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Sonntag, 20. November 2022

From Bad to Cursed


Hallo meine Bücherhexen,

heute geht es weiter mit meinem herbstlichen Hexen-Romance-Bücher-Projekt. Es hat zwar gestern hier schon geschneit und ich habe heute fleißig die Weihnachtsdeko in Position gebracht, aber so richtig offiziell ist es ja noch nicht Advent. Also könnt ihr hoffentlich noch einmal mit Hexen leben. 

Die Fakten:

  • Autor: Lana Harper
  • Sprecher: Meg Price
  • Titel: From Bad to Cursed
  • Reihe: Witches of Thistle Grove 2
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Penguin Audio
  • Dauer: 10 Std 23min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "Wild child Isidora Avramov is a thrill chaser, adept demon summoner, and—despite the whole sexy-evil-sorceress vibe—also a cuddly animal lover. When she’s not designing costumes and new storylines for the Arcane Emporium’s haunted house, Issa's nursing a secret, conflicted dream of ditching her family’s witchy business to become an indie fashion designer in her own right. But when someone starts sabotaging the celebrations leading up to this year’s Beltane festival with dark, dangerous magic, a member of the rival Thorn family gets badly hurt—throwing immediate suspicion on the Avramovs. To clear the Avramov name and step up for her family when they need her the most, Issa agrees to serve as a co-investigator, helping none other than Rowan Thorn get to the bottom of things. Rowan is the very definition of lawful good, so tragically noble and by-the-book he makes Issa’s teeth hurt. In accordance with their families’ complicated history, he and Issa have been archenemies for years and have grown to heartily loathe each other. But as the unlikely duo follow a perplexing trail of clues to a stunning conclusion, Issa and Rowan discover how little they really know each other…and stumble upon a maddening attraction that becomes harder to ignore by the day."

Zur Handlung: Issa fühlt sich schon lange nicht mehr wie sie selbst. Sie hat einen Traum, der sie von der Familie und deren Unternehmen wegführen würde, aber sie bringt es nicht übers Herz, sich von ihrer Familie zu trennen. Für Avramovs ist Familie das wichtigste, und sie befürchtet, dass ihre Mutter ihr nicht verzeihen kann, wenn sie ihre weltlichen Träume eingesteht.

In einem Versuch sich abzulenken, beschwört Issa jedoch einen mächtigen Dämon, den sie nur mit Mühe (und dem Einsatz ihrer necromantischen Fähigkeiten) wieder los wird. Doch danach scheint ihr Haus wie verhext zu sein, irgendein Poltergeist will sich nicht vertreiben lassen. Schlimmer kommt es noch, als die Auftaktveranstaltung des Frühlingsfestivals durch einen gefährlichen Fluch gestört wird, und Issa dieses Vorkommen mit ihrem Erzfeind Rowan aufklären soll.

Ich hatte den ersten Band Payback's A Witch sehr geliebt - davon hatte ich euch Anfang Oktober auch berichtet. Ich hatte die Hoffnung, dass dieses Buch ebenfalls so schöne Herbst-Vibes haben wird und die Magie mit der Liebe toll verbinden kann. Da war es natürlich schon etwas ernüchternd, dass der zweite Band nun im Frühjahr spielt - nicht wirklich meine Lieblingsjahreszeit. Aber hey, ich habe es trotzdem weitergehört. Leider war aber auch die Romanze hier nicht für mich.

Issa als Hauptfigur soll ziemlich cool und bad-ass rüberkommen. Sie beschwört Dämonen in ihrer Freizeit, designet wahnsinnig tolle Klamotten und führt mit ihrer Familie ein Haunted House. Ich fand allerdings, dass ihre Coolness immer sehr schnell gewischen ist, wenn wir in ihrem Kopf waren. In Wirklichkeit liebt sie Tiere, hat Panikattacken und steht offensichtlich auf richtig corny Männer.

Womit wir auch bei Rowan wären. Ich mochte ihn eigentlich im ersten Band, auch wenn er da immer eher am Rand des Ganzen bleibt als Charakter. Allerding hat er mir hier als Love Interest leider nichts gegeben. Issa hasst ihn zunächst, weil er sich ihr gegenüber sehr unfair verhalten hat, als er in einer Machtposition war. Er hält sich unglaublich gern an Regeln und versteht zunächst wenig Spaß. Ich fand ihn vor allem gegen Ende aber einfach nur corny, und so gar nicht sexy. 

Daneben haben wir dann eine Art Kriminalfall, den die beiden untersuchen. Ganz am Anfang machen sie dabei viele Witze, die auf CSI und NCIS beruhen, was ich ganz gut eingearbeitet fand. Leider verschwindet das in der zweiten Hälfte dann völlig, was komisch wirkte. Abgesehen davon ist es sehr sehr leicht zu durchschauen, was los ist. Dann schaut man den Charakteren nur dabei zu, wie sie in falsche Richtungen rennen. Auch das dramatische Ende war dann irgendwie fast vorhersehbar und hat gleichzeitig für mich nicht so viel Sinn gemacht. Da fehlen einem einfach die Fantasy-Erklärungen, für mich war es unlogisch. 

Auf der romantischen Ebene haben wir es hier mit Hate-to-Love zu tun. Am Anfang hasst Issa Rowan mehr oder weniger, weil er unfair zu ihr war. Durch die Zusammenarbeit müssen sich die beiden dem stellen. Dabei wird dann recht schnell deutlich, dass sie sich sehr hot finden. Ich fand es ein bisschen seltsam, dass Rowan so sehr daran hängt, zu welcher Familie Issa gehört, und die beiden das auch diskutieren, aber es nie richtig problematisiert wird. Scheinbar hört er einfach damit auf und gut. Auch die Rassismus-Debatte, die die beiden in dem Zuge haben (Rowan ist Schwarz), fand ich ein bisschen unauthentisch - sie wirkte sehr erzwungen. Die Autorin hat da sehr viel für uns ausbuchstabiert...

Es gibt dann auch einige sexy Szenen in diesem Buch. Die erste davon findet unter Alkoholeinfluss statt - ich weiß, dass einige das nicht mögen werden. Aber auch das wird ein bisschen problematisiert. Wenn es dann richtig hoch her geht, ist auch kein Kondom im Spiel, wo zwar beide explizit zustimmen, aber was ich trotzdem nicht so ganz zeitgemäß fand. Zumal die Situation eine war, wo sehr absehbar war, dass man eins brauchen würde... 

Alles in allem war das Buch daher leider eine Enttäuschung. Ich weiß nicht, ob ich nächstes Jahr den neuen dritten Band hören werde - es gibt da schon ein bisschen (wie ich finde berechtigte) Kritik. Den ersten Band empfehle ich euch dennoch sehr. Auch solltet ihr dieses Buch nicht ohne den ersten Band lesen. Wir folgen zwar einem anderen Paar, aber die Ereignisse aus dem ersten Buch sind sehr wichtig für die Story hier. Die Autorin ist aber ganz gut darin, bestimmte Dinge wieder in Erinnerung zu rufen. Also keine Empfehlung leider... dann lieber Payback's a Witch oder Very Secret Society of Irregular Witches hören!

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Sonntag, 13. November 2022

The Very Secret Society of Irregular Witches


Hallo meine Hexenfreunde,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das der perfekte Übergang von grusligeren Halloweenbüchern hin zu romantischen und gut gelaunten Weihnachtsbüchern ist. Ich hatte zunächst davon gehört, weil es mit House in the Cerulean Sea verglichen wurde, und war dann sehr neugierig geworden. Außerdem habe ich letztes Jahr entdeckt, dass ich Romanzen mit Hexen mag. Klingt also vielversprechend.

Die Fakten:

  • Autor: Sangu Mandanna
  • Sprecher: Samara MacLaren
  • Titel: The Very Secret Society of Irregular Witches
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Hodder & Stoughton 
  • Dauer: 10 Std. 5min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "As one of the few witches in Britain, Mika Moon has lived her life by three rules: hide your magic, keep your head down, and stay away from other witches. An orphan raised by strangers from a young age, Mika is good at being alone, and she doesn't mind it...mostly. But then an unexpected message arrives, begging her to travel to the remote and mysterious Nowhere House to teach three young witches, and Mika jumps at the chance for a different life. Nowhere House is nothing like she expects, and she's quickly tangled up in the lives and secrets of its quirky, caring inhabitants...and Jamie, the handsome, prickly librarian who would do anything to protect his charges, and who sees Mika's arrival as a threat. An irritatingly appealing threat. As Mika finds her feet, the thought of belonging somewhere starts to feel like a real possibility. But magic isn't the only danger in the world, and soon Mika will need to decide whether to risk everything to protect the found family she didn't know she was looking for..."

Zur Handlung: Mika Moon ist erfolgreiche Social Media-Figur und eine Hexe. Das Besondere ist, dass sie wirklich magische Fähigkeiten hat, auch wenn sie diese ihren Followern nicht zeigt. Die anderen Hexen um sie herum setzen alles daran, dass sie nicht erkannt werden. Zu groß ist die Angst vor den Folgen, und auch Mika hat in ihrer Kindheit Erfahrungen damit gemacht, wie Menschen auf Hexen reagieren.

Doch dann bekommt sie eines Tages eine Email, die sie zunächst als Spam abtun will. Doch ihre Magie gibt ihr ein Gefühl, dass mehr dahinter steckt. Sie wird gebeten zu einem entlegenen Haus zu kommen, wie drei junge Hexen zusammen aufwachsen und nun jemand brauchen, der oder die ihnen Magie beibringt. Mika ist einerseits entsetzt, dass so viele unerfahrene Hexen auf einem Haufen leben, andererseits aber auch interessiert daran, ob sie den dreien helfen kann.

Wenn wir kurz bei dem Vergleich mit Cerulean Sea bleiben, dann ist dieses Buch deutlich stärker im romantischen Aspekt und dafür lernen wir die Kinder deutlich weniger kennen. Dennoch hat auch dieses Buch eben eine besondere Atmosphäre und es geht sehr viel um Einsamkeit und den Mut, den es erfordert sich lieben zu lassen. Magie spielt hier natürlich eine wichtige Rolle, und die drei jungen Hexen können auf ihre Art auch gefährlich werden. Ich würde sagen, eigentlich hat mich das Buch auch sehr an Mary Poppins erinnert. Die Sprecherin des Hörbuchs klingt auch ein bisschen wie Emily Blunt.

Beginnen wir mit unserer Hauptfigur Mika. Ihren Namen fand ich ein bisschen sehr klischee und musste immer arg die Augen rollen, wenn er voll gesagt wurde. Abgesehen davon mochte ich sie aber. Sie hat bisher allein gelebt, wurde als Kind von verschiedenen Nannys aufgezogen, die immer dann ersetzt wurden, wenn sie herausfanden, dass Mika eine Hexe ist. Ihre Ziehmutter hat nur wenig Zeit mit ihr verbracht. Inzwischen ist Mika dadurch eine selbständige junge Frau mit einem liebevollen Hund, einem magischen Teich voller Koi-Karpfen und einem ausgeprägten grünen Daumen. Sie ist bodenständig, aber eben auch ein bisschen extravagant mit ihrer Social Media-Präsenz. Für mich war sie genau die richtige Hauptfigur, eben schon ein bisschen mit dem Mary Poppins-Vibe, aber auch modern und nahbar.

Sie wird dann in das Haus eingeladen, wo die drei jungen Hexen wohnen. Dort trifft sie neben den Kindern auf die Haushälterin, ein schwuler Pärchen, die sich ebenfalls um das Haus kümmern, und einen grimmigen Bibliothekar. Die vier haben die Mädchen bisher großgezogen und sind mehr oder weniger begeistert, dass Mika nun helfen möchte. Die anderen drei Erwachsenen waren dabei wirklich unterhaltsam. Das schwule Pärchen besteht aus zwei älteren Herren, der eine sehr theatralisch und ein kleiner Kuppler, der andere eher ruhig, liebevoll und der Gärtner. Die Haushälterin bleibt ein bisschen blass, aber man spürt trotzdem ihr gutes Herz.

Die vierte Person, der grummelige Bibliothekar, wird dann zum romantischen Gegenstück von Mika. Während sie der pure Sonnenschein ist und immer freundlich bleibt, will Jamie seine kleine gefundene Familie beschützen und ist immer schlecht drauf. Doch die beiden finden mehr und mehr, dass sie eigentlich die gleichen Ziele haben und sich vielleicht gegenseitig auch ein wenig ausgleichen können. Ich mochte die Romanze, die sich tatsächlich auch recht langsam aufbaut und sehr respektvoll ist. Gegen Ende gibt es dann auch eine heißere Szene, die allerdings nach dem Vorspiel wegblendet. Wenn ihr also nicht gern Sexszenen lest, werdet ihr damit vermutlich noch klarkommen.

Die drei Kinder sind auch niedlich, aber bleiben auch etwas blass. Die älteste ist eher zurückhaltend und eine Leseratte. Die mittlere ist vernarrt in Jamie und übernimmt seine Skepsis gegenüber Mika. Sie beginnt schon vor deren Ankunft ihren Tod zu planen. Ich fand sie mitunter dann sehr anstrengend, aber es gibt einen entscheidenden Moment im Buch, der da einiges ändert. Die jüngste bleibt auch am blassesten, sie ist eben ein kleines Kind, das ihre Schwestern liebt und Magie spannend findet. Sie ist teilweise sehr niedlich.

Neben der Romanze gibt es dann auch ein wenig Handlung. Es ist nämlich so, dass die drei Mädchen offiziell von einer Hexe adoptiert wurden, der auch das Haus gehört. Diese ich Archäologin und daher immer in der ganzen Welt unterwegs. Sie hat das Haus mit großen Schutzzaubern versehen, damit die Kinder dort sicher sind, aber den Rest überlässt sie den genannten Erwachsenen. Nun wird aber zu Weihnachten ihr Anwalt kommen, um ein wichtiges Dokument aus dem Haus zu holen. Dieser Anwalt ist ein sehr unangenehmer Typ, der Menschen nach ihrem Nettoeinkommen beurteilt. Daher haben alle Angst, dass bei diesem Besuch etwas schief geht, sodass die drei Mädchen verraten, dass sie Hexen sind. Hier soll Mika nun helfen. Ich kann nur sagen: am Ende kommt alles anders als gedacht, und das Buch hat hier zwei ordentliche Twists für eine Romanze bereit.

Alles in allem hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Ich habe ziemlich genau das bekommen, was ich von dem Buch erwartet habe. Die Romanze war überzeugend, ich mochte die beiden Charaktere zusammen und auch, wie respektvoll alles war. Natürlich gibt es dann auch ein wenig Konflikt am Ende, aber durch den magischen Part fand ich es dennoch glaubwürdig. Das ganze Buch ist einfach sehr behaglich und macht gute Laune. Es ist perfekt für die Jahreszeit jetzt, zumal es dann auch noch an Weihnachten endet.

Seid ihr denn schon in Festtagsstimmung?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Mittwoch, 9. November 2022

Plain Bad Heroines


Hallo meine Gruselfreunde,

heute kommen wir zum letzten meiner Halloween-Bücher, und in diesem folgen wie einer Film-Crew, die einige mysteriöse Todesfälle in einer Mädchenschule zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfilmen wollen. Doch vielleicht waren diese Todesfälle doch übernatürlich, und nun ist der Film genauso in Gefahr.

Die Fakten:

  • Autor: Emily M Danforth
  • Titel: Plain Bad Heroines
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: William Morrow
  • Seiten: 619
  • Preis: 14,28 Euro
  • Klappentext: "Our story begins in 1902, at the Brookhants School for Girls. Flo and Clara, two impressionable students, are obsessed with each other and with a daring young writer named Mary MacLane, the author of a scandalous bestselling memoir. To show their devotion to Mary, the girls establish their own private club and call it the Plain Bad Heroine Society. They meet in secret in a nearby apple orchard, the setting of their wildest happiness and, ultimately, of their macabre deaths. This is where their bodies are later discovered with a copy of Mary’s book splayed beside them, the victims of a swarm of stinging, angry yellow jackets. Less than five years later, the Brookhants School for Girls closes its doors forever—but not before three more people mysteriously die on the property, each in a most troubling way. Over a century later, the now abandoned and crumbling Brookhants is back in the news when wunderkind writer Merritt Emmons publishes a breakout book celebrating the queer, feminist history surrounding the “haunted and cursed” Gilded Age institution. Her bestselling book inspires a controversial horror film adaptation starring celebrity actor and lesbian it girl Harper Harper playing the ill-fated heroine Flo, oppo­site B-list actress and former child star Audrey Wells as Clara. But as Brookhants opens its gates once again, and our three modern her­oines arrive on set to begin filming, past and present become grimly entangled—or perhaps just grimly exploited—and soon it’s impossible to tell where the curse leaves off and Hollywood begins."

Zur Handlung: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gründet sich in einer Mädchenschule an einer abgelegenen Küste der Plain Bad Heroines Club, gegründet auf einem skandalösen Buch von einem Mädchen, das sich nicht mehr seiner Rolle in der Gesellschaft begnügen möchte. Kurz darauf sind zwei der Clubmitglieder tot. Sie hatten ein Wespennest aufgescheucht und wurden zu oft gestochen.

Im 21. Jahrhundert nun soll diese Geschichte aufbauend auf einem Buch darüber verfilmt werden. Dafür wurde Harper Harper, ein Shooting Star der Filmindustrie, als eines der Mädchen gecastet. Das andere Mädchen wird jedoch überraschend mit einer Nonamerin besetzt, der Tochter einer Scream Queen, die dann gesellschaftlich abgestürzt war. Gemeinsam mit der jungen Autorin des Buches, auf dem der Film basiert, begeben sie sich auf einen gefährlichen Weg, um diese Geschichte zu erzählen.

Zunächst muss ich sagen, dieses Buch ist queer as fuck. Ich weiß nicht, ob überhaupt hetero Charaktere vorkommen, die nicht einfach unwichtig oder langweilig sind. Die meisten sind bi- oder homosexuell, und es bleibt auch nicht alles in der klassichen Zweierbeziehung. Mir hat das sehr gut gefallen an dem Buch, mag aber andere zu sehr an das woke Hollywood erinnern, das gern auch mal zum Feindbild in der Gesellschaft wird.

Diese Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Dabei nimmt die heutige Zeitebene schon deutlich mehr Raum ein, obwohl mir persönlich die Vergangenheitsebene deutlich besser gefallen hat. In dieser Vergangenheit lernen wir mehr über die Mädchenschule und vor allem die ungewöhnliche Frau, die diese geführt hat. Dies war mein Lieblingscharakter im Buch, Libby, und mit ihr habe ich am meisten mitgefiebert. Auch ihr Ende war am grusligsten und am ehesten das, was ich von diesem Buch wollte. Libby lebt mit einer Frau zusammen, hat aber durchaus polyamore Anwandlungen.

Außerdem erfahren wir in der Timeline von den rätselhaften Todesfällen. Dabei sterben einige Mädchen, und alles steht in Verbindung mit dem besagten Buch. Wir wissen nicht, ob es übernatürlich ist, oder ob hier nur bestimmte Zufälle aufeinandertreffen. Doch nach und nach eskaliert die Handlung, und es werden einige Geheimnisse enthüllt. Wäre es nur dieser Teil der Geschichte gewesen, wäre das Buch sicherlich 5 Sterne geworden.

Doch dann haben wir die andere Zeitebene. Hier folgen wir den drei jungen Frauen, die an diesem Film arbeiten und immer mehr miteinander verbunden sind dadurch. Ich mochte die Charaktere, auch wenn die Autorin mir dann doch immer mehr auf den Nerv ging zwischenzeitlich. Allerdings fand ich es manchmal schwierig, die Charaktere auseinander zu halten, weil sich ihre Perspektiven dann doch ähnlich lesen. So haben alle drei eigentlich keine relevante Vaterfigur, aber aus unterschiedlichen Gründen, und ich konnte mir nie merken, bei wem es welcher Grund war.

Diese Zeitebene schreitet viel langsamer voran. Anstelle von einer grusligen verlassenen Schule verbringen wir die meiste Zeit in Hollywood. Dabei geht es viel mehr um die Beziehungen der Frauen untereinander, und weniger um die gruselige Hintergrundgeschichte. Hier zeigt das Buch, dass es eben Gothic Fiction ist und kein kompletter Horror. Die Stimmung baut sich langsam auf - und geht auch nirgendwo so richtig hin.

Am meisten geliebt habe ich aber den Schreibstil. Das Buch ist sehr toll geschrieben. Wir haben einen unbekannten Erzähler, der auch mit Fußnoten arbeitet, die man nicht lesen muss, die aber zur Geschichte ein bisschen beitragen. Trotzdem haben die Kapitel unterschiedliche Perspektiven, die meist dadurch gekennzeichnet sind, dass ein Name am Anfang fett gedruckt ist. Musste das Buch über 600 Seiten lang sein? Darüber lässt sich streiten.

Das Ende ist für mich dann auch im Sande verlaufen. Auch wenn das Ende in der Vergangenheit aufregend und gruslig war, und auch ein wenig offen bleibt, kommt dann noch das Ende der aktuellen Zeitebene. Und da habe ich dann nicht wirklich etwas empfunden. Das Buch macht dann einen recht großen Zeitsprung und dann endet es. Leider hat mich das nicht ganz überzeugt.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Der wundervolle Schreibstil hat dazu geführt, dass ich jede Seite genossen habe, auch wenn nicht so viel passiert ist. Trotzdem hatte ich erhofft, dass das Buch ein neuer Liebling in meinem Regal wird, und das ist leider nicht passiert. Dafür hat sich die Stimmung in der jetzigen Zeitebene zu langsam aufgebaut und für mich nirgendwohin geführt. Wenn ihr aber ein leicht grusliges Werk mit einem Haufen Frauen, die Frauen lieben, lesen wollt, dann seid ihr hier genau richtig, und ich empfehle euch das Buch wärmstens. Libby wird aus meinem Herzen so schnell nicht verschwinden.

Habt ihr das Buch gelesen? Gibt es Bücher in eurem Regal, die einfach absolut euren Geschmack im Schreibstil getroffen haben, obwohl die Handlung nicht euers war?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Mittwoch, 2. November 2022

The Hollow Places


Hallo meine Horrorhasen,

von meinen schaurigen Büchern aus dem Oktober habe ich noch zwei hier vorzustellen, und ich hoffe, dass es euch noch nicht genug ist. Heute soll es um das zweite Buch gehen, das ich dieses Jahr von dieser Autorin lese. Mit Nettle & Bone hatte sie mich völlig überzeugt, auch wenn das eher ein Märchen ist. Deswegen wollte ich unbedingt ihre Art von Horror probieren.

Die Fakten:

  • Autor: T Kingfisher
  • Sprecher: Hillary Huber
  • Titel: The Hollow Places 
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Simon & Schuster Audio
  • Dauer: 9 Std 43min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext: "Pray they are hungry! Kara finds these words in the mysterious bunker that she’s discovered behind a hole in the wall of her uncle's house. Freshly divorced and living back at home, Kara now becomes obsessed with these cryptic words and starts exploring the peculiar bunker - only to discover that it holds portals to countless alternate realities. But these places are haunted by creatures that seem to hear thoughts...and the more you fear them, the stronger they become."

Zur Handlung: Kara ist gerade mitten in der Scheidung, als ihr Onkel sie anruft und fragt, ob sie zurück in sein Museum der Wunder kommen möchte. Da sie gerade kein Geld und kein Haus hat, und alles lieber will, als wieder bei ihrer Mutter wohnen, nimmt Kara an. Sie hat das Museum in nostalgischer Erinnerung mit allen seinen Eigenheiten: ausgestopfte Tiere, Schädel von verschiedensten Wesen und Nachweise für Bigfoot, Nessie und Co.

Doch als Kara im Museum ankommt, muss sie feststellen, dass ihr Onkel langsam alt wird und dringend eine OP braucht, damit er wieder besser gehen kann. Sie erklärt sich bereit das Museum in dieser Zeit allein zu betreuen. Doch schon nach wenigen Tagen befindet sich plötzlich ein Loch in der Wand des Museums. Und als Kara den schwulen Barista vom Coffeeshop um die Ecke bittet, das Loch mit ihr zu reparieren, geraten die beiden in ein völlig anderes Universum und müssen den Weg nach Hause wiederfinden.

Diese Horrorgeschichte spielt also mit der Idee von parallelen Welt, die gelegentlich durch ein Portal verbunden sein können. Kara und ihr Gefährte müssen erleben, dass in so einer Welt völlig andere Gesetze gelten können, die sie nicht kennen, die aber ihr Überleben ausmachen werden. Dabei ist diese Welt zugleich so vertraut und doch ganz andere als unsere.

Kara als Hauptfigur hat mir sehr gut gefallen. Sie ist in ihren 30ern und gerade in der Scheidung. Ihr Ehemann möchte auf "immer noch beste Freunde" machen, aber sie ist davon eher genervt. Sie ist froh, als sie das Angebot ihres Onkels bekommt, da ihre Beziehung mit ihrer Mutter eher schwierig ist. Außerdem hat sie Kindheitserinnerungen an das Museum und fühlt sich direkt wieder heimisch. Auch wenn es dann grusliger wird, konnte ich immer mit ihr mitfühlen, und ich fand es unterhaltsam in ihrem Kopf. Man kann eigentlich nur sagen, dass sie ein bisschen früher hätte checken können, was das ganze Phänomen auslöst, weil es für uns Lesende sehr offensichtlich gemacht wird. Witzig ist, dass Kara im Buch von den meisten Carrot genannt wird.

Neben ihr ist vor allem der Barista wichtig, mit dem sie die fremde Welt betritt. Ich mochte ihn auch sehr. Die beiden sind ein tolles Team, das sich gut ergänzt. Er kann häufig einen kühlen Kopf bewahren. Außerdem mochte ich die Idee mit dem Auge, auch wenn es schräg war. Außerdem haben wir am Anfang noch kurz Karas Onkel, den ich auch total niedlich fand. Er glaubt alle Verschwörungstheorien und an Gott und die Bibel, aber findet, dass doch alle glauben können und sollen, was sie möchten. Das ist ein schöner Gegenentwurf zu den Aluhut-Trägern, mit denen wir uns heute beschäftigen müssen.

Am besten gefallen hat mir die schaurige Welt der Weiden, in die die beiden dann eintauchen. Die erste Hälfte des Buches spielt in dieser Welt voller hohler Orte. Dabei schafft Kingfisher es, eine absurde und damit sehr gruslige Welt zu kreieren. Allein der Schulbus macht mir immer noch eisige Schauer, und der Bootsmann lässt meine Haare zu Berge stehen. Die Beschreibungen dieser Welt waren genial, es hat sich absolut bedrohlich angefühlt, und war auch an Kreativität kaum zu überbieten.

Nach dieser Hälfte verlagert sich die Handlung zum Großteil wieder zurück in unsere Welt. Das fand ich schade, weil dadurch auch die Spannung und der Gruselfaktor zurückgegangen sind. Natürlich gab es dann immer noch einiges zu fürchten, aber das Buch hat ein anderes Gefühl bekommen. Hier wird dann allerdings die Museum-Katze zum wahren Star der Show, was ich natürlich als Cat Lady zu schätzen wusste. Trotzdem war die erste Hälfte des Buches für mich deutlich stärker.

Das Ende wird dann recht actionreich. Wenn euch ausgestopfte Tiere gruseln, könnt ihr euch hier dann nochmal ordentlich Gänsehaut abholen. Ich fand es aber ein bisschen sehr aufgeregt und hätte schon noch ein bisschen was anderes gewünscht einfach vom Ton her. Trotzdem hat mir das Ende generell gut gefallen und ich war zufrieden damit. Ich glaube, das Ende ist bei Horrorgeschichten immer die Kunst, eine Kunst, die selbst Leute wie Stephen King nicht gemeistert haben...

Alles in allem kann ich das Buch empfehlen. Es ist vor allem in der ersten Hälfte wirklich gruslig und wird euch Bilder in den Kopf setzen, die ihr so schnell nicht vergesst. Es ist aber, durch dieses parallele Universum, schon eine spezielle Art von Horror, die vielleicht nicht jeder mag. Die zweite Hälfte kann dann nicht mithalten, trotzdem findet das Buch zu einem soliden Abschluss. Wenn ihr zynische frisch Geschiedene, schwule Barista und furchtlose Katzen mögt, solltet ihr das Buch lesen. 

Habt ihr denn noch Lust auf düstere Geschichten oder seid ihr jetzt schon in der kuschligen Vorbereitungsphase für Weihnachten?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Montag, 31. Oktober 2022

The Carrow Haunt


Hallo meine Horrorhasen,

heute ist schon Halloween und deswegen will ich euch das Buch vorstellen, bei dem ich hoffte, dass es mich am meisten gruseln würde. Leider war daraus nichts geworden, aber für diejenigen, die es lieber nicht ganz so gruslig mögen, sondern auch ein bisschen Witz und Romantik suchen, ist das Buch vielleicht trotzdem noch passend.

Die Fakten:

  • Autor: Darcy Coates
  • Sprecher: Amanda Leigh Cobb
  • Titel: The Carrow Haunt
  • Erschienen: 2018
  • Verlag: Black Owl Books
  • Dauer: 8 Std. 54min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "Remy is a tour guide for Carrow House, a notoriously haunted building. When she's asked to host seven guests for a week-long stay to research Carrow's phenomena, she hopes to finally experience some of the sightings that made the house famous. At first, it's everything they hoped for. Then a storm moves in, cutting off their contact with the outside world, and things quickly become twisted. Doors open on their own. Seances go disastrously wrong. Red liquid seeps from behind the wallpaper. Their spirit medium wanders through the house during the night, seemingly in a trance. Then one of the guests dies under strange circumstances, and Remy is forced to consider the possibility that the ghost of the house's original owner, a twisted serial killer, still walks the halls. But by then it's too late to escape."

Zur Handlung: Remy ist glücklich mit ihrem Job. Sie gibt abendliche Führungen durch ein altes Anwesen, das einst den Carrows gehörte. Diese betrieben zunächst eine Heilanstalt, dann später ein Luxushotel, doch dann kam es immer wieder zu Zwischenfällen, bei denen Gäste und auch Angestellte verschwanden. Angeblich wurde der Verantwortliche schließlich im Foyer von einem Mob gehängt.

Doch Remy hat bisher nur kleine ungefährliche übernatürliche Phänomene erlebt. In einem Raum hört man Glas knirschen, wenn das Licht aus ist. In einem anderen hört man Pochen aus einem versteckten Fach im Kleiderschrank. Und der Geist eines jungen Mädchen stibitzt gern Dinge von Gästen und versteckt diese irgendwo. Doch als Remy mit einigen Menschen, die auf der Suche nach Übernatürlichem sind, zwei Wochen in diesem Haus verbringen soll, bleibt es nicht bei diesen unschuldigen Erscheinungen.

Ich liebe Haunted House-Geschichten und dafür ist Darcy Coates auch bekannt. Das erste Buch, das ich von ihr gelesen hatte, war auch echt schön gruslig: The Haunting of Blackwood House. Die beiden nächsten Bücher, die ich dann gelesen habe, waren immer noch gruslig, aber nicht mein Geschmack. Dieses hier ist dann der Grund, warum ich verstehe, dass Darcy Coates angeblich Cosy Horror schreibt, denn es bleibt alles sehr zahm, alles ist sehr vorhersehbar, und man bekommt nicht wirklich viel Angst.

Remy als Hauptcharakter hat mir gut gefallen, auch wenn ich den Namen etwas komisch finde (teilweise habe ich sie beim Hören mit einem anderen Charakter verwechselt). Sie ist sehr in das Haus der Carrows verliebt und hat viel Enthusiasmus für ihren Job. Wenn es dann etwas gruslig wird, hat sie sehr viel Verantwortungsbewusstsein. Sie sieht es als ihre Aufgabe an, alle zu beschützen, weil sie das Haus am besten kennt. Sie ist bodenständig, aber auch keine große Skeptikerin. Sie hält die Gruppe zusammen.

In der Gruppe haben wir dann einige Charaktere. Der wichtigste ist vermutlich Mark, der alle zu diesem Aufenthalt eingeladen hat. Wir wissen lange nicht, warum er das getan hat, aber er ist charmant und interessiert am Übernatürlichen. Außerdem hat er eine Menge Geld und ist attraktiv (zwinker zwinker). Eingeladen hat er eine Hellseherin mit ihrem Assistentin. Die beiden sind ein ulkiges Paar - sie eine ältere Dame, die aber sehr bestimmt sein kann und manchmal wenig Feingefühl hat, er ein sehr unsozialer Mensch mit besonderen Sandwich-Künsten. Außerdem eingeladen war ein Videoblogger, der auf der Suche nach Geistern ist. Und schließlich hat sich die junge Besitzerin des Hauses, eine Teenagerin, die überzeugt ist selbst eine Hellseherin zu sein, selbst eingeladen mitsamt ihrer Assistentin/ eigentlich besten Freundin, mit der es kriselt und die absolut nicht in diesem Haus sein will. Zur moralischen Unterstützung hat sich Remy noch einen älteren Herrn eingeladen, der ebenfalls am Haus interessiert ist und vor seinen Enkel mit einem spannenden Hobby (Geisterjagd) prahlen will.

Diese Charaktere beobachten wir nun dabei, wie sie das Haus erkunden. Da wir von Remy direkt am Anfang die ganze Hintergrundgeschichte des Hauses gehört haben, fehlt uns schon mal kein Kontext um zu wissen, was los ist. Es wird dann Seances geben, und Videokameras, und ein paar verdächtig kalte Ecken, alles, wie es im Haunted House-Bilderbuch steht. Dabei stehen die Interaktionen zwischen den Charakteren leider viel mehr im Zentrum als die mit Bezug zum Haus.

Auch, dass wir so schnell wissen, dass es sich hier um Geister handelt und wie diese funktionieren (sie können dir nichts tun außer vielleicht einen Gegenstand nach dir werfen, wenn sie richtig sauer sind), gibt es quasi nie etwas zu fürchten. Nicht einmal der Keller/Friedhof im Haus hat mir eine Gänsehaut verpasst. Und ich fand es auch schwierig ein gutes Bild im Kopf zu bekommen, wie das Haus aussieht, weil so viele Teile davon kaum beschrieben werden. Ich bin auch nach wie vor unsicher, ob nun auf dem Dachboden auch die Bedienstetenzimmer waren oder nicht. Solche Verwirrungsmomente ziehen einen natürlich auch immer aus der Geschichte heraus.

Gut gefallen hat mir die Stimmung um das Haus herum. Es steht auf einem Fels, der nur über eine Brücke zu erreichen ist, und ist fast völlig vom Meer umgeben. Durch die übernatürlichen Geschehnisse wird dann ein Unwetter augelöst, mit dem die Charaktere es auch immer mal wieder zu tun bekommen. Auch wie die Wellen dann bis ans Haus hochschlagen, fand ich toll beschrieben. 

Das Ende war dann recht aufregend, aber überhaupt nicht gruslig. Die Auflösung von allem sieht man meilenweit kommen. Es kommt zwar niemand völlig unbeschadet aus dem Haus, aber so richtig füchten tut man um die Charaktere trotzdem nicht. Und die ganze Erklärung hinter dem Phänomen fand ich auch etwas dürftig - das war alles der Gärtner? Eigentlich fast schon Klischee, ne. Und einen Epilog mit Schleife drauf gibt es dann auch noch.

Alles in allem kann ich das Buch nur empfehlen, wenn Horror für euch normalerweise nicht das Richtige ist, ihr aber zu Halloween mal etwas ausprobieren mögt, was sehr wenig Gruselfaktor hat. Ich mochte die Hauptfigur, und die Dynamik der Charaktere war auch interessant. Die Atmosphäre vor allem mit der Natur war ganz gut. Doch man merkt einfach, dass das Buch nicht designt ist, einem wirklich Angst zu machen. Dafür werden die Hintergründe zu früh erklärt, und die Hellseherin besteht immer wieder darauf, dass nichts passieren kann. Für mich war es leider eher nichts.

Was lest ihr heute zu Halloween? Ich werde mit den Monstress Comics weitermachen.

Bis bald,
Eure Kitty Retro 




Meine Bewertung:



Freitag, 28. Oktober 2022

House of Hunger


Hallo meine Horrorhasen,

Halloween rückt immer näher, und heute möchte ich euch ein düsteres neues Buch vorstellen, das von bluttrinkenden Adligen und ihren dunklen Geheimnissen handelt. Das Setting hat alle Gothic-Vibes, die ihr euch wünschen könnt. Leider hab ich das erste Buch der Autorin, Year of the Witching, noch nicht gelesen, aber es steht weiter auf meiner Wunschliste.

Die Fakten:

  • Autor: Alexis Henderson
  • Sprecher: Jeanette Illidge
  • Titel: House of Hunger
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Penguin Audio
  • Dauer: 10 Std 2min
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "Marion Shaw has been raised in the slums, where want and deprivation are all she knows. Despite longing to leave the city and its miseries, she has no real hope of escape until the day she spots a peculiar listing in the newspaper seeking a bloodmaid. Though she knows little about the far north—where wealthy nobles live in luxury and drink the blood of those in their service—Marion applies to the position. In a matter of days, she finds herself the newest bloodmaid at the notorious House of Hunger. There, Marion is swept into a world of dark debauchery. At the center of it all is Countess Lisavet. The countess, who presides over this hedonistic court, is loved and feared in equal measure. She takes a special interest in Marion. Lisavet is magnetic, and Marion is eager to please her new mistress. But when she discovers that the ancient walls of the House of Hunger hide even older secrets, Marion is thrust into a vicious game of cat and mouse. She’ll need to learn the rules of her new home—and fast—or its halls will soon become her grave."

Zur Handlung: Marions Eltern sind früh gestorben und seitdem halten sie und ihr Bruder sich mit schwierigen Jobs über Wasser. Marion putzt für eine alte Frau, die immer nur zu meckern hat. Ihr Bruder ist drogensüchtig und hat eine tödliche Krankheit, was ihn boshaft und gewalttätig gemacht hat. Marion hat nichts, was sie in diesem Leben festhält. Als sie die Anzeig für eine Bludmagd liest, was ein Leben im Luxus verspricht, beschließt sie alles zu riskieren und neu zu starten.

Marions Blut ist so besonders, dass sie trotz ihrer niederen Herkunft in das mächtigste Haus im Norden kommt. Die dortige Gräfin ist kränklich und braucht das Blut zum Überleben. Das hält sie aber nicht davon ab, das leckerste Blut und die schönsten Mädchen für sich zu beanspruchen. Marion ist überrascht, als sie lernt, dass die Mutter der Gräfin selbst eine Blutmagd war, und lässt sich immer weiter in ihren Bann ziehen.

Dieses Buch folgt den klassischen Entwicklungen von Gothic-Literatur. Wir haben ein junges Mädchen, das durch widrige Umstände auf ein geheimnisvolles, aber prunkvolles Anwesen kommt, wo dann doch nicht alles so ist, wie es zu sein scheint. Es ist düster, es ist sexy und es geht um Leben und Tod. Wenn ihr solche Geschichten mögt, solltet ihr House of Hunger auf jeden Fall versuchen.

Marion als Hauptcharakter hat mir gut gefallen. Wir treffen sie, während sie den Boden für eine verbitterte alte Frau putzt. So können wir direkt mit mir mitfühlen, sehen ihre Erniedrigung. Wir sehen auch, wie machtlos sie gegen ihren Bruder ist, den sie liebt, der sie aber schlecht behandelt. Marion ist kein guter Mensch, doch das liegt an den Umständen ihres Lebens. Sie ist auf eine Art ruchlos, gleichzeitig aber auch emotional abhängig von Lisavet.

Lisavet dagegen hätte ich gern besser kennen gelernt. Wir erfahren zumindest einen Teil ihrer Familiengeschichte und sehen, dass sie absolut ruchlos ist. Sie hat Momente der Stärke, wo man sie anbeten muss, aber auch Momente der Schwäche, und manchmal war es für mich schwierig beides in Einklang zu bringen. Gegen Ende wird sie mir dann etwas zu sehr Monster - da hätte es für mich einfach mehr Aufbau benötigt. Manches macht dann leider nicht so viel Sinn.

Besonders gut gefallen hat mir an diesem Buch die Welt und auch die Atmosphäre. Ich hatte nicht erwartet, dass das Buch in einer eigenen Fantasy-Welt spielt. Ich dachte eher, es ist quasi ein alternatives England des 19. Jahrhunderts oder sowas. Aber die Welt ist tatsächlich gut aufgebaut. Wir beginnen in einer dreckigen Metropole mit Slums, und von dort geht es dann in den entfernten kalten und dunklen Norden. Leider verbringen wir dann die ganze Zeit im Anwesen, aber bis dahin mochte ich die Gestaltung der Welt sehr.

Die Atmsphäre ist auch sehr bedrückend und beängstigend. In diesem Anwesen tummeln sich zu jeder Zeit viele Adlige, die als Gesandte anderer Häuser des Nordens fungieren. Diese spielen teilweise grausame Spiele mit Marion, und auf der Jagd wird schon auch mal nicht nur auf Tiere geschossen. Dieses volle Haus ist manchmal noch klaustrophobischer gewesen als ein kaltes, leeres Anwesen. 

Es gibt dann noch eine Nebencharaktere, zum Beispiel die anderen Blutmägde der Gräfin. Hier hätten die Dynamiken auch noch etwas stärker herausgearbeitet werden können, manches wird dann nur in Nebensätzen erwähnt. Außerdem gibt es noch eine Hausmutter und zwei Lehrkräfte. Die eine Lehrerin fand ich auch richtig anstrengend und war froh, dass wir nicht zu viele ihrer Unterrichtsstunden mit Marion mit ansehen mussten.

In diesem Buch baut sich dann nach und nach auch eine romantische Beziehung zwischen Marion und Lisavet auf. Wir sehen allerdings auch andere mehr oder wenige romantische Szenen zwischen verschiedenen Frauen. Ich mochte diese Idee von Lisavet der Verführerin, und es wir dann auch am Ende ganz interessant nochmals eingebaut.

Das Ende geht dann nochmal hoch her. Natürlich gibt es einiges Schockierendes zu erfahren, und schließlich geht es für alle Blutmägde um Leben und Tod. Das Ende war dann aber trotzdem auch etwas überstürzt und manche Szenen haben sich eher nach Schock als nach wirklich durchdacht angefühlt. Das fand ich schade. Dennoch passt das Ende gut zum Buch und gestaltet einen adäquaten Abschluss für die Geschichte.

Alles in allem kann ich das Buch empfehlen, wenn ihr solche Gothic-Romane und die Grundidee von (lesbischen) Vampiren mögt. Die Welt und die Atmosphäre sind toll beschrieben, die Hauptfigur ist komplex und man fiebert mit ihr mit. Auch wenn es am Ende dann ein bisschen zu schnell geht und nicht alles Sinn macht, fand ich es befriedigend. Zur Jahreszeit passt das Buch allemal perfekt.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Mittwoch, 26. Oktober 2022

Burn Our Bodies Down


Hallo meine Thrillerhasen,

ich möchte euch heute diesen Jugendthriller mit Horrorelementen vorstellen, den ich in der Bibliothek gefunden habe. Von der Autorin hatte ich schon Wilder Girls gelesen, das mir sehr gut gefallen hatte. Dieses Buch hatte allerdings eher gemischte Rezensionen bekommen, weswegen ich froh war, dass ich es aus der Bibliothek ohne großes Risiko testen konnte.

Die Fakten:

  • Autor: Rory Power
  • Titel: Burn Our Bodies Down 
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Macmillan Children's Books
  • Seiten: 340
  • Preis: 7,99 Euro
  • Klappentext: "Ever since Margot was born, it's been just her and her mother. No answers to Margot's questions. No history to hold on to. Just the two of them, stuck in their rundown apartment, struggling to get along. But that's not enough for Margot. She wants family. She wants a past. And when she finally finds a photograph pointing her to a town called Phalene, she leaves. But when Margot gets there, it's not what she bargained for. Margot's mother left for a reason. But was it to hide her past? Or was it to protect Margot from what's still there?"

Zur Handlung: Margot ist allein mit ihrer Mutter aufgewachsen, und mit all ihren seltsamen Regeln. Zum Beispiel muss immer eine Kerze brennen, und manchmal muss Margot ihre Haut nah an die Flamme halten. Doch diese Einsamkeit schweißt die beiden auch zusammen, und so kann Margot doch nie den Willen aufbringen ihre Mutter zu verlassen.

Doch in den Sommerferien, kurz bevor Margot 18 Jahre alt wird, findet sie zufällig ein altes Foto in der Bibel ihrer Mutter. Dieses Foto verbindet sie endlich mit einer Familie und einem Ort. Nun gilt es herauszufinden, ob es noch überlebende Verwandte gibt. Und tatsächlich findet Margot unter der angegebenen Telefonnummer ihre Großmutter. Doch ihre Mutter ist nicht bereit, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, sodass sich Margot selbst auf den Weg macht, um herauszufinden, woher sie kommt.

Diese Geschichte liest sich völlig anders als Wilder Girls, weswegen sicherlich einige von diesem Buch enttäuscht waren. Ich hatte mich darauf allerdings eingestellt. Im Gegensatz zu einer Schule voller seltsamer Kinder begegnen wir Margot als einer isolierten Person ohne Freunde, ohne Familie und ohne Vergangenheit. In den Sommerferien weiß sie kaum etwas mit sich anzufangen, bis sie die Telefonnummer ihrer Großmutter findet. Sie sehnt sich nach einem normalen Leben, das sie bisher nicht kannte.

Margot als Hauptfigur war gut gelungen. Ich habe ihre Einsamkeit und Wurzellosigkeit nachvollziehen können. Ich finde auch, dass die familiäre Geschichte einen wichtigen Teil der eigenen Identität ausmachen kann. In der neuen Umgebung ist sie dann teils hin- und hergerissen, da sie zu ihrer neu gefundenen Familie stehen will, aber natürlich eigentlich gar nichts über sie weiß. Margot hat außerdem Gefühle für ein anderes Mädchen in dem Ort.

Besonders gefallen hat mir an dem Buch das klaustophobische Gefühl der amerikanischen Kleinstadt. Man hat sofort das Gefühl, dass hier jeder jeden kennt, was dadurch auf die Spitze getrieben wird, dass alle sofort erkennen, zu welcher Familie Margot gehören muss. Diese Unmöglichkeit von Anonymität kann etwas sehr Bedrückendes sein, vor allem wenn die eigene Familie von vielen als schlecht angesehen wird.

Doch es kommt noch schlimmer als von allen erkannt werden: an ihrem ersten Tag in der Stadt erlebt Margot wie die Felder der Farm ihrer Großmutter brennen. Sie versucht dabei ein Mädchen zu retten, was ihr jedoch nicht gelingt. Sie muss allerdings feststellen, dass das Mädchen exakt wie sie selbst aussieht. Im weiteren Verlauf der Geschichte geht es dann vor allem darum herauszufinden, warum Margot diese Doppelgängerin hatte, die sonst niemand zu kennen scheint und von der ihre Großmutter angeblich nichts weiß.

Das Mystery-Element ist damit im Zentrum der Erzählung, aber es gibt auch einige Aspekte drum herum. Ein zentrales Thema ist das von Familie und Zugehörigkeit, aber auch Loyalität und intergenerationale Beziehungen. Außerdem haben wir am Rande die romantischen Gefühle von Margot in Bezug auf ein anderes Mädchen in der Stadt. Und wir sehen auch einige andere Figuren in der Stadt, vor allem auch einen Polizisten, der den Tod des unbekannten Mädchens untersucht.

Die Auflösung des Ganzen fand ich ganz interessant, aber auch nicht völlig herausragend. Es geht gegen Ende dann schon auch in der Horrorrichtung, sodass das Buch eher für ältere Teenager geeignet ist. Es werden nicht alle Figuren bis zum Ende überleben, und die Auflösung enthüllt dann auch einige verstörende, nicht ganz natürliche Vorgänge. Man hätte das Ganze sicherlich noch ein bisschen stärker in Hinsicht auf eine gesellschaftliche Kritik ziehen können, um es noch besser zu machen. So sind da leider nur leise Ansätze.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Es war schön kurz für Zwischendurch und ließ sich schnell weglesen. Für alle, die Jugendthriller mögen und es auch ein bisschen blutig werden darf, ist hier sicherlich was dabei. Ich mochte auch die Hauptfigur und diese Frage nach ihrer intergenerationalen Vergangenheit. Auch einige Kommentare zum Thema Erziehung fand ich sehr treffend. Und das Buch hat definitiv eine bedrückende und düstere Stimmung vom Anfang bis zum Ende. Die deutsche Ausgabe erscheint übrigens im nächsten Frühjahr.

Was habt ihr denn diesen Monat bisher gelesen? Irgendwas Grusliges dabei?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Mittwoch, 19. Oktober 2022

Just Like Home


Hallo meine Horrorhasen,

kommen wir zu meinem Lieblingshorrorbuch, das ich bisher dieses Jahr gelesen habe. Als ich das Cover das erste Mal gesehen habe, wollte ich es unbedingt lesen. Dann waren die ersten Kritiken aber gar nicht gut, und ich habe es erstmal wieder verworfen. Doch dann war es das Buchclubbuch von einer Booktuberin, der ich auf Patreon folge, und ich habe es doch gekauft - zum Glück.

Die Fakten:

  • Autor: Sarah Gailey
  • Titel: Just Like Home
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Tor Books
  • Seiten: 344
  • Preis: 26,80 Euro (gebunden)
  • Klappentext: "“Come home.” Vera’s mother called and Vera obeyed. In spite of their long estrangement, in spite of the memories -- she's come back to the home of a serial killer. Back to face the love she had for her father and the bodies he buried there. Coming home is hard enough for Vera, and to make things worse, she and her mother aren’t alone. A parasitic artist has moved into the guest house out back, and is slowly stripping Vera’s childhood for spare parts. He insists that he isn’t the one leaving notes around the house in her father’s handwriting… but who else could it possibly be? There are secrets yet undiscovered in the foundations of the notorious Crowder House. Vera must face them, and find out for herself just how deep the rot goes."

Zur Handlung: Sobald Vera volljährig war, hat ihre Mutter sie vor die Tür gesetzt, und seitdem haben beide nie zurückgeschaut. Doch alles ändert sich, als Vera einen Anruf von ihrer Mutter erhält, die im Sterben liegt, und die sie bittet ein letztes Mal nach Hause zu kommen. Vera sagt zu, auch wenn sie sich damit nicht wohl fühlt. Sie beschließt das alte Haus auszuräumen und zum Verkauf vorzubereiten.

Doch als Vera das Haus erreicht, trifft sie ihre kranke Mutter nicht allein an. Der Sohn eines Autoren, der sich vor Jahren an der Geschichte von Veras Familie erreichert hat, lebt nun im Gartenhaus. Er will Kunst machen, die von dieser schaurigen Geschichte inspiriert ist. Doch Vera muss bald herausfinden, dass hinter all dem so viel mehr steckt, als das, worauf sie sich vorbereitet hat.

Diese Geschichte beginnt eher langsam, baut aber eine enorme Atmosphäre auf. Dabei werden viele Elemente, die ich mag, miteinander verbunden. Das Ende war dann sehr überraschend für mich und hat mich sprachlos hinterlassen. Insgesamt hat mich das Leseerlebnis an We Have Always Lived in the Castle erinnert. Man muss etwas Geduld mitbringen, und sich auf Übernatürliches einstellen.

Vera als Hauptfigur fand ich sehr spannend. Zunächst begegnen wir ihr mit Sympathie, denn wer will schon mit 18 vor die Tür gesetzt werden. Wir sehen ihr angespanntes Verhältnis zu ihrer Mutter, wissen aber die Hintergründe nicht. Gleichzeitig versetzt das langsame Sterben der Mutter Vera auch in eine neue Rolle, mit der sie nicht so viel anfangen kann. Wir lernen dann auch immer mehr über Veras Kindheit, in der sie ihren Vater sehr geliebt hat. Das Problem ist, dass ihr Vater ein Serienmörder war. 

Bei diesem letzten Punkt hätte ich mir gewünscht, dass er nicht ganz so spät im Buch erwähnt wird, da er ja direkt im Klappentext steht. Dadurch fühlt sich der Anfang ein bisschen langatmig an. Trotzdem ist es ein ganz entscheidender Punkt für Veras Entwicklung als Charakter. Wir sehen, was sie als Kind von ihrem Vater gelernt hat - vor allem, indem sie ihn heimlich beobachtet hat. Und nach und nach wird uns auch klar, dass Vera selbst kein wirklich guter Mensch ist.

Neben Vera haben wir den Mann, der im Gartenhaus lebt. Zunächst können wir ihn nicht wirklich einschätzen. Er ist Künstler und redet viel über das Haus und die Atmosphäre darin. Vera sieht ihn eher als Schmarotzer, der ihre Mutter ausbeuten wollte. Sie sieht ihn als Eindringling. Anfangs versucht er aber sie davon zu überzeugen, dass er ein guter Typ ist. Gegen Ende wird es zwischen den beiden aber immer ekliger. Wie gesagt, die Dynamik hat mich an We Have Always Lived in the Castle erinnert - und das Buch habe ich geliebt.

Die angespannte Stimmung zwischen Vera und ihrer Mutter ist teilweise hart zu lesen, aber auch gut umgesetzt. Es gibt immer wieder Momente, wo wir die Mutter nicht wirklich verstehen: hat ihre Krankheit sie so verändert? Aber wir sehen diese Mutter auch aus der Perspektive von Vera als Kind, die eben ein inniges Verhältnis zu ihrem Serienmörder-Vater hatte und ein völlig unterkühltes Verhältnis zu ihrer augenscheinlich normalen Mutter. Dieser Gegensatz war spannend in die Geschichte geflochten.

Ein wichtiger Aspekt der Geschichte ist das Haus/Zuhause von Vera. Hier mochte, wie am Anfang immer wieder betont wird, dass das Haus von ihrem Vater gebaut wurde, durch seine Hände und für seine Familie - für Vera. Es wird eine ganz besondere Energie erzeugt, die dann das Buch bedeutend prägt. Doch das Haus hat auch viele schlimme Dinge gesehen, und das geht an keinem Haus spurlos vorbei. Wenn ihr Häuser mögt, die sich selber Gedanken machen können, dann solltet ihr das Buch lesen.

In diesem Buch geht es auch ein Stück weit um Nostalgie. Es geht um das Gefühl eines Zuhauses, vor allem eines, das zerbrochen ist, von dem man verstoßen wurde. Veras Rückkehr ist kein Zufall, und auch wenn sie das Haus eigentlich für den Verkauf vorbereiten will, ist sie doch nicht sicher vor den Gefühlen, die einen überkommen können, wenn man nach Hause kommt. Und wer schafft es schon, sein Zuhause nicht zu lieben, egal mit wem man es teilt?

Das Ende war dann wirklich sehr wild. Ihr müsst euch auf ein seltsames Buch einstellen, wenn es euch gefallen soll. Es passieren dann einige Dinge, die zum Übernatürlichen gehören. Für mich war es auf einer Ebene aber nachvollziehbar, denn auch ich habe ein Zuhause, aus dem ich verstoßen wurde. Und dieses Haus bedeutet mir immer noch etwas, gerade weil es immer da war, egal wie schlimm Dinge wurden. Darum geht es am Ende im Just Like Home - was ein Zuhause mit uns macht. Wenn euch das thematisch interessiert, lest das Buch.

Alles in allem kann ich das Buch nur schwer empfehlen, denn einige werden es lieben und viele werden es total blöd finden. Ich gehöre zu der Minderheit, die sich hier irgendwie gesehen gefühlt haben. Natürlich hilft es, dass ich Haunted House-Geschichte und gruslige Kleinstädte liebe, aber das Buch bietet dann doch noch mehr. Wer aber in seinen Mystery-Thriller-Geschichten nichts Übernatürliches haben will, sollte weit weg von diesem Buch bleiben. Dann kann das Ende nur enttäuschen.

Habt ihr schon von dem Buch gehört und zieht euch dieses Cover auch so an?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 16. Oktober 2022

Rules For Vanishing


Hallo meine Horrorhasen,

ich liebe ja den Oktober für alle Bücher, die es einem kalt den Rücken runterlaufen lassen. Ein Buch, das schon seit Jahren auf meiner Wunschliste war, möchte ich euch heute vorstellen. Die Autorin hat auch gerade ein neues Buch herausgebracht, aber ich dachte, ich starte quasi von vorn. 

Die Fakten:

  • Autor: Kate Alice Marshall
  • Sprecher: Jesse Vilinsky, Robbie Daymond, Rob Shapiro
  • Titel: Rules for Vanishing (dts. Der Geist von Lucie Gallows)
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: Listening Library
  • Dauer: 11 Std. 5min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "Once a year, a road appears in the forest. And at the end of it, the ghost of Lucy Gallows beckons. Lucy's game isn't for the faint of heart. If you win, you escape with your life. But if you lose... Sara's sister disappeared one year ago - and only Sara knows where she is. Becca went to find the ghost of Lucy Gallows and is trapped on the road that leads to her. In the sleepy town of Briar Glen, Lucy's road is nothing more than local lore. But Sara knows it's real, and she's going to find it. When Sara and her skeptical friends meet in the forest to search for Becca, the mysterious road unfurls before them. All they have to do is walk down it. But the path to Lucy is not of this world, and it has its own rules. Every mistake summons new horrors. Vengeful spirits and broken, angry creatures are waiting for them to slip, and no one is guaranteed safe passage. The only certainty is this: The road has a toll and it will be paid. Sara knows that if she steps onto the road, she might not come back. But Becca needs her. And Lucy is waiting."

Zur Handlung: Ein Jahr nachdem Sara's Adoptivschwester Becca verschwunden ist, bekommen alle an ihrer Schule eine Nachricht, die sie einlädt die Straße zu suchen. Es gibt in diesem Spiel nichts zu gewinnen und alles zu verlieren, aber einige Menschen fühlen sich magisch hingezogen zu dieser Straße, die nur einmal im Jahr im Wald auftaucht. Dieses Jahr gibt es für Sara aber etwas zu gewinnen: die Gewissheit, was mit ihrer Schwester geschehen ist.

Gemeinsam mit einer Gruppe Freunde macht sie sich auf den Weg. Eine Straße, sieben Tore und 2x2x2 Personen können sie vielleicht lebend verlassen. Doch schon die erste Aufgabe ist eine Herausforderung: in Paaren, die sich an den Händen halten, 13 Schritte durch die absolute Dunkelheit gehen. Es gibt nur eine Regel: Lass nicht los! Und Sara bricht sie...

Dieses Buch ist eine Horrorgeschichte für (ältere) Jugendliche, bei der eine Gruppe Teenager sich auf eine Geisterstraße begibt. Durch die verschiedenen Tore werden unterschiedliche gruslige Szenarien kreiert. Es gibt immer wieder schaurige Begegnungen, mit verlorenen Seelen, mit Monstern und Geistern. Dabei wird eine tolle Atmosphäre erschaffen, die definitiv gut zur Jahreszeit passt.

Das Buch wird rückblickend in Form von verschiedenen Materialien erzählt. Im Hörbuch wird das durch verschiedene Sprecher gelöst. Wir haben Transkripte von Videomaterial, Interviewausschnitte und Saras geschriebene Erklärung darüber, was auf der Straße geschehen ist. Die Interviews werden von einem Mann geführt, der sich offensichtlich mit übernatürlichen Geschehnissen auskennt. In gedruckter Form ist das sicherlich auch ansprechend umgesetzt, und es erinnert ein bisschen an Blair Witch Project.

Sara als Hauptfigur hat mir gut gefallen. Seit dem Verschwinden ihrer Schwester hat sie sich von allen zurückgezogen. Doch nun hat sie die Chance ihre Schwester wiederzufinden, und sie weiß, dass sie es nicht allein kann. Auf der Straße behält sie oft einen kühlen Kopf, hat manchmal aber auch unverschämtes Glück. Doch sie ist immer diejenige, die die anderen weiterführt und ihnen gegenüber Verantwortung empfindet. Ich konnte gut mit ihr mitfühlen, vor allem ihre Schuldgefühle, die gegen Ende des Buches immer stärker werden.

Neben Sara tauchen viele andere Figuren auf. Am Anfang fand ich das etwas verwirrend, weil man zum Beispiel bei den Videotranskripten sehr schnell aufnehmen muss, wer wer ist. Wir haben beispielsweise Saras besten Freund, der in Becca verliebt war, aber sie bei ihrer Suche nach der Straße nicht unterstützen wollte. Auch er hat offensichtlich Schuldgefühle. Dann haben wir die Freundin, in die Sara heimlich verliebt ist, und die mit zwei Dates im Wald erscheint, wovon allerdings nur eine mit auf die Straße geht. Saras bester Freund bringt wiederum einen Freund mit, der gehörgeschädigt ist. Außerdem ist eine weitere Freundin dabei, die mit ihrem kleinen Bruder kommt. Eine Schulkameradin mit einer ungesunden Neugier in Bezug auf lokale Geschichte, die stottert, ist auch noch dabei, sowie ein Bekannter. Man findet sich aber dann doch sehr schnell zurecht und lernt die Charaktere näher kennen. Als Ensemble besonders schön ist die Diversität der Gruppe, die ihnen immer wieder hilft weiterzukommen. Trotzdem sollte man sich auch darauf einstellen, dass nicht alle überleben.

Daneben haben wir dann in der Erzählperspektive noch ein Team von zwei Personen, die den Fall untersuchen. Dieses Team besteht aus einem erwachsenen Mann und einer Teenagerin. Man weiß zunächst nicht so richtig, welchen Zweck sie damit verfolgen, aber es wird nach und nach aufgelöst. Ich habe gehört, dass die zwei folgenden Bücher der Autorin lose mit diesem Buch verbunden sind, und ich frage mich, ob das vielleicht mit diesen Charakteren zusammenhängt.

Das besondere an diesem Buch ist die Straße. Hier mochte ich, wie sich die Atmosphäre direkt ab Beginn aufbaut. Es gibt nicht viel Vorgeplänkel, sondern wir sind relativ schnell mitten in der Nacht im Wald und die Straße erscheint. Dabei schafft es das Buch immer wieder neue verstörende Szenarien aufzumachen. Ich glaube, mein Lieblingsteil ist immer noch das Dorf. Auf jeden Fall wird sehr schnell klar, dass die Teenager nicht alleine auf der Straße sind, und nicht alles in ihnen wohlgesonnen. Ich mochte auch die Idee mit den klaren Regeln, da gerade so etwas im Horrorkontext nochmal vermeintliche Sicherheit geben kann. Die Regeln klingen alle so simpel, aber manchmal machen sie auch kaum Sinn. 

Es gibt dann auch, je weiter die Gruppe kommt, immer mehr Hintergrundgeschichte dazu, warum die Straße überhaupt existiert, und warum sie will, dass Leute sie betreten, obwohl es am Ende ja nichts zu gewinnen gibt. Hier mochte ich, dass wir Erklärungen bekommen, die gleichzeitig irgendwie nicht so viel Sinn machen und wo dann doch ganz wichtige Informationen fehlen. Dadurch bleibt es auf jeden Fall vage genug, um im Horrorgenre Sinn zu machen, aber es ist auch kein völlig offenes Ende.

Gefallen hat mir dann auch der Epilog - auch wenn es den nicht im klassischen Sinne gibt. Aber nach einem Ende mit einigen Twists, die ich aber hab kommen sehen, erfahren wir dann schon noch, was aus einigen der Charaktere geworden ist. Da war ich dann schon erleichtert, denn sie waren mit wirklich ans Herz gewachsen.

Alles in allem war dies ein sehr unterhaltsames, schauriges Abenteuer, auf das ich die Charaktere gern begleitet habe. Die aufgemachten Szenarien haben für mich alle ihren Zweck erfüllt, es entsteht eine düstere Atmosphäre, und niemand ist wirklich sicher. Die Charaktere selbst sind mir auch ans Herz gewachsen, und auch wenn ich die Twists alle habe kommen sehen, hatte ich doch immer Spaß am Weiterhören. Ich kann das Buch nur empfehlen, wenn ihr etwas für Halloween sucht, was nicht zu blutig und gruslig ist, aber eine spannende Atmosphäre mit guter Handlung füllen kann.

Habt ihr von dem Buch schon gehört? Der deutsche Titel kam mir gar nicht bekannt vor...

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Freitag, 7. Oktober 2022

Payback's A Witch


Hallo meine Gruselfreunde,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, dass zwar Hexen hat, aber einem das Herz wirklich erwärmt. Es handelt sich um eine Romanze zwischen zwei Hexen, um genau zu sein. Ich habe dieses Buch letztes Jahr gelesen und werde dieses Jahr mal die Fortsetzung probieren. Für alle, die einen Funken Liebe in ihren Halloween-Büchern brauchen, ist dieses hier aber perfekt.

Die Fakten:

  • Autor: Lana Harper
  • Sprecher: Jeremy Carlisle Parker
  • Titel: Payback's A Witch
  • Serie: The Witches of Thistle Grove 1
  • Erschienen: 2021
  • Verlag: Penguin Audio
  • Dauer: 10 Std. 13min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "Emmy Harlow is a witch but not a very powerful one - in part because she hasn't been home to the magical town of Thistle Grove in years. Her self-imposed exile has a lot to do with a complicated family history and a desire to forge her own way in the world, and only the very tiniest bit to do with Gareth Blackmoore, heir to the most powerful magical family in town and casual breaker of hearts and destroyer of dreams. But when a spellcasting tournament that her family serves as arbiters for approaches, it turns out the pull of tradition (or the truly impressive parental guilt trip that comes with it) is strong enough to bring Emmy back. She's determined to do her familial duty; spend some quality time with her best friend, Linden Thorn; and get back to her real life in Chicago. On her first night home, Emmy runs into Talia Avramov - an all-around badass adept in the darker magical arts - who is fresh off a bad breakup...with Gareth Blackmoore. Talia had let herself be charmed, only to discover that Gareth was also seeing Linden - unbeknownst to either of them. And now she and Linden want revenge. Only one question stands: Is Emmy in? But most concerning of all: Why can't she stop thinking about the terrifyingly competent, devastatingly gorgeous, wickedly charming Talia Avramov?"

Zur Handlung: Emmy hat die Magie hinter sich gelassen, was definitiv nicht leicht war. Doch wenn man bedenkt, dass sie aus der langweiligsten magischen Familie von Thistle Grove stammt, ist es auch kein großes Opfer. Und natürlich ist da noch die Geschichte mit Gareth. Sagen wir, Emmy hat Thistle Grove damals beschämt verlassen und sieht keinen Grund zurückzukehren.

Keinen Grund, außer eines traditionsreichen magischen Tourniers, bei dem ihre Eltern von ihr erwarten, dass sie die Schiedsrichterin gibt. Emmy hat absolut keine Lust auf dieses Event, doch ihre Familie lässt sie so leicht nicht entkommen. Und so findet sie sich zurück im Ort ihrer Jugend, mit allen Gefühlen von Unzulänglichkeit, Scham und vielleicht Liebe, die sie dachte hinter sich gelassen zu haben.

Ich lese ja nicht so gern romantische Romane, aber letztes Jahr um die Zeit ging es mir leider nicht so gut und ich brauchte etwas Lockerleichtes, das mir das Leben aufheitert. Daher habe ich zu dieser Romanze zwischen zwei Hexen gegriffen, die in einer Kleinstadt voller Halloween-Feeling spielt. Und das Buch hat mich wirklich positiv überrascht, sowohl mit der Romanze als auch mit den Fantasy-Elementen, die wirklich gut waren.

Emmy als Hauptcharakter muss man mögen. Sie hat ihre Heimatstadt voller Magie verlassen, weil sie das Gefühl hatte, dass sie dort nie etwas anderes sein kann als ihre Familie schon seit Generationen war - die Schiedsrichter, die Mittelsmänner zwischen den wirklich starken Hexenfamilien. Sie hat studiert und eine erfolgreiche Karriere gestartet, doch nun muss sie zurück. Und wenngleich sie sich freut, ihre Familie wiederzusehen, so trifft sie doch direkt am erste Abend auf ihren Ex, der sie erst zum Gehen gebracht hatte. Und kurz darauf erfährt sie, dass dieser Ex auch ihrer besten Freundin das Herz gebrochen hat. Emmy findet sich in dem Zwiespalt, dass sie die Rolle ihrer Familie in dem Tournier erfüllen will, gleichzeitig aber Gareth vom Sieg abhalten möchte. Und damit kommt sie automatisch seiner Gegnerin näher: Talia. 

Talia als Love Interest mochte ich sehr. Sie erscheint erstmal kalt, arrogant und ziemlich mächtig. Aber sie hat auch andere Seiten und ein gutes Herz. Ihre Familie hat die grusligste Art der Magie, denn jede Familie spezialisiert sich auf bestimmte Fähigkeiten. Außerdem hat Talia eine Möglichkeit gelegentlich mit ihrer Vorfahrin zu sprechen, und die war wirklich was Besonderes. In den Szenen musste ich echt lachen.

Daneben gibt es einige Figuren, die auftauchen, wie Emmy beste Freundin, Gareth der Obermacker, und Emmys Familie. Allerdings erinnere mich hier nicht an Besonderes, sondern habe vor allem den Gesamteindruck von dieser Kleinstadt genossen, die irgendwie ganz normal und andererseits so magisch ist. Der ganze Vibe hat einfach perfekt in den Herbst gepasst.

Die Handlung fand ich aber auch spannend, und wie gesagt, ich war überrascht wie cool das magische Tournier war. Ich habe da wirklich mitgefiebert, und es gab einige Twists and Turns, die ich nicht habe kommen sehen. Am Ende wird es sogar recht dramatisch, da sogar Talias Leben auf dem Spiel steht. Ich hatte hier wirklich nicht so eine gute Fantasy-Story erwartet, sondern ich dachte, es ist mehr eine Ausrede, damit sich die Charaktere treffen. Aber nein, es hat alles richtig gut zusammengepasst.

Das Ende ist natürlich dann wie bei einer Romanze zu erwarten. Man bekommt nochmal so ein schönes warmes Gefühl, wenn sich doch alles irgendwie fügt. Und ich mochte, dass die Charaktere beide wie Erwachsene waren am Ende, und sich auch so verhalten haben. Es wurden nicht alle Probleme einfach so weggewischt und es hat auch nicht ein Charakter dann alles für die Liebe aufgegeben oder so.

Alles in allem hat mich dieses Buch wirklich positiv überrascht und ich kann es allen empfehlen, die gern zwei Hexen dabei begleiten möchten, wie sie sich verlieben. Dabei gibt es noch ein magisches Abenteuer zu erleben und vielleicht ein bisschen Rache am Ex zu üben. Wer darauf Lust hat, wird nicht enttäuscht werden.

Welche Hexenromanze hat denn euer Herz gewonnen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Mittwoch, 5. Oktober 2022

Belladonna


Hallo meine Gruselleser,

es ist Oktober und damit auch Zeit für etwas dunklere Geschichten (obwohl ich die ja das ganze Jahr sehr mag). Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das ganz frisch erschienen ist und auf das ich mich sehr gefreut hatte. Die erste Dilogie der Autorin hatten mich sehr positiv überrascht, und diese dunklere Geschichte klang einfach perfekt.

Die Fakten:

  • Autor: Adalyn Grace
  • Sprecher: Kristin Atherton
  • Titel: Belladonna
  • Reihe: Belladonna 1
  • Erschienen: 2022
  • Verlag: Hodder & Stoughton
  • Dauer: 13 Std 12min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "Orphaned as a baby, 19-year-old Signa has been raised by a string of guardians, each more interested in her wealth than her wellbeing—and each has met an untimely end. Her remaining relatives are the elusive Hawthornes, an eccentric family living at Thorn Grove, an estate both glittering and gloomy. Its patriarch mourns his late wife through wild parties, while his son grapples for control of the family's waning reputation and his daughter suffers from a mysterious illness. But when their mother's restless spirit appears claiming she was poisoned, Signa realises that the family she depends on could be in grave danger, and enlists the help of a surly stable boy to hunt down the killer. Signa's best chance of uncovering the murderer, though, is an alliance with Death himself, a fascinating, dangerous shadow who has never been far from her side. Though he's made her life a living hell, Death shows Signa that their growing connection may be more powerful—and more irresistible—than she ever dared imagine."

Zur Handlung: Es ist eine große Party, bei der Signas Mutter sie als Baby allen ihren Freunden präsentiert, und sie endet in einer großen Tragödie, als fast alle Gäste inklusive Signas Familie vergiftet werden. Doch als der Tod Signa zu sich holen will, sieht er nicht - wie bei allen anderen - ihre Vergangenheit, sondern ihre Zukunft. Und fortan kann Signa nicht sterben.

Doch sie hat alles verloren, ihre Familie, ihr Zuhause, und muss nun mit verschiedenen Zieheltern aufwachsen, die es unterschiedlich gut mit ihr meinen, aber alle ein unerwartetes und frühes Ende finden. Daher geht Signa davon aus, dass sie vom Tod verflucht wurde und nun allen, denen sie zu nahe kommt, den Tod bringt. Doch die Wahrheit könnte nicht weiter von dieser Theorie entfernt sein...

Dieses Buch ist für ein älteres Jugendpublikum gedacht. Es ist eine Mischung aus Romanze, Krimi und Fantasy. Die Romantik steht aber deutlich im Vordergrund, während die Fantasy-Elemente sich vor allem auf den Tod als Figur und das, was nach dem Tod kommt, beziehen. Signa muss bei ihrer neuen Ziehfamilie herausfinden, wer die Tochter des Hauses vergiften will und wer bei deren Mutter bereits erfolgreich war. Allerdings fand ich den Fall eher leicht zu durchschauen und er dient eher dazu, zwei bestimmte Charaktere näher zueinander zu bringen.

Signa als Hauptfigur mochte ich, aber ich kann mir auch vorstellen, dass manche sie anstrengend finden. Sie ist nicht in guten Umständen aufgewachsen, aber sie weiß, dass sie an ihrem 20. Geburtstag ihr Erbe antreten kann - und das sind nur noch wenige Monate. Sie träumt von einem Leben in der High Society, bei der sie so schillernd und anziehend ist wie ihre Mutter. Daher lernt sie aus einem Buch, wie man sich als feine Dame ihrer Zeit verhält. Doch als sie nun in der neuen Familie endlich diese Welt kennen lernt, von der sie immer geträumt hat, merkt sie, wie wenig sie dort hineinpasst. Sie ist auf ihre Art stur und ihre Entscheidungen sind nicht immer die besten oder nettesten, aber dafür mochte ich sie.

Wie gesagt, den Fall fand ich sehr vorhersehbar. Es gibt nur eine kleine Auswahl an Personen, die als Täter in Frage kommen, und mein erster Instinkt war auch der richtige. Abgesehen von der Frage, wer der Täter ist, gibt es noch ein Mysterium in diesem Haus, eine Figur, die nicht ist, was sie zu sein scheint. Auch das fand ich sehr offensichtlich. Also als Mystery- und Thrillerleser werdet ihr hier eher enttäuscht.

Dagegen spielt die Romanze hier eine große Rolle, und ich fand sie auch gut. Signa ist in einer Art Liebesdreieck, wobei schnell klar wird, wo ihre Gefühle sie hinführen. Ich persönlich mag ja Romanzen zwischen (sturköpfigen) Mädchen/Frauen und unsterblichen Wesen, die dieser Sturheit nicht widerstehen können. Trotzdem würde ich sagen, dass die Romanze hier nicht ganz so gut war wie andere in dem Bereich (The Bear and the Nightingale, An Enchantment of Ravens), aber wer nach sexy Szenen mit dem Tod sucht, kommt hier auf seine Kosten. Auf eine Art handelt es sich hier um eine Hate-to-Love-Romanze, denn zunächst hält Signa den Tod ja für den Feind. Aber er hasst sie nie zurück, sondern ist meist eher genervt von ihren Vorwürfen. Im Dreieck gibt es dann noch eine sich anbahnende Romanze, die mich ein bisschen an Stolz und Vorurteil erinnert hat, der Banter am Anfang des Buches ist da wirklich gut. Wenn ihr solche Romanzen mögt, dann lest dieses Buch!

Im Buch geht es dann auch viel um den Tod und um Sterben. Signa hat schon sehr viele Menschen verloren, aber da sie den Tod sehen kann, hat er für sie auch eine Bedeutung. Es gibt dazu auch ein paar schöne Sätze und eine schöne Szene im Buch. Hier würde ich aufgrund des eher jugendlichen Schreibstils aber nicht zu viel Tiefgang erwarten. Gegen Ende gab es dann aber Szene, die mich echt zum Weinen gebracht hat. Und ein paar Geister dürfen natürlich auch nicht fehlen...

Das Ende hat mir gut gefallen. Die Auflösung des Falls war für mich nicht überraschend, aber alles, was danach kam, fand ich sehr schön. Und es kommt noch einiges danach, weil es eben nicht primär darum geht, wer es nun war. Wir sehen auch, was mit der Familie und Signas Liebesleben passiert, nachdem alles geklärt ist. Dadurch bekommen wir einen hoffnungsvollen Blick am Ende, und natürlich einen kleinen Vorgeschmack auf den nächsten Band. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich den lesen werde.

Alles in allem war das eine schöne Geschichte zum Nebenher hören. Leider kommt das Buch aber nicht an die erste Dilogie der Autorin heran, was ich schade fand. Empfehlen kann ich es trotzdem, wenn euch die beschriebene Handlung und die genannten Themen interessieren. Es passt super in die jetzige Jahreszeit und ist nicht zu gruslig für alle, die es nicht gruslig mögen.

Habt ihr schon etwas von Adalyn Grace gelesen? Und habt ihr andere gute Bücher, in denen der Tod als Charakter vorkommt?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





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