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Sonntag, 7. Februar 2021

Monstress - Warchild


Hallo meine Lieblingsleser, 

im vergangenen Herbst ist der nächste Band meiner Lieblingscomicreihe erschienen, und obwohl ich lange darauf gewartet hatte, hatte ich dann doch nicht gleich Gelegenheit ihn zu lesen. Allerdings war jetzt mit dem Medievalathon die Chance da. Vorher habe ich auch Teil 4 nochmal gelesen, um meine Erinnerungen aufzufrischen.

Die Fakten: 

  • Autor: Marjorie Liu, Sana Takeda
  • Titel: Monstress - Warchild
  • Reihe: Monstress Vol. 5
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: ImageComics
  • Seiten: 174
  • Preis: 17,00 Euro
  • Klappentext: "The smoldering embers of animosity between humans and Arcanics have reignited, and a new war has engulfed the Known World. Maika Halfwolf realizes another war, of cosmic proportions, is fast approaching - but she needs to survive this battle first. In this fifth volume of Monstress, collecting issues 25-30, Maika must put aside personal betrayals and private revelations to defend the walled Arcanic city of Ravenna, the first major target of the Federation of Man. As the battle heats up, Maika and her friends each face difficult decisions, forced to choose justice or mercy, security or freedom, family or society - and live with the consequences."

Zur Handlung: Maika musste den absoluten Verrat ertragen und konnte nur mit Mühe die Personen schützen, die ihr lieb sind. Nun zieht eine Schlacht herauf, die Maika mit neuen Verbündeten und alten Freunden schlagen muss, um deren Angehörige zu retten. Für Maika ist es eher eine Ablenkung auf dem Weg, den das Schicksal ihr vor die Füße legt. Aber nach all dem vergossenen Blut will Maika den Krieg unbedingt verhindern.

Währenddessen findet in Maika ein Kampf statt. Sie muss sich damit abfinden, was ihr Körper zum Überleben braucht. Es wird Zeit, dass sie erkennt, dass sie sich dem nicht verwehren kann, denn dann holt ihr Körper sich das in Blackouts. Aber auch Zinn ist im Tumult, nachdem Maikas Vater ihn an einen Namen erinnert hat, der alles, was Zinn weiß oder zu wissen glaubt, in Frage stellt.

Alles, was ich an diesem Comic liebe, findet sich auch wieder in der 5. Ausgabe. Ich liebe die Charaktere. Maika ist nach wie vor keine von den "Guten" im klassischen Sinne, aber sie hat auch bisher nichts Gutes erlebt. Sie entwickelt sich auf jeden Fall auch weiter, seit dem ersten Band ist sie deutlich ernster geworden und beginnt ihr Schicksal anzunehmen, dem sie sich zu Beginn verstellt hatte.

Dann haben wir Kippa, ein kleines Fuchsmädchen. Im ersten Band hatte Maika Kippa mit aus der Gefangenschaft befreit, und seitdem ist Kippa zu Maika wichtigster Verbündeten geworden. Kippa ist noch sehr jung und glaubt noch an das Gute, und dass es gewinnen kann. Allerdings macht sie das auch verwundbar. In diesem Band erfahren wir nun mehr über ihre Fähigkeit, die vermutlich durch ihre Nähe zu Zinn erwacht ist. Ich mochte das sehr, denn ich will, dass Kippa immer eine wichtige Figur in dieser Reihe bleibt. Kippa macht aber auch einen sehr großen Fehler in diesem Band und ich bin sehr gespannt, wie sie damit im nächsten Band dann umgehen wird.

In diesem Band erscheinen relativ wenige neue Player, was aber auch gut ist, weil wir inzwischen ja schon so viele Charaktere klarkriegen müssen - die teilweise auch noch mehrere Erscheinungsformen haben. Allerdings erfahren wir deutlich mehr über die Kindheit von Maika und was damals in Constantine passiert ist. Dabei treffen wir auch auf eine frühere Ausbilderin von Maika - ich bin gespannt, ob es dazu noch mehr geben wird.

Schade war, dass wir sehr wenig Zinn in diesem Band haben. Ich hatte ursprünglich gedacht, dies könnte der erste 5-Sterne-Band für mich werden, aber dann ist doch nicht so viel geschehen, wie ich mir gewünscht habe. Einerseits liegt das an Zinn, denn dieser ist in einer tiefen Krise, aber leider sehen wir davon im Band wenig und es wird auch noch nicht so viel gezeigt, dass man erkennt, worum es nun genau geht. Man kann sich zwar einiges zusammenreimen, aber da hatte ich mehr erhofft.

Das andere ist, dass wir am Ende des Bandes dann sehr viel Schlacht haben. Obwohl es durchaus spannend war, ist das doch nicht so mein Lieblingsteil in diesen Comics. Ich möchte lieber sehen, wie sich die Charaktere entwickeln und welche politischen und zwischenmenschlichen Geheimnisse sich so auftun. Die Kampfszenen sind dann eher blutig und krass, aber eben... nicht ganz so meins.

Abgesehen davon konnte mich aber Teil 5 wieder gut abholen und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil, der dann hoffentlich später dieses Jahr erscheint. Ich will unbedingt wissen, wie es mit Maika, Kippa und Ren weitergeht. Und natürlich will ich wissen, was nun mit Zinn los ist und welche Lügen wir ihm bisher geglaubt haben (weil er sie selbst geglaubt hat).

Kennt ihr diese Reihe schon? Und wie gefällt sie euch?

Bis bald,

Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:



Freitag, 5. Februar 2021

Die Winter-Frauen Trilogie

Hallo zusammen,

wie ihr bestimmt schon bemerkt habt, bin ich total solchen historischen Romanen verfallen, die Frauen und deren Leben in den Mittelpunkt stellen. Dies hier ist eine Trilogie, von der der dritten Band noch nicht erschienen ist. Da meine Meinung zu den ersten beiden aber sehr ähnlich ist, stelle ich sie euch trotzdem schon vor.

Fakten:

  • Autorin: Astrid Ruppert
  • Roman
  • Trilogie
  • seit 2019
  • 460-480 Seiten
  • dtv Verlagsgesellschaft
  • Preis: 15,90€ (Broschiert)
Klappentext:
"Wie wird man die Frau, die man sein will? In einer Sommernacht 1906 verlässt die eigenwillige Lisette Winter heimlich ihr Elternhaus: Ihre Liebe gehört dem Modezeichnen und Schneidergesellen Emile. Im Rheingau, fernab einer konservativen Gesellschaft, wollen sie selbstbestimmt leben. Schon bald ist das Paar bekannt für seine extravagante Reform-Mode. Doch dann bricht der Krieg aus und bringt neue Herausforderungen ... Hundert Jahre später hat auch Lisettes Urenkelin das Gefühl, nicht in ihr Leben zu passen. Sie begibt sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Nach und nach entfaltet sich für Maya die bewegende Geschichte der Frauen ihrer Familie – und ihre eigene."
Sind diese Cover nicht schön? Die Idee mit dem Kontrast zum Farbigen passt perfekt zum Inhalt. Diese Reihe wechselt immer zwischen den Perspektiven und zwischen den Zeitschienen. Frühere Gegebenheiten spielen immer wieder in der jetzigen Zeit eine Rolle. 

Die Reihe stellt in jedem Band eine der Winter-Frauen in den Fokus. Damit steht auch immer Die Zeit historisch betrachtet in der diese zur erwachsenen Frau wurde eine entscheidende Rolle. Das verrückte ist, dass ich völlig vergessen hatte, dass es sich um Familienmitglieder handelt. Für mich sind alle der 4 Frauen sehr verschieden dabei sind es Mütter und Töchter und Großmütter. 

Jede Frau hat auch ein anderes Lebensziel, das allein unterscheidet sie immens. Ich bin tatsächlich mit keiner der Frauen richtig warm geworden und kann mich auch mit keiner identifizieren. Es fehlt ja noch Band 3 und damit die Geschichte von Mayas Mutter bzw. Lisettes Tochter. Aber das was ich bisher von ihr weiß bringt mich ihr auch nicht näher. 

Trotz das die Charaktere nicht gerade meine besten Freundinnen würden, habe ich gern über ihre Leben gelesen. Die Geschichten waren nicht immer geradlinig und manchmal auch etwas verworren, doch das macht das Leben ja vielleicht auch aus. 

Vielleicht empfand ich manche Stellen aber auch als verworren weil sie eher umständlich geschrieben waren. Die Autorin hat definitiv einen sehr eigenen Stil. Sie ist detailverliebt und irgendwie verträumt zumindest in mancher Lebenslage. Auch das mochte ich, es war mir aber ungewohnt. Ich glaube ein zweites Mal lesen könnte hier wahre Wunder wirken. Vielleicht mach ich das wenn Band 3 da ist. 

Liebesgeschichten und historische Einordnungen finden zwar statt, sind aber eher Beiwerk oder unterstreichen die Entwicklung der Frauen. 

Empfehlen kann ich die Reihe, sie unterhält und kann Spaß machen. Sie ist aber eben eigen und daher sicher nichts für jeden,

eure Blue Diamond.




Mittwoch, 3. Februar 2021

Asking For It


Hallo meine Bücherwürmer,

bisher läuft mein Lesejahr wirklich richtig gut. Abgesehen von meinem Hörbuchreinfall habe ich nur zu richtig guten Büchern gegriffen. Und heute berichte ich euch von einem weiteren Buch, das mich völlig überzeugen konnte. Es ist auf keinen Fall für jede*n, denn es hat Trigger für sexuelle Gewalt, Cybermobbing und Victimblaming, aber wer das ertragen kann, auf den wartet ein sehr gut geschriebener Roman.

Die Fakten:

  • Autor: Louise O'Neill
  • Titel: Asking For It
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: riverrun (Quercus)
  • Seiten: 340 + Nachwort
  • Preis: 9,18 Euro
  • Klappentext: "In a small town, where everyone knows everyone, Emma O'Donovan is different. She is the special one - beautiful, popular, powerful. And she works hard to keep it that way. Until that night... Now, she's an embarassment. Now, she is a slut. Now, she is nothing. And those pictures - those pictures that everyone has seen - mean she can never forget."

Zur Handlung: Emma hat alles - Freundinnen, die immer für sie da sind, Männer, die ihr nachlechzen, eine Familie wie aus dem Bilderbuch, Erfolg in der Schule ohne viel Vorbereitung. Doch natürlich ginge es immer noch besser. So bestiehlt sie ihre Freundin, deren Eltern mehr Geld haben. Sie trachtet nach dem festen Freund ihrer besten Freundin - nur um zu zeigen, dass sie könnte. Und als eine Freundin ihre Hilfe braucht, rät sie ihr zum Schweigen. Ihren besten Freund aus Kindheitstagen ignoriert sie oft, denn ihn rumzukriegen, würde ihr unter ihren Peers keine Punkte einbringen.

Doch in einer Nacht ändert sich alles für Emma. Und am liebsten würde sie es einfach vergessen. Die Wahrheit ist, sie kann sich eigentlich gar nicht erinnern. Aber da sind die Bilder auf Facebook, ein Snapchat-Video. Sie kann nicht leugnen, was ihr passiert ist. Und als schließlich die Ermittlungen starten, erinnert sich keiner mehr, dass Emma nicht diejenige war, die Anzeige erstattete.

Das Buch startet mit einem Teil "letztes Jahr". Zunächst dachte ich, das ist ein Prolog, aber dann wurde mir irgendwann klar, dass es die ganze erste hälfte des Buches ist. Die Benennung war da irreführend. Wir treffen Emma in ihrer Welt: alle himmeln sie an, niemand kann sich gegen sie stellen, alles fliegt ihr zu. Emma ist damit nicht wirklich eine Sympathieträgerin, aber das soll sie auch nicht sein. Sie wird mit Absicht so aufgebaut, dass böse Zungen ihr vielleicht wünschen würden, dass etwas ihr Leben zerstört. Aber als Leser, die wir diese Zerstörung erwarten, fühlen wir doch irgendwie mit ihr mit. Denn wir wissen, so wird es nicht lange weitergehen.

In diesem Teil lernen wir vor allem, wie Emma mit ihrem Umfeld umgeht, allen voran ihren besten Freundinnen. Dabei wird schnell klar, dass Emma zwar aussieht, als hätte sie alles, aber trotzdem immer noch mehr will. Sie stiehlt von der reichen Freundin, sie flirtet mit dem Freund der besten Freundin, sie spannt anderen Mädchen die Typen aus und lässt diese dann fallen, weil es ihr nur um Prestige geht. Darum zu zeigen, dass sie es kann. Dabei merken wir, dass Emma eigentlich auch nicht glücklich ist. In ihrem Zuhause bekommt sie immer zurückgespiegelt, dass nur ihre Schönheit etwas wert ist. Ihre anderen Merkmale werden nicht zur Kenntnis genommen. Es wird vorausgesetzt, dass Emma perfekt ist, weil sie perfekt aussieht.

Schon früh im Buch fragt sich Emma, ob sie mit einem Jungen wirklich Sex haben wollte. Eigentlich wollte sie ja nur beweisen, dass sie ihn rumkriegen kann, hatte aber kein richtiges Interesse. Daran sehen wir, wie Emma ihre Sexualität als ihr Kapital sieht. Sie muss dieses immer wieder symbolisch einsetzen, damit es wirksam bleibt. Ein Interesse an den betreffenden Jungen hat sie nicht. Dies ist wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte, denn es ist einfach zu sagen, Emma wäre eine Schlampe. Zu einfach, denn das Buch zeigt in den Zwischentönen, was Emma dazu bringt, nur ihren Körper als wertvoll zu sehen.

Dann geschieht "jene Nacht", über die ich nichts sagen möchte, da es einerseits sehr triggernd sein kann und andererseits auch der Twist im Buch ist. Wir erleben dann noch das kurze Nachbeben, dann springt das Buch ein Jahr in die Zukunft. Hier spielt nun die zweite Hälfte des Buches. Wir sehen, dass Emma sich völlig gewandelt hat. Sie verlässt das Haus quasi nicht mehr, sie macht sich nicht mehr hübsch, sie geht zur Therapie. Ihre Familie bricht in sich zusammen, der Vater kann mit der "Schande" nicht leben und ist immer länger im Büro, die Mutter ertrinkt ihr Leid in Alkohol und der große Bruder erwartet, dass Emma für eine Sache kämpft, die sie schon verloren glaubt.

Dieser Teil ist ebenfalls schwer zu lesen, aber anders als der erste. Hier sehen wir, wie die Kleinstadt darauf reagiert, was geschehen ist. Und so schön ein Setting in Irland auch ist, sexuelle Gewalt in einer katholisch geprägten irischen Kleinstadt - da weiß man, wie es weitergeht. Wir erfahren, dass Emma zunächst noch versucht hat, ihr Leben irgendwie weiterzuführen, aber wie ihr Umfeld sie schließlich dazu gebracht hat aufzugeben.

Ich muss sagen, dem Vater wollte ich sehr oft gegen das Knie treten. Auch die Mutter wird wirklich zur blöden Kuh. In diesem Teil sind mir vor allem Connor, der beste Freund aus Kindertagen, und Emmas Bruder an Herz gewachsen. Beide wollen Emma helfen, sind aber als junge Männer auch einfach planlos, wie diese Hilfe aussehen kann. Besonders schön fand ich, dass Conner sich nicht davon abbringen lässt, auch wenn Emma nie reagiert. Das ist die Art Freundschaft, die ein Mensch mit Depressionen und ähnlichem braucht. Der Bruder dagegen versucht für Gerechtigkeit zu sorgen, und obwohl Emma gern so sein möchte, wie er sie braucht, tut dieser Weg ihr nur noch mehr weh.

Dieses Buch kann man auf so vielen Ebenen diskutieren und sollte man auch, aber ich glaube, ich ziehe hier jetzt erstmal einen Schlussstrich. Ich verspreche euch, dass dieses Buch euch wütend machen wird: einmal über die Dummheit der Menschen, die sich alles so drehen können, wie es ihnen gefällt, und dann darüber, dass die Welt wirklich so ist wie im Buch beschrieben. Vermutlich werdet ihr auch ein paar Tränen verdrücken, habe ich jedenfalls. Das Buch wird keinen Spaß machen, aber es wird so phänomenal geschrieben sein, dass ihr es nicht aus der Hand legen könnt. Und vielleicht werdet ihr nach dem Lesen über manche Dinge etwas anders denken als vorher.

Ich kann das Buch nur empfehlen, wenn euch der Inhalt nicht zu sehr triggert. Viele haben sich über das Ende beschwert, aber ich fand es passend. Das ist kein Wohlfühlbuch, aber das erwartet bei dem Cover auch niemand. Es ist ein Buch, dass sich dezidiert gegen Slutshaming und Victimblaming stellt. Und für mich war es perfekt.

Könnt ihr ähnliche Bücher empfehlen?

Bis bald,

Eure Kitty Retro





Meine Bewertung: