Hallo meine Lieben,
heute wird mir diese Kritik ziemlich schwer fallen. Dabei hatte ich das eigentlich nicht erwartet... Ich wollte dieses Kinderbuch schon sehr lange nochmal lesen, denn ich erinnere mich, dass ich es damals sehr mochte, als ich es gelesen habe. Aber ich bin nun total verwirrt. Nichts von der Handlung kam mir bekannt vor und ich weiß gar nicht, wie ich als Kind den Inhalt verstanden habe.
Die Fakten:
- Autor: James F. Cooper
- Titel: Der Lotse (Original: The Pilot)
- Erschienen: 1985 (erstmals 19. Jhd.)
- Verlag: Verlag Neues Leben Berlin
- Seiten: 276
- Preis: 8,90 Euro
Zur Handlung: Wir befinden uns in Zeiten des Unabhängigkeitskrieges zwischen Großbritannien und den USA. Auf einem Schiff der Amerikaner wird ein neuer Lotse aufgenommen, der von den britischen Inseln geholt werden musste. Die Mannschaft ist unsicher, ob sie dem Fremden trauen kann, doch nur durch seine Expertise überleben sie die folgende Nacht.
Die beiden betroffenen Schiffe haben einen Plan, bei dem der neue Lotse eine bedeutende Rolle spielt. Überschattet wird das Ganze jedoch von den Liebschaften zweier junger Seeleute, die auf der Insel gefangen gehalten werden. Und auch der Lotse hat ein besonderes Interesse an dieser Familie. Alles geht am Ende schief und die ganze Aktion auf der Kippe. Und nur der Lotse kann alle retten.
Es handelt sich um ein Abenteuerbuch, das sich vor allem mit Seefahrt und Seekrieg beschäftigt. Wenn man sich damit nicht ein bisschen auskennt, können einen viele Begriffe überfordern. In meiner Ausgabe gibt es eine Vielzahl von Schaubildern, auf denen diese Begriffe dargestellt sind, sodass man etwas besser klarkommt.
Das Buch ist schon sehr alt und ist von daher auch in einer etwas ungewöhnlicheren und komplizierteren Sprache geschrieben. Ich musste mich teilweise ganz schon konzentrieren, um in die Geschichte hineinzukommen. Auch konnte ich davon nicht viel auf einmal lesen, sondern immer nur einzelne Kapiteln vorm Schlafengehen. Daher wundere ich mich, wie mich dieses Buch als Kind begeistern konnte.
Vieles von dem Buch habe ich leider nicht durchschaut. Vielleicht fehlt mir heute die kindliche Leichtgläubigkeit, aber einige Dinge haben gar keinen Sinn gemacht. Es gibt Zeitsprünge und man weiß nicht, wie es nun in die nächste Situation ging, und es wird auch nicht thematisiert. Dadurch durchschaut man die Gesamthandlung schlecht.
Vielleicht bin ich aus dem Alter einfach herausgewachsen, in dem man solche Bücher liest. Andererseits geht es aber auch um sehr erwachsene Themen, Liebe und Tod zum Beispiel. Wie hab ich das als Kind verstanden? Auf jeden Fall bleibt in diesem Buch einfach auch zu viel offen. Die Rätsel, die sich stellen, werden am Ende nicht aufgelöst. Und so war ich nach dem Lesen nun doch enttäuscht. Hier haben wir ein gutes Beispiel dafür, dass sich Büchergeschmack doch wandelt. Schade eigentlich... Habt ihr Erfahrungen mit Büchern von Cooper? Ich kenne nur dieses hier.
Bis bald,
Eure Kitty Retro
Meine Bewertung:
- Dieses Buch ist Teil meiner ABC-Challenge und meiner SUB-Abbau-Challenge. -
Wuhu, die ABC-Challenge ist hiermit geschafft!
Hallo meine Freunde,
heute habe ich mal wieder ein ganz anderes Buch für euch. De Sade steht in der Regel für eher erotische Romane, gepaart mit Philosophie und einer Menge Sexismus. Er schrieb im 18. Jahrhundert und beschrieb dabei die fanzösische Gesellschaft in ihrer vollen Grenzenlosigkeit. Natürlich habe ich nicht genügend Wissen über die damalige Zeit, aber offensichtlich hat es de Sade so wild getrieben, dass er unter anderem zum Tode verurteilt, verhaftet und in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Dies alles hielt ihn nicht davon ab, weiter seine Romane zu schreiben, die heute vielleicht nicht mehr viele Menschen begeistern können, aber dennoch etwas völlig einzigartiges sind.
Die Fakten:
- Autor: Marquis De Sade
- Titel: Juliette oder die Vorteile des Lasters
- Erschienen: 2008 (erstmals 1796)
- Verlag: Ullstein Buchverlage
- Seiten: 319
- Preis: 7,95 Euro
Zur Handlung: Justine und Juliette sind Schwestern, die im Kloster leben, als ihre Eltern umkommen und sie ohne Geld und Hilfe dastehen. Anders als die tugendhafte Justine wurde Juliette schon im Kloster von einer Frau verführt und in die Geheimnisse der Sexualkunst eingeführt. Sie beschließt, dieses Wissen zu nutzen und kommt so auf den Weg des Lasters. Allerdings ist dies offensichtlich ein erfolgreicher, denn bald hat sie mehr Geld, als sie ausgeben kann, und mehr Vergnügen, als der Seele gut tun.
Mit einer Freundin findet sie schließlich eine Wahrsagerin, die ihr prophezeit, dass sie niemals das Laster und die Sünde scheuen darf, da sonst alles verloren geht. Juliette fühlt sich sicher, denn wirklich kein Verbrechen schreckt sie, stattdessen geilt sie sich an ihnen auf. Doch als dann doch ein Zögern in ihre Seele dringt, muss sie sich einen neuen Weg suchen.
De Sade ist ein sehr eigentümlicher Autor und wer mit Sex und Brutalität, Mord und Quälerei nichts zu tun haben will, der sollte sich von de Sade definitiv fernhalten. Nicht umsonst ist der Sadismus nach ihm benannt. In Justine beschreibt er die Leiden des Lasters, das Schwesterbuch Juliette verherrlicht nun das Leben in der Sünde. Nichts, was Juliette an Verbrechen tut, hat je eine negative Auswirkung.
Damit spiegelt er das Bild einer Gesellschaft wider, an die wir uns heute nicht erinnern können. Es fällt schwer, alles zu glauben, was de Sade so schreibt. Außerdem zeigt sein eigener Lebensweg, dass das Laster nicht immer siegte. Dennoch ist es ein eindrucksvolles Bild einer dekadenten Gesellschaft, ob sie nun jemals so ähnlich bestand oder nicht.
Die Handlungen von Juliette und Justine sind sich sehr ähnlich. Beide reisen durch Frankreich, Italien und andere Gebiete auf der Suche oder auf der Flucht, und beide erleben dabei ungeheuerliches. Vor allem der Blickwinkel ist dabei ein anderer, denn Juliette ist auf der Seite der Täter, Justine nur ein Opfer. Dadurch hatte Justine als Buch für mich jedoch mehr Charakter. Juliette kann mit seinem Schwesterbuch einfach nicht mithalten.
Schwer macht es einem vor allem der Mittelteil, der sich unendlich lang zieht und viele Nerven kostet. Ich habe dann teilweise auch Kopfweh bekommen und zugegebenermaßen bei einem endlosen Kapitel über die Regeln eines Sexclubs einige Seiten übersprungen. Hier nun baut de Sade vor allem seine Philosophie ein, die ene Erklärung für die Natürlichkeit von Verbrechen und Sünden sein soll. Den Teil kann man heute nicht mehr so gut nachvollziehen, da es ja die Tugend, auf die de Sade wettert, eigentlich kaum mehr gibt.
Alles in allem ist das Buch eher langatmig, der Mittelteil langweilig. Es ist wie eine blasse Kopie des Schwesterbuchs. Man darf auch nicht zu viele Details erwarten, und meist wird alles damit abgetan, dass Juliette sich bei der Beschreibung der erregenden Szenen nicht immer wiederholen will. Deswegen werden sie häufig ganz übersprungen. Der Anfang macht schon ein bisschen Lust, wenn man solche Dinge mag, aber der Rest ist doch recht belanglos.
Ich denke, wenn ihr dieses Genre mal probieren wollt, seid ihr mit Justine an der richtigen Adresse. Juliette kann da nicht mithalten. Schade, aber wahr. Lest ihr gelegentlich solche Bücher?
Bis bald,
Eure Kitty Retro
Meine Bewertung:
- Dieses Buch ist Teil meiner ABC-Challenge und meiner Buchverfilmungschallenge. -
Hallo ihr Debattierfreunde,
wir wenden heute einem Buch unsere Aufmerksamkeit zu, dass für heutige Verhältnisse doch besonders ist. Es geht um ein Streitgespräch, das eigentlich ein Monolog ist. Eine Geschichte, die 41 Jahre alt ist. In einer Zeit, die wir heute nicht mehr kennen. Wenn das zumindest ein bisschen interessant klingt, dann lest weiter.
Die Fakten:
- Autor: Sándor Márai
- Titel: Die Glut (Original: A gyertyák csonkig égnek)
- Erschienen:1999 (erstmals 1942)
- Verlag: Piper Verlag GmbH
- Seiten: 219
- Preis: 8,99 Euro
Zur Handlung: Henrik ist inzwischen ein alter Mann, lebt in dem Schloss, in dem er geboren wurde, und wartet auf den einen Tag. Dieser kommt, als sein Freund Konrád in der Stadt ist. Er lässt ihn abholen und bereitet ein gemeinsames Abendessen vor, wobei er detailgetreu das letzte Mahl kopiert, dass die beiden gemeinsam in diesen Mauern eingenommen haben.
Als Kinder hatten sich die beiden in einer Militärschule angefreundet und waren lange Jahre unzertrennlich gewesen. Wie kam es zum Bruch? Warum hat Konrád seinen Freund verlassen? Was ist in den vielen Jahren danach geschehen? Diese Fragen beantwortet uns Henrik schließlich in einem seltsam anmutenden Monolog. Am Ende hat er nur zwei Fragen an seinen alten Freund.
Wie ihr seht, möchte ich euch nicht zu viel verraten. Das Buch ist nicht besonders dick, aber dicht erzählt. Es spiegelt das Leben und das Warten eines Mannes wider. Dabei handelt es sich vor allem um einen Monolog, was das Buch doch besonders macht. Es spielt in einer Zeit, die wir heute nicht mehr kennen, und handelt von Dingen, die heute vielleicht noch mehr als damals wichtig sind.
Vor allem fragt sich Henrik als Erzähler, was Freundschaft ist, und berichtet uns dann davon, was lange Jahre der Einsamkeit ihn gelehrt haben. Er hat den Krieg und den Frieden erlebt und sich darüber auf viele Fragen eine Antwort gesucht. Eine Sache muss er aber noch klären, und die hat mit den beiden Menschen zu tun, die er einst am meisten geliebt hat.
Ich denke, dass viele Menschen sich aus diesem Buch etwas nehmen können. Es ist gut verständlich geschrieben, auch wenn es schon älter ist. Die Übersetzung fand ich auch gut. Die Handlung ist in Ungarn verankert, definiert sich aber nicht dadurch. Besondere historische Kenntnisse sind nicht notwendig. Daher ist es wirklich schnell lesbar, man verschwendet seine Zeit auf jeden Fall nicht.
Inhaltlich ist das Buch allerdings schwieriger zu verstehen. Gut fand ich dafür das Nachwort. Es gibt einige interessante Denkanstöße. Ein wirklich merkwürdiger Fakt: Die Figur des Henrik wartet 41 Jahre auf seinen Freund. Márai selbst hat 41 Jahre im Quasi-Exil in Amerika verbracht, dann brachte er sich um. Irgendwie gibt das der Geschichte, die noch vor dem Verlassen von Ungarn spielt, noch ein bisschen Kitzel mehr.
Insgesamt konnte es mein Interesse wecken und auch festhalten. So richtig befriedigend ist es am Ende vielleicht nicht, aber sehr anders und inhaltlich spannend. Henrik hat viele Einsichten, von denen er berichtet. Man kann aus diesem Monolog definitiv etwas lernen. Ich würde es allen empfehlen, die sich für diese Art von Literatur begeistern können. Es ist nicht zu schnell erzählt, sondern hat ein ansprechendes Tempo, guten Ausdruck und interessante Gedanken.
Mehr kann ich zu diesem kurzen aber besonderen Buch nicht sagen. Habt ihr etwas von Márai gelesen? Kanntet ihr ihn schon? Für mich ist es auf jeden Fall eine unerwartete Entdeckung.
Bis bald,
Eure Kitty Retro
Meine Bewertung:
- Dieses Buch ist Teil meiner ABC-Challenge und meiner SUB-Abbau-Challenge. -
Hallo meine Austen-Freunde,
um den Blog nicht komplett zu verstopfen, verzichte ich für dieses Buch auf eine Ankündigung. Ich habe den Film schon vor einer ganzen Weile mal gesehen, aber nicht zu toll gefunden. Das Buch habe ich in meinem Boxset erworben und da ich noch ein "u" für die ABC-Challenge brauchte, und das Buch gleichzeitig verfilmt wurde, ist es gerade perfekt.
Die Fakten:
- Autor: Jane Austen
- Titel: Überredung (Original: Persuasion)
- Übersetzung: Gisela Reichel
- Verlag: Anaconda Verlag
- Erschienen: 2008 (Original: 1818)
- Seiten: 305
- Preis: 6,95 Euro
Zur Handlung: Als Anne 19 Jahre alt ist, ist sie sehr verliebt in einen
jungen Offizier der Marine. Dieser möchte sie gern heiraten, doch ihre Familie
und Freunde sind strikt dagegen. Anne löst aus Pflichtgefühl die Verlobung auf,
leidet aber ihr ganzes weiteres Leben darunter. Als ein anderer junger Mann der
Gegend sie heiraten will, lehnt sie ab.
Ihre Familie verarmt aber zusehends, da sie es nicht akzeptiert, aufgrund
der wirtschaftlichen Lage etwas zu sparen. Daher müssen sie schließlich ihr
Landhaus zurücklassen, welches an einen Admiral und seine Frau vermietet wird.
Diese Frau ist nun zufällig die Schwester des einstigen Liebhabers von Anne und
damit verkehren beide plötzlich wieder im selben Kreis. Doch sind die Gefühle
gleich geblieben?
Dieses Buch hat mich sehr überrascht und erfreut. Es ließ sich wunderbar flüssig lesen, es passierte vergleichsweise viel. Die Charaktere waren alle interessant und gut ausgearbeitet. Dabei sticht vor allem Anne als Hauptfigur hervor. Sie ist eine Frau Ende 20, die herausgefunden hat, was sie im Leben erreichen möchte. Sie sucht gezielt die Bekanntschaften, die ihr Freude bereiten, und ist nicht wie der Rest ihrer Familie versessen auf Stand. Sie ist eine sehr liebenswerte Figur, mit der man sich sehr gut identifizieren kann.
Auf der anderen Seite kommen einige Charaktere nicht so gut weg. Vater und Schwester von Anne sind sehr selbstverliebt und überschätzen ihre Wichtigkeit durchweg. Daher scheint die ältere Schwester auch tatsächlich keinen Ehemann zu finden, da ihr keiner gut genug ist. Annes andere Schwester ist dagegen immer am Quengeln, fühlt sich oft ausgeschlossen, alleingelassen und wird daher krank. Gegen diese beiden Schwestern kann sich Anne als besonnene und tapfere Heldin gut abheben.
Captain Wentworth finde ich schwer zu durchschauen. Er ist für mich nicht der klassische Frauenschwarm, denn man kann ihn schwer einschätzen. Da man die Geschichte vorrangig aus Annes Sicht erzählt bekommt, macht das natürlich Sinn, denn sie weiß ja selbst nicht, was in ihm vorgeht. Dennoch ist am Ende für mich nicht alles in seinem Verhalten nachvollziehbar. Dennoch will man natürlich, dass Anne am Ende ihr Glück findet. Dabei folgt der Roman schon auch ein bisschen dem Schema F.
Alles in allem finde ich das Buch wirklich toll. Wer sich für Jane Austen und dieses Genre begeistern kann, der sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Da ich Emma vor nicht allzulanger Zeit beendet habe, hab ich mich außerdem gefragt, welches Buch nun besser war. Ich denke, Überredung hat mir tatsächlich besser gefallen. Mit Anne kann ich mehr anfangen als mit Emma, dafür mochte ich Emmas Auserwählten wiederum mehr. Insgesamt ist dieses Buch aber wirklich empfehlenswert.
Was sagt ihr dazu? Habt ihr das Buch gelesen und vielleicht die anderen Austenbücher im Vergleich? Morgen möchte ich euch noch von der Verfilmung berichten, also schaut dann wieder rein. :)
Bis dahin,
Eure Kitty Retro
Meine Bewertung:
- Dieses Buch ist Teil meiner ABC-Challenge, meiner Buchverfilmungschallenge und meiner SUB-Abbau-Challenge. -
Hallo meine Phantasynasen,
heute berichte ich euch von den Zwergen, die auszogen, um ihre Welt zu retten. Dieses Buch habe ich als Teenager in meiner schlimmen Herr der Ringe-Phase gekauft und mutmaßlich nie zu Ende gelesen. Und ich muss sagen, es war auch dieses Mal ein Kampf. Zunächst aber wie immer die Fakten:
- Autor: Markus Heitz
- Titel: Die Zwerge
- Erschienen: 2003
- Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
- Seiten: 621
- Preis: 15,99 Euro
Zur Handlung: Tungdil ist kein gewöhnlicher Zwerg, denn er ist bei den Menschen und einem Magier aufgewachsen. Normale Zwerge hassen Magie, meiden die Menschen und das Tageslicht und beschützen das Geborgene Land. Tungdil dagegen ist einfacher Schmied und träumt davon, einmal auf andere Zwerge zu treffen. Sein Traum scheint wahr zu werden, als sein Ziehvater ihn auf eine abenteuerliche Reise schickt.
Das Geborgene Land ist in Gefahr. Die nördlichste Festung der Zwerge ist gefallen und das Tote Land breitet sich seitdem immer weiter aus. Auf ihm leben Orks und andere Gestalten der Nacht. Wer auf Totem Boden stirbt, der bleibt nicht tot, sondern ersteht als eine Art Zombie wieder. Nur die Zwerge können die Feinde aufhalten, doch auch zwischen den Zwergenstämmen gibt es Zwist. Wird die Rettung gelingen? Und welche Rolle spielt Tungdil dabei?
Dieses Buch ist ein echter Klopper. 620 Seiten mögen ja noch gehen, aber aus irgendeinem Grund habe ich Wochen gebraucht, um es zu beenden. Es war eine Art klebriger Kaugummi. Ich bin so langsam vorangekommen, dass es mich schon frustriert hat. Und das alles, obwohl die Geschichte keineswegs langweilig ist.
Ein Grund dafür ist die Erzählweise. Immer wieder werden Kleinigkeiten und Belanglosigkeiten berichtet, die am Wegesrand passieren. Auch wechselt die Perspektive gelegentlich in sämtliche Richtungen, sodass man mal von den verschiedenen Zwergen, dann von den Magiern und wieder von den Elben erfährt. Dabei wird teilweise einfach zu viel für meinen Geschmack erzählt.
Die grundsätzliche Idee der Welt gefällt mir. Es gibt ein Magiesystem, dass nicht weiter besonders aber gut umgesetzt ist. Die Magie spielt vor allem auf der bösen Seite eine Rolle, und ist leider nicht immer bis zum Ende hin durchdacht und logisch. So haben auch andere Wesen als die Magier Magie, die aber irgendwie ganz anders funktioniert und nicht weiter erklärt wird.
Die Charaktere sind mitunter sehr gut, mitunter aber auch ein bisschen langweilig. Tungdil schließt sich mit mehreren Gefährten zusammen, von denen manche sehr gute Charaktere sind, andere farblos und unausgereift. Es gibt auch ein bisschen Romantik zum Ende hin, aber sehr moderat. Prinzipiell hat mir ein bisschen eine Entwicklung bei den Figuren gefehlt. Allein Tungdil scheint sich durch die Reise überhaupt zu verändern.
Prinzipiell versucht der Autor, dass permanent etwas passiert. Mir passiert einfach zu viel. Nie wird die Zeit genommen, mal etwas zu verarbeiten, innezuhalten und zu reflektieren. Die Geschichte wälzt so einfach dahin, was mich irgendwie gestört hat. Es gab keine wirklichen Spannungshöhepunkte, aber es war wohl auch nie gänzlich unspannend. Irgendwie hat es keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Daher weiß ich auch nicht, ob ich dem zweiten Band, der ungelesen in meinem Regal steht, je eine Chance geben werde. (Inzwischen sind es ja ganze 5 Bände...)
Alles in allem konnte mich das Buch nicht überzeugen. Bei dem Versuch, nie an Spannung zu verlieren, sind keinerlei Spannungshöhepunkte entstanden und die Geschichte plätschert vor sich hin. Die Story ist sehr dicht und ohne Erholungsphasen. Die Charaktere sind mitunter unterentwickelt und bleiben durchgehend gleich. Ein paar habe ich ins Herz geschlossen, andere sind einfach zu platt geblieben. Das Buch ist nicht schlecht, aber überzeugen konnte es mich nicht. Das Ende selber war auch nicht wesentlich spannender, aber durchaus befriedigend. Man kann das Buch auch als Einzelband lesen, obwohl es einen kleinen Cliffhanger am Ende gibt.
Fun fact: Heute kostet das Buch auf Amazon mehr als damals im Buchladen. :D
Habt ihr Die Zwerge und die Folgebände gelesen? Was könnt ihr mir empfehlen?
Bis bald mit einem hoffentlich besseren Buch,
Eure Kitty Retro
Meine Bewertung:
- Dieses Buch ist Teil meiner ABC-Challenge. -
Hallo meine Hasen,
heute möchte ich mit euch über ein verfilmtes Buch sprechen. Auch den Film werde ich demnächst noch vorstellen, also seid gespannt darauf. Das Buch hatte ich euch schon angekündigt. Ich habe es vor allem gekauft, weil es gut in meine Challenges passt und ich den Filmtrailer sehr interessant fand.
Die Fakten:
- Autor: S. J. Watson
- Titel: Before I Go To Sleep
- Erschienen: 2014
- Verlag: HarperCollins
- Seiten: 363
- Preis: 7,90 Euro
Zur Handlung: Christine wacht eines Morgens auf und hat keine Ahnung, wo sie ist. Das Zimmer ist fremd und im Bett neben ihr ist ein unbekannter Mann. Sie versucht sich an die letzte Nacht zu erinnern, aber sie weiß nicht mal mehr, dass sie zu einer Party oder Bar gegangen ist. Sie schleicht sich ins Bad, um eine Vielzahl von Bildern und Notizen am Spiegel zu finden. Sie sagen zum Beispiel: Ben, dein Ehemann. Auf den Bildern ist eindeutig sie abgebildet und der Mann aus dem Bett. Aber wie kommt es, dass sie so alt aussieht? Müsste sie nicht eigentlich in den 20ern sein?
Christine leidet an Gedächtnisverlust. Jede Nacht verschwinden ihre Erinnerungen. Gemeinsam mit einem Arzt legt sie daher ein Tagebuch an, von dem ihr Ehemann allerdings nichts weiß. Christine ist sich nicht sicher, ob sie ihm vertrauen kann. Ob sie irgendwem vertrauen kann. Selbst sich selbst glaubt sie kaum, wenn sie morgens das Tagebuch liest.
Die Idee hinter dem Buch finde ich sehr spannend. Den Grundgedanken kennt man ja bereits aus 100 erste Dates oder wie dieser Film hieß. Übrigens auch sehr niedlich. An Christines Geschichte ist allerdings nichts niedlich, da sie nicht weiß, wem sie trauen soll. Ihr Ehemann ist entschieden dagegen, dass sie sich behandeln lässt. Aber warum lügt er so oft und warum will er nicht, dass es ihr besser geht? Hier ist natürlich einiges im Busch. Das Buch ist nur was für Leute mit einer festen Beziehung (oder gar keiner), denn ein bisschen kann man die Paranoia durchaus übernehmen.
Die Charaktere im Buch sind sehr interessant. Da ich den Trailer gesehen hatte, war es anfangs für mich einfach, mir Nicole Kidman und Colin Firth in den Rollen vorzustellen. Gegen Ende des Buches wurd das allerdings zunehmend schwieriger und mein Kopf hat dann eigene Bilder von den Charakteren entwickelt. Ich finde alle Charaktere sehr glaubwürdig und tief, sodass man mit jedem irgendwie mitfühlen kann.
Besonders ist, dass man die Geschichte komplett in der ich-Perspektive durch Christines Augen sieht. Das macht das Buch spannend und realistisch. Man hört die Gedanken von Christine und sieht die Welt aus ihrer Sicht. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen, denn dadurch ist man sofort Teil der Welt. Schon die erste Szene hat mich in den Bann gezogen. Die meiste Zeit lesen wir dann in ihrem Tagebuch, sodass wir nur das erfahren, was sie aufgeschrieben hat, und nur das wissen, woran sie sich erinnern kann.
Dennoch habe ich frühzeitig einen Verdacht gehabt, was das Buch mir als Ende geben wird, und ich war auch sehr nah dran. Gegen Ende wird versucht, einen Twist aufzubauen, aber so richtig schockierend ist es dann leider nicht. Stattdessen hat man das Gefühl, noch einige lose Enden in der Hand zu haben, die nirgendwo richtig hinpassen wollen. Das fand ich schade und hat dem Buch dann auch einige Punkte abgezogen.
Alles in allem ist es eine spannende Geschichte, wunderbar erzählt und gut aufgebaut. Es ist durchgehend nicht langweilig und man kann sich gut in Christine hineinfühlen, auch wenn wohl die wenigsten Menschen jemals so etwas erleben mussten. Sich allein vorzustellen, dass ein solcher Gedächtnisverlust möglich ist, ist gruslig genug. Das wünscht man ja nicht seinem Feind. Aber es ist durchaus ein gutes Buch, und wer sich dafür interessiert, der sollte es auch lesen. Vom Ende sollte man allerdings nicht zu viel erwarten. Der Weg ist hier eher das Ziel.
Bald berichte ich auch vom Film. Habt ihr ähnliche Bücher gelesen? Eventuell Empfehlungen für mich? Ich muss jetzt erstmal ein anderes Genre lesen, bevor ich komplett paranoid werde. :D
Bis bald,
Eure Kitty Retro
Meine Bewertung:
- Dieses Buch ist Teil meiner ABC-Challenge und meiner Buchverfilmungschallenge. -
Hallo ihr Lieben,
heute kommen wir zum zweiten Harry Potter-Zusatzbüchlein. Dieses hatte ich vor einer Weile schon mal gelesen, aber damals irgendwie hier nicht vorgestellt. Daher schau ich es heut nochmal gründlich durch, damit ich euch davon berichten kann.
Die Fakten:
- Autor: Joanne K. Rowling aka Newt Scamander
- Titel: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (Original: Fantastic Beasts and Where to Find Them)
- Erschienen: 2001
- Verlag: Carlsen
- Seiten: 93
- Preis: 4,99 Euro
Zur Handlung: Wie schon Quidditch im Wandel der Zeiten handelt es sich hierbei um eine Art Lehrbuch aus der Welt von Harry Potter. In der Serie taucht eine Vielzahl von verschiedenen Wesen und Monstern auf und das Buch versucht eine Klassifizierung. Dabei werden die Wesen in kurzen Kapitelchen am Ende einzeln vorgestellt. Außerdem besitzt dieses Buch "handgeschriebene"Notizen von Ron, Harry und Hermine.
Dieses Buch finde ich wesentlich besser als Quidditch im Wandel der Zeiten. Man kann es gut benutzen, während man die 7 Bände von Harry Potter liest. Dann kann man im Lexikonteil jeweils nochmal schauen, was das für ein Wesen war.
Außerdem hat das Buch durch die Notizen und Kommentare von Ron, Harry und Hermine wesentlich mehr Witz. Es lockert das Buch unglaublich auf, was mir bei dem anderen gefehlt hat. Allerdings hätten es wegen mir noch mehr sein können. :D
Ein bisschen anstrengend finde ich, dass auch so viele Wesen gelistet sind, die im der Reihe selbst nie auftauchen. Da es so viele sind und man teilweise keine Verbindung dazu hat, verschwimmen die Wesen ineinander, wenn man das Buch ganz normal durchliest. Das finde ich ein bisschen schade und zu viel des Guten.
Insgesamt finde ich es besser als Quidditch im Wandel der Zeiten, weil mich der Zauberersport auch nie so sehr interessiert hat. Ich kann wieder nur loben, dass diese Büchlein einen guten Zweck erfüllen und Comic Relief unterstützen. Wer aber nur eines der beiden Büchlein kaufen möchte, dem würde ich dieses eher ans Herz legen. Insgesamt habe ich sie vor allem gekauft, um meine Sammlung komplett zu haben. :D
Habt ihr eine ähnliche Meinung oder denkt ihr ganz anders?
Morgen sehen wir uns nochmal für die Märchen von Beedle dem Barden.
Bis dahin,
Eure Kitty Retro
Meine Bewertung:
- Dieses Buch ist Teil meiner ABC-Challenge und meiner SUB-Abbau-Challenge. -
Hallo ihr Zauberfreunde,
ich möchte das lange Wochenende nutzen, um euch die drei kleinen Zusatzbücher zu zeigen, die es zur Harry Potter-Reihe gibt. Alle drei Büchlein sind dazu gedacht, dass sie Comic Relief unterstützen. Es geht hier also um wohltätige Zwecke, was ich nicht verschweigen möchte.
Die Fakten:
- Autor: Joanne K. Rowling aka Kennilworthy Whisp
- Titel: Quidditch im Wandel der Zeiten (Original: Quidditch Through The Ages)
- Erschienen: 2001
- Verlag: Carlsen
- Seiten: 77
- Preis: 4,99 Euro
Zur Handlung: Ein großer Teil von Harrys Leben ist das Quidditch-Spielen. Das Talent hat er dabei von seinem Vater geerbt und er fühlt sich darüber mit ihm verbunden. Im vorliegenden Büchlein erfahren wir nun die ganze Geschichte und die wichtigsten Regeln zum Zauberersport. Am Anfang befindet sich außerdem ein Vorwort von Dumbledore.
Ich möchte diese Posts möglichst kurz halten, da die Bücher selbst ja nicht lang sind. Leider muss ich sagen, dass dieses Büchlein für mich das schwächste der Reihe ist. Wer sich nicht wirklich sehr für den Zauberersport interessiert, wird es maßlos langweilig finden. Es sind viele Namen und Daten darin enthalten, allerdings fehlt mir ein bisschen der Witz an der Sache.
Das Buch ist sehr informativ, aber man sollte eben bedenken, dass es um kein tatsächliches Wissen geht, es ist Fiktion. Daher finde ich den Stil etwas langatmig im Vergleich zu den anderen. Dennoch denke ich, dass dieses Buch ein Muss für jeden Potterfan ist. Einfach, dass man es hat und es im Regal steht, ist doch schon beruhigend. Darum habe ich mir die Bücher damals auch gekauft.
Gut finde ich auch, dass ein Teil der Einnahmen gespendet wird. Leider ist nicht erkenntlich, welcher Teil genau. Auf der Rückseite des Buches ist nur vermerkt der "größte Teil der Erlöse". Ich kenn mich da nicht aus, also erlaube ich mir da kein Urteil.
Alles in allem finde ich den Inhalt ok, aber nicht besonders ansprechend. Ich denke nicht, dass man das gelesen haben muss. Außerdem widerspricht einiges den Quidditch-Darstellungen im Film. :D Lasst mich doch eure Meinung über das Buch wissen. Morgen wenden wir uns dann Phantastischen Tierwesen zu.
Bis dahin,
Eure Kitty Retro
Meine Bewertung:
- Dieses Buch ist Teil meiner ABC-Challenge und meiner SUB-Abbau-Challenge. -
Hallo meine Bücherkatzen,
wir sind zurück bei Mrs Murphy und Tee Tucker und verfolgen sie und ihre Besitzerin Harry wegen eines weiteren Verbrechens in der Kleinstadt Crozet. Es handelt sich hierbei um den zweiten Band der Reihe. Wenn ihr den ersten noch nicht gelesen habt, ich würde ich empfehlen, mit diesem zu beginnen. :)
Die Fakten:
- Autor: Rita Mae Brown & Sneaky Pie Brown
- Titel: Ruhe in Fetzen (Original: Rest In Pieces)
- Reihe: 2. Band
- Erschienen: 1994
- Verlag: Weltbild
- Seiten: 350
- Preis: 13,99 Euro gebunden
Zur Handlung: Mrs Murphy ist keine gewöhnliche Katze, denn sie löst Mordfälle. Zusammen mit ihrer Hundefreundin Tee Tucker und ihrem Frauchen Harry bleibt sie Verbrechern auf der Spur. Diesmal wird bei dem neu eingezogenen gutaussehenden Nachbarn Blair eine menschliche Hand gefunden. Und wer macht die schaurige Entdeckung? Natürlich Tucker. Die beiden Tiere wollen unbedingt herausfinden, wer der Täter ist, um ihr Frauchen zu beschützen.
Harry hat währenddessen ihre Scheidung endlich überlebt. Und als der gutaussehende Blair im kleinen Ort Crozet auftaucht, wollen ihre Freundinnen sie sofort verkuppeln. Harry weiß aber eigentlich gar nicht, ob sie einen neuen Mann will. Und selbst wenn, zum Flirten hat sie wirklich kein Talent. Doch genau das scheint Blair an ihr zu gefallen. Doch was wenn er der geheimnisvolle Mörder von Crozet ist?
Wie ihr vielleicht wisst, gefällt mir diese Reihe richtig gut. Sie ist wesentlich besser, als ich bei den Covern gedacht habe. Zunächst hielt ich es für ein kleines Gimmick, dass eine Katze Kriminalfällt löst. Die Bücher sind allerdings wunderbar erzählt und spiegeln das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt wieder.
Auch der zweite Fall ist sehr mysteriös und eignet sich gut zum Mitraten und Mitfiebern. Dabei wird die Handlung nicht dunkel und schrecklich, aber doch an einigen Stellen blutig. Der Erzählstil macht alles aber harmloser, als es in Wirklichkeit ist. Das finde ich sehr angenehm, eben ein klassischer Krimi ohne zu viel Blut und Gewalt.
Das Besondere an der Reihe ist die Beschreibung des kleinen Ortes Crozet, in dem viele verschrobene aber liebenswerte Menschen wohnen. Die Dynamik und die Beziehungen zwischen diesen Charakteren gibt dem Buch einen ganz eigenen Charme. Obwohl sich alle zu kennen glauben, ist auch hier wieder ein Mörder unter ihnen. Ich muss ja sagen, ich habe richtig geraten, wer es ist. ;)
Blair als neuen Charakter mochte ich gern. Es kam nicht sofort zu Romantik, sondern eher zu einer Art Freundschaft mit leicht romantischen Einschlag. Ich finde das sehr angenehm, ich mag ja keinen Kitsch. Stattdessen ist die Beziehung zwischen Blair und Harry die ganze Zeit erwachsen und ich freue mich sehr darauf, mehr von den beiden und über die beiden zusammen zu lesen.
Allgemein sieht man tolle Entwicklungen bei den Figuren und das macht für mich die Reihe aus. Ich liebe den Krimifaktor, der aber nicht zu sehr im Mittelpunkt steht. Das Buch war für mich keine Sekunde langweilig, das Ende vielleicht ein bisschen zu dramatisch. Alles in allem würde ich es jedem Krimifan und jedem Katzenfan empfehlen. Die nächsten 3 Bände stehen schon im Regal und warten. ;)
Bis bald,
Eure Kitty Retro
Meine Bewertung:
Hallo meine Lesefreunde,
heute möchte ich euch von meinem Leseerlebnis von Bright Young Things berichten und um euren Rat bitten. Ich liebe ja die 20er Jahre und habe mich deswegen sehr auf das Buch gefreut. Eigentlich bin ich immer vorsichtig mit Hype-Büchern, aber in letzter Zeit hatte ich ja viel Glück mit meinen Büchern. Bevor ich nun zu viel verrate, die Fakten:
- Autor: Anna Godbersen
- Titel: Bright Young Things
- Teil 1 einer Trilogie
- Erschienen: 2010
- Verlag: HarperCollins
- Seiten: 389
- Preis: 7,30 Euro
Zur Handlung: Letty und Cordelia sind seit Jahren Freunde, und sie haben einen gemeinsamen Traum: aus ihrem dörflichen Leben ausbrechen und nach New York City gehen. In der Stadt ist alles besser, sie träumen vom glamorösen Leben in der Großstadt, als Filmstar oder reiche Erbin. Und eines Tages ist es soweit. An diesem Tag lernen wir die beiden kennen und begleiten sie in diese wundervolle Stadt in einer völlig anderen Zeit.
Astrid ist ein reiches Mädchen, deren Mutter nur dafür lebt zu heiraten und sich wieder scheiden zu lassen. Dadurch hat Astrid schon einiges von der Welt gesehen. Nun scheint jedoch alles perfekt zu sein, denn sie ist in einen reichen und gutaussehenden Jungen verliebt. Doch sie gelangweilt von einem Leben, dass nur aus Parties und Konversationen besteht.
Um das Beste vorwegzunehmen: ich war eher enttäuscht von diesem Buch. Leider bin ich dadurch in eine absolute Leseflaute geraten. Es ist irgendwie nichts passiert und das Buch ist definitiv nicht für mein Alter (geistig) geeignet. Ich habe unterfordert und ein bisschen verarscht gefühlt. Das möchte ich jetzt noch ein bisschen genauer erklären.
Die drei Hauptcharaktere sind alle sehr unterschiedlich. Cordelia ist aufgeschlossen, ein bisschen männlicher, und zielsicher. Sie holt sich, was sie möchte und will die Welt entdecken. Ich mochte ihren Charakter gern. Ein bisschen ändert sich das, wenn sie sich verliebt. Das ist eigentlich die Haupthandlung in diesem Buch. Allerdings ist es schon eher instalove und die Romantik steht auf komische Weise nicht im Mittelpunkt. Das hätte der Handlung aber gut getan. So bleibt alles irgendwie oberflächlich.
Astrid hat mich charakterlich am Anfang sehr an Daisy aus dem Gatsby-Film erinnert. Sie hat diese leichte, etwas melancholische Art. Sie kann aber auch irgendwie die Fassung verlieren und eine Zicke sein. Das hat mich gestört, denn ich mag die Charaktere, die so über der Wirklichkeit schweben. Dies hat sie gegen Ende des Buches aber verloren. Am Ende waren ihre Handlungen für mich auch nicht mehr ganz nachvollziehbar.
Letty ist für mich der schlimmste Charakter. Sie ist naiv und ein bisschen blöd und stellt sich einfach dumm an. Das hat mich wirklich auf die Palme gebracht und ich hab mir immer gewüscht, dass sie endlich verschwindet. Dabei ist sie außerdem noch egoistisch und hat kein Gespür für Menschen. Irgendwie hat mich ihre Beziehung zu Cordelia aber an eine Freundschaft erinnert, die ich als Jugendliche hatte. Dennoch war es nicht so spannend, über Letty und ihr Gejammer zu lesen.
Insgesamt fühlen sich Astrid und Letty eher wie Füllcharaktere an. Interessant und im Mittelpunkt ist immer Cordelia. Ich wünschte, dies wäre einfach besser und stärker umgesetzt worden. Was den anderen beiden passiert, ist für die Geschichte nicht wichtig. Dadurch wirkt alles sehr distanziert und oberflächlich. Außerdem waren die Charaktere einfach zu jung für mich, ich konnte mich mit ihnen nicht mehr identifizieren. Es ist also eher ein Jugendbuch. Vor allem ist die Welt auch komplett weichgespült, alles funktioniert immer super und erst ganz am Ende gibt es dann ein bisschen Drama, natürlich bei allen drei Mädchen gleichzeitig. Gut fand ich, dass sich die Wege trennen und kreuzen und am Ende dann alle irgendwie zusammen sind.
Ich weiß wirklich nicht, ob ich die Trilogie mal noch zuendelese. Eigentlich ist mir nicht danach. Es ist einfach alles zu ... ich find gar kein Wort dafür ... girly-mäßig? Alles ist nur auf Aussehen und toll sein beschränkt. Die Handlung hat keine Tiefe und wenn ich an den nächsten Titel (Beautiful Days) denke, da wird sich das sicherlich auch nicht ändern. Habt ihr die Serie gelesen und könnt mir einen Rat geben?
Alles in allem empfehle ich die Bücher nicht. Für girlygirls in der Pubertät ist es vielleicht interessant, aber für mich war es einfach langweilig und rosawolkig. Die Charaktere waren eher flach und kitschig, teilweise nervig. Und passiert ist nichts, bis ganz am Ende. Und dann war's auch schon vorbei. Auch die ersten Kapitel des nächsten Bandes, die noch enthalten waren, haben mich nicht angehoben.
Bis bald,
Eure Kitty Retro
Meine Bewertung:
-Dieses Buch ist Teil meiner ABC-Challenge.-
Hallo ihr Bücherwürmer,
heute wenden wir uns mal einer anderen Sucht zu. Normalerweise reden wir ja nur über die Sucht nach Büchern, doch in Crank geht es vor allem um Crystal. Ich weiß nicht, inwieweit ihr euch mit dieser Thematik beschäftigt, aber meine Mutter arbeitet viel mit Drogenkonsumenten. Vorher dachte ich immer, das gibt es hier gar nicht. Heute weiß ich, dass ich wahnsinniges Glück hatte und nie die falschen Leute getroffen habe. Auch meine Jugendjahre waren wild und aufregend, und ich bin nicht sicher, wie viel Willenskraft man mit 14 oder 15 schon hat. Wie dünn die Linie zwischen meinem Leben und dem Leben einer Drogenabhängigen sein kann, das hat mir Crank gezeigt.
Die Fakten:
- Autor: Ellen Hopkins
- Titel: Crank
- Erschienen: 2004
- Verlag: McElderry Books
- Seiten: 537
- Preis: 10,39 Euro
Zur Handlung: Im Sommer kurz vor ihrem 17. Geburtstag trifft Kristina Bree. Bree ist abenteuerlustig, voller Lust, flirtet gern und lebt mitten in Kristina. Jetzt endlich will sie das Steuer übernehmen und Kristinas Leben für immer verwandeln.
Kristina lebt mit ihren Geschwistern bei ihrer Mutter. In diesem Sommer hat sich jedoch erstmals ihr Vater wieder gemeldet und will sie sehen. Ein Gericht stimmt seinem Anspruch zu und so begibt Kristina sich auf dieses Abenteuer. Völlig verändert soll sie von diesem Urlaub zurückkehren, high und verliebt, und Bree wird in ihr immer stärker.
Ich habe noch nie ein Buch über Drogen gelesen, und auch nur wenige Filme zu dieser Thematik gesehen. Aus irgendeinem Grund hat mich das alles nicht berührt und interessiert. Mit Kristina habe ich also eine neue Welt betreten, für sie und für mich. Außerdem ist dieser Roman in Versen geschrieben, was ebenfalls etwas ganz Neues für mich ist. Und ich freue mich, euch davon erzählen zu können.
Crank beruht zumindest zum Teil auf der wahren Geschichte von Ellen Hopkins, denn sie hat eine Tochter, die dem Monster verfallen ist. Angehangen an das Buch ist auch ein kurzer Text über die wahre Geschichte in Crank, was ich sehr spannend fand. Aber es ist auch sehr sehr traurig und ein bisschen arg amerikanisch. Die Tochter von Ellen Hopkins hat inzwischen demnach 6 Kinder. Wenn man sich das Buch so durchliest, wird sehr schnell klar, dass sicherlich keines davon in der Schwangerschaft nicht ein bisschen Meth abgekommen hat, und fraglich ist ja doch, was für eine Welt wir mal haben werden, wenn dann die Hälfte Meth-Kinder sind. Aber das nur am Rande und nur so ein Gedanke, der mir da kam. Zurück zum Buch.
Zunächst konnte ich mit Kristina nicht mitfühlen. Ich hatte einen ziemlichen Bookhangover und ihr Charakter sagte mir einfach nicht zu. Aber je mehr sie sich ihrer Sucht ergab, desto weniger spielte das eine Rolle, denn sie mochte sich selbst kaum mehr. Was mir dagegen dann Sorgen machte, war die unglaubliche Faszination, die aus dem Bericht hervorgeht. Natürlich macht es Sinn, wenn man die Perspektive betrachtet, aber die guten Seiten des Monsters stehen einfach immer im Vordergrund. Natürlich merkt man, dass Kristina sich zunehmend schlecht benimmt, aber ihr ist es egal, und mir dann irgendwie auch.
Nach einigen Passagen hatte ich tatsächlich richtig Lust, mal wieder eine ordentliche Party zu feiern. So eine, wo man morgens nicht mehr weiß, was passiert ist. Klingt seltsam, aber diesen Effekt hatte das Buch auf mich. Ich meine, als Teenager habe ich mich kaum anders verhalten als sie (oh ja, ich war wirklich kein guter Weggefährte ;)) aber mit den Drogen scheint das ja noch viel mehr Spaß zu machen. Das Buch finde ich also ein bisschen kontrovers. Einerseits ist es gut, das Bild von dieser Seite zu betrachten, um die Drogenabhängigen zu verstehen. Andererseits ist es nichts, was man einem Teenager zeigen kann um zu sagen: Schau wie schlimm das ist. Zumindest meine Meinung.
Die Versform, nun ja, also mich hat sie nicht begeistert. An einigen Stellen ergibt es ein bisschen Sinn, dann sind die Verse auch sehr clever. An anderen gibt es mir einfach das Gefühl, dass es eben sein muss, weil es dann besonders ist. Manchmal war ich regelrecht verwirrt, weil ich bei all den Tabs und Zeilensprüngen nicht wusste, wo ich nun weiterlesen soll. Tatsächlich ist dieses Buch nichts für Anfänger der englischen Sprache.
Was mir völlig gefehlt hat in diesem Buch, ist der zunehmende Verfall, den diese Droge bewirkt. Ok, Kristina hat abgenommen, das stellt eine Freundin mal anerkennend fest. Ich bin aber der Meinung, dass da noch mehr passieren muss. Auch geistig passiert da nicht viel, sie kann ja immer noch hübsch in Versen schreiben. Ich weiß auch nicht, da fehlt einfach etwas. Natürlich ist das Ende dann dramatisch und schlimm, aber irgendwie auch nicht.
Alles in allem sehe ich den Unterschied zwischen der letztendlich schwer abhängigen Kristina und meiner eigenen Jugend nicht. Ist Pubertät=Drogenmissbrauch? Macht es uns gar nicht schlimmer, sind wir pubertär nicht mehr steigerbar? Und tut die Droge uns eigentlich gar nicht weh? Das Buch war interessant, hat mich aber nicht vom Hocker gehauen. Ich habe auch nichts gelesen, was ich nicht schon wusste. Und das ohne sämtliche Drogenerfahrung.
Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Buch gemacht? Lohnt sich das Weiterlesen?
Es gibt noch zwei weitere Bände zu diesem. Ich habe das nicht gewusst, als ich das Buch kaufte. Ich überlege nun, ob sich ein weiterlesen lohnt. Das Buch ist an sich schon abgeschlossen. Andererseits erhoffe ich mir von den folgenden Bänden, was mir bisher gefählt hat. Na wir werden sehen.
Bis bald,
Eure Kitty Retro
Meine Bewertung:
- Dieses Buch ist Teil meiner ABC-Challenge. -