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Freitag, 26. Februar 2021

Bella Clara - Kittys Meinung


Hallo meine Romantiker,

ich habe es ja nicht so mit der Romantik in Büchern, aber die liebe Blue hat sich zu Weihnachten etwas ganz Interessantes ausgedacht. Sie hat drei Freundinnen je ein Buch einer Reihe geschenkt, die sie im letzten Jahr sehr mochte. Nun sollen wir uns zu einem bestimmten Zeitpunkt die Bücher gegenseitig zusenden, bis wir alle alle Bände gelesen habe. 

Bei mir ist zu Weihnachten Band 3 dieser Reihe gelandet, die man auch außerhalb der Reihenfolge lesen kann. Und ich bin tatsächlich die Bummelletzte, denn die beiden anderen hatten ihren Band schon viel früher gelesen. Warum das so ist, werde ich euch jetzt berichten. Blues Post zum Buch findet ihr hier.

Leider muss ich sagen, dass dieses Buch auf mehreren Ebenen nicht mein Fall war: erstens mag ich keine Liebesgeschichten in Büchern. Natürlich gibt es davon Ausnahmen, aber meist will ich andere Dinge beim Lesen fokussieren. Zweitens mag ich keine Bücher von deutschsprachigen Autoren. Auch da mag es Ausnahmen geben, aber doch noch deutlich weniger als bei Punkt eins. Und drittens mag ich keine toxischen Beziehungen, in denen ein Partner misshandelt wird (emotional oder physisch). Und davon gab es in diesem Buch gleich eine ganze Menge.

Das sind aber alles Geschmackssachen und Dinge, die ich dem Buch nicht vorwerfen kann. Denn jemand, der romantische Bücher von einer deutschen Autorin lese möchte, der ist hier gut aufgehoben. Es gibt aber auch ein paar Kritikpunkte, die ich anbringen möchte, die für mich nicht nur mit Geschmack zu tun haben.

Was mir vor allem nicht gut gefallen hat, war die Darstellung von Italienern in dem Buch. Ich hatte das Gefühl, dass hier schon stark auf Mafia-Klischees zurückgegriffen wird und die Italiener vor allem in einem schlechten Licht dargestellt werden. Sie sind entweder in weirde Familienstrukturen eingebunden, in denen man keinen Fehler machen darf, oder sie sind reisende Händler. Ein Zwischending hab ich da nicht gesehen.

Außerdem fand ich an einigen Stellen den Umgang mit Körpergewicht sehr fraglich. So gibt es zwei wichtige Figuren mit einem hohen Gewicht. Die erste Figur wird als ängstlich und ungesund dargestellt, sie verlässt das Haus nicht, was implizit als Grund für ihre Figur angesehen wird, und gefährdet vor Angst sogar die Gesundheit ihres Kindes. Außerdem wird sie so dargestellt, dass sie ihrem Mann immer gehorcht, der einen albenen Spitznamen für sie hat und sie überbetütelt.

Die andere Figur mit hohem Gewicht ist eine Frau, die einmal sehr schön war, dann aber ihren geliebten Mann verloren hat und sich laut Buch dann dick gegessen hat, damit sich niemand mehr in sie verliebt (implizit: denn niemand liebt eine dicke Frau). Allerdings ist sie auch sehr reich, weswegen denn doch jemand mit ihr zusammen ist, der sie aber irgendwann für eine hübsche junge Frau verlässt. Beide Figuren stehen also dafür, dass mit dem hohen Gewicht auch eine Art Fehlverhalten (ganz bewusst oder unbewusst) einhergeht. Das Gewicht wird als unnormal thematisiert. Die Hauptfigur ist natürlich sportlich, schlank und wunderschön, was durchweg im Buch betont wird.

Ich fand auch den Umgang mit der toxischen Beziehung nicht gut. Erstmal hat man Kapitel aus Sicht des Mannes, der sich verletztend verhält und aus toxischen Gründen die Beziehung eingeht, weswegen man die ganze Zeit was, was kommen wird und was für ein Mensch er ist. Und dann wird sein manipulatives Verhalten über lange Zeit von der Frau nicht erkannt, als sie es erkennt, zieht sie zwar Konsequenzen, aber irgendwie lässt sie ihn dann auch wieder rein, als er anfängt, sie wieder zu umschmeicheln. Ich fand das sehr schwammig, und wie das Ganze aufgelöst wird, thematisiert gar nicht, was der Frau da eigentlich Schlimmes angetan wurde. Und damit verbunden finde ich es ein komisches Zeichen, dass der Titel des Buches der Spitzname ist, denn die Hauptfigur von diesem toxischen Partner bekam.

Was ich wiederum schön fand, war die Darstellung des Handwerks, nämlich der Creme-Herstellung und Schönheitspflege, das die Hauptfigur ausübt. Auch wie ihr Imperium wächst und welche Freunde sie auf dem Weg gewinnt, war spannend. Leider wird das aber im Mittelteil dann völlig von der schrecklichen Beziehung überschattet. Es gab eine Stelle, wo die Hauptfigur beruflich allein eine Reise macht, und ich dachte mir: endlich geht es mal wieder um das, was sie liebt, und dann springt es zeitlich einfach weiter. Die Zeitsprünge allgemein waren manchmal einfach auch zu viel und an den falschen Stellen.

Ich habe auch gelesen, dass einige Personen dieses Buch nicht sehr realistisch fanden, denn wie das hübsche Cover vermuten lässt, geht es ja doch irgendwie alles gut aus. Man muss natürlich bedenken, dass alle hübschen Männer aus diesen Büchern anschließend in den ersten Weltkrieg ziehen durften, wenn wir realistisch bleiben wollen. Aber ganz ehrlich, das hat mich dann doch am wenigsten gestört.

So, nun wisst ihr, wie ich dieses erste Buch (eigentlich das dritte) fand. Ich bin jetzt gar nicht mal so erpischt darauf, den nächsten Teil zu lesen, aber vielleicht gibt es da ja nicht so einen schrecklichen Mann. Wer weiß...

Bis bald,

Eure Kitty Retro





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