Diesen Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Trilogie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Trilogie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 7. April 2024

Acceptance


Hallo meine Sci-Fi-Hasen,

heute kommen wir zum vorerst letzten Band in der Southern Reach-Reihe. Vorerst, weil gerade ein vierter Band angekündigt wurde. Mal schauen, ob ich den dann noch irgendwann lese. Aber erstmal reden wir heute über Band 3, der mir wirklich wahnsinnig gut gefallen hat. Es wird aber schwierig, komplett spoilerfrei zu erklären, warum. Ich versuche mein Bestes.

Die Fakten:

  • Autor: Jeff Vandermeer
  • Titel: Acceptance (dts.)
  • Reihe: Southern Reach 3
  • Erschienen: 2014
  • Verlag: Farrar, Strauß and Giroux (Bind-up aller drei Bände)
  • Seiten: 232 (im Bind-up)
  • Preis: 22,99 Euro (Bind-up aller drei Bände)
  • Klappentext: "It is winter in Area X, the mysterious wilderness that has defied explanation for thirty years, rebuffing expedition after expedition, refusing to reveal its secrets. As Area X expands, the agency tasked with investigating and overseeing it—the Southern Reach—has collapsed on itself in confusion. Now one last, desperate team crosses the border, determined to reach a remote island that may hold the answers they've been seeking. If they fail, the outer world is in peril."


Zur Handlung: Nach dem Fall der Southern Reach finden sich verschiedene Charaktere in der Area X wieder. Sie beschließen, sich zusammen zu tun und Antworten zu suchen. Doch jeder von ihnen hat seine eigenen Pläne, und nicht alle von ihnen sind wirklich menschlich. Aber vielleicht sind sie die letzte Hoffnung der Menschheit wie wir sie kennen.

Über allem schwebt das Bewusstsein der Psychologin. Sie erinnert sich zurück an den Weg, der zu ihrer Auflösung geführt hat, von einer Kindheit an einem Leuchtturm zu einem Job, der ihr Leben vereinnahmt hat. Und wir lernen Saul kennen, der sich nur ein neues ruhiges Leben mit seinem Liebhaber aufbauen will, aber gegen unsichtbare Windmühlen kämpft, und vielleicht auch gegen sein eigenes Bewusstsein.

Wie gesagt, es ist so schwer, über dieses Buch zu sprechen, denn allein zu sagen, wer noch lebt, ist ja schon ein Spoiler. Dennoch versuche ich euch jetzt rüberzubringen, dass dies mein Lieblingsbuch in der Reihe war. Das lag vor allem auch daran, dass wir hier das erste Mal mehrere Perspektiven bekommen, und ein davon hat mir ganz besonders gut gefallen.

In einer ersten Perspektive folgen wir zwei Charakteren direkt nach Buch 2 auf ihrem Weg, der sie in Area X geführt hat. Dazu kann ich nicht viel mehr sagen, außer dass sie versuchen herauszufinden, ob sie Area X noch aufhalten können, und ob sie das wollen. Die zweite Perspektive gehört zur Psychologin und ist in der zweiten Person geschrieben, was ich absolut liebe. Hier bekommen wir einige Antworten, die wir schon in Band 1, spätestens in Band 2 haben wollten.

Die dritte Perspektive ist aber die, die mich absolut begeistert hat. Wir folgen einem Charakter namens Saul vor dem Entstehen der Area X. Dieser Blick auf einen Mann, der einfach nur sein Leben leben will, seinen Freund lieben will, aber davon abgehalten wird von seltsamen Leuten, die immer wieder in seinen Alltag einbrechen.... und dann wissen wir, was kommen wird. Boah, das hat mir Gänsehaut gemacht. Spannend fand ich daran auch, dass wir mit dieser Perspektive mitten drin sind in der Entstehung von Area X, aber trotzdem immer noch nicht alles verstehen, weil es selbst für diese Figur alles rätselhaft bleibt.

Durch die verschiedenen Perspektiven erhalten wir nochmal ein deutlich umfassenderes Bild von Area X, ohne dass dadurch wirklich alle Fragen beantwortet werden können. Wir sehen eigentlich nur, wie viel größer alles ist, als wir bisher vielleicht dachten. Dennoch gibt es genug Antworten, dass ich befriedigt aus diesem vorerst letzten Band herausgegangen bin. Es hat für mich alles einfach gut abgerundet und gleichzeitig die Faszination und den Grusel dieser Welt aufrecht erhalten.

Alles in allem hatte ich das Gefühl, dass dadurch die Reihe hier zu einem guten Ende findet. Während das erste Buch vor allem Horror und Grusel auslöst, wenn wir diese Welt sehen, in der alles möglich scheint und nix ist, wie es soll, sehen wir im zweiten Band die Frustration, mit der man hier nach Antworten suchen muss. Band 3 gibt uns jetzt eine seltsame Traurigkeit und Melancholie, wenn wir auf Saul und seine Träume sehen, wenn wir den inneren Kampf in Ghost Bird sehen, wenn wir das lebenslange Streben nach einer verlorenen Heimat der Psychologin sehen. Mir hat das so gut gefallen.

Ich hoffe, ihr seid jetzt begeistert für diese Reihe.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Samstag, 6. April 2024

Authority


Hallo meine Sci-Fi-Freunde,

wir kommen heute zum zweiten Band der Southern Reach-Reihe, in dem wir einem neuen Protagonisten folgen, der aus einer anderen Perspektive auf Area X schaut. Für viele scheint das der schlechteste Band der Reihe zu sein, ich habe viele enttäuschte Rezensionen gesehen, und auch wenn ich diesen Band nicht so gut fand wie den ersten, blieb bei mir eine große Enttäuschung aus. Aber dazu gleich mehr.

Die Fakten:

  • Titel: Authority (dts. Autorität)
  • Autor: Jeff Vandermeer
  • Reihe: Southern Reach 2
  • Erschienen: 2014
  • Verlag: Farrar, Strauß and Giroux (Bind-up aller drei Bände)
  • Seiten: 226 (im Bind-up)
  • Preis: 22,99 Euro (Bind-up aller drei Bände)
  • Klappentext: "After thirty years, the only human engagement with Area X—a seemingly malevolent landscape surrounded by an invisible border and mysteriously wiped clean of all signs of civilization—has been a series of expeditions overseen by a government agency so secret it has almost been forgotten: the Southern Reach. Following the tumultuous twelfth expedition chronicled in Annihilation, the agency is in complete disarray. John Rodríguez (aka "Control") is the Southern Reach's newly appointed head. Working with a distrustful but desperate team, a series of frustrating interrogations, a cache of hidden notes, and hours of profoundly troubling video footage, Control begins to penetrate the secrets of Area X. But with each discovery he must confront disturbing truths about himself and the agency he's pledged to serve."


Zur Handlung: Control hat wenig Glück mit seiner Karriere. Nachdem ihm ein tödlicher Fehler während einer Mission unterlaufen ist, wird er von einer Position auf die nächste geschoben, meist mit suboptimalen Folgen. Nun erhält er seine letzte Chance - weil seine Mutter ein hohes Tier in der Organisation ist: er soll der neue Direktor der Southern Reach werden und die Area X überwachen.

Kaum in seiner neuen Position angekommen, bekommt Control schnell einen Eindruck des chaotischen Treibens in Southern Reach. Von der feindlichen Vizedirektorin zu den verwirrten Wissenschaftlern scheint niemand wirklich mehr einen klaren Kopf für seine Stelle zu haben. Control will diesen Dingen auf den Grund gehen - und kann sich dabei nicht sicher sein, wie klar sein Kopf eigentlich noch ist.

Der Sprung in eine neue Perspektive auf die Area X kann im ersten Moment etwas desorientierend sein, macht aber im weiteren Verlauf der Geschichte Sinn. Ich kann nicht zu viel dazu sagen, weil es das erste Buch spoilern würde, aber ich fand, dass wir dadurch auf eine bestimmte Figur eine notwendige Perpektive bekommen. Wir schauen eben nochmal aus einer ganz anderen Richtung auf die Ereignisse und können neue Fragen stellen.

Control als Hauptfigur scheinen viele Leute nicht zu mögen. Ich hatte mit ihm kein Problem. Klar, er ist irgendwie nicht ganz richtig im Kopf, aber wer kann das von sich behaupten, wenn er auf so eine Stelle unter solche Kollegen bzw. eigentlich Angestellte kommt. Ich konnte zumindest die tiefe Frustration mitfühlen, die Control in seiner Rolle empfindet, weil es ihm eben nicht gelingt, Southern Reach in seine Kontrolle zu bringen. Außerdem hat er eine Katze...

Neben Control sind noch ein paar andere Charaktere relevant. Wir lernen einiges über seine Familie. Entgegen der üblichen Klischees ist seine Mutter ein hohes Tier in der Organisation hinter Southern Reach, die Tochter eines sehr berümten Agenten, die es selber weit gebracht hat. Control ist da das schwarze Schaf. Der Vater war ein eher erfolgloser Künstler mit hispanischen Wurzeln. In Southern Reach ist dann Carol wichtig, die sofort mit Control auf Kriegsfuß zu sein scheint. Ich habe mich das ganze Buch gefragt, was eigentlich ihr Problem ist - und es ist vor allem ihre Verbindung zur vorherigen Direktorin, dessen Job Control einnimmt. Schließlich haben wir noch zwei Mitarbeiter aus dem wissenschaftlichen Bereich, die relevant sind. Beide erscheinen ein bisschen verrückt, und man fragt sich, ob das zum Wissenschaftlersein gehört, oder ob mehr dahinter steckt. Dann gibt es noch eine Figur, die aus Area X zurückkehrt, zu der Control eine große Faszination hinzieht, und von der er sich Antworten verspricht.

Während wir also im ersten Band in Area X sind und diese wahnwitzige Welt erleben, schauen wir nun von außen darauf. Und es gibt so viele offene Fragen, dass man gar nicht weiß, an welcher Ecke man ziehen soll in der Hoffnung, dass sich der Knäul dann auflöst. Control versucht es in verschiedene Richtungen, aber dieses Buch steht ganz im Zeichen von Frustration. Er scheint immer einen Schritt hinterher zu sein, und jede Antwort stellt gleichzeitig zwanzig neue Fragen. Die größte Frustration besteht allerdings darin, dass niemand zu wollen scheint, dass er Antworten findet - und dies aktiv verhindert wird. 

Diese Frustration führt vielleicht dazu, dass viele Leute das Buch so schlecht finden. Für mich war es aber absolut nachvollziehbar. Wir schauen hier auf eine Organisation, die seit mindestens 30 Jahren Geheimnisse hat. Noch dazu hat die letzte Direktorin ganz offensichtlich ihre eigene Agenda verfolgt und Southern Reach teilweise dazu benutzt. Und auch andere Player in dem Gefüge scheinen ihre Pläne und Ziele mit Southern Reach zu verfolgen. Control ist dabei nur ein kleiner Spielstein, und vielleicht ein Bauernopfer. Trotzdem gibt er nicht auf, bis die Situation völlig eskaliert.

Alles in allem hat mir deswegen auch der zweite Band der Reihe gut gefallen. Auch wenn ich ihn etwas schwächer finde als Band 1, erhalten wir hier wichtige Einsichten in Southern Reach, ohne die die Geschichte nicht erzählt werden kann. Control als Charakter hat mir eigentlich immer eher Leid getan, bzw. habe ich mit ihm gefühlt, denn in seiner Haut wollte ich nicht stecken. Das Ende ist dann auch sehr ereignisreich und etwas verwirrend, aber danach wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Freitag, 5. April 2024

Annihilation


Hallo meine Horrorhasen,

heute möchte euch mit euch über einen Sci-Fi-Horror sprechen, den ich schon recht lange lesen wollte. Eigentlich schon, seit der Film auf Netflix erschienen ist, und wer weiß, wie viele Jahre das inzwischen schon wieder her ist. Es ist außerdem das erste Buch in einer Trilogie, und ich werde euch dieses Wochenende alle drei Bände vorstellen.

Die Fakten: 

  • Autor: Jeff Vandermeer
  • Titel: Annihilation (dts. Auslöschung)
  • Reihe: Southern Reach 1
  • Erschienen: 2014
  • Verlag: Farrar, Strauß and Giroux (Bind-up aller drei Bände)
  • Seiten: 128 (im Bind-up)
  • Preis: 22,99 Euro (Bind-up aller drei Bände)
  • Klappentext: "Area X-a remote and lush terrain-has been cut off from the rest of the continent for decades. Nature has reclaimed the last vestiges of human civilization. The first expedition returned with reports of a pristine, Edenic landscape; all the members of the second expedition committed suicide; the third expedition died in a hail of gunfire as its members turned on one another; the members of the eleventh expedition returned as shadows of their former selves, and within months of their return, all had died of aggressive cancer. This is the twelfth expedition. Their group is made up of four women: an anthropologist; a surveyor; a psychologist, the de facto leader; and our narrator, a biologist. Their mission is to map the terrain and collect specimens; to record all their observations, scientific and otherwise, of their surroundings and of one another; and, above all, to avoid being contaminated by Area X itself.  They arrive expecting the unexpected, and Area X delivers-they discover a massive topographic anomaly and life forms that surpass understanding-but it's the surprises that came across the border with them, and the secrets the expedition members are keeping from one another, that change everything."


Zur Handlung: Wir folgen einer namenlosen Biologin in die Area X, eine Zone der Welt, in der etwas Schreckliches geschehen ist. Verschiedene Expeditionen haben bereits versucht Antworten zu finden, doch wenn die Teilnehmenden zurückgekehrt sind, dann waren sie stets verändert und haben meist nicht mehr lange gelebt; wenn sie zurückgekehrt sind. Diese Mission besteht nun nur aus Frauen, neben unserer Biologin gibt es eine Psychologin, eine Anthropologin und eine Ex-Soldatin. Die Linguistin hat es sich angeblich kurz vor Beginn der Mission anders überlegt.

Doch kaum sind die vier Frauen in der Area X gelandet, geht schon einiges schief. Bei einer Erkundungstour finden sie eine Art Tunnel, in dem Treppen tief unter die Erde führen, doch unsere Biologin kann sich den Tunnel nur als Turm vorstellen, der anstatt nach oben nach unten geht. Als die vier beschließen, diesen Turm zu erkunden, beginnt ihre unwiderrufliche Veränderung.

Dieses Buch ist extrem seltsam. Wir lesen die Geschichte in Form von Tagebucheinträgen der Biologin. So sehen wir einerseits, was in der Area X passiert, aber sie erinnert sich auch zurück an Dinge aus ihrem Leben. Wir erfahren, warum sie Biologin geworden ist und warum sie sich für diese hoffnungslose Mission freiwillig gemeldet hat. Dadurch kommen wir nah an sie heran, und gleichzeitig bleibt sie uns auch fern. 

Ich persönlich liebe diese Art von Horror, wo die Protagonisten durch eine Art Portal in eine Welt neben unserer Welt kommen, in der aber unsere Gesetze und Regeln nicht gelten. In dieser Welt kann dann jeden Moment alles geschehen. Ich finde es so faszinierend, weil ich mich dann auch immer frage, wie mein Gehirn wohl auf sie eine grundsätzlich fremde Welt reagieren würde, vor allem wenn sie ihm Kern dann doch vertraut aussieht. Es ist eben nur alles ein kleines bisschen falsch.

Wir haben es in diesem Buch vor allem mit Pflanzen-, Natur- und Bodyhorror zu tun. Es ist alles sehr organisch, weswegen eine Biologin als Hauptfigur auch Sinn macht. Irgendetwas hat die normale Welt in Area X korrumpiert, und nun ist nix so, wie es sein sollte. Trotzdem macht alles irgendwie seltsam Sinn. Ihr solltet aber nicht zu viele Antworten erwarten, auch das gehört zu dieser seltsamen Art von Horror dazu.

Neben der Biologin haben wir noch drei andere Charaktere, die in der Area X sind. Recht früh sagt uns unsere Protagonistin allerdings, dass sie nicht lange an ihrer Seite sein werden. Die Frauen kennen sich kaum, haben nur etwas gemeinsames Training erlebt. Ein tiefes Misstrauen liegt zwischen ihnen, sodass wir den anderen auch nicht vertrauen können. Außerdem spielt dann noch der Ehemann der Biologin eine Rolle, denn wir sehen ihn in Rückblenden. Ich fand ihre Dynamik interessant, aber das müsst ihr selbst ergründen.

Was kann ich noch über dieses Buch sagen, dass keine Spoiler enthält und nicht einfach völlig wirr klingt? Ihr werdet am Ende vermutlich so schlau sein wie am Anfang, aber der Weg lohnt sich, wenn ihr diese Art von Horror liebt. Ich liebe sie. Ich fand es schaurig, aufregend, mitreißend. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung, auch wenn ich da nicht so viel Positives gehört habe. Nach dem Ende dieses ersten Bandes will ich aber unbedingt mehr Antworten - und ich habe meine Zweifel, ob ich sie kriege.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 10. März 2024

The Sinister Mystery of the Mesmerizing Girl


Hallo meine Historienhasen,

und schon kommen wir zum Ende dieser Trilogie und auch zum Ende dieser Woche. Nachdem die ersten beiden Bände meine Erwartungen leider nicht erfüllen konnten, hatte ich jetzt noch einmal Hoffnung für das große Finale. Zumindest gab es Anzeichen, dass hier noch einmal Abenteuer und Mystery aufkommen könnten. Aber konnte das letzte Buch die Reihe retten?

Die Fakten:

  • Autor: Theodora Goss
  • Titel: The Sinister Mystery of the Mesmerizing Girl (dts. Das unheilvolle Geheimnis des faszinierenden Mädchens)
  • Reihe: The Extraordinary Adventures of the Athena Club 3
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: Saga Press
  • Seiten: 434
  • Preis: 12,50 Euro
  • Klappentext: "Life's always an adventure for the Athena Club ... especially when one of their own has been kidnapped! After their thrilling European escapades rescuing Lucinda van Helsing, Mary Jekyll and her friends return home to discover that their friend and kitchen maid Alice has vanished - and so had Mary's employer Sherlock Holmes! As they race to find Alice and bring her home safely, they discover that Alice's and Sherlock's kidnappings are only one small part of a plot that threatens Queen Victoria and the very future of the British Empire. Can Mary, Diana, Beatrice, Catherine, and Justine save their friends - and save England?"

Zur Handlung: Während Mary und ihre Gefährtinnen noch in Budapest auf der Suche nach Antworten auf die Fragen ihrer Entstehung sind und sich um einen ethischeren Umgang mit Experimenten in der Alchemistischen Gesellschaft bemühen, bekommen sie ein Telegramm, dass Alice entführt wurde. Sofort machen sie sich auf den Weg zurück nach England.

Inzwischen ist klar, dass Alice nicht einfach nur zufällig in die Hände von Verbrechern gefallen ist, sondern dass sie die Enkelin eines weiteren Alchemisten ist und besondere Fähigkeiten hat. Diese Fähigkeiten sollen nun missbraucht werden, um die Queen zu stürzen. Alice gelingt es, das Vertrauen der Verbrecher zu erlangen, um so möglichst den anderen zu helfen, diese Pläne zu vereiteln.

Wenn man den Klappentext liest, sieht man genau die Probleme, die ich schon beim ersten Buch hervorgehoben habe: die Autorin versucht eine feministische oder zumindest progressive Geschichte zu erzählen mit Charakteren, die das britische Empire und damit ein Kolonialland mit einem Monarchen an der Spitze retten sollen. So richtig haut das natürlich nicht hin, sodass unsere progressiven Heldinnen weiter altbacken und fehl am Platz wirken.

Für die Charaktere kann man hier nicht viel ergänzen, denn wie gesagt machen diese keine nennenswerte persönliche Entwicklung durch. Hervorzuheben ist hier nur Alice, die nun auch Kapitel aus ihrer Sichtweise bekommt. Sie ist dabei deutlich jünger als die anderen und als Waise aufgewachsen. Auch hier wird die Klassengesellschaft als solche wieder nicht in Frage gestellt, denn Alice will auch dann weiter Küchenmagd bleiben, als klar wird, dass sie eigentlich aus einem wohlhabenden Hause stammt. Klar, für andere arbeiten macht halt einfach Spaß. Trotzdem mochte ich Alice als Charakter, sind ich schlau und wird schnell unterschätzt. Sie hat mich auch ein wenig an einen Hobbit erinnert, so Abenteuer sind nix für sie, aber sie schlägt sich dann erschreckend gut darin. Und ihre Fähigkeiten sind auch echt cool.

Durch die vielfältigen Perspektiven, die in diesem Buch zusammenkommen, geht aber leider der Mysteryaspekt völlig unter. Schon zu Beginn wissen wir, wo Alice ist, wer sie warum entführt hat, wo Sherlock ist, und was der Plan des ganzen Verbrechens ist. Jetzt warten wir also wieder darauf, dass die anderen Athena Club-Mädels das auch alles herausfinden und was dagegen tun können.

Gleichzeitig spielt in diesem Buch dann auch die Bösewichtin (quasi) aus dem vorherigen Band noch eine Rolle und wir erfahren noch mehr über ihren Hintergrund. Wie super toll dabei der Blick auf das antike Ägypten gelungen ist, und dann auch auf die Kolonialgeschichte der Welt, darüber kann man dann vielleicht streiten. Ich denke, mit allem, was ich bisher gesagt habe, könnt ihr euch ein Bild machen.

Was hier noch mehr zum Thema gemacht wird, ist Fremdenhass und white supremacy. An sich finde ich das wichtige Themen, die ich auch gern in Büchern aufgegriffen sehe. Allerdings dient es hier eher dazu die Bösen als die Bösen zu markieren. Eine richtige Auseinandersetzung geschieht nicht. Alles bleibt ähnlich wie im Rahmen des zweiten Buchs, als eine Frau of Color unseren Heldinnen vorwirft, dass sie aus rassistischen Gründen verdächtigt wird. Und was mir dann hier noch etwas seltsam aufgestoßen ist, ist, dass diese white supremacy-Gruppe eine Familie als Bedienstete hat, die polnische Juden sind...

Am Ende geht es dann noch einmal hoch her, Mary und ihre Freunde müssen schließlich die Queen retten. Ich muss aber gestehen, dass mir dieser letzte Band am allerwenigsten im Kopf geblieben ist. Dabei hatte ich, als ich den gelesen habe, soweit ich mich erinnere am wenigsten Corona, und somit eigentlich die besten Chancen mich zu erinnern (ja, ich habe einen Teil der Reihe in der Zeit gelesen, als ich mit Corona flach lag - immerhin war es dann nicht allzu schwere Kost für meinen Kopf). Es ist halt dann einfach so weitergeplätschert, wie die Reihe generell war.

Alles in allem war die Reihe für mich eher eine Enttäuschung, nicht weil sie grundsätzlich schlecht war, aber weil ich einfach etwas total Tolles erwartet habe und dann nur eher etwas Mittelmäßiges bekommen habe. Das Buch hat für mich auch einfach zu viele Charaktere und Perspektiven, sodass man keinen Charakter so richtig gut kennen lernen und auch analysieren kann. Auch die Fälle, die hier gelöst waren, sind immer viel zu offensichtlich - oder eben wie hier im letzten Band, wir wissen die Lösung durch die vielen Perspektiven. Also auch die Handlung hält mich nicht richtig bei Laune. Der Schreibstil ist niedlich, so mit den Kommentaren der Charaktere im Manuskript, aber da hätte auch ein Buch gereicht für. Deswegen ist mein Fazit: lest lieber erstmal Band 1 und überlegt dann, ob ihr noch weitere ~1200 Seiten davon lesen wollt.

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Samstag, 9. März 2024

European Travel for the Monstrous Gentlewoman


Hallo meine Historienhasen,

gestern hatte ich euch von Band 1 dieser Reihe berichtet, der mir an sich gut gefallen hat, auch wenn er mit meinen Erwartungen nicht mithalten konnte. Heute kommen wir zu Band 2, der aus bis heute ungeklärten Gründen fast doppelt so lang ist wie Band 1. Und die Frage drängt sich auf: ist es das wert?

Die Fakten:

  • Autor: Theodora Goss
  • Titel: European Travel for the Monstrous Gentlewoman (dts. Die wilde Jagd nach der monströsen Dame)
  • Reihe:  The Extraordinary Adventures of the Athena Club 2
  • Erschienen: 2018
  • Verlag: Saga Press
  • Seiten: 706
  • Preis: 12,79 Euro
  • Klappentext: "Mary Jekyll's life has been peaceful since she helped Sherlock Holmes and Dr Watson solve the Whitechapel Murders. Beatrice Rappaccini, Catherine Moreau, Justine Frankenstein, and Mary's sister, Diana Hyde, have settled into the Jekyll household in London, and although the sometimes quarrel, the members of the Athena Club get along as well as any five young women with very different personalities. As least they can always rely on Mrs Poole. But when Mary receives a telegram that Lucinda Van Helsing has been kidnapped, the Athena Club must travel to the Austro-Hungarian Empire to rescue yet another you woman who has been subjected to horrific experimentation. Where is Lucinda, and what has Professor Van Helsing been doing to his daughter? Can Mary, Diana, Beatrice, Catherine, and Justine reach her in time? Racing against the clock to save Lucinda from certain doom, the Athena Club embarks on a madcap journey across Europe. From Paris to Vienna to Budapest, Mary and her friends must make new allies, face old enemies, and finally confront the fearsome, secretive Alchemical Society. It's time for these monstrous gentlewomen to overcome the past and create their own destinies."

Zur Handlung: Um sich weiter ein gutes Leben leisten zu können, müssen im Athena Club-Haushalt alle mit anpacken. Beatrice stellt aus ihren Pflanzen Medizin her, Catherine schreibt Bücher und Mary arbeitet bei Sherlock Holmes als Schreibkraft. Doch als sie ein Telegramm erhalten, dass ihre detektivischen Fähigkeiten erbittet, begeben sie sich auf eine abenteuerliche Reise.

Zwischen Zugfahrt, deutschen Spionen, Zirkuskünstlern, psychiatrischen Anstalten, wissenschaftlichen Konferenzen und viiiielen Törtchen und Dinnern müssen sie versuchen, Lucinda von Helsing zu finden. Dabei treffen sie auch auf neue Verbündete, wie Laura und Carmilla, und machen sich neue quasi-prähistorische Feinde. Und es gibt viele Törtchen und Dinner.

Nach dem ersten Band war ich echt gespannt, was nun hier auf 700 Seiten auf mich wartet. Ich fand den ersten Teil zwar interessant, aber auch enttäuschend. Darum hatte ich Hoffnung, dass es in Band 2 nun richtig losgeht, und die Reihe meine Erwartungen mehr erfüllt, vor allem wenn es um den Punkt Frauenpower geht. In zwei Aspekten passiert das auch: erstens können wir recht früh Holmes abschütteln, und das Buch versucht sogar selbstironisch damit umzugehen, dass er sich so sehr in das erste Buch hineingedrängt hatte; zweitens haben wir jetzt hier bei all den Frauen auch mal ein gleichgeschlechtliches Paar - wenig überraschend inspiriert von dem Klassiker Carmilla.

Trotzdem war dieser Band noch mehr Enttäuschung als Band 1. Das hat viele Gründe. Wir haben als Hauptfigur wieder Mary, die nach wie vor so unnahbar ist wie in Band 1. Wir bekommen aber etwas mehr Einblicke in Justine, was ich sehr mochte, und für Beatrice gibt es eine Liebesgeschichte, die ich an sich auch mochte, die aber so plump geschrieben war und wo ich Catherine so richtig ätzend fand. Ansonsten bleibt Diana weiter laut und nervig. Mrs Poole lassen wir in England zurück, aber die würde es woanders eh nie aushalten. Zum Glück gilt das gleiche für Holmes und Watson. Dazu kommen dann neue Charaktere, wie Lucinda, Carmilla, Laura und Holmes' Ex Irene Adler.

In diesem Buch wartet sehr viel Herumgereise auf uns. Natürlich war reisen zu dieser Zeit nicht unbedingt komfortabel, und hat auch echt eine Weile gedautert. Aber abgesehen davon passiert hier dann auch nicht viel. Was mich allerdings besonders angestrengt hat, war das viele Essen. Ich liebe eigentlich Essen in Geschichten, denn ich bin auch so ein großer Foodie. Hier nimmt es aber so viel Überhand, und in den seltsamsten Momenten wird ein Picknick gemacht oder ein Dinner gegessen. Unser Feind hat uns in eine gruslige Ruine entführt, lasst uns erstmal was essen? Ok. 

Die Länge des Buches ist dabei völlig übertrieben. Die Geschichte gibt letztlich kaum mehr her als in Band 1. Noch dazu ist hier alles noch viel offensichtlicher. Und ich muss ehrlich zugeben, dass die kreativen Entscheidungen in diesem Band für mich keinen Sinn gemacht haben. In Band 1 hat sich die Autorin entschieden eine heutzutage kontrovers diskutierte Figur klar zum Bösen zu machen, was ich so nicht hatte erwartet. In Band 2 jedoch wird jetzt eine eigentlich recht klar böse Figur der Literatur plötzlich zum Guten gemacht und dafür die gute Figur böse? Und sobald ihr ein bisschen Wissen über Klassiker habt und dann van Helsing und Carmilla hört, da wisst ihr ja, was der Mystery-Aspekt ist. Aber unsere Damen nicht, und wir dürfen da dann irgendwie hinterherstümpern.

Wenn das dann endlich soweit abgehakt ist, geht es dann noch weiter nach Budapest, wo der Entgegner der alchemischen Gesellschaft auf sie wartet. Auch hier wird dann viel gesessen, viel beraten, viel gegessen. Dann nochmal kurz Action, aber nicht zu viel. Das hat mir für 700 Seiten einfach nicht gereicht. Das Ende ist dann zwar etwas überraschender als die Hintergründe von Lucindas Entführung, aber konnte das Buch nicht mehr retten für mich.

Genervt hat mich auch, dass so viele kleine Fehler in dem Buch waren. So ist Justine angeblich ein absolutes Sprachgenie und stammt auch aus der Schweiz. Trotzdem sind dann grammatische Fehler in den Sachen, die sie auf Deutsch sagt. Für die anderen Sprachen bin ich dann kein Experte, aber es kommt auch einiges an Französisch, Italienisch und Ungarisch vor. Seltsam ist vor dem Hintergrund, dass das Buch ja von Catherine geschrieben wird, auch, dass sie die ungarischen Namen perfekt buchstabieren kann und dann hinterher schreibt, wie es ausgesprochen wird. Da hätte man glaube ich mehr im Konzept bleiben können. Und neben sprachlichen Sachen waren auch so ein paar Dinge inkonsistent, zum Beispiel wenn über Stockwerke gesprochen wird, die im Englischen anders gezählt werden als im Deutschen. Eine Frau, die seit Jahren als Spionin in Österreich lebt, sollte das wissen, zählt aber weiter britisch. In der deutschen Übersetzung ist das dann vielleicht alles glattgebügelt - man sollte es hoffen.

Alles in allem war das Buch auch wieder eine Enttäuschung, und das nachdem ich meine Erwartungen nach Band 1 schon deutlich gesenkt hatte. Ich habe hier dann auch gemerkt, dass ich mit den Charakteren einfach nicht warm werde, war vor allem daran liegt, dass sie dann doch recht flach bleiben und sich eigentlich auch null entwickeln. Das gilt vor allem für Mary, aber auch Diana und Catherine sind einfach absolut gleich durch alle Bücher hinweg. Etwas mehr Justine fand ich gut, von Beatrice hätte ich etwas mehr erhofft. Aber wenn einem die Charaktere egal sind, kann halt auch in der Handlung passieren, was da will.

Ich würde es also nicht empfehlen, diese Reihe weiterzulesen, außer ihr seid absolut verliebt in Band 1 und wollt unbedingt weiter und lange diesen Charakteren folgen. Band 3 habe ich dann trotzdem auch noch gelesen, dazu morgen mehr.

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:



Freitag, 8. März 2024

The Strange Case of the Alchemist's Daughter


Hallo meine Historienhasen,

ich liebe es ja, Reihen hintereinander weg zu lesen. Das habe ich letztes Jahr auch wieder mit fünf Reihen gemacht, und ich glaube, ich habe euch keine einzige vorgestellt. Dieses Wochenende werden wir das hoffentlich ändern, und beginnen heute mit dem ersten Band dieser Trilogie. Ich hatte sehr hohe Erwartungen, weil ich so viel Gutes gehört hatte, und leider ist das manchmal ja gefährlich.

Die Fakten:

  • Autor: Theodora Goss
  • Titel: The Strange Case of the Alchemist's Daughter (dts. Der seltsame Fall der Alchimisten-Tochter)
  • Reihe: The Extraordinary Adventures of the Athena Club 1
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Saga Press
  • Seiten: 400
  • Preis: 12,45 Euro
  • Klappentext: "Mary Jekyll, alone and penniless, following her parents' death, quickly finds herself drawn into the secrets of her father's mysterious past. A clue leads her to believe that Edward Hyde, her father's former friend and a murderer, may be nearby, and there is still a reward for information resulting in his capture - a reward that would solve all her immediate financial woes. But her hunt brings her not to Edward Hyde but to Diana, his daughter, a near-feral child left to be raised by nuns. With the assistance of Sherlock Holmes and Dr Watson, Mary continues her search for the elusive Hyde, and soon gathers around her more women, all of whom have been created through terrifying experimentation: Beatrice Rappaccini, Catherin Moreau, and Justine Frankenstein. When their investigations lead to the discovery of a secret society of immoral and power-crazed scientists, the horrors of their past soon arrive on their doorsteps as well, and now it is up to the five women to stop the malicious machinations of the Société des Alchimistes. Quite simply, it is time for the monsters to triumph over the monstrous."

Zur Handlung: Als Marys Mutter stirbt, ist sie zunächst am Boden zerstört, doch sehr schnell muss sie sich zusammennehmen, denn mit dem Lebensende ihrer Mutter geht nun auch das Geld aus. Schweren Herzens muss sie das Personal der Familie entlassen, doch die eigenwillige Haushälterin Mrs Poole beschließt vorerst zu bleiben und Mary zu unterstützen. Als Mary die Finanzen ihrer Mutter durchgeht, findet sie allerdings etwas Seltsames.

Sie findet, dass Zahlung mit dem Betreff Hyde an ein Kloster in einem armen Stadtteil von London gemacht werden. Mary erinnert sich an Mr Hyde, der für ihren Vater gearbeitet hat, bevor dieser umgekommen ist, nur sehr vage. Aber sie weiß, dass es ein Kopfgeld für ihn gibt. Doch Mary will sich nicht allein auf die Suche nach so einem gefährlichen Mann machen, und bittet daher um die Hilfe des berühmten Sherlock Holmes.

Ich habe dieses Buch gekauft, weil ich immer davon gehört habe, wie hier diese jungen Frauen aus verschiedensten Schauerromanen zusammenkommen und sich das Spotlight holen, das sie schon immer verdienen. Entsprechend war ich auf volle Frauenpower eingestellt - und habe sie ehrlich nicht bekommen. Das hat viele Gründe, die ich jetzt hier versuche darzulegen.

Mary als Hauptfigur ist recht steif und rigide. Das hat auch seine Gründe, aber trotzdem wirkt mit ihr alles immer etwas distanziert. Sie ist sehr rational und kalkuliert, und sie ist wirklich keine Feministin. Allgemein kämpft das Buch damit, dass es im 19. Jahrhundert spielt, und für damalige Verhältnisse progressive Dinge heute irgendwie verstaubt und öde sind. Dagegen sind die damaligen moderaten Vorstellung der Welt heute einfach veraltet. Mary mochte ich trotzdem an sich gern, aber sie reißt einen nicht wirklich mit.

Neben Mary haben wir noch die anderen jungen Frauen. Als erste treffen wir davon Diana, die eigentlich eher noch ein Kind ist, rotzfrech und sehr laut. Dann haben wir Beatrice, die ich eigentlich am liebsten mochte, die aber eher zurückhaltend und leise ist und daher im Buch wenig zu Wort kommt. Dazu kommt noch Catherine, die das Buch schreibt, die ich aber sehr anstrengend fand. Und schließlich Justine, ebenfalls so ein interessanter Charakter, der aber durch seine zurückhaltende Art leider untergeht. Mrs Poole steht für die bürgerliche Sitte und ist für die Versorgung mit Essen zuständig - hier könnte man ja auch mal kritisch über die Klassen der damaligen Zeit werden, oder eben nicht.

Ein zentrales Problem, was ich mit diesem Buch hatte, trägt einen Namen: Sherlock Holmes. Nie, wenn jemand über dieses Buch gesprochen hat, habe ich vernommen, dass Holmes hier eine zentrale Rolle einnimmt. Und ist er einmal da, wird man ihn nicht mehr los. Jede Szene, in der er ist, dreht sich eigentlich nur noch um ihn. Und dass Mary dann zarte Gefühle für ihn entwickelt, macht alles irgendwie noch anstrengender. Hier waren meine Erwartungen einfach völlig anders. Dass in dieser Reihe ein Mann so die Schau stiehlt, das hatte ich einfach nicht gedacht.

Geschrieben ist das Buch übrigens in einem sehr interessanten Stil, denn Catherine, eine Figur aus dem Buch, schreibt das Buch über die Erlebnisse ihrer Freundinnen um Geld für ihr gemeinsames Leben zu verdienen. Die anderen Charaktere bekommen Gelegenheit, das Manuskript mit Kommentaren zu versehen, was sie auch eifrig machen - und das alles bekommen wir dann zu lesen.

Ich denke, der Mystery-Fall war hier noch ganz interessant. Im Stile von Jack the Ripper geht es um Morde an Frauen, die zur Unterschicht in London gehört haben. Die Morde sind blutig und verstörend, aber keiner kann sich erklären, warum sie geschehen. Als Leser hatte ich zumindest recht schnell eine Ahnung, was da dahintersteckt, aber die Erklärung war dann doch noch etwas komplexer als meine ersten Gedanken.

Es kommt am Ende dann auch zu einem Showdown, wo unsere Charaktere ziemlich in Gefahr geraten. Trotzdem ist das Buch im Grundton eher cosy, würde ich sagen. Es hat dieses historische Flair, wir folgen den Charakteren auf ihren Wegen durch London, wobei sie langsam Hinweise sammeln. Und es darf natürlich auch nicht an Schnittchen und Tee fehlen, sonst bräuchten wir Mrs Poole ja nicht.

Alles in allem hat mir das erste Buch ganz gut gefallen. Aber leider waren meine Erwartungen so hoch, dass es sich trotzdem enttäuschend angefühlt hat. Vor allem die unglaublich hohe Aufmerksamkeit auf Holmes hat mich genervt. Auch hatte ich ein wenig das Gefühl, dass ich von den Charakteren, die ich am spannendsten fand, am wenigsten gesehen habe. Aber es ist ein schönes Abenteuer für einen verregneten Tag. Es hat irgendwie was herzerwärmendes.

Morgen erzähle ich dann, wie es mir mit Band zwei ergangen ist, der dann einfach mal fast doppelt so lang ist wie Band 1!

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:



Sonntag, 8. Januar 2023

The Empire of Gold


Hallo meine Fantasyfreunde,

heute kommen wir zum letzten Band dieser Reihe. Die beiden Vorgänger habe ich euch gestern und vorgestern vorgestellt. Heute also das Finale, und das hatte sich viel vorgenommen. So ganz 100% konnte es meine Vorstellungen nicht erfüllen, aber es war trotzdem ein solides Ende.

Die Fakten:

  • Autor: SA Chakraborty
  • Titel: The Empire of Gold (dts. Das Imperium aus Gold)
  • Reihe: Daevabad Trilogie 3
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Harper Voyager
  • Seiten: 752 + Bonus Content
  • Preis: 18,99 Euro
  • Klappentext: "After a brutal conquest stripped the city of magic, Nahid leader Banu and the resurrected Dara must try to stabilize their warring people. Meanwhile Nahri and Ali have safely escaped to Cairo, but Nahri is haunted, knowing that the loved ones she left behind are now at the mercy of a tyrant. Ali, too, cannot help but look back, determined to rescue his city and the family that remains. Nahri, Ali and Dara begin to realise that in order to remake the world, they may need to fight those they once loved... and take a stand for those they once hurt."

Zur Handlung: Nahri und Ali konnten sich mit letzter Kraft und durch die Hilfe eines anonymen Verbündeten nach Kairo retten, bevor ihre Feinde sie fangen konnten. Nun stellt sich die Frage, ob sie den Untergang von Daevabad hinter sich lassen können und gemeinsam ein neues Leben in der Welt der Menschen starten. Ali hätte an sich nichts dagegen, doch da ist das Problem, dass Menschen ihn nicht wirklich zu sehen scheinen.

Außerdem nagt an beiden die Angst um ihre Liebsten. So ist Alis Schwester noch irgendwo in Daevabad und kämpft ums Überleben. Auch diejenigen, die mit Nahri das Krankenhaus aufgebaut haben, sind nicht alle verloren. Es gibt immer noch viele, die auf Ali und Nahri zählen in Daevabad, auch wenn sich ihre Zahl täglich verringert.

In diesem letzten Band geht es also noch einmal um das große Ganze: die Rettung von Daevabad. Nachdem die Stadt erobert wurde, ist die Magie verloren, was ich einen interessanten Twist fand. Plötzlich stehen fast alle unsere Charaktere ohne ihre Fähigkeiten da. Doch auch die Welt wird hier noch einmal erweitert und wir erfahren mehr über die anderen Wesen, die es neben Menschen und Dschinn noch gibt. Und diese können sich vielleicht dazu herablassen zu helfen.

In diesem Band entwickelt sich auch die Beziehung von Ali und Nahri weiter, und ich war ehrlich gesagt nicht immer Fan davon. In meinen Augen hat eine Liebesgeschichte in dieses ganze Drama nicht gut gepasst. Es bleibt auch eher ein Nebenthema, aber ich hätte es nicht gebraucht. Darüber hinaus müssen sich beide Charaktere deutlich weiterentwickeln. Ali muss akzeptieren, wer er ist und was er kann. Und er muss darum kämpfen, dass alle anderen das auch tun. Nahri dagegen erfährt endlich wer sie ist, und muss auch damit bis zum Ende der Geschichte kämpfen, denn nichts ist, wie es scheint. 

Auch in diesem Band haben wir eine dritte Perspektive, und auch hier hätte ich sie nicht gebraucht. Stattdessen hätte ich 100 Mal lieber von der Schwester von Ali gelesen. Ihr Weg in diesem Band ist so spannend und so weit davon entfernt, worauf sie vorbereitet wurde, dass sie für mich einer der interessantesten Charaktere war. Aber leider leider bekommen wir weiter weinerliche und nervige Kapitel aus einer anderen Sichtweise.

Was mich an dem Buch außerdem ein bisschen enttäuscht hat, war, dass es dann am Ende doch alles irgendwie einfach war. Es gibt dann ein paar Szenen, wo Ali und Nahri neue Verbündete finden, und diesen Teil fand ich ein bisschen zu praktisch. Wenn es so leicht ist, hätte es für mich nicht so lange gedauert. Außerdem war das Ende dann ein bisschen kompliziert nachzuvollziehen. Ich kann das nicht erklären ohne zu spoilern, aber grob gesagt passieren dann auch einige Veränderungen in der Welt, die ich wiederum schwer vorstellbar fand und die auch zu einfach gewirkt haben.

Generell mochte ich die Enden für die verschiedenen Charaktere. Ich glaube, das meiste hat dann einfach auch gut gepasst. Bei einem Charakter fand ich es dann wieder ein bisschen zu dramatisch, genau wie seine ganze Perspektive in den beiden Büchern. In meiner Ausgabe war hinten noch ein langes Zusatzkapitel, das sich fast ein bisschen liest wie die Chance auf mehr Bücher in dieser Welt mit Charakteren, die ich auf jeden Fall sehr gern sehen würde -hust-.

Alles in allem war dies ein gutes Finale, das diese besondere Reihe zu einem würdigen Ende bringt. Auch wenn es an den Glanz und die Glorie des zweiten Bandes für mich nicht herankommt, ist es doch nie langweilig. Ein bisschen verwirrt war ich am Ende vielleicht, aber darüber konnte ich hinwegsehen. Es gibt auch hier nochmal einige Twist und Turns gegen Ende, die mich überrascht haben. Auch da hatte ich ein paar Momente, wo ich nicht wusste, ob ich einfach gerade etwas nicht checke, oder ob da Plot-Holes sind. Aber ich war am Ende zufrieden.

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Samstag, 7. Januar 2023

The Kingdom of Copper


Hallo meine Fantasyfreunde,

heute kommen wir zum zweiten Band dieser Reihe. Gestern hatte ich euch ja das erste Buch vorgestellt, was mir schon sehr gefallen hatte. Allerdings passiert da am Ende auch einiges, was dazu geführt hat, dass ich direkt das zweite Buch anfangen musste. Zum Glück hatte mich aber jemand auf Discord darauf hingewiesen, dass wir einen 5-Jahre-Zeitabstand zwischen der Handlung des 1. und 2. Bandes haben. Daher treffen wir die Charaktere in sehr veränderten Umständen.

Die Fakten:

  • Autor: SA Chakraborty
  • Titel: The Kingdom of Copper (dts. Das Königreich aus Kupfer)
  • Reihe: Daevabad Trilogie 2
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: Harper Voyager
  • Seiten: 609
  • Preis: 9,99 Euro
  • Klappentext: "Once a con artist on the streets of Cairo, Nahri's life changed forever when she accidentally summoned Dara, a formidable and mysterious djinn, and was thrust into the dazzling royal court of Daevabad. Now, as Nahri embraces hidden heritage and powers, she must forge a new path. Exiled for daring to defy his father, Ali is adrift on the unforgivable sands of his ancestral land, hunted by assassins and forced to rely on frightening new abilities that threaten to reveal a terrible family secret. As a new century approaches and the djinn gather within Daevabad's brass walls to celebrate, a power in the desolate north will bring a storm of fire straight to the city's gates."

Zur Handlung: Fünf Jahre nach den dramatischen Ereignissen des ersten Bandes hat sich Nahri in ihr neues Leben eingefügt. Endlich hat sie die Gelegenheit, Medizin zu erlernen und Menschen zu heilen. Doch sie zahlt dafür einen hohen Preis, und sie wird mit vielen Patienten auf Trab gehalten, sodass ihr keine Zeit bleibt, tiefer über Daevabad und seine Probleme nachzudenken. Und auch über ihre Gefühle denkt Nahri lieber nicht zu sehr nach...

Ali konnte sich mit letzter Kraft in der Wüste zu einem Ort retten, an dem er willkommen ist. Mit seinen neuen Fähigkeiten baut er sich dort ein Leben auf und lässt all die Intrigen und Komplotte in Daevabad hinter sich. Doch die Vergangenheit wird ihn einholen, denn er ist nun einmal ein Prinz und vor allem die Familie seiner Mutter will ihn nicht einfach aufgeben. Doch wenn er nach Daevabad zurückkehrt, muss er sich auch der Frage stellen, ob Nahri ihm je verzeihen wird.

Dieser zweite Band startet auf einer ganz anderen Ausgangsbasis als der erste. Während wir im ersten Buch die Welt mit Nahri entdecken und mehr und mehr die Hintergründe, die Geschichte und die gegenwärtige Politik verstehen, sind unsere Charaktere nun fest in ihren Leben verankert. Aber es werden natürlich Geschehnisse kommen, die diese Verankerung auflösen. Zunächst sehen wir aber die Leben, die die Charaktere in den letzten fünf Jahren geführt haben. Dabei fand ich den Zeitsprung zu Beginn des Buches sehr gut gelöst. Ich mag es eigentlich nicht, wenn sowas in Büchern passiert, aber hier hat es mich nicht gestört. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich etwas sehr Wichtiges verpasst habe, und trotzdem fühlen sich die Charaktere auch etwas anders an.

Nahri ist inzwischen viel mehr zu einem Spielball der Mächte geworden. Um ihre Position zu sichern, musste sie einwilligen zu heiraten. Spannend fand ich hier die Darstellung ihrer Ehe, die absolut nicht auf Liebe basiert, in der es aber dennoch eine gewisse Lust gibt. Trotzdem knistert es zwischen dem Paar eher vor Wut als vor Anziehung. Abgesehen davon hat sie endlich die Chance ihren Traum zu leben, indem sie heilen darf. Trotzdem versucht sie ihre Position auch für mehr einzusetzen, da sie um die Probleme der Stadt weiß. Sie ist auf jeden Fall erwachsener geworden in diesem Band.

Ali fühlt sich auch erwachsener an. Er hat seinen Idealismus ein Stück weit abgelegen müssen, nachdem er aus Daevabad verstoßen wurde. Er hat aber auch Freude an einem normalen Leben gefunden, was er nun leben darf. Er hilft anderen, er bringt Wasser in die Wüste, und es gibt sogar Mütter, die ihm ihre Töchter vorstellen - was er natürlich erstmal gar nicht checkt. Aber wir fühlen auch, dass dieses Leben nur ausgeliehen ist, und sein Schicksal woanders hinführt. Ich hatte ein bisschen Angst, dass die Rückkehr nach Daevabad ihn auch wieder zu seinem naiven Selbst bringt, aber das war nur teilweise berechtigt. Auch mochte ich die neuen Nebencharaktere, die ihn aus seinem Ort begleiten.

Wir bekommen in diesem Buch auch eine dritte Perspektive, über die ich aber nicht zu viel sagen will. Ein uns bereits bekannter Charakter erzählt uns Dinge, die Ali und Nahri nicht wissen. Das war der einzige Teil des Buches, den ich nicht sehr mochte. Ich fand den Charakter nervig und quängelig, die Kapitel langweilig und teilweise wurden dadurch Dinge vorweggenommen, die das Ende noch grandioser gemacht hätten. Ich bin nicht ganz sicher, warum wir diese Perspektive bekommen haben, aber wegen mir könnte sie einfach aus dem Buch gestrichen werden.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, ist, dass wir in der zweiten Hälfte eigentlich Action ohne Ende haben. Während sich das Buch zunächst langsam aufbaut und ich dachte, es würde mir weniger gut gefallen als der erste Band, macht die zweite Hälfte das alles mehr als wett. Es wird hier auch nicht geschont - ich habe das Ende während Reading Sprints gelesen und konnte jedes Mal am Ende eines Sprints berichten, wer denn jetzt gestorben ist. Also nichts für schwache Nerven, aber eben grandiose Fantasy...

Das Ende ist dann auch schockierend. Es geschieht etwas, das ich so habe gar nicht kommen sehen, weswegen ich sehr froh war, dass Band 3 schon bereit im Regal stand. Allerdings war mir klar, dass sich die Geschichte nun wahrscheinlich in eine Richtung entwickelt, die ich nicht so sehr mögen würde. Aber für diesen Band an sich war es ein wundervolles Ende, emotional und schockierend. 

Alles in allem hat dieser zweite Band meine Erwartungen übertroffen. Durch den Zeitsprung sind unsere Charaktere etwas älter und auch fester in der Welt eingebunden. Dadurch haben sich Dinge entwickeln können, die über den Verlauf des Buches zu einem explosiven Höhepunkt kommen. Danach ist wirklich nichts mehr wie es war. Ich konnte das Buch wirklich kaum aus der Hand legen, was selten vorkommt. Es wird auch niemand geschont, viele schlimme Dinge passieren, und das Ende lässt dann auch die Frage offen, in welche Richtung sich die Reihe nun entwickeln wird. Für mich der stärkste Band dieser Trilogie.

Wann konntet ihr das letzte Mal ein Buch nicht mehr aus der Hand legen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:




Freitag, 6. Januar 2023

The City of Brass


Hallo meine Fantasyfreunde,

ich hoffe, ihr seid alle gut in 2023 gestartet. Ihr habt schon gesehen, regelmäßig posten wird hier wohl auch in diesem Jahr nicht immer möglich sein. Aber wir versuchen weiter unser Bestes. Ich habe das neue Jahr mit meinem Partner gestartet, der mich eine Woche besucht hat. Daher ist bei mir noch nichts passiert mit Lesen und Büchern. Aber ich habe immer noch so viele Bücher vom letzten Jahr, die ich noch aufholen will. Dieses Wochenende fangen wir mit einer Reihe an, die mir sehr gut gefallen hat.

Die Fakten:

  • Autor: S. A. Chakraborty
  • Titel: City of Brass (dts. Die Stadt aus Messing)
  • Reihe: Daevabad Trilogy 1
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Harper Voyager
  • Seiten: 526
  • Preis: 8,99 Euro
  • Klappentext: "In the markets of eighteenth century Cairo, thieves, tricksters, con artists and outcasts eke out a living swindling rich nobles and foreign invaders alike. But alongside this new world, the old stories linger. Tales of djinn and spirits, of cities hidden among the swirling sands of the desert - full of enchantment, desire and riches - where magic pours down every street, hanging in the air like dust. Many wish their lives could be filled with wonder, but not Nahri. She knows the trades she uses to get by are just tricks and sleights of hand: there's nothing magical about her. She only wishes to one day leave Cairo, but as the saying goes... be careful what you wish for."

Zur Handlung: Nahri ist eine Betrügerin in Kairo im 18. Jahrhundert. Sie verkauft ihre heilenden Fähigkeiten, aber sie heilt auch Leute, denen es eigentlich nicht schlecht geht, solange sie davon Geld bekommt. Ihr großer Traum ist es, eine richtige Ärztin zu werden, aber sie weiß, dass das als Frau und ohne Vermögen nicht möglich sein wird. Um etwas mehr zu verdienen, führt sie fragwürdige Rituale durch, bis eines Tages eines davon völlig schief geht.

Ali ist der Prinz einer magischen Stadt voller Dschinn. Sein großer Bruder wird eines Tages über diese Stadt und das Reich herrschen, während es Alis Aufgabe sein wird, ihn zu beschützen. Doch auch eine magische Welt kommt nicht ohne Ungleichheit aus, und in dieser Welt werden Personen, die von Menschen und Dschinn abstammen, als eine niedere Rasse behandelt. Ali möchte dies ändern, denn er kann die Misshandlungen nicht mehr mit ansehen. Doch kann er seine Familie dafür verraten?

Dieses Buch ist der Beginn einer Fantasy-Trilogie und wird häufig dafür kritisiert, dass es sich eher wie ein Jugendbuch liest. Ich habe das allerdings nicht so stark empfunden, trotzdem würde ich sagen, dass die Reihe nach diesem Band stärker wird. Wenn ihr also von Band 1 nicht völlig überzeugt sein, dann trotzdem weiterlesen.

Wir folgen hauptsächlich der Geschichte von Nahri. Ich mochte sie als Hauptfigur. Sie ist der klassische Underdog. Sie denkt ihr ganzes Leben, dass sie eben ein bisschen Talent beim Heilen hat, allerdings stellt sich mehr und mehr heraus, dass das mehr als Talent ist. Sie wird von einem mysteriösen Dschinn entführt und in eine magische Welt gebracht, sodass wir mit ihr gemeinsam alles erkunden können. Sie ist ein bisschen stur, was ich bei weiblichen Hauptcharakteren immer mag, und sie weiß, wie man andere übers Ohr zieht. In ihrem Leben gibt es auch viele Unbekannte, zum Beispiel wer ihre Eltern waren, was nach und nach in dieser Reihe herauskommen wird. Aber so allein auf sich gestellt zu sein, beeinflusst natürlich auch den Charakter, was ich an Nahri immer nachvollziehbar fand.

Ali ist der zweite Charakter, aus dessen Sicht wir auf die Dinge schauen. Es dauert etwas, bis die Wege der beiden zusammenführen. Ali ist eher der naive und optimistische der beiden. Er will seine Stadt und Welt zum Besseren verändern, auch wenn ihn das vielleicht seinen Stand und seine Familie kostet. Mit Ungerechtigkeit kann er nicht leben. Allerdings trifft er auch nicht immer die besten Entscheidungen, da er auf eine Art natürlich als Prinz behütet aufgewachsen ist. Dennoch macht er sich nichts aus Prunk und Ruhm, da für ihn immer nur eine Position als Untergebener seines Bruders vorgesehen war. Ich habe beide Hauptcharaktere sehr lieb gewonnen über die Reihe - aber beide werden auch einiges durchmachen müssen. Es ist sehr selten, dass ich beide Perspektiven in einem Buch gleich spannend finde, aber hier war es durchgängig so.

In der Handlung geht es dann vor allem um die politischen und gesellschaftlichen Zustände in Daevabad, Alis Heimat. Während wir mit Nahri die erste Hälfte des Buches eher auf Reisen sind, lernen wir mit Ali die wichtigen Konfliktlinien in seiner Stadt kennen. Wir erfahren, wie Alis Familie einst die mächtigen Nahid gestürzt hatte, die bis dahin regierten. Auch islamische Ideen werden in die mythologische Hintergrundgeschichte eingewoben, was bei Kairo und Dschinn nicht sehr verwundern sollte. Ich fand die ganze Geschichte von Daevabad und das gesellschaftliche Klima in dieser Stadt sehr spannend. Hier könnte man auch viel diskutieren, zum Beispiel inwieweit ein neuer Herrscher tatsächlich Dinge von heute auf morgen ändern kann, oder ob er nicht auf die gleichen Minister und Beamten angewiesen ist, die dann schon für eine Kontinuität sorgen werden.

In Nahris Handlungsstrang gibt es auch eine Romanze. Ich fand das ganz interessant, aber ich lese ja selten Bücher explizit für die romantische Seite. Hier könnte man vermutlich von einer hate-to-love-Beziehung sprechen. Zumindest finden sich beide zunächst nervig und können sich nicht vertrauen, aber es entsteht über die Zeit doch eine Anziehung. Ich mochte hier aber auch die Idee, dass man meistens ja den Menschen, in den man sich verliebt, fast nicht kennt, was Nahri hier auch erfahren wird.

Was mir an diesem Buch besonders gut gefallen hat, ist die Magie, die man auf jeder Seite findet. Dennoch zeigt das Buch wunderbar, dass Magie die Welt nicht unbedingt besser macht. Alle politischen und sozialen Probleme und Kämpfe können auch mit Magie existieren, und sie werden teilweise dadurch nur noch härter ausgetragen. 

Das Ende war dann sehr turbulent. Ich hatte das Gefühl, dass am Ende sehr viel zusammenkommt, was sich über das Buch aufgebaut hat. Vor allem wie falsch und chaotisch sich die Charaktere schließlich verhalten, sorgt für einen interessanten Ausgangspunkt für Band 2. Im Epilog erfahren wir dann allerdings auch noch Dinge, die unsere Hauptfiguren so nicht wissen. Ich fand diesen neuen Blick auf uns bekannte Nebencharaktere unglaublich spannend, weil es einiges auf den Kopf stellt. Sagen wir einfach, ich war sehr froh, dass ich auf Band 2 nicht warten musste.

Alles in allem war dies für mich ein großartiger erster Band einer Reihe. Ich war von der ersten Seite in die Geschichte versunken. Vor allem die Magie und die nachvollziehbaren, aber deswegen nicht fehlerfreien, Charaktere haben es mir angetan. Die Handlung war spannend und das Ende regelrecht explosiv. Man weiß direkt, dass es für die Folgebände noch so viel zu erfahren gibt. 

Habt ihr das Buch schon gelesen? 

Bis bald,
Eure Kitty Retro

 

 

 

 

Meine Bewertung: 



Sonntag, 2. Oktober 2022

The Burning God


Hallo meine Fantasyleser,

schon kommen wir zum letzten Band dieser Trilogie. Wie die Zeit immer rennt. Inzwischen haben wir auch schon Anfang Oktober. Normalerweise starte ich da ja mit meinen gruseligen Büchern, aber dieses Jahr wird das wohl eher nichts, da mein Oktober einfach zu vollgeplant ist. Trotzdem berichte ich euch jetzt noch von diesem letzten Band, der definitiv auch eines Blut fließen lässt.

Die Fakten:

  • Autor: R F Kuang
  • Sprecher: Emily Woo Zeller
  • Titel: The Burning God (dts. Die Erlöserin - Im Zeichen der Mohnblume)
  • Reihe: Poppy War Trilogy 3
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: HarperCollins
  • Dauer: 23 Std 46min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "After saving her nation of Nikan from foreign invaders and battling the evil Empress Su Daji in a brutal civil war, Fang Runin was betrayed by allies and left for dead. Despite her losses, Rin hasn't given up on those for whom she has sacrificed so much - the people of the Southern provinces and especially Tikany, the village that is her home. Returning to her roots, Rin meets difficult challenges and unexpected opportunities. While her new allies in the Southern Coalition leadership are sly and untrustworthy, Rin quickly realises that the real power in Nikan lies with the millions of common people who thirst for vengeance and revere her as a goddess of salvation. Backed by the masses and her Southern Army, Rin will use every weapon to defeat the Dragon Republic, the colonising Hesperians and all who threaten the shamanic arts and their practitioners. As her power and influence grows, though, will she be strong enough to resist the Phoenix's intoxicating voice urging her to burn the world and everything in it?"

Zur Handlung: Rin hat nicht erwartet verraten zu werden, und sie hat nicht erwartet gerettet zu werden, doch es ist klar, dass ihr Weg noch nicht zu Ende ist. Doch zuerst muss sie überlegen, wen sie im kommenden Kampf als Unterstützung heranziehen kann, und wie sie sich als General behaupten kann. Allein das Feuer wird sie hier nun nicht retten, doch Rin hat so viel mehr als das.

Rin hat die Bewunderung der Massen, die sie als eine Befreiungsfigur sehen. Rin hat sie von so vielen Feinden befreit, und nun gilt es nur noch das Land wieder zu einen. Doch damit dies gelingt, muss Rin ihre Soldaten durch die Hölle bringen, und nicht alle werden dies überleben. Die Frage ist, wie lange die Menschen in Nikan bereit sind für Rins Rachegelüste zu sterben.

In diesem letzten Band begleiten wir Rin auf dem Ende ihres Weges, der nur in Ruhm oder Ruin enden kann. Sie schließt sich mit einer dritten Gruppe zusammen, nachdem sie zuerst für die Kaiserin und dann für den Drachen Warlord gekämpft hatte. Diesmal jedoch sind es ihre Leute, die Menschen des Südens, mit denen Rin Seite an Seite kämpfen wird - bis diese Rin vielleicht auch wieder verraten.

Im Vergleich zum Beginn des zweiten Buches finden wir Rin wieder sehr verändert vor, denn sie ist nicht mehr das kleine Mädchen, nicht mehr die verzweifelte Drogenabhängige, und ganz sicher ist sie nicht mehr machtlos. Sie beginnt auch dazuzulernen, wenn auch langsam, und selbst Intrigen zu spinnen, um ganz nach oben zu kommen als General. Ihre Verwandlung in diesem letzten Band fand ich schon auch spannend, aber gerade gegen Ende eskaliert alles dann zu schnell und ich konnte dem Ganzen nicht mehr folgen. Hier hätten ein paar graduellere Schritte geholfen, um Rin besser zu verstehen.

Die Zahl der relevanten Seitencharaktere verringert sich hier stark, denn Rins innerer Kreis schrumpft nun immer weiter zusammen. Kitay ist natürlich noch da, aber selbst er schafft es nicht mehr immer in Form eines Gewissens an Rin heranzukommen. Immer wenn Venka aufgetreten ist, habe ich mich sehr gefreut. Ich mochte sie als Charakter so sehr, und ich war froh, dass Rin so eine Verbündete gefunden hat - naja. Ich möchte Gerechtigkeit für Venka, just saying. Die Yin-Familie tritt leider sehr in den Hintergrund und ist nur noch für den großen Showdown relevant. Dagegen haben wir viel mehr Zeit mit Su Daji und Jiang, und das habe ich ehrlich sehr gefeiert. Ich fand es so spannend mehr über die Trifekta zu erfahren - auch wenn deren Ende dann für mich total lächerlich war und mich auch ein bisschen sauer gemacht hat.

Die Handlung dieses letzten Bandes war dann wieder sehr kreuz und quer. Eigentlich sind Rin und Co. die ganze Zeit unterwegs hierhin, unterwegs dorthin, hier eine Schlacht, dort ein Kampf. Natürlich ist das für einen Krieg sicherlich realistisch, aber es hat mir sehr wenig Lesefreude gebracht. Dazu gehört auch, dass das Buch bestimmte Charaktere sehr aufbaut, die dann aber für die Geschichte doch plötzlich gar nicht wichtig sind. Dadurch wird das Buch wieder super träge und hätte meiner Meinung nach einfach gekürzt werden müssen.

Das Ende war dann für mich leider recht unverständlich, da Rin am Ende so eine für sie untypische Entscheidung trifft, die wir nicht wirklich begründet bekommen und zu der wir auch keine Entwicklung sehen. Ich fand das sehr schade, und dadurch hat es mich auch emotional nicht abgeholt. Schön geschrieben war es sprachlich aber auf jeden Fall. Insgesamt war der letzte Band für mich dann eher nochmal eine Enttäuschung und ich war sehr froh, als es endlich vorbei war. 

Alles in allem kann ich die Trilogie also auch nach dem Ende nicht empfehlen. Ich denke, wer das erste Buch mag, hat gute Chancen die anderen auch zu mögen, aber wenn ihr wie ich schon mit dem ersten Band Probleme habt, dann wird es nicht besser. Bis zum Ende kann sich die Reihe nicht für einen Fokus entscheiden und vermischt so viele Themen, die spannend sein können, aber für mich dann nie tief genug gingen. Ich fand das sehr schade, denn ich wollte die Reihe gern genauso sehr lieben wie so viele Leser vor mir.

Was haltet ihr denn von der Vermischung von Geschichte und Fantasy? Macht euch das Lust dann mehr über die wahre Geschichte zu erfahren, oder bringt euch das auch eher aus dem Lesen heraus, wenn wahre Begebenheiten eingeflochten werden?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Samstag, 1. Oktober 2022

The Dragon Republic


Hallo meine Fantasy-Leser,

kommen wir heute wie versprochen zu Teil 2 dieser Reihe rund um Rin und den Poppy War. Ich hatte gestern ja gesagt, dass das erste Buch mich nicht so vom Hocker reißen konnte wie gehofft, aber ich war dennoch bereit dem zweiten Band eine Chance zu geben, denn manchmal sind die Bände, die erstmal die Welt etablieren und die Charaktere vorstellen müssen, ja auch nicht die besten.

Die Fakten:

  • Autor: R F Kuang
  • Sprecher: Emily Woo Zeller
  • Titel: The Dragon Republic (dts. Die Kaiserin - Im Zeichen der Mondblume)
  • Reihe: Poppy War Trilogy 2
  • Erschienen: 2019
  • Verlag: HarperAudio
  • Dauer: 23 Std 46min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro (im Abo)
  • Klappentext:

    "Three times throughout its history, Nikan has fought for its survival in the bloody Poppy Wars. Though the third battle has just ended, shaman and warrior Rin cannot forget the atrocity she committed to save her people. Now she is on the run from her guilt, the opium addiction that holds her like a vice, and the murderous commands of the fiery Phoenix - the vengeful god who has blessed Rin with her fearsome power. Though she does not want to live, she refuses to die until she avenges the traitorous Empress who betrayed Rin’s homeland to its enemies. Her only hope is to join forces with the powerful Dragon Warlord, who plots to conquer Nikan, unseat the Empress, and create a new republic. But neither the Empress nor the Dragon Warlord are what they seem. The more Rin witnesses, the more she fears her love for Nikan will force her to use the Phoenix’s deadly power once more. Because there is nothing Rin won’t sacrifice to save her country...and exact her vengeance."

Zur Handlung: Nach dem explosiven Ende des ersten Bandes befindet sich Rin in einer völlig neuen Situation. Plötzlich ist sie verantwortlich für das Leben anderer, sie ist erschlagen von Trauer und Schuldgefühlen, und sie hat niemanden mehr, der ihr den Weg weisen kann. Sie flüchtet sich in Opium, was ihr zumindest etwas Ruhe vor der Stimme des Phönix einbringt, doch so wird sie nicht mehr lange leben.

Doch Rin hält auch nicht viel am Leben außer der drängende Wunsch nach Rache. Und sie glaub zu wissen, an wem sie sich dafür rächen muss, dass sie ihren Kommandeur verloren und sie viel Leben ausgelöscht hat: die Kaiserin. Auf ihrem Weg zu Rache schließt sich Rin mit einer Piratenkönigin zusammen, der allerdings auch nur so lange zu trauen ist, wie man sie bezahlen kann.

Ich würde sagen, dieser zweite Band ist weniger blutig als der erste. Wir befinden uns nun eher in einem Bürgerkriegsszenario, sodass die Kriegsverbrechen nicht mehr das Level aus Band 1 erreichen. Dennoch bleiben die Hauptthemen weiter Krieg und Zerstörung, wobei wir nun auch stärker in den Themenbereich Experimente an Menschen (vor allem in einem rassistischen Kontext) eingehen werden. Also nach wie vor schwere Themen, auf die man vorbereitet sein muss.

Wir begegnen hier definitiv einer veränderten Form von Rin als Hauptfigur. Nachdem sie am Ende von Band 1 alle Macht, die der Phönix ihr geben kann, ausgeschöpft hat, treffen wir nun auf eine gebrochene Frau. Sie hat verloren, was für die am wichtigsten war, und zieht sich in ihrer Trauer und Scham noch weiter zurück. Dabei war sie schon vorher nicht gerade ein charmanter Charakter. Ich fand die Darstellung ihrer Trauer sehr realistisch und habe mich auch an PTSD erinnert gefühlt. Allerdings kommt dann nach und nach wieder die ambitionierte Rin durch, die nun eben nur noch Rache will und nach einem Weg dafür sucht. Ihre sehr angespannte Allianz mit dem Dragon Warlord zeigt, wie loyal sie ist, auch wenn ihre Loyalität sie fast alles kostet.

Auch in diesem Band sind die genannten Seitcharaktere größtenteils zurück. Wir haben Kitay, der mehr und mehr zu Rins Gewissen wird, allerdings zu Beginn auch an ihr zweifelt. Wir haben Nezah, der zu einem unerwarteten Verbündeten und vielleicht noch mehr wird. Wir haben Chaghan, der eine etwas neue Rolle in Rins Leben bekommt, und von dem ich immer mehr sehen wollte. Aber wir bekommen auch neue Charaktere, von denen wir vorher nicht viel gesehen haben, wie Vaisra, den Dragon Warlord und Rins neuen Befehlshaber, Su Daji, die Kaiserin von der wir endlich mehr sehen, und die Piratenkönigin, von der ich unbedingt mehr sehen wollte.

Die Handlung fand ich auch hier wieder etwas zu stark ausgedehnt. Wir befinden uns prinzipiell in einem Bürgerkrieg, wobei Rin zur Waffe der Republik wird. Sie lässt sich für die Kämpfe benutzen und greift sehr wenig selbst in die Geschehnsise ein. Was in diesem Band stärker wird, ist der Blick auf den Westen als kolonialisierende Macht. Diese westliche Macht hatte einst Handelsbeziehung und auch religiöse Gesandte in Nikan, und nun wollen sie genau das zurück. Dafür versprechen sie Hilfe im Krieg. Doch ihre Hilfe ist teuer erkauft, denn sie haben auch ein großes Interesse daran herauszufinden, wie die Schamenen ihre Kräfte bekommen. Hier wird also auch auf die Rolle von Wissenschaft in der Kolonialzeit und als Beihelfer für rassistische Ideologien thematisiert. Man kann also schnell sehen, dass Rin eigentlich vor der Entscheidung steht, wer nun das geringste Übel für ihre Heimat ist - aber wie immer muss erst etwas sehr Drastisches geschehen, bevor sie ihre Entscheidung fällt.

In diesem Band bekommen wir nun auch ein paar romantische Untertöne, und ich habe das sehr gefeiert. Eigentlich haben wir hier eine ganz wundervolle Hass-Liebe-Hass-Beziehung, und in diesem zweiten Band funktioniert sie einfach genial. Allgemein waren die komplexen Beziehungen zwischen den Charakteren das, was mich in diesem Buch begeistern konnte. Es ist alles so vielschichtig und kompliziert, und das liebe ich einfach in Geschichten. 

Das Ende bringt dann auch genau diese Beziehungen zu einer Kulmunation, die ich nicht habe kommen sehen. Für mich was dies das beste Ende in der ganzen Reihe, und damit auch mein Lieblingsbuch der Reihe. Hier konnte ich nun wirklich überrascht werden und hatte wirklich Spaß beim Hören. Daher habe ich dann auch zum letzten Buch gegriffen, denn nun musste ich wissen, was aus diesen Charakteren wird.

Alles in allem fand ich dieses zweite Buch schon besser als den ersten Band, aber ich war nach wie vor leider nicht so begeistert wie andere. Viele Teile des Buches haben sich echt gezogen, aber am Ende war ich dann total begeistert. Ich denke, auch hier hätte man das Buch einfach noch etwas kürzen können. Trotzdem hat es sich für das unerwartete Ende voller Verrat völlig gelohnt.

Habt ihr andere Empfehlungen für Hass-Liebe-Hass-Beziehungen in Fantasy?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung: