einer jungen Journalistin, die sich als Mann verkleidet um ernst genommen zu werden. Sie habe ich auch sehr gemocht, vor allem ihre Rolle in der Geschichte.

Die Handlung selbst hatte dann schon einige interessante Twists und man sieht nicht von Beginn an, wo die Reise hingeht. Dennoch finde ich bei diesem Buch die Charaktere und den Humor herausstechender. Aber es war schon gut durchdacht, was passiert, und ein bisschen kann man auch mitraten, wer am Ende der böse Obergarou ist. Dann geht es noch etwas hin und her, eben im Western-Stil auch mit wilden Mobs und Wagenverfolgungsjagd. Wenn ihr das mögt, könnt ihr hier euren Spaß haben.

Der Humor in diesen Büchern ist immer sehr reflektiert. So reden die Autoren auch immer mal direkt mit dem Leser, wenn es etwas zu bewerten gibt. Mir gefällt der Stil sehr gut, darum bin ich der Reihe auch bis jetzt treu geblieben. Trotzdem muss das nicht jedem gefallen - Humor ist etwas sehr subjektives und da könnt ihr nur ausprobieren, ob es passt.

Wo ich auch nicht viel dazu sagen kann, ist, wie das Thema der Native Americans hier gehändelt wird. Das Buch versucht da schon auch einen Bezug herzustellen, was es als Western auch einfach muss, aber wie gut das gelungen ist, kann ich nicht beurteilen.

Insgesamt haben mir an dem Buch vor allem die Charaktere und der Humor gefallen. Besonders Jane habe ich geliebt, da sie zwar nicht sehr schlau ist, aber trotzdem als Hauptfigur voll und ganz funktioniert. Ich finde, es braucht viel mehr solcher Hauptfiguren, die nicht wunderschön, nicht superschlau und nicht total begehrt sind. Jane ist bodenständig und einfach ein guter Mensch. Deswegen möchte ich das Buch empfehlen, wenn ihr mal eine andere Perspektive lesen wollt als in typischen Jugendbüchern. Ich hatte auf jeden Fall Spaß mit dem Hörbuch.

Habt ihr das Buch schon entdeckt? Inzwischen ist es ja eine Weile draußen.

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Samstag, 6. November 2021

Furiously Happy - A Funny Book About Horrible Things


Hallo meine Lieblingsleser,

weiter geht es mit dem Non-Fiction November, diesmal habe ich eine autobiografische Essay-Sammlung für euch. Leider hat mir diese nicht wirklich zugesagt, was aber nicht heißen muss, dass sie euch enttäuscht. Ich versuche sie mal so gut wie möglich zu beschreiben, damit diejenigen, die sie mögen würden, das auch erkennen.

Die Fakten:

  • Autor: Jenny Lawson
  • Titel: Furiously Happy - A Funny Book About Horrible Things
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: Picador
  • Seiten: 273
  • Preis: 9,19 Euro
  • Klappentext: "In Furiously Happy, Jenny Lawson explores her lifelong battle with mental illness. A hysterical, ridiculous book about crippling depression and anxiety? That sounds like a terrible idea. But terrible ideas are what Jenny does best. As she says herself: "Like John Hughes wrote in The Breakfast Club, "We're all pretty bizarre. Some of us are just better at hiding it."Except go back and cross out the word "hiding"..."."

Diese Sammlung von Essays hat laut dem Label dieses Buches vor allem Mental Health und Mental Illness als Thema. Ich würde dagegen halten, es hat vor allem Jenny Lawson als Thema. Und das ist auch ok, außer dass ich felsenfest davon überzeugt bin, dass ich es keine 12 Stunden mit ihr in einem Raum aushalten würde. Jenny Lawson ist das laufende Chaos, weswegen sie viele Fans hat, die ihre Art lustig finden. Aber ich gehöre leider nicht dazu.

Die Teile des Buches, in denen sie tatsächlich über Depression und Angststörungen schreibt, fand ich toll. Vor allem das Fake-Interview, das sie im Buch eingebaut hat, war richtig genial. Leider ist das aber nur ein ganz kleiner Teil des Buches und der Rest ist - um den Klappentext aufzugreifen - bizarr. 

Es gibt beispielsweise Geschichten über einen Trip nach Australien, die mir leider im Kopf geblieben sind. Dabei kommen Koala- und Känguru-Kostüme vor. Und ich weiß, viele finden das lustig und das ist auch ok, aber meine Augenbrauen waren einfach die ganze Zeit nur hochgezogen. Auch andere Geschichten waren abstrus, und ehrlich gesagt hatte ich so oft Mitleid mit ihrem Ehemann, obwohl der ein Konservativer ist. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie es in dem Haushalt zugeht, abgesehen davon dass ich es kann, weil es in dem Buch so viel darum ging und so wenig um Depressionen.

Jenny Lawson liest sich ehrlich gesagt wie ein Kind. Es ist ein kindlicher Humor, der keinem weh tut. Aber mir - weil ich nicht darüber hinwegkomme, dass das eine erwachsene Frau ist. Und vielleicht bin ich da auch nur neidisch, weil ich nicht als ein wandelndes Chaos durch die Welt komme, sondern meinen Shit irgendwie hinkriegen muss, aber es hat zwischen mir und ihren Essays einfach nicht geklickt.

Ich wollte das Buch vor allem auch wegen des Covers, aber nun da ich weiß, dass der Waschbär ein ausgestopftes Tier ist, dass Jenny Lawson tatsächlich besitzt, kann ich es irgendwie auch nicht mehr genießen. Und auch mit ausgestopften Tieren gibt es einige - geschmacklose? - Eskapaden im Buch.

Der Schreibstil ist aber super leicht und schnell zu lesen, also auch hier wieder eine Empfehlung für Personen, die in Non-Fiction einsteigen möchten und Angst vor Textbüchern haben. Man fliegt durch die Seiten und es hat ja jetzt auch nicht so viele. Ich glaube, für die Teile, in denen es um Mental Health geht, lohnt sich das auch, ob aber die ganzen anderen Essays hätten sein müssen, naja. Wenn ihr rausfinden wollt, ob Jenny Lawson eure Art von lustig ist, schaut ihren Blog The Bloggess an, dann bekommt ihr ein Gefühl dafür, was in diesem Buch passiert. Denn viele Teile davon sind eigentlich nur Blogeinträge, die sich in ein Buch gemogelt haben.

Falls ihr bessere Empfehlungen zum Thema Depression habt, bin ich ganz Ohr.

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung: 



Freitag, 10. September 2021

Morgen schreib ich dir ein Happy End

Hallo an alle, die schonmal online andere Menschen kennen gelernt haben,

diese Geschichte ist vielleicht etwas für euch.

Fakten:
  • Autorinnen: Tash Skilton
  • Übersetzerin: Alexandra Kranefeld
  • Roman
  • 2021 erschienen
  • 384 Seiten
  • Knaur Taschenbuchverlag
  • Preis: 14,99€ (Broschiert)
Klappentext:
"Miles ist nicht nur im Herzen, sondern auch im wahren Leben gebürtiger New Yorker und ein waschechter Romantiker. Zoey hingegen liebt den entspannten Westcoast-Lifestyle ihrer alten Heimat, ist komplett gegen ihren Willen in New York gelandet und glaubt nicht an die Liebe. Als sich Miles und Zoey das erste Mal in einem kleinen New Yorker Café begegnen, können sie sich daher auf den Tod nicht ausstehen. Eines haben sie allerdings gemeinsam: Sie sind beide Dating-Experten für hoffnungsvolle Singles und wurden bei ihrem nächsten Auftrag auf dasselbe Pärchen angesetzt. Ohne zu wissen, wer der andere ist, treffen sich Miles und Zoey online. Und plötzlich lernen sie äußerst attraktive Seiten aneinander kennen ... Aber ob diese auch im echten Leben Bestand haben?"

Naja dieser Klappentext ist ja so ziemlich selbsterklärend, aber vielleicht seid ihr ja wie ich und lest sowas einfach nicht. 

Wenn ihr den Klappentext nicht lest - im Grunde haben wir zwei Figuren - Miles und Zoey. Die beiden schreiben für Dating-Apps quasi zum Schein für echte Matches, damit diese auch klappen und im Reellen dann geguckt werden kann, ob das wirklich passt, unterstützen die beiden.

Irgendwie ist das was völlig Abwegiges. Ich bin solo und wenn ich so eine Dating-App nutze rechne ich ja damit, dass da auch die Person schreibt die ich eventuell kennen lernen möchte. Das Prinzip hier geht davon aus, dass es im realen Leben einfacher für ein Pärchen ist und sie sich den ganzen Stress vorher nicht antun müssen. Die beiden arbeiten für konkurrierende Apps und geraten online plötzlich aneinander. Allerdings treffen sie auch real aufeinander ohne von dem online-Zufall zu wissen und kommen da so gar nicht auf einen grünen Zweig. Wie das weitergeht könnt ihr euch sicher denken.

Die Charaktere der Geschichte sind eigentlich ganz sympathisch und authentisch, mir hat ihre Aufarbeitung aber überhaupt nicht ausgereicht. Für mich hätte das Buch entweder wesentlich ausführlicher und detaillierter, über einen längeren Zeitraum oder viel viel kürzer sein können. Es kam zu keinem Spannungsbogen und der rote Faden wurde immer wieder durch völlig überflüssige Momente überschrieben. 

Zur Thematik selbst hätten die Autorinnen meiner Meinung nach ruhig mehr spekulieren oder auch recherchieren können. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das gar nicht so fiktiv ist. Hier wurde Potential verschenkt.

Empfehlen kann ich das Buch dennoch, weil man eben auf etwas sehr realistisches hingewiesen wird und es ist auch ein nettes und leichtes Buch für zwischendurch,

eure Blue Diamond.



Sonntag, 29. August 2021

Wie du erfolgreich wirst, ohne die Gefühle von Männern zu verletzen

Hallo zusammen,

ich habe über einen Monat nichts gepostet und noch länger nichts gelesen. Derweil hat die liebe Kitty euch mit reichlich Inhalten versorgt. Auch ich habe mir dennoch neue Bücher angeschafft und eines hat mir besonders gut aus dieser Phase heraus geholfen.

Fakten:

  • Autorin: Sarah Cooper
  • Übersetzerin: Anna Dushime
  • Sachbuch
  • 2021 erschienen 
  • 216 Seiten
  • Mentor Verlag
  • Preis: 24,00€ (gebundenes Buch)
Klappentext:
"Wieder mal »klar, schiebe ich ein« statt »NEIN!« gesagt? Im Meeting von einem Kollegen unterbrochen worden? Vergeblich auf eine Gehaltserhöhung oder gar Beförderung gehofft? 
Dann ist dieses schmerzhaft-witzige Sachbuch genau das Richtige für dich! Sarah Cooper hat genug von doppelten Standards für Männer und Frauen. Jetzt mischt die US-Komikerin die Rollenerwartungen, die unser Berufsleben nach wie vor bestimmen, gehörig auf. 
Ob Tipps für das Vorstellungsgespräch, Kommunikation zwischen Mann und Frau oder sexuelle Belästigung Arbeitsplatz: Sarah Cooper klopft alle Bereiche des Arbeitslebens auf Klischees ab und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund."

Ja der Klappentext und sicher auch viel Werbung die ihr auf social Media Plattformen findet haben euch schon einiges über das Buch erzählt. Inhaltlich muss man auch gar nicht wirklich was erzählen, denn der Titel des Buches sagt genau worum es geht. Das teilt sich in ein paar Kapitel, wird einleitend immer mit einem Zitat eröffnet und endet je mit einer Art Übung für jeden Leser. An dieser Stelle würde selbst dieses Buch darauf verweisen dass man eigentlich gendern müsse oder solle. Und ja das lass ich so im Raum stehen ;)

Viel Text haben wir auf den doch vielen Seiten nicht aber einige Grafiken und Illustrationen die mich wirklich häufig zum Lachen gebracht haben. Gerade die Grafiken musste ich auch unbedingt mit einigen Menschen teilen. Sie sind einfach zu gut und so so wahr.

Klar das Buch ist super und schön aufgemacht, so richtig viel Neues hat es mir jetzt nicht gebracht, ich zähle aber vermutlich auch schon zu erfolgreichen Frauen, da ich einen festen Job mit Verantwortung und eigenständiger Arbeit habe. Ja das war sarkastisch und ja dieses Buch ist voll davon und auch ich habe es nicht immer gleich verstanden.

Nicht immer geht das Buch um das klassische Männer und Frauen Problem in der Arbeitswelt. Häufig kann ich für die Beispiele ganz allgemeine Gültigkeit erheben und daher ist das Buch ein eindeutiges Must Read für mich. Hier kann wirklich jeder dazulernen und daher wäre ich dafür das Buch nochmal mit neutralem Titel und Optik zu verlegen, damit nicht eine spezifische Zielgruppe dazu greift, sondern jeder.

Es ist ein sehr empfehlenswertes Buch und auch wenn es zu den Teureren gehört, hier ist für die Wahrnehmung und hoffentlich für alle Alltage einiges dabei, was man sich ruhig häufiger vor Augen führen sollte.

Daher lest es bitte, es dauert nicht lang und ist teilweise richtig witzig,

eure Blue Diamond.

Sonntag, 4. Juli 2021

The House in the Cerulean Sea


Hallo meine Lieblingsleser,

heute möchte ich euch ein Buch ganz sehr ans Herz legen, von dem ihr bestimmt auch schon gehört habt. Zumindest im englischsprachigen Raum ist dieses Buch total bekannt und war 2020 gefühlt auf jeder Besten-Liste für Bücher enthalten. Ich bin dann allerdings erst jetzt dazu gekommen das Buch zu lesen.

Die Fakten:

  • Autor: TJ Klune
  • Titel: The House in the Cerulean Sea (deutsch: Mr Parnassus' Heim für Magisch Begabte)
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Tor Paperback
  • Seiten: 396
  • Preis:
  • Klappentext: "Linus Baker is a by-the-book caseworker in the Department in Charge of Magical Youth. At forty, he lives in a tiny house with a devious cat and his old records for company. But his quiet life is about to change. Linus is summoned by Extremely Upper Management and given a curious and highly classified assignment: travel to an orphanage on a distant island and determine whether six dangerous magical children are so dangerous, in fact, that they're likely to bring about the end of days. When Linus arrives at that strangest of islands he's greeted by a series of mysterious figures, the greatest mystery of which is Arthur Parnassus, the master of the orphanage. As Linus and Arthur grow closer, Linus discovers the master would do anything to keep the children safe, even if it meant the world has to burn. Or worse, his secret comes to light."

Zur Handlung: Linus Baker ist ein Fallbearbeiter, und er liebt seinen Job. Er findet es wichtig, dass jemand da ist, der die Kinderheime für magisch begabte Kinder kontrolliert, sodass die Kinder auf eine förderliche Weise großwerden können. Klar, seine Vorgesetzte hasst er wie die Pest, und deren Assistent macht die Arbeit im Büro zur Hölle, aber Linus leistet hier einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.

Als Linus allerdings in das höchste Gremium seines Büros berufen wird, um einen ganz besonderen Auftrag zu bekommen, steht sein Leben kurz vor dem Umsturz. Er packt seine schlecht gelaunte Katze ein und fährt ans Meer, von dem er immer schon geträumt hat. Auf dieser Insel leben sechs magische Kinder und zwei Erwachsene, die sie versorgen, und der Aufenthalt dort wird alles verändern, was Linus über das Leben wusste...

Auf dieses Buch hatte ich mich unglaublich gefreut und wurde nicht enttäuscht. Viele hatten aus mit den alten Tim Burton-Filmen verglichen, aber noch ein bisschen niedlicher und mit einer Romanze zwischen zwei Männern im mittleren Alter. Das klang für mich nach einem Wohlfühlbuch, das einen einfach glücklich macht. Und ich habe viel gute Laune daraus gezogen.

Linus als Hauptcharakter hat mir sehr gut gefallen. Da er schon im mittleren Alter ist, hat er schon einen recht festen Lebensstil. Er geht zur Arbeit, macht diese auch gern und sieht darin einen Sinn, auch wenn es im Büro meist schlechte Stimmung gibt. Zuhause hat er seine schlecht gelaunte Katze und er liebt Musik und hört viele Platten. Meistens vergisst er seinen Schirm zuhause, was blöd ist, weil es in der Stadt immer regnet. Irgendwie konnte ich mich in diese Figur gut hineinversetzen. Außerdem merkt man schon in den ersten Szenen, dass Linus im Herzen ein guter Kerl ist, der sich wirklich um die magischen Kinder sorgt.

Ich mochte auch dieses Gefühl, was das Department (DICOMY abgekürzt), die Stadt und dann die Insel erwecken. Es fühlt sich definitiv sehr magisch an. Begriffe wie "Extremely Upper Management" zeigen ja, wie ernst das Ganze genommen wird, welche Art Witz darinsteckt. Auch dass es in der Stadt immer regnet, beschreibt ja eine gewisse Tristess, und dann der Moment, wo der Zug aus dem Regen heraus in die Sonne fährt auf dem Weg zur Insel, das kann man sich bildlich auch so richtig vorstellen alles.

Linus kommt dann zur Insel und lernt die Bewohner kennen. Zuerst trifft er auf Zoe, eine Art Nymphe, der die Insel eigentlich gehört. Zoe ist zunächst sehr schlecht auf Linus zu sprechen, weil sie weiß, was er repräsentiert, wird dann aber mehr und mehr von Linus' gutem Herzen überzeugt. Dann treffen wir Talia, eine Gnomin mit sehr morbidem Humor, Theo, einem intelligenten Drachen, Phee, eine Waldnymphe, Sal, ein großer aber ängstlicher Junge, der sich unter Stress in einen kleinen weißen Hund verwandelt, Chauncey, von dem keiner weiß, was er ist und wo er herkommt, der aber unbedingt Page in einem Hotel werden will, und schließlich Lucy, der Antichrist. Die letzte Person auf der Insel ist Arthur Parnassus, der Heimleiter. Dieser hat eine ganz besondere Anziehung auf Linus, aber auch ein ganz besonderes Geheimnis.

Die ersten Tage auf der Insel ist Linus sehr wie ins kalte Wasser geworfen. Er hatte keine Ahnung, was für Kinder ihn erwarten würden, und als er das erste Mal erfährt, dass Lucy der Sohn des Teufels ist, fällt er in Ohnmacht. Dennoch zeigt sich, dass Linus den Kindern nicht das Gefühl geben möchte, mit ihnen sei etwas falsch. Er ist immer sehr freundlich, auch wenn er überfordert und verwirrt ist. Und das macht ihn auch so liebenswert, dass er sich alle Mühe gibt, über die Dinge, die ihn ängstlich machen, hinwegzusehen, auch wenn es manchmal nicht leicht ist.

Linus bleibt ganze vier Wochen auf der Insel und wir begleiten ihn dabei. In dieser Zeit bauen sich immer komplexere Beziehungen zu den Inselbewohnern auf und Linus lernt auch, wie sie von den Menschen im Dorf auf dem Land behandelt werden. Dabei muss Linus seine sonst sehr starke Beobachterrolle immer weiter aufbrechen, und damit auch sehr Herz. Seine Katze zumindest hat eine sehr klare Meinung, wenn es an die Heimreise geht.

In diesem Buch hat mir einfach alles gefallen: die Charaktere, die Geschichte, die Schreibweise und auch die Beziehungsgeflechte zwischen den Charakteren. Sicherlich kann man sagen, dass an einigen Stellen auch ein bisschen sehr viel Gutes geschieht und es nicht immer realistisch sein kann. Auf der anderen Seite zeigt dieses Buch auch, was wir uns vielleicht für unsere Welt wünschen. Am Ende geht es stark darum, immer zuerst den Charakter einer Person zu sehen, und dann äußere Merkmale (oder ihre magischen Fähigkeiten). Es ist ein Plädoyer dafür, zusammenzukommen und Diversität zu feiern, anstatt davor Angst zu haben und zu verbreiten. All das hat mir sehr gut gefallen.

Am Ende gibt es auch romantische Gefühle in diesem Buch. Dieser Teil ist aber eher im Hintergrund, auch wenn es sich immer mal wieder andeutet. Es ist aber sehr slow-burn, baut sich also langsam auf. Mir hat das gut gefallen, denn so ist Raum in der Geschichte, um die Message zu verpacken, und am Ende gibt es dann noch was zum freuen. Allgemein fand ich den Charakter von Arthur auch wirklich toll. Mein Lieblingskind war übrigens Theo, dicht gefolgt von Talia. 

Ich kann euch das Buch also nur empfehlen, wenn ihr auch nur ein bisschen Interesse daran habt. Gerade da ich viele traurige und schwere Bücher lese, war dies so eine Erfrischung und hat perfekt in den Sommer gepasst. Auf der Insel ist es nämlich auch immer warm, und den Strand und das Meer vermisse ich sowieso.... Don't you wish you were here? Ja bitte!

Kennt ihr das Buch, interessiert es euch?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Mittwoch, 17. Februar 2021

Kleine Katze Chi 4


Hallo meine Lesefreunde,

ich habe gerade eine stressige Woche, daher gibt es heute von mir nur einen kurzen Post. Dies ist, abgesehen von zwei Weihnachtsbüchern, das letzte Buch aus dem letzten Jahr, von dem ich euch noch nicht berichtet hatte. Wie immer habe ich es zum Reading Rush gelesen, denn davor ist dieser kleine Manga perfekt.

Die Fakten:

  • Autor: Konami Kanata
  • Übersetzung: Nadja Stutterheim
  • Titel: Kleine Katze Chi
  • Reihe: Kleine Katze Chi 4
  • Verlag: Carlsen Manga
  • Erschienen: 2015
  • Seiten: 146
  • Preis: 9,95 Euro
  • Klappentext: "So ein Umzug ist ohne Frage anstrengend! Das finden auch die Yamadas und ganz besonders Chi. Aber nachdem es seine Angst überwunden hat, macht sich das neugierige Kätzchen sofort daran, die fremde Umgebung zu erforschen. Wer sind die neuen Nachbarn? Und was verbirgt sich eigentlich hinterm Gartenzaun? Aufregende Abenteuer und neue Freunde warten auf die kleine Katze!"

Zur Handlung: In dieser Manga-Reihe folgen wir dem Kätzchen Chi. Von der Mutter getrennt wurde Chi von Familie Yamada adoptiert, damit es überleben kann. Allerdings durfte die dreiköpfige Familie keine Haustiere in ihrer Wohnung haben, und da Chi mit der Zeit sehr neugierig und abenteuerhungrig wurde, sind sie schließlich aufgeflogen.

Nun hat die Familie beschlossen sich eine Wohnung zu suchen, in der Chi ganz offiziell wohnen darf. Das bedeutet natürlich ganz neue Abenteuer in einer ganz neuen Umgebung. Aber auch Stress für das kleine Kätzchen, denn Umziehen ist nie nur Spaß.

Wie auch schon die Vorgängerbände war dieser Manga einfach zuckersüß. Er richtet sich vor allem an Kinder, aber auch alle anderen Katzenliebhaber werden hier etwas finden, das ihnen gefällt. Chi muss man einfach lieben, sie hat so viel chaotische Energie. Aber auch Chis Familie ist sehr niedlich. Vor allem finde ich es toll, dass sie nun extra umgezogen sind, um Chi behalten zu können, nachdem dies im Vorband noch auf der Kippe stand.

Am Anfang geht es vor allem darum, wie Chi mit dem Umzug klarkommt. Dabei zeigt der Manga seh schön, warum umziehen für Tiere so anstrengend ist und warum sie einfach Zeit zur Eingewöhnung brauchen. Chi ist natürlich ganz schön verwirrt, als sie plötzlich Treppen steigen und in den Garten gehen kann, gewinnt das neue Zuhause aber schnell lieb, weil ihre Familie da ist.

Die Nachbarn in diesem Gebäude haben alle möglichen Haustiere, von Rassekatzen bis Kaninchen. Suspekt ist Chi dabei vor allem der Hund in der Nachbarschaft. Dieser freut sich zwar sehr, Chi kennen zu lernen, aber man sieht sehr schön, warum diese beiden Arten sich irgendwie missverstehen.

Am Ende geht es dann noch ums Versteckspielen, worin Katzen klare Meister sind. Wer hat seine Katze nicht schon schlafend im Kleiderschrank oder unter einer Bettdecke gefunden? Allen diesen Geschichten ist gemein, dass sie sich am Alltag orientieren, lustig gemacht sind, und wichtige Informationen über das Leben mit einer Katze unterbringen. Daher mag ich die Reihe sehr gern und freue mich schon, Band 5 dieses Jahr zu lesen. Den hat mir die liebe Blue nämlich wie jedes Jahr zum Geburtstag geschenkt.

Kennt ihr die Reihe? Und würde sie euch theoretisch interessieren?

Bis bald,

Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Freitag, 15. Januar 2021

Hollowpox


Hallo meine Lieblingsleser,

zwei Jahre in Folge hat es diese Reihe nun in meine Top-Liste geschafft (mit Buch 1 in 2019 und Buch 2 in 2020) und ich schätze, 2021 wird hier keine Ausnahme sein. Daher bereitet euch schon mal auf viel Schwärmen vor, wenn ich jetzt über Buch 3 spreche.

Die Fakten:

  • Autor: Jessica Townsend
  • Titel: Hollowpox - The Hunt of Morrigan Crow
  • Reihe: Nevermoor 3
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Orion Children's Book 
  • Seiten: 471
  • Preis: 15,37 Euro
  • Klappentext: "Morrigan Crow is determined, daring and ready for a new challenge: to step into her destiny as a Wundersmith, master the mysterious Wretched Arts, and control the power that threatens to consume her. She and her friends are proud to be in their second year of attendance at the magical Wundrous Society, and together they can face anything. But a strange illness has taken hold of Nevermoor, turning its peacable Wunimals into mindless, vicious unnimals on the hunt. As victims of the Hollowpox multiply, panic spreads. And with the city she loves in a state of fear, Morrigan quickly realises it is up to her to find a cure for the Hollowpox, even if it will put her - and the rest of Nevermoor - in more danger than ever before..."

Zur Handlung: Morrigan Crow sollte an ihrem elften Geburtstag sterben. Stattdessen ist sie jetzt in Nevermoor, einer magischen freien Welt, und Mitglied der Wundrous Society, einer magischen wundervollen Gesellschaft und Schule. In ihrem ersten Jahr jedoch wollten ihre Lehrer nicht, dass sie lernt, wirklich mit ihrer Macht umzugehen, denn Morrigan kann sehr gefährlich werden, wenn sie ihre Kunst beherrscht.

Es wurde allerdings klar, dass zum Schutz aller Morrigan lernen muss, wie sie mit ihrer Macht umgeht, sonst ist sie eine große Gefahr. Daher darf Morrigan nun endlich alle Geheimnisse lernen. Doch wie immer bleibt es nicht lange friedlich in Nevermoor, und plötzlich greifen Wunimals, hybriden aus Tieren und Menschen, ihre Nachbarn, Freunde und sogar Schüler an und fallen dann in eine ungewöhnliche Trance.

Da ich von Anfang an in die Charaktere dieser Reihe verliebt war, ist es nicht überraschend, dass ich sie auch weiterhin liebe. Morrigan ist ein toller Charakter, man kann gut mit ihr mitfühlen und ihre Handlungen nachvollziehen. Fenestra, die Magnificat, hat einige sehr eindrücklich Moment in diesem Band und ihre Geschenke sind immer echt super. Jupiter ist in diesem Band deutlich ernster und müder, was ein bisschen schade ist, von der Handlung aber Sinn macht. Der Zwergvampir muss in diesem Band einiges ertragen und ist darüber nicht happy. Und Ezra Squall wird noch so viel interessanter, als er es bisher war, und ich will unbedingt wissen, wie's weitergeht!

Die Handlung in diesem Band schlägt allerdings eine neue Tonalität an, die auch etwas erwachsener wird und sehr gut in die heutige Zeit passt. Mit den Wunimals kreiert die Autorin einen Konflikt, der als Rassenkonflikt interpretiert werden kann: so gibt es Personen in Nevermoor, die der Meinung sind Wunimals sollten Bürger 2. Klasse sein, dass sie weniger wert seien als Menschen. Natürlich ist das eine Diskussion, die 2020 in Bezug auf die Hautfarbe stark geführt wurde. 

Dazu kommt dann eine geheimnisvolle Krankheit, die wie ein Virus erscheint und scheinbar ansteckend ist. Den Ärzten gelingt es aber nicht, die Ansteckungen einzudämmen, sodass es dann auch zu einer Art Lockdown kommt, wogegen allerdings Prosteste losbrechen. Klingt auch nach 2020. Und schließlich gibt es dann politische Gruppen, die die Krankheit ausnutzen wollen, um Hass und Lügen zu verbreiten, es bildet sich letztlich ein wütender Mob und versucht ein wichtiges Gebäude zu erstürmen. Leider quasi aus dem Leben gegriffen.

Aufgrund dessen fand ich diesen dritten Band dann doch deutlich schwerer zu lesen als die bisherigen, auch wenn da natürlich auch schon schwere Themen behandelt wurden. Aber das Buch hat dennoch genug Magie, genug wundervolle Charaktere und einen wirklich tollen Humor, sodass es für mich trotzdem eines meiner Lieblingsbücher geworden ist. Man muss sich nur etwas auf den anderen Ton einstellen.

Viele haben gelobt, dass dieses Buch etwas erwachsener wird, aber auch die Erwachsenen eine größere Rolle spielen und mehr versuchen Morrigan zu beschützen. Es wird auch diskutiert, wie viel sich Kinder in Geschehnisse einmischen sollten, auch wenn sie so viel Macht haben wie Morrigan. Das kann gern auch in den späteren Bänden noch mehr diskutiert werden. Dadurch wirkt das Buch auf jeden Fall realistisch, denn Morrigans Handlen bleibt nicht ohne Konsequenzen.

Alles in allem liebe ich die Reihe einfach und kann das leider gar nicht recht in Worte fassen. Sie ist so magisch, lustig und kreativ, dass ich aus dem Staunen nie rauskomme. Jedes Wort und jeder Satz in diesem Buch ist für mich perfekt und gehört dahin. Ich freue mich jetzt einfach schon mal darauf, wenn es endlich weitergeht mit Morrigans Abenteuern.

Habt ihr die Reihe schon begonnen? Wie gefällt sie euch?

Bis bald,

Eure Kitty





Meine Bewertung:



Donnerstag, 7. Januar 2021

Wayward Son


Hallo meine Fantasyfreunde,

zum Jahresstart möchte ich gern Bücher loswerden, die schon ewig auf meinem Rezensionsstapel liegen, aber dann doch nie drankommen. Dazu gehört auch diese Fortsetzung von Carry On, die ich schon vor Monaten gelesen habe, dann aber nie die Motivation hatte, darüber zu schreiben. Ganz im Sinne von der Stapel muss weg, fange ich damit dieses Jahr an!

Die Fakten:

  • Autor: Rainbow Rowell
  • Titel: Wayward Son
  • Reihe: Simon Snow 2
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: Wednesday Books
  • Seiten: 354
  • Preis: 15,30 Euro
  • Klappentext: "The story is supposed to be over. Simon Snow did everything he was supposed to. He beat the villain, He won the war. He even fell in love. Now comes the good part, right? Now comes the happily ever after.... So why can't Simon Snow get off the couch? What he needs, according to his best friend, is a change of scenery. He just needs to see himself in a new light. That's how Simon and Penny and Baz end up in a vintage convertible, tearing across the American West. They find trouble, of course. (Dragons, vampires, skunk-headed things with shotguns.) And they get lost. They get so lost, they start to wonder whether they ever knew where they were headed in the first place."

Zur Handlung: Nachdem Simon zusammen mit seinen Freunden am Ende von Carry On das Böse besiegt und die Welt der Magie gerettet haben, ist nichts im Leben mehr besonders spannend für Simon. Was soll man machen, wenn man schon als Teenager sein Schicksal erfüllt hat - und dabei seine Fähigkeiten eingebüßt hat? Wenn man jetzt quasi ganz normal ist?

Simons Freunde haben einfach den nächsten Schritt gemacht und studieren inzwischen, aber für Simon erscheint das keine sehr sinnvolle Beschäftigung. So entscheidet Penny, die sich wiederum Sorgen um Agatha macht, die ein Leben ohne Magie in den Staaten führen will, dass es Zeit für eine Reise ist, Tapetenwechsel sozusagen. Doch damit gehen die Probleme erst los...

Carry On ist eines meiner Lieblingsbücher. Bevor ich diese Fortsetzung gelesen habe, hatte ich es deswegen auch nochmal gelesen, um mitten in der Welt und vertraut mit den Charakteren zu sein. Ich glaube, das hat sich auch gelohnt, denn die Fortsetzung ist signifikant kürzer als das erste Buch und liest sich auch ein bisschen wie Fan Fiction, denn die eigentliche Geschichte ist ja vorbei. Trotzdem fand ich diese Idee von "Was kommt nach dem Happy End" schon spannend.

Dieser zweite Band ist wirklich eine völlig andere Geschichte, denn unsere Magier sind alle aus der Schule raus und leben eigentlich ein bisschen ein Leben jenseits der Magie. Mit dem Aspekt der Reise und dem Road Trip ist auch das Format ein völlig anderes. Und unsere Charaktere sind in ganz anderen Positionen als im ersten Teil: allen voran sind Baz und Simon zusammen, aber es hakt irgendwie auch zwischen ihnen.

Auf der anderen Seite hat sich meine Einstellung zu den Charakteren wenig geändert: Simon ist immer noch ein bisschen anstrengend, wenn auch etwas auf eine andere Weise. Penny ist immer noch sehr schlau, gut in der Schule bzw. bei allem, was sie so tut, aber manchmal fehlt ein wenig die Praxis zu den guten Gedanken. Baz ist immer noch Baz und damit mein Lieblingscharakter. Agatha ist immer noch auf der Suche nach sich selbst und dadurch verwundbar, aber man mag sie irgendwie trotzdem.

In diesem zweiten Buch stand dabei aber irgendwie weniger auf der Kippe. Es gab nicht so klar einen Gegner, gegen den gearbeitet wurde. Stattdessen stolpern alle von einer abstrusen Situation in die nächste. Dabei wird auf jeden Fall auch dieser Teil von Amerika auf die Schippe genommen, denn einige der magischen Wesen sind natürlich auch ein bisschen daran inspiriert, was in Amerika so los ist.

Leider muss ich sagen, dass Teile des Buches auch nicht lange im Kopf bleiben. So weiß ich gar nicht mehr recht, was das Ende war. Das ist natürlich immer ein bisschen schade, wenn man beim Lesen zwar wirklich Spaß hat und gut unterhalten ist, dann aber letztlich gar nicht mehr weiß, was alles passiert ist. Aber es ist nun auch schon ein Weilchen her, dass ich das Buch gelesen habe. Ich muss sagen, ich hab auf jeden Fall Lust die Reihe weiterzuverfolgen und hoffe, das nächste Buch hat dann einfach wieder etwas mehr Substanz.

Alles in allem war ich froh darüber die Charaktere wiederzusehen, ich habe mich echt gut unterhalten gefühlt, und manche magischen Aspekte waren auch echt interessant und mal was Anderes. Auf der anderen Seite bleibt das Buch nicht wirklich im Kopf, es gibt keinen wirklich zusammenhängenden Plot, sondern die Charaktere stolpern so dahin. Aber ich mochte dann die ironische Auseinandersetzung mit bestimmten Teilen von Amerika. Mit dem ersten Band kann es aber leider nicht mithalten.

Habt ihr eins der Bücher der Reihe schon gelesen? Oder ist Rainbow Rowell nicht für euch?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Freitag, 4. Dezember 2020

QualityLand 1 & 2

Hallo an alle Freunde des schwarzen Humors,

wer von euch kennt und mochte die Känguru-Chroniken? Dann seid ihr auch jetzt genau richtig.

Fakten:
  • Autor: Marc-Uwe Kling
  • Roman
  • 2019 erschienen
  • 384 Seiten
  • Ullstein Taschenbuch Verlag
  • 2 Bände (helle und dunkle Editionen)
  • Preis: 11,00€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller? Marc-Uwe Kling hat die Verheißungen und das Unbehagen der digitalen Gegenwart zu einer verblüffenden Zukunftssatire verdichtet, die lange nachwirkt. Visionär, hintergründig – und so komisch wie die Känguru-Trilogie."

Ich habe mir dieses Buch geschnappt, weil ich Lust hatte zu lachen in Zeiten wie diesen. Dass ich so begeistert sein würde hätte ich nicht gedacht, dies könnte aber meine Schilderung positiv beeinflusst haben. 

Wir werden ohne große Vorrede direkt in die Geschichte geworfen und lernen, dass in dieser Welt jeder nach seinem gesellschaftlichen Stand mit Nachnamen versehen ist und dieser scheint sich auch nicht anzupassen denn eigentlich kann es zu keinem Aufstieg in der Gesellschaft kommen. Jeder ist außerdem vernetzt und mit einem Ohrwurm ausgestattet. Diesen könnt ihr euch ganz schizophren als Stimme im Kopf vorstellen. Es scheint niemandem wirklich gut oder schlecht zu gehen. Diese ausgewogene Welt scheint aber in ihrer Wahrnehmung total differenziert zu sein. Ein Qualityland scheint so eine Art parallel Welt zu sein um eben für noch mehr Qualität zu sorgen oder besser zu können. Umso mehr die Personen sich von technischen Mitteln eines Landes oder Unternehmen unterstützen lassen umso einfacher gestaltet sich deren Alltag denn umso vorgefertigter ist dieser. Das kennen wir ja auch schon in Ansätzen ;)

Peter ist nun jemand der völlig aus der Reihe fällt und später wird auch klar wieso das überhaupt passieren konnte. Er soll defekte Geräte eigentlich verschrotten. Dass schafft er aber einfach nicht. Diese Maschinen haben hier richtige eigene Charaktere und Emotionen. Er lässt sie in seinem Keller weiter existieren. Dadurch werden sie auch seine Freunde und als er dann den ein oder anderen rebellischen Kontakt hat, sind sie ihm bei seinem Vorstoß gegen die Regierung eine große Hilfe.

Beide Bände wechseln immer mal die Perspektive zwischen wenigen Charakteren. Jedoch erzählen die Bände unabhängige Geschichten voneinander, wobei ich die Reihenfolge schon einhalten würde, solltet ihr nach dem ersten weiter lesen wollen. Heute kann ich sagen Band 1 hätte mir gereicht. Der Zweite ist auch gut, aber so kurz nacheinander wie ich es gelesen habe verpufft der Spaß einfach sehr und das nimmt der Geschichte auf eine Weise den Charme. Meine Empfehlung ist also ruhig eine große Lücke zwischen beiden zu haben.

Die gesamte Geschichte ist unglaublich genial gestaltet und zeigt auf absurdeste Art und Weise Problematiken heutiger Gesellschaften. Sie ist sehr fokussiert auf die technischen Aspekte dabei und weniger darauf wie es überhaupt so kommen konnte. Dennoch wird sehr gewissenhaft mit der Kritik die gezeigt wird umgegangen. So wird kein Schuldiger dargestellt sondern eher allgemein eine Entwicklung als Grund genannt. Das kenne ich auch noch so von den Känguru-Chroniken die gesellschaftliche Kritik ist immens, doch so gestaltet, dass sicher jeder selbst überlegen kann, ist das eine Entwicklung die ich gut oder nicht gut finde. Eigenständiges Denken wird angeregt und das Privileg selbst Entscheidungen treffen zu können hervorgetan.

Eine ganz tolle und moralisch wertvolle Geschichte die einen gleichzeitig die Tränen in die Augen treibt. Das kann und möchte ich einfach jedem empfehlen, auch als Hörbuch ganz prima, werde ich zum Beispiel zu Weihnachten verschenken. Habt ihr eigentlich schon alle Geschenke? Ich habe es leicht und verschenke dieses Jahr nur an Freunde und finde es auch ganz spannend, alles zu verschicken. Ich glaube das kann ein sehr entspanntes Weihnachten werden. Klar anders als sonst, aber auch als Teilaspekt entspannt,

eure Blue Diamond.



Freitag, 11. September 2020

Ein Mann namens Ove

Hallo meine Lieblingsleser,

viele von euch kennen dieses Buch sicherlich, spätestens seit es verfilmt wurde. Ich hatte bisher noch nicht so richtig die Motivation es zu lesen, habe es dann aber beim Bibliotheksausverkauf erstanden und es hat direkt in meine Magical Readathon-Aufgaben gepasst. Heute möchte ich euch erzählen, wie es mir mit dem Buch ergangen ist.

Die Fakten:

  • Autor: Fredrik Backman
  • Titel: Ein Mann namens Ove (Original: En Man Som Heter Ove)
  • Übersetzung: Stefanie Werner
  • Erschienen: 2014
  • Verlag: S. Fischer Verlag
  • Seiten: 363
  • Preis: 12,00 Euro
  • Klappentext: "Ove ist der Nachbar aus der Hölle: Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde, schreibt Falschparker auf, räumt Fahrräder an ihren Platz und prüft die Mülltrennung. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr im Leben und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet..."

Zur Handlung: Wenn man Ove mit einem Wort beschreiben wollte, dann wäre verbittert wohl passend. Er wurde von seiner Firma aufgrund seines Alters verlassen und kann nicht glauben, dass die Welt nun von Menschen regiert wird, die nicht einmal mit einem Hänger rückwärts einparken können. Aber Ove ist komplexer als das. Zunächst ist er auch traurig und vor allem einsam, seitdem er seine Ehefrau verloren hat. Und eigentlich sieht er keinen Sinn, in einer Welt ohne sie zu leben.

Ove hat aber auch das Herz am rechten Fleck. Er ist in einer Welt groß geworden, in der handwerkliches Geschick, Ehrlichkeit und Treue noch etwas bedeutet haben. Deswegen erwürgt er den neuen Nachbarn auch nicht sofort, als dieser rückwärts einen Hänger gegen Oves Briefkasten fährt - wo doch Autos in dem Viertel gar nicht fahren dürfen. Aber ganz ehrlich, was ist los mit den jungen Leuten...?

Was im ersten Moment wie eine ganz lustige Geschichte klingt, wird ziemlich schnell viel mehr. Dass Oves Frau gestorben ist, erfährt man nicht auf der ersten Seite (aber im Klappentext, darum lese ich die nie vorher) - aber ich hatte von Anfang an so ein Gefühl. Dass Ove allerdings nach Möglichkeiten sucht zu sterben, hat mich dann allerdings ein bisschen kalt erwischt und ich glaube schon, dass man das vorher wissen sollte. So versucht er einfach nur einen Haken in die Decke zu bohren, an dem er ein Seil befestigen kann, mit einer Schlinge, als das Drama mit der Nachbarsfamilie losgeht.

Ove selbst ist als Charakter sehr vielseitig. Während wir zunächst vor allem seine grummelige und traurige, aber auch seine penible Seite kennen lernen, öffnet er sich im Laufe des Buches immer mehr. Vor allem der Blick in seine Kindheit und die prägende Rolle des Vaters fand ich spannend. Ove war definitiv nie ein aufgeschlossener freundlicher Mensch, aber er hat klare Prinzipien, zu denen auch Treue und Ehrlichkeit gehören. Und er hat keine Vorurteile gegen andere, sondern bewertet sie nach ihren Taten - und das ist schon etwas Besonderes. 

Mich hat Ove gerade am Anfang sehr stark an meinen eigenen Opa erinnert, sodass das teilweise schwer zu lesen war. Mein Opa ist ein Kriegskind, hat die meiste Zeit in der DDR gelebt und wurde dann kurz nach der Wende in den frühen Ruhestand entlassen. Er war Mechaniker und hatte mit meiner Oma gemeinsam selbst ein riesiges Bauernhaus wieder aufgebaut und renoviert. Und mein Opa ist ein loyaler aber strenger Mensch gewesen. Inzwischen ist er aber noch deutlich älter als Ove, und das macht manche Dinge in diesem Buch besonders hart für mich.

Mein Lieblingscharakter im Buch ist Parvaneh, eine iranische junge Mutter, die gerade wieder schwanger ist und mit ihrem schwedischen IT-Mann im Nachbarhaus einzieht. Fraglich bleibt, warum sie mit dem Mann zusammen ist - das hat mich ein bisschen gestört - aber sie ist wirklich eine Naturgewalt. Wenn sie sich etwas in den Kopf setzt, bekommt sie es auch. Dabei ist sie unglaublich feinfühlig und merkt sofort, was in anderen los ist. Sagen wir es so: sie lässt Ove nicht sterben.

Das Buch wird in kleinen Vignetten erzählt, mit Rückblicken und den täglichen kleineren und größeren Abenteuern von Ove. Ich fand, dass ich dadurch manchmal nicht so stark in das Buch hineingezogen wurde, wie ich es mir gewünscht hätte. Zwischen den Kapiteln kann man wunderbar Lesepausen einlegen. Allerdings ist in dem Buch auch viel passiert an Nebenhandlungen, die ich nicht kommen sah, und die das Buch für mich immer noch besser gemacht haben.

Auch wenn Ove andere Menschen eher für ihre Taten bewertet, sind in diesem Buch einige negative Bemerkungen über hochgewichtige Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen aus der LGBTQIA+-Szene enthalten. Nicht alles davon geht auf Oves Kappe, aber ich wollte es erwähnen. Zwar spricht das Buch tatsächlich vor allem von Nächstenliebe und Nachbarschaftszusammenhalt, aber es ist nun auch schon wieder ein paar Jahre alt und viele Diskurse haben sich seitdem weiterentwickelt. Die Message ist aber klar: wir sind alle Menschen und sollten zusammenhalten.

Das Ende ist dann nicht unvorhersehbar, aber es trifft trotzdem voll ins Schwarze. Es ist ein wenig emotional manipulierend, aber es hat funktioniert. Ich habe - zu deutsch - geheult wie ein Schlosshund. Dazu kommt wieder der Fakt, dass Ove mich häufig an meinen Opa erinnert hat. Aber wie gesagt, es ist nicht sehr überraschend, aber gut gemacht. 

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Es schneidet wichtige Themen an, hat liebenswerte Charaktere (auch wenn sie nicht immer ganz politisch korrekt sind) und es kommt eine Katze vor. Der vignettenartige Stil macht es leicht konsumierbar, aber es entsteht jetzt auch keine krasse Spannung dadurch. Ich glaube, dieses Buch kann sehr viele unterschiedliche Menschen ansprechen, und die Message von Nächstenliebe und Toleranz können viele heute noch mehr vertragen als zu der Zeit, als das Buch geschrieben wurde.

Habt ihr das Buch gelesen oder den FIlm gesehen? Wie steht ihr dazu?

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:

 

Freitag, 21. August 2020

Iron Sky - Wir kommen in Frieden

Hallo zusammen,

heute möchte ich gleich ein Hörbuch und passenden Film vorstellen, der wohl Kultstatus hat. Wie immer war mir alles völlig unbekannt und ich weiß nicht, ob ich darüber traurig bin =D

Fakten:
  • Autorin: Ilsa von Braunfels
  • Erzähler: Gordon Piedesack
  • Fantasy
  • 2013 erschienen
  • Hörbuchdauer 7h 30min
  • Filmdauer 1h 30min
  • MFM Entertainment GbR Verlag
Klappentext:
"Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs schaffen es die Nazis mit Hilfe von riesigen Ufos, den sogenannten Reichsflugscheiben, unerkannt die dunkle Seite des Mondes zu besiedeln. Als sie im Jahr 2018 zufällig von einer amerikanischen Mondmission entdeckt werden, sehen sie ihre Zeit gekommen, um wieder nach der Weltherrschaft zu greifen. Von nun an lastet das Schicksal der Menschheit auf den Schultern von Renate Richter, einer von der Nazi-Ideologie überzeugten Lehrerin. Auf der Erde angekommen wird ihr jedoch schnell bewusst, dass sie ihr Leben lang einer Lüge aufgesessen ist. Nur wie soll es ihr gelingen, ihren machtbesessenen Verlobten Klaus Adler und dessen Riesenraumschiff Götterdämmerung aufzuhalten?"

Wie ihr dem Klappentext zum Hörbuch entnehmen könnt, ist das hier eine ganz schön abgefahrene Geschichte. Ja wir bekommen hier alle Klischees geliefert die sich über Nazis finden lassen. Dabei verliert sich sehr schnell die Grenze zwischen das ist noch lustig und witzig und auch schräg zu oh man haben sie das wirklich so gesagt und oh mein Gott nicht deren Ernst. Im Buch ist das natürlich viel stärker ausgeprägt, schließlich gibt es da auch mehr Raum zu beschreiben. Nichtsdestotrotz kommen sowohl in Film als auch Hörbuch die abgefahrensten Momente der Geschichte vor.

So wird unser zu politischen Werbezwecken auf den Mond geschicktes schwarzes Model zu einem Arier gespritzt. Ja das meine ich auch ernst. Völlig krank oder? Wobei denken wir an Michael Jackson ist es vielleicht doch nicht so abwägig.

Wir bekommen auch einen kleinen Einblick in die Bildung und Englisch ist ganz etwas außergewöhnliches auf dem Mond. Nur Renate verfügt über genügend Kenntnisse um die Erde und ihre Kuriositäten zu verstehen. Doch ein Glück können manche tolle Figuren noch geläutert werden.

Wenn ihr glaubt die Nazis auf der dunklen Seite des Mondes haben echt einen an der Waffel, dann freut euch auf die Erde. Hier regiert eine völlig verrückte Frau die USA und will unbedingt die nächste Wahl gewinnen. Sie ist die weibliche Ausgabe von Trump - ja leider dann doch nicht so weit hergeholt. Schade.

Sinn und Ziel dieser kleinen Angelegenheit also Geschichte ist vermutlich einfache Unterhaltung und das ist ohne Probleme gelungen. Außerdem ist es aber auch abschreckend und erschreckend wie Die Welt seine könnte, wenn es noch so abgedrehte Menschen geben würde. So ganz raus ob es die nun gibt oder nicht ist es ja auch nicht, werfen wir einen Blick in die USA.

Der Film ist mit Absicht schlecht gespielt und dargestellt, sicherlich um dem ganzen die Krönung aufzusetzen. Dennoch ist gerade die Schlacht im All auf erstaunliche Art und Weise wirklich sehr gut umgesetzt und auch technisch eine tolle Mischung aus hinterwäldlerisch das ist so 1945 und wow hier die modernen 2000.

Empfehlen würde ich beide Medien sowohl sarkastisch fähigen Menschen als auch solchen empfehlen die dumpfe Unterhaltung wollen und trotzdem noch ihren Verstand einsetzen können. Ich weiß immernoch nicht ob ich das alles nun absurd oder lustig finden soll. Was meint ihr? Kennt ihr was ähnliches?

Eure Blue Diamond.

Mittwoch, 19. August 2020

Spontaneous

Hallo meine Sommerfreunde, 

im Moment findet die nächste Runde des Magical Readathon statt. Dafür brauchte ich ein lustiges Buch, was so gar nicht mein Ding ist, wenn man es eng definiert, aber gewisse lustige Bücher liebe ich. Ich hatte gehofft, dieses Buch, dass ich jetzt seit vielen Jahren im Regal hatte, könnte genau diese Art von lustig sein. Ob das geklappt hat, erzähle ich euch heute...
 
Die Fakten:
  • Autor: Aaron Starmer
  • Titel: Spontaneous
  • Erschienen: 2016
  • Verlag: Dutton Books
  • Seiten: 365
  • Preis: 12,00 Euro
  • Klappentext: "Katelyn is the first, but she won't be the last senior to blow up without warning or explanation. With the whole country watching, the FBI soon rolls into Mara's suburban New Jersey hometown and the search is on for answers. Whip-smart and blunt, Mara narrates the end of their world as she knows it while trying to make it to graduation in one piece. It's an explosive year punctuated by romance, quarantine, life-long friendship, hallucinogenic mushrooms, bloggers, ice-cream trucks, "Snooze Button", Bon Jovi, and the filthiest language you've ever heard from the president of the United States."
Zur Handlung: Es ist ein ganz normaler Schultag, als im Matheunterricht Mara's Mitschülerin explodiert. Niemand kann feststellen, was zur Explosion geführt hat, aber schnell reden alle von Terrorismus. Doch in den folgenden Tagen explodieren immer mehr von Mara's Mitschülern und bald geraten Drogen in den Verdacht. Mara merkt allerdings schnell, dass eigentlich niemand etwas weiß.
 
In dieser unsicheren Zeit versucht Mara mit ihrer besten Freundin und ihrer neu entdeckten Libido einfach über die Runden zu kommen und bis zum Abschluss zu überleben. Aber je verunsicherter die Erwachsenen werden, desto prekärer wird die Situation der Abschlussklasse, bis sie schließlich alle in Quarantäne gebracht werden, falls es doch ein neuartiges Virus ist...
 
Mit Beginn des Buches sind wir mitten in der Handlung, also mit Mara mitten im Unterricht. Und diese Handlung ist wirklich abstrus - explodierende Teenager? Aber das Buch hat mehr an sich, als es scheint, und ich glaube, gerade im Moment können sich vielleicht viele damit identifizieren, wenn in Amerika trotz Pandemie en masse die Schulen wieder geöffnet werden sollen. Denn Mara's Jahrgang muss sich mit der Frage herumschlagen, ob sie vielleicht am nächsten Tag tot sind - jeden Tag. Niemand hat eine Antwort und so werden sie von Behörde zu Behörde geschoben, bis sie schließlich einfach sich selbst überlassen werden. 
 
Mara als Hauptcharakter fand ich interessant. Einige Personen finden es nicht gut, dass hier ein männlicher Autor eine weibliche Hauptfigur schreibt. Allerdings fand ich es spannend, dass man zu Beginn des Buches - ohne Klappentext - gar nicht weiß, welches Geschlecht die Figur hat. Und man merkt sehr schnell, dass das auch eigentlich egal ist. Mara wird dann als Mädchen identifiziert, aber sie entspricht definitiv keinem Klischee. Ich fand sie sehr erfrischend, sie ist wild, experimentierfreudig, laut und dennoch clever. 
 
Die drei wichtigsten Figuren um Mara herum sind ihre beste Freundin, ihr neuer Freund und eine Agentin, die herausfinden soll, was in dieser Schule los ist. Die beste Freundin hatte für mich deutlich zu wenig Auftritte in diesem Buch - wir hören mehr über die Freundschaft, als wir sehen. Aber das Ende hat das für mich fast schon wett gemacht. Der Freund ist interessant und ich mochte die überraschend explizite Sexszene in diesem Buch, die für mich - auch irgendwann mal Teenager - sehr authentisch war. Die Agentin... naja, deren Rolle verstehe ich immer noch nicht. Aber was soll's.
 
Ich mochte, dass das Buch recht divers ist - durch die Todesfälle lernen wir einiges über den Abschlussjahrgang, und da habe ich keine krassen Klischees wahrgenommen. Natürlich ist der Roman sehr aufmüpfig geschrieben, sodass nicht alles politisch korrekt ist - aber es fühlte sich dennoch ehrlich an, eben für Teenager. 
 
Das Buch beschäftigt sich mit einigen Verhaltensweisen, die manche Personen vielleicht nicht als gut oder altersgerecht für Teenager wahrnehmen. Allen voran ist Mara recht erprobt, wenn es um Drogenkonsum geht. Gegen Ende des Buches nimmt dann exzessiver Alkoholkonsum einen wichtigen Teil in der Handlung ein. Und wie gesagt, es gibt auch eine explizite Sexszene - und es explodieren Jugendliche.
 
Am Ende kann jeder aus dem Buch mitnehmen, was er oder sie möchte. Das Ende ist sehr offen gestaltet, aber ich fand es passend und sehr emotional. Das Buch hat für mich dieses Gefühl eines "Endes" recht gut eingefangen, und dieses Moment, dass man die Schule eigentlich erst zu schätzen weiß, wenn sie vorbei ist. Das Buch ist sicherlich nicht für jeden, aber wenn man sich darauf einlassen mag, hält es viel für einen bereit.
 
Alles in allem fand ich das Buch unterhaltsam und mal ganz andere "Jugendliteratur", als ich sonst kenne. Mara ist eine ungewöhnliche weibliche Hauptfigur und das Buch räumt mir klassischen Tabus des Genres auf. Mara ist weder auf den Kopf, noch auf den Mund gefallen. Man muss sie daher nicht mögen, aber man kann ihre Entwicklung zumindest verstehen, denn explodierende Mitschüler sind einfach... ungewöhnlich... verunsichernd. Und das Buch zeigt, wie viel uns an Teenagern liegt, wie ernst wir sie nehmen und wie gut wir sie schützen. Darüber sollten wir alle mal nachdenken.
 
Kennt ihr das Buch? Oder kennt ihr noch andere Geschichten, wo Menschen ohne Grund explodieren?
 
Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung: