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Mittwoch, 28. August 2013

Blackout - Morgen ist es zu spät

Hallo an alle Bestsellerliebhaber,

Wir befassen uns nun also mit einem sehr berechtigten Bestseller, zunächst aber zu den Fakten.
  • Autor: Marc Elsberg
  • Roman
  • 800 Seiten
  • blanvalet Verlag
Ja, zunächst zur Aufmachung, das Buchcover ist rot auf schwarz, also schon sehr dramatisch und es befindet sich diese "on/off" - Zeichen darauf, was wirklich gut verdeutlicht, wie schwerwiegend das Geschehen ist. Die Kapitel sind in Tage die nach dem Geschehen vergangen sind, eingeteilt und selbst nochmal mit kleinen Unterüberschriften durchzogen, die zeigen, wo man sich gerade befindet.

Nun zur Handlung. Diese ist relativ verworren und kompliziert, da viele Geschichten verschiedener Menschen ineinander übergreifen, aber separat erzählt werden. Daher werden ich versuchen alles nur grob zu umreißen und euch danach noch mehr über den Inhalt erzählen.
Im Grunde handelt das Buch von einem extremen, gigantischen Stromausfall, der in Mitten Europas beginnt und schnell mehrere Länder lahm legt.
Gleich zu Beginn wird der Leser mit einem schweren Autounfall konfrontiert, da die Straßenlaternen ausgegangen sind. Wenn ich ehrlich bin, fand ich diese Szene sehr schlecht gewählt für den Anfang, da auf Autobahnen auch keine Laternen existieren und der Verkehr trotzdem läuft, auch Nachts. Ich bin mir grad nicht mehr sicher ob noch eine Ampel im Spiel war, was dann natürlich mehr Sinn macht, wobei auch so nachts Ampeln zum Stromsparen abgeschaltet werden und das nicht in einem Massencrash endet. Nun ja, aber wir wollen nicht gleich zu Beginn so hart sein.
In diese Szenaria war Piero Manzano verwickelt. Er ist Informatiker und hat schon die ein oder andere Elektronik in seinem Haushalt gehackt, wenn man es so nennen will. Er hat bereits einen Smart Meter, dies ist ein intelligenter Stromzähler, also ein kleiner Computer, der ebenfalls ideal zum hacken ist.
Wegen des Stromausfalls hat Manzano sich diesen noch einmal genauer angesehen und festgestellt, dass er manipuliert wurde. Doch wie ihr euch sicher denken könnt, glaubt keiner einem Normalbürger dass er sowas herausgefunden habe und natürlich will man sowas auch nicht wahrhaben. Schließlich und dank seines Nachbarn gelangt er zu dem Europol Komissar Bollard, dieser glaubt ihm und nach viel zu viel vergangener Zeit wird dem Problem endlich an der richtigen Stelle an die Substanz gegangen. Doch Manzano gerät nun selbst ins Fadenkreuz und muss fliehen. Seine Flucht ist sehr dramatisch und auch das Leben generell wird gegen Ende des Buches immer mehr zu einem Endzeitszenario. Logisch ohne Strom ist eigentlich nichts mehr möglich.
Auch in den USA bricht nun das Stromnetz zusammen und es werden asiatische Macher hinter der Katastrophe vermutet. Doch Manzano gelingt es schließlich an wichtige Daten der Hacker heranzukommen und Mithilfe der westlichen Nachrichtendienste kann der Hack bekämpft werden. Das Stromnetz ist wieder im Gange, doch das erst nach vielen qualvollen und verherenden Tagen.

So jetzt möchte ich euch einmal auffordern, darüber nachzudenken, was ihr alles nicht mehr tun könntet ohne Strom. Spätestens bei dem nicht mehr Bedienen können der Toilettenspülung ist es mir eiskalt den Rücken runter gelaufen.
Es geht ja nicht nur darum, dass kein Licht da ist. Nein, irgendwann ist auch jeder Tank eines Autos leer und die Regale in Supermärkten sowieso. Hier wird einem spätestens klar, was es tatsächlich bedeutet, wenn der Mensch mehr und mehr durch Maschinen ersetzt wird.

Das Buch selbst ist sehr sehr informativ und wirklich gut geschrieben. Es ist unglaublich gut recherchiert. Im Internet könnt ihr auch eine eigene Webseite finden, wo ihr auch einen Plan findet, wie man sich bei einem Stromausfall am besten verhält. Sehr gut aufgegriffen muss ich sagen. Ach übrigens, das mit dem Notruf wählen könnt ihr bei Zeiten vergessen, auch dazu wird Strom gebraucht, selbst wenn der Kontakt an sich über einen Satellit funktioniert.

Dennoch muss ich trotz des wirklich fabelhaften Inhalts Kritik üben. Das Buch ist lang, logisch, es ist meiner Meinung nach auch nicht so, dass hätte Unmengen weggelassen werden können, so auf keinen Fall, doch meiner Meinung nach liest es sich einfach soooo langsam. Das mag einerseits an den vielen langen Fachwörtern liegen, aber andererseits auch an den permanenten Ortswechseln. Dies ist definitiv kein Buch, was man zur Entspannung lesen sollte und ich lese nun mal in meiner Freizeit gern um mich zu entspannen. Aber das muss man definitiv wissen, bevor man dieses Buch liest, sonst wird es zum Feind. Auch sehr wichtig ist, dass man eine gewisse geografische Grundkenntnis besitzen sollte. Auch ein wenig politisches Wissen ist von Vorteil, wobei wirklich viel erklärt wird.
Machen wir uns nichts vor, dies ist ein Buch für die die Wissen einsaugen und dies vor allem sehr gern tun.

Alles in allem würde ich es sicher wieder lesen, mich dann aber zu 90% auf dieses Buch konzentrieren, vielleicht noch Essen, Schlafen und so weiter ;)

Über den Inhalt des Buches sollte eigentlich jeder Bescheid wissen, doch nicht jeder kann dieses Buch lesen. Lesen sollten es vor allem keine jungen Menschen, also unter 16 würde ich nicht empfehlen. Ich möchte nicht anzweifeln, dass sehr junge Menschen es nicht verstehen, aber die Darstellung ist einfach sehr lebensnah und eher etwas für einen gefestigteren Charakter. Ansonsten ist dies nicht nur ein Roman, sondern auch ein kleiner Krimi. Es kommen rasante Momente vor, in denen sich unglaubliche Spannung aufbaut, ein wunder das da keine Lampe angeht. Aber es lebt eben auch von Erklärungen wie was warum und mit wem verstrickt ist und funktioniert.

Ich hoffe ihr könnt jetzt selbst entscheiden, ob ihr dieses Buch lesen wollt oder nicht,

eure Blue Diamond.


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