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Dienstag, 26. März 2024

Warrior Girl Unearthed


Hallo meine Lieblingsleser,

jetzt habe ich doch etwas unfreiwillig wieder eine längere Pause gemacht, aber ich musste auf Arbeit zu viel schreiben, als dass ich dann abends auch noch tippen wollte. Jetzt ist aber Osterurlaub, und hoffentlich kann ich hier auch ein bisschen was abarbeiten. Heute kommen wir zu einem Buch, das ich heiß ersehnt habe. Das erste Buch der Autorin, Firekeeper's Daughter, war für mich ein Überraschungshit, und manchmal macht mir das dann etwas Angst, wenn ein nächstes Buch erscheint. Die beiden sind lose miteinander verbunden, aber ihr könnt sie auch unabhängig voneinander lesen. 

Die Fakten: 

  • Autor: Angeline Boulley
  • Sprecher: Isabella Star LaBlanc
  • Titel: Warrior Girl Unearthed
  • Erschienen: 2023
  • Verlag: Macmillan Audio
  • Dauer: 11 Std 32min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "Perry Firekeeper-Birch was ready for her Summer of Slack but instead, after a fender bender that was entirely not her fault, she’s stuck working to pay back her Auntie Daunis for repairs to the Jeep. Thankfully she has the other outcasts of the summer program, Team Misfit Toys, and even her twin sister Pauline. Together they ace obstacle courses, plan vigils for missing women in the community, and make sure summer doesn’t feel so lost after all. But when she attends a meeting at a local university, Perry learns about the “Warrior Girl”, an ancestor whose bones and knife are stored in the museum archives, and everything changes. Perry has to return Warrior Girl to her tribe. Determined to help, she learns all she can about NAGPRA, the federal law that allows tribes to request the return of ancestral remains and sacred items. The university has been using legal loopholes to hold onto Warrior Girl and twelve other Anishinaabe ancestors’ remains, and Perry and the Misfits won’t let it go on any longer. Using all of their skills and resources, the Misfits realize a heist is the only way to bring back the stolen artifacts and remains for good. But there is more to this repatriation than meets the eye as more women disappear and Pauline’s perfectionism takes a turn for the worse. As secrets and mysteries unfurl, Perry and the Misfits must fight to find a way to make things right–for the ancestors and for their community."

Zur Handlung: Alles, was Perry will, ist, ihren freien Sommer mit Fischen zu verbringen. Sie liebt die Natur, und sie liebt das Angeln, und ihr liegt nichts an einer akademischen Karriere, an der Schule oder einem Abschluss von der Uni. Doch als Perry aus Versehen in einen Unfall gerät, bei dem ihr Auto beschädigt wird, muss sie zusammen mit ihrer perfekten Zwillingsschwester ein Sommerpraktikum absolvieren, um für die Reparatur zahlen zu können.

So landet Perry im Museum, um ihr Praktikum zu verrichten - und das bei dem Betreuer, den die meisten in ihrem Umfeld für ziemlich verrückt halten. Doch Perry stellt schnell fest, dass man manche Vorurteile besser ignorieren sollte, und lebt sich gut in ihren Job ein. Dann wird sie auf ein Treffen mitgenommen, bei dem es um die Rückgabe von kulturellen Gegenständen und Überresten an indigene Völker geht, und sie muss feststellen, dass das System dieser Repratiierung in den USA unzulänglich ist, und sie etwas tun muss...

Gleich zu Beginn möchte ich sagen: dieses Buch wird teilweise als Heist-Geschichte beworben, also eine Geschichte, in der ein Verbrechen geplant und durchgeführt wird, und wir für die Verbrecher sind. Hier möchte ich direkt warnen, dass die Frage, ob ein Rückdiebstahl von Gebeinen und kulturellen Gegenständen nötig ist und wie dieser aussehen könnte, nur einen kleinen Teil des Buches darstellt. Wenn ihr das Buch nur dafür lest, werdet ihr sehr lange darauf warten.

Perry Firekeeper ist die Nichte unserer Hauptfigur aus dem ersten Buch der Autorin. Dadurch sind die Bücher theoretisch verbunden, inhaltlich macht es wenig Unterschied. Manche Anspielungen werdet ihr dann vielleicht nicht verstehen, aber das ist nie etwas Wichtiges, sondern eher so Cameo-Auftritte. Perry ist ähnlich wie Daunis eine Kämpernatur, aber am Anfang der Geschichte weiß sie es vielleicht noch nicht. Während Daunis sich sehr für ihre Familie aufopfern wollte, aber auch wirklich gern ans College, ist Perry zufrieden mit ihrem Leben, und sie liebt die Nähe zur Natur, das Angeln, und die Wertschätzung, die ihre Vorfahren der Natur schon so lange entgegengebracht haben. Ich mochte Perrys Entwicklung in diesem Buch sehr, wie sie etwas findet, dass sie bewegt und antreibt, und wie sie trotzdem sie selbst bleibt. Eine sehr spannende Hauptfigur für mich.

Neben Perry gibt es noch weitere wichtige Figuren. Pauline ist ihre Zwillingsschwester und eher die akademisch Begabte, das goldene Kind. Aber sie kämpft auch mit Angststörungen und nervösen Ticks. Ich mochte, wie nah sich die beiden Schwestern sind, obwohl sie so unterschiedlich sind. Ich liebe es, wenn Geschwister sehr verschieden, aber tief verbunden in Geschichten dargestellt werden. Daneben haben wir die anderen Teenager, die mit Perry für das Praktikum zusammenarbeiten, eine Teenager-Mutter, die sich nicht auf Klischees reduzieren lässt, Perrys besten Freund aus Kindheitstagen, und einen neuen Jungen, der Interesse an Perry hat. Ich mochte diese Charaktere alle, und sie ergeben eine tolle Gruppe von Misfits. 

Dann haben wir noch Perry Chef vom Praktikum. Diesen Charakter mochte ich auch so sehr. Die Leute halten ihn für verrückt, aber das ist er eigentlich gar nicht. Er gibt nur wenig darauf, was andere von ihm denken. Ihm ist die Bewahrung der Kultur seiner Vorfahren enorm wichtig, und damit auch die Repatriierung. Er geht mit Perry wie mit einer erwachsenen Person um, kümmert sich sehr gut um sie, aber zeigt ihr auch Grenzen. Eine ganz tolle Mentorenfigur. 

Inhaltlich lernen wir viel darüber, warum die Rückgabe von kulturellen Gegenständen und Überresten aus Museen und Universitäten an indigene Völker so enorm wichtig ist. Dabei werden auch die Möglichkeiten aufgezeigt, mit denen Institutionen den Prozess über Jahrzehnte hinauszögern können. Besonders eklig ist auch die Darstellung, wie manche Wissenschaftler die Gebeine als ihr Eigentum ansehen, weil sie diese schon längere Zeit beforschen. Leider bestimmt gar zu realistisch. Ich habe hier auf jeden Fall viel gelernt, und finde das Thema auch unglaublich relevant. Auch in Deutschland gibt es einiges zurückzugeben, und auch hier geht es nur schleppend voran, auch wenn es hier eher mit der Kolonialgeschichte verbunden ist.

Im Kern ist dieses Buch aber schon auch eine Mystery-Geschichte, denn während das alles vor sich geht, verschwinden junge Frauen aus der Community. Immer mehr wird klar, dass hier ein Muster vorliegt, und an einem bestimmten Punkt wird Perry mit ihren Freunden in diesen Fall hineingezogen. Hier wird es am Ende dann auch nochmal spannend und gefährlich für unsere Charaktere. Ich habe auf jeden Fall mitgefiebert, aber auch gut mitgeraten. 

Alles in allem war das Buch für mich wieder ein voller Erfolg. Ich bin gespannt und freue mich darauf, was die Autorin als nächstes schreibt. Sie ist eine begnadete Geschichtenerzählerin. Es gibt nichts, was mit an dem Buch nicht gefallen hat. Einzig und allein habe ich ein bisschen bereut, dass ich Firekeeper's Daughter nicht nochmal gelesen hatte vor diesem Buch, weil ich dadurch sicherlich von den Cameo-Sachen auch nicht alles mitbekommen habe. Aber irgendwann lese ich beide Bücher nochmal, vielleicht wenn es ein weiteres Buch aus dieser Welt geben sollte.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Donnerstag, 14. März 2024

Death at Wentwater Court


Hallo meine Mysteryfreunde,

heute kommen wir zu einem Buch, das leider eine Enttäuschung von mir war. Nachdem ich Miss Fisher in Buchform ausprobiert hatte, wollte ich gern ähnliche Bücher dazu testen. Und grundsätzlich klang dieses Buch wirklich sehr ähnlich: eine hochwohlgeborene Hobbydetektivin in den 1920er Jahren löst einen Mordfall. Kann ja nix schiefgehen - oder?

Die Fakten:

  • Autor: Carola Dunn
  • Sprecher: Bernadette Dunne
  • Titel: Death at Wentwater Court (dts: Miss Daisy und der Tote auf dem Eis)
  • Reihe: Daisy Dalrymple 1
  • Erschienen: 1994
  • Verlag: Blackstone Audio
  • Dauer: 6 Std 38min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "No stranger to sprawling country estates, wealthy Daisy Dalrymple is breaking new ground in having scandalously traded silver spoon for pen and camera to cover a story for Town and Country magazine. But her planned interviews with the inhabitants of Wentwater Court give way to interrogation after suave Lord Stephen Astwick meets a dire fate on the tranquil skating pond. Armed with evidence that his fate was anything but accidental, Daisy joins forces with Scotland Yard to examine an esteemed collection of suspects and to see that the unlikely culprit doesn't slip through their fingers just as the unfortunate Astwick slipped through the ice."

Zur Handlung: Daisy Dalrymple ist eine junge Frau aus gutem Hause, die sich nun ein eigenes Leben aufbauen möchte. Von dem Wohlstand der Familie abgeschnitten, arbeitet sie für ein Magazin und soll ihre guten Kontakte nutzen, um englische Landhäuser vorzustellen. Das erste dieser Landhäuser ist Wentwater Court im Familienbesetz einer angesehenen englischen Familie. Es ist kurz nach den Weihnachtsfeiertagen, und die Familie ist mit wenigen Gästen versammelt.

Zur diesen Gästen zählt auch Lord Stephen Astwick, den niemand leiden kann und wo auch irgendwie unklar ist, wie dieser zu einer Einladung gekommen ist. Fest steht allerdings, dass er ein Schwindler ist, der Männer gern um ihr Geld und ihre Ehefrauen bringt. Doch kurz nach Daisys Ankunft, wird Lord Stephen plötzlich tot aufgefunden, und aus ihrem idyllischen Aufenthalt um ihren Artikel zu schreiben wird eine Mordermittlung.

Das Buch geht ganz seicht und entspannt los mit Daiysy Zugreise und Ankunft im ländlichen England. Sofort ist sie besorgt, dass sie zu Fuß mit ihren schicken Schuhen nach Wentwater Court laufen muss, aber dann wird sie natürlich mit dem Auto abgeholt. Es plätschert schön dahin, leichte Unterhaltung. Das erste Mal sauer aufgestoßen ist es mir, als Daisy dann im Haus einen Mann trifft, den sie sehr für seinen Geschäftssinn bewundert - und der Plantagenbesitzer in Südamerika ist. Klar kann man in Kolonialisten große Wirtschaftshelden sehen... aber muss man vielleicht nicht.

Dann geht es aber mit dem Mordfall weiter. Hier erwartet uns ein recht klassischer Aufbau - Daisy kennt alle wichtigen Player bereits vor dem Mord. Nachdem der Tote gefunden wird (mit dem deutschen Titel völlig überraschend auf dem Eis), kommt ein Detektive der Scotland Yard zum Anwesen, um zu ermitteln. Dieser arbeitet gerade auch an einem hochkarätigen Diebstahl. Und er bittet Daisy um Hilfe, weil seine Untergebenen noch mit dem Diebstahlfall beschäftigt sind.

Es folgt dann eine ganze Reihe von Interviews und einige Durchsuchungen von Zimmern, wo die beiden gemeinsam Hinweise suchen. Anders als mit Miss Fisher geht es mit Daisy also ganz klassisch und ruhig zu. Wir befragen alle Familienmitglieder, wir decken kleine und große Geheimnisse auf, die vor allem mit der neuen Frau des Lords zu tun haben, dem Wentwater Court gehört. Und Daisy ist irgendwie immer mittendrin - sie hat eben auch ein Gesicht, bei dem ihr immer alle ihre Geheimnisse erzählen.

Daisy als Charakter ist dabei ziemlich unaufregend. Sie ist eine progressive Frau für die Zeit, die einer eigenen Arbeit nachgehen und ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen will. Dennoch ist sie immer erleichtert, wenn Leute sie retten, wenn sie am Bahnhof steht und so weiter. Im Vergleich mit Miss Fisher ist sie klassisch und blass, aber ich fand sie trotzdem eine gute Hauptfigur. Ein bisschen archaisch sind dann ihre Gedanken zu dem Detektive, den sie zwar sehr hot findet, aber der gesellschaftlich eigentlich so weit unter ihr steht, dass das nicht denkbar ist.

Über die anderen Charaktere möchte ich nicht zu viel sagen. Es geht im Großen und Ganzen hier etwas inzestiös zu. Das Familienoberhaupt hat eine junge Frau geheiratet, die ein dunkles Geheimnis hat. Es scheint, dass der Ermoderte dieses Geheimnis gekannt hat und sie damit sogar erpressen wollte. Gleichzeitig haben die erwachsenen Söhne des Familienoberhaupts sehr gegensätzliche Gefühle in Bezug auf ihre neue Stiefmutter. Den Rest erspare ich euch.

Bis dahin war alles gut und auch recht unterhaltsam. Und dann kommt die Auflösung des Falls, und hier war es dann für mich leider vorbei. Wenn ihr das Buch noch lesen möchtet, dann klickt jetzt bitte weg, denn ich werde ein paar Dinge spoilern müssen. Es stellt sich am Ende heraus, dass der Mord eigentlich doch eher ein Unfall war - und dass der Ermordete ein Vergewaltiger ist. Daraufhin beschließt Daisy, dass niemand für den Tod verantwortlich ist und denkt sich einen Plan aus, der den Totschläger (ist ja kein Mörder mehr) außer Landes bringt. Natürlich ist der hotte Detektive damit nicht happy, aber Daisy sagt dann, und hier wird es wirklich eklig: ein Exil in Brasilien als Verwandter des Plantagenbesitzers zwischen (und hier verwende ich nettere Ausdrücke als sie) Schlangen und den Ureinwohnern Südamerikas sei doch eigentlich ein schlimmeres Schicksal als das Gefängnis und der ruinierte Ruf. Deswegen soll Mr Detektive nochmal ein Auge zudrücken und sie trotzdem mögen.

Ich habe wirklich lange nichts mehr gelesen, das so offensichtlich rassistische Stereotype und Vorurteile in eine Geschichte einbaut. Aber da wusste ich dann direkt wieder, warum ich eigentlich keine Bücher aus den 90er lese, wenn ich es vermeiden kann. Mir hat es das Buch auf jeden Fall richtig versaut. Was man vielleicht positiv noch erwähnen kann: das Hörbuch hatte eine deutlich bessere Qualität als Miss Fisher. Trotzdem werde ich Daisy Dalrymple nicht weiterhören. 

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Dienstag, 12. März 2024

Cocaine Blues


Hallo meine Mysteryfreunde,

zum Beginn des Jahres ging es mir sehr schlecht, und deswegen habe ich entschieden, dieses Buch zu hören. Ich liebe die Miss Fisher-Serie über Phryne Fisher, die in den 1920er Jahren in Australien Mordfälle aufklärt. Als ich gehört habe, dass die Serie auf Büchern beruht, wollte ich die Bücher unbedingt ausprobieren. Dieses erste Buch ist die erste Folge der Serie, sodass ich mit der Handlung vertraut war, und auch die Charaktere kannte ich quasi schon. Das hat es für mich leicht gemacht zuzuhören, während es mir gesundheitlich nicht gut ging.

Die Fakten:

  • Autor: Kerry Greenwood
  • Sprecher: Stephanie Daniel
  • Titel: Cocaine Blues (dts. Miss Fisher und der Schneekönig)
  • Reihe: Phryne Fisher 1
  • Erschienen: 1989
  • Verlag: Bolinda Publishing
  • Dauer: 5 Std 48min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext: "It's the end of the roaring twenties, and the exuberant and Honourable Phryne Fisher is dancing and gaming with gay abandon. But she becomes bored with London and the endless round of parties. In search of excitement, she sets her sights on a spot of detective work in Melbourne, Australia. And so mystery and the beautiful Russian dancer, Sasha de Lisse, appear in her life. From then on it's all cocaine and communism until her adventure reaches its steamy end in the Turkish baths of Little Lonsdale Street."

Zur Handlung: Phryne Fisher ist eine junge Frau, die in Australien geboren ist, deren Vater dann aber ein unerwartetes Erbe in England antreten konnte. Sie begibt sich zurück in ihre Heimat, um einem Freund des Vaters mit seiner Tochter zu helfen, die eine mysteriöse Krankheit zu haben scheint. Gleichzeitig will sie auch mehr Freiheit für sich selbst und ihr Hobby des Aufklärens von Verbrechen gewinnen.

In Melbourne angekommen, muss sie feststellen, dass es immer noch Gläubiger gibt, denen ihr Vater Geld schuldet. Dennoch kommt sie gut in der High Society an, und sorgt auch schnell für Aufsehen mit ihrem frechen Modegeschmack und ihrer aufwühlenden Sexualität. Doch während sie die feine Gesellschaft der Stadt auf den Kopf stellt, gewinnt sie auch Freundschaften, die ihr nicht nur helfen werden, die Krankheit ihrer Bekannten aufzudecken, sondern auch den größten Vertreiber von Kokain aufzudecken.

Von der Handlung her sind die erste Folge der Serie und dieser erste Band nahezu deckungsgleich. Tatsächlich würde ich sagen, dass die Serie die woke große Schwester des Buches ist. Denn natürlich muss man bei einem Buch, das Ende der 80er Jahre erschienen ist, mit einigen eher problematischen Aspekten rechnen. Im Großen und Ganzen wurde ich hier aber in meinen Erwartungen nicht enttäuscht.

Phryne Fisher als Hauptfigur mag ich einfach sehr. Sie ist schlau, sie ist stark, sie kann sowohl mit einem Revolver als auch mit einem schicken Sportwagen umgehen, sie liebt schöne Kleider und schöne Männer. Für die Zeit des Erscheinens des Buches, war sie vermutlich schon fortschrittlich, und für die 1920er Jahre erst recht. Ich liebe auch ihren Pragmatismus, und ihre leichte Art, die sicher in einer direkten Interaktion mit ihr auch schnell anstrengend sein könnte. 

Neben ihr lernen wir einige Nebenfiguren kennen, die es auch in der Serie gibt. So ist da beispielsweise Dot, eine junge Frau, die Phryne von einem Mordversuch abbringt und als ihre Assisstentin engagiert. Ich liebe Dot wegen der Serie, aber im ersten Buch bleibt sie vielleicht noch ein bisschen blass. Ich musste aber so lachen, als es um ihre Angst vor dem Telefon ging. Dann haben wir den Inspektor, der aber in diesem ersten Band kaum vorkommt, da war ich etwas überrascht. Wir haben den russischen Tänzer Sasha, mit dem es auch ein bisschen heiß hergeht. Und dann sind da noch die beiden Taxifahrer, und die irische Ärztin, mit der Phryne nach Melbourne gereist ist. Man sollte in diesem kurzen ersten Band hier einfach nicht zu viel von den Charakteren erwarten, auch wenn ich einige Entwicklungen wirklich sehr mochte.

Im Kern geht es um Phrynes Ermittlungen, die sich gleich auf mehreren Ebenen ereignen. Denn über ihre Taxifahrer und die Ärztin erfährt sie von Fällen von illegalen Abtreibungen, die so unprofessionell durchgeführt werden, dass die Patientinnen oft mit dem Leben bezahlen. Wenn das kein Thema ist, über das ihr lesen möchtet, dann seid ihr gewarnt. Ich finde den Umgang mit dem Thema hier aber gelungen. Es wird darauf verwiesen, dass Abtreibung kein Verbrechen sind und manchmal auch medizinisch notwendig, aber dass illegal durchgeführte Abtreibungen ein enorm großes Gesundheitsrisiko darstellen, vor allem wenn es Männern nur darum geht, die hilflosen Frauen auszubeuten.

Gleichzeitig wird sie auf das große Problem des Kokainhandelns aufmerksam, dass in den verschiedensten Gesellschaftsschichten zur Mode wird. Hier wird sie vor allem über den russischen Tänzer und seine Familie hineingezogen, die sich an der Person rächen wollen, die einst für den Drogentod der Mutter des Tänzers und seiner Schwester verantwortlich war. Und schließlich ist Phryne ja eigentlich nach Melbourne gekommen, um sich nach der seltsamen Krankheit ihrer Bekanntenzu erkundigen. Dabei muss sie schnell feststellen, wie unangenehm ihr diese Frau ist, aber dennoch will sie herausfinden, wie schwer deren Probleme sind.

Ihr solltet hier also auf viele Handlungsstränge gefasst sein. Das passt aber auch die Phryne, die eben nicht gelangweilt in einer Bibliothek auf einem Anwesen die Verdächtigen interviewt und aus den Beweisen deduktiert. Ihr geht es um das Abenteuer, um den Spaß, und auch um die Gefahr. Und so steckt sie ihre Nase ohne großen Sorgen in alles hinein, was sie nur bedingt etwas angeht. Mir hat das beim Schauen und auch beim Hören immer Spaß gemacht. Und trotzdem kann man schon ein bisschen mitraten, wie alles am Ende zusammenpasst.

Das Ende war dann etwas unerwartet, und hat auch ein paar problematische Aspekte in den Aussagen, die getroffen werden, was mir so aus der Serie nicht in Erinnerung war und was sie glaube ich geändert haben. Hier wird dann die sexuelle Aufgeschlossenheit von Phryne ein bisschen zu stark glorifiziert, und die sexuelle Zurückhalten (die man als Asexualität lesen kann) eines anderen Charakters genutzt um zu zeigen, dass mit dieser Person etwas nicht stimmt und sie deswegen Verbrechen begeht. Das hat mir nicht gut gefallen. Aber davon abgesehen wird es schon brenzlig für Phryne, und man kann mitfiebern, wie sie da wieder rauskommt.

Alles in allem hat mir der erste Band gut gefallen. Das Buch hat einige problematische Aspekte, die man heute vermutlich anders schreiben würde, aber es hat auch einige Jahre auf dem Buckel. Ich habe mich dennoch gut unterhalten gefühlt, und es hat in mir die Nostalgie der Serie ausgelöst. In einer sehr schwierigen Zeit hat es mir positive Momente verschafft, und dafür bin ich dankbar. Ich kann mir vorstellen, die Reihe irgendwann weiterzuhören.

Das Hörbuch würde ich aber nicht empfehlen. Es wurde 2010 aufgenommen, ist aber technisch nicht gut umgesetzt, hat komische Pausen und Hintergrundgeräusche. Dann lieber das Ebook oder so.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Montag, 4. März 2024

The Undertakers


Hallo meine Mysteryfreunde,

ich bin heute etwas traurig, denn eigentlich wäre ich morgen ein paar Tage weggefahren, zwar für die Arbeit, aber etwas Schönes. Dank Bahnstreik konnte ich das heute alles absagen und es wird stattdessen ein Onlinemeeting. Aber was soll's. Dafür habe ich statt Kofferpacken Zeit euch von einem Buch zu erzählen, das ich kürzlich beendet habe.

Die Fakten:

  • Autor: Nicole Glover
  • Sprecher: Bahni Turpin
  • Titel: The Undertakers
  • Reihe: Murder & Magic 2
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Harper Audio
  • Dauer: 14 Std 35min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "Nothing bothers Hetty and Benjy Rhodes more than a case where the answers, motives, and the murder itself feel a bit too neat. Raimond Duval, a victim of one of the many fires that have erupted recently in Philadelphia, is officially declared dead after the accident, but Hetty and Benjy’s investigation points to a powerful Fire Company known to let homes in the Black community burn to the ground. Before long, another death breathes new life into the Duval investigation: Raimond’s son, Valentine, is also found dead. Finding themselves with the dubious honor of taking on Valentine Duval as their first major funeral, it becomes clear that his passing was intentional. Valentine and his father’s deaths are connected, and the recent fires plaguing the city might be more linked to recent community events than Hetty and Benji originally thought."

Zur Handlung: Hetty and Benjy versuchen sich ein neues Leben aufzubauen. Dazu klären sie einerseits weiter Verbrechen gegen Schwarze Personen auf, andererseits will Hetty auch ein erfolgreiches Bestattungsgeschäft aufbauen. Allerdings scheint letzterem etwas im Wege zu stehen, denn obwohl Menschen nun einmal sterben, haben sie keinerlei Kunden. Deswegen bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich mitten in einen neuen Fall zu stürzen.

Hettys Ziehvater hat die beiden gebeten den Tod eines seiner Freunde aufzuklären. Doch die Erklärung, die sie finden, erscheint zu simpel und zu perfekt. Kaum haben die beiden den Fall zu den Akten gelegt, deuten neue Hinweise darauf hin, dass sie etwas Entscheidendes übersehen haben. Und das könnte zum Tod von weiteren Personen führen...

Dies ist der zweite Band, der diesen beiden Figuren folgt. Über The Conductors hatte ich euch schon vor einiger Zeit mal berichtet. Ich mochte den ersten Band, war aber nicht völlig verliebt. Daher hatte ich es auch nicht zu eilig, die Fortsetzung zu lesen. Davon abgesehen behandelt jedes Buch seinen eigenen Fall, nur die zentralen Charaktere bleiben gleich. Irgendwie wollte ich nun aber wissen, wie es mit Hetty, Benjy, Penelope und den anderen weitergeht.

Das zweite Buch steht dabei fest in den Fußstapfen des ersten Bandes. Ich mochte die Charaktere, ich finde das Magiesystem spannend aber nicht super gut erklärt, und manchmal ist es einfach viel zu praktisch, und der Fall ist etwas unnötig kompliziert, weil verschiedene Zeitebenen und Geheimnisse miteinander verwoben werden. Daher ist auch meine Gesamteinschätzung ziemlich die gleiche wie nach Band 1: ich mochte das Buch, aber ich bin nicht absolut verliebt.

Im ersten Band lernten wir Hetty und Benjy kennen, die verheiratet sind, aber das eher weil es praktisch ist und nicht aus Liebe. Inzwischen hat sich das allerdings geändert, und die beiden führen eine liebevolle, partnerschaftliche Ehe. Sie wohnen außerdem in einem größeren Haus, zu dem auch die Bestattungsfirma gehört, die Hetty in Schwung bringen will. Ich habe diese beiden Charaktere einfach lieb gewonnen, Hetty die etwas aufmüpfigere, und Benjy mit seiner inneren Ruhe. Ich habe gern gelesen, wie es ihnen weiterhin ergeht. 

Auch die meisten Nebenfiguren kennen wir bereits, da der erste Fall sich in ihrem Freundeskreis abgespielt hatte. Zu diesem Freundeskreis gehören neben Ersatzschwester Penelope, die wundervolle Tränke braut, auch ein schwules Pärchen und ein Transmann. Ich finde es schön, dass die Autorin hier auch Diversität in ein historisches Setting einbaut, denn diese Menschen hat es immer schon gegeben. Außerdem sind alle zentralen Charaktere Schwarz. Zeitlich befinden wir uns hier wieder nach der Abschaffung der Sklaverei in Amerika, allerdings bekommen wir Zeitsprünge zurück in die Zeit, in der es Sklaverei noch gab, und sehen, wie Hetty und Benjy gemeinsam als Teil der Underground Railroad versklavte Menschen befreien.

Das magische System dieser Welt hat verschiedene Teile. Das meiste lernen wir über Celestial Magic, die die Schwarze Bevölkerung praktiziert. Diese Magie hat mit den Sternenbildern zu tun, aber mir bleibt sie auch im zweiten Band zu vage und zu praktisch - für jeden Situation können die Charaktere gefühlt ein beliebiges Sternenbild malen, und das macht dann etwas. Wenn diese sich dann in helfende Figuren verwandeln, muss ich manchmal unfreiwillig an Yu-Gi-Oh denken. Im ersten Band hatte wir außerdem gelernt, dass die Weißen Zauberstäbe für ihre Magie nutzen, das taucht hier am Rande auch auf. Außerdem war die Celestial Magic lange verboten, ein Zeichen der Unterdrückung.

Auch dieser Fall fängt zunächst etwas vage an, und es gibt sogar eine Zeit lang vermeintlich mehrere Fälle, die aber dann doch vielleicht alle auf den gleichen Täter zurückdeuten. Mit dem Verlauf der Geschichte sehen wir, dass er vielleicht auch viel näher an Hetty und Benjy herankommt, als die beiden ursprünglich dachten. Der Fall hat dabei auch mit der Vergangenheit zu tun, die wir in Rückblenden erzählt bekommen. Mir was das schon teilweise zu viel, es ist dann schwer genau zu verfolgen. Ich finde das aber nicht so schlimm, ich gehe einfach mit der Geschichte mit und schaue, wohin sie mich führt. Richtig zum Mitraten ist der Fall aber nicht unbedingt.

Das Ende hat mir gut gefallen. Es gibt dann noch ein recht explosives Ende, bei dem auch viel auf dem Spiel steht. Die Auflösung des Falls war für mich dann gar nicht unbedingt so interessant, aber ich wollte sehen, dass unsere liebgewonnenen Charaktere in Sicherheit sind. Für mich hat es damit seinen Zweck erfüllt.

Insgesamt empfehle ich dieses Buch, wenn ihr die Verbindung von Magie und Mystery mögt. Es lebt vor allem von den Hauptfiguren, der realistischen Diversität und dem Funkeln der Sternmagie. Wenn ihr allerdings selber mitraten und Theorien aufstellen wollt, wer der Täter war und warum, dann ist es vielleicht zu unübersichtlich und überfüllt. Außerdem solltet ihr keine zu schnell erzählte Geschichte erwarten, hier baut sich alles langsam auf, auch wenn es am Ende brenzlig wird und man mitfiebern kann. Ich denke, es ist nicht für jeden, aber mir hat es gefallen.

Zukünftige Bücher in dieser Welt scheinen anderen Charakteren zu folgen, aber ein weiterer Band soll dann Ende dieses Jahres erscheinen. Ich werde mir den sicherlich mal anschauen, denn ich mag diese Welt, aber ich werde Benjy und Hetty vermissen.

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Sonntag, 18. Februar 2024

A Dead Djinn in Cairo


Hallo meine Fantasyleser,

heute kommen wir zum Start einer Reihe, auf die ich mich sehr freue. Ich hatte sie schon sehr lange im Auge und habe letztes Jahr endlich die erste Novelle gelesen. Zwar habe ich bisher nicht weitergelesen, aber ich kann es kaum erwarten. Die Geschichten in dieser Welt variieren dabei stark in ihrer Länge, von einer Kurzgeschichte bis zu einem Roman. Dieser erste Band ist eher eine kurze Novelle.

Die Fakten:

  • Autor: P Djèli Clark
  • Titel: A Dead Djinn in Cairo
  • Reihe: Dead Djinn Universe 1
  • Sprecher: Suehyla El-Attar
  • Verlag: Macmillan Audio
  • Erschienen: 2019
  • Dauer: 1 Std 41min (ungekürzt)
  • Preis: kostenlos im Audible-Abo
  • Klappentext: "Egypt, 1912. In an alternate Cairo infused with the otherworldly, the Ministry of Alchemy, Enchantments, and Supernatural Entities investigate disturbances between the mortal and the (possibly) divine. What starts off as an odd suicide case for Special Investigator Fatma el-Sha’arawi leads her through the city’s underbelly as she encounters rampaging ghouls, saucy assassins, clockwork angels, and plot that could unravel time itself."

Zur Handlung: Fatma ist eine Agentin für ein Ministerium für Magie in Kairo und wird zu einem Fall gerufen, bei dem jemand scheinbar Selbstmord begangen hat. Dabei muss sie mit einem Kollegen zusammen arbeiten, mit dem die Luft ziemlich dick ist. Doch die beiden werden schnell in Dinge verwickelt, die ihre persönlichen Gefühle in den Hintergrund treten lassen.

So kämpfen sie sich durch die magische Unterwelt von Kairo, auf der Suche nach einem Wesen, das die ganze Welt in Gefahr bringen könnte. Eine große Rolle spielen dabei Automaten, die Engel beherbergen können, sodass diese auf der Welt umgehen können. Der Fall ist am Ende vielleicht viel weniger verworren, als Fatma denkt.

Es ist jetzt schon eine ganze Weile her, seit ich diese erste Novelle der Reihe gehört habe, aber ich erinnere mich daran, dass ich sehr viel Spaß damit hatte. Ich lese sehr gern Mystery-Geschichten, aber besonders, wenn sie mit Magie versehen sind. Das macht oft einfach alles noch etwas unvorhergesehener, und kann auch die Bedrohung für die Welt erhöhen, wie wir hier sehen können.

Fatma als Hauptfigur mochte ich sehr. Sie ist als Frau eine Rarität in ihrem Ministerium und deswegen auch einiges von ihren männlichen Kollegen gewohnt. Dennoch lässt sie sich davon wegen einschüchtern, noch in irgendeine Ecke stellen. Sie ist stark und schlau und bereit für ihren Job alles zu machen. Ich mochte, wie das auch mit gängigen Klischees zu arabischen oder muslimischen Frauen steht.

Neben ihr haben wir noch ihren Kollegen, wobei ich hier vor allem die Gespräche der beiden mochte, die mich oft zum Lachen gebracht haben. Er ist natürlich skeptisch, dass er mit Fatma zusammen arbeiten soll, aber merkt dann doch schnell, dass das gar nicht so schlecht ist. Außerdem haben wir dann noch eine Figur, die erst in der zweiten Hälfte auftaucht, aber vielleicht im Laufe der Reihe noch wichtiger wird? Sie fand ich auf jeden Fall sehr spannend, vor allem auch als möglicher Love Interest.

Hauptsächlich geht es natürlich um den Fall des vermeintlichen Selbstmords. Hier werden verschiedene Personen interviewt, die vielleicht Täter sind, und es wird auch in ein paar Fallen und Hinterhalte getappt. Dabei wird es auf jeden Fall spannend, und ich hatte teilweise schon Angst um die Charaktere und habe sehr mitgefiebert. Also Nervenkitzel garantiert.

Die Auflösung des Falls war dann nicht super spektakulär für mich, was bei so einem sehr kurzen Buch vielleicht auch schwierig ist. Trotzdem mochte ich so viele der anderen Elemente der Geschichte, dass mich das gar nicht gestört hat. Wenn ihr Mystery aber gar nicht mögt, ist das vermutlich keine Reihe für euch.

Das Besondere an diesem Buch ist definitiv das magische System. Wir haben eine alternative Geschichte, in der sich Ägypten erfolgreich gegen die Kolonalisten wehren konnte, aber Europäer trotzdem weiter in Kairo präsent sind. Das liegt auch an der Magie und den magischen Wesen, die es in dieser Welt gibt. Die Welt hat außerdem ein starkes Steam Punk-Gefühl, wie gesagt zum Beispiel aufgrund der Automaten, in denen Engel leben können.

Ich kann es kaum erwarten mehr aus dieser Welt zu lesen. Soweit ich weiß, folgen wir nicht immer Fatma, was ich etwas schade finde, aber sie taucht auf jeden Fall in der Reihe wieder auf, und darauf freue ich mich. Dieser Band war ein guter Einstieg in diese Welt.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Donnerstag, 15. Februar 2024

Even Though I Knew the End


Hallo meine Lesefreunde,

heute möchte ich euch eine Noir-Krimi-Geschichte mit Fantasy-Elementen vorstellen. Ich hatte so viel Gutes über diese Novelle gehört und war interessiert, ob dieser Genre-Mix für mich funktionieren würde. Außerdem folgen wir auch einem lebischen Paar, die bereits in einer Beziehung sind. Das fand ich eine spannende Perspektive.

Die Fakten:

  • Autor: C L Polk
  • Sprecher: January LaVoy
  • Titel: Even Though I Knew the End
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Recorded Books
  • Dauer: 3 Std 52min (ungekürzt)
  • Preis: kostenlos im Audible Abo
  • Klappentext: "A magical detective dives into the affairs of Chicago's divine monsters to secure a future with the love of her life. This sapphic period piece will dazzle anyone looking for mystery, intrigue, romance, magic, or all of the above. An exiled augur who sold her soul to save her brother's life is offered one last job before serving an eternity in hell. When she turns it down, her client sweetens the pot by offering up the one payment she can't resist—the chance to have a future where she grows old with the woman she loves. To succeed, she is given three days to track down the White City Vampire, Chicago's most notorious serial killer. If she fails, only hell and heartbreak await."

Zur Handlung: In dieser Geschichte folgen wir Helen, die eine verbotene Art von Magie verwendet um Verbrechen aufzuklären. Vor vielen Jahren hat sie einen Deal gemacht, und sie weiß, dass der Tag, an dem sie ihre Rechnung begleichen muss, bald kommt. Doch sie erhält die Möglichkeit den Deal neu zu verhandeln, wenn sie einen berüchtigten Serientäter findet: den White City Vampire.

Allerdings führen ihre Recherchen sie bald zu der Annahme, dass dieser Serientäter vielleicht kein Mensch ist. Und vielleicht wird sie übernatürliche Hilfe brauchen, um ihre Zukunft mit ihrer Partnerin Edith zu sichern. Doch auch andere Mächte sind Helen auf der Spur. Wird sie den Fall lösen, eh ihre Zeit abläuft?

Wie gesagt war ich sehr gespannt auf diese Geschichte, von der alle so geschwärmt haben, und da ich kostenlos darauf Zugriff hatte, gab es keinen Grund mehr, es nicht zu probieren. Wir fallen in dieser Novelle ziemlich plötzlich in die Geschichte hinein, und es gibt relativ wenig Erklärungen z.B. zu der Magie, die in dieser Welt existiert. Mich stört sowas meist nicht, ich kann sehr gut erstmal mit der Geschichte mitgehen und schauen was passiert. Das hat sich hier bewährt.

Helen als Hauptfigur mochte ich direkt gern. Wir haben in dieser Welt dieses klassische Noir-Feeling. Alles ist irgendwie gemuted und dunkel und es regnet - oder so ähnlich. Aber Helen spielt nicht zu sehr in diese Klischees hinein, allein schon mal, weil sie kein Mann ist. Außerdem lebt sie in einer funktionalen Beziehung. Doch sie hat ein großes Geheimnis, nämlich das ihre Tage gezählt sind. Auch die Hintergrundgeschichte dazu mochte ich. Von daher war ich bereit Helen in diese Ermittlungen zu folgen.

Neben Helen haben wir noch einige andere wichtige Charaktere. Zum Beispiel eine Dämonin als Auftraggeberin, die ich absolut gefeiert habe. Die Art und Weise, wie sie beschrieben wurde, und was sie so tut, was einfach genial. Dann haben wir Edith, Helens Partnerin, die ihr eigenes Geheimnis vor Helen hat und vielleicht mehr weiß, als wir dachten. Und schließlich gibt es noch eine wichtige männliche Figur, dazu will ich aber aus Spoilergründen nix sagen. Aber diese Figur ist auch sehr zentral für die Handlung.

Woran ich mich nun nach fast einem Jahr dagegen fast nicht erinnern kann, ist die Auflösung des Falls im Detail. Grob weiß ich noch, dass es einen echten Showdown gibt, der durch die Fantasy-Elemente auch nicht so seltsam erzwungen wirkte, wie oft in anderen Krimis und Thrillern. Aber für mich war es eher der Weg als das Ziel, was dieses Buch für mich ausgemacht hat. Dennoch war das Ende explosiv und zufriedenstellend.

Eine Sache, die mir nicht so gut gefallen hat, kann ich ohne Spoiler nicht gut diskutieren. Sagen wir, im Buch geht es im weitesten Sinne um die Frage, ob man sein Leben gegen das einer anderen Person tauschen sollte, wenn man es kann. Und mir hat in der Ausarbeitung dieser Frage die kritische Perspektive gefehlt, denn ich finde, wenn man so etwas tut, dann ist das eine zutiefst egoistische Entscheidung. Und da hat es sich das Buch in der Kürze dann vielleicht einfach zu einfach gemacht.

Insgesamt würde ich die Novelle auf jeden Fall empfehlen, wenn ihr nix gegen das Lösen von Fällen in Fantasy-Settings habt. Ich mochte die Atmosphäre, die in diesem Buch aufgebaut wird, und die spannenden Charaktere, die diese Welt bevölkern. Vor allem mochte ich auch den Blick auf Helen und Edith als ein Paar, dass schon lange zusammen lebt und nicht erst beginnt sich zu verlieben. Auch wenn ich am Ende nicht die volle Message des Buches geliebt habe, war die Handlung auf jeden Fall spannend und mitreißend.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Montag, 13. November 2023

Grave Secrets


Hallo meine Lieblingsleser,

ich habe gerade mein erstes Mal Corona hinter mir und bin noch arg am Rumhusten. Meinen Leseplänen hat es zum Glück nicht zu viel geschadet, auch wenn ich eine Woche lang alte Filme geschaut habe. Heute möchte ich euch jetzt frisch genesen von einem Buch berichten, dass ich schon vor einigen Wochen gelesen habe. Es gehört zu einer Reihe, die ich sehr liebgewonnen habe.

Die Fakten:

  • Autor: Kathy Reichs
  • Titel: Grave Secrets (dts. Knochenlese)
  • Reihe: Temperance Brennan 5
  • Erschienen: 2002
  • Verlag: Arrow Books
  • Seiten: 420
  • Preis:
  • Klappentext: "In the searing heat of Guatemala, Dr Temperance Brennan must harden herself against the horrors she excavates. And the four young girls go missing from Guatemala City. When a skeleton is found at the back of a rundown hotel, only someone with Tempe's expertise can deduce the identity and cause of death. But as she searches for answers, her path is blocked at every turn. It is clear that some people will stop at nothing to keep Guatemala's secrets burried."

Zur Handlung: Temperance Brennan ist diesmal an Ausgrabungen von Massengräbern in Guatemala beteiligt, als das Verbrechen sie wieder einmal einholt. Dabei stellen schon die vielen Morde, die in diesem Land vor nicht allzu langer Zeit vor allem an indigenen Menschen begangen wurden, eine emotionale Herausforderung für die Forscher dar. Doch nun soll Tempe auch in einem Vermisstenfall helfen.

Eine Leiche wurde in einer Jauchengrube hinter einem Hotel gefunden. Da Tempe vor Kurzem einen wissenschaftlichen Artikel dazu verfasst hat, wie solche Überreste geborgen werden können, ohne zu viele Spuren zu zerstören, wird sie von der lokalen Polizei - einem äußerst attraktiven Ermittler - hinzugezogen. Doch der zuständige Staatsanwalt scheint nicht begeistert über die ausländische Hilft zu sein, und versucht Tempe Zugriff auf den Fall zu verwehren.

Dieses Buch stellt nun schon den 5. Band der Reihe dar, die die Serie Bones inspiriert haben. Dabei verweise ich immer darauf, dass sowohl Charaktere als auch Handlung komplett anders sind als in der Serie. Dennoch habe ich die Buchreihe sehr lieb gewonnen, sie sind schöne Kriminalgeschichten, bei denen die wissenschaftliche Seite der Ermittlungen nicht zu kurz kommt, was mir sehr gut gefällt.

Tempe als Hauptfigur gefällt mir immer richtig gut. Sie ist schon im fortgeschrittenen Alter und auch in einer fortgeschrittenen Phase ihrer Karriere, weswegen sie hier eben auch für den Fall herangezogen wird. Ich mag ihre Bindung zu ihrer Katze Birdie, und natürlich mag ich, dass sie Wissenschaftlerin ist, denn das bin ich auch, und gerade das akademische an den Büchern mag ich so gern. Irgendwie motivieren mich diese Bücher immer, auch wenn ich keine Mordfälle aufklären möchte.

Schon seit einigen Bänden erhalten wir ja auch Einblick in das Liebesleben von Tempe, und neben Detective Ryan habe ich ja auch ein bisschen einen ungesunden Ship mit dem Herrn Claudel. Hier bekommen wir jetzt eine neue Möglichkeit geliefert mit einem guatemalischen Detective, der allerdings Ryan noch aus einer Zeit in Kanada kennt. Es wird also nicht langweilig in Tempe's Privatleben.

Neben den Teilen der Geschichte, die hier aus den Vorgängern also fortgesetzt werden, haben wir natürlich den Fall, wobei hier wieder zwei verschiedene Jobs ineinander greifen. Wir lernen einerseits von den Genoziden in Guatemala, aufgrund derer in verschiedenen ländlichen Gegenden viele Menschen in Massengräbern liegen. Diese gilt es zu finden und zu identifizieren, damit sie den Familien übergeben und ordenlich bestattet werden können. Dabei wurden vor allem indigene Menschen getötet. Von der guatemalischen Geschichte habe ich absolut keine Ahnung und fand daher diesen Einflick sehr interessant. Dennoch möchte ich hier auch erwähnen, dass das Buch inzwischen 20 Jahre alt ist, und manche Formulierungen und Beschreibungen in dem Zusammenhang vermutlich anders gemacht würden. Ich will der Autorin hier keinen bösen Willen unterstellen, sondern eher, dass sich unsere Wahrnehmung von rassistischen Grundtönen sensibilisiert hat.

Der andere Fall betrifft die vermissten Mädchen und erscheint damit auf den ersten Blick etwas klassischer für das Genre. Doch die Auflösung hier wird dann auch mit einer politischen Ebene verstrickt und geht nicht in eine Richtung, wie man es zunächst vielleicht annimmt. Dafür muss Tempe dann auch mal ganz schön durch die Welt reisen und einigen Gefahren entgehen, allerdings ohne dass es zu unglaubwürdig zugeht. Ich fand auch diesen Fall interessant.

Am Ende wird es dann natürlich wieder gefährlich für unsere Heldin und es gibt ordentlich mitzufiebern, aber der Täter kann gefasst werden und wir gönnen Tempe eine Pause, bevor wir sie ins nächste Ermittlungsverfahren stürzen. Ich bin nie so ein riesiger Fan vom Showdown dieser Bücher, ich mag lieber die Beschreibung von Tempes alltäglicher Arbeit und ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit. Trotzdem fand ich das Ende befriedigend.

Alles in allem hat mir auch dieser Band wieder gut gefallen und ich werde die Reihe weiterlesen. Ich glaube nicht, dass es mein neuer Lieblingsband ist, aber ich mochte, dass hier romantisch mal wieder einiges vorangeht, und den Blick auf die Geschichte Guatemalas, die mir absolut unbekannt war. Wenn ihr also schon so weit in der Reihe gekommen seid, dann kann ich das weiterlesen hier empfehlen.

Habt ihr Tempe schon mal eine Chance gegeben?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Samstag, 23. September 2023

In My Dreams I Hold A Knife


Hallo meine Thrillerfreunde,

heute mache ich etwas, das ich schon ewig nicht mehr gemacht habe: ich schreibe eine Review, direkt nachdem ich ein Buch beendet habe. Das ist völlig verrückt, aber gerade bei meinem schlechten Gedächtnis eigentlich die beste Art und Weise euch von meinen Leseerlebnissen zu berichten. Dieses Buch habe ich für den Jahres-Readathon im Rahmen von Orilium gelesen, denn ich brauchte ein Dark Academia-Buch. Das Genre und ich verstehen uns nicht immer sehr gut, aber dieses Buch hat mich schon länger interessiert und es war kostenlos auf Audible.

Die Fakten:

  • Autor: Ashley Winstead
  • Sprecher: Vanessa Johansson
  • Titel: In My Dreams I Hold A Knife
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Tantor Audio
  • Dauer: 10 Std 22min (ungekürzt)
  • Preis: kostenlos im Audible-Abo
  • Klappentext:

    "Ten years after graduation, Jessica Miller has planned her triumphant return to her Southern, elite Duquette University, down to the envious whispers that are sure to follow in her wake. Everyone is going to see the girl she wants them to see - confident, beautiful, indifferent. Not the girl she was when she left campus, back when Heather Shelby's murder fractured everything, including the tight bond linking the six friends she'd been closest to since freshman year. But not everyone is ready to move on. Not everyone left Duquette 10 years ago, and not everyone can let Heather's murder go unsolved. Someone is determined to trap the real killer, to make the guilty pay. When the six friends are reunited, they will be forced to confront what happened that night - and the years' worth of secrets each of them would do anything to keep hidden."

Zur Handlung: Jessica Miller hat einen der gewöhnlichsten Namen in den USA, aber mit Gewöhnlichsein will sie sich nicht abfinden. Als Kind hat ihr Vater immer von einer großen Karriere nach seinem Harvard-Studium geträumt, und diesen Traum hat Jessica übernommen. Nach Harvard hat sie es zwar nicht geschafft, aber dafür an ein anderes Elite-College. Und nun 10 Jahre nach ihrem Abschluss dort ist sie auch etwas geworden, beruflich erfolgreich, fit und schön. 

Als sie die Einladung zu ihrem 10jährigen Klassentreffen bekommt, kommen bei ihr aber auch andere Erinnerungen wieder hoch - an Heather, ihre Freundin und Mitbewohnerin, die im letzten Studienjahr ermordet wurde. Der Täter wurde nie gefasst, auch wenn alle denken, es muss Heathers damaliger Freundin Jack gewesen sein. Doch Jessica glaubt an Jacks Unschuld und hat zu ihm Kontakt gehalten. Er sagt, sie soll auf jeden Fall zum Treffen gehen, und dann bittet er sie, dass sie Eric, Heathers kleinen Bruder grüßt...

In diesem Buch folgen wir fast ausschließlich Jessicas Perspektive sowohl in der Jetzt-Zeit als auch in Rückblicken während des Studium. Wir sehen ihre enge Freundesgruppe, die campusweit bekannt war, und wie sich in diesem engen Gefüge aus Freundschaften und Liebe viele Geheimnisse verspinnen. Dabei geht es um die ungleiche Behandlung von männlichen und weiblichen Studierenden, aber auch im Fragen nach der Herkunftsklasse und vor allem dem Geld der Familie, neben den vielen persönlichen Belangen und Intrigen.

Jessica selbst kommt eher aus schwierigen Familienverhältnissen, die wir nach und nach mehr zu sehen bekommen. Daher stammt ihr ausgeprägter Wille es mit ihren guten Noten nach ganz ganz oben zu schaffen. Sie will damit nicht nur ihren eigenen Traum, sondern vor allem den ihres Vaters erfüllen. Gleichzeitig hat sie es nicht geschafft ein Stipendium für das Elite-College zu ergattern, sodass sie sich und ihre Familie damit in finanzielle Nöte bringt. 

Neben Jessica lernen wir die sechs Freunde kennen: ihre beste Freundin Caro, die aus einer extrem religiösen Familie stammt und das erste Mal Freunde findet, die charismatische Heather, der alles zuzufliegen scheint, worum Jessica mit Zähnen kämpft, der zurückhaltende Jack, dessen Eltern ebenfalls sehr religiös sind und vor denen er verbirgt, dass er nicht heterosexuell ist, dann Franky, der Football-Star, der ebenfalls den Traum seiner Vaters zu leben hat, der geheimnisvolle Coop, der Drogen verkauft um sich das Studium leisten zu können, und schließlich Mint, der Erbe eines Immobilienunternehmens, der Golden Boy. Und dann ist da noch Courtney, die im entscheidenden Moment die Gruppe verlassen hat und dann nie mehr richtig dazugehörte.

Nach und nach werden dann innerhalb von einem Abend und dem darauffolgenden Tag die Geheimnisse der Gruppe enthült. Dabei wird immer deutlicher, dass Jessica etwas vor sich selbst verdrängt hat, was den Fall am Ende vermutlich lösen können wird. Aber es wird auch deutlich, wie viele Personen ein Motiv gehabt hätten, Heather zu töten. Dabei fand ich es spannend, das wir den Fall nicht aus Perspektive von Eric, dem außenstehenden Hobby-Ermittler, sehen, sondern aus Perspektive einer Verdächtigen.

Das führt aber auch dazu, dass unsere Hauptfigur nicht immer super sympathisch ist, und wir im Verlaufe der Geschichte vielleicht auch schwere Vermutungen ihr gegenüber aufbauen. Mir hat das an sich gut gefallen, aber ich denke, das ist nicht für jeden. Da geht es einfach um den eigenen Geschmack. Auch wenn ich mit Jessica nicht unbedingt befreundet sein will, und sie für ihre über 30 Jahre manchmal noch wie ein Teenager wirkt, ich fand es passend für die Geschichte und ihren Hintergrund.

Alles in allem hat das Buch mich gut unterhalten. Ich fand es schön, dass ich die Reveals immer kurz bevor sie geschehen sind habe kommen sehen, sodass ich nicht das Gefühl hatte, die Charaktere stochern nur im Dunkeln, aber auch nicht, dass es so an den Haaren herbeigezogen war, dass man es nie kommen sieht. Es ist jetzt kein neues Lieblingsbuch, aber doch deutlich besser als ich bei dem Genre oft befürchte. Daher würde ich es empfehlen, wenn es euch interessiert.

Was ist denn euer liebstes Dark Academia-Buch?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Samstag, 21. Januar 2023

Harlem Shuffle


Hallo meine Lieblingsleser,

ich versuche ja schon seit letztem Jahr weniger aus der Bibliothek auszuleihen und mehr meine eigenen Bücher zu lesen, aber an diesem hier kam ich dann doch nicht vorbei. Ich habe bereits Underground Railroad und Nickel Boys von dem Autor gelesen und geliebt. Daher wollte ich auch das neuste Buch von ihm unbedingt lesen.

Die Fakten:

  • Autor: Colson Whitehead
  • Titel: Harlem Shuffle
  • Reihe: Ray Carney 1
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Fleet
  • Seiten: 320
  • Preis: 8,99 Euro
  • Klappentext: "To his costumers and neighbors on 125th Street, Ray Carney is an upstanding salesman of reasonably priced furniture, making a decent life for himself and his family. Few people know he descends from a line of uptown hoods and crooks, and that his facade of normality has more than a few cracks in it. Cash is tight, especially with all those installment-plan sofas, so if his cousin Freddie occasionally drops off the odd ring or necklace, Ray doesn't ask where it comes from. Then Freddie falls in with a crew who plan to rob the Hotel Theresa - the Waldorf of Harlem - and volunteers Ray's services as the fence. Can Ray avoid getting killed, save his cousin and grab his share of the big score, all while maintaining his reputation as the go-to source for all your quality home furniture needs?" 

Zur Handlung: Ray Carney ist ein Mann, der sich alles selbst aufgebaut hat. Mit einem Verbrecher alsVater aufgewachsen hat er sich gegen dieses Leben entschieden, studiert und einen Laden für Möbel in Harlem eröffnet. Er hat eine Frau, die eigentlich sozial höher gestellt war als er, geheiratet, aber die Schwiegereltern nehmen ihn nicht ernst. Doch für seine Familie würde Carney alles tun.

Dazu gehört allerdings auch ein Cousin Freddie. Die beiden sind quasi als Brüder aufgewachsen. Und Freddie hat dem Leben als Kleinkrimineller nicht den Rücken zugekehrt. Durch einige Umstände gerät Carney so tiefer und tiefer in die kriminelle Welt von Harlem hinein, bis es vielleicht kein Zurück mehr gibt.

Dieses Buch spielt in den 50er und 60er Jahren in Harlem. Es handelt sich also um einen historischen Roman. Allerdings sind die Bücher von Colson Whitehead immer etwas Besonderes, hier eben mit diesem Fokus auf das verbrecherische Leben dieser Zeit. Dabei bekommt ihr auch einen guten Schuss New York-Feeling dazu, denn das Setting ist - wie der Titel vermuten lässt - hier auch wichtiger Bestandteil der Geschichte.

Ray Carney als Hauptfigur ist für uns Leser schwer zu greifen. Er wirkt immer ein kleines bisschen überfordert mit allem, aber er hat auch immer einen Plan. Seine Emotionen, wenn er in diese kriminellen Machenschaften verwickelt wird, fand ich auf jeden Fall nachvollziehbar. Trotzdem ist er irgendwie eine seltsame Mischung aus Spielball anderer und jemand, der die Dinge im Notfall in die Hand nimmt. Ich fand es interessant, aus seiner Perspektive zu lesen, habe aber keine große Bindung aufgebaut.

Neben Carney sind einige Figuren wichtig. Zunächst haben wir seine Familie, vor allem seine Frau. Sie stammt aus einer angesehenen Familie in Harlem und hat quasi unter ihrem Stand geheiratet. Doch ihr liegt das Schicksal ihrer Leute am Herzen. Sie arbeitet in einem Reisebüro, dass sichere Reisen für Schwarze Amerikaner durch Amerika organisiert - in einer Zeit, wo das absolut nicht sicher war. Sie könnte der moralische Anker für Carney sein, ist es aber nicht. Eher will er ihr und seinen Kindern das bessere Leben bieten können, das diese von ihm eigentlich nie verlangt haben.

Auf der anderen Seite haben wir Freddie und Pepper als Vertreter der Verbrecherszene. Freddie ist der Cousin, der Carney immer wieder mit in die Scheiße reitet, auf deutsch gesagt. Er ist ziemlich planlos, ziemlich dämlich und oft nicht nüchtern. Er ist sozusagen derjenige, der an der Geschichte alles in Bewegung setzt. Pepper dagegen ist noch vom alten Schlag. Er hat mit Carneys Vater zusammengearbeitet und die beiden bauen eine sehr fragile aber seltsam symbiotische Beziehung auf. Pepper ist derjenige, der Carney immer wieder aus der Scheiße zu holen versucht. Ihn mochte ich besonders gern. Er hat so eine schöne schruffelige Art, aber im Kern einfach ein gutes Herz. Besonders gefeiert habe ich, dass er seinen Freundinnen immer Esszimmermöbel kauft, damit sie ihn ordentlich bekochen können.

Die Handlung des Buches spaltet sich in drei Teile, die jeweils durch Zeitsprünge getrennt sind. Im ersten Teil Ende der 50er sehen wir, wie Carney erstmals mit der Verbrecherwelt in Berührung kommt, seit sein Vater nicht mehr über sein Leben bestimmt. Im zweiten Teil geht es dann um einen Racheakt, mit dem sich Carney selbst tiefer in diese Welt hineinmanövriert. Im letzten Teil schließlich gerät dann einiges aus den Fugen und es wird richtig heiß für unsere Charaktere.

Die Zeitsprünge haben mir wie immer das Lesen sehr erschwert. Ich liebe zwar den Schreibstil, und es hat auch meist nur ein Kapitel gebraucht, bis ich wieder im Lesefluss war, aber trotzdem reißt es mich erstmal raus. Man muss alle Charaktere neu verorten, plötzlich sind mehr Kinder da, oder es wurde umgezogen, etc. Das erschwert es auch, die Entwicklung der Beziehung der Charaktere nachzuvollziehen. Gerade bei Carney und Pepper hätte ich gern noch mehr die Zwischentöne gesehen. Außerdem war der zweite Teil des Buches für mich ein bisschen seltsam, weil er nicht so richtig zu den anderen passt. Was war die Aussage davon?

Ich denke generell, die Geschichte würde für mich als Film deutlich besser funktionieren, weil man noch mehr die Veränderungen über die Zeit sieht. Es wird hier zwar beschrieben, aber da ich kein bildliches Vorstellungsvermögen beim Lesen habe und auch noch nie in New York war, würde das filmisch für mich mehr wirken. Auch bei den Charakteren könnte man den Verlauf der Zeit vielleicht noch etwas deutlicher machen. 

Das Ende war dann wirklich spannend und auch mit Verlusten verknüpft. Ich hatte Angst um die Charaktere und gleichzeitig keine richtige Ahnung, was nun passieren wird und was am Ende die Aussage des Buches wird. Letzteres bleibt auch jetzt noch offen für mich. Trotzdem liest sich das Buch abgeschlossen, auch wenn es scheinbar eine Fortsetzung geben soll. Also ich weiß noch nicht, ob ich danach weiterlesen werde.

Ein Hinweis vielleicht noch: gerade zu Beginn des Buches wird das N-Wort sehr viel benutzt. Ich weiß nicht, wie die deutsche Übersetzung das handhabt, aber seid gewarnt, falls ihr das in Büchern nicht mögt.

Alles in allem war das ein gutes Buch. Ich mochte vor allem den Schreibstil und die Charakterisierung der Figuren, sowie das historische Setting in Harlem mit diesem New York-Gefühl. Außerdem baut Colson Whitehead häufig interessante Fakten in seine Bücher ein, von denen ich noch nie gehört habe. So beschreibt er einen vormodernen Schlafstil oder schreibt davon, was eigentlich vor dem Central Park da mitten in New York war. Dagegen konnte die Zeitsprünge mich nicht immer gut mitnehmen und mir fehlt am Ende ein bisschen eine Aussage, die ich aus dem Buch mitnehme.

Was habt ihr schon von dem Autor gelesen? Für mich einer der besten momentan schreibenden Autoren!

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Mittwoch, 28. September 2022

The Conductors


Hallo meine Mysteryhasen,

für alle, die den Herbst mit Verbrechen und Detektiven verbinden, aber vielleicht auch ein bisschen Magie mögen, habe ich heute ein Buch vorzustellen. Ich habe es schon vor einigen Monaten gelesen, aber dann nie darüber geschrieben. Das müssen wir heute ändern.

Die Fakten:

  • Autor: Nicole Glover
  • Sprecher: Bahni Turpin
  • Titel: The Conductors
  • Reihe: Murder & Magic 1
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Penguin Audio
  • Dauer: 14 Std 3min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro im Abo
  • Klappentext:

    "As an escaped slave, Hetty Rhodes helped dozens of people find their own freedom north using her wits and her magic. Now that the Civil War is over, Hetty and her husband, Benjy, still fight for their people by solving the murders and mysteries that the white authorities won't touch. When they discover one of their friends brutally murdered in an alley, Hetty and Benjy mourn his loss by setting off to find answers. But the mystery of his death soon brings up more questions, more secrets, more hurt. To solve his death, they will have to not only face the ugly truths about the world but the ones about each other."

Zur Handlung: Hetty und Benjy sind seit dem Ende des Bürgerkriegs als Privatdetektive unterwegs. Dabei kümmern sie sich ausschließlich um Verbrechen in der Schwarzen Community, die keine Hilfe von der Polizei bekommt. Doch als sie einen Freund getötet und mit einem seltsamen Mal versehen auffinden, werden die beiden in einen Fall verwickelt, der ihnen vielleicht über den Kopf wächst.

Doch Hetty und Benjy geben nicht auf. Sie sind ein gutes Team, deswegen haben sie auch geheiratet. Doch nun scheint es, dass zwischen den beiden echte Gefühle auftauchen, die vorher da nicht waren. Kann ihre Partnerschaft das überwinden, oder werden diese Gefühle nun immer zwischen ihnen stehen?

Ich habe dieses Buch schon im Februar gelesen, da der Blackathon stattgefunden hat. Das Buch hatte ich schon immer mal in Videos gesehen, aber vor allem hat mich die Sprecherin des Hörbuchs angelockt, denn Bahni Turpin ist einfach meine Lieblingssprecherin. Sie könnte mir Kochrezepte oder Einkaufslisten vorlesen, und ich wäre dankbar dafür. Doch auch die Geschichte des Buches hat mir dann wirklich gut gefallen.

Das Buch ist eine Mischung aus Mystery und Magie, mit ein ganz klein bisschen Romanze und auch Historie eingewoben. Wir haben zwei Zeitebenen - wir begleiten Hetty beim Lösen des Falls in der Zeit nach dem Bürgerkrieg, aber wir bekommen auch Flashbacks zur Zeit der Sklaverei, als Hetty und Benjy für die Underground Railroad gearbeitet haben, um andere Sklaven zu befreien. Insgesamt hat mir der Ton sehr gut gefallen, und das Buch passt sehr gut in den Herbst von der Stimmung her.

Hetty habe ich als Hauptfigur sehr gemocht. Einerseits mag das daran liegen, wie Bahni Turpin sie spricht. Aber sie ist auch eine praktische Frau, die anderen helfen will. Um Geld zu verdienen, arbeitet sie als Näherin und ist darin sehr gut. Benjy ist zwar ihr Ehemann, aber das aus praktischen Gründen. Auch er hat einen Job und kann nicht all seine Zeit auf das Fällelösen verwenden, was ich sehr realistisch fand. Benjy mochte ich sehr, er ist ein sehr umgänglicher und guter Mann.

Was mir an dem Buch besonders gut gefallen hat, ist, dass wir wirklich in die Community der beiden eintauchen. Wir lernen ihre Freunde (und vielleicht auch Feinde) kennen, einige haben inzwischen viel Geld anhäufen können, andere weniger. Dadurch entstehen neue Zirkel, die sich gegeneinander abgrenzen. So steht bei dem Fall dann auch ein Männerclub im Fokus, bei dem ganz im Zeichen der damaligen Zeit, Frauen natürlich keinen Zutritt hatten.

Dagegen wird die Magie an dem Buch häufig eher kritisiert. An sich finde ich die Grundidee aber spannend, denn die Magie wirkt durch Konstellationen. Allerdings wirkt sie häufig sehr praktisch, weil teilweise auch die gleichen Konstellationen ganz unterschiedliche Dinge bewirken, je nachdem, was gerade gebraucht wird. Hier merkt man, dass das Magiesystem nicht ganz durchdacht oder zumindest nicht ausreichend erklärt wird. Die Idee, dass die Sklaven aber eine andere Magie benutzen als die Weißen (die Zauberstäbe verwenden), fand ich aber interessant. Ich denke, im zweiten Band könnte hier noch mehr aufgebaut werden.

Der Fall selber war auch spannend, auch wenn ich gestehen muss, dass ich mich dabei am wenigsten erinnern kann. Die Charaktere, die Welt und die Magie sind mir viel mehr im Kopf geblieben. Aber die beiden stecken wirkliche Detektivarbeit in den Fall, was ich immer zu schätzen weiß. Auch wird es am Ende dann schon brenzlig und wir müssen um unsere Lieblingscharaktere fürchten.

Alles in allem kann ich das Buch empfehlen. Es ist eine eher ruhige Geschichte, bei der die Charaktere, deren Community und Geschichte, im Fokus stehen. Der magische Touch ist sicherlich auch Geschmackssache. Aber die Stimmung des Buches passt perfekt in den Herbst, und wenn euch dieser erste Band gefällt, gibt es auch bereits einen zweiten. Ob es danach für Hetty und Benjy noch weiter geht, müssen wir schauen.

Habt ihr denn so ruhigere Mystery-Romane, die ihr empfehlen könnt?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Freitag, 28. Januar 2022

Der letzte Held von Sunder City


Hallo meine Fantasyleser,

heute möchte ich euch vom ersten Buch berichten, das ich 2022 beendet habe. Den Großteil habe ich zwar vor Silvester gelesen, aber es hat dann doch nicht ganz gereicht, um mein 80. Buch für 2021 zu werden. Ist aber gar nicht schlimm, denn es geht ja um Inhalte und nicht um Statistiken. Und dieses Buch hat mich mit seinem Inhalt überzeugt.

Die Fakten:

  • Autor: Luke Arnold
  • Übersetzung: Christoph Hardebusch
  • Titel: Der letzte Held von Sunder City (Original: The Last Smile in Sunder City)
  • Reihe: Fetch Phillips Archives 1
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Knaur Taschenbuch
  • Seiten: 318
  • Preis: 14,99 Euro
  • Klappentext: "Guten Tag, mein Name ist Fetch Phillips, und es gibt drei Dinge, die Sie über mich wissen sollten, bevor Sie mich engagieren: 1. Wenn ich nüchtern bleiben soll, kostet das extra. 2. Meine Dienste sind streng geheim. 3. Ich arbeite nicht für Menschen. Das ist nichts Persönliches - ich bin selbst ein Mensch. Aber nach allem, was passiert ist, sind es nicht die Menschen, die meine Hilfe brauchen. Mein größter Wunsch? Nur ein echter Fall, eine Chance, etwas Gutes zu tun. Denn es ist meine Schuld, dass die Magie für immer verschwunden ist."

Zur Handlung: Fetch Phillips ist ein Mensch, und eine ziemlich traurige Ausgabe davon noch dazu. Eigentlich möchte er sein Leben lieber nicht in nüchternem Zustand verbringen, aber gleichzeitig hat er sich vorgenommen, allen magischen Spezies zu helfen, die nun, nachdem die Menschheit die Magie zerstört hat, wirklich alle Hilfe nötig haben. 

Als Fetch zu einer Schule bestellt wird, die magische Kinder ausbildet, um einen verschwundenen Lehrer zu finden, der Vampir ist, stellt sich sein Leben allerdings auf den Kopf. Mächtige Interessen scheinen hier zu wollen, dass das Rätsel ungelöst bleibt. Doch da haben sie nicht mit Fetch gerechnet, denn der kriegt am Ende immer, was er will, auch wenn es sich dann vielleicht als das Schlimmste herausstellt, was passieren konnte.

Dieses Buch ist vom Stil her an Noir Fiction, denn wir folgen einem Protagonisten, der nicht fehlerfrei ist - weit gefehlt - aber auch kein absolut schlechter Mensch. Allerdings ein ziemlich schlechter Detektiv. Er soll einen verschwundenen Lehrer finden, gerät allerdings schnell in ziemlich gewalttätige Situationen. Mich hat es ein wenig an Wolf Among Us erinnert (was ich dann prompt auch als Let's Play auf Youtube geschaut habe), auch wenn es an die Qualität nicht ganz herankommt.

Allerdings ist das Setting der Geschichte ein magisches. Wir befinden uns in einer Fantasy-Welt, die allerdings vor Jahren ihre Magie verloren hat. Verloren klingt vielleicht zu nett, denn tatsächlich wurde die Quelle der Magie von Menschen zerstört, die nicht mehr immer nur die Schwächlinge sein wollten. In der Welt gibt es extrem viele verschiedene magische Spezies, und einige lernen wir gut kennen wie die Vampire. Die Menschen dagegen kommen einem erschreckend bekannt vor...

Fetch als Hauptcharakter kaut regelmäßig eine Pflanze, die als Schmerzmittel wirkt. Er ist damit quasi abhängig und mischt zu besonderen Anlässen auch mit Alkohol. Auch wenn er seine Hinweise auf den verschwundenen Vampir teilweise rein zufällig findet, versucht er sich trotzdem auch an echter Detektivarbeit, wobei er auch oft einstecken muss. Vor allem erfahren wir in diesem ersten Band aber sehr viel über seine Vergangenheit und seine Rolle bei der Zerstörung der Magie. Ich fand das sehr gut, denn es hat ihm die nötigen Charakterzüge gegeben, dass er nicht nur so ein typischer schlechtgelaunter Mordaufklärer ist. Und manche Dinge waren da auch überraschend.

Der Fall selbst ist auch gut, aber er muss immer sehr mit der Backstory konkurrieren, die in Rückblicken erzählt wird. Ich glaube, das kann einige Leser nerven, für mich war es ok. Am Ende gab es aber dann so die Momente, wo einem zusammen mit dem Hauptcharakter der Groschen fällt. Es wird dann auch noch etwas dramatisch, und auch ein bisschen eklig, aber generell fand ich das in Ordnung.

Dadurch, dass die Backstory von Fetch eine große Rolle spielt, bleibt für andere Charaktere um Fetch herum nicht so viel Zeit. Hier hätte ich mir manchmal einfach mehr erhofft. Einige Charaktere werden eingeführt, und mit einigen gibt es auch spannende Momente, aber mehr als ein Anfang kann das nicht sein. Da bin ich gespannt, wie zukünftige Bücher der Reihe aussehen.

Alles in allem hat mir an dem Buch vor allem das Noir-Feeling gefallen, mit einem Hauptcharakter, den man definitiv hassen kann, aber niemals mehr, als er sich selbst hasst. Fetch macht Fehler, kriegt auf die Nase und betäubt sich alles wieder. Ich mochte die Grundidee einer magischen Welt nach der Magie, und bin auch da gespannt, wie zukünftige Bücher darauf aufbauen. Und auch der Fall war für den ersten Band gut und interessant. Das Buch ist super mal zwischendurch, vor allem wenn ihr gerade schwerere Fantasy-Reihen lest oder wie bei mir das Leben einfach gerade zu stressig wird. Ich kann es auf jeden Fall für den Unterhaltungswert empfehlen und werde sicher den zweiten Band auch irgendwann lesen.

Kennt ihr diese Reihe schon? Wie steht ihr zu Crime Noir?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung: