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Freitag, 6. November 2020

[Filmkritik] Die bunte Seite des Monds

Hallo an alle Aninationsfans, 

diesmal erleben wir keine Disneyproduktion sondern ein Netflix Original. Ja auch andere außer Disney können das und mit können meine ich - er ist wirklich wirklich niedlich.

Diese 95 Minuten animiertes kleines Familienfilmchen wurde 2020 von Netflix angeboten. 

Fei Fei ist ein unglaublich begabtes chinesisches Mädchen, was das Backhandwerk traditioneller Mondkekse von ihren Eltern erlernt. Ihre Mama erzählt ihr außerdem immer wieder die Geschichte der Mondprinzessin die ihre große Liebe zurück möchte. Doch dann wird ihre Mama schwer krank und stirbt schließlich. Dies alles ereignet sich in den ersten paar Minuten und hat mich bereits zu Tränen gerührt. Es war so schlimm wie diese kleine Familie auseinander gerissen wird. 

Ich muss ehrlich sagen, der Übergang zum weiteren Teil war dann ebenso gut gelungen. Nach einigen Jahren bringt Fei Feis Papa eine neue Frau mit die einen Sohn hat. Das gefällt Fei Fei natürlich ganz und gar nicht. Als es dann noch während einer Familienzusammenkunft zur Verleugnung der Existenz der Mondprinzessin durch die Erwachsenen kommt, will Fei Fei ganz unbedingt das Gegenteil beweisen. 

Deswegen berechnet sie und erstellt schließlich ein Raumschiff mit dem sie mit ihrem Häschen und blinden Passagieren zum Mond fliegen möchte. An dieser Stelle hat der Film leider aufgehört mir zu gefallen, denn er wird echt wahnsinnig seltsam. 

Wir gelangen mit Hilfe von fliegenden Löwen auf die bunte Seite des Mondes. Dort wird eine Art Riesenparty von bunten und schillernden Figuren gefeiert und auch die Mondprinzessin - eine absolute Zicke - ist mit von der Partie. Dort wird es dann immer verrückter und ich dachte nur noch - das wäre Disney nicht passiert!

Also die Grundidee des Films ist super und toll umgesetzt. Die Sache auf dem Mond ist übertrieben aber vielleicht für Kinder ganz wunderbar. Von daher kann ich ihn definitiv empfehlen. Er vermittelt außerdem eine wunderbare Moral und zeigt auf ganz leichte Weise weiterzugeben dass Intelligenz und Interesse etwas herausragendes ist wofür man sich voll einsetzen sollte. Die Musik ist auch ganz ok, kein Disney aber ok. 

Außerdem ist es mal was Neues ein chinesisches Märchen kennen zu lernen,

eure Blue Diamond.

Mittwoch, 4. November 2020

Utopien für Realisten

Hallo zusammen,

heute habe ich einen echten Knüller, zumindest ich war super positiv überrascht, für euch und hoffe ihr könnt euch auch begeistern.

Fakten:
  • Autor: Rutger Bregman
  • Übersetzer: Stephan Gebauer
  • Sachbuch
  • 2019 erschienen
  • 304 Seiten
  • Rowohlt Verlag
  • Preis: 10€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Was sind heute die großen Ideen? Historischer Fortschritt basierte fast immer auf utopischen Ideen: Noch vor 100 Jahren hätte niemand für möglich gehalten, dass die Sklaverei abgeschafft oder die Demokratie wirklich existieren würde. Doch wie begegnen wir den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt, des Familienlebens, des gesamten globalen Gefüges? Der niederländische Vordenker Rutger Bregman sagt: «Das wahre Problem unserer Zeit ist nicht, dass es uns nicht gut ginge oder dass es uns in Zukunft schlechter gehen könnte. Das wahre Problem ist, dass wir uns nichts Besseres vorstellen können.» Wir müssen es wagen, das Unmögliche zu denken, denn nur so finden wir Lösungen für die Probleme unserer Zeit. Bregman macht deutlich, warum das bedingungslose Grundeinkommen eine echte Option ist und inwiefern die 15-Stunden-Woche eine Antwort auf die Digitalisierung der Arbeit sein kann. «Alternativlos» ist für Bregman keine Option, sogar die Armut kann abgeschafft werden, wie er am Beispiel einer kanadischen Stadt zeigt. Bregmans Visionen sind inspirierend, seine Energie ist mitreißend; er zeigt: Utopien können schneller Realität werden, als wir denken."

Dieser Klappentext ist eher eine Zusammenfassung dieses Buches und dennoch verdeutlicht es aus meiner Sicht nicht ausreichend, wie horizonterweiternd es ist. 

Zunächst beginnt der Autor mit einer Situationsbeschreibung die recht reißerisch ist. Hier baut er Spannung auf die schon übertrieben ist und ja das könnte man ihm vorwerfen. Doch dieses offene und gleichsam aktive Denken gibt dem Leser auch Schwung und es fällt sehr leicht sich auf das Thema einzulassen. 

Will man das Thema des Buches auf drei Worte herunterbrechen dann ist es wohl Armut, Arbeit und Arbeitszeit. Also ein Buch mit soziologischen und wirtschaftlichen Fokus. 

Die Beschreibung von Armut und wie an manchen Orten der Welt eben diese beendet wurde, hat mich völlig fasziniert. Sicherlich ist es auch ein Bereich mit dem ich mich nie tiefgehend beschäftigt habe, doch das man Armut mit Geld wirklich bekämpfen kann scheint logisch, mit wie wenig es doch möglich ist nicht. Da hatte ich nicht übel Lust dies in der Praxis zu erleben. Warum macht das keiner? Warum scheint es Armut immer geben zu müssen wenn anderen Orts Erfolg herrschen soll? Ja dieses Buch regt somit definitiv zum Nachdenken und Umdenken an. 

Weiter spricht der Autor dann über Arbeit und Arbeitszeit und wie sich diese in der Geschichte verändert hat. Hier lernen wir erst einmal nichts Neues, zumindest nicht wenn man eine relativ gute Allgemeinbildung hat. Im Gegenteil hier weiß der Leser sicher tendenziell mehr. Genau hier ist das Kuriosum. Wenn wir eigentlich mehr Wissen warum sind uns die dann aufgeworfenen Entwicklungen die es hätte geben können so fremd. Oder sind sie nur mir fremd? Der Autor des Buches berichtet wie die Entwicklung hätte im Tempo der Industrialisierung weitergehen müssen. Er führt auch Stimmen hinzu die ihre Vorstellung der jetzigen Welt beschreiben, was aber nun wirklich nicht erreicht wurde. Manches davon fände ich selbst irgendwie unschön. Ich persönlich möchte gern zum Beispiel mehr wie 15h Arbeiten aber klar muss es keinesfalls so viel sein wie jetzt. Das Thema bedingungsloses Grundeinkommen wird kurz diskutiert und dann eben die Utopie des Autoren aufgeführt. 

Diese ist natürlich fiktiv aber nicht fantastisch. Wenn wenige Aspekte des alltäglichen Lebens geändert würden, käme man dieser schon sehr nah. 

Dieses Buch ist sicher kein weltveränderndes Werk und vieles was aufgeführt wird ist bekannt. Entscheidend ist jedoch wie der Autor darüber spricht und was er wie darstellt. Dabei gibt er natürlich seine persönliche Meinung kundt. Ich persönlich fühle mich mit diesem Buch und seiner Art zu denken viel eher dazu angeregt, dass selbst auch zu tun. Noch nie habe ich so viel über die Art und Weise meiner Arbeitswelt nachgedacht wie jetzt. Das ist es auch was mich so gepackt und überrascht hat. 

Daher möchte ich dieses Buch jedem empfehlen der gern selber denkt und auch einfach mal Umdenken möchte,

eure Blue Diamond.




Sonntag, 1. November 2020

The Haunting of Ashburn House


Hallo meine Gruselfreunde,

heute kommt mein letztes Buch, dass ich für meinen Gruseloktober gelesen habe. Es handelt sich dabei um ein Hörbuch von einer Autorin, die ich letztes Jahr entdeckt habe. Da hatte ich The Haunting of Blackwood House gelesen und fand es eine sehr schöne klassischen Haunted-House-Geschichte. Deswegen hatte ich mich sehr auf dieses Buch gefreut.

Die Fakten:

  • Autor: Darcy Coates
  • Sprecher: Eva Kaminsky
  • Titel: The Haunting of Ashburn House
  • Erschienen: 2017
  • Verlag: Black Owls Books
  • Dauer: 9 Std. 3 min (ungekürzt)
  • Preis: 9,95 Euro im Abo
  • Klappentext: "There's something wrong with Ashburn House... The ancient building has been the subject of rumours for close to a century. Its owner, Edith, refused to let guests inside and rarely visited the nearby town. Following Edith's death, her sole surviving relative, Adrienne, inherits the property. Adrienne's only possessions are a suitcase of luggage, 20 dollars, and her pet cat. Ashburn House is a lifeline she can't afford to refuse. Adrienne doesn't believe in ghosts, but it's hard to ignore the unease that grows as she explores her new home. Strange messages have been etched into the wallpaper, an old grave is hidden in the forest behind the house, and eerie portraits in the upstairs hall seem to watch her every movement. As she uncovers more of the house's secrets, Adrienne begins to believe the whispered rumours about Ashburn may hold more truth than she ever suspected. The building has a bleak and grisly past, and as she chases the threads of a decades-old mystery, Adrienne realises she's become the prey to something deeply unnatural and intensely resentful. Only one thing is certain: Ashburn's dead are not at rest.

Zur Handlung: Adrienne ist sehr erleichtert, als sie erfährt, dass sie von einer Großtante, von der sie gar nichts wusste, ein Haus geerbt hat. Ihre Mutter ist erst kürzlich verstorben und hatte ihr immer gesagt, sie habe keine Familie mehr. Als sie jedoch zu dem Haus kommt, mit ihrer Katze Wolfgang im Gepäck, wird ihr klar, wie entlegen und schlecht angebunden Ashburn House ist. Es gibt zwar Strom im Erdgeschoss aber nicht in den anderen Stockwerken. Mit dem Auto ist es ein langer Anfahrtsweg. Und Adrienne hat kein Handy.

Ihren ersten Abend verbringt Adrienne hungrig mit Wolfgang im Wohnzimmer am offenen Kamin. Am Morgen wird sie dann von einigen jungen Frauen des Ortes überrascht, die ihr Frühstück bringen und offensichtlich großes Interesse daran haben, das Haus zu sehen. Und sie erzählen Adrienne, welche Geschichte über das Haus in der Stadt so erzählt werden...

Diese Geschichte hat erstmal viel versprochen, was ich gern mag. Ich liebe eine gute Haunted-House-Geschichte, das ist einfach mein Ding. Dann haben wir eine weibliche Hauptfigur, die mit einer starrköpfigen Katze zusammenlebt. Und hatte ich schon Katze gesagt? Aber trotzdem war diese Geschichte für mich leider eher eine Enttäuschung. 

Adrienne als Hauptfigur hat mir gut gefallen. Sie hat es im Leben nicht leicht, aber dadurch hat sie eine sehr pragmatische Art bekommen, die es ihr auch leicht macht, sich ihren Ängsten zu stellen. Adrienne tut, was getan werden muss. Vor allem auch ihre finanziellen Probleme sind nachvollziehbar und machen sie so sympathisch. Man hofft automatisch das Beste für sie. 

Wolfgang war dazu eine tolle Ergänzung. Ich liebe Bücher, in denen Katzen vorkommen, vor allem wenn es um so eine sehr nahe Art der Beziehung geht. Adrienne hat in vielen Momenten so gehandelt, wie ich es für meine Katze auch tun würde. Und Wolfgang revengiert sich auch auf seine Art und Weise. Und ehrlich gesagt fällt es mir in grusligen Momenten auch leichter, wenn meine Katze mich beschützt.

Das Haus selbst weist einiges auf, was wirklich gruslig sein könnte. In verschiedene Möbelstücke sind kleine Nachrichten geschnitzt wie "Keine Spiegel". In den oberen Stockwerken gibt es keinen Strom, aber eine gruslige Bildergalerie der Familie. Eine Geschichte ist, dass auf dem Dachboden gelegentlich eine brennende Kerze gesehen wurde. Allerdings kommen diese in einer Art und Weise vor, die es nicht so richtig gruslig machen - es entfaltet einfach die Atmosphäre nicht richtig.

Daneben hat Adrienne Träume, die verstörend sind, aber schon ziemlich früh ziemlich viel über den weiteren Verlauf der Geschichte verraten. Das fand ich schade, da ich es einfach nicht mehr so gruselig finde, wenn ich einmal weiß, was da lauert. Ist es ein Geist? Ist es ein Untoter? Sind es nur Nachbarskinder, die Streiche spielen? Solange ich das nicht weiß, ist es gruslig. Wenn ich die Antwort kenne, verliert es irgendwie den Reiz.

Adrienne versucht dann in dem kleinen Ort in der Nähe von Ashburn House mehr über die Familie herauszufinden, die dort lebte. Ich fand die Hintergrundgeschichte, die wir da am Ende zusammengestückelt bekommen, in Ordnung, aber auch nicht super ausgefallen. Es gibt auf jeden Fall ein rundes schönes Ende, dass sehr passend war. Aber auch hier hatte ich das Gefühl, das Kernstück bereits erraten zu haben - und das schon sehr früh.

Gut gemacht war die Atmosphäre aber in eigenen Momenten schon. Ich mochte, dass die Abgeschiedenheit von Ashburn House sehr sinnvoll dargestellt wurde, indem es keine Telefonverbindung gibt, der Empfang dort schlecht ist und Adrienne sich ein Mobiltelefon einfach nicht leisten kann. Auch das Phänomen im Wald zu Beginn der Geschichte war gut gemacht. Und die Sprecherin hat einige Dinge sehr schaurig gesprochen, das muss man sagen.

Alles in allem hat das Buch mich gut unterhalten, aber es war einfach sehr vorhersehbar. Die Geschichte ist auch keine klassische Haunted-House-Geschichte und das hat einige Leser enttäuscht, ich fand das okay, aber ich glaube, dadurch kam nicht die Stimmung auf, die ich erhofft hatte. Adrienne als pragmatische Hauptfigur hat mir einerseits gut gefallen, aber da sie nicht richtig Angst bekommen hat durch die grusligen Facetten von Ashburn House, habe ich es irgendwie auch nicht. Zusatzpunkte gibt es für Wolfgang und kleiner Spoiler: er stirbt nicht! (Mir war das sehr wichtig und hätte mein Leseerlebnis getrübt.)

Kennt ihr die Autorin oder das Buch? Oder seid ihr für spukende alte Häuser nicht so zu haben?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




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