Diesen Blog durchsuchen

Mittwoch, 21. März 2018

[Die Abnormen - Band 3] Mit Feuer geschrieben

Hallo an alle,

ich melde mich zurück aus dem Krankenhaus. Für gewöhnlich ja eine Zeit, wo man die Gelegenheit hat viel zu lesen, aber so viel habe ich dann leider doch gar nicht gelesen. Aber es waren gute Sachen dabei.

Fakten:
  • Autor: Marcus Sakey
  • Übersetzer: Olaf Knechten
  • Thriller
  • 2016 erschienen
  • 412 Seiten
  • Edition M
  • Preis: 9,99€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Der explosive Abschluss der erfolgreichen Abnormen-Trilogie! 
Seit dreißig Jahren bemüht sich die Menschheit, mit den Genialen auszukommen, diesem einen Prozent der Bevölkerung, das über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt. Dreißig Jahre lang wurde alles versucht, um einen Bürgerkrieg zu verhindern. Vergebens. 
Nick Cooper hat sein ganzes Leben dem Kampf für sein Land und seine Kinder gewidmet. Nun, da die Welt auf den Abgrund zusteuert, muss er alles, was ihm lieb ist, aufs Spiel setzen und sich seinem Erzfeind stellen – einem genialen Terroristen, der die Zukunft der Menschheit seinen Idealen opfern will."

Dies soll es nun sein, das Finale. Ich hab keine Ahnung ob ich gerade besonders sensibel bin, aber dieses Buch übersteigt an Brutalität noch einmal die ersten beiden Bände. Es werden detailiert Handlungen und auch deren Reaktionen darauf beschrieben, wo einem oder zumindest mir, teilweise richtig übel wurde. Diese Genauigkeit ist es, die in diesem Band ihren Höhepunkt erlebt und die diesen Autor zu einem ganz besonderen Schreiberling werden lassen.

Die Geschichte bleibt reißerisch, spannend und für mich unvorhersehbar. Cooper ist weiterhin unsere Hauptfigur, doch auch die anderen Bekannten lassen von sich sehen und sind nicht zimperlich. Luke war für mich jetzt irgendwie eine neue Figur, aber es kann auch sein, ich habe mir nur seinen Namen nicht gemerkt und er tauchte doch in den anderen Bänden schon auf. Er ist ein "Normaler" und bringt damit eine weitere Sicht ins Spiel.

Spiel ist auch wirklich das richtige Wort. Hier wird mit Menschen, mit Leben, ja sogar mit der Welt gespielt und das auf radikale Art und Weise. Wenn dies auch unsere Zukunft wäre, wird mir ganz anders und wie ich schon sagte, ist das gar nicht so abwegig. Wer diese Reihe liest, sollte also starke Nerven haben oder eine gute Distanz bewahren können.

Die ganze Idee ist immer noch sehr gut und verrückt und für mich auch außergewöhnlich. Das macht die ganze Reihe für mich zu einem echten Muss. Ich kann dazu auch gar nicht mehr sagen, da mich dieses letzte Buch wirklich umgehauen hat. Lest am besten selbst und vielleicht nicht unbedingt zu einem Zeitpunkt, wo ihr gerade viel in Frage stellt oder so,

eure Blue Diamond.



Sonntag, 18. März 2018

Magonia

Wolltet ihr auch schon immer mal fliegen?

Mit dieser Frage ist mir dieses Buch begegnet und irgendwie hat mich das Ganze so fasziniert, dass ich gefragt habe, ob ich es rezensieren darf und der Verlag schickte es mir als ePub-Version. Leider habe ich es dann wieder aus den Augen verloren und nun endlich doch wieder zur Hand genommen.

Fakten:
  • Autorin: M.D. Headley
  • Übersetzerin: Julia Walther
  • Roman
  • 2017 erschienen
  • 368 Seiten
  • Heyne Verlag
  • Preis: 16,99€ (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"Seit sie klein ist, leidet die 16-jährige Aza an einer seltsamen Lungenkrankheit, die ihr ein normales Leben unmöglich macht. Als sie eines Tages ein Schiff hoch in den Wolken erspäht, schiebt sie das Phänomen auf ihre akute Atemnot. Bis jemand auf dem Schiff ihren Namen ruft ...
Nur ein Mensch glaubt ihr diese Geschichte: ihr bester Freund Jason, der immer für sie da war, den sie vielleicht sogar liebt. Aber gerade als sie versucht, sich über die neuen tiefen Gefühle zu Jason klarzuwerden, überstürzen sich die Ereignisse. Aza meint zu ersticken – und findet sich plötzlich in Magonia wieder, dem Reich über den Wolken. Dort ist sie das erste Mal in ihrem Leben nicht mehr krank, sondern stark und magisch begabt. In dem heraufziehenden Kampf zwischen Magonia und Azas alter Heimat, der Erde, liegt das Schicksal aller mit einem Mal in Azas Händen …"

Also in diesem Klappentext steht meiner Meinung nach schon wieder viel zu viel und daher möchte ich zur Handlung gar nicht mehr ausführen.

Die Kapitel in diesem Buch wechseln immer zwischen den Charakteren, aber vorrangig erleben wir alles aus der Sicht von Aza. Ich habe es als ePub-Version gelesen und hier ist jedes neue Kapitel mit einer Feder markiert. Eine sehr schöne kleine Sache.

Bis zur Hälfte des Buches erleben wir Azas Leben auf der Erde und wie sie nach Magonia kommt und dort ihren Anfang findet. Am Anfang dachte ich, das dauert mir irgendwie alles zu lang, und dann als wir in Magonia angekommen sind, geht alles irgendwie richtig schnell. Wahrscheinlich wäre es auch schön gewesen, sich hier mehr Zeit zu lassen und vielleicht sogar mehrere Teile daraus zu machen. Im Moment ist mir nicht bekannt, dass es hier weitere Teile geben soll, aber mal sehen. Potential ist da.

Eben dieses Potential ist mir bisher nämlich ein wenig zu wenig ausgenutzt. Klar wir lernen Magonia und seine Magie kennen, aber dennoch sind mir einige Fragen gekommen, die unbeantwortet blieben.

Doch trotz all der Kritik, diese Geschichte hat auch sehr viele schöne Dinge. Ja es ist sehr direkt und nicht zimperlich, vor allem bei dem Thema Tod. Das könnte den ein oder anderen irritieren oder derjenige auch deswegen das Buch nicht mögen. Es ist einfach sehr nach dem Motto "hau drauf". Irgendwie hat es mich auch ein wenig gestört, es ist eben sehr radikal. Und die Emotionen so auf Distanz gehalten. Diese kommen aber später immer wieder durch und lassen ein ziemliches Auf und Ab entstehen.

An sich hat mir der Schreibstil der Autorin aber sehr gut gefallen, auch wenn er sehr direkt war, so war er auch federleicnht ;) und ich bin über die Seiten geflogen.

Ein schönes aber sehr eigensinniges Buch,

Eure Blue Diamond.




Freitag, 16. März 2018

[Filmkritik] Wind River

Hallo meine Freitagsfilmfreunde,

auf diesen Film habe ich mich sehr gefreut. Wind River gehört zu einer Reihe von drei Filmen von Taylor Sheridan, zu denen auch Sicario und Hell or High Water gehören. Beide habe ich bisher nicht gesehen, aber Wind River hat mich thematisch auch am meisten angesprochen. Ich denke aber, früher oder später werden wir die beiden anderen Filme nachholen. Inhaltlich sind sie nicht verbunden.

Zur Handlung: Cory ist Jäger, er sorgt dafür, dass die Nutztiere in der Gegend nicht gerissen werden. Als sein Schwiegervater einen Jungbullen an drei Pumas verliert, begibt er sich auf deren Spur, findet stattdessen aber die Leiche von Natalie, der Tochter eines guten Freundes, der im Indianerreservat Wind River lebt. Das FBI wird verständigt, denn Natalie kann nicht allein so weit raus in das Eis gekommen sein.

Das Mädchen trägt keine Schuh, keine Handschuhe, keinen Schal. Bei einer Temperatur von -30° Celsius nachts ist dies innerhalb von Minuten tötlich. Panisch ist sie durch den Schnee gerannt, vor etwas geflohen, bis ihre Lungen gefroren sind und sie an ihrem eigenen Blut ertrunken ist. Da der Gerichtsmediziner aber nicht eindeutig Mord identifizieren kann, bleibt Unterstützung aus und die junge FBI-Agentin Jane und Cory, der Jäger, sind die einzige Hoffnung, den Fall aufzuklären.

Der Film startet direkt intensiv, denn man sieht Natalie durch den Schnee rennen, stolpern, fallen, husten, doch sie rappelt sich noch einmal auf, läuft weiter. Sie ist eine Kämpferin. Kurz darauf wird uns dieser Eindruck von Cory bestätigt, der das Mädchen von klein auf kannte. Dennoch hatte sie in der eisigen Wildnis um Wyoming keine Chance. Die Bilder sind alle kalt, alle weiß. Alles bleibt trist und wie eingefroren.

Cory als Hauptcharakter ist ein stiller Mann. Als Jäger kennt er sich geografisch gut aus und kann Spuren lesen und deuten. Schnell treffen wir auch seine Exfrau und erfahren, dass er einen Sohn hat. Seine Exfrau ist selbst indianischer Herkunft. In ihrem Haus gibt es einen kleinen Schrein mit Bildern eines Mädchens in Natalies Alter. Cory zeigt sich unterstützend, seine Exfrau will wegziehen, in eine Stadt und dort arbeiten.

Dazu kommt dann Jane als junge und unerfahrere FBI-Agentin. Sie war am nächsten am Ort des Geschehens, in Vegas. Völlig unvorbereitet wird sie in die Kälte Wyomings geworfen. Corys Schwiegermutter muss sie mit Kleidung ausstatten, dass sie die Fahrt zum Tatort überhaupt übersteht. Sie weist darauf hin, dass dies die Kleidung ihrer Enkelin war - sie ist nicht geschenkt, nur geliehen. Als Jane jedoch erfährt, dass Natalies Tod nicht als Mord gewertet wird, rastet sie aus. Sie hat das Mädchen im Schnee liegen sehen, weiß, wie sehr sie ums Leben gekämpft hat, und will sie nicht aufgeben. Sie weiß, dass die Polizei im Rerservat maßlos überfordert ist.

Damit sind Jane und Cory zunächst ein ungleiches Paar, die sich aber dennoch von Anfang an respektieren. Als Jane Cory erklärt, dass sie von Fährtenlesen nichts versteht, sagt er, ist ja nicht schlimm, er tut nichts anderes. Und damit ergänzen sich die beiden und finden je mit ihren eigenen Methoden zur Lösung. Dabei war dann der Showdown für mich doch überraschend und hat mich direkt ein wenig überrumpelt. Der Film schwenkt dann sehr schnell um, was ich nicht erwartet hatte.

Der Film hat mich insgesamt sehr bewegt. ich habe durchaus ein paar Tränchen verdrückt. Er zeigt die Trostlosigkeit auf, die an solchen Orten herrscht, wo ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt wurden, unter schrecklichen Witterungsbedingungen leben und kaum einen Ausweg haben. Wir bekommen eine ganze Reihe von sozialen Problemen präsentiert, über die Jane mit uns schockiert ist, während Cory quasi nichts anderes kennt. Dennoch redet er nie auf sie herab, und seine Rede am Schluss war so bewegend. Allgemein birgt der Film viele wahnsinnig gute Zitate. 

Alles in allem habe ich bekommen, was ich mir gewünscht habe. Der Film ist stark gespielt, sehr gut in Szene gesetzt und teilweise musikalisch beeindruckend untermalt. Auch wenn er einen Umschlagpunkt in der Handlung gibt, der vielleicht etwas überraschend und zu schnell ist, hat der Film mir sehr gut gefallen. Die Thematik ist ergreifend und bleibt einem lange im Kopf. Und es gibt keine romantischen Gefühle zwischen den Protagonisten, was ich sehr begrüßt habe.

Habt ihr den Film schon gesehen? Er ist ja nicht mehr ganz frisch in den Kinos, passt aber diese Woche sehr gut zum Wetter! (Ihr lest diese Review aber erst, wenn der Kälteeinbruch hoffentlich wieder vorbei ist. xD)

Bis bald,
Eure Kitty Retro