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Mittwoch, 30. März 2016

Die dunklen Mauern von Willard State

Hallo meine Historie-Freunde,

ich habe vor einer Weile ein Rezensionsexemplar dieses Buches auf Wasliestdu gewonnen. Ich war sehr gespannt darauf, denn es spielt teilweise in den 20er Jahren und diese Zeit fasziniert mich sehr. Beispielsweise liebe ich die Geschichte von Gatsby. Aber auch Bücher über psychiatrische Anstalten finde ich spannend. Konnte es mich nun beglücken?

Die Fakten:
  • Autor: Ellen Marie Wiseman
  • Titel: Die dunklen Mauern von Willard State (Original: What She Left Behind)
  • Übersetzung: Sina Hoffmann
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: Piper Verlag
  • Seiten: 444
  • Preis: 9,99 Euro
  • Klappentext: "Zehn Jahre ist es her, dass eine schicksalhafte Nacht für Izzy Stone alles veränderte: Ihre Mutter erschoss ihren Vater während er schlief. Seitdem lebt die nun 17-Jährige bei Pflegefamilien. Als sie für ein Museum Gegenstände ehemaliger Insassen der alten und berüchtigten psychiatrischen Anstalt Willard State Asylum katalogisiert, stößt sie auf einen Stapel ungeöffneter Briefe und das alte Tagebuch einer gewissen Clara Cartwright. Je mehr sie über Claras Leben in Erfahrung bringt, desto mehr klären sich auch die Rätsel ihres eigenen Lebens …"

Zur Handlung: Izzy, eigentlich Isabelle, ist bei einer neuen Pflegefamilie angekommen, nachdem ihre Mutter ihren Vater erschossen hat. Seitdem hat sie ihre Mutter nicht mehr gesehen, denn sie hat Angst, dass der Wahnsinn ihrer Mutter sich irgendwie auf sie selbst übertragen könnte. In ihrer neuen Pflegefamilie fühlt sie sich tatsächlich wohl. Deswegen stimmt sie auch zu, bei der Museumsarbeit ihrer Pflegemutter zu helfen, obwohl es dabei um eine alte Psychiatrie geht.

So fällt ihr schnell das Tagebuch einer jungen Frau in den 20er Jahren in die Hände, welche irgendwie in der Psychiatrie gelandet sein muss. Leider gibt das Tagebuch darüber keinen Aufschluss, denn es endet mit ihrer Einweisung in Willard. Doch sie hat ein schreckliches Geheimnis - sie ist überhaupt nicht verrückt und wurde gegen ihren Willen in das Heim eingeweisen.

Zunächst war dieses Buch vielleicht doch nicht das Richtige für mich. Ich fand die Situation, in der Clara sich befand, viel zu aussichtslos. Es hat mich einfach nur genervt, dass es nie irgendeine Hoffnung gab. Daher hatte ich bei ihren Kapiteln schon von vorn herein keine Lust. Leider war es thematisch einfach nichts meins. Darauf möchte ich noch ein bisschen ausführlicher eingehen.

Das Buch kann man gut beschreiben als Mischung aus Twilight und American Horror Story Staffel 2. Die Geschichte von Izzy ist sehr teenagerlastig und sie hat die typischen Probleme mit ihrer neuen Schule. Außerdem hat sie Stress mit einer Mitschülerin und ist ein bisschen verknallt in deren Freund. Claras Geschichte dagegen ist eben die klassische Gegen-den-Willen-eingesperrt-Story, die mich einfach viel zu sehr belastet hat. So ganz ohne Hoffnung auf Veränderung macht mir das Lesen keinen Spaß.

Stilistisch finde ich aber nun doch auch eine Kritik, die mit dem Inhalt nichts zu tun hat. Die Autorin schreibt in einem kleinen Q&A am Ende, dass es für die schwierig war, beide Geschichten gleichzeitig zu erzählen. Und das merkt man. Die Kapitel sind völlig voneinander gelöst. Die Geschichten haben keinen inneren Zusammenhang. Man durchschaut, vor allem am Ende, nicht, wie Izzy die Dinge über Clara herausfindet. Es sind einfach zwei Geschichten, in denen viel zu viel abgehandelt wird.

Vor allem auf Izzys Seite lösen sich die Probleme am Ende einfach alle auf, ohne dass sie sinnvoll behandelt werden. Das wünsche ich mir für mein Leben doch bitte auch. :D Daher ist das Ende zwar nett, aber irgendwie versteht man den Weg dahin so gar nicht. Es ist am Ende auch einfach alles viel zu praktisch. Mit Clara ist es anders, denn ihre Probleme lösen sich einfach gar nicht. Wir können immer wieder all die schlimmen Dinge lesen, die ihr geschehen, und wissen, daran wird sich nichts ändern. Daher wird lediglich beschrieben, was es für Probleme auf der Welt gibt, und dann zieht das Buch einfach weiter, ohne Lösungsvorschläge oder Reflexionen.

Alles in allem war dieses Buch dann leider enttäuschend für mich. Die Kapitel unterscheiden sich im Schreibstil gar nicht, sodass sich die 20er-Jahre Geschichte einer jungen Frau genauso liest wie die aktuelle Geschichte einer Teenagerin. Die Wechsel zwischen den Erzählerinnen ist willkürlich und die beiden Sichtweisen fügen sich nie zu einem Ganzen zusammen. Anstelle der anstrengenden Kapitel von Clara hätte ich mir Tagebucheinträge oder einfach Forschungsfortschritte von Izzys Seite gewünscht. Außerdem hätten ihre privaten Probleme einfach mehr im Hintergrund sein können. Das Buch war thematisch überladen und hat dadurch das Thema irgendwie verfehlt.

Das ist wirklich schade, denn das Buch hat gute Kritiken bekommen. Am Ende war es wohl einfach nicht für mich. Dabei dachte ich, ich hätte das historische Genre gerade neu für mich entdeckt. Ich interessiere mich jetzt aber für die Bücher, die die wahren Begebenheiten in Willard thematisieren, denn die Psychiatrie gab es wirklich.

Kennt ihr das Buch und wie findet ihr es?

Bis bald,
Eure Kitty Retro






Meine Bewertung:

Sonntag, 27. März 2016

Glückskekse

Schöne Ostern euch allen!

Heute kommen wir zu einem weiteren Schnulli. Nicht ganz so schlimm wie der letzte, wenn man vom Schnulzenfaktor ausgeht. Dieser hat auch Tiefgang.

Fakten
  • Autorin: Anne Hertz
  • Roman
  • 2006 erschienen
  • nur noch als Kindle Version oder gebraucht erhältlich
  • 336 Seiten
  • Knaur Taschenbuch Verlag
  • Preis heute 8,99€ für den Kindle
Klappentext:
"Wie findet man heraus, ob es die große Liebe wirklich gibt? Eine SMS an eine unbekannte Nummer zu schicken gehört sicher zu den ungewöhnlicheren Ideen. Genau das aber macht Jana, als sie an ihrem 35. Geburtstag von ihrem Freund verlassen wird – und sie am Ende eines sehr feuchten, wenig fröhlichen Abends die Frage losschickt: »Was kann ich tun, um endlich glücklich zu werden? SIE« Am Morgen danach hat Jana einen Kater – und die Antwort: »Das frage ich mich auch oft. Und so beginnt eine Liebesgeschichte ohne Rendezvous und Kerzenschein – lustig, ein bisschen chaotisch und so romantisch, dass man sich wünscht, sie möge niemals enden."

Ja, na - Jana, kennt ihr das? Ihr sagt ja, na und schon sagt jemand Jana was, wer? So ging es mir in diesem Buch einige Male und immer wieder konnte ich über mich selbst lachen. Wenn ihr das so nicht kennt, ist es leider auch nicht lustig ;)

Jedenfalls ist die ganze Geschichte durchzogen von sehr lustigen Momenten. Jana und ihre beiden Freundinnen sind mir sehr sympathische Charaktere. Was mir am Anfang gar nicht klar war, dass sie einen großen Altersunterschied haben müssen, aber irgendwann spielt eben genau der plötzlich eine Rolle. Ihr kennt das ja vielleicht, umso älter man wird umso weniger hat man Lust etwas zu unternehmen - oder wie war das mit den Klischees? Manchmal stimmen sie eben einfach, sind ja auch nicht ohne Grund entstanden.

Diese Geschichte bedient sich da einiger und nimmt diese auf die Schippe. Das Ergebnis ist definitiv ein Happy End und ein sehr schönes noch dazu. Der Weg dahin war ehrlich schwierig gewesen und teilweise wäre ich gern rein gesprungen und hätte irgendwen geschüttelt, aber das geht ja leider nicht. Bloß gut dass die Autorin offenbar auch so dachte und alles mehr oder weniger in Ordnung gebracht hat.

Was ich besonders mochte war der Sichtwechsel zwischen IHR und IHM. Sowas erfrischt einfach immer wieder und bringt ordentlich Schwung und wenn der eine auch nur wenig zu sagen hat.

Die Moral, dass Freunde oft die sind die bleiben im Leben, hat mir gut gefallen, es passt zu meiner Lebenseinstellung, klar warum sollte ich es sonst auch gut finden. Dies ist auch mal wieder ein Buch, welches ich auch den Herren nahe legen möchte, egal wie rosa es ist,

eure Blue Diamond.



Freitag, 25. März 2016

[Filmkritik] Hail, Caesar!

Hallo meine Freitagsfilmfreunde,

zum Karfreitag beschäftigen wir uns doch mit einem Film, der zumindest in seinen Grundzügen die Geschichte von Christi Kreuzigung und Auferstehung behandelt. Natürlich geht es aber in Hail, Caesar! noch um Vieles mehr, was ihr wisst, wenn ihr die Trailer gesehen habt. Ich hatte vorher gemischte Stimmen zum Film gehört und will nun meinen Senf noch mit abgeben.

Zur Handlung: Eddie Mannix arbeitet seit vielen Jahren schon im Filmgeschäft und leitet sozusagen die Hollywood-Filiale von Capitol Pictures. Er ist vor allem dafür zuständig, dass die Schauspieler keinen Quatsch machen oder dieser zumindest nicht in den Zeitungen landet. Er ist für jede Art von Problem zuständig und hat daher schon echt viel gesehen.

Wir erfahren nun, dass er das Angebot hat, zu einem wesentlich ruhigen Job zu wechseln. Während er darüber nachdenkt, wie viel ihm sein Job bedeutet und was das Richtige für ihn ist, dürfen wir ihn etwa einen Tag durch das Chaos von Hollywood begleiten, wobei wieder einiges schief geht. Es kommt zu Entführungen, schwangeren Starlets und unfähigen Western-Schauspielern.

Channing Tatum kann echt gut singen...
Ich hatte im Vorfeld oft gehört, dass der Film keine richtige Handlung hat und die Szenen ein bisschen unverbunden aneinandergereiht sind. Das habe ich gar nicht so empfunden. Es war für mich sehr deutlich, dass es darum geht, eben diesen einen Tag im Leben von Eddie Mannix darzustellen, mit allen Vorkommnissen, Hindernissen und seinem ganz normalen Wahnsinn. Letztlich geht es eben um die Entscheidung, ob Mannix weiter Teil von Hollywood sein will.

Natürlich sind die einzelnen Handlungsstänge im Film sehr abstrus, das sieht man schon gut im Trailer. Dabei steht der Entführungsfall aber eindeutig im Vordergrund. Und da wird es auch ein bisschen seltsam und abgedreht, aber ich denke, dass man das von diesem Film auch einfach erwartet. Es war zumindest genau die Art von Film, die ich mir nach den Trailern erhofft hatte.

Der Film ist unglaublich gut und interessant besetzt. Wir haben neben George Clooney und Josh Brolin Stars wie Scarlett Johansson, Ralph Fiennes und Jonah Hill. Ich muss sagen, dass ich jeden einzelnen Schauspieler in dem Film geliebt habe. Sie haben alle sehr einzigartige Rollen, wie ich finde. So sieht man sie mal in einem völlig anderen Licht. Von Johansson und Fiennes hätte ich mir aber einfach noch mehr Screentime gewünscht.

Tilda Swinton hatte die wahrscheinlich besten Kostüme.
Szenenbild, Kostüme und das Ambiente des Filmes haben mir sehr gut gefallen, denn es spielt in der Zeit, zu der Hollywood noch als mysteriöser, glamuröser Ort erschien, an dem ganze besondere Menschen zu Stars wurden. Wir merken aber schnell, wie wenig da dran ist, denn am Ende sind es eben ganz normale Menschen, die teilweise nicht mal wirklich Grips haben. Dennoch ist der Anblick des Films schillernd, während dann die Dialoge alles etwas ins Lächerliche ziehen.

Ein bisschen schade fand ich, dass viele Gags in den Trailern schon verbraten waren. Dann saß man im Kino und hat nur darauf gewartet, dass die Szene endlich vorbei ist, weil man sie ja schon im Trailer gesehen hatte. Das ist natürlich immer die Gefahr, wenn man ganze Szenen in den Trailer packt.

Für mich der tollste Charakter im Film.
Alles in allem hat mir der Film sehr gut gefallen. Ich habe genau das bekommen, was ich erwartet habe. Der Film war bunt, laut, chaotisch, die Charaktere übertrieben und die Dialoge abstrus. Ich habe viel gelacht und mitgefiebert. Ich kann den Film nur jedem empfehlen, der sich im geringsten dadurch angesprochen fühlt.

Wie habt ihr das empfunden? Konnte der Film euch überzeugen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro