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Montag, 23. August 2021

Harrow Lake


Hallo meine Horrorfreunde,

eines meiner Lieblingsgenre ist auf jeden Fall Horror und ich versuche, diese Bücher nicht mehr nur im Oktober zu lesen, weil das irgendwie Quatsch ist, den mein Gehirn macht. Dieses Buch ist ein Jugendbuch, also nicht völlig blutig und gruslig, aber mit einer tollen Atmosphäre und einen guten Twist am Ende. Ich habe es in der Bibliothek gesehen und direkt eingepackt.

Die Fakten:

  • Autor: Kat Ellis
  • Titel: Harrow Lake
  • Erschienen: 2020
  • Verlag: Penguin Books
  • Seiten: 305
  • Preis: 8,37 Euro
  • Klappentext: "Lola knows about Harrow Lake. Her famous father directed Nightjar, the cult horror movie that was filmed there. She knows about the caves beneath the fairground, the sunken graveyard, the tree in the woods that's hung with teeth. But she doesn't know about the dark past the town hides or the secrets it holds about her family. Now she finds herself in Harrow Lake and, as she searches for answers, someone - or something - is stalking her every move.

Zur Handlung: Lola Nox ist die Tochter der Horrorregisseurs Nolan Nox. Sie ist sehr behütet aufgewachsen, immer weit entfernt von aller Gefahr und allen Paparazzi. Ihre Mutter hat die Familie verlassen, als sie ein Kind war, und nun kontrolliert Nolan Lolas Leben bis ins kleinste Detail. Als Lola erfährt, dass sie mit ihrem Vater wieder einmal umziehen wird - diesmal nach Paris, reißt ihr der Geduldsfaden und sie läuft von Zuhause weg.

Natürlich weiß sie, dass sie dieses Spiel nicht gewinnen kann, und bald darauf wird sie von Nolans Assistenten wieder eingesammelt und nach Hause gebracht. Doch dort erwartet sie eine Szenerie, auf die sie nicht vorbereitet war... Überall ist Blut, Nolan wurde attackiert, und nun muss Lola zu ihrer Großmutter nach Harrow Lake ziehen, bis ihr Vater wieder für sie sorgen kann. Harrow Lake wird Lola allerdings Dinge offenbahren, für die sich nicht bereit ist...

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Allerdings dauert es ein wenig, bis das Buch wirklich spannend wird. Zunächst wirkt alles etwas kühl, da Lola als Charakter recht abgebrüht ist. Sie hat schon seit Jahren religiös Horrorfilme geschaut und ist nicht leicht zu schocken. Da wir alles durch ihre Augen sehen, dauert es etwas, bis wirklich beunruhigende Dinge passieren - also bis Lola sie auch als solche wahrnimmt. Denn wer findet denn schon seinen Vater blutend im Arbeitszimmer und rastet nicht völlig aus...

Lola als Hauptfigur ist interessant, denn einerseits ist sie die Tochter eines berühmten Regisseus, andererseits hat er sie aber nie krass verwöhnt. Stattdessen wurde Lola immer von so Vielem ferngehalten, ohne dass sie zu naiv oder dämlich geworden ist. Nach und nach drängt sich aber Harrow Lake mit seinen Gruselgeschichten und Monstern in ihren Kopf. Mir hat sie als Protagonistin gut gefallen, weil sie schon einen besonderen Charakter hat, aber nicht nervig wurde.

Harrow Lake ist ein Ort mit einer sehr einzigartigen Geschichte. In den 20er Jahren gab es dort einen großen Erdrutsch und die Hälfte des Orts wurde komplett vernichtet. Viele Menschen konnten nie geborgen werden. Danach wurde die Stadt wieder aufgebaut, aber wie das Buch es beschreibt: dabei gingen alle Ersparnisse der Bewohner drauf, sodass danach nie wieder etwas restauriert wurde. Nolan Nox, der die 20er Jahre liebt, hat deswegen diesen Ort für seinen Film ausgewählt, was dem Ort heute auch einige Touristen einbringt. Ich mochte dieses Gefühl eines Orts, der die heutige Zeit nicht hereinlässt und weiterhin altmodisch und dadurch fast zeitlos wirkt. Es hat eine spannende Stimmung erzeugt.

Die Randfiguren der Geschichte bleiben dagegen einer blass. Wir haben einerseits Nolan, der allerdings selbst wenig zu Wort kommt und eher in den Erinnerungen und Vorstellung von Lola auftaucht. Wir sehen, wie speziell die Beziehung der beiden ist, und dass für Nolan immer alles Optimal sein muss. Dann haben wir Lolas Großmutter - die Mutter ihrer Mutter - bei der Lola bleiben soll, bis sie nach Hause kann. Lolas Großmutter ist eine seltsame, sehr kalte Frau. Manchmal kommt es einem jedoch vor, als wäre Lola etwas sehr hart zu ihr. Am Ende muss ich aber sagen, man erkennt, wer die Großmutter wirklich ist.

Außerdem lernt Lola dann noch eine Nachbarsfamilie kennen: Cora ist in ihrem Alter und will einfach nur weg aus Harrow Lake. Von ihr erfährt sie die lokalen Legenden um Monster und ähnliches. Carter ist ein wenig älter als Lola, und könnte als love interest gesehen werden, aber es ist ein Horror und Romantik spielt keine große Rolle. Am Ende fand ich etwas seltsam, wie Lola zu ihm war, aber das sind eben Teenager. Und schließlich haben wir die Mutter der beiden, die Ranger im Ort ist. Diesen Charakter fand ich mit am seltsamsten, irgendwie wurde da viel zusammengeworfen. Es gibt auch noch einen creepigen Onkel, aber den könnt ihr selbst entdecken.

Allen voran geht es darum, dass Lola endlich die Wahrheit über ihre Mutter erfährt. Diese war der Star des Horrorfilms, den Nolan Nox in Harrow Lake gedreht hat. Auch sie wollte immer nur weg aus Harrow Lake. Diesen Aspekt - die Suche danach, wer ihre Mutter wirklich ist oder war - fand ich am spannendsten, denn hier bestand dann auch die Verbindung zu den wirklich creepigen Sachen, die im Buch vorkommen. Das Buch allein im Dunkeln zu lesen, hat schon was mit mir gemacht.

Alles in allem kann ich das Buch sehr empfehlen, wenn ihr mit diesem Genre etwas anfangen könnt. Es lässt sich schnell weglesen, hat eine interessante Hauptfigur auf der Suche nach ihrer Familiengeschichte. Auch wenn es etwas langsam anläuft, baut sich am Ende eine schaurige Atmosphäre auf, und es gibt auch ein paar Gänsehaut-Momente. Dennoch ist es für Teenager geschrieben und auch passend. Auch das Ende hat mir gut gefallen - auch wenn man es schon etwas vor der Hauptfigur erraten kann. Es zeigt, dass die echten Monster am Ende immer Menschen sind.

Kennt ihr das Buch schon? Und konnte ich euer Interesse wecken?

Bis bald,

Eure Kitty Retro

 

 

 

Meine Bewertung: 



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