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Freitag, 8. November 2019

Animal Farm

Hallo meine Schweinchen,

Animal Farm ist einer dieser Klassiker, von dem jeder irgendwo schon mal gehört hat. Ich hatte vor einigen Jahre meinen ersten Orwell gelesen - 1984 - und war nicht wirklich überzeugt. Doch in der Bibliothek stand dann Animal Farm herum und sah so schön dünn aus. Gelesen hatte ich es schon zum letzten Harry Potter Readathon, aber komme heute erst dazu, davon zu berichten.

Die Fakten: 
  • Autor: George Orwell
  • Titel: Animal Farm
  • Erschienen: 1989 (erstmals 1945)
  • Verlag: Penguin Books
  • Seiten: 95
  • Preis:
  • Klappentext: "It is the history of a revolution that went wrong - and of the excellent excuses that were forthcoming at every step for the perversion of the original doctrine."

Zur Handlung: Eines Tages beschließen die Tiere einer Farm, ihren menschlichen Farmer zu vertreiben und selbst die Herrschaft an sich zu reißen. Von fundamentaler Bedeutung für diese Revolution waren die cleveren Schweine. Diese konnten die anderen Tiere mitreißen und schließlich den Sieg davon tragen.

Fortan sollen alle gleich sein und gleich behandelt werden auf der Farm. Doch schon bald beginnen die Schweine ihre aufkeimende Macht zu schützen und auszubauen. Die anderen Tiere sind zunächst blind für diese Vorgänge - oder wollen es sein. Doch letztlich kann es nur heißen: einige sind gleicher als andere.

Ich war gespannt auf dieses Buch, hatte aber auch ein bisschen Sorge, dass mich auch diese Orwell nicht überzeugen kann. Das lag vor allem daran, dass ich mich mit Geschichten schwer tue, in denen Tiere sich sehr menschlich verhalten. Und natürlich haben wir hier eine Fabel, denn es geht gar nicht wirklich um Tiere... schockierend.

Doch schnell hatte ich mich in die Geschichte eingefunden. Auf ihren knapp 100 Seiten entwickelt sich alles doch rasant. Als Beobachter und historisch und politisch gebildete Leser können wir schon von Beginn an Analogien sehen und Prognosen treffen, wie das Ganze ausgehen wird. Trotzdem ist der Fortlauf der Geschichte von Orwell auf jeden Fall feinsinnig erdacht.

Ich mochte auch sehr, welchen Tieren welche Eigenschaften zugesprochen werden. So sind die Schweine ganz klar die Rädelsführer. Ein Pferd ist derjenige, der sich für das Regime abrackert, weil er daran glaubt, und für diesen Glauben am Ende nicht unbedingt belohnt wird. Andere Tiere wie beispielsweise die Schafe sind auch sehr gut getroffen. Das bringt auch immer wieder etwas Aufheiterndes in diese doch auch sehr deprimierende Geschichte.

Wie viel kann man über 100 Seiten noch schreiben? Ich denke, jeder sollte dieses Buch mal gelesen haben. Es ist kurzweilig und unglaublich clever konstruiert. Man muss nicht unbedingt alle Analogien super finden, aber ich glaube, es ist einer dieser Klassiker, auf den auch heute noch so oft angespielt wird, dass man mit ihm als Hintergrundwissen doch mehr versteht auf der Welt.

Ich war letztlich positiv überrascht von der Kürze und dem Unterhaltungswert des Buches. Ich habe es sehr gern gelesen, auch wenn es mein Leben jetzt nicht verändert hat. Orwell zeigt, dass er ein gutes Auge und Ohr für gesellschaftliche Vorgänge hat und diese auch sinnvoll in Geschichten umsetzen kann. Und jeder kann dann selbst einmal überlegen, welches Tier er wohl wäre auf diesem Hof...

Kennt ihr Animal Farm schon? Wie steht ihr dazu?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Sonntag, 3. November 2019

[TV-Serien] Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Hallo ihr Lieben,

wie versprochen heute die Vorstellung der Serie zum Buch. Diese könnt ihr entweder über Sky Witness oder TV NOW schauen. An solche Zugehörigkeiten haben wir uns ja mittlerweile gewöhnt, oder?

Die Serie beruht also auf dem gleichnamigen Buch. Sie besteht aus einer Staffel mit 10 Folgen und wird dem Genre Thriller zugeordnet. Eine Folge dauert 45 Minuten und wurde in den Vereinigten Staaten produziert. Sie erschien 2018 in der UK und 2019 in Deutschland.

Über die Handlung möchte ich nicht noch einmal Worte verlieren, die könnt ihr im Buchpost dazu noch einmal lesen.

Bei dieser Serie ist es ganz spannend. Wie im Buch am Ende beschrieben, sollte es ja sofort verfilmt werden, da sich so viele namenhafte Filmstudios und Regisseure dafür interessierten. Nun ja, das hat dann wohl nicht ganz so geklappt, und meinen Recherchen nach, scheiterte es wohl immer an der Besetzung von Marcus Goldman, dem "Autoren" des Buches im Buch, also einer unserer Hauptfiguren. Ich halte diese Figur, neben Nola, für die Wichtigste der Geschichte und ja schon bei der ersten Folge der Serie fällt auf, dass der Fokus schließlich auf die Rolle des Harry Quebert gelegt wurde. Das ist auch ok, aber es ist wirklich schade, dass nur aufgrund der Besetzung eine Rolle anders in den Mittelpunkt gestellt wird.

Unser guter Harry wird nämlich von Patrick Dempsey verkörpert, ein Ausnahmekünstler wie ich mir habe von meinen Arbeitskollegen habe sagen lassen. Marcus wird von Ben Schnetzer gespielt und mal ehrlich, mindestens genauso gut. Kommen wir also zu deren Leistungen als Erstes.

Patrick Dempsey ist es wirklich gut gelungen, diese seltsam verschrobenen Art von Harry zu zeigen. Was mir ein bisschen fehlt, ist diese manisch depressive Seite, allerdings ist das meckern auf ganz hohem Niveau. Eine gelungene Besetzung.

Ben Schnetzer ist aus meiner Sicht richtig gut für die Rolle des Marcus Goldman gewählt. Wie ich es im letzten Post ja schon sagte, sticht diese Figur für mich aus allem heraus. Irgendwie fehl am Platz in Aurora und nicht abgedroschen genug für das New Yorker Szeneleben. Während alle anderen miteinander harmonieren, passt er da eben irgendwie nicht rein und das macht ihn eben auch aus. Ich mag Bens Charme und werde mal sehen, was man noch so mit ihm schauen kann.

Ebenfalls sehr gut besetzt finde ich Perry Gahalowood mit Damon Wayans Junior und unsere liebe Nola mit Kristine Froseth. Perry ist im Buch glaube ich nicht schwarz, da bin ich mir unsicher, aber er sticht eben auch so heraus und passt nicht ins Bild, im positiven Sinn. Damit sind er und Marcus die perfekten Aufklärer in diesem Fall. Kristine werden wir vermutlich in noch ganz anderen Filmen sehen. Allein für das wie sie Nola spielt und mit all den Dingen die da dazu gehören umgeht, ist weltklasse. Gruselig find ich ja immer, wie gut ältere Frauen Teenager spielen können und ich persönlich kann sie kurze Zeit später in erwachsenen Rollen nur schwer ernst nehmen, aber das ist sicher nur meine seltsame Angewohnheit.

Doch wie wird denn nun die Geschichte in der Serie rübergebracht?

Grundsätzlich gut. Die Handlung wird in ihrer Reihenfolge etwas verändert und natürlich kann nicht jedes Detail gezeigt werden. Schön und passend ist die Darstellung der unterschiedlichen Zeiten und der Farbkontrast dazu. Dennoch scheint die Zeit in Aurora irgendwie stehen geblieben zu sein und das ist sie vermutlich auch.

Leider kommt die Serie bei weitem nicht an die Wucht des Buches heran. Ich habe mich kaum gegruselt und empfand auch die Stimmung nicht als so gelungen wie im Buch. Die Schauspieler tun wahrlich ihr Bestes um die gesamte psychische und physische Gewalt zu zeigen, doch dafür braucht es einfach etwas mehr Erzählung, auch um sich darauf einlassen zu können.

Wer das Buch nicht kennt, könnte die Serie als eher langweilig empfinden und nicht ganz rund. Da sie recht kurz ist, schaut sie wohl jeder zu Ende, aber die Folgen sind eben auch nicht so präzise mit Cliffhangern ausgestattet, wie es die Kapitel des Buches waren.

Ein Glück wurde nichts hinzugedichtet oder seltsam verfälscht. So richtig empfehlen kann ich die Serie dennoch nicht, höchstens für die die das Buch kennen und eine Art Zusammenfassung nochmal sehen wollen,

eure Blue Diamond.







Freitag, 1. November 2019

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Hallo zusammen,

auch ich möchte euch nun meine Scaralong Bücher vorstellen. Diese hatte ich zwar relativ zur Mitte des Monats durch und noch nicht alle Challenges erfüllt, aber für mich war einige schwere Kost dabei und die schwerste war dieses Buch.

Fakten:
  • Autor: Joel Dicker
  • Übersetzerin: Carina von Enzenberg
  • Thriller
  • 736 Seiten
  • 2016 erschienen
  • Piper Verlag
  • Preis: 12,00€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Ein Skandal erschüttert das Städtchen Aurora an der Ostküste der USA: Dreiunddreißig Jahre nachdem die ebenso schöne wie geheimnisumwitterte Nola dort spurlos verschwand, taucht sie wieder auf. Als Skelett im Garten ihres einstigen Geliebten. Der berühmte, zurückgezogen lebende Schriftsteller Harry Quebert steht plötzlich unter dringendem Mordverdacht."

Wie ihr sehen könnt, ist dieses Buch super lang und bei mir kam trotzdem nie Langeweile auf. Allerdings hatte ich wirklich oft das Gefühl - oh, eigentlich müsste es doch gleich vorbei sein, aber da ist noch so viel Buch übrig -

Ich möchte euch versuchen die Handlung etwas näher zu bringen ohne zu viel zu verraten.

Wir werden in eine Gedchichte geschubst die 1975 spielt. Diese wird aus einem Buch erzählt, zeigt aber gleichsam wahres Geschehen, welches im Jetzt verwendet wird.

Der Autor Harry wird festgenommen aufgrund eines Mordverdachtes an der 15 jährigen Nola. Sein einstiger Schüler und ebenfalls Bestsellerautor Marcus erfährt davon und entschließt sich zu ihm zu fahren und ihm zu helfen. Warum er das tut, lernen wir im Laufe der Geschichte wie so vieles.

Auf der Suche nach der Wahrheit und mit Druck von seinem Verleger im Nacken, bespricht er mit Harry aus dem Fall ein Buch zu machen. Er lernt so ziemlich jeden Bewohner des kleinen Örtchens kennen und so auch die verschiedensten Beziehungen und Verknüpfungen. Intrigen gibt es eigentlich nicht so wirklich, eher wenig Mut und viele Lügen.

Marcus, der in New York lebt und sehr jung ist, sticht dadurch zwischen allen Figuren besonders hervor. Er scheint fast eine Art Kontrastfigur zwischen den Zeitgeschehen zu sein. Aus meiner Sicht ist er auch einer der stärksten Charaktere.

Schnell freundet er sich mit dem ermittelnden Polizisten an. Beide arbeiten unermüdlich daran den Fall aufzuklären.

Harry ist ein sehr verquerer Charakter, irgendwie ohne Halt und ein bisschen depressiv, mit ganz ausgeprägten manischen Phasen. Er hat auch etwas sehr Schlechtes an sich, was für mich verachtenswert ist.

Dies ist tatsächlich ein Gedanke den ich bei unglaublich vielen Figuren hatte. Da ist die Familie Quinn denen das Kaffee gehört, in dem Harry seinen Roman verfasst. Auf den ersten Blick mag man sie alle, doch auf den zweiten ist es eher traurig.

Die beiden Polizisten sind mir von Anfang an suspekt gewesen. Es sind sehr fitzige Figuren und gleichzeitige egoistische.

Der Millionär ist mir mit der Zeit tatsächlich ans Herz gewachsen. Ich mochte die Ruhe die er verkörpert und dieses Erhabene. Sein Chauffeur hat eine unheimliche Geschichte hinter sich. Da ist es mir eiskalt den Rücken hoch und runter. Nichts für mich aber sehr sehr passend für dieses Buch.

Kommen wir zum Herzstück, der lieben Nola. So eine wohlbedachte 15 jährige ist mir noch nie untergekommen. Wenn man das ganze Buch durch hat, wird auch klar, warum das so ist. Die Erzählungen rund um Nola sind das wahre Gruselige an diesem Buch. Die Familiengeschichte von Nola ist einfach nur herzzerreißend und grausam. Nie hat mich etwas so geekelt und gebannt zugleich. Speziell in den Momenten mit ihrer Mutter musste ich oft unterbrechen und mich besinnen dass das alles nur ein Buch ist. Abartig ehrlich.

Insgesamt mochte ich das Buch sehr. Klar gab es ein bisschen durcheinander und ein paar Tiefs, aber die ständigen Wendepunkte haben mich immer am Ball gehalten. Die Spannung zieht sich durch, wird aber nie knall auf Fall gezeigt sondern immer irgendwie ruhig aufgezeigt. Die Dinge passieren eben und sie sind auf so krasse Weise gegeben.

Das Ende hat mir mit etwas Abstand gut gefallen, auch wenn ich es anders erwartet hätte.

Ich könnte noch ewig über das Buch reden. Möchte euch aber lieber übermorgen den Vergleich zur Serie präsentieren,

eure Blue Diamond.