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Freitag, 14. Februar 2020

21 Lektionen für das 21. Jahrhundert

Hallo an alle die sich noch nicht genug Gedanken um die Welt gemacht haben,

wer den Autor kennt, weiß dass es noch viel größere Bücher von ihm gibt. Eines davon versuche ich gerade zu lesen und dieses hier soll wohl eigentlich ein Nachfolger dessen sein, doch dieses Buch hier war für mich leichter zu verstehen und daher habe ich damit angefangen.

Fakten:
  • Autor: Yuval Noah Harari
  • Übersetzer: Andreas Wirthensohn
  • Sachbuch
  • 2019 erschienen
  • 528 Seiten
  • C.H.Beck 
  • Preis: 14,95€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Yuval Noah Harari, einer der aufregendsten Denker der Gegenwart, erzählt in seinen ersten beiden Büchern von Aufstieg des Homo Sapiens zum Herrn der Welt und von der Zukunft unserer Spezies. Nun schaut er auf das Hier und Jetzt und widmet sich den drängen Fragen unserer Zeit."

Wie im Klappentext zu erkennen, geht es um wesentliche Fragen der Menschheit in der heutigen Zeit. Der Autor stürzt sich dabei nicht auf kleine Themen, sondern geht wirklich große an - wie sollte sich die Menschheit in Zukunft verhalten und wie besser nicht. Ist es ratsam bestimmte Technologien weiterzuverfolgen und andere dafür fallen zu lassen. Gibt es überhaupt eine Chance weiter zu bestehen und wenn ja, wie könnte diese aussehen und umgesetzt werden.

Dies sind natürlich nur die großen Hauptthemen, die die 21 Unterthemen beschreiben. Ich muss auch ehrlich sagen, dass es mir nicht wie wirkliche 21 Lektionen vorkam, sondern oft das eine in das andere überging. Also wer stoisch 21 Haken machen will, das wird schwer.

Trotz das vieles zum alltäglichen Leben gehört, empfand ich nicht alles als super leicht verständlich, doch wie schon angedeutet, war diese Lektüre gefühlt leichter als anderes vom Autor. Was ich ebenso mochte, war die Art und Weise wie der Autor seine Themen behandelt. Manche erklären Weltgeschehen ja auf so eine schrecklich hochtrabende Art und Weise und mit Worten, die die Autoren wahrscheinlich selbst aus dem Duden abschreiben mussten. Hier wird alles sehr gut verständlich beschrieben. Sicherlich muss man in der Lage dazu sein gewisse Zusammenhänge selbst zu verstehen und sich logisch zu erschließen, aber definitiv keine Unmöglichkeit in dem Fall.

Empfehlen möchte ich es dennoch nur denen, die Sachbücher mögen und sich auf eine große Informationsflut einlassen können, ohne dass denen der Kopf platzt. Manche Informationen will man vielleicht auch gar nicht haben, denn der Autor spart nicht daran, einem den Spiegel vor das Gesicht zu halten.

Wer den Autor kennt wird auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Habt einen schönen Valentinstag, ich besuche jetzt ein Konzert,

eure Blue Diamond.



Freitag, 12. April 2019

GIER - Wie weit würdest du gehen?

Hallo zusammen,

heute wird es spannend und zeitgemäß.

Fakten:
  • Autor: Marc Elsberg
  • Roman
  • 2019 erschienen
  • 448 Seiten
  • Blanvalet Verlag
  • Preis: 24,00 € (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"»Stoppt die Gier!«, rufen sie und »Mehr Gerechtigkeit!«. Auf der ganzen Welt sind die Menschen in Aufruhr. Sie demonstrieren gegen drohende Sparpakete, Massenarbeitslosigkeit und Hunger – die Folgen einer neuen Wirtschaftskrise, die Banken, Unternehmen und Staaten in den Bankrott treibt. Nationale und internationale Konflikte eskalieren. Nur wenige Reiche sind die Gewinner. Bei einem Sondergipfel in Berlin will man Lösungen finden.
Der renommierte Nobelpreisträger Herbert Thompson soll eine Rede halten, die die Welt verändern könnte, denn angeblich hat er die Formel gefunden, mit der Wohlstand für alle möglich ist. Doch dazu wird er nicht mehr kommen. Bei einem Autounfall sterben Thompson und sein Assistent – aber es gibt einen Zeugen, der weiß, dass es Mord war, und der hineingezogen wird in ein gefährliches Spiel. Jan Wutte will wissen, was hinter der Formel steckt, aber die Mörder sind ihm dicht auf den Fersen …"

Von Marc Elsberg habe ich euch ja schon Blackout vorgestellt und müsste auch endlich mal Zero und Helix lesen. Dieses hier hat mich auch angesprochen und sich dazwischen gedrängelt.

Wir springen in den Kapiteln hin und her zwischen verschiedenen Personen und somit Perspektiven. Die Geschichte wird so von vielen Sichtweisen beleuchtet, was auch etwas verwirrend sein kann. Zumindest ich musste manchmal nochmal genau nach denken aus welcher Sicht wir gerade was sehen, vor allem wenn die "böse Seite" dran ist, was sie nicht oft ist.

Wir erleben zunächst den Mord der im Klappentext erwähnt wird. Hier habe ich mir selbst schon ein paar Dinge zusammen gesponnen, die am Ende überhaupt nicht hingehauen haben. Vielleicht seid ihr genau so wie ich und könnt euch nicht verkneifen selbst mitzugrübeln, hier könntet ihr falsch liegen und es dauert ewig bis man weiß, worum es nun eigentlich geht.

Jan ist Zeuge des Mordes und denkt es ist ein Unfall, will helfen und gerät dann selbst ins Visier der Mörder, schließlich soll es keine Zeugen geben. Eine besondere Verfolgungsjagd beginnt. Dabei trifft Jan auf Freunde und Bekannte von einem der Ermordeten. Diese können erst immer gar nicht glauben was er da erzählt. Sicher auch weil er noch sehr jung ist und die Hälfte eh nicht versteht um die es geht.

Parallel findet als aufwertender Erzählstrang eine oder vielleicht sogar mehrere Demos statt. Besetzte Häuser gehören ebenso dazu und in ein solches geraten unsere Protagonisten. Sie werden da aufgenommen und finden so weitere Menschen die ihnen helfen wollen.

Zum Ende hatte ich zweimal das Gefühl jetzt haben wir es gelöst und gleich kommt das Finale und nein, es war lange nicht vorbei gewesen. Das Ende habe ich immer noch nicht ganz verstanden und hatte mir anderes vorgestellt, auch auf den Titel bezogen.

Das soll nicht heißen dass ich von der Geschichte enttäuscht wäre. Auf keinen Fall. Es ist gut durchdacht, sehr intelligent geschrieben und hat hochwissenschaftliche Inhalte die versucht werden einfach zu erklären. Man kann also auch noch einiges lernen. Da ich Wirtschaft studiert habe, war mir oft klar wovon gesprochen wird, allerdings weiß ich nicht wie einfach das für jemanden ist, der keine Grundkenntnisse hat.

Die Atmosphäre des Buches ist grundsätzlich sehr schnell und irgendwie gehetzt. Schließlich sind wir auch permanent auf der Flucht und müssen dabei noch ein Rätsel lösen. Das kann anstrengend sein allerdings lässt sich das Buch so auch nicht wirklich weglegen.

Empfehlen möchte ich es allen, die sich vor relativ anstrengenden Geschichten nicht scheuen und es mögen mit zu grübeln. Hin und wieder ist die Geschichte etwas brutal und das sollte man natürlich auch abkönnen.

Insgesamt ein gutes Buch aber Blackout war besser,

eure Blue Diamond.



Mittwoch, 13. Juni 2018

Moabit

Hallo an alle Krimifreunde,

heute habe ich ein sehr ungewöhnliches Büchlein für euch. Dieses habe ich von einem Arbeitskollegen geschenkt bekommen, er ist Grafiker und legt daher natürlich besonderen Wert auf die Aufmachung eines Buches und dieses Exemplar ist wirklich wirklich schön.

Der Einband hat etwas stoffartiges an sich. Ein orangener Buchschnitt existiert. Viele tolle Bilder im Innern sowie Werbung und Plakate und so weiter, passend zum Inhalt. Meine Geschichte-Tutorin hätte ihre wahre Freude allein daran gehabt.

Fakten:

  • Autor: Volker Kutscher
  • Illustriert: Kat Menschik
  • Krimi
  • 2017 erschienen
  • 88 Seiten
  • Galiani-Berlin Verlag
  • Preis: 18€ (gebundene Ausgabe)
Einen Klappentext lass ich heute mal weg, denn ich habe im Nachhinein herausgefunden, dass es sich bei diesem Buch um eine Art Prequel zu einer Krimireihe des Autors handelt und naja, es ist ja schon sehr kurz, warum dann unnötig mehr verraten. Außerdem habe ich persönlich einen ganz anderen Schwerpunkt in der Geschichte gelegt, was ich auch sehr spannend finde. 

In meinen Augen haben wir eine kleine bzw. kurze Geschichte um einen Bandenchef, dessen Umstände im Gefängnis, einen Wärter und dessen Tochter. Manch einer kommt zu Tode, andere wiederum nicht und wieder andere geraten irgendwie zwischen die Fronten, doch wo sind diese Fronten eigentlich und wer weiß was und über wen. So richtig klar wird das alles nicht, aber ich wette, das wird in den weiteren Teilen besprochen und aufgeklärt. 

Aus Sicht des Klappentextes oder auch anderer die über dieses Buch schreiben, geht es darum Charlotte, also die Tochter des Wärters, vorzustellen. Ja, sie bekommt ihren Part im Buch, aber der ist nicht länger oder besonders persönlich, als der der anderen beiden Charaktere. Daher habe ich das nicht so wirklich für mich annehmen können, verstehe aber den großen Rahmen des Ganzen. 

Spannend finde ich auch die verschiedenen Schreibstile die in diesem Buch zusammengeführt werden, es sind viel mehr die Erzählperspektiven, die wechseln. Dies wird so bestimmt auch in den weiteren Teilen fortgeführt, um die verschiedenen Seiten zu präsentieren oder ähnliches. 

Die Geschichte an sich ist herausfordernd, hat mich jetzt aber nicht so gekriegt, dass ich diese Reihe weiter verfolgen möchte. Sie hat mich fasziniert ja, aber die Geschichte ist glaube ich nicht meine. Wobei die Zeit um 1930 natürlich auch sehr vielseitig ist. Vielleicht lockt es mich ja doch noch irgendwann, mal sehen.

Empfehlen möchte ich dieses Büchlein vor allem Liebhabern, die solche besonders schön aufgemachten Bücher zu schätzen wissen und eben die die eine tolle und außergewöhnliche Krimireihe verfolgen möchten. Mehr gibt es heute gar nicht zu erzählen,

eure Blue Diamond.



Sonntag, 20. Mai 2018

Dark Web

Hallo ihr Pfingstfreunde,

schon wieder habe ich einen Thriller für euch, die typischen Sommerbücher locken mich gerade scheinbar nicht so, vielleicht kommt das ja noch =D Habt ihr Vorschläge?

Fakten:
  • Autor: Veit Etzold
  • Thriller
  • 2017 erschienen
  • 592 Seiten
  • Droemer TB
  • Preis: 9,99 €
Klappentext:
"Eine Cyber-Ermittlerin, ein Online-Broker und eine neue, gigantische Suchmaschine agieren im Zentrum dieses hochrealistischen Thrillers über Cyber-Terrorismus. 
Die Suchmaschine. Mit Holos hat Europa endlich sein eigenes Google. Was niemand weiß: Die Datenkrake, die von Politikern, Promis und Presse bejubelt wird, verfügt über gefährlich viel Geld und hochsensible Daten – und ihre Ursprünge liegen in einem geheimen Forschungskomplex. 
Oliver Winter. Als dem Daytrader wegen mies laufender Börsengeschäfte das Wasser bis zum Hals steht, stürzt er sich ins DARK WEB. Hier dealt er mit illegalen Waren. Sein Problem: Bald schon soll Oliver für ein russisches Mafia-Kartell nicht nur Drogen und Waffen verkaufen, sondern auch Menschen. Darunter sogenannte Dolls, Frauen, die durch Amputationen und Gehirnwäsche zu reinen Objekten wurden. 
Jasmin Walters. Sie leitet die Cyberterrorismus-Einheit Nemesis, angesiedelt zwischen BND und BKA. Nach und nach begreift Jasmin, dass der vermeintlich segensreiche Internetriese Holos nicht nur im Internet, sondern auch im DARK WEB operiert."

Auch dieser Klappentext ist wie der von der Operation Rubikon, die ich zuletzt vorgestellt hatte, wieder sehr ausführlich und auch deswegen möchte ich auf den Inhalt nicht stärker eingehen. Nur so viel, wir haben es auch hier wieder mit einer Vielschichtigkeit an Charakteren zu tun. Ich würde auch die Hauptcharaktere nicht auf die, die im Klappentext beschrieben werden zusammenkürzen. Für mich agieren hier wesentlich mehr in der ersten Reihe. Auch viele "Bösewichte".

Sehr faszinierend ist in diesem Buch generell die Grenze zwischen Gut und Böse, die so stark vermischt, dass es irgendwie zum guten Ton gehört, wenn Geheimdienste auch Kriminelle beschäftigen oder sogar anstiften Kriminell zu sein, um bei den ganzen anderen Bösewichten viel Anerkennung und damit Wissen und Zugehörigkeit zu erlangen.

Fließend sind auch die Verwicklungen zwischen den Taten von Kartellen, Banken und all den riesen Wirtschaftsmogulen vor allem im Bezug auf das Internet, die damit zusammenhängende Digitalisierung und den daraus resultierenden Projekten weltweit und den Ermittlungen und Handlungen von Politik und Geheimdiensten, ebenso weltweit.
Deutschland steht in diesem Buch zwar im Fokus, allerdings ziehen sich ebenso wichtige Fäden nach Russland, nicht so sehr jedoch in die USA. Russland und Deutschland werden hier vor allem gegenüber gestellt, auch bezugnehmend auf den Druck in der Welt in den Webbereichen mithalten zu können. Es wird sogar eine neue Suchmaschine entwickelt - Holos - die aus Deutschland kommend, alles noch transparenter werden ließe, als dies Google schon kann. Das Silicon Valley ist abgeschrieben, ein neues in Russland auf dem Vormarsch, für das sogar Gelder der EZB veruntreut werden und im Gegenzug die Menschen, die dort arbeiten und dies zu lassen, mit ihren Abartigkeiten in Schach gehalten werden.

Ja eine besondere Abartigkeit wird auch in diesem Dark Web nicht verschwiegen oder bei Seite gewischt, nämlich der Handel und Missbrauch von Menschen, speziell von Kindern. In diesem Fall in Form von lebenden Puppen, die sich niemand grausamer vorstellen kann. Für diese Stellen benötigt der Leser definitiv sehr starke Nerven und ich kann Oliver Winter in seinen Taten in diesem Punkt nur allzugut nachvollziehen, als er alle Konsequenzen zieht. Man kann nur hoffen, dass die Realität solche - ich finde gar keine Worte dafür - Dinge nicht wirklich will und zu lässt, aber erfunden werden sie wohl nicht sein, denn dann ist der Autor definitiv irre. Vorstellen kann man sich das alles nicht so wirklich.

Die Art und Weise wie diese Geschichte erzählt wird, ist auch wieder sehr anstrengend und einnehmend. Das Buch wird auf meiner Kindle-Version in 4 Bücher unterteilt. Die Kapitel sind dabei unglaublich kurz und immer mit Zeit und Ort betitelt. Hier springen wir hin und wieder auch in Jahren und sich das zu merken, ist mir jetzt nicht immer gelungen. Dennoch bekommt man es ganz gut hin, dem Hauptstrang zu folgen und so ein paar Nebeninformationen dann wieder hervor zu kramen, wenn sie relevant werden.

Wir erfahren außerdem sehr sehr viel Wissen über Geheimdienste und das Dark Web, ja es kitzelt auch mich in den Fingerspitzen das ganze nun zu erforschen und nachzusehen, ob es tatsächlich so geht, aber meine Skrupel und Moral und Vernunft und mein ganzes Denken hindert mich ein Glück daran. Wen es hier nicht mehr hält, der sollte vermutlich wirklich mal in sich gehen, ohne hier den Moralapostel spielen zu wollen, ein bisschen was Illegales haben wir sicher alle schon mal getan, aber Grenzen gibt es überall und da sollte doch jeder selbst über sich und seine Taten wachen, was meint ihr?

Ja, so tiefgreifend ist tatsächlich diese Geschichte, was unglaublich gut und wach rüttelnd ist, für die Dinge die um uns herum passieren und auch mit uns passieren. Daher möchte ich dieses Buch jedem ans Herz legen, der in der modernen Welt lebt und nicht davor scheut, sich mit dieser auseinander zu setzen. Ja, dabei ist das Buch grausam und erschreckend, aber vielleicht auch sehr ehrlich und direkt.

Auch wenn das ganz schön harter Tobak war, hoffe ich, ihr traut euch mal und genießt auf jeden Fall das restliche Pfingstwochenende,

eure Blue Diamond.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Operation Rubikon

Hallo zusammen,

heute möchte ich euch eine Geschichte vorstellen, die ich als Hörbuch gehört habe, welches fast 27 Stunden lang ist. Ja das hat mich ein paar Tage gedauert, aber es hat sich sehr gelohnt.

Fakten:
  • Autor: Andreas Pflüger
  • Thriller
  • 2016 erschienen
  • 798 Seiten
  • Suhrkamp Verlag
  • Preis: 14,95€ (Broschiert)
Klappentext:
"Für die junge Staatsanwältin Sophie Wolf ist es der erste richtige Fall: Sie soll einen Spezialeinsatz des Bundeskriminalamts bei einem illegalen Waffengeschäft leiten. Dass der BKA-Präsident ihr Vater ist, zu dem sie seit ihrer Kindheit keinen Kontakt hatte, macht die Sache nicht unbedingt leichter. Die Aktion endet in einem Desaster: Zwei hohe Mafiabosse werden liquidiert, ein Ermittler stirbt bei der Explosion eines Waffencontainers, ein Informant wird auf dem Flughafen erschossen. Alles verweist auf ein neues Kartell, das mit Erpressung, Korruption und Mord den internationalen Waffen- und Drogenmarkt zu erobern versucht. Der BKA-Präsident geht einen gefährlichen Weg: Er gründet die Gruppe Rubikon. Nur Sophie und vier seiner engsten Mitarbeiter wissen davon. Vielleicht einer zu viel ..."

Der Klappentext verrät dieses mal wieder sehr viel, daher möchte ich gar nicht zu groß auf weitere Handlung eingehen. Tatsache ist, das gesamte Buch hinweg erleben wir Ermittlungsarbeiten und alles was drumherum geschieht und eben dafür eine Rolle spielt. Es kommt kaum zu weiteren Ausschmückungen der Geschichte und wenn doch, haben diese irgendwann auch eine Relevanz für das große Ganze.

Uns werden einige Charaktere vorgestellt, die sich in den Kapiteln abwechseln, dass auch nicht nach einer erkennbaren Ordnung, sondern eben so, wie die Handlung es erfordert. So kommt es auch dazu, dass ein paar Situationen aus mehreren Perspektiven geschildert werden. Diese werden nicht nur aus der Sicht der Kriminalbeamten, sondern auch aus derer, der Attentäter beziehungsweise einfach aller, die beteiligt sind, gezeigt. Das gibt der ganzen Geschichte auch einen echten Kick.

Wir erleben sehr vielschichtig, wie Verbrechen und die dazugehörigen Verstrickungen ablaufen könnten und es fühlt sich auch sehr realistisch an, auch wenn ich glaube, dass die Namen alle erfunden sind, so hat eben alles seine Struktur und scheinbare Genauigkeit, dass es eben so real wirkt. Ihr wisst schon wie ich meine, oder? =D

Was ich allerdings gleichzeitig sehr anstrengend fand, waren die vielen Personen die in alles involviert und dann doch nicht so und dann wieder anders, waren. Das trägt natürlich zur Komplexität und Faszination des Buches bei, aber erfordert eben auch eine hohe Konzentration, sodass sich bei diesem Hörbuch nebenbei nur schwer etwas weiteres machen lässt, wie ich es sonst machen würde. Hier ging nur malen =D

Auch sehr verrückt für mich war, dass ich so nach der Hälfte das erste mal dachte - so jetzt ist die Geschichte gleich vorbei - aber nein, es sollte immer noch 16 Stunden weitergehen und dann irgendwann kam der Moment wieder und es waren wieder immer noch 8 Stunden. Hätten es damit auch drei Bücher sein können? Vermutlich nicht, aber fraglich ist, ob es weniger Seiten hätten sein können, auch um die Hemmungen zu verlieren, einen solchen Wälzer in Angriff zu nehmen, der sich natürlich ohne Frage gelohnt hat!

Natürlich gibt es bei dieser Geschichte auch ein paar Tote und nicht so schöne Szenen, diese halten sich allerdings sehr in Grenzen und sind nicht furchtbar anstößig, eher subtil und erst später präsenter als in dem Moment, nämlich zum Beispiel dann, wenn sie wiederholt werden.

Insgesamt möchte ich das Buch auf jeden Fall empfehlen, aber man sollte nur dann danach greifen, wenn man Zeit und Muße dafür hat, sich voll auf die Thematik zu konzentrieren und keine Ablenkung dazwischen kommt. Dann ist es natürlich kein Kuschelroman, sondern ein Thriller und damit nichts für zarte Nerven,

eure Blue Diamond.


Sonntag, 10. April 2016

Gewalt ist eine Lösung: Morgens Polizist, abends Hooligan - mein geheimes Doppelleben

Hallo zusammen,

es ist wieder soweit, die Sonne kommt raus, ich habe ein bisschen Zeit und schwubs wird viel weggelesen. Dieses mal jedoch ein ganz anderes Buch, welches ich auch gar nicht so richtig einordnen kann.

Fakten:
  • Autor: Stefan Schubert
  • Tatsachenroman
  • 2010 erschienen
  • 336 Seiten
  • Riva Verlag
  • Preis (gebundene Ausgabe): 19,90€

Klappentext: 
"Polizist als Hooligan entlarvt - diese Schockmeldung erschütterte 1996 die ganze Nation. Nach einem Fußballspiel hatten Hooligans in der Bielefelder Innenstadt eine Straßenschlacht mit 55 Verletzten angezettelt – an vorderster Front dabei Stefan S., Polizist. Acht Jahre lang hatte der Polizeiobermeister in zwei Welten gelebt: Während er unter der Woche in Uniform auf Streife ging, zog er am Wochenende deutschland- und europaweit durch die Stadien. Hart und ehrlich berichtet Stefan Schubert von dem süchtig machenden Rausch der Gewalt und deckt zugleich das Versagen der Polizei auf, die ihn unbehelligt ließ, obwohl sie von seinem blutigen Hobby wusste. Nach einem geheimen Deal zwischen Staatsanwaltschaft, Gericht und Polizeiführung schied er aus dem Polizeidienst aus – jetzt packt er aus."

Vom Inhalt her ist denke ich alles gesagt. Viel wichtiger ist, dass diese Geschichte wirklich Schlag auf Schlag geht, im wahrsten Wortspiel begriffen. Wir beginnen in der Jugend von Stefan, der von Ausländern gefobbt wird und sich schließlich wehren will. Dies scheint der Beginn einer unaufhaltsamen gewalttätigen Laufbahn.

Er war schon immer Fußballfan und beobachtet eine Weile den Zusammenhalt im Fanblock seiner Mannschaft. Eines Tages wird er aufgenommen und erlebt viel Zuspruch. Diesen bekommt er auch im Job. In der damaligen BRD wird er als Polizist ausgebildet. Eine Karriere in beiden Welten beginnt und endet schließlich da, wo der Klappentext beginnt.

All die Geschehnisse bis dahin werden völlig unkompliziert und direkt von Stefan selbst erzählt. Er verzichtet dabei gänzlich auf große Umschreibungen, nur bei den Verletzungen und den Gefühlen die er im Gewaltrausch hat, wird er sehr genau. Diese Stellen und der Weg zum Rausch haben mir auf eine absurde Art und Weise Angst eingejagt. Auf der anderen Seite überträgt sich auch das Adrenalin sofort. Es ist ein hin und her zwischen Euphorie und Schrecken. So fühlte Stefan sich wahrscheinlich auch wirklich, denn wir haben es hier mit einem Tatsachenroman zu tun.

Nicht nur er ist von seiner nicht vorhandenen Skrupel entsetzt, sondern er steckt einen auch sofort damit an. Der Titel selbst stellt genau dieses Problem in den Vordergrund. Es ist unglaublich wichtig, dass Stefan im Buch und wohl auch in seinem Leben, reift und sich seiner Handlungen bewusster wird. Ich will nicht sagen, er wird zu einem besseren Menschen, denn er war kein Schlechter, dennoch wird er auf eine gute Art ruhiger und standfest. Ich habe keine Ahnung wie solche Kämpfe, die von beiden Seiten offensichtlich gewollt sind, geregelt sind, jedoch sollte doch jeder logische Menschenverstand einen dazu bringen, nicht nachzutreten, wenn der andere am Boden liegt. Dies wird hier aus den Angel gehoben und Gewalt pur präsentiert.

Das Klischee Mann und wie dieser sich messen muss um sich wirklich als Mann zu fühlen, kommt ebenso zum Ausdruck. Instinktiv würde ich dem bei dieser Geschichte sogar Bedeutung zu messen, aber mal im Ernst, klar wünschen sich Frauen im Notfall einen Beschützer, aber gewiss niemanden, der sich gern schlägt, und sich dann auch noch gut fühlt. Da kann irgendetwas auch nicht ganz richtig laufen. Oder?

Als ich mich mit Stefan ein wenig näher beschäftigt habe, habe ich auch Bilder von ihm gefunden und es ist wie immer, man sieht einfach nicht, zu was Menschen fähig sein können, sieht man nicht auch was sie tatsächlich tun.

Die Geschichte hat viele kleine Nebenschauplätze, so kommen wir auf das Thema Ausländer zu sprechen, es geht dabei nicht wirklich um Feindlichkeit. Wir haben es mit Polizisten zu tun die irgendwie anders handeln als man es von ihnen erwarten würde. Es scheint eine Balance aus - dies und jenes muss zu gelassen werden, dafür passiert da und da dann nichts. Was ich damit genau meine, möchte ich gar nicht weiter ausführen, das würde nur zu fehl leitenden Aussagen führen.

Fest steht, dieses Buch war mitreißend und hat mich unglaublich aufgewühlt. Es hat eine Ausdrucksstärke die ich selten vorgefunden habe, mag das jetzt gut oder schlecht sein. Empfehlen möchte ich es vor allem unseren männlichen Lesern und denen, die sich mit Gewalt auseinander setzen können, ohne dabei die Fassung zu verlieren oder sich auf eine Seite zu schlagen,

eure Blue Diamond.



Sonntag, 16. November 2014

Er ist wieder da

So meine Lieben,

ich hab wirklich Tränen gelacht.

Fakten
  • Autor: Timur Vermes
  • 400 Seiten
  • Politroman
  • Eichborn Verlag
Wir haben es hier tatsächlich mit Adolf Hitler in der Hauptrolle zu tun. Er erwacht quasi 2011 und begreift erst langsam, in welchem Jahr er sich befindet.
Er hat sich eigentlich nicht verändert, soweit man das als Leser beurteilen kann. Er lernt einen Kioskbesitzer kennen, der ihn unglaublich witzig findet. Generell scheint ihn jeder für einen Spaßvogel zu halten. Klar wenn einer der exakt aussieht wie Hitler in einer Militäruniform durch die Gegend läuft, da denkt man automatisch entweder der ist irre, fanatisch, dreht einen Film oder macht sich einen gewaltigen Spaß aus der Sache.

Nun wird auch eine Produktionsfirma auf ihn aufmerksam. Dort soll er sich als Komiker in einer Show behaupten. Hitler hingegen versteht natürlich nicht, dass ihn alle lustig finden. Für ihn ist es die Hilfe seine alte Macht zurück zu erlangen.

Ich weiß es natürlich nicht, aber der Autor scheint sich unglaublich gut mit Hitler, seinem Charakter, seinem Denken, Gewohnheiten, einfach seinem ganzen Leben auszukennen. An manchen Stellen, und ich weiß, sowas sollte man nicht sagen, scheint einem die Person Hitler schon fast sympathisch. Keiner weiß natürlich wie er wirklich war, zumindest heute nicht, aber in diesem Buch kommt er nicht nur schlecht weg.

Natürlich werden auch alle multimedialen Medien im Buch für die Verbreitung genutzt. Dies verdeutlicht, wie weit und schnell sie heutzutage ausgebaut sind. Erschreckend, wenn sie jemand richtig einsetzt und im selben Moment auch noch einen wunden Punkt der Bevölkerung treffen würde.

Trotz seiner schwere und tiefe, haben ich Tränen gelacht. Dieses Buch ist so unglaublich witzig, wie ich eigentlich noch nie eines gelesen habe. Empfehlen möchte ich es allen, die ein gewisses Interesse an Geschichte und Medien haben und humorvolle Texte mögen.

Zum Schluss möchte ich noch sagen, ist jeder selbst für das verantwortlich was er tut, von sich zeigt und was er glaubt, meine Meinung,

eure Blue Diamond.